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Baronesse.

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goldigem Sonnenglanz schien in ihre strahlen.

Unterdessen schritten Mctoria und dem nahen Schlosse zu.

Ein liebes Kind, nicht wahr?"

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Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Berlag' Joh. Ang. Koch, UmverfitSts-Buchdruckerei 40. Jahrg.

Marburg, Markt 2L Telephon 55.

der Stirne unbedenklich ist,

Sie eilte die Treppe empor. Im ging Josef wie eine Schildwache vor mächern seines Herrn aus und ab.

Lachen, dann zorniges Geschrei und endlich wieder -kn monotones Plappern."

Routine verfügen, die Du bei ihr vermissest? Linkisch und unbeholfen ist sie nicht, o nein! Ihre kindliche Bescheidenheit und Zurückhaltung sind voller Reiz und Anmut."

Ist es meine Schuld, trenn ich die Vorzüge dieser Kleinen neben den Deinigen nicht be­merkte?"

Keine Schmeichelei, Henry! Du weißt, daß ich solche nicht liebe. Wir wollen immer wahr und aufrichtig gegen einander sein."

Ich bin eS, indem ich so svreche. Aber da Du Offenheit verlangst"

Nun?"

Co will ich nicht verschweigen, daß ich hoffte, wärmer von Dir empfangen zu werden."

Sekundenlang schritt sie schweigend neben ihm her und sagte dann ruhig:Du mußt mich neh­men, wie ich bin. Lebhafte GefühlÄiußerungen waren nie meine Sache."

Schatten der Vergangenheit.

Roman von B. Coronh.

< ;v. ruefe.txng.)

Wie ein scheues Vögelchen schlüpfte die Kleine ht das Gehölz, den kürzesten Weg nehmend. Aber als sie noch einmal schüchtern daS Köpfchen wandte, bemerkte sie, daß auch Henry zurück sah. Gleich einem Feuerstrahl sprühte c3 aus seinem Blick in ihr junges, hestig pochendes Herz hinein «ul dabei war ihr so froh, so wonnig zumute. Der ganze Himmel mit seinem reinen Blau und

zugezogen, die zwar aber Anlaß zum Auf-

Der ruMch-javanische Krieg.

Aus der Mandschurei.

Die spärlichen Nachrichten auS dem russischen oder japanischen Hauptquartier, die nur von unbedeutenden Gefechten berichteten, scheinen nunmehr durch wichtigere abgelöst zu werden.

Aus Tokio wird gemeldet, laut Nachrichten auS der Mandschurei stehe ^eine neue Schlacht jetzt bevor. Die Rusten halten eine 67 Kilometer lange Linie von Jehotsching bis Hsidosien über Supingtschin inne und be­sitzen gute, stark verschanzte DerteidigungS- pofitiouen. Die Japaner gehen in drei Kolonnen von Kaiguan, Tschangtufu und Fakumen vor. Im östlichen Gelände sammelten sich die Rusten, die von Tunqhua und Hsingking zurückaingen, bei Wangkautse 64 km nördlich von Tunghua, zogen sich aber später nach Norden zurück, und ihre vordersten Stellungen sind jetzt bei Linho- tschen, 24 km nördlich von Wangkautse. Ihre Hauptstellung ist bei Hailungtschöng, wo General Matonilow kommandiert. Dort wird ebenfalls ein scharfer Kampf erwartet.

Auch eine andere Drahtmeldung auS Tokio weist darauf hin, daß eS jedenfalls bald zu einer allgemeinen Schlacht kommen dürfte. DaS japanische Felphauptquartier meldet: Drei auS gemischten Streitkräften bestehende russische

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Könnte ich nur ein. Wort der Entgegnung vernehmen!" dachte das junge Mädchen. ^Abel nichts nichts nichts!"

Sie, die zeitlebens zu stolz gewesen, zu lau­schen tat es jetzt mtt atemraubender Beklem­mung. Wenn da drüben wirklich noch jemand war, so mußte er sich doch durch einen Laut, durch irgend eine, wenn auch noch so leise. geäußerte Gegenrede verraten. Aber nein, nein! Jh» feines Ohr würde auch das heimlichste Geflüster vernommen haben, doch sie hörte nichts, nichts als eine in französischer Sprache hingeschnatterte Reihe von Worten, deren Sinn und Jnhaft fte nicht verstand. Schritte und Töne verhallten endlich eine Tür und hierauf eine zweite flog krachend zu dann war alles füll.

