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Maße sich zu eigen machen möge.
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’9?iiif^rucf verboten.)
traurige Gefühl,
mehr
Nein! LSan mutz sich von keinem Mißerfolg
entmutigen
lassen.
„Du denkst und sprichst, wie die Großmutter
trunkerr.
(Fortsetzung folgt.)
vertrauen ginnen."
daß Dein Glaube und Gott- und mehr zu schwanken be
weine, daß der religiöse ihr nicht nur den rechten auch befähigt, ihn anderen
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Worten gesagt, von den sogen.
fielt Wünschen und Denken.
s Das ist. mit etwas anderen dasselbe, was wir schon immer
des im zu
wir haben Kalbsbraten, Butter und Bier."
„Das ist
Viktoria gut Papa?"
Trotzdem versuchen die Soziallibervlen die liberale Wählerschaft immer noch unter dem Vorgeben, den Zusammenschluß der £ "beraten befördern zu wollen, für ihre Ansichten zu gewinnen. Dabei bekamen sie es fertig, einen Mann von der wechselvollen politischen Vergangenheit des Herrn v. G.rlach, der unter andern nicht ganz konsequenten Handlungen auch einen nicht einwandfreien Wahlschacher mit dem Zentrum auf dem Kerbholz hat, kürzlich nach Köln zu schicken, um zu versuchen, das hier unter be:.t Druck des Ultramontanismus glücklich erreichte Zusammengehen der Liberalen bei den Wahlen dadurch zu veruneinigen, daß er einen Lobgesang auf das Zentrum anstimmte und ein Pamphlet auf die Nationalliberalen redete! Don solchen Naturen hat der Liberalismus wirklich keine Förderung zu erwarten.
Uebrigens, fährt "die „Köln. Ztg." fort, läge der Liberalismus als Weltanschauung denn dach nicht so am Boden, daß er der Hülfe der Sozial- liberalen zu seiner Rettung bedürfte. Es ist vielmehr kein Zweifel, daß er gerade verloren wäre, wenn er allein von diesen haltlosen Politikern abkunge. die sich in dem Widerstreit individualistischer Etegungen aufreiben und über der sie bedrängenden Fülle der volkswirtschaftlichen Theorien den Bedürfnissen des praktischen Lebens gegenüber keinen klaren Stadpunkt gewinnen können. Tas sieht man schon an den vielen Programmen, worin sich die Nationalsozialen erschöpfen, um endlich feiten Grund und Boden für ihren sozialpolitis n Tatendrang zu erhalten. Der Marxismus hält sie nun einmal in seinem geistigen Bann, und ehe sie diesen nicht völlig gebrochen und innerlich überwunden haben, hat der Liberalismus von ihnen mehr zu furchten als zu hoffen. Jedenfalls fördern die Sozialliberalen den Liberalismus nicht, sondern sie zersetzen ihn, und das entspricht ja auch eigentlich ihrem inner-
sehr schönen Schinken, prächtigen alle Sorten Wurst, frische Eier, Käse, unö dazu ausgezeichnetes
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sei von der Admiralität vertagt
immer mehr heran-, daß die alte Lehre der Geschichte noch heute gilt: Ein Staat, der nicht aul eigner Kraft alle Mittel beschaffen "kann, die zu»! Kriegführung notwendig sind, mutz früher ober später in eine prekäre Lage kommen, wenn biefe Kriegsmittel nicht mehr zugebracht werden können. Japan führt Krieg mit fremden Kanone» und Gewehren, mit fremder Munition und fremden Schiffen. Die zu. Anfang des Krieges \* gewaltig erscheinenden Erfolge Rußland gege* über haben sich in ihren Folgen als keineswegs zerschmetternde Schläge erwiesen, neue, größere sind notwendig, um den Koloß ernstlich zir erschüttern. Tie Lücken der russischen Truppenteile sind nun wohl ausgefüllt, und zwar durch, wirkliche Truppen, was Japan nicht mehr möglich ist. Der neue Oberbefehlshaber hat überhaupt noch nicht geschlagen. Von einer Ausgabe Chardin) kann vorläufig keine Rede fein, und dazu kommt die ernstlich bedrohte Herrschaft auf der See.
A«S her Mandschurei.
