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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

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Sonntagsbeilage: Jllustrirtes Sonntagsblatt.

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Vierteljährlicher BezugZpreiSi Dtt der Erprditio» 2 äÄt, bet allen Postämtern 2,25 Mk. <e$cL Bestellgeld).

Znserttonsgebühr: die gespaltene Zeile ober Deren Raum 10 Pfg.

Reelamw: die Zelle 25 Pfg.

Marburg

Donnerstag, 25. Mai 1905.

Erscheint wöchentlich Reben mal.

Druck und Verlag: Joh. Ang. Koch, llniversttätg-Buchdruckera 40. Jahrg.

Marburg, Markt 21. Telephon a5.

Nkueße Telegramme.

Berk«, 24. Mai. Die vereinigten Offizier» korps der Armee sowohl wie der Marine werden dem kronprinzlichen Paare zur Hochzeit wertvolle Angebinde überreichen.

Berlin, 24. Mai. Zur Frage der ReichtagS» vertagung verlautet nach einer Korrespondenz, der Reichskanzler habe sich für Vertagung bis zzrmi Oktober ausgesprochen. Natürlich würde eine solche Vertagung bald, jedenfalls noch vor Pfingsten eintreten.

Münster i. J3., 24. Mai. Das Kriegsgericht sprach den wegen Beschimpfung der katholische« Kirche angeklagten Divisionspfarrer Bachstein in Mnden frei. Der Anklagevertreter Kriegs» gericlpsrat Dr. von der Horst beantragte selbst bte Freisprechung.

Ko bürg, 24. Mai Die Hochzeit des Herzogs Karl Eduards von Sachsen-Koburg-Gotha mit der Prinzessin Viktoria Adelheid zu Schleswig- Hol» ftein-Sonderbnrg-Glücksburg wird Ende des Monats Oktober d. Js. in Schloß Glücks­burg stattfinden. Nach einer kurzen Hochzeits­reise wird das Neuvermählte Paar auf dem re­staurierten Schlosse Callenberg bei Koburg Auf­enthalt nehmen.

Bern, 23. Mai. Vom Internationalen Friedcnsbureau wurde nach lebhafter Debatte der Antrag abgelehnt, die Erörterung der elsaß- lothringischen Frage auf die Tagesordnung zu sehen. Ebenso wurde davon Abstand genommen, die Frage des Verhaltens im Angriffskrieg sowie betreffend Errichtung einer Friedensakademie ia die Tagesordnung aufzunehmen.

Petersburg, 23. Mai. Gegenüber der von Paris aus verbreiteten Meldung, wonach Ad» nciral Roschestwenski gestorben sein soll, erklärt die Petersburger Telegrnphen-Agentur, daß hier nichts bekannt ist.

Bukarest, 23. Mai. Der am 23. d. M. statt- findenden feierlichen Einweihung des Kabels Konstanza-Konstantinopel wird auf Einladung dos Königs auch der deutsche Botschafter in Kon­stantinopel, Freiherr v. Marschall, beiwohnen.

London, 23. Mai. Im Unterhause fand heute Nacht eine wüste Szene statt. Nachdem Campbell Bamwrmann die Vertagung des Hauses bean- tragt hatte, um auf Balfours Erklärung hinzu- Weisen, daß eine Kolonialkonferenz 1906 die fsraAe kolonialer Bevorzugung erwägen solle, ehe darüber ans Land appelliert worden sei, wollte der Kolonialmiuifter Lptteltou erwidern, wurde aber von der Opposition, die verlangte, daß Balfour selbst spreche, niedergebrüllt. Alle seine Versuche, zu Worte zu kommen, waren vergeblich. Das Gaus tobte weiter, der Präsident war nicht imstande, Ruhe zu schaffen. Schließlich wurde die Sitzung aufgehoben.

Lissabon, 23. Mai. Der Herzog von Oporto ist nach Berlin abgereist, um der Hockwit des Kronprinzen beizuwohnen.

$ 'Nachdruck berU-;cn.)

Schatten der Vergangenheit.

Roman von B. Eoronh.

lskorisedung.)

Eines Morgens hatte Henry der Kleinen heiße Worte zu geflüstert und sie hatte mit niederge- schlagenen Augen schweigend dagestanden, das geizende Gesicht gleichsam in Rosenglut getaucht und ein wunderliebliches Lächeln run die leicht- geöffneten Lippen.