Die Baronesse sank in den nächsten Sessel und legte den Kopf auf die verschränkten Arme. Welches Geheimnis barg sich da drüben und hatte als Hüter nur einen erbärmlichen, bezahlten Diener?

Lange lag sie so in tiefes Sinnen versuw ken da.

In dem Schlosse, das wußte sie nun, ging etwas vor, das geheim gehalten werden mußte, und das nur der Treue und Ergebenheit eine- Dieners anvertraut war. Durfte denn Josef Kenntnis von Dingen haben, die der eigenen Tochter des Schloßherrn verschwiegen bleiben sollten? Nun und nimmermehr? So würde sich die Erbin von Horbell denn doch nicht beiseite schieben lassen! Freilich, es war ja ihre eigene Schuld, wenn sie dem Vater fern und fremd blieb. Er hatte ja beabsichtigt, ein herzliches Verhältnis anzubahnen, aber die gänzlich von der Groß- mutte'- Beeinflußte hatte sich diesen Bemühungen gegenüber abweisend verhalten und zwar seit dem peinlichen Vorfall in der kleinen Wirtschaft des Franz Niedermeier mehr denn je.

(Fortsetzung folgt.)

Schläft Papa?" fragte sie.

Ja, gnädiges Fräulein. Der Herr Baron haben eine schlechte Nacht gehabt und schlafen jetzt."

Schon wollte sie sich entfernen, als sie plötzlich stehen blieb und rief:Wie dürfen Sie es wagen mich zu belügen? Papa schläft nicht! Ec spricht ja mit jemandem. Wer ist bei ihm?"

Niemand, gnädige Baronesse."

Vierteljährlicher BezugSpreiSt der ott Erudition 2 Mk bet allen Postämtern 2,25 M. <ejcL Bestellgeld).

Jnserttonsgebühr: die gespaltene Zeile oder deren i". um 10 Psg.

Rcclamcn: die Zeile 25 Psg.

Die Arbeiterjchutz-Konferenz in Bern.

Auf die Ergebnisse der Kveiten internationalen Arbeiterschutzkonserenz, die, wie schon gemeldet, am Mittwoch ihre Verhandlungen beendet hat, kann man mit Befriedigung zurückblicken. Frei­lich war ihr Programm außerordentlich eng be­messen, und man f;anleite hierbei nach dem be­währten Rezept:Wenn du willst, was du kannst, dann kannst du, was du willst". Bei der. ersten internationalen Arbeiterschuhkonferenz, die vom 15. bis zum 29. März 1890 in Berlin getagt hat, staub, eben weil man das Programm, außer­ordentlich reich bemessen hatte, das positive. Er­gebnis ui.bt im Einklang zu diesem. In jener Konferenz, der die kaiserlichen Erlasse vom 5. Februar 1890 vorangingen, in denen es als die Aufgabe der Staatsgewalt bezeichnet wurde,die Zeit, die Dauer und die Ari der Arbeit, so zu regeln, daß die Erhaltung der Gesundheit, die Gebote der Sittlichkeit, die wirtschaftlichen Be­dürfnisse der Arbeiter und ihr Anspruch auf ge- setzliche Gleichberechtigung gewahrt bleiben", mür­ben fast alle Fragen des Arbeiterschuhes zur De­batte gestellt, so vor allem die Arbeit in den Bergwerken, die Sonntagsarbeit, die Kinder­arbeit, die Tätigkeit der jugendlichen Arbeit und die Frauenarbeit.

