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Birrteljährlichcr Bezugspreis: bet on Expedition 2 Mk, bet alle« Postämtern 2,25 Mk. Bestellgeld).
ZnserttonSgebühr: die gespaltmeZeile oder derm Raum 10 Pfg.
Rulamen: die Zeile 25 Pfg.
Marburg
Mittwoch, 31. Mai 1905.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck imb Verlag' Joh. Aug. Koch, UnivcrsttätS-Buchdrnckerek 40. Jahrz.
Marburg, Markt 21. — Telephon o5.
Neueste Telegramme.
Sttliil, 30. Mai. Ein Aufgebot von 1200 Polizeibsamten wird am Einholungstage der Herzogin Cäcilie am 3. Juli zum Zwecke der motwendigen Absperrungen sowie zur Aufrechterhaltung der Ordnung erforderlich sein.
— DaS Armee-VerordnungSblatt veröffent' licht eine Allerhöchste Kabinettsordre, wonach di» ErkadronS Jäger zu Pferde Nr. 1 und 17 vom l. Oktober ab wie die Jägerregimenter zu Pferde bewaffnet und nach den für die Kavallerie bestehenden Vorschriften ausgebildet und bet* tvendet werden.
Dresden, 30. Mai. Im Auftrage des Königs reist Prinz Johann Georg am Freitag zu den Hochzeitsfeierlichkeiten nach Berlin.
Stuttgart, 29. Mai. Der König hat der Dichterin Isolde Kurz (Florenz) die große gol* bene Medaille für Kunst und Wissenschaft am Bande verliehen.
Mexiko, 29. Mai. Zwischen Deutschland und Mexiko ist ein Vertrag betreffend die Einführung des Postanweisungsverkehr abgeschlossen worden.
Washington, 29. Mai. Der amerikanische Gesandte in Tokio telegraphiert: Laut einem ihm mitgeteilten Bericht an die japanische Regierung stellt es sich heraus, daß daS am 20. Mai von der russischen Flotte auf der Höhe von Formosa zum Sinken gebrachte Schiff, von dem man annahm, es wäre ein amerikanisches gewesen, ein englisches war.
Windhnk, 29. Mai. Die kürzlich einem englischen Blatte aus Kapstadt depeschierte Proklamation des Generals v. Trotha an die aufständigen Hottentotten, deren Authentizität nicht verbürgt war, wird im Wortlaut in der soeben in Berlin eingetroffenen Nummer der „Deutsch-Südwestafrikanischen Zeitung" vom 3. Mai mitgeteilt. Sie entspricht genau der englischen Meldung. Sie erging am 22. April Vom Hauptquartier Gibeon, und setzt, wie belichtet, Prämien für die Auslieferung der Häuptlinge im Betrage von 1000 bis 5000 Mk. aus.
Hougkoug, 29. Mai. Das britische ostasiatische Geschwader soll mit vollem Dampf von Hongkong nach Norden gehen.
Der russisch-japanische Krieg.
[■" Die Seeschlacht bei Tsuschima.
Trotz der Fülle von Telegrammen, die von allen Punkten b.r ostasiatischen Küste einlaufen und von denen fast jedes einen den früheren widersprechenden Inhalt hat, ist es heute noch nicht möglich, sich ein regelrechtes Bild von dem Verlauf der Schlacht und ihrem Ergebnis zu machen. -Von russischer Seite fehlt begreiflicher Weise jede Meldung, da den russischen Schiffen keine Mög- lichkeit zuin Telegraphieren gegeben ist. Die ja- panischen Meldungen sprechen nur von beben-
30 (Nachdruck verboten.)
Schatten der Vergangenheit.
Roman von B. Coronh.
(Fortsetzung.)
„Vorausgesetzt, daß nicht wieder neue -Plane in Deinem nie rastenden Gehirn entstehen."
„Wie gut Drt mich kennst!" erwiderte der Kommerzienrat, um dessen schlaffe Mundwinkel ein mattes Lächeln spielte.
„Wohl kenne ich Dich: aber leider als ewig Unzufriedenen, dem die bereits vom Zweig abgebrochenen Früchte nicht genügen, sondern mit aller Gewalt die noch höher hängenden herunter 'schütteln möchte."
„Zufriedenheit ist die Feindin jedes Erfolges. Der genügsame Mensch bringt cs 3it nichts. Also auf heute Abend, Hans! Laß Dir den Verkauf der Fabrik nicht nahe gehen. Deine Verhältnisse bleiben ja in der Hauptsache unberührt."
