und Kirchhain.
M 141
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Zweites Blatt
'SuMDrud berboten.),
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mich revanchieren."
Bedingungen in Umrissen bekannt sind und Annahme gefunden haben, nämlich eine KriegS- entschädrgung von 2 bis 4 Milliarden Mar^ Erwerb von Korea und Liautung mit Port Arthur, Rückgabe der Mandschurei an China und eine japanische oder internationale Kontrolle der mandschurischen Bahn.
Der russisch-japanische Krieg.
Petersburg, 16. Juni. General Lene- witsch telegraphiert an den Kaiser vom 15. Juni: Am 11. Juni ging eine Abteilung in der Richtung auf Vanhegow und JulantSzi vor und führte eine Umgehungsbewegung, aus, durch welche sie den Feind zwang, sich bis zum Dorfe Onfanlou zurückzuziehen. Sie verbrannte die Vorräte in Julantszi. Eine andere Abteilung zog am 12. Juni in dem Tal des Tsinho bis zu dem Dorf Valungow und trieb die Vorhut des Feindes zurück. Am 12. Juni besetzte unsere Kavallerie das Dorf Nanshantchanzi und drängte den Feind etwas nordwärts.
Petersburg, 16. Juni. Der Kriegs- korrespondent der „Rußj" meldet aus Gund- schuling vom 13. Juni: Gegenüber den Positionen unseres linken Flügels haben die Japaner nach mehrfachen Attacken Aaßdhlin eingenommen. Auf den Höhen des nördlichen Kaocheflusses längs der Dorflinie Mantschcndzh-Senschu-Genen- Punkten find starke feindliche Truppen konzentriert. Täglich wird die Offensive der japanischen Armee erwartet.
Washington, 16. Juni. Präsident Roosevelt sucht einen Waffenstillstand herbeizuführen, jedoch ist die Ansicht verbreitet, daß vor dem Zusammentreten der Bevollmächtigten eine weitere Schlacht geschlagen werde.
Tokio, 16. Juni. In diplomatischen Kreisen Tokios hegt man im allgemeinen die gute Zuversicht auf das Gelingen des Friedenswerkes. An einzelnen sonst unterrichteten Stellen glaubt man allerdings immer noch, die russische Regierung wolle nur die Volksstimmung im eigenen Lande, die dem Kriege durchaus abgeneigt ist, beschwichtigen und dann später erklären, Japans Bedingungen seien zu hoch geschraubt, so daß der Krieg fortgesetzt werden müsse.
Newhork, 16. Juni. Aus Washington wird gemeldet, daß Rußland die japanischen
wiesene Wohlwollen. Herzog Johann Albrecht zollte unter Beifall aller Anwesenden dem Gouverneur für die Tätigkeit im fernen Osten lebhafte Anerkennung. Die Versammlung dankte dem Herzog für die ausgezeichnete Leitung der Tagung, worauf dieser unter Worten des Dankes für die treue Mitarbeit die diesjährige Tagung schloß. Für den nachmittag waren die Teilnehmer an der Tagung von Frau Krupp zu einer Festlichkeit auf der Villa Hügel geladen.
Deutsche Kolonialgesellschast.
liebet den gestrigen Schlußtag der diesjährigen Hauptversammlung wird unS aus Esten noch berichtet: In der Vormittagssitzung beschäftigte man sich eingehend mit der Erörterung der Besiedelungsfrage für Deutsch- Südwestafrika. Die Versammlung sprach sich dahin aus, daß gerade diesem Gebiete die dollste Aufmerksamkeit geschenkt werden müffe, daß es aber nicht ratsam erscheine, bevor der Aufstand im Schutzgebiete ganz niedergeschlagen sei, weitergchende Maßnahmen in der Besiedelungsfrage zu treffen. Sobald die Lage einigermaßen geklärt sei, solle eine kräftige Besiedelungspolitik betrieben werden. Ein Antrag, sür die Besiedelung Deutsch-Südwestafrikas einzutreten, und zwar durch Wort, Schrift, sowie durch Aufstellung eines Planes für Vorbereitung «nd Durchführung der Besiedelungstätigkeit, besten Ausführung bei der Kolonialverwaltung anzuregen sei, und sür dieses Vorgehen einen Sonderausschuß einzusetzen, wurde dem Ver- waltungsrat für die Wohlfahrtslotterie als Material sür die Verwendung der für Deutsch- SüdwHwestafrika bestimmten zwei Millionen Mark aus den Erträgnissen der Lotterie mit der Maßgabe überwiesen, daß der Verwaltungsrat gebeten wird, für die Vorbereitung der Angelegenheit eine Kommission einzusetzen.
