mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Sonntagsbeilage: Allustrirtes Sonniagsblatt. ——
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Marburg
Sonntag. 11. Juni 1905.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag' Joh. Aug. Koch, UniverfitätS-Buchdruckerek
Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
40. Jahrg.
Erstes Matt.
; „Unstimmigkeiten".
L. Wenn nian so einen rechten waschechten Sozialdemokraten über das lächerliche Märchen von der Unsterblichkeit der Seele, Liber Kraft und jStoff, Liber den liiaterialistischen Grimd aller Welträtsel imb noch einige tausend Dörfer reden ßürft so muß man baß erstauiien über die Tief- -griindigkeit und Gewalt der sozialdemokratischen Wwctauffassung, für die alle letzten Geheimnisse ter Natur und des Seelenlebens klipp nni klar ^erschlossen sind und alle bürgerliche Wissenschaft -sich als. eitel Schwindel darstcllt. Mit der Re- ’Jtgton sind sie Gott sei Dank fertig und die Fa- rtiilie gilt ihnen als vorsintflutliche Einrichtung, j kann auch niemand wunder tieft men, der itvetjj, daß es innerhalb der sozialdemokratischen Weltanfsassung gar keine Möglichkeit zu einer Meinungsverschiedenheit giebt, denn den Sozialdemokraten ist alle Wahrheit von vornherein verwichen. Nur in der Sozialdemokratie ist Heil, 'außer ihr die Torheit, Bosheit und „der Unvec- stand der Massen, den nur des Geistes Kraft be- zwingt."
> Schade nur, daß diese angeblich felsenfest" ^Theorien immer wieder von der Sozialdemokratie flelbst durchbrochen werden. Da kommt Schippel und lehrt, daß der Schutzzoll, den die Partei als Brotwullier verfebmt hat, eine Notwendigkeit für Ire Arbeiter fei; da kommt Göhre und lehrt, daß die Sozialdemokratie „eigentlich doch auf das Christentum angewiesen sei"; da kommt Herr Pens und behaupt et, daß die Konsumvereine, "dies ^wblingskind der Sozialdemokratie den Mittelstand und oie Arbeiterschaft schädigen; und Henle ileistet sich der sozialdemokratische ReichstagSabge- wrdnete Fischer in den „Sozialistischen.Monatsheften" folgende für den waschechten Sozialdemo, traten geradezu unerhörte Verhöhnung:
1 . "'S1?. ^ern Maße, wie es dem Manne gelingt, seine höhere wirtschaftliche Stufe zu erklimmen, -giebt die Frau ihre gewohnte produktive Tätig- : tsit aus, um sich ganz ihrer natürlichen Berufstätigkeit zu widmen: der Pflege und Erziehung i ihrer Kinder, der schöneren Gestaltung und Be- ! festigung des Familienlebens. Während die soramltigere Pflege und Erziehung der Kinder mehr Zeit und Wissen erfordert, werdm der । t^rau durch berufliche Erledigung einer ganzen ! Anzahl bisher häuslicher Arbeiten viele Lasten des Haushaltes abgenommen, und sie kann sich dann um so intensiver ihren Kindern und der Ausgestaltung ihres Heims widmen. Ihr bleibt -dann auch Zeit, sich ebenso wie der Mann, neben j fter Berufsarbeit mit wissenschaftlichen, künstleri- I scheu und politischen Fragen zu beschäftigen und ihre. Persönlichkeit zu vervollkommnen. Ich schreibe bic§ etwa nicht, weil es meinen reaktio- -naren, philisterhaften Krähwiitklerneigungen ent- svricht, sondern weil ich diese und keine andere Entwickelung vor sich gehen sehe. Das ist die ; Wirklichkeit. Die allgemeine Berufstätigkeit der
(Nachdruck verboten.),
Fräulein Gretchen.
I ' Pfingst.Humoreske von Teo von Torn.
Die kleine Frau von Palitz entledigte sich ihrer iHandschuhe und deponierte sie energisch ans den Tisch des Hauses. Dann nestelte sie ihr Reise- - Hütchen von dem derangierten Blondhaar, ord- f trete letzteres flüchtig und setzte sich mit einem r hörbaren Ruck ihrem Gatten gegenüber. Sie i gab sich nicht einmal soviel Zeit, auch den Mantel Mbzulegen. Die Hände im Schoß gekreuzt, saß . sie kerzengerade. — •
„Da bin ich also!"
