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mit dem KreMlatt für die Kreise Marburg und

Sonntagsbeilage: Jlluftvirtes Sonntagsblatt.

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Kirchhain.

JK 135

Vierteljährlicher Bezugspreis: btt der Expedition 2 Mk, bet Een Postämtern 2,25 Mk. xe$cl. Bestellgeld).

Jnserttonsgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg. Reclamen: die Zeile 85 Pfg.

Marburg

Sonnabend, 10. Juni 1905.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag' Joh. Aug. Koch, UmversttätS-Buchdruckerei 40. Jahrg. Marburg, Markt 21. Telephon 55. °

Neueste Telegrrmme.

DsrttN, 8. Juni. (W. B.) Fürst Leopold VSR Hvhettzollern, der während der Ver- Mählungsfeierlichkeiten bei seinem Sohne, dem Erbprinzen von Hohenzollern, Wohnung ge­nommen hatte, ist heute nachmittag gestorben. ! Karlsruhe, 8. Juni. Der Kronprinz von Schweden ist unter dem Eindruck der norwegi­schen Krise, nachdem er sich gestern mit dem EroßherzogUcheit Paar nach Karlsruhe begeben ^hatte, sofort wieder von dort abgereist. Er passierte heute morgen Berlin und kehrt über Saßnih'Trelleborg nach Stockholm zurück.

Madrid, 9. Juni. In einem Teil der spanischen Presse macht sich eine Bewegung zu glinsten des Abschluffes einer Allianz zwischen Spanien, Frankreich und England geltend. Der überwiegende Teil der spanischen öffentlichen Meinung aber wendet sich lebhaft gegen eine zu enge Verbrüderung mit Frankreich.

Malmot, 8. Juni. (W. B.) Die Zeitung »Sydsvenska Dagbladet" schreibt: Die norwe­gische Regierung bewirkte durch Aufrufe, daß das Abkommen der Union von 1814 aufgehoben wird. Staatsrechtlich betrachtet, hat mithin Schweden das Recht, Norwegen als Provinz zu behandeln, aber dies wird nicht geschehen, da die meisten Schwenden eine Verbindung mit Norwegen kaum eines Opfers wert erachten. Zweifellos wird eine austerordentliche Sitzung des Reichstages bald abgchalten, die entscheiden wird, welchen Weg Schweden gehen soll.

LoNVon, 8. Juni. An dem gestrigen Ministerrat in Zarskoje Sselo nahmen, einer Petersburger Meldung zufolge, außer dem Zaren teil: Admiral Alexejew, Graf Lamsdorf, Kriegs­minister Sacharow, Baron Fredericks, Admiral Avellan, die Generale Griepenberg und Trepow, sowie der Reichskontrolleur Lobko. Die Mehr­heit habe sich nicht bestimmt für die Fortsetzung des Krieges ausgesprochen.

London, 9. Juni.Morning Post" meint, Präsident Roosevelts Bemühungen im Interesse des Friedens entsprängen dem Wunsche, Ruß­land als Macht im Stillen Ozean nicht noch weiter geschwächt zu sehen, da er sich über Japans Haltung nach einem allzu überwältigen­den Triumph keinerlei Illusionen mache.

Der rrtsfisch-japamsche Krieg.

FriedenSvermittelungen

sind, tote auS den verschiedenen Meldungen her­vorgeht, während der letzten Tage eifrig im Gange. So wird offensichtlich halbamtlich von Berlin aus erklärt, daß verschiedene Mächte diplomatische Schritte getan haben, um die Stimmung des Kaisers von Rußland hinsichtlich der Kriegslage und der daran ge­knüpften Friedensaussichten kennen zu lernen.

37 Wachdruck berbofcttJJ

Schatten der Vergangenheit.

Roman von B. Corony.

(Fortsetzung.)!

,*r Dunois stand auf, schritt erregt im Zimmer iumher, blieb dann vor seiner Tochter stehen und sagte:Jemand, auf dessen Scharfblick ich mich fest verlassen kann, machte mir gestern einige Andeutungen.. Beruhen diese auf Wahrheit, so muß ich aufrichtig bedauern, dem Fabrikdirektor Walter so viel Entgegenkonnnen bezeugt zu ha- den. Krämerseelen können eben das Spekulieren nicht unterlassen."