Eine lebhafte Erörterung rief der Antrag der Abteilung Bremen hervor, der eine Beteiligung von Kolonialinteressenten an der Verwaltung unserer Kolonien wünscht. Die Versammlung nahm mit großer Majorität eine Resolution an, worin der Ausschuß beauftragt wird, im Sinne des Antrags bei dem Reichstag und der Kolonialabteilung deS Auswärtigen Amtes vorstellig zu werden, indem sie der Hoffnung Ausdruck gibt, daß es den vereinten Bemühungen der Kolonialabteilung der Gouverneure, Ansiedler und Interessenten gelingen werde, diejenigen Maßregeln zu finden, die. zu einer wirkungsvolleren Vertretung der europäischen Bevölkerung in den Gouvernements- Beiräten der Ansiedlerkolonien bezw. der Interessenten in der Handels- und Plantagenkolonien führen können.
Der Präsident machte sodann Mitteilung vom Ableben Wißmanns, dessen Andenken die Versammlung durch Erheben von den Sitzen ehrte. Nach Erledigung geschäftlicher Angelegenheiten dankte Gouverneur Truppel der Kolonialgesellschaft und dem Präsidenten für das den Kolonien, besonders Kiautschou, be-
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„Das wird sich finden."
Auf einen erneuten Blick verschwand der Gärtner aus dem Zimmer.
„Also Du ließest Dir wirklich entfallen, nur entgegen zu handeln?" wandte sich Dunois an seine Tochter.
„Ich tonnte unmöglich glauben, daß Du an dem heutigen Gedenktaae die schönsten Blmven der Nichte Deines Gutspächters schicken wolltest.
„Sprich nicht mit so viel gerinaschätzender Mene von ihr!" brauste Dunois aus. .„Jnbezug auf Liebenswürdigkeit könntest Du Dir diese» Mädchen recht wohl zum Vorbild nehmen."
„Verzeih, wenn ich ihr Beispiel nicht nachahmenswert finde, sondern andere Begriffe von weiblicher Anmut und weiblichem ZartgefiW habe."
„Eine Salondame, die jedes Wort abwägt und jede Bewegung einstudiert, ist sie allerdings ntoit. Frische und Ursprünglichkeit sind aber auch nicht zu unterschätzen." .
„Da hast Du vollkommen reast, und ich Ware die letzte, dieser Behauptung zu widersprechen. Es gibt nichts, holderes, als volle Natürlichkeit und echten Frohsiinn, aber gerade diese Eigenschaften fehlen Fräulein Heller." .
„Meinst Du?" bemerkte er ironisch.
„Ja, Papa!"
„Bist Du ihr schon nahe genug getreten, um diese Behauptung bekräfttgen zu können?"
„Ich trat ihr weder bis jetzt nahe, noch wünsche ich es in Zukunst zu tun."
„Es wäre indes möglich, daß Du da» müßtest." •
„Müßte, Papa?"
„Jawohl. Ich gedenke Hellers von letzt a« bei uns zu empfangen. Was dem Fabrikdirektor Walter zugestanden wurde, darf auch dem GutS- pächter nicht länger vorenthalten werden, habe manchen Abend bei ihm zugebrocht und muh
Deutsche Kolonien.