' Hauptmann von Palitz räusperte sich, fuhr mit ! teni Zeigefinger in den Kragen seiner Litewka und beeilte sich, zu erwidern:
„Eine freudige Ueberraschung. Ich bin sehr ' glücklich darüber, Mariechen. Mit dem Stroh- , Witwertum ist es —"
! Er unterbrach sich — in dem unklaren Ge- : fühl, die Sache nur zu verschlimmern. Wenn er »ttur eine Ahnung, gehabt hätte, was eigentlich die i kleine Frau zu dieser forcierten Heimkehr veranlaßt. Daun könnte er sich doch ein bißchen darauf : enirichten. Aber so-----es war schrecklich.
Er stützte die Ellenbogen aus die Knie und : paßte in verlegenem Spiel die Fingerspitzen auf- ‘ einander.
. „Was ist's mit dem Strohwitwertum —?"
■ „Es ist nicht schön, Mariechen."
i Frau Marie von Palitz lachte laut aus, daß es dem Unglücklichen kalt über den Rücken lief.
„Also nicht schön! Und um es zu verschönern, ».wolltest Du--*
' In ihrer unnatürlich gehobeiien Stimme und ; trm ihre Mundwinkel begann es verdächtig zu i zucken — wie vor einem jener feuchten Nieder- , schlage, die ihm so schrecklich waren.
Frauen, und damit ihre völlige wirtschaftliche Selbständigkeit ihre Enianzipation vom Manne u. infolgedessen die Uebernahme der gesamten Pflege und Erziehung der Kinder durch die Gesellschaft und die Auflösung der Einzelhaushcklte, der Familie ist ein Traum — und keineswegs ein schöner! — aus den Kinderjahren der sozialisti- scheu Bewegung. Wer dies bestreite, der ziehe hinaus und predige den Massen die Auflösung der Familie, um die Entwicklung zu beschleunigen, wie es unsere Aufgabe ist und — er löse feine eigene Familie auf und lebe nach diesen Grundsätzen, die für alle mit einem Einkommen von über 30—40 000 jährlich sicherlich heute schon durchführbar sind. So lange ich die Tat nicht sehe, erlaube im mit über die Worte zu lächeln, so lange die Schwärmer für den Großbetrieb im Haushalte ihren Schneckenbaushalt selbst beibehalten, obwohl sie ihn mit Leichtigkeit aufgeben können, bin ich im Rechte, wenn ich zurückrufe: O, ihr Philister, ihr Spießbürger, mit eurem Bernarrtsein in eurer Villa, Schneckenhaushalt in Krähwinkel ....!"
Was wird nun werden? Wird Herr Fischer von Bebel und den Zielbewußten in den Bann getan? Wird er fliegen? Vermutlich wird er ebensowenig fliegen tote Herr Schippel, der die Agrarzölle verteidigt, Herr Göhre, der rückfällige religiöse Anwandlungen zeigt, und Herr Päus in Anhalt, der auf die Konsumvereine schimpft. Es wird alles beim alten bleiben — so lange, bis auch der gutmütigste Nachläufer den dummen Schwindel merkt.
Umschau.
Der deutsche Kolonialkongreß tvird sich während seiner 'diesjährigen Tagung vorn 5. bis 7. Oktober in Berlin nicht allein mit kolonialen Fragen im engeren Sinne, sondern auch mit solchen Fragen beschäftigen, die in wei- terein Umfange Deutschlands überfeeisckze Interessengebiete berühren. Hierfür ist bereits eine Reihe bebcutfamer Vorträge gewonnen. Wie auf dem vor drei Jahren abgehaltenen ersten Deutschen Kolonialkongreß Max Schinckel von der Norddeutschen Bank in Hamburg über den deitt- schen Ueberseehandel sprach, so wird auf dem bevorstehenden Kongreß Adolf Woermann, wohl der bekannteste Hamburger, einen Vortrag über Deutschlands Seeschiffahrt, deren gewaltige Entwickelung von ihm unmittelbar mit erlebt und mit herbeigeführt ist, halten. Professor Df. Zahn, Negierungsrat im Kaiserlichen Statistischen Amt, der hervorragende Bearbeiter der deutschen Berufs- und Gewerbestatistik, wird über die Verbreitung d e r D e u t s ch e n im Auslände svrechen. Angesichts der steigenden Bedeutung der ostasiatischen Länder für die wirtschaftliche Entwickelung der europäischen Völker sind drei Vorträge vorgesehen, die sich auf jene Länder beziehen. In allgemeineren Ausfiih- rungen wird Dr. Vosberg-Rekow, schristfiihr-udes Mitglied dec Deutsch-Asiatischen Gesellschaft, D e u t f ch l a n d s O st a s i e n - P o l i t i k einer Betrachtung unterziehen, Professor Dr. Nachgen
„Was wollte ich —?" fragte er kleinlaut und ohne aufzublicken.