Zwischen den Truppen Lenewitsch» und OyamaS ist e8 in den letzten Tagen wieder zu größeren Zusammenstößen gekommen, die, auf eine vermehrte Regsamkeit an der Front schließen lassen. Es liegen zwei Meldungen vor, die eine auS Tokio, die andere au» Petersburg, und entsprechend ihrer Herkunft ist auch der Bericht abqefaßt:
Amtlich wird au» Tokio mitgeteilt: Am Morgen des 9. d. M. griffen die Rußen ir Störte von zwei Regimentern Infanterie, fünf Sotnien und einer Batterie, die au» Nanshan- hengtzu, 15 Meilen von Hengcheng, kamen, un» in der Nähe von Pengcheng an. Um 2 Uhr nachmittags begann der Feind unter dem Schutz von Artilleriefeuer einen energischen Angriff, wobei die Infanterie bi» auf 100 Meter an unsere Stellung herankam. Unsere Truppen gingen bann zur Offensive über und verjagten den Feind, der 60 Tote und 160 Verwundete auf dem Platz liefe. Außer solchen, die Uniform trugen, waren unter den Toten und Verwundeten auch viele in chinesischer Kleidung. Der Verlust des Feindes wird auf 300 Mann geschätzt, der unsrige beträgt 1 Mann tot, 50 verwundet.
General Lenewitsch telegraphiert unter dem 11. d. Dl.: Eine unserer Abteilungen wurde in einem Engpäße, zehn Werst südwestlich von dem Dorfe Schimiaotse, am 5. Mai von dem Feinde angegriffen und gezwungen, sich nach Schimiaotse zurückzuziehen. Am 6. Mai zwang eine andere russische Abteilung zehn Werst von Uvangoz die Japaner, zurückzugehen. Gegen Abend ging der Feind wieder zum Angriffe über. Es kam zum Bajonettkampfe; der Angriff wurde jedoch zurnckgewiesen. Eine andere Abteilung, die bi§ zum Engpäße Tarangulm vorrückte, wurde vom Feinde angegriffen und operierte so glücklich gegen ihn, daß es ihr gelang, von dem Engpaffe Besitz zu ergreifen. Am 7. Mai unternahm der Feind einen ent-
Erschcmt wöchentlich sieben mal.
Druck md Verlag' Joh. Aug. Koch, UniverfMS-Buchdruckerei 40. Jahrg.
Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
ligeniberg, Uhldingen, Mainau und endigt Konstanz.
Paris, 13. Mai. Nach einer Meldung „Temps" beabsichtigt der König von Spanien Herbst eine zweite Steife nach Frankreich
Eine nanonfllltberale Absage.
Es ist fchou einige Zeit her, da besprachen wir in einem Artikel über den politisch-zersetzenden Charakter der sogenannten „National"-Soz!alen im Anschluß an die krankhaften Bemühungen der Barth. Naumann und Genossen, eine große, linksliberale Partei zustande zu bringen, mich das Verhältnis der demokratischen Freisinnigen Vereinigung (zu der bekanntlich die sogenannten „National"-Sozialen und Sozialliberalen gehören) zur nationalliberaleu Partei und kamen
machen, hauptsächlich, um an Fasaneiijagden teil- zunehmen.
London, 13. Mai. „Daily Mail" meldet aus
worden, bis diese über Has Schicksal der übrigen russischen Geschwader in Ostasien Informationen erhalten habe. Zur Abfahrt bereit liegen das Panzerschiff „Slawa", 3 Kreuzer erster Klasse und 8 Torpedoboote.
London, 13. Mai. Nach Meldungen ans Tokio veröffentlicht die japanische Negierung die Aufforderung zu Kaufangeboten auf 22 im Hafen von Port Arthur liegende russische Schiffe, oeren Hebung die Käufer auf eigene Rechnung bewerkstelligen müßen.
Marburg
Sonntag, 14. Mai 1905
Ter russisch-javanische Krieg.
Zur Lage.
Die Ansichten über den Zustand er ja- panischen Flotte gehen in matzgebenden Kreisen dahin, daß die Geschütze der Linienschiffe und Panzerkreuzer ausgeschossen sind und zwar in um so höherem Grade, je schwerer das Kaliber ist. Em Auswechseln der Rohre ist ausgeschlossen gewesen. Meldungen nach dieser Richtung hin entbehren der Richtig- feit. Es würde hiernach Togos Flöte einer keineswegs sicheren Entscheidung enlgegensehen. Hieraus "zum Teil mag sich auch die hochgradige Nervosität der Japaner erklären, die sie zu allen möglichen Protesten veranlaßt. Es stellt sich
„Servieren Sie uns also das beste, was in Ihrer WirtsäM zu bekommen ist," sagte Dunois „Und sorgen Sie dafür, daß wir hier ungestört bleiben."
