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Verhält-
Jn den besitz meines hübschen Vermögens gelangt, bin iw gekommen, Sie zu fragen, ob —"
Frau werden wollen?"
zehn MeiKn im Umkreis wüßte gut gefallen könnte! Ein ganz
„Ob?"
„Sie meine „Ich?" „Keine auf ich, die mir so
dieses
Frank.
Geschichte nur in
Ter russtsch-japanische Krieg.
Tokio, 20. Juni. Die Erörterung über die geplante Zusammenkunft japanischer und russischer Bevollmächtigter dauern fort. Alle Mitteilungen geschehen durch die Vermittelung Washingtons. Es sprechen Anzeichen dafür, daß die Regelung aller Einzelheiten dieser Zusammenkunft bald eine vollständige sein wird. Zwischen dem Rate der alten Staatsmänner und den Ministern fand eine Reihe von Be» sprechungen statt, die sich mit der Frage der Friedensbedingungen und mit der Auswahl der Bevollmächtigten beschäftigten. Man glaubt, daß es möglich sein wird, alles so zeitig zu regeln, daß die Bevollmächtigten mit dem zur Erfüllung ihrer Aufgabe notwendigen Stabe von Hilfsbeamten, im ganzen etwa 12 Personen, am 30. ds. Mts. mit dem Dampfer „Empreß of Jndia" ihre Abreise nach Washington antreten können.
Inzwischen nimmt die militärische Tätigkeit lebhaften Fortgang. Wichtige Vorgänge werden auf allen Teilen des Kriegsschauplatzes in Kürze erwartet. »Echo de Varis' berichtet aus Petersburg, die Schlacht scheine auf der ganzen Linie im Gange zu sein. Die Russen seien weit zurückgegangen. Amtliche Telegramme scheinen besagen zu wollen, daß es sich nur um Vorpostengefechte handle, beide Flügel Line- witsch's seien zurückzeschlagen und seine rechte Flanke mußte bis nach Tfisanpu, 40 Kilometer weit zurückgehen. Man glaubt, daß Lenewitsch sich augenblicklich auf seine Verteidigungsstellen konzentriere, wo er hartnäckigen Widerstand leisten will.
Major Pamagata, der Schn de- japanische« Kriegsministers, ist von Berlin kommend, in Marseille eingetroffen und von ihm verzeichnet die „Patrie', deren Berichterstatter von dem beim Uebergange über den Prlu verwundeten Offizier» empfangen wurde, einige bemerkenswerte Aeußv rungen. Major Pamagata erzählte: Ich bi, in Berlin von dem Fürsten Bülow empfangen worden und habe eine lange Unterredung mit dem Kaiser Wilhelm gehabt. Aber die Mission, mit der ich betraut bin, hat mit den gegenwärtigen Ereigniffen nicht« zu tun. Ich bi» nach Europa entsandt worden, um mit Großindustriellen wegen Waffen- und Kriegs» munitionSankäufen zu verhandeln. Ich hab« Kontrakte bezüglich der Herstellung voa 150 000 Schnellfeuergewehren und 600 Krupp- Kanonen unterzeichnet. Wir wünschen durchaus nicht eine Fortsetzung des Krieges, sonder« sehnen unS vielleicht noch mehr als Rußland nach dem Frieden. Mit größter Freude habe» wir die Vermittlungen deS Präsidenten Roosevelt angenommen. Aber wir halten absolut darauf, daß Rußland alle oder fast alle Bedingungen annimmt, die wir ihm auferlege» werden, und Sie können glauben, daß dieft Bedingungen durchaus nicht unmäßige find. Auf keinen Fall find es die, die in den Zeitungen veröffentlicht werden. Wenn Rußland sie nicht annimmt, so werden wir den Krieg eben fortführen. Wir find weit davon entfernt, erschöpft zu fein, und können mit Aussicht auf weiter» Erfolge den Kampf fortsetzen, und dieser Kampf wird dann ohne Gnade und Barmherzigkeit sein.'
allmählicher Entwicklungsvorgünge. an denen Generationen beteiligt sind, in seinen Motiven und psychologischen Zusammenhängen schwer,zu fasten und darum schließlich scheinbar unvermittelt _ und überraschend als fertige Tatsache in die Erscheinung tretend, — das ist es, was eigentlich, was wahrhaft Geschichte macht, das ist es, was der historischen Physiognomie der Zeitalter ihr Ge- präge aufdrückt. Mit einem Wort: neben der Geschichte der „Ereignisse" gibt es eine Geschichte der „Wandlungen" im Leben der Völker und diese ist für den denkenden Beobachter nicht mm- der lehrreich als jene.