Die junge Frau betupfte heftig ihr. rechtes, dann ihr linkes Auge und schließlich die leicht gerötete Spitze des Näschens mit ihrem Tascheii- tuche, bewegte dann letzteres in kurzer, energischer Abwehr und tagte wegwerfend:
„Ach, was soll ich mich mit einem so verstockten und heuchlerischen Menschen weitet abgeben! Mit einem Menschen, dem in Abwesenheit seines ahnungslosen Weibes nickt einmal das Psingst- fest heilig ist! Ich gehe zur Mama. Noch heute! Vorher aber werde ich" — dabei erhob sie sich und machte den Versuch, ihre zierliche Figur in eine dräuende Wallkürenpose zu bringen — „vorher tverde ich Dich in Deiner ganzen Schlechtigkeit entlarven. Du — Du--"
Mit einem raschen Handgriff nahm sie ihren Hut, mit einem zweiten ihre Handschuhe und stob davon.
„Ist meine Frau hier —?"
Hauptmann von Wietersloh schaute wie ein Narr.
„Wenn Du solche verrückte Fragen an mich stellen willst, dann mach wenigstens die Tür zu — damit meine Dienstboten nicht merken, daß Du übergekandidelt bist. — Deine Frau? Die ist doch mit der meinen wegen unserer keuch- hustenden Kinder auf För!"
„Gewesen. Seft heute früh ist sie wieder da."
„Au verflucht — dann ist meine Alte wahrscheinlich auch nickst mehr weit. Aber, was ist denn geschehen?"
Herr von Palitz hob ratlos unk» bekümmert die Schultern. Nachdem er dem Freunde er- hählt, loas sich ereignet, pfiff dieser bedenklich durch die Zähne.
i ..Also solch ein Duckmäuser bist Du —.?"
; „Mensch, ich schwöre Dir—* —- - ■
(Heidelberg), der jahrelang als Universitätslehrer in Japan tätig gewesen, hat eine Darstellung der Entwickelung des Außenhandels in China und Japan in Aussicht gestellt, und die wirtschaft st:che Bedeutung des Iangtse-Gebi tre s ist von Dr. Georg Wegener, dem bekannten Reisenden, übernommen. Einen geschichtlichen Ueberblick über die Entwicklung der Schiffahrt zwischen Deutsch, land und Südamerika wird Prof. Dr. Eckert, Siudienrektor der Handelshochschule in Köln (Rhein) geben, und mit Rücksicht auf die jüngeren Vorgänge inMarokko wird em Vortrag des Grafen v. Pfeil (Friedersdorf in Schlesien) über dieses Land von besonders aktuellem Interesse sein. ,
Das Deut schtum in SüdLrasilien.
Aus Santa Cruz in Rio Grande lo Sul ist an die rührige Ortsgruppe Hamburg des „Allgemeinen Deutschen Schulvereins zur Erhältimg des Deutschtums im Auslande" folgende Zuschrift eiitgec/mgen, für die wir auf Wunsch gern die Aufmerksamkeit unserer Leser erbitten: „Die deutschen Schulen haben hier — wie an so vielen anderen Orten des Auslandes — mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen, besonders mit finanziellen. Bei unseren Neuanschaffungen von Lehrmitteln müssen wir uns auf das Notwendigste beschränken und auf manches Notwendige verzichten. Ganz besonders entbehren wir — für Kinder wie für Erwachsene — passende Lektüre. Diese Angelgenheit ist aber eine so außerordentlich wichtige für uns hier in Südbrasilien, wo Hunderttausende von Deutschen leben, t 'e sich inmitten einer anderen Nation Svrache und Sitte der Stammesheimat als ihre kostbarsten Güter erhalten möchten! Die älteren deutschen Kolonisten, die noch in Deutschland geboren und aufgewachsen sind, die in ihren Jugendrrinnerun- gen noch im alten Vaterlande leben, hören und lesen gerne von der alten Heimat. Und je lebendiger das Bewußtsein ist, in welchem dieStam- mesheimat in den Eltern fortlebt, desto mehr überträgt sie sich auf die Kinder. Die vielen Taufende von deutschen Bauern in Südbrasilien haben hier zwar eine neue, sichere Heimstätte gefunden, aber wie viel wird der alten Heimat gedacht, wie oft von ihr gesprochen, wie gern von ihr erzählt! Und das betrifft doch nicht nur die eingewanderte, es