Die jugendliche Gestalt zitterte leise, wider- strebte aber nicht, als er sie umschlang und an seine Brust zog.

... HumM still verschwiegener Seligkeit

Liesbeth nach Hause. So recht wie ein Marchknpnnz !vor Clairville in ihr Leben ge­treten, pe hing nun au ihm mit zärtlicher Hin­gebung, und der ganzen SMvärmerei einer rei­nen. unverdorbenen Seele, in welche die Liebe zum erstenmal eingezogen ist. Der Gedanke, daß ste durch diese» Verschweigen den Eltern gegen- S, b'^-Uurecht begehe, kam ihr nicht in den ml" ' geliebt und liebte wieder

und Erwägungen hinsichtlich der Hunmst, das n>aren lauter Dinge, die jetzt nicht ffir ge existierten. Sie überlegte nickt fürchtete nicht, zweifelte nickt, Ihr ganzes ft » L Weichheit und Glückseligst. 3 ,fn toar

Clairville fand diese ländliche Idylle, die ibm einen erwünschten Zeitvertreib bot, allerliebü ohne sie auch nur im entferntesten ernst zu neh- wen Leichtsinnig und oberflächlich, wie er war icaer ff°.r nicht fähig gewesen sein, Elisabeths warmes und keusches Enipfinben zu verstehen, o: Oobnend und rauchend saß er einst in seinem «rmmer als man ihm eme Karte überbrachte.

^nry eilte dem Ankommenden entgegen. . .Ser gegrüßt, Papa, vielmal gegrüßt!^

Der rrrssijch-jLpMsche Krieg.

A»S der Mantzschufri.

Die Aussichten auf eine bevorstehende große Schlacht, die nach den letzten Meldungen zu erwarten war, scheinen sich doch nicht zu ver- wirklichen, denn nach wie vor handelt eS sich bei den stattfindenden Gefechten nur um größere Rekognoszierungen bei den Armeen. General Lenkwitsch telegraphiert vom 21. Mai, daß am 19. Mai eine der russischen Abteilungen das Dorf Shahotse besetzte und daß am nächsten Tage der Bormarsch nach Süden fortgesetzt wurde. Am 19. Mai hatte eine andere Kolonne ein Artilleriegefecht in der Nähe der Bahn­station Tbantufu zu bestehen. Sie zwang die Japaner die Station zu räumen und am 20. Mai sich nach Süden zurückzuziehen. Auch diese Kolonne setzte den Vormarsch nach Süden fort. Die Kolonne, die sich am 20. Mai Nanchentse genähert hatte, verbrannte den Ort. Am 20. Mai fand in der Nähe des Dorfes Armagan, vier Werst westlich von Kinchouantse, das von einer starken japanischen Abteilung besetzt war, ein Jnfanteriegefecht statt.

Nach amtlicher Bekanntgabe aus dem japa­nischen Hauptquartier vom 23. Mai sind die feindlichen Kavollerietruppen, die vom rechten Ufer des Liauho auf Umwegen gegen Fakumen vorrückten, von der japanischen Nachhut in zahlreichen Scharmützeln geschlagen worden. Sie lagerten sich, nachdem sie auch in der Um­gebung von Tufangscken einen Mißerfolg er­litten hatten, am 20. Mai mit der Hauptmacht bei Siautatzu, 26 Meilen von Fakumen. Am 21. Mai zogen sie sich auf das rechte Ufer des Malienho zurück. Mehrere Kompagnien, die auf dem linken Ufer des Flusses geblieben waren, wurden seitdem von japanischen Truppen besiegt und zogen sich in Unordnung nach Norden zurück. Auf anderen Teilen des Kriegsschau­platzes sind keine Veränderungen eingetreten.

Bo» den Flotten.