ist unser eigenes Urteil auch ruhiger geworden, seit wir auf siegreichen Schlachtfeldern unsere, alte Rechnung mit dem Nachbarn haben begleichen dürfen, — wie blutig hat uns dieser dafür im letzten Menschenalter unsere Erfolae von damals mit grenzenlosem Haß und systematischer Verbitterung heimgezahlt. Die euroväische Politik seit dem Jahre 1870 hat sich — sehr zum Scha- den beider Länder — geradezu auf den französisch-deutschen Gegensatz eingestellt, mit ihm als mit einer konstanten Größe rechnen, dürfen. Tieferblickende freilich haben schon seit einem Dutzend Jahre leise Wandlungen in dem 23er- hältnis der öffentlichen Meinung Frankreichs uns gegenüber beobachtet: ein Abflauen des Hasses, eine ruhigere Auffassung, vor allem ein Bedürfnis uns kennen zu lernen und zu studieren, wie es früher unerhört war. Sie stellten fest, daß bei der Dreyfus Affäre das Moment „des Deutschen- Hasses mir mehr eine verhältnismäßig nebensächliche, fast nur zufällige Rolle spielte und daß auch in den Tagen, wo das russisch-französische, Bündnis in Frankreich populär war und Varis dem Kaiser Nikolaus zujubelte, von einer, antideutschen Erregung des Volkes nirgendwo in Frankreich auch nur die leiseste Spur zu entdecken war. Aber unsere öffentliche Meinung ist an solchen Erscheinungen bisher achtlos vorübergegangen, für -sie war bis zum heutigen Tage Frankreich das Land des Chauvinismus und des Rachegedankens geblieben!.
Diese Auffassung hak die neueste Wendung der Dinge Lügen gestraft. An einem weithin sichtbaren Beispiel, in einem Talle, dec seine Eigenliebe auf das stärkste in Mitleidenschaft zog und so recht geeignet war einen Ausbruch deS gallischen Temperamentes zu entladen, hat das französische Volk unmißverständlich zum Ausdruck gebracht, daß es Frieden mit Deutschland haben will und nicht den Krieg. Es hat sich geweigert die gegen Deutschland gerichtete Politik seines Ministers mitznmachen, es hat gegen ihn Partei ergriffen. Man kann allerdings sagen, daß
„Es fällt mir gar nicht ein, Ihre Geduld der- artig zu prüfen. Meine Antwort haben Sie bereits." i .
„Eine sehr rasch gegebene."
„Daraus ist zu ersehen, daß ich mit mir tm Reinen bin." —
„Sagen Sie das nicht! Gönnen Sie mir den Schimmer einer Hoffnung."
„Es ist nicht meine Art, jemanden irre zu führen. Ich wünsche Ihnen viel Glück, aber mit uns beiden wird es nichts. Ich tauge nichts zur simplen Hausfrau, Herr Stupp."
„Was wollen Sie denn sonst werden? Eine große Dame etwa?"
„Ich brauche mich nicht von Ihnen ausforschen zu lassen."
„Nein — aber unter Umständen ist es gut, wenn man sich sagen darf: Auf den kannst Du rechnen! Der ist Dir mit Leib und Seele „ergeben. — Erinnern Sie sich bitte daran, Fräulein, wenn ein Sturmwind Ihre Lustschlösser umblasen sollte."
„Luftfschlösser? Solche pflege ich mir nicht zu bauen, ich muß überall festen Boden fühlen. Aber wo ich den gefaßt habe, da verteidige ich auch meine Pofiston Zoll für Zoll, und da ver- drängt mich keiner. Adieu, Herr Stupp. Ist es Ihnen recht, so können wir gute Freunde bler- ben. Mit Ihrer Hand aber müßen Sie schon eine andere beglücken."
„Ist das Ihr letztes Wort?«
„Mein letztes!"
^Und wenn ich Ihnen sage, daß Sie aus dem leichtfertigen Menschen einen guten und ehren- werten machen könnten?"
