hinprnPiiiiifir. wiiiniiii vUVlUvIllllUv ^vllllllll mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Sonntagsbeilage: IllusteirtcS Sonntagsblatt.
J2 126
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Marburg
Dienstag, 30. Mai 1905.
Erscheint wöchentlich sieben mal. y
Druck tmd Verlag- Joh. Aug. Koch. Umverfitätr-Nuchbruckerei 40.
Marburg. Markt 2L — Telephon 55.
Neueste Telegramme.
Berlin, 28. Mai. Der Kaiser verlieh der Diaöt Charlottenburg das Recht auf die Prcisen- jtation im Herren Hause.
Berlin, 28. Mai. Der Fürst von Montenegro, der Parabegast des Kaisers, wird am 29. d. M. Lier Eintreffen und auf dem Bahnhofe von dem jPrinzen Eitel Friedrich empfangen werden.
Verii«, U. Mai. Die gestrige Haupt- -ersarrMlüttg sieS evangelischen KirchenbauvereinS ernannte ben früheren Vorsitzenden des Vereins Freiherrn v. Mirbach zum Dank für seine Tätigkeit zum Ehrenmitglied. Der Vorsitzende, Generalleutnant z. D. v. Schubert verlas ein Handschreiben der Kaiserin.
Bad Nauheim, 28. Mai. Der amerikanische Staatssekretär Hal) ist gestern Nachmittag von hier nach Paris abgereist.
Darmstadt, 29. Mai. Das Großherzogspaar Dogibt sich, der „Darrnst. Ztg." zufolge, am nächsten Freitag nach Berlin.
Heidelberg, 29. Mai. Die Heidelberger Stu» Lentenschaft hat in einer Ausschußsitzung zu dem Weimarer Programm Stellung genommen. Ein von den Burschenschaftern Eingebrachter Antrag, den Weimarer Beschlüssen über Ausschließung ider katholischen Korporationeit aus den Stuben« .tenausschüssen beizutreten, wurde abgelehnt, da -die Koutzs dagegen gestimmt haben.
Danzig, 27. Mai. Die heutige allgemeine Studentenversammlung der hiesigen Technischen Hochschule beschloß einstimmig den Ausschluß -er Vertreter der katholischen konfessionellen Korporationen aus dem Studentenausschuß.
Neapel, 28. Mai. Nachdem der Vesuv schon 'feit einigen Tagen lebhaft tätig gewesen ist, ist .gestern Abend um 7 Uhr der westliche Teil des kleinen Kegels unter Auswurf einer großen Menge Lava eingestürzt, die in einer Stunde Ungefähr einen Kilometer weit bis zur Basis des großen Kegels im Atrio dello Cavallo floß.
Paris, 29. Mat. Wie hier verlautet, über« bringt Generäl Laeraix an Kaiser Wilhelm ein besonderes Schreiben des Präsideitten Loubet.
Tokio, 27. Mai. Alles, was über die heutigen Ereignisse in der Tsuschimastraße depeschiert werden kann, bleibt auf die Tatsache «beschränkt, daß Roschestwenskis Hauptgeschwader In zwei Kolonnen, die Linienschiffe auf der Rechten, die anderen Kriegsschiffe auf der linken Seite in der Koreastraße erschienen ist. Jede rindere Nachricht wird entweder zurückgehalten -der ihre Beförderung wird verweigert.
Schanghai, 27. Mai. Hier eingetroffene Privatmeldungen berichten, daß das russische Wladiwostock-Geschwader wiederum ausgelaufen ist. Sein Bestimmungsort ist unbestimmt.
Vom Deutschen Flottenverein.
Die diesjährige Hauptversammlung des Deut« scheu Flottenvereins, die, wie bereits gemeldet, in Stutfgnrt abgehalten wurde, nahm durch die Auszeichnung, die ihr der König von Württemberg durch seine Anwesenheit zu teil werden ließ, «inen glänzenden Verlauf. Die Verhandlungen haben gezeigt, daß der vielfach angefeindete Verein, der gerade in den lebten Tagen eine künstlich von außen herbetgeführte , Krisis durchzumachen hatte, unbeirrt durch die ihm bereiteten Schwierigkeiten seinen Weg weiter verfolgen wird, um dem hohen Ziel immer näher zu kommen, -as er zum Besten des Reiches erstrebt.
