mit dem Kreis-Latt für Vie Kreise Marburg und Kirchhain.
Sonntagsbeilage: AUuftrirtes Sonntagsblatt.
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Marburg
Sonntag, 21. Mai 1905.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag' Joh. Lng. Koch, UmverfitätS^Auchdrnckerek 40.
Marburg, Markt 21. — Telephon 56.
Zweites Matt.
Neueste Telegramme.
Berlin, 20. Mai. Die Handelsvertragsver- handliingen mit Bulgarien werden vermutlich ierst in einigen Wochen zum Abschluß kommen, tza noch Erörterungen über eine ganze Reihe technischer Einzelfragen notwendig sind.
Berlin, 20. Mai. Dem Reichstage ging ein Antrag Albrecht und Genossen zu, den Reichskanzler zu ersuchen, baldigst einen Gesetzentwurf dorzulegen, durch den das Knappschastskassen- wesen für das gesamte Reich einheitlü geregelt wird. Der Antrag zählt die Grundsätze auf, die für die Regelung maßgebend sein sollen.
Dresden, 20. Mai. Der deutsch? national- liberale Vertretertag hat gestern Abend mit einer Begrüßung begonnen. Namentlich zahlreiche süddeutsche Vertreter sind anwesend. Es soll über die Simultanschule, die Reform der Berggesetz- gebnng, Jungliberalismus und Parteiorganisation beraten werden.
Paris, 20. Mai. Der „GaüloiS" glaubt zu wissen, daß der Papst nur die Veröf^ntlichung deS Trennungsgesetzes abwarte, um die erledigten ztvölf Bistümer zu besetzen. Der Papst beabsichtige zu diesem .Zweck das ursprüngliche Recht des französischen Klerus, sich seine Bischöfe zu wählen, wiederherzustellen. Die Wahlkörper würden aus den Bischöfen der betreffenden Provinz, den Domherren der Diözese und einer An- 'zahl von Priestern als Vertretern des übrigen Klerus Bestehen.
8t)on, 19. Mai. Heute Nachmittag traten die hiesigen Polizeibcamten teilweise in \n Ausstand, weil eine Anzahl von Kollegen, die sich in den lebten Tagen gegen die Dis-'plin vergingen, beute ihrer Aemter entsetzt wurden. Die Aus- ständigen wurden sofort durch Gendarmen und Soldaten ersetzt.
Fez, 20. Mai. Der Korrespondent der „Köln. Ztg." in Tanger meldet: Graf Tattenbach hatte auf besonderen Wunsch des SultanS eine erste Vrivataitdienz bei dem Herrscher. Sie dauerte eine Stunde und galt der Darlegung des deutschen Standpunktes in der marokkanischen Frage.
Washington, 19. Mai. Die Panamakanal- kommission wird unverzüglich so viele ausländische Schiffe chartern als nötig, um Las "iir den unmittelbaren Bedarf beim Kanalbau erforderliche Material nach dem Isthmus zu befördern.
Swakopmund, 19. Mai. Genera.leutnant von Trotha hat für die Auslieferung, ob tot oder lebendig, der folgenden Personen folgende Preise ausgesetzt: für Hendrik $htbot 250 Pfund oder 5000 Mark, für den falschen Propheten Stuur- mann Scheppert 150 Pfuird oder lwOO Mark, für Kornelius Frederik 100 Pfund oder 2000 Mark und für alle anderen schuldigen Personen 50 Pfund oder 1000 Mark.
Peking, 19. Mai. Der russische Geschäitsträ- ger brachte zur Kenntnis der chinesischen Regierung, daß eingerangene Nachrichten msolge die Japaner die Absicht hätten, den Kaiser von Korea trotz des Vertrages von Shimonoseki, der die
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Schatten der Vergangenheit.
Roman von B. Eoronh.
lftorrsehung.)
„Das fehlte gerade? Denn ich aber dieser .Victoria einmal zurückzahlen kann, was sie mir antat, dann geschieht'L und mit reichlichen Zinsen, verlaß Dich darauf! Ich vergesse und verzeihe nichts! Und es ist schlimm, mich zur Feindin zu haben. Ich hasse die Baronesse! Ich hasse sie! Und wenn ich einmal Gelegenheit finde, jemand, der mich kränkt, tätlich zu verwunden — so mache ich Gebrauch davon, und wär'!? mein eigenes Verderben!"