Diesem reichhaltigen Programm gegenüber erschienen die Ergebnisse der Konferenz fteflich sehr bedürftig: denn dieselben beschränkten sich auf eine Anzahl Resolutionen, die zunächst nur auf dem Papier standen. Aber sie sind doch zum Schluß nicht alle auf dem Papier geblieben, und es wäre sehr kurzsichtig, wenn man die positiven Wirkungen jener, auf die Anregung l£aifer Wil- Helms II. zusammengetretenen Konferenz ver­kennen wollte. Tatsächlich sind von ihr viele höchst bedeutsame Anregungen ausgegangen, die ebenso in Deutschland wie in anderen Ländern mannigfache Bestimmungen zum Schuh der Ar­beiter hervorgeruftn haben. In beul fünfzehn Jahren, bie fest jener Zeit vergangen sind, hat die Arbeiterschuhgesetzgebung in den meisten Län- bern erhebliche Fortschritte gemacht, und ein, trenn auch bescheidener Teil des Verdienstes hieran, muß jener ersten internatiow 'enArbeiter- schutzkonferenz in Rechnung gestellt werden. Aber die Arbeiterschutzgesehgebung hat indessen nicht nur in den einzelnen Ländern Fortschritte ge­macht, sondern auch bescheidene Ansätze zu inter­nationalen Vereinbarungen sind gerade in den letzten Jahren zu verzeichnen gewesen. Wir erinnern vor allem cm den französisch-italienischen Arbeiterschutzverftag vom 15. August 1904 und an den Artikel 6 des am 1. März nächsten Jah­res in Kraft tretenden Handelsvertrags zwischen Deutschland und Oesterreich-Ungarn, dernzufolg- sich beide Mächte verpflichten,in freundschaft­lichem Einvernehmen die Behandlung der Ar­beiter des einen Teils in den Gebieten des an- bern hinsichtlich des Arbeiterschutzes unb der Arbeiterversicherung zu dem Zwecke zu prüfen, um durch geeignete Vereinbarungen bir" n Ar- beitem wechselseitig eine Behandlung zu sichern, die ihnen möglich gleicherweise Vorteile bietet."

Kolonnen sind in der Nähe der Eisenbahn in südlicher Richtung vorgerückt; sie wurden a» 18. Mai von den Japanern angegriffen «atz nach Norden zurückgedrängt; gleichzeitig machte» 500 russische Reiter einen Angriff aus daS Feld­spital in Kang'Pin am rechten Ufer deS Liauho, Japanische Artillerie und Infanterie sprengt«, die Angreifer unter Zufügung schwerer Verlust« auseinander.

To war dec Boden für die zweite Arbeiter­schutzkonferenz, die in Bem vom 8. bis zmn 17. Mai getagt hat, gut vorbereitet. Dazu tun, daß man, wie schon betont, das Programm außer­ordentlich eng bemessen hatte, indem man eS auf die Fragen des Verbotes der Verwendung von weißem Phosphor in der Zündholzinbustrie und der Abschaffung der Nachtarbeit der Frauen be­schränkte, über die wir vorgestern berichtet haben.

Es ist nicht zu bezweifeln, daß diese Be­schlüsse der Konferenz, an der famtlLfe europäi­schen Staaten, mit Ausnahme von Rußland und Griechenland, teilgenommen haben, zur prakft- schen Durchfühmng gelangen werden. Was Deutschland betrifft, so wird r fer durch jene Beschlüsse nichts neues geschaffen. Das Ver­bot der Verwendung von weißem Phosphor ist schon im Jahre 1903 durch Reichsgesetz ange­ordnet worden. Und waS die Nachtarbeit der Frauen betrifft, fo ist diese in Deutschland längst verboten. Die Beschlüsse der Konfew z bedeuten hier also nur eine unwesentliche Erweiterung. Jedenfalls wird man den Wunsch aussprechen müssen, daß auf die zweite Konferenz die dritte schneller folgt, als jene auf die erste; denn waS in den Erlassen vom Jahre 1890 gesagt wurde, dürste beute unbestritten gelten:Die in der internationalen Konkurrenz begründeten Schwie­rigkeiten der Besserung der Arbeiter lallen sich nur durch internationale Verständigung der an der Beherrschung des Weltmarktes beteiligten Länder, wenn nicht überwinden, fc doch ab- slbwäcben."

Marburg

Dienstag, 23. Mal 1905

Ich höre doch sehr laut und aufgeregt sprechen."

Josefs gutmütiges Gesicht wurde feuerrot und eine heiße Blutwelle stieg ihm bis unter das weißblonde Haar.

^Es ist wirklich jemand bei dem Herrn Baron," stammelte er,aber ich darf nicht sagen, wer es ist. Und ich darf auch niemanden einlassen. So hat's der Herr befohlen und daran muß ich mich halten. Ich bitte um Verzeihung, gnädige Baronesse."

Schon gut! Den Befehlen meines Vaters haben sie natürlich zu gehorchen," erwiderte Victoria. Dann suchte sie ihre eigenen Zimmer auf, aber nicht ohne von seltsamer Unrnhe ge­quält zu werden.

Wenn wirklich zwei Personen dort drinnen waren, wie kam es dann, daß man immer nur bie Stimme beS Barons verimhm unb keine anbere?