Südwestafrika. In Berlin ist gestern, 16. d. M. folgende amtliche Meldung eingegangen: Der Hererokapitän Andreas war von den Komasbergen nach dem Tal des Kuiseb gezogen, um da» englische Walfischbaigebiet zu erreichen. Der Weg dorthin wurde ihm durch Etappentruppen ver- sperrt und am 12. Mai ist er, gleichfalls vor, Etappentruppen, bei Hudaob geschlagen worden. Als er sich nun nach Norden wandte, warf ihn Haupünann Blume am 27. Mai im Geseiht bei Goagas nach Süden zurück. Voraussichtlich in dem Bestreben, sich mit Hendrik Witboi z« vereinigen, wich Andreas jetzt nach Hoornkrans, 76 Kilometer westlich von Rehboth, aus. Als am 7. Juni seine Leute bei ChamassiS, 25 Kilometer südwestlich v.n Rehoboth, Vieh raubten, gingen von den Etappentruppen sofort drei Offizier»« Patrouillen zur Verfolgung vor, nämlich Geld- nant S'"bel von Rehoboth, Hauptmann Wumch
Wortsetzung folgt.) j
Der Preußische Rektorenverein hielt, wie uns aus Berlin gemeldet wird, am 13. und 14. Juni dort seine 6. Generalver- sammlung ab. Vor 10 Jahren mit 350 Mitgliedern ins Leben gerufen, zählt derselbe gegenwärtig gegen 2000 Mitglieder, umfaßt alle Provinzen der Monarchie und gliedert sich in Provinzial- und Bezirksvereine. Aus den Berichten der einzelnen Delegierten ging hervor, daß der Verein nach jeder Richtung hin recht erfreuliche Erfolge zu verzeichnen hat. Mit den Lehrervereinen suchte er ein friedliches Neben- und Miteinanderarbeiten zum Segen der Schule.
Stadtschulrat Dr. Sickinger aus Mannheim sprach über das Thema: „lieber naturgemäße Klassen - Organisation größerer Volksschulkörper im allgemeinen und über die Mannheimer Volksschulreform im besonderen." Zur Orientierung über die Tendenz des Vortrages diene die folgende letzte der Thesen:
„Als erster Versuch, die geforderte Individualisierung des Massenunterrichts innerhalb eines großen Schulkörpers konsequent durchzuführen und dadurch im Gegensatz zu dem bisherigen naturwidrigen Prinzip „jedem dasselbe" der naturgemäßen Forderung „jedem das Seine" Geltung zu verschaffen, ist bie an der Mannheimer achtstufigen Volksschule ins Werk gesetzte Differenzierung des Unterrichtsbetriebes in der Breitengliederung des Schulkörpers durch Unterscheidung von Hauptklassen, Förderklassen und Hilfsklaffen zu betrachten."
Nach längerer Besprechung wurde dann folgender Beschluß angenommen: „Die 6. Generalversammlung des Preußischen Rektorenvereins nimmt mit großem Interesse von den Ausführungen des Herrn Stadtschulrats Prof. Dr. Sickinger über naturgemäße Klassenorganisation größerer Volksschulkörper int allgemeinen und über die Mannheimer Volksschulreform im besonderen Kenntnis. Sie stimmt den Grundzügen seiner Darlegungen im ersten Teile seines Vortrages zu und empfiehlt bett. des zweiten Teiles den Schulgemeinden, die Mannheimer Schuloraanisation durch geeignete Abgesandte
Marburg
Sonntag, 18. Juni 1905.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und «erlag- Joh. Aug. Koch, UmvefittätS-Buchbruckerei 40. JlMA Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
Grab meiner Mutter. Nun — hörten Sie nicht? Was bedeutet dieses Zögern?" *
„Ich will schnell erst 'mal bei dem Herrn Baron anfragen." * 1 0 ■
„Für jeden ton mir erteilten Befehl über- nehme ich auch die Verantwortung! Es hat vorhin erst halb zehn Uhr geschlagen. In einer halben Stunde kann der Kranz fertig sein. Gehen Sie sofort an die Arbeit. Die Blumen wähle ich selbst."
Hartmann gehorchte. In dem Glashause hin- und herschreitend, bezeichnete Victoria, was abge- schnitten werden sollte. Nur hinsichtlich der Rosen und Myrthenzweige wagte der Gärtner nochmals Einwendungen zu erbeben, verstummte aber sofort vor dem zürnenden Blick der Baronesse. . Ein herrlicher Kranz wurde gewunden und mit den langen, goldgestickten Bändern geschmückt.
