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EKS

Marburg

Sonnabend, 24. Juni 1905.

Erscheint wöchentlich sieben mal,

Druck und Verlag» Joh. Aug. Koch, UntverfitLtS-Buchdruckerei 40. Jahrg.

Marburg, Markt 21. Telephon 55.

mit dem Kreisblatt für Vie Kreise Marburg und Kirchhain.

Sonntagsbeilage: Fllustrirtes Sonntagsblatt.

Vierteljährlicher Bezugspreis: btt oct Expedition 2 DL, Tfä bet allen Postämtern 2,25 M. <ejcl. Bestellgeld).

Jnserttonsgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

' Reclamen: die Zeile 85 Pfg.

Nenefte Telegramme.

Eisenach, 22. Juni. Die evangelische Kirchenkonferenz ist hier im Residenzschloß zu­sammengetreten. Sämtliche Kirchenregierungen haben Abgeordnete entsandt.

Paris, 22. Juni. Ministerpräsident Nouvier empfing heute Vormittag den deutschen Bot­schafter Fürsten Radolin; er überreichte ihm iedoch nicht die schriftliche Note, in welcher die Ansichten der französischen Regierung in der Marolkofrage zusammengefaßt sind. Die Note ist noch nicht vollständig redigiert und abge­schlossen. EL heißt, daß sie heute Abend oder morgen direkt dem Fürsten Radolin über­mittelt wird.

Paris, 22. Juni. Der internationale Kon­greß für den Ackerbau in den Kolonien ist heute eröffnet worden. England, Deutschland, Holland, Italien und die Vereinigten Staaten sind ver­treten. Der Kongreß beschloß die Bildung eines internationalen wissenschaftlichen Ausschuffes, der die Aufgabe hat, alle den Ackerbau und die Industrie in den Kolonien berührenden Fragen zu studieren.

Athen, 22. Juni. Das Ministerium hat seine Entlastung gegeben. Der König hat in­folgedessen Nalli mit der Bildung des neuen KabinetS beauftragt. - Man hält die Lage für schwierig, da die Partei der Delijannisten festen Zusammenschlusses entbehrt und eine Mehrheit der Regierungsparteien unmöglich erscheint.

Worcester (Mast chusetts), 22. Juni. In seiner Ansprache an ore Studenten der Clark» .Universität erklärte gestern Präsident Roosevelt, das Land sei Deutschland verpflichtet für die Art und Weise seiner studentischen Erziehung. Er wünsche, die Amerikaner könnten besonders sich den deutschen Idealismus zu eigen machen, ebenso den scharfen praktischen und gesunden Verstand, der die Deutschen befähigte, ihren idealistischen Sinn zu einem Werkzeuge zu machen -zur Schaffung der vollkommensten militärischen und industriellen Organisation, die die Welt jemals gesehen habe.

Sydney, 22. Juni. Laut einer Meldung des DampfersSigismund" aus Friedrich-Wil- helmshafen (Bismarckarchipel) sind die Europäer jederzeit einer Erhebung der Eingeborenen gewärtig.

Die Ausländer an deutschen Hochschulen.

Auf dem , Alldeutschen Verbandstage, der porige Woche in Worms zusammengetreten war, titelt Oberlehrer Dr. Heusing aus Darmstadt #men Vortrag über diese Frage, die seit langem ,tn akademischen Kreisen erörtert wird und nament- lich für die Technischen Hochschulen von besonderer Bedeutung geworden ist. Zahllose Vorschläge

48 'Nachdruck verboten.)

Schatten der Vergangenheit.

Roman von B. Coronh.

fftorti'ehung.)

r. Ein zynisches. Lächeln spielte um Dunois Lippen, als er allein blieb. Das Mädchen batte Wohl mit Alyht den Onkel entfernt. In dem Mr matt von einer rosaverschleierteu Hänge­lampe erhellten Raum machte alles den Eindruck üppiger Behaglichkeit, und jedes Möbel strömte Denselben leisen und dennoch berauschenden Duft 'aus, tote des Mädchens chaar und Kleider.

- In einer eleganten Haustoilette von feinem Wollenstoff und Santt trat des Gutspächters Nichte wieder ein und bat den Baron, ihr in das nächste Zimmer zu folgen, wo der Teetisch gedeckt war.

Dunois bot ihr den Arm. War das ein trau- liches, warmes, durchduftetes Gemach, in tvelcheS sie ihn geleitete.