Im Gegensatz zu der früheren Aktivität der japanischen Flotte ist man über die jetzt bei dem Herannahen der großen russischen Flotte geübte Zurückhaltung des Admirals Togo mit Recht erstaunt und sein Verhalten gab schon zu vielen Vermutungen Anlaß. Die Taktik Togos wird jetzt von einem englischen Blatte folgender­maßen dargeleqt:

Togo beabsichtige keineswegs den Nüssen die erwartete Schlacht zu liefern. Er werde im Gegenteil einer solchen nach Möglichkeit auszn- weicken suchen und sich darauf beschränken, die russische Flotte durch Torpedoboote zu beun­ruhigen. Togo wolle nicht riskieren, seine Kriegs- sckiffe einzubüßen. Obwohl Roschestwenski an Panzerschiffen überlegen ist, glaube man in Tokio, durch die Torpedoboote den Russen überlegen zu sein. Togo wolle da« russische Geschwader , " - .....= . i

8. Kapitel.

Der alte Herr, der trotz seiner grauen Haare und des grauen Schnurrbartes das Muster eines eleganten Lebemannes war, bemerkte etwas ent- täüscht:

Ich treffe Wohl zu ungelegener Zeit hier ein, da mich nur mein eigener Sohn empfängt?"

Du mußt einstweilen mit mir vorlieb neh­men. Tante Pflegt sich immer gleich nach dem Diner zurückzuziehen und Viktoria liest ihr aus irgend einem frommen Buche vor, bis vermutlich beide darüber einschlafen. Onkel Georg ist wie­der mal von den Nerven geplagt und ersuchte mich vor vierzehn Tagen schon ausdrücklich, ihn nötigenfalls zu vertreten. Also bitte, komm mit mir. Lassen Sie zwei Gedecke im Speisesaal auflegen," befahl er dem Diener.

Nicht doch!" protestierte sein Vater.Ich habe schon unterwegs diniert."

Aber eine Tasse Kaffee wirst Du doch mit mir trinken?"

Ja. Aber, wenn möglich, in Seinem- Zimmer."

Schön, Papo. Die beiden für Dich bestimm» ten Zimmer liegen dicht neben den meinigen."

Gut. Ich bedauere aber lebhaft, Herrn von Dunois wieder leidend zu finden. Hättest Du mich davon benachrichtigt, so würde ich meinen Besuch verschoben haben."

Das wäre zwecklos gÄvesen. Hier herrschen ganz unberechenbare Zustände. Darüber reden wir unter vier Augen. Mir ist es, aufrichiig gesagt, sehr lieb, daß uns gleich in dieser ersten Stunde dazu Gelegenheit geboten wird."

Nun gut!" stimmte der alte Graf bei und fragte, nachdem er es sich etwas Bequem gemacht öatte:Ist denn das schone Schloß ein Sitz der Melancholie und des Weltschmerzes?" 1

es wohl so nennen. !*"$*

«Welcher Unsinn! Das muß anders werdenff'-,.

ruhig die Gewässer von Wladiwostok erreichen lassen (?), wo er hoffe, es mit der gleichen Tak­tik vernichten zu können, wie die russischen Schiffe vor Port Arthur. Demnach scheint an den Gerüchten über RoschestwenSkiS Rücktritt doch etwas Wahres gewesen zu sein.

AuS Petersburg wird von gestern gemeldet: Admiral Birilew ist zum Kommandierenden der Flotte im Stillen Ozean mit den Rechten deS Kommandierenden einer selbstständigen Armee ernannt worden. An seine bisherige Stelle tritt Vizeadmiral Nikonow.

lieber RoschestwenSkiS Flotte liegen keine Nachrichten vor. ES scheint ihm gelungen zu sein, unbemerkt von den Japanern die Süd­spitze FormosaS nach Nordosten zu passieren. Nach einer Meldung derTimes" aus Washing­ton hat die amerikanische Regierung von der angeblichen Absicht des Admirals Roschestwenki, in den amerikanischen Gewässern Kohlen einzu­nehmen, keine Kenntnis. Jedenfalls würde Amerika strengste Neutralität wahren. Die russischen Schiffe würden die Erlaubnis erhalten, Kohlen zum Verbrauch bis Wladiwostok, nicht darüber hinaus, einzunehmen. Mehr brauchen sie auch nicht, da sie alles in Wladiwostok finden.

London, 23. Mai. Nach einerTimes"- Meldung aus Petersburg geht dort in Kreisen der Marinebehörden das Gerücht, der mehrmals angekündigte Ankauf südamerikanischer Kriegs­schließlich daran gescheitert, daß sowohl die französische, wie die englische Regierung daS Geschäft als rffenknndige Nentralitätsverletzung sehr ernstlich beanstandet hätten.

