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mit dem Kreis-latt für -ie Kreise Marburg und Kirchhain.

Sonntagsbeilage: JUustrirtes Sonntagsblatt.

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I

Vierteljährlicher Bezugspreis: bet der Expedition 2 Mk, bet allen Postämtern 2,25 Mk. vejcL Bestellgeld).

JnserttonSgebührr die gespaltme Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

Reclamen: die Zeile 85 Pfg.

Marburg

Sonntag, 14. Mai 1905.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, UniversttätS-Vuchdnickerei Marburg, Markt 21. Telephon 55.

40. Jahrg.

Erstes Blatt.

Das Avouaemeat

tzuf dieOderheffifche Zeitung", das tzrötzte, meistgelesenste «nd weit- Verb re i reifte Blatt Marburgs «nd per Umgegend kostet vierteljährlich nur 6.25 Mk. Inserate haben besten Erfolg.

(Nachdruck verboten.)

Das böhmische Mittelgebirge.

In naturfreundlicher Beleuchtung Aon SV W. Kron dorf.

1 Unter den Gebirgen, welche das schöne äLöhmerland wie mit einem immergrünen «Kranze umgeben, ist das böhmische Mittelgebirge Dasjenige, welches man bereits in den ersten son- Dgen Tagen dos Lenzes besuchen kann. Wenn Lio Berge und Täter des Erzgebirges noch in Schnee und Eis gebannt sind, sind die unteren KKrghänge und Tale- des böhmischen Mittelge­birges mit dem Blütenschnee der Aprikosen und «Pfirsichen, Mandeln und Kirschen geschmückt, und xruf Wiesengründen sprossen unzählige Schnee- Iglöckchen hervor, öde bald darauf dem gelben Dimmelsschlüssel Platz machen müssen, während 8n den noch kahlen Laubwäldern die rötlichen, ktarkduftenden Blütenzweige des Seidelbasts und »ie blauen Aeuglein dos Leberblümchens sich als «rste Boten des Frühlings zeigen, kein Wunder, toenn auch der alte treue Hausfreund Stoor frich- zeitig sich als Sommergast hier wieder einsindtt. Der Grund, daß es im böhmischen Mittelgebirge (zeitiger Frühling wird als in den benachbarten Gebirge.,, liegt vor ollem darin, daß dieses Ge­birge von dem hohen Wall des Erzgebirges und den schroffen Felsenwänden der sächsisch-böhmi- schon Schweiz vor den rauhen kalten Nordstürmen geschützt wird u. daß ferner die warmen Strahlen (der Frühlingssonne auf dem schwarzen, basalti­schen, vielfach waldfreien Boden eine größere Wirkung auszuüoen vermögen als auf dem feuchten sandigen Boden des Elbsandsteingebirges »nd -em moorigen Waldboden des Erzgebirges.

Das böhmische Mittelgebirge erhebt sich an beiden Ufern der Elbe zwischen Leitmeritz und TetschenBodenbach und erreicht im Donners- Derge oder Großen Milleschauer eine Höhe von

Vom Deutschtum in Chile.

I Die Zahl der Deutschen in Chile wird auf un- Ipefähr 25 000 Köpfe geschätzt. In den 40er Jäh­sten des vorigen Jahrhunderts wanderten die «rsten Deutschen ein, die sofort mit deutscher Tat- kraft Kolonien gründeten. Noch längere Zeit erhielten sie deutschen Nachschub, der ihre Kräfte verstärkte. Jin Gegensatz zu dem Ve:halten der ssLentschen in den Vereinigten Staaten, die viel git rasch in der englisch sprechenden Umgebung saufgehen, bewahren die Deutschen in Chile ihr Deutschbewußtsein als einen kostbaren Schatz. Sie haben gegenüber den Romanen einen echten Nlassensiolz und suchten schon früh ihre lieber- kegenheit durch die Pflege deutscher Sprache und iSitte zu erhalten. Deutsche Gesang- und Turn- dcreine wurden gegründet, bald auch deutsche Schulen errichtet, die anfangs ganz durch die Kolonisten erhalten wurden, seit ei:eigen Jahren labet auch Reichszuschüsse erhalten, leider nicht iin dein Maße, wie öS wünschenswert wäre. DaS Schulgeld ist natürlich etwas hock', sodaß trotz ^reichlich geübter Befreiungen manche weniger be- üiiitelte Litern ihre Kinder in die llülenischen Schulen schicken und sie dem Deutschtum verloren tzchen lassen. Cs gibt aber eine Menge in Chile (geborener Deutscher, die unser Vaterland nie ge- jsehen haben, und dennoch so gut deutsch sprechen »nd schreiben, als hätten sie nie etwa? anderes gewußt. Deutsche Zeitungen, die an einigen Orten ins Leben gerufen wurden, bilden ein pricht zu unterschätzend.; Band für den geistigen Zusammenhalt der Deutschen in Chile.