lieber die am vorigen Samstag abgehaltene Hauptversammlung erhalten wir folgenden Bericht :
Tie Hauptversammlung des Deutschen Flottenvereins begann vormittags 11 Uhr in Gegen- wart des Königs, . des Prinzen Heinrich von Preusre», der Herzoge Albrecht und Ulrich, des Fürsten Karl von iirach, des Ministerpräsidenten Dr. von Breitling, des prenßischen Gesandten, der Generalität u. a. Der Vorsitzende, Fürst zu Salm-Horstmar, eröffnete die Versammlung, indem er darauf hinwies, daß der Flottenverein beute zum ersten Male der Ehre gewürdigt werde einen Souverän, den König eines Landes, an feiner Tagung teiluehmeu sehen zu dürfen. Er begrüßte den König und brachte ein dreifaches Hurra auf denselben aus, in das die Versammlung begeistert einstimmte. Hierauf begrüßte er den Prinzen Heinrich und die übrigen anwesenden Herrschaften. Dann brachte er ein Hurra auf den Kaiser aus. Ter Köniq begrüßte in einer Ansprache zunächst die Erschienenen und wies dann auf die Notwendigkeit hin, die Flotte für die Wahrung des Friedens und die Aufrechterhaltung nuferer Stellung im Kreise der Mächte und zum Schuhe des deutschen überseeischen Unternehmungsgeistes auszubaueii. Der Kaiser habe das längst erkannt zu einer Zeit, da weitab von der See rwch verhältnismäßig geringes In- tereffe für das vorhanden mar, was eine starke Wehr zur See bedeute. Der Köniz erwähnte
dann die vollzogene Taufe eines würdigen jungen Gliedes der erstarkenden Flotte auf den Namen seines Heimatlandes. In wenigen Jahren seit dieser Ereignisse sei der Ausbau der Flotte rüjtig fortgeschritten. Eine sichere Gewähr für einen gedeihlichen Stand und eine glorreiche Weiterführung unserer Seemacht bilde neben der unermüdlichen Arbeit des Kaisers der,Umstand, daß er seinem erlauchten Bruder in ihr eine hohe Stellung zuteilte. Der König schloß mit einem Hoch auf den Prinzen Heinrich, den Protektor des deutschen Flottenvereins. Prinz Heinrich, erwiderte dankend für die Gastfreundschaft, die der König dem Deutschen Flottenverein in seiner Hauptstadt gewähre. Fürst Karl von Urach, der Vorsitzende des Württembergischen Lani esverban- des, dankte für die hohe Gnade, die der König und Prinz Heinrich durch ihre Teilnahme an der heutigen Tagung des Vereins. diesem erwiesen haben, und hieß seinerseits die anwesenden Teilnehmer willkommen. Nachdem der Mi- nisterpräsident Dr. v. Breitling die Versammm- lung begrüßt hatte, richtete der Vorsitzende der Zentralstelle für Gewerbe und Handel, Präsident von Mosthaf, einige herzliche Worte an dieselbe. Hierauf schlug der Vorsitzende Fürst zu Salm- Horstmar vor, Huldigungstelearamme an den Kaiser und den König von Sachsen zu senden. Sodann verlas der Vorsitzende ini Namen ' 3 Gesamtvorftandes die folgende Erklärung:
Unser bisheriger geschäftsführender Vorsitzender General Menges und unser Präsidialmitglied General Keim sind zu unserem allergrößten Be- dauern vor einiger Zeit zurückaetreten. Es hat sich herausgestellt, daß die Veranlassung zu ihrem Rücktritt in Mißverständnissen begründet war. Diese Mißverständnisse sind nunmehr beseitigt. Es steht jener Ansicht nach dem Wiedereintritt der beiden Herren nichts mehr entgegen. Der Deutsche Flottenverein wird in Zukunft als m- abfcängiger Lettin unentwegt seine Ziele ver- folgen. Wir sind den Herren Generalen Men.es und Keim für ihre uns in guten und bösen Tagen geleisteten treuen Dienste zu unauslöschlicher Dankbarkeit verpflichtet. Wir böfter daß sie ihre selbstlose und erfolgreiche Tätigkeit in unserer Mitte zum Wohle des Flotteilvereins wieder aufnehmen. Der Vorsitzende fügte dieser Erklärung noch bei, daß die beiden Generale sich bereit erklärt haben, eine Wiederwahl anzu- nehmen. Diese Erklärung wurde mit stürmischem Beifall aufgenommen. Es kam zunächst zur Beratung ein Antrag des Kommerzienrats Ravene, Schatzmeister des Flottenvereins, auf Gründung eines Südwestafrika - Fonds des Deutschen Flottenvereins, wonach den: Reichsmarineamt zunächst 6000 Mark für diesen Fonds zur interimistischen Verwaltung überwiesen werden sollen, bis der Fonds ans 35 000 Mark anaetoadifen ist, und ein eigenes Kuratorium für den Fonds, bestellt werden könne- Nach kurzer Debatte wird der Antrag mit großer Mehrheit angenommen. Geheimer Admiralitätsrat Dr. Felisch-Berlin, erstattet den Rechenschaftsbericht des Kuratoriums für den