betrifft auch die nachfolgende Generation, die Kinder ließen ihr Stammland in ihren Eltern, wie sie die Sprache der Eltern lieben und sprechen, mitten im brasilianischen Urwalde. Diese Liebe zum Stammlande, zu seiner Sprache und seiner guten Eigenart zu pflegen, erzieherisch und schulmäßig zu pflegen — das ist unsere Aufgabe hier. Unsere Schulverhältnisse bessernftich ja allmählich, aber uns fehlen so oft noch die nötigsten Handhaben. Material für Schul- und Volksbibliotheken hätten wir so bitter nötig, und wie wenig haben wir! Unsere Mittel sind sehr gering, und Sie wissen ja, wie teuer hier die Bücher sind. Bücher und Zeitschriften sind hier Lurusartikel. Wir müssen diese Lurus- artikel aber haben, wollen wir unserer Ausgabe gerecht werden. Wie viele Bücher liegen drüben
. „Tn sollst nicht fluchen, schwören, zaubern. Wir sind allesamt Sünder. Nur mit dem Unterschied, daß der eine ein besseres, der andere ein schlechteres Gedächtnis dafür hat. Haft Du Dein Gewissen ernstftast erforscht?"
„Ich bin mir nicht den geringsten Fehler bewußt."
„Und Du weißt auch nicht, was sie im Auge haben könnte? Wie ich das Temperament Deiner kleinen Frau kenne, wird ihr im Zorn doch wenigstens eine Andeutung entschlüvft fein —"
„Nichts. Sie hat nur als erschwerend betont, daß mir nicht einmal das heilige Pfingstfest heilig ist."
„Na, das ist dock» schon sehr wichtig! Was hast Du denn aus die Feiertage vorgehabt?"
„Ich habe mich bei meinem Schwager Martins auf Bistritz angesagt — für morgen und übermorgen. Ich meine — solider kann man doch Festtage gar nicht verbringen, ols bei inem Schwager und trockenen Junggesellen, der gar keine andere Leidenschaft kennt, als feine Pferde."
„Allerdings nicht. Hast Du Deiner Fran davon "o'ckrieben?"
„Das ist mir nicht erinnerlich."
„Nicht erinnerlich! Was das für ein 'Hammeltalg ist! Als Strohwitwer muß einem im brieflichen Verkehr mit der Frau alles „erinnerlich" sein. Sonst darf man sich nicht wundern, wenn man sich Unannehmlichkeiten zuzieht. Du bist Generalstäbler — mithin ein gelehrtes Huhn, und als solches zerstreut. Wahrscheinlich ist Dir in dem jüngsten Briefe an Deine Eheliebste irgend eine Wendung untergelaufen, die nach einem Mißverständnis geradezu brüllt. So wird es sein. Deshalb aber Räuber und Mörder? Laß Dir bei dieser Gelegenheit sagen, lieber Palitz, daß Du keine gute Figur in Deinem Hause machst. Du hast Dich in den knapp zwei
in Deutschland als totes Kapital in den Häuser» umher, Bücher, deren tausendster Tefl für uni ein Kapital wäre, das reiche Zinsen brächte sich imfer deutsches Volkstum hier In der Ferne! Was wird aus der Fülle von Juaendsckristenx mit denen die Kinder unserer gebildeten Stände beschenkt werden? Ein großer Prozentsatz davon vermodert und verschimmelt, nachdem er einmal gelesen. Meine höfliche Mite, sehr geehrte Redaktion, geht nun dahin, in Ihrer geschätzten Zeitung einen Appell ergehen zu lasten an alle na« tional Gesinnten und Freunde des DeutschtumÄ in Brasilien, antiquarische Volks- und Jugend« schriften (besonders illustrierte Jugendschristen, Jngendfreuude, Kindergartenlauben, Erzählun« gen aus den großen Epochen der deutschen Ge« schichte usw.) an eine Sammelstelle zu schicken, damit uns von dort aus die Bücher in einer großen Sendung zugeschickt werden. Die freundlichen Geber dürfen das Bewußtsein haben, daß fie, uns einen wahrhaften Dienst erweisen, der ihren Stammesbrüdern jenseits des Ozeans zugute kommt. Ganz ergebend gez. Meyer, Direktor 'der Deutschen Schule in Santa Cruz." Eine solche Sammelstelle ist von der Ortsgruppe Hamburg des Allgemeinen Deutschen Schulvereins in Ham« bürg, Deichstr. 41 (Adr. Herrn A. Döbler) ein« gerichtet.