Tas blaue Flämmchen brannte unter dem silbernen Teekessel, in fein geschlissener Flasche funkelte der Rum, und allerlei Delikatesten nebst verschiedenen edlen Weinen luden zum Ge­nuß ein.

Susanne füllte die feinen Porzellantasten und Dot das zierlich auf vergoldetem Teller geordnete .Gebäck an. Aber bfe beste Würze: das lustige Lachen und die überschäumende Heiterkeit des Mädchens fehlte.

Warum ist meine Mrttn nur so schweigsam ünd düster?" fragte Dunois endllch.Sonst waren Sie doch der verkörperte Frohsinn und verstanden es so herrlich, mir die Grillen zu der treiben. Hier wurde ich selbst wieder jung und lustig. Warum stt das anders? Darf ich den Grund dieser Verstimmung nicht erfahren? Viel- leicht wäre es mir möglich, Abhilfe zu schaff?nl"

über die Behandlung der Ausländer an deutschen Hochschulen sind in der Presse schon gemacht war- den, die z. T. übertrieben waren und unausführ- bar schienen. Die nachstehenden Ausführungen, die wir dem uns zugegangenen ausführlichen Berichte entnehmett, dürfen jedoch Anspntch auf besonder Beachtung machen:

Der Berichterstatter ging von der Tatsache aus, daß die Zahl der Volksgenossen, die in ihrem Lebensunterhalt darauf angewiesen sind, daß unser Großgewerbe blühe und seine Absatzgebiete erweitere, von Jahr zu Jahr zunehme. Die Klugheit verlangt, daß wir unsere oeiftige und gewerbliche Ueberlegenheit uns möglichst lange bewahren und das Ausland möglichst wenig von uns lernen lasten. Ohne den akademisch gebilde- ten Ingenieur wäre unser Aufschwung unmöglich gewesen, das Ausland hat dies sehr wohl erkannt, und wir sehen gerade deshalb auf den technischen Hochschulen eine große Zahl von Ausländern. Diesen Ausländern bringen wir unser ganzes Wis. sen und Können entgegen und erziehen sie zum späteren wirtschaftlichen Kampfe gegen uns, wir befähigen sie, im eigenen Lande führende Stel- hingen einzunehmen und schöpferisch zu wirken und damit unser Absatzgebiet zu verkleinern. Hierin liegt eine Minderung unseres Volkswohl, standes, eine Vermehrung der Unzufriedenheit breiter Massen, die von unserem Großgewerbe leben müssen, und somit eine Begünstigung um- stürzlerischer Parteien. Wollten wir den Aus­ländern den Besuch unserer Hochschulen; überhaupt verbieten, so hätten wir keine Geaenmaßregeln zu fürchten, denn wir sind hierzu lediglich die Gebenden und nicht die Empfangenden. In dem gerechtfertigten Streben, das eigene Volk wirt- schaftlich zu heben, find alle Staaten Gegner, und nicht ohne Grund senden andere Völker auf Staatskosten geeignete junge Männer zu uns. Nickst minder vorurteilsfrei als unfere staatlichen Behörden waren seither auch unsere Fabrikherren. Wißbegierigen aus Japan, England und Amerika gewährten sie Einblick in die eigentlichen Geheim­nisse ihres Fabrikzweiges. Sie haben aber für ihre vertrauensselige Güte schon zu viel Lehrgeld bezahlen müssen und sind seitdem vorsichtiger ge­worden. Der Berichterstatter wies durch Angabe der Besuchsziffern der Hochschulen und der Ver- hältuiszahleu der Ausländer nach, daß ein wirk­licher Notstand besteht! Ein solcher macht sich auch in den technischen Mittelschulen, den Handelshoch­schulen und sogar im Studium ausländischer Frauen geltend. Auch diese Dinge wurden durch Zahlest belegt. Der Großteil der Ausländer stammt aus Ländern, deren Wissenschaft uns nichts zu bieten vermag, aus Rußland, Japan u. s. f d. h. also aus Landern, die, je mehr sie sich durch einheimische Ingenieure vom Aus­lande unabhängig machen können, uns als Absatz- gebiete verloren gehen. Wir liefern alfo unseren künftigen, wirtschaftlichen Gegnern die Waffen gegen uns selber. Namentlich Japan wird ver­mutlich schon bald als wirtschaftlicher Wett­bewerber im asiatischen Welthandel auftreten. Viele Deutsche fühlen sich durch den ausländischen Besuch noch geehrt und faseln von der Dankbar­keit des Auslandes. Leider berußt dies auf Ein-

Schwerlich, Herr Baron, sonst hatten Sie es wohl schon getan."