Chinafonds, aus welchem im letzten Jahre wieder 12 000 Mark an Angehörige der Marine zur Verteilung kamen. Bei der Ersatzwahl für die aus dem Präsidium ausscheideuden Mitglieder tourben die bi§beriann wiedergewählt und für Frhrn. v. Schorlemer-Alst Senator Kruegmann-Hamburg neu gewählt. Als Ort der nächsten Tagung wird Hamburg festgesetzt. Es folgt nunmehr die Beratung folgender vom Präsidium vorgeschlagenen Resolutionen: 1. Der Deutsche Fl-fttenverein unterstützt mit aller Kraft die seitens der Verbündeten Regierungen angc- kündigte und zum Teil bereits im Jahre 1899 geforderte Verstärkung unserer deutschen Flotte um große Kreuzer und Torpedodiviiionen. Er unterstützt diese Forderungen um so uachdrück- licher, weil inzwischen Deutschland von anderen Staaten hinsichtlich seiner Flottenrüstung und liamentlicher seiner großen Kreuzer erheblich überholt worbe» ist. 2. Ter Deutsche Flottenverein tritt für den beschleunigten Ausbau der deutschen Flotte ein und gibt insbesondere dem Wunsche Ausdruck, daß der Ersatz der minderwertigen Schiffe, welche nach dem Flottengesetz von 1900 noch zu den Linienschiffen zählen, durch voll- wertige Schlachtschiffe möglichst bald erfolge.
In der Nachmittaassitzung teilte der Vorsitzende mit, daß der vormittags gefaßte Beschluß nur dahin gegangen sei, daß die, Versammlung mit einer Wiederwahl der beiden. Generäle Menges und Keim einverstanden fei; eine Wahl, die nicht auf der Tagesordnung siebe, sei nicht erfolgt. Weiterhin wurden die bereits gemeldeten Resolutionen einstimmig angenommen.
Auf das Huldigungstelegramm des Flottenvereins an den Kaiser rft folgende Anwort eingegangen:
Un den Präsidenten des Deutschen Flotten- vereins Fürsten Otto zu Salm-Horstmar in Stuttgart.
Berlin, Schloß, 27. Mai.
Ich danke Eurer Durchlaucht für den Hick- digungsgruß des im Beisein Seiner Majestät des Königs von Württemberg tagenden Flot
tenvereins, dessen von vaterländischer Gesinnung getragenes Wirken Mir eine wesentliche Gewähr für die Erreichung des Zieles ist, welches Sie am Schluffe Ihres Telegramms erwähnen. Wilhelm.
Zum Schluß gab Fürst zu Salm seiner Freude darüber Ausdruck, daß es möglich gewesen fei, die drohende Krisis zu bannen; er hoffe, daß der Flottenverein aus ihr nur um so tatkräftiger hervorgehen werde.
Ter russtsch-jarmnische Krieg.
Aus der Mandschurei.
General Lenewitsch meldet unter dem 26. Mai: Am 24. Mai gingen die Japaner auf unserer linken Flanke von Erdagou aus westlich in der Richtung auf Bankhegou zum Angriff vor. Unsere freiwilligen Jäger legten einer feindlichen Kompagnie einen Hinterhalt und machten durch ihr Feuer auf kurze Entfernung mehr als dreißig Mann kampfunfähig. Die Japaner rückten nicht über Bankhegou hinaus vor.
Ein erfolgreiches Gefecht hatte der kühne Reiterführer Mischtschenko, über da8 der Oberstkommandierende unter dem gleichen Datum meldet: Eine aus Teilen der kaukasischen Brigade und der transbaikalischen Kosakendivisionen gebildete Kavallerieabteilung unter dem Befehl des Generals Mischtschenko näherte sich am 17. d. M„ den Feind nach Süden zurückdrängend, Sinluntschuan. Am 18. d. M. gelang es den Eskadrons der Vorhut dieser Abteilung, die Straße nach Fakumen zu erreichen, wo sie ein Güterlager verbrannten und die Tele- grapbenleitnng auf eine große Strecke zerstörten. Starke, sich in dieser Gegend aushaltende Tschun- tschusenbanden wurden teils vernichtet, teils auseinandergesprengt. Am 19. d. M. gelangte die Kavallerieabteilung auf bie Straße, die von Fakumen nach Schifuidzh führt, wo die Japaner eine starke, aus Linien- und Gardetruppen geblldete Abteilung mit Re- volvsrkanonen auf den südlich von Fakumen gelegenen Höhen zur Ausstellung gebracht hatten. Unsere Abteilung griff die Japaner an, vernichtete zwei ihrer Kompagnien, nahm eine dritte mit sämtlichen Offizieren gefangen und eroberte zwei Revolverkanonen. Sie gelangte dann auf die Straße auf dem rechten Ufer deS Liauho, zersprengte bei Schifuidzi einen 7 km langen Transport von Wagen mit Reis, Tee und Konserven und zerstörte den Telegraphen. Nachdem die Abteilung noch einige Gefangene gemacht und etwa 100 Pferde erbeutet hatte, ging sie wieder zurück, wobei sie auf dem Wege einige Banden von Tschuntschusen auseinandertrieb. Die Russen haben bei diesem Zuge 234 Gefangene gemacht, darunter fünf Offiziere.