Tas heißt den alten Mann in ungerechtester Weife beschimpfen!" fuhr Victoria auf.Ich kenne keinen verehrungswürdigeren Menschen auf der Welt."

Deine heftige Entgegnung betoeift, daß Du mich vollkommen verstanden hast."

Ich habe Dich verstanden. Du aber ver­stehst weder mich, noch Walters."

Und ich meinerseits begreife sehr gut, daß es einem jungen Juristen, der rasch Karriere machen will, gefallen würde, eine reiche, vor­nehme Erbin zu heiraten."

Gegen eine so unverdiente Anklage muß ich ihn verteidigen. Wohl ahne ich, daß Kurt mich Liebt, aber gestanden hat er es mir nicht! Und er würde wohl auch niemals um meine Zand bitten. Das läßt sein außerordentlich empfind- kiches Ehrgefühl nicht zu. Nie würde er einen Schritt tun, der falsch ausgelegt werden könnte; Und ebensowenig möchte ich ihn veranlassen, es zu tun. Ich selbst aber würde schon Großmama, Deren tief eingewurzelte Standesboritrteile ich kenne, keinen neuen Kummer bereiten."

:'Der Großmama? An mich denkst Du na­türlich nicht!" ; v _ . .

Bisher liegt keine authentische Aeußerung Nikolaus II. vor. Hervorgehoben zu werden verdient aber jedenfalls, daß zum erstenmale diplomatische Schritte erfolgt sind, die den Zweck haben, Rußland eventuell die guten Dienste be­freundeter Mächte anzubieten. Wie sehr, die Friedensnachrichten der Wirklichkeit vorauseilen, erhellt aus der Tatsache, daß es sich zunächst uni die Abfchließung eines Waffenstill­standes zwischen Rußland und Japan handeln müßte. Bisher verfügt Japan noch nicht über altrussischen Besitz wie Wladiwostok oder die Insel Sachalin als Faustpfand, um einen Druck aus Rußland ausüben zu können. Die aus englischer und amerikanischer Quelle stammenden telegraphischen Nachrichten, aus denen auf un­mittelbare Friedensaussichten geschloffen werden könnte, muffen daher mit Vorsicht ausgenommen werden.

Ganz anders lauten jedoch die letzten aus Rußland eingegangenen Nachrichten:

Petersburg, 8. Juni. Hier wird von wohlinformierter Seite versichert, daß sofort nach dem in Zarskoje Selo stattgefundenen Ministerrat Graf Lamsdorff dem Botschafter in Washington sowie den anderen diplomatischen Vertretern Rußlands die telegraphische Weisung zugehen ließ, daß Rußland den Zeitpunkt noch nicht für gekommen erachte, Frieden zu schließen. Sollte dieser Zeit­punkt kommen, so werde Rußland ohne fremde Intervention mit Japan direkt in Verhandlungen treten.

London, 8. Juni. (Bur. Laffan.) In Zarskoje Selo fand, toteDaily Mail" aus Petersburg meldet, unter Beteiligung des Dize- königs Alexejew, des Generals Gripenberg, des Marine- und des Kriegsministers und einer Anzahl Generale eine wichtige Konferenz statt, in welcher beschlossen wurde, den Krieg mit allen der Regierung zur Verfügung stehenden Hilfsmitteln sortzusetzen. Die ganze Wsstgrenze Rußlands werde von Truppen entblößt werden. Sehr zuverlässig ist die Quelle dieser Mel­dung nicht.

Verschiedene Meldungen.

Tokio, 8. Juni. Die bei der Seeschlacht in der Koreastraße erbeuteten russischen Schiffe, die jetzt der Flotte Japans einverleibt wurden, haben japanische Namen erhalten. Der Panzer Orel" heißt jetztSwami", derNikolaus I." Jki", derAdmiral Apraxin"Oktnoschima" und derAdmiral Ssenjawin"Minoschima". Der TorpedobootszerstörerBjedowy", aus dem Roschestwenski gefangen genommen wurde, er­hielt den NamenHatsuki".