„Sehr Wohl, gnädiger Herr! Was ba ist oder kommt, bleibt in der Gaststube. In den Garten lasse ich keinen."
„Gut, wir wünschen rasch bedient zu werden."
„Gedulden sich die Herrschaften nur wenige Minuten."
Bald war der Tisch gedeckt. Die Schüssel mit dem kalten Aufschnitt, der Krug schäumenden Bieres, das frische Brot und die blitzenden Teller und Gläser sahen recht appetitlich aus.
Die Baronesse war vergnügt wie dn Kind. Sie biß mit ihren weißen Zähnen in das schwarze Landbrot, lachte fröhlich, fütterte die Hühner unb den struppigen Hofhund und versicherte, sich keines so sröblick^n Gabelfrühstücks erinnern zu können. Das unfreundliche Gesicht des Barons hellte sich allmählich auf. Mit Behagen atmete er in tiefen Zügen die köstliche Luft ein und erklärte, sich beguem zurücklehnend und die Hand seiner Tochter streichelnd: „Du hast recht gehabt, mein Kind. Hier bleibt man von neugierigen Blicken und zudringlicher Dienstfertigkeit verschont. So schöne Stunden ungestörter Ruhe waren mir lange nicht beschieden."
Da wankte eine zerlumpte Gestalt die Dorf- straße herauf. Es war ein ruckweises Vorwärts- taumeln, während die Hände vergeblich nach links griffen, als ob sie einen Halt luchten, um sich endlich an das Holzgitter des Gärtchens an» zuklammern. Dann starrten zwei tief eingest'n- fene, glühende Augen aus dem skelettartigen Antlitz nach den vornehmen Gästen der Wirtschaft?
„Großer Gott! Sieh nur, Papa!" sagte Viktoria mit untei briufter Stimme.
„Das scheußlichste Exemplar eines Vagabunden," erwiderte er. „Der Mensch hat einmal
Schatten der Vergangenheit.
Roman von B. C o r o n y.
(ivovtiftiuitu.)
„Torheit! Du wirst Unsummen zum Fenster hinauswerfen, um Dich endlich angeekelt unb enttäuscht von den Menschen abzuwenien. Du wirst nichts weiter errungen haben, als das
„National"°Sozialen behauptet f'-'t'm also durchaus nicht allein sichten da und können nur wünschen, daß man in nationalliberalen Kreisen sie im weitesten
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Sonntagsbeilage: JUustrirtes Sonntagsblatt.
Petersburg, die Abfahrt des vierten russischen Geschwaders
„Ich will Dir diesen frommen Glauben gern lassen. Nur hoffe und erwarte nicht, daß ich ihn jemals teile — doch wozu führen wir solche Gespräche? Ich streite nie über MeinunaZverichie- denheiten."
Bikto.ia gab das angeschlagene Thema sofort auf. Sie wollte ja dem Vater Erheiterung bieten und ihn seiner finsteren, grübelnden Stirn- tnung entreißen.
lieber Hügel und Ebene sprenaten di" Pferde dahin, bald durch den dichten Forst, bald über große Wiesenflächen, immer aber blieb das wech- selnde Landschastsbild schön und fesselnd!
Endlich tauchte das rote Dach einer kleinen, von Nadel- und Laubholz umgebenen Wirtschaft auf. „Zum Waldkrug" stand auf der frisch gestrichenen Tafel über der Eingangstüre mit großen Buchstaben. Ein Gärtchen, in welchem sich mehrere Tische befanden, deren einer unter einer Linde stand, schloß sich an das niedere Gebäude.
Neueße Telegramme.
Berlin, 12. Mai. Das preußische Abgeordnetenhaus ift heute nachmittags unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten Grafen SBüloto zu seiner Sitzung im Avgeordnetenhause zusammengetreten.