Petersburger Telegramme meldeten, daß die russische Regierung kürzlich China ersucht habe, die Grenze der Mongolei 20 Meilen nach Westen zuriickzustellen, damit im Falle einer neuen Schlacht zwischen Russen und Japanern die chinesische Neutralität nicht verletzt werde. Auf die russische Note gab China keine Antwort 1. n* dern brachte sie zur Kenntnis Japans, das un= vorzüglich Protest einlegte. Inzwischen hat Rußland bereits in Gemäßheit seines Verlangens gehandelt und Linsewttsch mit, 50 000 Mann in dem in Rede stehenden Gebiet stationiert, _ um die Japaner zu verhindern, dm rechten russischen Flüa l zu umgeben.
Der hiermitgeschaffene Neutral! tätsfall wirkt in diplomatischen Kreisen weit ernster beurteilt, als alle früheren, da Rußland damit ang blich das Signal zur Aufteilung Chinegeben und Komplikationen schaffen wolle. Man darf aber annebmen, daß die Neutralen auch diesmal nicht chinesischer sein werden, als die Chinesen und es den Kriegführenden überlassen, ihr Recht aus der Haut Chinas herausmschueiden.
Die neue Seeschlacht.
Die Gerüchte der letzten Tage, daß in der Meeresstraße zwischen Korea und Jovan die beiden feindlichen Flotten zusammengestoßen seien, bat sich bsvahrheitet. Wie wir schon gestern Sonntag Abend durch Ertrablatt meldeten, hat ein anscheinend schweres Seegefecht zwischen Rost- diestwensky und Togo ftattgefunöen, über das bis jetzt folgende zwei Telegramme berichtsten:
Rom, 28. Mai. Die „Tribuna" meldet aus Tientsin vorn 28. Mai 5 Uhr 30 Mim morgens, die Japaner hätten in der Tiuchimastkaße eine» beträchtlichen Sieg über die Russen davongetragen. Bier russische Schiffe seien gesunken, mehrere andere mehr oder minder beschädigt. Das Ge. schwader des Admirals Wostdjestwrnsky könne als Vernichtet gelt»«-
Wafhi«gto«, 28. Mai. (Privattelegr.) Reuter-Bureau meldet: Der amerikanische Konsul in Nagasaki telegraphierte an das Staatsdepartement, daß die Japaner in der K^reastraßt et« russisches Schlachtschiff, vier Kriegs- schiffe ««d ein Reparaturschiff zu« Sinke« brachte«.
London, 29. Mai. (Reuter-Meldung vom 29. Mai, 2% Uhr früh aus Tokio). Di- ganze russische Flotte Rostdjestwensktz's ist vernichtet, 12 russische Kriegsschiffe sind gesunken oder genommen, zwei Transportschiffe und zwei Torpedojäger sind in den Grund gebohrt.
lDa die Nachricht auS japanischer Quelle stammt die überdies die japanischen Verluste verschweigt, ist sie nur mit mit Vorsicht ausnehmen.)
Eine anderweitige Bestätigung dieser Nachrichten liegt bis zur Stunde noch nicht vor, jedoch wird im Großen und Ganzen an ihrer Wahrhest nicht zu zweifeln sein. Merkwürdig ist nur, daß über die japanischen Verluste nichts verlautet,.die sicherlich keine geringen sein werden. Admiral Rostdjestwensky ist mit überraschender Geschicklichkeit und Schnelligkeit an Formosa vorbei biß zur Südspitze Koreas vorgedrungen, wo ihn anscheinend Admiral Togo mit seiner ganzen Flottenmacht erwartet hat. Ueber den Verlauf bef Schlacht muß man genauere Berichte abwarten, ehe man ein Urteil fällen darf, inwieweit bie Russen an dieser etwaigen Niederlage selbst die Schuld tragen, lieber die letzten Bewegungen der Flotte Rostdjestwensky liegen noch folgend« Telegramme vor, die wir der historischen Ge- nauigfeit wegen nachstehend wiedergeben:
Schanghai, 28. Mai. Auf der Höhe von Tsuschima wurden gestern fünf russische Panzerschiffe, drei Kreuzer und sieben Torpebobootszer« ftorer gesichtet. Die russischen Transportbampfer gaben der von China an sie gerichteten Aufforderung, Wusung zu verlassen, keine Folge.