„Was kümmert das mich? Ich bin ferne Missionärs ir, die es als ihre Aufgabe betrachtet, Sünder zu bekehren."
„Wenn ich Ihnen aber sage, daß mich baS Zerstören meiner teuersten Hoffnungen auf dir
anderer Mensch wollte ich werden, wenn Sie „ja" sagen würden."
„Tut mir leid. Ich sage aber nein!"
„Weisen Sie mich nicht so kurz ab, Fräiflein Susanne. Ich kann jetzt eine sorgenfreie Zukunft bieten."
„Nahrungssorgen würden mich selbst dann nicht quälen, wenn ich unvermählt bleiben sollte. Ich bin des Onkels Erbin."
„Das weiß ich wohl, aber, Fräulein Susanne, so liebt Sie keiner mehr auf der Welt. Ich war ein leichtsinniger Geselle, doch wenn ich Sie mein nennen dürfte, so hätte ich keinen Wunsch mehr. Dann wollte ich auf nichts weiter sinnen, als Ihnen das Leben an meiner Seite so schön und froh als möglich zu machen. Glauben Sie mir doch!"
„Gott ja, weshalb denn nicht? Aber der- mutlich verstehe ich unter Freude und Glück etwas anderes, als Sie mir zu bieten imstande sind."
„Und wer bietet Ihnen denn mehr? Die Besuche und Dlumenspenden 'des Barons bringen Sie doch höchstens ins Gerede. Man spricht viel darüber, Fräulein Susanne. Lasten Sie sich iixirnen."
„Gute Lehren nehme ich von niemandem an — von Ihnen- am wenigsten!" fuhr sie heftig auf. „Ich gebe auch nichts auf albernes Geschwätz."
„9$d) ebenso wenig. Würde ich sonst um Ihre Hand bitten? Nicht jetzt gleich sollen Sie mir antworten. Ich will geduldig warten, tvochen-, monatelang, wenn es jein muß."
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag- Joh. Ang. Koch, UniversitätS-Buchdruckerei 40. Jllhkg, Marburg, Markt 21, — Telephon 55.
Deutschland und Frankreich.
Die großen sinnfälligen geschichtlichen Ereignisse, an denen das Dnrchschnittsbewußtsein zu haften pflegt, sie sind es nicht allein, ja vielleicht nicht einmal in erster Linie, die den Gang der Geschichte entscheidend bestimmen. Was sich dagegen im Stillen vollzieht, langsam und Schritt für Schritt, von den Kurz
sichtigen übersehen, von den Vorurteilsvollen bestritten, nur von wenigen in seiner Bedeutung gewürdigt, nicht das Werk einselner, nicht das Schlagwort der Massen, sondern das Ergebnis
Marburg
Donnerstag, 22. Juni 1905.
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham
Sonntagsbeilage: Jllustrirtes Sonntagsblatt. —_____
iS Nachdruck verboten.)
Schatten der Vergangenheit.
Roman von C o r o n Y.
(irortsetzniig.)
: Eine finstere Falte zeigte sich zwischen Stupps Brauen, als er höbnifch erwiderte:
„Dunois scheint ja seine Ansichten gänzlich -geändert zu haben. Wenn das gute Wetter nur lange anhält! Bei vornehmen Herren heißt os: heute so und morgen wieder anders.«
„Machen Sie sich keine Sorge deshalb, Herr Stupp," antwortete sie schnippisch. „Wir haben uns nicht wie gewisfe Leute," ihre Hand wies nach der Fabrik, „heran gedrängt und die Entgegenkommenden gespielt. Wir sind vielmehr den Herrschaften ausgttvichen. Der Baron suchte inn§ auf, fühlte sich wohl hier und lud mich und den Onkel dringend nach Horbell ein; wefl er mich mit seiner Tochter bekannt zu machen wünschte.«
„So? Und fanden Sie bei dem hochmütigen Edelfräulein auch eine liebenswürdige Aufnahme?'^
„O ja! Ich sehe ihrem Gegenbesuch demnächst entgegen."
„soll mich Wundern, wenn Sie nicht vergebens «.Hirten."
Eine Blutwelle färbte Susannes Wangen.