„Nur schade, daß Du überhaupt nicht in 'die Lage kominst, an der Dein Mütchen zu kühlen."
„Unmöglich ist nichts!"
1 »Aber doch wenigstens unwahrscheinlich!" „Reden wir nicht toeiter davon.!"
»Da stimme ich Dir bei. Wozu unnütze Worte verlieren?"
Schweigend gingen beide neben einander her.
Zu Hause angekommen, warf sich Susanne auf den nächsten Stuhl und riß die Haken ihres Kleides auf.
„Was in Dir denn? Ist Dir schlecht?" „Ich ersticke! Die ganze Luft brennt!" „llnsinn! In Deinem Herzen und in Deinem Kopf ist, Feuer ausgebrochen. Du dummes Mädel. Tas lösche nur, je eher, je lieber."
„Onkel — es ist nicht wahr! Du sagst doch auch, daß es nicht wahr ist, nicht wahr iem kann?"
„Was denn?"
»Daß er sie liebt!"
»Wer denn? Wen?"
Unabhängigkeit Koreas garantiert, nach Japan zu bringen. Die russische Regierung erhob aus diesem Anlässe bei allen Mächten Beschwerde.
Die Reichserbschastssteuer.
Es werden gegenwärtig große Anstrengungen gemacht, um weite Bevökkerungskreise für, die Einführung einer ReichserbschaftssteuLr günstig zu stimmen. Von einzelnen Seiten wird trotz aller halben Dementis versichert, daß die Reichserbschaftssteuer einen Bestandteil in dem Finvnz- reformprojekt des Staatssekretärs Freiherrn von Stengel bilden werde. Die Zentrumspresse tritt mit oller Entschiedenheit für diese angeblich neu- geplante Reichssteuer ein, ja, in der „Köln. Volksztg." gab sich ein Zentrumsparlamentarier die wiederholte Mühe, der Reichsleitung mit einem Konflikt zu drohen, sofern im Reiche auf eine andere Steueranelle als auf die der Be- lastung der Erbsckmften über die bisherigen Staatsvbgaben hinaus zurückgegriffen werden sollte.
Den Standpunkt der Konservativen in dieser Frage hat unlängst Dr. v. Hehdebrand und der Lasa im preußischen Abgeordnetenhause klar und deutlich dargelegt. Der konservative Führer bemerkte, wie wir hiermit wiederholen, daß seine Partei die allergrößten Bedenken gegen den Weg hätte, den mit der Erbschaftssteuer die Reichsregierung zu gehen im Begriff scheine. , Wenn diese Besteuerung int Reiche große Erträge erzielen sollte, sie würde sie außerordentlich hart sein müssen und entgegen der bisherigen Annahme die Bevölkerung schwer treffen. Außerdem würde die Reichserbschaftssteuer einen bedenklichen Eingriff in eine unserer preußischen Steuerquellen tun, die uns 11 Millionen Mark bringt. Soll nun die preußische Erbsck-aftssteuer neben der Reichssteuer bestehen bleiben, ober soll etwa die preußische Erhsichoftssteuer fortfallen. Auf jeden Fall wäre dieser ganze Weg überaus bedenklich. Das Reich soll seine Einnahmen ans den indirekten Steuern und den Matrikularbei- trägen decken. Wenn erst damit angefangen ist, direkte Steuern im Reich zu nehmen, so wird der Schritt immer weiter gehen und wir werden eine Reichseinkommensteuer und Reichsvermögenssteuer zu besiirchten haben. „Diesen Weg müßten wir — so erklärte der konservative Führer — vom preußischen Standpunkte atrfs entschiedenste bedauern und bekämpfen. Wir wünschen, daß unsere Regierung im Bundesrat dagegen Stellung nimmt."
Mit diesen Ausführungen, die sich zwar zunächst auf preitßische Verhältnisse bezogen, hat Dr. von Hevdebrand die Stellungnahme der kon- servativen Gesamtpartei in dieser Frage kund- gegeben. Die Einführung einer Neichserbschafts- steuer würde demgemäß dem schärfsten Widerstand der konservativen Partei begegnen. Dem Reiche stehen Steuerprojekte, die zu seinen Gunsten den Einzelstaaten entzogen worden sind, noch genug zur Verfügung, als daß es gerechtfertigt wäre, einen Eingriff in die Finanzholeit der Bundesstaaten zu machen. Der Annexion staatlicher Steuerprojekte durch das Reich würde unter Umständen selbst die vorläufige Beibehaltung der Matrikularuinlagen vorzuziehen fein.