Das eine Zimmer der jungen Dame hatte zwei Eingänge, deren einer mit den Räumen ihres Vaters in Verbindung stand. Diesen zwei­ten Eingang hatte sie bisher nie benutzt, sondern stets verschlossen gehalten. Jetzt drehte Victoria den Schlüssel um und drückte leise auf die Klinke. Man mußte jedoch von der anderen Seite an ge­riegelt haben, denn die Türe gab nicht nach. Auf wiederholtes Klopfen und die Rufe:Papa! Darf ich herein?" erfolgte keine Antwort, wohl aber drang ein dumpfes Gemurmel herüber. Dann tourbe dieses rastlose Sprechen lauter und verständlicher und zu gleicher Zett vernahm Vic­toria näherkommente Schritte. Und plötzlich schrack sie heftig zusammen. Was war das für ein sinnloses Geschwätz unzusammenhängend und unvermittelt von einem Gegenstand' znm

fchub der Abreise des Kaiserpaares von WieS- baden gegeben hat, welche auf heute Abend fest- gesetzt war.

Frankfurt a. M., 21. Mai. Königin Margherita von Italien nebst Gefolge ist hätte Vormittag kurz nach 11 Uhr int Automobil von Wiesbaden kommend, wieder hier eingetroffen und wieder- um im Hotel Fürstenhof abgeftiegen.

Wien, 21. Mai. DerKorrespondenz Wil- helm" zufolge wird sich Erzherzog Ftanz Ferdi- nand in Vertretung des Kaisers zur Vermählung des Kronprinzen nach Berlin begeben. Auch eine Abordnung des Offizierkorps teS 13. Hu- sarenregiments, welches den Namen des Kron- Prinzen führt, wird zur Hochzeitsfeier nach Berlin reisen.

Paris, 22. Mai. Prinz Arisugawa von Ja­pan, ter mit feiner Gemahlin im Auftrage des Mikado den Feierlichkeiten bei der Hochzeit un- seres Kronprinzen beiwohnen wird, trifft, nach einer Blättermeldung, am 29. d. Mts. in Berlin ein.

Konstantinopel, 20. Mai. Nach dem heutigen Selamlik wurde der deutsche Botschafter Freiherr Marschall von Bieberstein vomSnltan in Audienz empfangen. Der türkisch-rumänische Zwischen­fall nimmt bei der Geneigtheit der Pforie, den rumänischen Ansprüchen Rechnung zu tragen, einen ruhigen Verlauf.

Cettinjr, 20. Mai. (Wiener Korr.-Bur.) Fürst Nikolaus ist zum Besuche des Kaisers Ml- helm nack Berlin gereist.

Tokio, 20. Mai. (Amtlich.) Die aus rusiischer Quelle stammende, in Europa verbreitete Nach­richt, Javan habe die Absicht, den Kaiser von Korea nach Japan zu bringen, wird amtlich für gänzlich unbegründet bezeichnet, da keine derartige Absicht bestehe.

Deutsches Reich.

»erlitt, 23. Mai.

Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin sowie Königin Margherita von Italien unternahm«» von Wiesbaden am Samstag Morgen 8»fr Uhr mit kleinem ©einige in Automobilen einen Ausflug nach Homburg v. d. H. und von dort zur Saalburg, wo sie 10 v« Uhr eintrafen. Die Maiestäten besuchtem zunächst in Begleitung bei Geheimrots Jacobi mch de8 Landrats v. Marx daS Mithräum. Am Saab burgkastell wurden die hohen Herrschaften von deut Zweiten Bürgermeister von Homburg, Feige, und dech Kurdirettor Frhrn. v. Maltzahn begrüßt Sie befich tigten den Neubau des Horreums und begaben sich dann in daS Prätorium Dort wurde dem fiatffl der neugewählte Bürgermeister von Homburg, Mast vorgestellt. Nachdem ein Imbiß eingenommen war wurde um 11*/« Uhr die Rückreise nach Wiesbaden ang« treten. Später trafen der Großherzog und die Trost Herzogin von Hellen in Wiesbaden ein, besuchte dal Kaiserpaar und die Königin Margherita und nähme» an der Frühstückstafel im Schlosse teil Nachmittag» erfolgte die Abreise des GroßherzogSvoareS. An bei Adendtasel beim Kaiser und der Kaiserin nahm bk Königin Margherita mit Gesoloe und Ehrendienst teil. Der vierte und letzte Festspielabend bracht» DelibeS .Copvelia" in Berliner Ausstattung mit de« königlichen Berliner Ballettchor und der Prima, Ballerina dell'Tva. Unter den Klängen der Fanfare, und den Hochrufen des Publikums erschienen bei Kaiser, die Kaiserin und die Königin Margherita in der großen Loge. Sie wohnten der Borstellung bei und beteiligten sich lebhaft an dem Beifall, den dal Publikum der Borstellung mehrfach, auch bei offene» Szene, spendete Am gestrigen Sonntag besucht» der Kaiser und die Kaiserin morgens die Marltkirche. Königin Margherita von Italien besuchte die katho­lische Kirche. Um 9 Ubr begab sich daS Kaiserpaa» noch der Billa Acker, verweilten dort bei der Königin längere Zeit und verabschiedeten sich von derselben auf das herzlichste. Königin Margherita trat daraus im Automobil die Rückfahrt noch Frankfurt a. M, an. Die Majestäten kehrten nach dem Schloß zurück und unternahmen später eine Spazierfahrt.