„Wärs auch anders, so würde ich mich doch nicht beklagen. Du hast viel für mich getan und Deinem Willen ordne ich stets den meinigen unter. Doch jetzt lege Dich hin, Ernst. Du siehst angegriffen aus und machst mir Sorge. Deine Hand ist ganz heiß. Ich fürchte —"
„Einer so unverwüstlichen Gesundheit, wie sie Dir verliehen ist," unterbrach ihn sein Bruder, „erfreue ich mich allerdings nicht. Ich bin aber auch keineswegs so schonungsbedürftig, wie Du zu denken scheinst. Zwischen uns beiden besteht eben ein gewaltiger Unterschied. Dir ist die Arbeit Lebensbedürfnis, während ich sie nur als Mittel zum Zweck betrachte. Dir stand die anspruchslose Zufriedenheit zur Seite — ich sann schon als junger Mann Tag und Nacht darüber trach, »nie ich mir den Weg zu großen Zielen bahnen könne. Wer so glühend wünscht, wie
tenden Verlusten der Russen und geben die eigenen, wenn überhaupt davon etwas erwähnt wird, als ganz geringe und verhältnißmäßig unbedeutende an. Die nächsten Tage werden wohl größere Klarheit bringen und dann hoffentlich das Gesamtbild ncch zum Vorteil der Russen verändern. -$-■
Der Zusammenstoß der Flotten * erfolgte, wie schon gemeldet, in der Straße tion Tsuschima, an der engsten Stelle des Meeres zwischen Korea und Japan, also in nächster Nähe der Häfen von Fusan und Schimonofeki. Wir geben nachstehend die Meldungen in zeitlicher Reihenfolge:
Washington, 29. Mai. Ein bei dein Marinedepartement eingegangenes Telegramm meldet, daß die russische Flotte am 27. Mai morgens 6 Uhr zwischen den Goto-Inseln und Quelpart in der Straße von Korea gesichtet wurde. Sie fuhr in doppelter Kolonne, „Shemstchug" an der Spitze, dann „Borodino", „Orel", „Sutvarow", „Alexander III.", „Osljabja", „Sifioi Welikij", „Nawarin" und „Nikolai I." nach Stenerbord, „Machimow", „Uschakow", „Ssenjawin", „Apra- xin" und die anderen Kreuzer nach Backbord.
Die Funkentelegraphie hat den Japanern wieder glänzend gedient, da seit Freitag alle Bewegungen der russischen Flotte von der JnsÄ Quelpart aus pünktlich angezeigt wurden. In Nagasaki wußte man übrigens schon Freitag Abend, daß Togo den von russischer Seite geflissentlich verbreiteten Gerüchten, als würde es sich in der Koreastraße nur um ein unbedeutendes Engagement handeln, nicht traute, sondern nordöstlich von Tsuschima seine Hauptmacht vereinigte. Die Minenlegung war seit acht Tagen vollendet. Davon konnten die Russen Kenntnis haben. Angenommen wird, daß sie erkaufte Piloten aus Naaasaki an Bord hatten und mit bereit Hilfe unter dem Schutz des Nebels an Tsuschima vor- beizukommen hofften.
In der Tsuschima-Straße herrschte vorgestern früh dichter Nebel. Roschestwensky lief in zwei Kolonnen ein, die Lienenschiffe auf Steuerbord, die Kreuzer- und Torpedcchoote auf Backbord. Mftags klärte es sich auf, und die japanische Flotte entdeckte den Gegner. Die Schlacht begann zwischen 2 und 3 Uhr. Nachmittags herrschte eine starke Brise und die See gmg hoch.
Die russischen Verlnste
in der Schlacht, über deren eigentlichen Verlauf noch keine Meldungen eingegangen sind, sollen nach Angabe der Japaner, die bisher die einzige, aber nicht einwandfreie Quelle sind, sehr hoch sein. Die Nachrichten gehen znm Teil in den Meldungen über die Zahl der verlorenen russischen Schiffe tveit auseinander. Nachstehende Telegramme sind zum Teil bereits gestern Abend hier durch Extrablatt bekanntgegeben word.n, teils neuere Meldungen, die gestern Nacht einge- iroffen sind.