Berlin, 13. Mai. Dr. meb. Joh. Siegel in Berlin, der wertvolle Entdeckungen zur Bekämpfung der Syphilis, der Pocken, des Scharlachs und der Maul- und Klauenseuche gemacht hat, sind vom preußischen Kultusministerium 10 000 Mark zur Fortsetzung seiner Arbeiten zur Ver- fügung gestellt worden.
Hannover, 13. Mai. Eine Zusammenkunft der preußischen Landesdirektoren findet hier am ‘15. und 16. Juni statt. Einer der Hauptver- handlungsgegenstände der Konferenz wirb das Fürsorgeerziehungswesen bilden. Für den 17. Juni ist eine Besichtigung der Provinzialforsten bei Münster in Aussicht genommen.
Darmstadt, 12. Mai. Der hessische Landwirt- fchaftsrat veranstaltet vorn 4. bis 8. Juni eine Studienreise noch den oberbadischen Zuchtge- 6i ten. Sie berührt Donaueschingen und Umgegend mit einem Abstecher nach dem Rheinfall bei Schaffhausen. Radolfzell, Meßkirch, Tannen- bromm, Pfullendorf, Marienhof-Lichtenegg, Hei-
ja mehr als wir brauchen!" tief gelaunt. „Findest Du nicht auch.
es Dich lehrte."
„Allerdings! Ich Sinn der alten Frau Weg zeigt, fondern sie zu zeigen."
im Schlosse gedient, es ist schon lange her. Ich entließ ihn, weil er beständig tränt und mich schließlich, um seinem Laster sröhnen zu können, bestahl. Pfui! Von einem so verlotie-llen, ekelhaften Gesellen muß man sich abwenden." „
Der Mann, welcher mehr einem Gespenst als einem lebenden Wesen glich, blieb aber an dey ©artentiire stehen, sich weit vorwärts neigend und den Baron anstierend. Seine Lippen murmelten etwas Unverständliches und die Hand wurde wie zum Empfang eines Almosen aus- gestreckt.
Wie von ehrm Magnet angezogen, blickt? Viktoria in die unheimlich glühenden Augeiy, während Dunois seinen Stuhl herum rückte, ums den widerlichen Menschen nicht sehen zu müssen. Dieser tastete aber jetzt am Gitter entlang« stieß das Türchen auf und trat in den kleinem Garten. Der Sand knirschte unter seinen schweren, schleppend.u Tritten. Er hatte nur eine ganz kurze Strecke bis zu dem Tisch zu geben, stand nun dicht neben der jungen Dame und bat’ um eine Gabe. Ein häßlicher Branntweindustj webte ihr entgegen. Viktoria beugte sich weiß zurück, zog die Börse und wollte dem Bettler iq Geldstück in den hingehaltenen Hut werfen abeC der Baron verbot es ihr mit den Worten:
„Nicht? giebit Du diesem Taugenichts unij Landstreicher!" Dann rief er zu diesem gewendet; „Hinaus! Auf der Stelle hinaus! Wie kannst Du Dich unterstehen, mir zu nahe zu kommen, elender Dieb und Betrüger, den ich von meinen« ©.und und Boden jagte? Weg da, oder ich lassq Dich einsperren l Das Betteln ist im ganzen Umkreis von S. verboten."
- „Ich krieg' keine Arbeit, weil mich der gnädige Herr damals fortgeschickt und mir Lin gtN tes Zeugnis ausgestellt hat," lallte der Btzf
dabei zu dem Schluß, daß es für die mehr rechtsstehenden Elemente in der nationalliberalen Partei, die streng momarchische und deuls.hfr nationale Grundsätze verfechten, ganz unmöglich sei, mit einer politischen Partei zusammenzu- gehen, deren Führer nicht nur mehr ober weniger offen die Herabdrückung unseres gegenwärtigen Regierungssystems auf das Niveau des reinpar- lamentarischeli Systems anstreben, bei dem die Abgeordneten auf Krone und Ministerien und die ganze Regierung bestimmend einwirken sondern auch aus ihren Sympathien für eine Partei fein Hehl machen, bereu Leiter Staat unb Monarchie bekämpfen und notorische Reichsfeinde sind.