Susanne strich den perlgrauen Handschuh so heftig ab, daß das feine Leder bis an die Naht hinauf wrriß.
„Muß ich Dir denn alles mit dürren Worten sagen? Ich glaube nicht, daß Kurt die Baronesse liebt, und daß ihr wirklich etwas an dem Assessor gelegen ist."
„So, so — das glaubst Du nicht? Und wes- f>aH nicht? Ich wüßte nicht, daß das so zw.ifel- haft wäre. Beide sind hübsch u.:d jung. Die Baronesse interessiert sich Wohl ein wenig für den jungen Herrn, und wenn dieser die Sache so ernst nimmt, ist das lediglich seine Schuld. Hat er sich getäuscht, um so schlimmer für ihn."
„Nur für ihn — nicht auch für mich?"
„Du mußt eben darüber hinauskommen."
„Ich muß? Und wenn ich nicht kann?"
„Du wirst schon können."
„.Hast Du denn eine Ahnung, was es heißt, jemanden lieben ?"
„Wenn dieser jemand sich aber nicht „so viel" aus Dir macht?"
Heller schnippte gewohnheitsmäßig mit den Fingern.
„Das müßte mir erst bewiesen werden. Dann —*
„Nun, bann?"
„Würde ich mich freilich auch von ihm cd- wen den."
„Thn's nur jetzt schon auf meine Veraitt- wortung hin. Schwamm über die ganze dumme Geschichte!"
„So schnell finde ich mich nicht mit meinen Empfindungen ab, Onkel. Ich liebe Kurt. Es wird sich zeigen, wer die Stärkere ist: ob ich ober bie Baronesse. Ist sie es, ]'c muß rch ihr Weichen — aber teuer zu stehen kommen dürfte ihr das!"
Im Reichstage sind es die Zentrums- unb die sozialdemokratische Partei mtt ihren kleineren Anhängseln, welche die Reichserbschaftssteuer sich geradezu erzwingen wollen, um den ersten Schritt auf dem Wege zu direkten Reichssteuern» dem Ideal aller Demokraten, herbeizuführen. Die „Schlesische Zeitung" weist in einem beachtenswerten Artikel darauf hin, wie der demokratische Charakter des Reichstages sich immer mehr ausgewachsen habe, in dem Maße, wie nicht nur bie Sozialdemokratie angeschwollen sei, sondern auch das Zentrum aus Sorge um einige industrielle Wahlkreise des Westens die Rücksicht auf den Besitz- und eigentlichen Kulturzustand verliere^
In jedem Falle, erklärt die partei-offiziöse „Eons. Corr.", ist es ein höchst verhängnisvoller Schritt, den die Verbündeten Regierungen mit dem Vorschläge einer Reichserbschaftssteuer tun würden. Es ist ohne Zweifel bringend erforderlich, eine Gesundung der Reichsfinanzen herbeizu- führen; aber dabei braucht sich doch das Reich nicht auf ein Rezept aus der demokratischen Apo- iheke zu verpstichten, auf ein Rezept, das ans bie Bundesstaaten wie ein schleichendes Gift wirken müßte. Es handelt sich bei der Reichsfinanzreform nicht um bas einseitige Unternehmen, dem Reiche Geld zu verschaffen, sondern es handelt sich znaleich darum, das finanzielle Verhältnis zwischen Reich und Bundesstaaten zu klären und zu befestigen und dabei die volle finanzielle und politische Selbständigkeit der Bundesstaaten zu wahren. Widerstreben einem solchen Ziele die demokratischen Parteien des Reichstages, dann mögen sie für ein nochmaliges Scheitern der unS bitter nottuenden Reichsfinanzreform die Verantwortung fragen; die wahlberechtigte Bevölkerung wird sie davon ganz gewiß nicht frei« sprechen.
Umschau.