Tokio, 29. Mai, 3 Uhr nachm. Admiral Ne- bogatow und 3000 russische Seeleute befinden sich in japanischer Gefangenschaft. Admiral No- schesiwcnski scheint entkomnien zu fein. Die Schlacht begann am Samstag Vormittag. Die Verfolgung dauert noch an.
ich, der empfindet auch jede Enttäuschung doppelt und jeder unerfüllte Wunsch brennt ihm in der Seele wie zehrendes Gift!"
Mit nachdenklicher, ernster Attene, die feinem sonst stets heiteren Gesicht einen sorgenvollen Ausdruck verlieh, betrat der Direktor fein Häuschen. Die Fabrik mußte heute ruhen. Keine Dampfwolkcu stiegen aus dem gewaltigen Sckornstein auf, keine geschäftigen Arbeiter sah man im Hoftaum des kolossalen Gebäudes oder an den Fenstern und Türen desselben. Stumm und tot lag es da — und zwar an einem Werk- tage, als schäme man sich der ehrlichen, reichgesegneten Arbeit.
Den Kopf in beide Hände gestützt saß Hans Walter in dem alten, mit schwarzem Leder bezogenen Armstuhl, als seine Fran eintrat, und die übliche Tasse Bouillon brachte.
„Warum schickst Du nicht, wie gewöhnlich, Lieschen damit?" fragte er.
„Sie ist vorhin mit Kurt zu Hellers hinüber gegangen," erwiderte Frau Helene. „Susanne ließ zu einem frugalen Gabelfrühstück bitten und ich habe die Kinder ausdrücklich ersucht, nicht ab- zulehnen. Du weißt ja, wie übclneki misch der Gutspächter und seine Nichte sind. Dein Bruder hat ihnen keine Einladung gefchickt, da darf e? doch wenigstens nicht so aussehen, als wollten auch wir uns zurückziehen."
„Nein, nein, ganz gewiß nicht!"
„Und dann, Hans — Susanne ist ein hübsches und reiches Mädchen und hat unfern Jungen gern. Er will sich als Rechlsarüvalt niederlassen und braucht mithin eine wohlhabende Frau. Meinst Du nicht auch?"
„Was das anbesangt, so enthalte ich mich feder Meinung und bitte Dich, meinem Beispiel zu folgen," unterbrach Walter feilte Frau. «Den wichtigsten Schritt int Leben zu tun, muß
Tokio, 29. Mai. Amtlich wird gemeldet: Admiral Togo berichtet der Regierung, daß die Gesamtverluste der russischen Flotte am Samstag und Sonntag folgende sind: zwei Schlachtschiffe, ein Kllstenpanzer, fünf Kreuzer, zwei Schiffe der Freiwilligen Flotte und drei Torpedobootszerstörer wurden zum Sinken gebracht. Weiter wurden zwei Schlachtschiffe, zwei Küstenpanzer, ein Schiff der Freiwilligen Flotte und einTorPeda- bootszerstörer weggenommen und mehr als 2000 Gefangene gemacht. Togo fügt hin ar, daß das japanische Geschwader unbeschädigt sei. (??)
Tokio, 29. Mai, 2% Uhr nachmittags. In her Schlacht mit der japanischen Flotte sind folgende russischen Schiffe gesunken: die Pa nzerschiffe „Borodino" und „Imperator Alexander III.", die Panzerkreuzer „Admiral Nachi- inoiv", „Dmitrij Donskoi" und Wladimir Mono- nach", das Panzerschiff „Admiral Uschakow", die geschützten Kreuzer „Swetlana" und „Shemt- schug", die Transporffchiffe „Kamtschatka" und „Jrtessim" (Jrtisch?). — Die Panzerschiffe „Orel" und „Nikolaus II." und die geschützten Panzerschiffe „Admiral Ssenjawin" und „General-Admiral Apraxin" sind von den Japaner» genommen worden. — Im ganzen sollen 10 Schiffe gesunken und vier Schiffe genommen worden sein.
Washington, 29. Mal. Nachrichten zufolge, die beim Marüredepartement aus Tokio einge- gc.ngen sind, wurde außer den bereits genannten Schiffen nou, das russische Schlachtschiff „Sissoi Weliki" genommen und das russische Flaggschiff schwer beschädigt.
London, 29. Mat. Nach Depeschen aus Tokio Tschifit und Schanghai haben die Japaner die nicht versenkten oder weggenommenen russischen Schiffe zerstteut und sind in ihrer Verfolgung nach Wladiwostok zn begriffen.