Manila, 8. Juni. Admiral Enquist hat um 1 Uhr morgens vom Kaiser den Befehl er­halten, in Manila zu bleiben, nach Anordnung der amerikanischen Regierung zu handeln und soviel wie möglich Reparaturen auSzuführen.

Verzeihe, wenn ich einer ganz selbstverständ­lichen Sache nicht eigens erwähnte. Ich wahre mir insofern das Recht der Freiheft, als ich kei­nem ungeliebten Mann angehören will! Im üb­rigen bin ich eine gehorsame Tochter."

Eine gehorsame das mag sein! Eine zärtliche warst Tu niemals."

Pava" " '

Schon gut, schon gut! Ich beanspruche von keinem mehr, als er geben' ko.nn. Mich bringt Deine Weigerung um die angenehmsten Zu­kunftshoffnungen. Ich dachte, mein alter Freund, dessen unverwüstlicher Humor so erfrischend auf mich wirkt, würde künftig seinen Wohnsitz im Schlosse nehmen, und das gemüüiche Familien- Itben, nach dem ich mich seit vielen Jahren ver­gebens gesehnt, könne mir doch noch beschieden sein. Jetzt wirfst Du mit Deinem kalten, trotzi­genNein" alles über den Haufen! Kannst Du Deinem Vater kein Opfer bringen. Victoria?"

Stumm stand sie vor ihm, offenbar mit sich selbst schwer kämpfend, dann erwiderte sie jedoch herb und entschlossen:

Jedes andere Opfer, Papa nur dieses nicht!"

Ich habe Dich zum letztenmal um etwas ge­beten! Geh' hinaus!" herrschte er sie an.

Die Baronesse entfernte sich.

13. Kapitel.

So war der Unfriede neuerdings in Schloß Horbell eingefebrt.

Die Gereiztheit und Mißstimmung beS, Ba­rons machte sich oft in heftigen Zornesausbrüchen Luft.

Graf Elairville und sein Sohn waren abge- reist, aber nicht nach Brüssel, sondern sie haften ihren Wohnsitz einstweilen in Köln genommen. Wie es hieß, verkehrten sie viel im Hause des

Der Gouverneur der Philippinen Wright hat darauf den amerikanischen Admiral Train aus­gefordert, Anordnungen zu treffen für die Ver­teilung der russischen Kriegsschiffe, Offiziere und Mannschaften.

Die Auflösung der schwedisch- norwegischen Union.

Heute liegt eine Reihe schwedischer Preß­äußerungen vor, die interessant sind für die Auf­fassung der Lage in Schweden und für die Stimmung in Norwegen. Schon jetzt, ohne daß es offiziell zum Ausdruck gekommen ist, kann man sagen, daß die Auflösung der Union sich wohl ziemlich friedlich vollziehen wird, da man in Schweden, trotz der zweifellosen militärischen Ueberlegenheit, feine Lust haben wird, Norwegen gewaltsam in der Union festzuhÄten.

Die Stockholmer ZeitungNya Dagligt Alle- handa" schreibt: Das Storthing erklärte sich, mit seinem Beschluß in einem Zuge von der Reichs­akte und der Verfassung entbunden. Regierung und Storthing überschritten vollständig Die Grenzen, die Gesetz und Uebereinkommen schufen. Aber wir bezweifeln keineswegs, daß diese Män­ner von der bestirumten Ueberzeugung geleitet tmtrden, daß das Beste ihres Vaterlandes ver­langt, was geschehen sei. Recht höre nicht auf. Recht zu sein, wenn auch Gewalt es mit Füßen trete. Kein schwedischer Politiker wird Norwegen zu zwingen oder durch Ueberredttng zu verlocken suchen, in der Union zu verbleiben, welche für Norwegen eine Bürde sei.Stock­holm Dagbladet" schreibt: Die Maske ist abge­worfen. Die Männner der Revolution sind offen hervorgetreten und traten Gesetz, Reckst, den Treueid des Volkes zum König und alle feit langem mit Schweden eiugeganaeneu Ueberein­kommen mit Füßen. Eins muß nun so schnell als möglich durchgeführt werden, nämlich die Absetzung aller im Dienst der Diplomatie und des Konsulatswesens stehenden Norweger. In einer Krise wie dieser kann es nicht erlaubt wer­den, daß Schweden von Männern aus einem Lande repräsentiert wird, das in vollständiger Revolution ist, den König für abgesetzt erklärt und alle Unionsbande abbricht.