„Victoria kommt! Dessen bin ich sicher! Ihnen kann es ja übrigens ganz einerlei sein.«
„Ist mir auch einerlei. Nicht, um von der fteiherrlichen Familie zu reden, bin ich d< Fräu- jein Susanne — nur ein Paar Minuten -önnen Sie mir noch.«
„Also gut! Aber nochmals: fasse« Sie sich lurz." _
Es soll geschehen! Fräulein Susanne--"
-Ja, ja, so heiße ich! Nur weiter, Wester!"
Eine solche historische Wandlung vollzieht sich vor unseren Augen in Frankreich in dem «^-au. nis der öffentlichen Meinung
Landes gegenüber Deutschland, reich und Deutschland — die
Europas kennt sie seit Jahrhunderten feindlichen Beziehungen. Dieienioen unter uns, deren Jugend über das Jahr 1870 zurückreicht, sind selber noch aufgewachsen unter dem Banne des Wortes vom „französischen Erbfeind". Und
Delcassä fallen mußte, weil die allgemeinen Politischen Voraussetzungen seiner Politik durch die Katastrophe Rußlands in Ostasien hinfällig wur- den und wird damst für die entscheidenden Er- Wägungen im .französischen Minnterrate auch zweifelsohne das Richtige treffen. Aber, man erklärt damst nicht, daß die öffentliche Meinung, die nie und nirgends und ganz gewiß nicht in Frankreich politischen Reflexionen, sondern un- msttelbaren Gefüh'lsimpulsen folgt, nicht Partei für den Mann ergriff, gegen dessen Politik b*r deutsche Kaiser einen so scharf prononcierten Widerspruch erhoben hatte. Es ist sicher, daß dieser Einspruch der öffentlichen Meinung den Minister auch jetzt noch gehalten haben würde. Daß er ausblieb, daß sich nachträglich auch keine Stimme für den Gestürzten erbebt, das ist eben das Entscheidende. Denn es zeigt, daß Frankreich sich lossagt von der alten Politik der Revanche, die in Delcastä einen ihrer geschicktesten und gefährlichsten Vertreter besaß, daß es sein Verhältnis zu Deutschland auf eine neue Basis stellen will. Und diese Wand, lung eröffnet einen neuen Ausblick in die Zukunft der beiden Länder Europas überhaupt, der zu den kühnsten Hoffnungen Anlaß gibt. B.
Deutsches Reich.
Berlin, 21. Juni.
- Seine Majestät der Kaiser ging geller« Dienstag vormittag in K u r h a v e n an Bord d« Yacht .Meteor', um persönlich an der Segelwettsahrt des Norddeutschen Reoatiavereins aus der Unteretbe teilzunehmen. Der Kaiser ging mit dem .Meteor um 6 Uhr 40 abends durchs Ziel. Abends nahm der Monarch an dem Festesten aus dem Dampfer .Blücher' teil. ,
— Dos Kronprinzenpaar ist gestern nach- mittag 5*1. Uhr von Hubertusstock kommend i« Potsdam cingetrosten. Dom Bahnhof aus erfolg« der feierliche Einzug in die Stadt. Borde« mit sechs Pferden ä la Daamont bespannten Wagen ritt die Schlächterinnunq. Auf dem Wege bis zu« Rathaus bildeten Vereine, Gewerke und Schulkinder Spalier. Aus die Begrüßungsansprache des Obev- bürgermeisters Jähne dankte der Kronprinz herzlich^ Daraus wurde die Fahrt nach dem Marmorpalat» unter Hochrufen des Publikums fortgesetzt. Dom Fortunaportal des Stadtschlostes bis zum Reum Garten waren sämtliche Truppen der Garnison aus> gestellt. Als das hohe Paar im Marmorpalais em» traf, wo es vom Hofmarschall v. Trotha empfangen wurde, wurde aus der nahe gelegenen Matrosenstatto» Salut abgegeben. Die Kaiserin traf um 6 Uhr ue Marmorvalais rin. ,, , .
- Ein Wohlfahrtsausschuß für de» Eisenbahnbetrieb, das ist die neueste Tat de, VerkehrsministerS v. Budde aus dem Gebiete der Für- sorge für die ihm unterstellten Arbeiter und kleine«
Bahn des Verbrechens drängen, zu einem gänfr sich Verlorenen stempeln würde?" -
„Je nun, das sollte mir leid tun, aber die Verantwortung fiele doch wahrhaftig Nicht auf mich zurück. Sie sin-d Wer, als ich, und er» Mann, also mir, dem Weibe, doppelt überlegen. Fehll Ihnen jede Gewalt über sich selbst — dann desto schlimmer für Sie!" *
„Aber, wenn Sie selbst von Ihren Erwartm». gen getäuscht werden?"