Loudon, 30. Mai. Falls es sich bestätigt, daß ein russisches Schlachtschiff und vier russische Kreuzer zum Sinken gebracht worden sind, so haben die Russen bereits sehr empfindliche Ver- lüfte an Menschenleben erlitten. Die Bemannung eines Schlachtschiff s zählt über 700 Offiziere und Matrosen, während die vier Kreuzer zusammen vielleicht 1500 bis 2000 Mann an Bord hatten. Der vorläufige Verlust an Menschenleben würde sich also auf 2500 bis 3000 Mann beziffern. i. .....
Die Verluste der Japaner werden, tote schon betont, teils ganz verschtoiegen teils als unbedeutend hingestellt. Wtan erwartet deshalb mit Spannung weitere Nachrichten, na- mentlich ans russischen Quellen.
Washington, 29. Mai. Nach einer Depesche des amerikanischen Gesandten in Tokio meldete Admiral Togo, daß alle großen japanischen Schiffe, die am Kampfe in der Tsuschimastraße beteiligt waren, unbeschädigt geblieben sind. — Ganz unbeschädigt, ist doch kaum glaublich.
Aus Schanghai von gestern 8% Uhr abends wird gemeldet, dort sei die Nachricht eingegangen daß sieben japanische Schiffe, davon zwei Panzer und vier russische Schiffe in den Grund gebohrt seien. Hier herrscht die Ueberzeugung vor, ine Japaner warten die offiziellen Depeschen des Admirals Roschestwenskp aus Wladiwostok ab
jedem selbst überlassen bleiben. Ich rede weder zu noch ab. Gewiß toäre mir Hellers Nichte als Schwiegertochter willkommen, aber beeinflussen möchte ich Kurt nicht. Das würde weder zu seinem, noch zu dem Glück des Mädchens beitragen. Warum siehst Du mich denn so forschend an?"
„Weil Du verstimmt bist. Müssen wir wirk- lich heute Abend ohne Dich gehen? Dann zöge ich cs vor, auch daheim zu bleiben. Die Kinder könnten ja allein —"
„Nicht doch! Ernst hat meine Ablehnung nicht angenommen. Auch ich bin keineswegs verstimmt, nur betrübt."
„Weshalb betrübt?"
„Erstens, weil er kränkere ist, als ich fürchtete und zweitens, weil große, geschäftliche Veränderungen bevorstehcn. Doch davon ein andermal! Schlimm ist letzteres nicht. Ich hänge nur so sehr am Althergebrachten, werde mich aber auch an das Neue gewöhnen. Mache Dir deshalb nicht bett geringsten Kummer, Lene."
Sie -war eine schlichte, einfache Frau, die aber viel angeborenes Zartgefühl besaß und emp- fand, daß er das Bedürfnis hatte, sich selbst über- laffen zu bleiben. Ohne jede weitere Frage ging sie still hinaus.
10. Kat> itel. ■ ■
Unterdessen eilte Lieschen wie ein frohes Kind dem Bruder voran, bald auf schmalem Feldwege, bald durch waldige Anlagen, beständig lachend und scherzend. Ihr holdes Gesicht glühte die braunen Augen funkelten. Das anmutige Mädchen erschien tote die verkörperte Lebenslust und Fröhlichkeit.
Kannst Du denn nicht ruhig neben mir vergehen?" fragte jhtrt verweisend, mußte jedoch über ihren Mutwillen lächeln.
und halten so lauge nut der Bekamttmachunz ihrer Verluste zurück.
Tsingtau, 29. Mai. Reuters Bureau meßet daß nach dem Blatt „Tsingtaupresse" bei der Schlacht in der Koreastraße nicht die ganze russische Flotte beteiligt gewesen sei. Alle langsame« Schiffe dampfen um Japan herum. Die Japaner sollen einen Kreuzer und zehn Torpedoboote verloren haben.
Paris, 29. Mai. „Journal" berichtet au? Washington, es sei Roschestwensky gelungen, die Meerenge von Kore« zn passieren, indem er die wertlosesten Gefechtseinheiten opferte. Mit dem übrigen Teil der Flotte sei er nach Norden entkommen.
Paris, 30. Mai. Der Deputierte Admiral Bienaime wurde von dem Berichterstatter de? „Berl. L.-A." befragt, ob er nach den bisher gemeldeten Verlusten die russische Niederlage für entscheidend halte. Er antwortete: „Keineswegs, die Haltung der Tokioer Depesche läßt bermnten, daß es sich, abgesehen, von dem Panzer „Borodino", um Schiffe zweiter und dritter Ordnung handelt. Man wird abzuwarten haben, ob da? Gros der russischen Flotte nach dem vorgesttige« Engagement einen solchen Vorfvrung gewinne« Vorläufig ist Bienaime geneigt, dies anzunehmen. Vorläufig ist Bienaime geneigt, die anzunehmen.