Stockholms Tidningen" schreiben: Es ist und bleibt eine Schwäche in dem Mittel, welches das Storthing gewählt hat, und in der Rechtsmoti­vierung, mit der es seinen Schritt zu rechtfertigen sucht. Das Storthing wird niemals rechtlich seine Handlungsweise verteidigen können, den König zu stürzen, weil er als König von Norwegen und der Union von seinem ausdrücklichen Recht Ge­brauch gemacht, die Sanktion eines Storthing- beschlusses zu verweigern, welcher der Union und dem Recht eines Unionslandes zu nahe tritt. Norwegen hat übers Ziel hinausgeschossen.

Au neueren Meldungen über den Gang der Ereignisse liegen folgende Telegramme vor:

C h r i st i a n i a 8. Juni. In dem Staats- rat wurde gestern Abend festgesetzt, daß die Ab-

von seinem Landaufenthalt zurückgekehrten Kom- merzienrats Walter. Die Fabrik des 'Handels­fürsten war inzwischen in andere Hände überge­gangen und Ernst Walter, Besitzer des Ritter­gutes Hohensteinan geworden, welches er wahr­haft fürstlich einrichten ließ.

Hans Walter fungierte immer noch als Fabrik­direktor. Er konnte den ihm lieb gewordenen Beruf nicht aufgeben. Dem Schlosse blieb, er jedoch fern, freilich ohne zu wissen, was die (Stim­mung des Barons ihm gegenüber plötzlich so ver­ändert hafte. Der bescheidene Manu grüßte den Schloßherrn ebenso freundlich und ehrfurchtsvoll, iuie früher, ging aber schweigend vorüber, toenn er ihm begegnete, weil ihm der Gedanke, auf­dringlich zu erscheinen, über alle Begriffe pein­lich war.

Elisabeth galt für leidend. Sie sah sehr blaß und angegriffen aus und verließ das Haus fast nie oder nur in Begleitung der Mutter. Kurt entschuldigte den Eltern gegenüber fein Fern­bleiben von S .. . mit dringender Arbeit, in Wahrheit aber wollte er jedes Zusammentreffen mit der Baronesse vermeiden, denn wenn auch die beabsichtigte Verlobung, deren Susanne er­wähnt hatte, nicht zu stände gekommen war, so durste er doch nicht hoffen, das geliebte Mädchen jemals zu besitzen.

Viktoria weilte von früh bis, spät in den Ge­mächern der Gräfin von Elairville, die, auch sehr gereizt und unzufrieden war. Die Gründe chrer Weigerung, Henrys Gemahlin zu werden, konnte Fräulein von Dunois ja nicht nennen. Damit hätte sie Elisabeths Geheimnis verraten und die­ses war ihr zu heilig. So nahm sie stillschweigend alle Vorwürfe und herben Bemerkungen mit fe­uer äußeren Rübe hin, um derentwillen man sie für kalt und gefühllos hielt.

Tie Stürme des Spätherbstes brausten bttrd) Wald und Garten, rissen die letzten Blätter von

teilung für ausländische Angelegenheiten von dem Handelsdepartement als eigenes Departe­ment geschieden werden soll. Zum Minister deS Aeußeren wurde Stacftsnnnister Loevlanö er­nannt. , Durch eine Resolution wurde beschlossen, das Unionszeichen in derKriegsflagge zu streichen. Das Landesverteidigungsdepartement richtete einen Erlaß an die Armee, in welchem der Be­schluß des Storthings, die Uebernahme der Landesleitung durch den Staatsrat bekannt ge­geben wird.

Das Storthing hak heute Nachmittag bett Präsidenten ermächtigt, König Oskar die an­genommene Adresse mit einem Begleitschreiben 3 u übersenden. Das norwegische Kirchengebet ist in Uebereinstimmung mit der neuen Situation verändert worden, in­dem das Kirchengebet für die könig­liche Familie ausgelassen ist. Das Kirchendepartement hat die Geistlichkeit aufge­fordert, bei dem ersten Gottesdienst ein passendes eingehenderes Gebet für das Vaterland zu beten.