Das klingt beinahe bitter, ist aber sehr un­gerecht. Wenn ich nicht einmal weiß, was Sie bedrückt und quäü"

Bedarf --s in diesem Falle erst einer beson­deren Erklärung, dann verzichte ich darauf, sie zu geben."

Sieh, sieh, Fräulein Susanne kann auch eine kleine Kratzbürste fein!" scherzte Dunois.Es war leider nie meine Sache, Rätsel zu lösen."

Diese Antwort sagt mir, daß ich zu viel ver­lange. Ja nun das mag ja zutreffen. Mög­licherweise schätze ich mich zu hoch ein, wenn ich Anspruch auf jene gesellschaftlichen Rücksichten er­hebe, die jede andere Dame begehrt."

Was meinen Sie?"

Ich roüroe Schloß Horbell nie zum zweiten- mal betreten haben, wenn Sie mich nicht aufac- fordert hätten, es zu tun. Nur Ihrem Wunsche fügte ich mich und da es geschah, durste ich wohl erwarten, die Baronesse wieder hier zu sehen."

Ja, ja. gew'ß, aber die Krankheit der Grä­fin"

.Soll durchaus nicht lebensgefährlich sein, wie ich von Do. Braun hörte."

Lebensgefährlich? Nein! Doch meine Toch­ter ängsttgt sich. Darf ich Ihnen einschenkm, gnädiges Fräulein?"

Bitte *

Sie hielt ihr Glas hin, berührte es jedoch kaum mit den Lippen, tvährend der SSaron das {einige auf einen Zug leerte und nicht bemerkte, daß es gleich darauf wieder gefüllt wurde.

Alfo das ist eS, was Sie so sehr verdrießt, Fräulein Susanne?" fragte er mit schwerer Zunge.Nun, da kann abgebolfen werden. Aber Viktoria mit ihrer Eiseskälte würde unS doch höchstens das heitere Beisammensein verderben. Sie sind ja ein so kluge- und durchaus! modern

bildung. Geringe Anforderungen an Geld und Vorbildung locken namentlich Engländer und Amerikaner, weitgehende Rücksichten, selbst bei Prüfungen, sind zudem allen Ausländem sicher. Hierdurch greift aber im Auslände Gering- schätzung uqjerer Hochschulen Platz, nicht Dank­barkeit. Holländer können ohne Reifezeugnis im eigenen Lande nicht studieren, Wohl aber im Reiche, der Holländer kann sogar zur Würde eines Dipl. Jug. gelangen und dann zu Hause eine Anstellung erhalten, die ihm nach den Anforderungen seines Heimatlandes verschlossen wäre. Rußland gegenüber liegen die Verhält­nisse für uns entwürdigend. Das russische Reife­zeugnis berechttgt an sich nicht zum Besuche rus­sischer Hochschulen, es haben sich vielmehr die­jenigen, die im Besitze eines solchen Reifezeug­nisses sind, sich einer Auslese-Prüfung zu unter­ziehen, die durchschnittlich nur ein Viertel bis ein Fünftel der Prüflinge bestehen. Von diesen Durchgefallenen gehen die meisten ins Deutsche Reich, ferner alle diejenigen, deren Vorbildung überhaupt nickst ausreicht, um zur Ausleseprü­fung zugelassen zu werden. Ein gebildeter Deutsch-Russe meinte deshalb dem Berichterstatter gegenüber:Im allgemeinen gehen auf die beut» scheu technischen Hochschulen nur der Schund und die Juden." Wie verhält sich Rußland nun gegen uns? Reichsdeutsche, die im Besitze einet deutschen Reifezeugnisses sind, müssen sich der Ausleseprüfung ebenfalls unterziehen, und nur wer auf einer deutschen Hochschule die Würde eines Dipl. Jng. erhalten hat, kann in den 4. Jahreskurs einer russischen Hochschule ein­treten. Außer diesen volkswirtschaftlichen Be­denken bestehen aber auch sittliche, gesundheitliche und politische Bedenken. Die sittlichen Bedenken werden von allen beftärtgt, die Gelegenheit haben, in Hochschulstädten Beobachtungen zu machen. Berichterstatter erläutert sie näher durch Mittei- lung von Zahlen aus der amtlichen Kriminal- statistik. In gesundheitlicher Hinsicht wurde unter anderem darauf aufmerksam gemacht, daß die weitaus meisten Ausländer aus Gebieten stam­men, wo ein Impfzwang nicht durchgeführt ist. Daß namentlich die russischen Studenten sich bei uns ganz offen an umstürzlerischen Bestrebungen beteiligen und in anarchistischen und sozialdemo- kratischen Versammlungen das deutsche Gasttecht grob verletzen, ist allgemein bekannt. Erwägt man ferner, daß solche Leute häufig unseren deutschen Jünglingen die Plätze versperren, die Zeit der Lehrer und Hilfslehrer, toieberum zu Ungunsten der deutschen Sttidenten, oft in aus­giebigstem Maße in Anspruch nehmen, da sie nur mangelhaft deutsch verstehen, und daß jeder Stu- beut die deutschen Steuerzahler ein erkleckliches Stück Geld kostet, so wird man erkennen, daß eS höchste Zeit ist, dem Ausländerwesen durch geeig­nete Maßnahmen zu steuern. Die Erkenntnis dieser Notwendigkeit ist nun ziemlich allgemein. Ortsgruppen, ebenso der Haiwtvorstand des All- deutschen Verbandes, die Studentenschaft der Hochschulen, die fühlen, daß durch das Ausländer- wesen die Würde ihres Standes leidet, ferner zahlreiche technische Körperschaften sind wiederholt mit gut auSgearbeitenten Entschließungen an die Behörden herangetreten. Man hat aber bis jetzt