Eine hier eingegangeue Petersburger Privatmeldung besagt, der „Borodino" und einige andere Schiffe seien zielbewußt geopfert worden, um mit dem Gros der auf 26 Schiffe geschätzte« Hauptmacht Kurs nach Norden zu nehmen. Di« Meldung findet hier »venia Glauben: als wahr- scheinlicher gilt vielmehr, daß die rusfifche Marfch- orbnung (Panzer in einer Linie, Kreuzer und die übrigen Schisse in einer zweiten Linie) durch einen bei Nebelwetter geglückten Angriff der japanischen Torpedoboote und Torpedobootszerftö- rer vernichtet und die entstandene Vcmürrung möglichst ausgenützt wurde. — Sollte Rofchest- toensky mit der Hauptmacht seiner Slbiffe doch nach Norden durchgedrungen sein und Wladiwostok erreichen, so würde er immer noch vf’Pr eine den Japanern gleichwertige Seemacht verfügen. Das Weitere wurde dann von etwaigen Erfolgen der Russen abhängen. Soweit die versch'n-denen bis jetzt vorliegenden Nachrichten vermuten lassen, ist der Sieg der Javaner fein enf'«hebender, wenngleich man zugeben mutz, daß sie wieder einen grotzen Erfolg errungen haben.
Umschau.
Hundert Jahreprensiksche Statistik
Mit gerechtem Stolz und mit Genugtuung konnte, worauf schon vor, einigen Tagen hinge- toiefen wurde, das Königliche Preußische Statistische Bureau am 28. Mai 1905 auf ein Jahrhundert segensreicher Tätigkeit zurück- blicken. Einen Ileberblick über seine Leistungen gibt eine Festschrift, welche der derzeitige, seit 1882 amtierende Chef dieses Bureaus, Präsident E., Blenck, herausgegeben hat. Das umfangreiche Werk gibt ein übersichtliches und erschöpfendes Bild über den äußeren und inneren Werdegang, die Beftrebnngen und Leistungen der königlichen Landes-Kontrollstelle, sowie die sach-
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Als sie dann laut jubelnd davon lief, eine« kleinen Hügel erklomm und mit unterwegs gesammelten Blumen und Ztveiglein ein Bombar- dement eröffnete, war es vollends um feinen Ernst geschehen. Er eilte lachend der Flüchtenden nach, holte sie ein und hält ihr eine donnernde Strafpredigt, bei welcher es freilich verräterisch um die Mundwinkel zuckte.
„Du hast ja so recht!" rief Liesbeth, ihm einen Kuß nach dem anderen auf die Lippen drückend' und damit seine Worte erstickend: „aber siehst Du ich bin nun einmal glücklich — glück- lich zum toll werden. Und ich freue mich unbeschreiblich auf den heutigen Abend. Denk« nur, getanzt wird auch — und wer weiß denn, hxi§ die nächsten Stunden alles bringen? Ich freue mich zu sehr!"
„Wer weiß aber auch, ob Du Dir nicht viele? schöner ausmasst, als es in Wirklichkeit ist. Möge dieser erste Schritt in die Welt Dich nicht ent« täuschen."
„Pfui, es ist häßlich von Dir, Kurt, mie bange machen zu wollen. Ich kenne andere, di« mich sehr herzlich ermutigten."
„Die Baroneffe — nicht wahr?" fragte etz rasch.
„Nun ja — die Baronesse auch. Aber auch noch andere. Lieber Gott, es kvird schon Personen geben, die mir in dem Gcwühle fremde» Menschen zu Hilfe kommen. Suche mich doch nicht von vornherein einzuschüchtern. Sieh, dort steht Susanne und späht nach uns aus."
Lieschen zog das Taschentuch hervor im? wehte damit. Das Sianal wurde erwidert. Hellers Nichte kam den Ankonunenden entgegen.
„Wie lieb von Dir, Lisbeth, daß Du mir gerade heute keinen Korb gabst und auch den Herrn Assessor veranlaßtest, meine bescheidene Einlo* dun« anzunehmen." (Fortsetzung folgt.), j