Die internationale Arbeitersch utz- Konferenz
in Bern, die vorgestern geschlossen worden ist, hat folgende Grundzüge eines internationalen Uebereinkommens betreffend das Verbot der industriellen Nachtarbeit der Frauen festgestellt:
Artikel 1. Die industrielle Nachtarbeit der Frauen soll verboten fein. Dieses llebereinfom« tuen erstreckt sich auf alle industriellen Unternehmungen, in denen mehr als 10 Arbeiter imb Arbeiterinnen beschäftigt sind; es findet keine Anwendung ans Anlagen, in denen nur Familienglieder tätig sind. Jeder der vertragschließenden Teile hat oen Begriff der industriellen Unternehmungen festzustellen; unter allen Umständen sind aber hierzn zu rechnen Bergwerke unb Stein- brüche, sowie Bearbeitung unb Verarbeitung von Gegenständen. Dabei sind bie Grenzen zwischen Industrie einerseits, Handel und Landwirtschaft andrerseits durch die Gesetzgebung jedes Staates zu bestimmen.
Artikel 2. Die Nachtruhe hat eine Dauer von mindestens elf aufeinanderfolgenden Stunden; in diesen elf Stunden soll in allen Saaten der Zeitraum von 10 Uhr abends bis 5 Uhr morgen? inbegriffen fein; in denjenigen Staaten jedoch in denen die Nachtarbeit von erwachsenen industriellen Arbeiterinnen gegenwärtig nicht geregelt
Achselzuckend ging Heller hinaus. Mit diesem Eisenkopf ließ sich ja doch nicht streiten. Der rannte nun einmal mit aller Kraft gegen die Wand — wenn er nur nicht an ihr zerschellte!
7. Kapitel.
Wenige Tage später stieg ein eleganter junger Mann, dessen südliche Schönheit allgemein aufsiel, im Schlosst ab: Henry von Clairville, ein Neffe der alten Gräfin. Man sah ihn nun häufig mit dieser und Victoria.
Eines Tages wanderte Lieschen nach Horbell. Sie trug ein zierliches Körbchen, dessen Inhalt von Rosen und Vergißmeinnicht bedeckt war. Am Ziele angelangt, fragte sie etwas schüchtern nach Fräulein von Dunois .
„Die gnädige Baronesse sind im Garten," sagte Josef Vanten, inbent er diensteifrig voran schritt und ihr den We' zeigte.,
Er führte Elisabeth zu einem ganz von Kletterrosen umsponnenen Tempelchen, in welchem bie roten Kelche zwischen dem Blättergewirr wie Rubinen bervorglühten.
Victoria begrüßte das junge Dkädchen febr freundlich. Liesbeth war ganz verwirrt, als, sie sah, daß die Baronesse nicht allein war. Diese stellte vor: „Mein Kousin, Graf von Clairville — Fräulein Walter."
Elisabeth stammelte einige Worte unb reichte ihr das Körbchen hin.
„O, was für prächtige Erdbeeren unter dieser Blumenfülle I" rief Fräulein von Dunois.
„Ich habe die schönsten und größten aus- gesucht."
„Und das Beet meinetwegen geplündert!"
„O nein, nächste Woche toerben wieder eine ganze Menge Früchte reih Sie sind vortrefflich geraten."
ist. darf bie Dauer der ununterbrochenen Nachtruhe während einer Uebergangsfrist von höchstens drei Jahren auf 10 Stunden beschränkt werden.
Arfikel 8. DaS Verbot der Nachtarbeit kann außer Kraft treten: 1. Im Falle einer nicht vorauSzusehenden, sich nicht periodisch wiedev- holenden Betriebsunterbrechung, die auf höhere Gewalt zurückzuführen ist. 2. Für die Verarbeitung leicht verderblicher Gegenstände zur Verhütung fönst unvermeidlichen Verlustes an Rohmaterial.
Artikel 4. In Saisonindustrien, sowie unter außergewöhnlichen Verhältnissen in allen Betrieben kann die Dauer der ununterbrochenen Nachtruhe an sechzig Tagen im Jahr bis auf 10 Stunden beschränkt werben.
Artikel 5. Die Urkunden über die Ratifikation des Uebereinkommens sollen spätestens am 81. Dezember 1907 hinterlegt werden. Für das In» fcafttreten des Uebereinkommens wird eine Frist von drei Jahren beftimmt, die vom Zeitpunkt der Hinterlegung der Ratifikationsurkunden an zu rechnen ist. Diese Frist soll aber zehn Jahre betragen: 1. Für Fabriken, die Rohzucker au5 Rüben Herstellen. 2. Für bie Schafwollkämmerei und Spinnerei. 3. Für Arbeiten über Tage in Bergwerken, sofern diese Arbeiten für die Dauer von mindestens vier Monaten im Jahr infolge von klimatischen Verhältnifien eingestellt werden müssen.