Die .Norddeutsche' und Die .Kreuzzeitung berichten über die Konferenz der UniversitätS» rettojen im Kultusministerium: Verschieden« Organisationsfragen sind zu befriedigender Lösung gelangt. Auch über die Ausländerfrage, sowie bie Behandlung bet Stipendien für Privatdozenten er­gab sich allseitige Verständigung. Ferner bildete die Frage des Frauenstudiums einen Gegenstand der Besprechung. Die Angelegenheit der Studenten« ausschüsse sand ihre Erledigung durch eine An­sprache des Ministers, in der er ausspricht, daß ei von einer diesbezüglichen Ercänzung der Universitäts­statuten abfieht und der Erlaß vom 16. März in Wegfall kommt. Die Entschließung bei Ministers wurde von den anwesenden Rektoren mit Dank ausgenommen. <Wir haben bereits vorige Woche in einem Berliner Privattelegramm mitgeteilt, bag den Senaten freie Hand gelassen würbe, finden als«

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg »iut>

Sonntagsbeilage: Jllustriries Sonntagsblatt.

Allerdings nicht. Aber ich meine, es hätte sich doch manches zwischen uns geändert."

Nicht, daß ich wüßte. Ich bin Dir herzlich zugetan, wie ich es immer war, aber leidenschaft­liches Empfinden lag mir stets fern."

Sie fab nach den Fenstern te3 Schlosses hin- auf.Die Vorhänge tn Papas Schlafzimmer sind immer noch zugezogen. Ich muß wissen, was das bedeutet. Entschuldige mich meines Ausbleibens wegen bei Großmama."

Linkisch? Unbeholfen? Das gewiß nicht. Jck> finde Lieschens Schüchternheit unbeschreiblich hold."

Die Extreme berühren sich," scherzte er. «Was Dich anbelangt, so bist Du doch weit eher Walküre" alsdeutsches Gretchen"."

"Da hast Du recht. Wenn es daraus ankäme, wäre ich wohl imstande, mit Speer und Schild wider einen Feind zu streiten ober da man sich heutzutage dieser Waffen nicht mehr bedient auf andere Art zu kämpfen. Dessen ungeachtet erscheint mir zarte Schutzbedürftigkeit sehr lieb- «ich. Walters sind herrliche, feingebildete Men- schen, das gibt sogar mein oft ungerechter und verbitterter Vater zu. Der kleinen Liesbeth bin ich so herzlich gut, wie einer jüngeren Schwester. Wie kann ein in ländlicher Einsamkeit ausge­wachsenes Mädchen über jene gesellschaftliche

Neueste Telegramme.

i Berlin, 22. Mai. Bei den Hochzettsfeierlich- keiten des kronprinzlichen Paares soll die Flotte offiziell durch eine Abordnung vertreten fein.

Kiel, 20. Mai. Offiziere und Mannschaften der westamerikanischen Station, die halbe Be­satzung des KreuzersFalke", ist nach zweijäh­rigem Auslandsdienste heute wohlbehalten einge­troffen.

Dresden, 20. Mai. Der nationalliberale Ver­tretertag wurde heute von Saffermann eröffnet. Paasche wurde zum Vorsitzenden gewählt. Heber das neue Organisationsstatut referierte Patzig. Abgelehnt wurde die Aufnahme des Reichsver- bantes ter Jugendvereine tn den Organisattons- becband der Partei.

Karlsruhe, 20. Mai. Die Generalversamm- luilg des badischen Sparkassenverband' ' nahm eine Resolution an, in welcher sie sich gegen das Scherlsche Sparsystem ausspricht.

Wiesbaden 21. Mai. Die Kaiserin hat fich durcheinen Fall aufderTreppe eine leichte Quetschverletzung an

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