Christian!«, 8. Juni. (W. B.) DaS Verteidigungsdepartement bestimmte, daß die Auswechslung der bisherigen Kriegs- und Fe st nng's flagge mit der durch die gestrige Resolution festgesetzten neuen Flagge im ganzen Lande am 9. ds. vor­mittags 10 Uhr vor sich gehen, und daß beide Flaggen bei diesem Akte auf den Festungen, wie auf den Kriegsschiffen mit je 21 Schüssen salu­tiert werden sollen. In Christiania findet dieser Akt auf der Festung Akershus in Anwesenheit der Garnison statt.

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Stockholm, 8. Juni. (W. B.) Der König hat auf das im Namen des Storthing von dessen Präsidenten Berner an,ihn gerichtete An­suchen um eine Audienz für die Abordnung, die die Adresse an den König überreichen soll, folgendes Antworttelegramm gesandt:

Da ich die revolutionären Schritte, die da» Storthing unter Verletzung der Verfassung unb der Reichsakte und im Aufruhr gegen den König unternommen hat, nicht anerkenne, lehne ich e3 ab, die Deputation zu empfangen. Oskar."

Der König erhielt gestern und heute aus allen Orten des Reiches Sympathie- und Ergebenheits­telegramme.

Stockholm, 9. Juni. Das schwedische Miiiisterium für die auswärtigen Angelgenheiten hat in der vorigen Woche die Gesandten beauf­tragt, bei den Regierungen, bei denen sie akkre­ditiert sind, darüber Erkundigungen einzuziehen, wie man sich zu einer eventuellen Notifikation von Sesten Norwegens über den Austritt ans der Union stellen würde und was man auf eine solche Notifikation antworten würde.

Stockholm, 9. Juni. (W. B.) Die im Ministerium des Aeußeren beschäftigten norwegi­schen Diplomaten sind von ihren Aemtern zurück- getreten.

Die Engländer versuchen anscheinend, wie,aus jeder politischenUmwälzung, so auch aus dieser Vorteile für sich herauszuschlagen. Aus Lon­don wird nämlich gemeldet:

den Zweigen und streuten sie über Flur unb. Wiesen. Da trieb Kurt die Sorge um feine Schwester doch wieder in das Heimatsdorf, denn der Gutspächter Paul Heller hatte ihn aufgesucht, viel von Lieschens leidendem Zustand gesprochen und bemerkt, daß diese sich gewiß freuen würde, den Bruder einmal zu sehen.

Das junge Mädchen fühlte sich weniger kör­perlich als seelisch krank. Durch das Erlebnis mit Henry von Elairville war etwas in ihr ge­knickt, das sich nicht mehr aufzurichten vermochte. Sie hatte dem jungen Edelmann ihr erstes, rei­nes Liebesempfinden geweiht, von, seinen Lippen den ersten Kuß empfangen und, die Erinnerung, daran brannte und schmerzte wie eine vergiftete. Wunde, welche nie wieder heilen kann. Der, Ge­danke an die erlittene Kränkung zehrte an ihrer Lebenskraft.

Als Kurt kam und nachdem er die Eltern be­grüßt, in Elisabeths Zimmer eilen wollte, trat ihm Susanne entgegen und flüsterte:

Sie schläft. Ich habe sie eingelullt wie ein krankes Kind. Kommen Sie, Assessor! Wir gehen, ein wenig in den Garten und, gönnen der Schlummernden Ruhe. Ich bitt jetzt viel hier und weiß wie sie behandelt werden muß."

Wie soll ich Ihnen für die Freundlichkeit welche Sie Lieschen erweisen, danken," sagte er« ihre .Hand herzlich drückend.

Man bedarf keines Dankes für das, waZ man gern tut," erwiderte sie, ihren Arm unge­niert in den feinigen legend.Ich betrachtet^ mich immer als zu den Walters gehörend."

Und so betrachten auch wir Sie," versichert er lebhaft. '

Wirklich?" . . ;

Sie bog den Kopf mit den dicken, kupferrote* Flechten zurück und sah mit heißem Blick zu Kuy empör. ;

(Fortsetzung folgt.)