Der rMsch-javamsche Krieg.
Pkrtrrsburg, 19. Mai. General Lenewitsck telegraphiert unter dem 18. Mai: In der Front der Armee besetzte am 16. Mai eine kleine feindliche Abteilung den Engpaß von Yandilin. — Der Versuch der Japaner, das Dorf Schcwotse zu besetzen, hatte keinen Erfolg; sie wurden durch unser Feuer zurückgetrieben und ’oeen sich in südlicher Richtung zurück. Am selben Tage näherte sich japanische Kavallerie unseren Abteilungen durch das Dorf Seonukhu, 6 Werst südlich von dem Dorfe Tsaoul. Nachdem unsere Truppen Verstärkungen erhalten hatten unb eine Abteilung freiwilliger Jäger in bie Flanke bet japanischen Arrieregarde geschickt, hatten, zwangen sie den Feind, sich zurückzuziehen.
Saigon, 19. Mai. 43 Kohler.schiffe liegen unter strenger Ueberwachung durch das fran^ä- fische Kanonenboot „Grenade" gegenüber Nhabs vor Anker. Etwa 20 andere Kohlenschiffe sind auf der Höhe von Kap Saint Jacques verankert und werden von dem Kreuzer „D'Aftas" überwacht. Ein einziges Kohlenschiff „Kiew" liegt im Handelshafen von Saigon. Man nimmt hier nicht an, daß von der Flotte Roschdjestwenskyz hier direkte Nachrichten eingehen werden, außer für den Fall, daß es in den Gewässern der Pes- cadores zu einer Seeschlacht käme.
Tokio, 19. Mai. Port Arthur bleibt vor bei Hand demoliert. Nach zuverlässigen Meldungen wird der Aufbau der Festung und die Benutzung der Festung selbst im weiteren Verlaufe des Krieges von der japanischen Negierung nicht be- absichtigt. Die Forts sollen gleichfalls in dem Zustande bleiben, in dem sie bei der Uebergafx waren: auch wird im weiteren Verlaufe der Er-
„Das gnädige Fräulein scheint eine ausgezeichnete Gärtnerin zu sein," bemerkte Henry. .
O ja, die Pflege meines Gärtchens macht mir Freude," erwiderte das junge Mädchen und wollte sich verabschieden, doch Victoria erklärtet „So schnell lasse ich meinen lieben Besuch nicht fort. Sie müssen sich erst ein wenig ausruhe« unb erfrischen. Bitte, legen Sie den Hut ab."
Elisirbeth tat es unb sah nun mit ihrem blonben Haar noch viel lieblicher aus.
Die Baronesse klingelte unb gab Josef mV leiser Stimme einige Befehle.
Elairville hatte sich erhoben. „ „Erlauben Sie, gnädiges Fräulein?" Damit nahm er ben Hut, den sie auf deut Schoß hielt, unb hängte ihn. an einen tzweiL der das geöffnete Fenster streifte. Dabei traj Elisabeth ein etwas dreist bewundernder Blick. Aber sie war viel zu unerfahren, ihn zu Verstehen. Ein bisher ungeahntes GlücksgefW schnellte ihre junge Brust und tauchte ihr holde! Gesicht in entzückende Röte.
„Wie beiß Ihnen geworden ist!" bedauert Victoria, indem sie mit ihrer kühlen, schlanke» Harw das anmutige Gesichtchen streichelte.
Josef servierte ein auserwähltes Gabelfrüh stück.
Liesbeth nippte wie ein Vögelchen von ben Delikatessen und Getränken, aber ruhiger floß ihr Blut deshalb nicht, und Jo heiß hatten ihn Pulse noch nie geschlagen, niemals war , ihr s« wonnig und so Weh zu mute gewesen wie j^tt, da sie sich endlich anschickie, nach Hause zurückzukehren.
„Mr wollen Fräulein Walter noch eine kmtzl Strecke begleiten," sagte die Baronesje.
Zwischen blumigen Wiesen, die tote bunk stickte, grüne Sammetteppiche aussahen, schrittet