„Das dürfte mir schwerlich passterew <sr Ihnen denn überhaupt bekannt, was tcb vor der Zukunft hoffe und begehre?" .__
„Das glaube ich wohl zu erraten. SBenn auch das Ziel Ihres Ehrgeizes erreichen wurden, Fräulein Susanne, gingen Sie denn nicht trotz allen Glanzes einer fläglichen Eristeirz an der Seite des jähzornigen, nervenkranken Mann« entgegen? Würden seine Verwandten mcht be- ständig bemüht sein. Ihnen die emvfmdsichsien Demütigungen zuzufügen und den festen GruaL unter ihren Füßen zu untergraben? Wie mau den Baron fchfldert, ist er viel zu sehr m Vorurteilen befangen, um eine Mesalliance JM
„Wer sagt Ihnen denn, daß davon überhaupt die Rede ist? Sie kamen doch wohl, um von Ihren Angelegenheiten zu reden? Die meinige« lassen wir lieber aus dem Spiele. Bedauere, nicht mehr Zeit zur Verfügung zu haben. Verzeihen Sie, wenn ich mich zurückziehe.
Sie hob die Schleppe der blauen Sammetroo» auf, sodaß man den Saum eines schwerse^-m, Unterkleides sah,, unS rauschte mft nachlasitge« Gruß aus dem Zimmer.
Minutenlang starrte Stupp noch auf bte hinter welcher sie verschwunden war. Dann schlug er sich mit der geballten Faust vor bte Stirne und stürmte ins Freie. , , . „ -f
^Fortsetzung folgt.? 1
Neueste Telegramme.
Berlin 21. Juni. Die Kommission deS Herrenhauses hat die e ftscheidende Bestimmung )es Bergarbeiterschutzgesetzes, nämlich die über )ie Arbeiterausschüsse nach längerer Debatte unverändert in der Form der Beschlüsse dek Abgeordnetenhauses mit 11 gegen 7 Stimmen angenommen.
Berlin, 20. Juni. Nach Mitteilung des Kriegsministeriums über die Fahrt der Trnppen- iransportschiffe ist der Dampfer .Sylvia" mit -cm Ablösungstransport für die ostasiatische Lesatzungsbrigade aus der Ausreise am 19. Juni wohlbehalten in Port Said eingetroffen imd am 20. weitergegangen.
Berlin, 21. Juni. Weitere Truppentransporte in das südwestafrikanische Ausstandsgebiet sind für die nächste Zeit nicht in Aussicht genommen.
Köln, 20. Juni. Die Beerdigung des Gouverneurs a. D. Majors v. Wißmann erfolgte heute Nachmittag 3Vz Uhr unter außer- -rdentlich zahlreicher Beteiligung von dem Hause oer Schwiegermutter des Verstorbenen Frau Kommerzienrat Langen aus. Die Leichenparade stellte ein halbes Bataillon des Infanterieregimentes Nr. 65 mit der RegimentSmnfik. Dem Leichenwagen voraus schritten die Mitglieder des Vereins der Schutztruppenangehörigen mit Fahne aus Berlin, ein Offizier der Schutzsruppe mit den Orden des Verewigten und ein reitender Feldjäger mit dem Kranze des Kaisers.
Zittau, 20. Juni. Der hier stattfindende Perbandstag sächsischer Gastwirte beschloß mit siebzig gegen vierzig Stimmen den korporativen Anschluß an die sogenannte deutsche Mittelstandsvereinigung.
Wie», 20. Juni. Der Schah von Persien perließ heute Vormittag Wien, um sich zum Kurgebrauch nach Contrexöoille zu begeben. Der Kaiser gab ihm das Geleit bis zum West- tahnhof.
Brüssel, 20. Juni. Die Ratifikationen deS Zusatzvertrages zu dem deutsch-belgischen Handelsvertrag wurden heute zwischen dem Münster les Aeußeren Favereau und dem deutschen Gesandten Grafen Wallwitz ausgetauscht.
Vierteljährlicher Bezugspreis: bet ver ExpÄition 2 Mk, T*-'* 4AA bet allyt Postämtern 2,25 Mk. <ejcl. Bestellgeld).
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