Tschif«, 28. Mai. Die Hauptbivision bei Baltischen Flotte wurde gestern gesichtet, al? sie dem Kanal zwischen Tsuschima und der japanischen Küste zusteuerte.
Tokio, 28. Mai. Admiral Rostdjestwensky bohrte am 21. Mai auf der Höbe von Formosa einen großen amerikanischen Dampfer, dessen Name unbekannt ist, in den Grund. Die Mannschaft wurde gerettet.
Petersburg, 28. Mai. Der Korrespondent der Petersburger Telegraphen - Agentur , in Tschifu drahtet dringend unter dem 28. Mai 12 Uhr 40 Min. nachts: Nach dem hiesigen japanischen Konsulate zugegangenen r‘rlbahnelbungen begegnete ein großer Teil des Baltischen Geschwaders gestern Abend dem japanischen Go- schwaber in der Koreastraße. Es begann eine Schlacht.
Tsingtau, 28. Mai. Nach chinesischen Depeschen ist eine große Seeschlacht im Gange bei Osbima in der Straße von Korea.
Deutsches Reich.
B e r l i u, 29. Mai.
— Ihre Majestäten der Kaiser und di» Kaiserin sind am Samstag morgen, wie schon ge« meldet, wieder in Berlin eingetroffen. Der Kaiser wohnte sodann der ans Anlaß der Zweijahrhundert- feier der Stadt Charlottenburg statisindenden Enthüllung des Kaiser Friedrichs.Denkmals vor dem Kgl. Schlöffe in Charlottenburg bei. Die Feier wurde vom prächtigsten Wetter begünstigt. Vereine, Innungen und Schulen bildeten mit Fabne» und Musikkorps Spalier. Eine ungeh-ure Menschenmenge drängte sich hinter dem Spalier. Um dal Denkmal erschienen u. a. Reichskanzler Gral Bülow, die Minister Thielen, Frbr. v. Rheinbaben, v. Einem, Studt, Schönstedt und Bethmann-Hollweg, Staatssekretär Frhr. v. Richthofcn, der tonimanbierenb» General des Gardekorps t>. Kessel, Oberprästdenl v. Winterfeldt, der Oberbürgermeister, die Stadtverordneten, die Präsidien beider Häuser des Landtages. Mit dem Kaiser kamen die Prinzen Eitck Friedrich, Adalbert und Friedrich Wilhelm. Oberbürgermeister Schustehrns hielt eine Ansprache an den Kaiser, in der er für seine Teilnahme an der Denk, matsweihe und der Zweihundertjahrfeier der ©taW dankte.
— Am Samstag Vormittag begann in Karlsruhe der badilche Landeskrregertag, vw Hunden mit der Frier des 25jährigen Protektorats- Jubiläums des Großherzoas über den badisches Militärvereinsverband 160V0 alle Soldaten weilte« in dielen Taren in den Manern Karlsruhes. Du Stadt ist festlich geschmückt. Dem Großherzog wurde aus diesem Anlaß eine Spende überreicht, die unter dem Name» .Veteranendank' zugunsten bedürftiger Kriegsveteranen bestimmt ist und den Betrag von 250000 Mk. erreicht hat.
- Im Großherzogtum Hessen herrscht augenblicklich ein empfinvl'cher Mangel an Volks« schullehrern. An verschiedenen Orten konnte dir dringend nötige Errichtung neuer Schnlstellen nicht vor sich gehen; ebenso harren viele durch Krankheit oder Tod erledigte Stellen der Besetzung. Die durch den Bevölkerungszuwachs notwendig gewordene Vermehrung der Schul'loffen, vielleicht auch der Umstand, daß jetzt viele Lehrer durch ihre Militärpflicht auf ein ganzes Jahr ihrer Berusstätiakeil entzogen werden, dursten die Ursachen sein. Allerdings Werse« die drei Lehrerserr narien i« Bensheim, Friedberg und Alzey eine sehr hohe Zahl von Schülern auf. Sollt« aber diese Zahl in den nächsten Jahren nicht a«S»