Tie russische« Verluste

sind von den Japaner im Gegensatz zu den An­gaben über ihre eigenen Verluste stets über­trieben worden, namentlich soweit die beiden großen Schlachten in der Mandschurei in Frage kamen. Der Oberfeldchirurg der russischen Armee, Dr. R. R. Wreden, der sich die ganze Zeit über im russischen Hauptquartier befindet, stellt jetzt folgende Angaben zur Verfügung, die wohl Anspruch auf Glaubwürdigkeit machen dürfen:

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Bei Tjarenlchen:

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, Wasangou:

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, Daschitschao:

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171

4878

12

137

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1024

Im August:

88

2554

48'

13761

19

330

16

1857

, September:

98

2112

406

13906

8

213

32

3569

", Oktober:

82

16:34-

381

12071

|24

467

4

1493

Total: 344

601

68

96

9577

Der Gesamtverlust betrug also zum

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flov.

alten Stils 2109 Offiziere und 67 753 Unter­militärs.

Anders werden? Ha, ha, hat"

Warum lachst Du?"

Weil ick auch von Dir den alten Refrain höre:Es muß anders werden!" So stöhnt der Onkel, so sagst Du und so meine ich auch. Es wird aber nicht anders. Die nonnenhafte Fröm­migkeit der Tante, der nervöse Zustand des Onkels und Viktorias eifriges Pflichtgefühl er­geben eine, die Lebenslust ertötende Stimmung."

Liebt Dich denn Fräulein von Dunois?"

Würde sie sonst nicht energisch gegen den ihr bekannten Plan opponiert halEN?"

Warum dringst Du also nicht darauf, sie bald zu besitzen?"

Als ob es möglich wäre, Viktoria Vorschrif­ten zu machen!"

Mein lieber Henry, in Deinen Jahren würde ich an meiner Macht über ein verliebtes Mädchen nicht gezweifelt haben."

Die Baronesse ist eine ganz un ergrün blicke Natur. Heute Glut und Leidenschaft morgen kalt und gleichgilfig immer jedoch entschlüpft sie mit schlangenhaster Geschmeidigkeit jedem Versuch, sie festzuhalten."

So, so! Lieber Sohn, ich kann Dir nur den Rat geben, die schöne Schlange baldmöglichst ein­zufangen. Unsere finanzielle Lage ist leider keine beneidenswerte. Der Unterhalt eines vor­nehmen Gaules kostet viel und Deine tollen Streiche haben bereif? ein Vermögen der- scklungen. Jetzt bin ick absolut anher stände. Dich noch ferner zu unterstützen und Deine leichtfertig eingeggngenen Verpflichtungen zu übernehmen. Durck Deine Vermählung mit Fräulein von Du- nois läßt sich alles arrangieren auf andere Weife nicht. An Zeit und Gelegenheit, wichtige Interessen wahrzunehmen hat es Dir doch wirk- lrch nicht gefehlt." . .

'Daß sich die Sache fo lange hinzieht, ist mir nicht minder peinlich, als Dir.*

Deutsches Reich.

- ,z; 'i,;' Berlin. 24. Mak.

* Seine Majestät der Kaiser unternahm gestern Dienstag Morgen, wie aus SBie$- baden berichtet wird, einen Spazierritt uni hörte sodann die Vorträge der Chefs des Zivil» sowie Mflitärkabinetts.

Das Befinden der Kaiserin isi befriedigend. Ihr Leibarzt, Geheimrat Junker^ ist gestern Vormittag aus Berkin in Wiesbaden eingetroffen und Bleibt einige Tage dort. Di- Abreise des Kviserpaares ist auf unbestimmt« Zeit verschoben worden.