Dann trug ihn Victoria selbst in die Grcck- kavelle und verrichtete, auf den Marmorsliesen knieend, ein inbrünstiges Gebet, dessen heißestes Flehen immer nur lautete: „O Gott, laß mich erfahren, ob ein unglücklicher Zufall — oder ob etne verruchte Tat ihren Tod verschuldete! Mutter, wenn Du von Himmelshöhen noch auf unsere armselige Welt herab zu blicken vermagst, so gib
ln.’r, Antwort auf meine quälenden Zweifel. Bestätige sie entweder oder befreie mich von dem entsetzlichen Verdacht, den ich meinem Vater auf den Kuieen abbitten müßte und würde. Hilf mir, denn ich — sch weiß nicht mehr, was ich glauben soll." '
"15. Kapitel.
Als die Baronesse in das Haus zurückkehrte und durch den Korridor der ersten Etage ging, vernahm sie die scheltende Stimme ihres Vaters und die schüchterne, kaum verständliche Gegenrede des Gärtners Hartmann.
Wenn ich sage: dies und' §aI geschieht, so hat geschehen!" donnerte der Bakon.
- ».Ja — wenn aber das gnädige Fräulein —*
Schatten der Vergangenheit.
Roman von B. C o r o n Y.
, (Sorijcgtmg.)
• „So?" sagte sie. „Papa hat bereits über diesen reichen Blumenflor verfügt? Das ist etwas anderes. Und wann wird der Kranz ge« wunden?"
„Mir ist noch nichts befohlen."
„Nicht? Ah, ganz recht! Papa hatte mir ja schon vor einigen Wochen die Sorge dafür übertragen. Ich vergaß — doch das läßt sich nachholen. Binden Sie also sofort einen großen, farbenreichen Kranz für die Gruft meiner Mutter."
„Sobald das Füllhorn —"
„Nein! Noch ehe das Füllhorn fertig ist."
„Gnädigste Baronesse verzeihen, aber der Josef soll es spätestens um zehn Uhr nach Waldorf tragen."
„Nach Waldorf? Ja, ja! Erfüllen Sie nur Papas Auftrag, aber auch den meinigen. Jene prächtig aufgeblühten Stofen befestigen Sie oberhalb der Schleife."
„Der gnädige Herr hat mir befohlen, btefe Rosen für das Füllhorn zu verwenden und die schönsten dunkelvoiletten Veilcheir darum zu gruppieren."
„Dann nehmen Sie diese blühenden Mprthen- zweige."
„Die sollen ja eben, dicht aneutanber gereiht, die Rosen und Veilchen umschließen."
„Was bleibt denn für den Kranz?"
„Hm — nicht viel."
" „Das Treibhaus ist ja förmlich geplündert, wie ich sehe." ,, ,
; „Weil täglich große Sträuße zu binden waren. Was der Herr Baron befiehlt, muß doch geschehen."
' „Natürlich! Aber Sie lwbeii Jyren Herrn ßedenfalls mißverstanden. Die Rosen und die ; Mvrtbenbliiten beanspruche ich fiir mich, für das
an Ort und Stelle prüfen zu lassen und eigene Versuche mit derselben anzustellen."
Daraus sprach Rektor Eckardt - Groß- Salze über das Thema: „Die Stellung des Rektors zur Schuldeputation. Hierzu wurde der Beschluß gefaßt: „In Erwägung, daß der Rektor aus Grund seiner Vorbildung und seiner ganzen amtlichen Tätigkeit mit allen inneren und äußeren Angelegenheiten des Schul- und Erziehungswesens wohl vertraut ist, erscheint er durchaus berufen, ständiges und stimmberechtigtes Mitglied der Schuldeputation zu sein. Der Vorstand wird beauftragt, im Sinne obiger Thesen beim Herrn Minister vorstellig zu werden."
mit dem Kreisblatt für die Kreise M<
Sonntagsbeilage: Jttnstrirtes Sonntagsblatt
„Wer befiehlt hier und wem haben die Diener zu gehorchen?"
„Natürlich dem gnädigen Herrn."
„Nun also! Waren meine Verfügungen hm- sichtlich der Rosen und Myrrhen nickt getroffen?"