denkendes Mädchen. Verzichten Sie doch unter den herrschenden Umständen einstweilen auf die Besuche meiner Tochter. Ich habe ein Viellieb­chen an Sie verloren und erlaube mir, es heute einzulösen. Dieses mit einer Krone von Türkisen verzierte Kämmchen wird gut zu ihrem herrlich flimmernden Haar stehen."

Ach, wie entzückend!" rief Susanne, indem sie das Etui öffnete.

Sie zog den silbernen Pfeil aus ihrem Haar, das ihr nun wie rotgolbcne Schlangen über Schultern und Rücken fiel und befestigte das tier- gißmeinnichtblane Diadem in den schimmernden Haarwellen. Dazu mußte sie natürlich vor den großen Spiegel treten und ihre wunderhübsch ge­formten Arme erheben. Da plötzlich gewahrte sie in dem hohen goldumrahmten Glase noch ein zweites Bild dicht hinter dem ihrigen, sie begeg­nete zwei Augen, die heiß imb begehrend in die ihrigen tauchten.

Susanne, böse, süße Here, toie schön, wie ver- führerisch bist Du!" flüsterte der Baron mit vor ' Leidenschaft ersttckter Stimme und riß sie an seine Brust, ihren Mund mit brennenden Küssen bedeckend.

Sie schrie zornig auf, rang sich los, eilte in das nächste Zimmer und schob ben Riegel vor.

Wie in einem wild lodernden Flammenwirbel hineingetrieben hatte sich Dunois gefühlt, jetzt schien ein kalter Wasserstrahl die Glut jäh zu dämpfen. Vernunft und Ueberlegung kehrten wieder.

Fräulein Susanne," bat er, an die verschlaf- jene Türe tretenb, mit halblauter Stimme.Ver­zeihen Sie! Ich war eben von Sinnen und habe mich ganz unverantwortlich betragen. Es soll aber nie wieder geschehen. Oeffnen Sie doch! Mein Ehrenwort darauf, daß ich Ihr Vertrauen nicht mißbrauche. Oeffnen Sie! Ich kann nicht fort, ohne Ihre Verzeihung mttzunehmen."

nur einzelne Beschränkungen, aber keine allge-, meine und wirksame Bekämpfung desUebelstandel erzielt. Zum Schluffe stellte der Berichterstattei 8 Forbemngen auf, die bereits in denAlldeut scheu Blättern" Nr. 18 vom 6. Mai 1905 auf Sette 154 veröffentlicht und von der Vertrete» tagung des Rhein-Main-GaueS einstimmig ,utge­nommen wurden:

1. Deutsche Volksgenossen aus dem Ausland« genießen die Rechte der reichsdeuffchen Studie« renben;

2. Ausländer können an allen deutschen tech­nischen Hochschulen nur als Studierende auf ge­nommen werden;

3. hierzu bedürfen sie eines Zeugnisses, bal von den Ministerien als völlig gleichwertig mit ben Reifezeugnissen eines humanistischen Gtjmna« simus, eines Realgymnasiums, einer Oberreal­schule ober einer diesen Schulen für das technische Studium gleichgestellten Lehranstalt im deutschen Reiche anerkannt wurde;

4. dieses Zeugnis muß im Lande seiner Aus­stellung zum Studium an einer technischen Hoch­schule, oder falls keine solche vorhanden ist, a« einer Universität als Studierende berechtigen;

5. für Ausländer ist weiter Bedingung, daß in ihrem Heimatlande Angehörige des Deutsche» Reiches mit einem deutschen Reifezeugnisse zum Hochschulstudium als Studierende zugelaffen werden;

6. Ausländer können in den Zeichensälen, den technischen und chemischen Arbeitssälen erst 14 Tage nach Beginn des Unterrichts Plätze erhalten;

7. feder Ausländer hat als Unterrichtsgeld mindestens einen Preissatz zu zahlen, der dem auf ihn entfallenden Anteil an den Unterhaltungs­kosten der Hochschule und der Verzinsung del Anlagekapitals gleich ist. Auch hinsichtlich de« Prüsimgsgebühren ufto. sind für Ausländer ent­sprechend höhen. Anteile zu verlangen;

8. von- den Ausländern wird diejenige Reif« in der Beherrschung der beutfeben Sprache ver­langt, die zum erfolgreichen Betrieb des Stu­diums an einer deutschen Hochschule nötig ist;

9. die technischen Mittel- und Fachschulen sind staatlicher Beaufsichtigung zu unterstellen: hin­sichtlich der Aufnahme von Ausländern an solchen Anstalten sind Bestimmungen zu erlassen, die den für technische Hochschulen erlassenen Festsetzungen entsprechen.

Da bei den Behörden in neuerer Zeit uner­kennbar das Bestreben, unerwünschte Auslände« mehr und mehr abzustoßen, hervortrat, so darf man der Hoffnung Ausdruck geben, daß in ab­sehbarer Zeit auch diese Frage so gelöst fei« dürfte, toie es den gerechten* Erwartungen bef deutschen Volkes entspricht.

Der ruMch-jmmmsHe Krieq.

Aus der Mandschurei.

Wie der Berichterstatter desDaily Tele­graph" im japanischen Hauptquartier meldet, steht eine neue große Schlacht unmittel­bar bevor. Die Versuche der Ruffen, di» japanische Armee zu teilen, und die Offensiv-

Lange flehte er vergebens, dann wurde end. lich der Riegel zurückgeschoben und Susanne trat wieder ein. Man sah ihr an, daß sie geweint hatte.

Zürnen Sie nicht mehr," rief ihr der Frei- Herr entgegen.

Ich zürne nicht," erwiderte sieaber ein! ist mir jetzt vollkommen klar geworden."

Was denn?"

Daß ich Sie bitten muß, Ihre Besuche hi« einzustellen, Herr Baron."

Weil ich mich, zu einer Torheit hinreißen ließ, die ich aufrichtig bereue?"

Nein, deshalb nicht. Man gab mir aber z« verstehen nein, man sagte mir geradezu tnl Gesicht, baß Ihre häufigen. Besuche und bal Fernbleiben der Baronesse eine Deutung erfah­ren, die für mich keineswegs ehrenvoll ift"

Wer sagte das?"

Sie müssen verzeihen, wenn ich ben Name» verschweige."

Ist es etwa jener Mensch, den ich stets w der Nähe des Gutes antreffe?"

Und wenn er es wäre?" entgegnete Su- sänne, den Kopf trotzig zurückwerfenb.Müßt, ich ihm nicht dankbar sein, daß er den Mut hat, mir die Gefahr zu zeigen? Es machte mich stolz und glücklich, daß Sie gern auf Waldorf von- sprachen und sich hier wohl fühlten, ober do Fräulein von Dunois sich durchaus abweisend gegen mich verhält, so gebietet mir die Selbst­achtung, mich auch meinersetts zurückzuziehen. Ich habe eine so kränkende Behandlung nicht vev- bient und bin auch nicht gesonnen, sie zu dulden« Nehmen wir also heute Abschied, Herr Baron.*

'(Fortsetzung <!.)