Bu8 gut unterrichteten parlamentarische» Kreisen wird der .Deutschen Warte" m'tgeteilt, bah der Schluß deS Landtage« wahrscheinlich nicht wie erwartet wurde, vor Pfingsten erfolgen tann. Wenn auch die Beratungen über die die Fürsorge für die Arbeiter betreffenden Abänderungen de« Ber» gesetze« die dritte Lesung im Abgeordnetenhaus ist für Freitag angeletzt sich vielleicht nur bis i* die nächste Woche hinzieben werden, so wäre immer noch die Vorlage, die sich auf die Stillegung da Zechen bezieht, zu erledigen. Ter bezügliche Korn» misfionsbericht wird in dieser Woche verteilt werden, die Verhandlungen hierüber werden aber erst im An­schluß an die Arbeiternovelle beginnen können. Di« Erledigung der parlamentarischen Geschälte wird aber in der ersten Juniwocke durch die Hochzeitsfeier de« Kronprinzen wesentlich gehemmt werden, so daß. wenn man außerdem die Ferienstimmung des Hause« in Betracht zieht, eine wesentliche Förderung der Arbeiten nickt zu erwarten ist. Was nun das Herren­haus anbetrifft, so ist nach allem, was man hört, keine Stimmung dafür vorhanden, die Berggesetz, entwürfe ohne weiteres in der Fassung, die das Ab­geordnetenhaus ihnen gegeben hat, anzunehmen. Sir werde« im Gegenteil einer ernsten Prüfung unter­zogen werden. Auch das Gesetz betreffend die Bilbunq gemeinsamer Jagdbezirke muß beraten werde«. Sollt« es daher noch möglich sein, daß das Abgeordnetenhaus sein Pensum bis zu Psingsten bewältigt, so kann man wohl annehmen, daß das Herrenhaus noch nach dem Feste S tzungen abbatten wird, die vielleicht erst gegen den 20. Juni ihr Ende finden können. Für den Fall, daß die Session geschlossen wird, muß dies im Abge- o bnetenbauie verfassungsmäßig gleichzeitig wie im Herrenhouse geschehen.

Der ständige Ausschuß des Deutschen Landwirtschaftsrates tagte, wie schon kurz gemeldet, vom 22. 24. Mat in Stutt­gart Der Minister des Innern von Pischci begrüßte die Erschienenen namens der toürtk-- bergischen Staatsregierung. Die Versammlui befaßte sich am ersten Veichandlungstage mit der Fnage der Verschmelzung der Arboiterversiche- rungsgesetze. Der Ausschuß begrüßte das Vor­gehen der Reichsregierung in dieser Richtung und beschloß den. Gegenstand auf die Tagesordnung der nächsten Plenarversammlung zu setzen, be­grüßte sodann die Verhandlungen der deutsche» Regierungen zur Einführung einer Eisenbahn» betriebsimittelgemeinfchaft, der er auch im Inter esse ter Landwirtschaft einen baldigen günstige» Abschluß wünschte. Schließlich wurde uoch üb« die gesetzlichen Maßnahmen gegen den Grund­stückswucher beraten und beschlossen, auch diesen Gegenstand auf die Tagesordnung der Plenar­versammlung zu setzen. Am gestrigen Tage wurde über die reichsgesetzliche Regelung des Privat­versicherungswesens, ferner über die Erhebungen

Aber Dunois leidender Zustand ermöglicht es Dir doch, die Baronesse oft ohne Zeugen zu sprechen."

O ja*

Und trotzdem bist Du Deinem Ziele nicht näher gekommen? Man nannte Dich doch 'rühor einen auserwählten Frauenlieblingl"

Der schmeichle ich mir auch heute uoch z« sein, aber Viktoria ist eben nicht leicht zu ge­winnen."

Ihr seid doch so gut wie verlobt."

Nun ja "so gut wie" aber noch nicht la aller Form!"

J&o bringe iorauf, daß es geschient I"

Das tat ich schon leider erfolglos."

Bist Du überzeugt, daß es sich vielleicht nur um ein kokettes Zögern handelt?"

^Um was denn sonst?"

Hast Du nicht etwa einen Rivalen?"

Hier, wo es nur Krautjunker giebt? Nein! Da wüßte ich wirklich keinen, dem ick die Ehrs antun sollte, eifersüchtig auf ihn zu sein."

Desto besser. Treibe nur die Sorglosigkeit nicht wieder zu weit. Du pflegst gerne in de» Tag hinein zu leben und die Dinge an Dich her» ankommen zu lassen."

Ja, soll ich mir denn schon im Voraus all« fötalen und ärgerlichen Möglichkeiten aus malen? Wenn sie da sind, kann und muß man sich ohne­dem zur Genüge mit ihnen besckäftigen."

Wer klug ist, beugt bei Zeiten vor, met» Sohn. Es wird gut sein, wenn ich die Gelegen- hest benütze, Dir einen klaren Einblick in unser« Verhältnisse zu gewähren." ,

Der Kolonel sprach lange und eifrig mit fer­nem Sohn und legte ihm verschiedene Papier? vor.

(Fortsetzung folgt.)