' „Ja, aber das gnädige Fräulein —"
„Ich will Euch etwas sagen: — Ihr seid bei mir im Dienst gewesen! Sucht Euch eine andere Stelle!"
„Seit zwanzig Jahren habe ich dem gnäbtgett Herrn treu gedient."
„Was nutzt mir das, wenn Ihr es jetzt nicht mehr tut?"
„Die gnädige Baronesse bestand auf ihren Willen, die Rosen und Myrthen für den Kranz zu verwenden, sie behauptete, als ich mich zu gehorchen weigerte, ich müsse den Herrn Baron falsch verstanden haben."
„Wißt, wofür ich Euch halte, Hartmann?"
„Nein, gnädiger Herr!"
„Für einen ganz unverschämten Lügner!"
„Gnädiger Herr!"
„Dergleichen hat sich meine Tochter nicht erlaubt! Wahrscheinlich kam sie ins Treibhaus, die Rosen und die blühenden Myrthenzweige gefielen ihr und da befahl sie Euch, dieselben abzuschneiden und Ihr habt es ohne weiteres getan, well Euer Gedächtnis empfindlich nachzulassen beginnt. Vergeßliche Leute, denen man alles hundertmal sagen muß, kann ich nicht gebrauchen."
„Gnädiger Herr —"
„Schon gut. schon gut! Der Lohn wird Euch für ein Vierteljahr ausbezahlt. Nun geht!"
Allerlei Bitten und Versickerungen stammelnd, näherte sich Hartmann der Türe, als diese geöff. net wurde und Viktoria mit den Worten eintrat:
„Du tust diesem Manne unrecht, Papa. Was er zu seiner Entschuldigung vorbrachte,, beruht durchaus auf Wahrheit. Jetzt wird mir ja zu meinem Bedauern, klar, daß Dein Befehle nicht tioit ihm, sondern von mir irrig aufgefaßt wurden.. Bitte« latz ihn in fein-" Stellung."
Deutsches Reich.
Berlin, 16. Juni.
— Seine Majestät der Kaiser nahm gestern Freitag morgen, wie bereits telegraphisch gemeldet, an den Beisetzungsfeierlichkeiten für den verstorbene« Fürsten Leopold von Hohenzollern in Sigmaringe« teil. Nachmittags traf der Kaiser in Hechingen ein und fuhr nach derBurg Hohenzollern. Di« Bevölkerung begrüßte überall sehr lebhaft den Monarchen. Kurz nach 6 Uhr erfolgte die Weiterreis« nach Hannover.
— Ihre Majestät die Kaiserin muß sick mit Rücksicht auf ihren Gesundheitszustand auf ärztliche« Rat Schonung auferlegen. ES sind daher alle Empfänge abgesagt worden und die Kaiserin wohnte auch den weiteren Beratungen des Vaterl. Frauenverein» nicht mehr bei.
— Der gegenwärtige Stand der Lehrer-Alterszulagekassen ist kein günstiger. Während i» den Etatsjahren 1897 bis 1901 von den gesetzliche« StaatSzuschüssen nach Deckung des Bedarss für de» Mindestsatz der Alterszulagen noch Ueberschüsie vo« 122781, 8974, 79328,16149 und 21658 Mk. verbliebe« waren, welche gemäß § 27 Ziffer VII des Lehrer» besoldungsgesehes zur Unterstützung leistungsuniähiger Verbände bei Elementarschulbauten verwendet wurde«, hatten sich in den letzten Jahren erhebliche Fehlbeträ« ergeben (1902 : 225313 Mk., 1903: 379763 Mk., 1904i rund 785000 Mk.). Für 1905 wird sich der Fehl, betrag auf etwa 900 000 Mk. stellen. Die Fehlbetrag« waren bisher aus den bei Kap. 121 Tit. 34 bei Staatshaushaltsetats (erstmalig für 1901) bereit, gestellten W000o Mk. und in der Hauptsacke aus de, Ersparnisien des Tit. 84 gedeckt worden. Die Hera» ziehunq der Ersparnisie in so bedeutendem Maße ist in Zukunst aber nicht mehr möglich. Vom l. April 1905 ab muffen daher die Schulverbände zu der Mehr, ausgabe herangezogen werden. '