Das führende Organ der Nationalliberalen, die „Kölnische Zeitung", drückt in einem die Möglichkeit der Gründung einer großliberalen Partei behandelnden Artikel ganz dieselbe Ansicht aus und fällt über die sogenannten „National"- Sozialen ein ähnliches absprechendes Urteil, das naturgemäß bei der Stellung des Blattes von besonderer Bedeutung ist und als erfreuliches Symptom dafür gelten darf, daß der rechts- stehende Liberalismus mit dem gemeingefährlichen Treiben demokratischer Wühler und Hetzer, die in erster Linie auf Untergrabung der monar- chischen Autorität im Volke ausgehen, keine Ge- meinschaft haben will.
Das rheinische Blatt läßt es dabei auch an einigen treffenden Seitenhieben auf „unfern" Reichstcwsabgeorbneten nicht fehlen. Vor allein müsse so wird ausgeführt, die zurzeit bedeutendste der liberalen Parteien, nämlich die national- liberale ernsthaft erwägen, ob sie von einer Ver- schmelzung nicht ein lucrum cessans ober gar ein daran um emergens zu gewärtigen hätte. Das würde besonders von der Aufnahme der früh rn Nationalsozialen, die jetzt in der Freisinnigen Vereinigung Winterquartiere bezogen hoben, in den liberalen Bund zu befürchten sein. Wie diese immer wieder die Bündnisfähigkeit der nationalliberalen Partei für sich anzweifeln, so hat sie ihrerseits denselben Gr. nd, den Gewinn in Frage zu stellen, den der Liberalismus von einem politischen Zusammengehen mit jenen haben würde. Es handelt sich hierbei in erster Linie um die der Sozialdemokratie gegenüber einzunehmende Stellung. Die Nationalliberalen und die Freisinnige Volksvartei halten mit Reckst an der Zweifrontentheorie fest und woll.en die Reaktion und die Sozialdemokratie zugleich be- kämpfen, was sich ja auch schon damit begründen läßt daß die Sozialdemokratie im Grunde ine denkbar reaktionärste Partei ist, die man kennt. Die Freisinnige Vereinigung aber ist in dieser Frage gespalten. Ihr rechter Flügel dürfte mit den übrigen liberalen Parteien hier einig gehen, während die ihren linken Flügel bildenden Nationalsozialen oder, wie sie , sich heute, gern nennen, Sozialliberalen die' Sozialdemokratie als bündnisfähig ansehen. Diese werden sich also unvermeidlich zwischen den entschiedensten Gegnern der Sozialdemokratie, nämlich der nationallibera- fen Partck, und der Sozialdemokratie entscheiden müssen.
Daß die nalionalliberale Partei hier ihren Standpunkt ändern würde, ist nicht anzunehemen.
„Papa, sieh nur, wie reizend das kleine °’r da liegt!" rief die Baronesse. „Ganz in Grün gebettet! Ich kann mir kaum ein anmutigeres Plätzchen denken. Mir ist heiß geworden und Seine Stirn ist, wie ich sehe, auch ganz feucht. Wollen wir nicht absteigen und ausruhen? Ich gestehe, der lange Riti hat mich durstig und hungrig gemacht!"
„Hier verkehrt nur Bauernvolk und Gesindel erwiderte Dunois. „Es wird besser sein, wenn wir bis zum Felsenkeller reiten."
„Wie Du denkst."
„Du scheinst anderer Meinung."
„Ich finde es wunderschön hier und in dem Gärtchen ist ja niemand. Mit den Leuten in der Gaststube kommen wir gar nicht in Berührung. Bis zum Felsenkeller ist aber noch ein langer, schattenloser und steiler Weg zurück zu legenI Mir tun die armen Pferde leid. Sieh nur, wie sie dampfen l Ich möchte lieber hier bleiben, unter dieser prächtigen Linde und mir an einem ganz frugalen Frühstück genügen lassen."
„Nun gut! Heute soll Dir jeder Wunsch erfüllt werden. Machen wir hier Rast."
Lin stämmiger Bursche mit blauer Schürze eilte herbei, und nahm die Pferde auf Dunois Geheiß an den Zügeln, um sie bevor er sie in den Stall brachte, auf und ab zu führen.
Der Wirt kam aus der Saftftube und fragte, sich bei jedem Worte verbeugend, was den Herrschaften zu Diensten stehe.
„Die Speisekarte!" erwiderte der Baron kurz. „Oder giebt's hier keine?"
„Nein, denn es wird nie eine verlangt. Aber