Ausland.
Frankreich. Der französische Seeverkehr hat fick im letzten Jahre nicht grabe sehr vorteilhaft entwickelt. Nach dem Bericht dec Generaldirektion der Zölle betrug die Zahl der in französische« Häfen angekommenen und abgegangenen Seeschiffe 46 271 gegen 46 767 in 1903, die von ihnen geführte Tonnage 34 236 900 gegen 33 608 700 Tonnen. Im Wege der seeseitigen Einfuhr belief sich der Verkehr auf, 19 345 400 Tonnen gegen 19 274 600 Tonnen im Vorjahr, hielt sich also ungefähr auf gleicher Höhe. Dagegen drückt sich in der Steigerung der Ausfuhr« tonnage von 14 334 900 auf 14 891 500 Tonnen eine nicht unerhebliche Zunahme des überseeischen Erports aus. Eine Uebersicht der Nationalität der im französischen Seeverkehr beschäftigten Fahrzeuge ergibt, daß nur ein verhältnismäßig kleiner Teil der überseeischen Transporte von Schiffen der französischen Handelsmarine bewältigt wird. Ankominend waren rund 4 936 800 Tonnen, ausgehend noch weniger, nämlich nuv 4 693 600 Tonnen französischer Nationalität- Entsprechend betrug der Anteil ausländischer Schiffahrtsgesellschaften, unter denen die beut« scheu, von denen die französischen KauälhäfeN regelmäßig angelaufen werden, nickt an letzter Stelle stehen, 14 408 400 bezw. 10198 000 Ton neu. Der Anteil der französischen Schiffahrt ati dem Seeverkehr des Landes betrug also in ankommender Richtung etwa ein Drittel in aus« gehender Richtung annähernd die Hälfte der gesamten überseeischen Güterbewegung. Mit Rücksicht darauf, daß in der französischen Handelsflotte, besonders im Segelschiffsbetrieb, das Sud« ventionssystem in voller Blüte liebt, muß dieses, Verhältnis zwischen heiuiiscker und fremder
Jahren Deiner Ehe so imtertriegen lassen, wie andere Menschen nicht in zehn. Das ist verkehrt. Du mufet der kleinen Fran mal den Standpunkt klar machen —"
„Das ist auch meine feste Absicht. Ich kann mir als unschuldiger Mensch diese Behandlung heute nicht gefallen lassen. Außerdem ängstige ich mich zu Tode, wo sie hin fein kann. Bei den Eltern ist sie nicht, bei Rüttorss nicht, bei Helfers-, hausens nicht, bei Dir nicht — es ist, um ai$ der Jacke zu gehen! Ich werde ihr sagen--**
„Du wirst gar nichts sagen, lieber Freund, sondern handeln! Du suchst sie — nun mag sie D i ch nachher suchen, wenn sie eingesehen hat^ daß sie Dir unrecht getan. Wir gehen in den Kasinogarten, brauen uns dort eine Waldmeister- bowle und sitzen gemütlich bis zum Abend. Wenn wir die nötige Bettschwere _ haben, schläfst Du hier bei mir und morgen mit dem frühesten Zug fährst Tu programmmäßig nach Bistritz hinaus.*
„Aber Wietersloh — das geht doch nicht, Ich bin noch niemals über Nacht--"
„Miez, Du mußt Dich gewöhnen — sagte der Bäcker, als er mit der Katze den Backofen aus« fegte. Zeig' ihr, daß Du ein Mann bist, daß Du Dich in Deiner Unschuld ernsllich gekränkt fühlst — und sie wird es sich für alle Zukunft zweifach überlegen, ehe sie Dir eine solche Szene macht.*
Hauptmann von Palitz schwankte noch einige Momente zwischen Liebe und Energie. Dann entschloß er iick zur letzteren und ging auf den Racheplan ein.
*• »- . r
Es ist eine alte Erfahrung: Wenn solide Menschen aus irgend einem Grunde einmal unsolide werden, bann werden sie es gründlich.
Aus der einen Waldmeisterbowle tvaren zwei geworden, und aus der einen Flasche Sekt, die man dann noch zur besonderen Festigung bet