Man muß es in den deutsch-chilenischen Zet- itungen lesen, mit welcher Begeisterung dort das deutsche Weihnachtsfest gefeiert wird, wie hoch die Nerzen bei der gemeinsamen Begehung des kai- jserlichen Geburtstages schlagen; wie die gegen- Zeitigen Besuche der Vereine verschiedener Orte, pie Gesangs- und Turnfeste die Deutschen zu- ssammenfübren und die Einigkeit sowie die SEert- fchätzung der deutschen .Kultur fördern.

Große Freude brachte den Deutschen Chiles iim Dezember v. I. der Besuch des Kreuzers >^Falke", nachdem vier Jahre lang die deutsche ^riegsflagge nicht mehr an der chilenischen Küste gezeigt trorbni ivar. Offiziere und Mannschaf­ten wurden in der herzlichsten Weise überall ge­feiert, sogar auf Ertrazügen nach einer oder der

anderen Kolonie im Innern geführt, mit Fest­mählern, turnerischen Vorführungen, Gesangs- Produktionen, Ständchen, Ansprachen und Ver­sicherungen des hochgehaltenen Deutschtums ge­ehrt. Die chilenische Bevölkerung durste den Falke" besichtigen und bekam nicht wenig Re­spekt vor deutscher Macht und Größe, die sich in der guten Ordnung und strengen Zucht offen­barten. Aus den Zeitungsberichten ersieht man, wie außerordentlich nützlich, ja notwendig es ist, daß in den Ländern mit deutschen Kolonien in nicht zu langen Zeiträumen ein deutsches Kriegs­schiff erscheint, um die Erinnerung an das alte Vaterland aufzufrischen und seine stete Sorge für den Schutz seiner Söhne darzutun.

Augenblicklich ist die deutsche Presse wieder voll t-otr Freuden! rzeugungen über den Besuch des deutschen Gesandten, Exzellenz von Reichenau, der eine anstrengende sechswöchentliche Rundreise bei den deutschen Kolonien gemacht hat. Ueberall wurde er mit Begeisterung ausgenommen. ES ist nicht möglich, alle die Feste, Bankette, Fackel­züge usw. aufzuzählen, die zu Ehren des deut­schen Gesandten veranstaltet wurden. Wohin er kam, war bei den Deutschen allgemeiner Feier­tag.

So lesen toir an der Spitze der deutschen Zeitung von Valdivia eine Anzeige folgenden Inhalts:

Der deutsche Gesandte, Exzellenz v. Reichenau stellt sich morgen, Mittwoch (15. März), nach­mittags von 25 Uhr, in seinem Absteigequar- tier zur Verfügung der deutschen Kolonie und es steht jedem Mitglied der Kolonie, das an den Herrn Gesandten ein Anliegen hat, frei, ihn zu besuchen und feint Wünsche vorzubringen.

So soll ein amtlicher Vertreter des Dent- sck»en Reiches auftreten 1 Ein fotoer Besuch ist für den Zusammenhalt des Deutschtums von allergrößtem Wert! Die Gelegenheit zur Aus­sprache unter vier Augen wurde denn auch reich­lich benutzt. Herr von Reichenau wußte mit offe­nem Auge zu erkennen, toaS zu tun war. So besuchte er gleich am Anfang seiner Rundreise die Insel Chitin Den Zurückgebliebenen auf der Insel, die jetzt das Schlimmste überwunden haben, sprach Herr von Reichenau Mut zu, und dem Worte folgte die Tat: er schenkte ihnen einen Zuchtstier und eine Dreschmaschine, die beide den Kolonisten hochwillkommen waren. An an­derer Otten fand der Gesandte die Deutschen iii konfessioneller Spaltung, sodaß sie einander befeindeten, anstatt zusammenzuhalten. Er ber­einigte die Führer der beiden Parteien, ermahnte sie, es wurde ein Abend in bester Harmonie ver­bracht. die beiden Lager einander genähert, das Verständnis für das gemeinsame Interesse ge­weckt.

In Puerto Varas wurde durch den Ge­sandten ein landwirtschaftlicher Verein gegründet, dem sofort 25 Mitglieder beitraten. Dieser her­ein wird auch ferner ausgleichend wirken. In den meisten Kolonien fand der Gesandte alles in erfreulicher Ordnung und geradezu hervor» rüt.enb in Blüte die von Osarno, La Union, Rio Bueno und Vallnvia, daS den Endpunkt der

835 Meter. Der .Hauptzug seiner Berge geht aber nicht der Elbe entlang, sondern quer über dieselbe hinweg; er beginnt am Polzen bei Böh.n.-Lei. a und zieht sich, in südwesllicher Rich­tung in '...r Länge von etwa 8 Meilen bis Eger bei Laun. Dort, wo das vielbesuchte Dubitzer Ki ".in van seiner Höhe in das Elbetal bei Salesel freundlich herniedergrüßt, erblickt man lautlich den Durchbruch des Elbstrames durch die Hauptkette des böhmischen Mittelgebirges. Wenn man dieselbe vam Kamme des Erzgebirges, am historisch berühmten Passe von Nollendorf oder von dem allbekanntei'. Mückentürmchei" aus be­trachtet, so siebt man besonders folgenden Berg­gipfel der Reihe nach von links nach rechts auf- raaen: den Zinkenstein beiTichlowitz (684 Meter), den Mahenftein mit der Planer Koppe bni Groß­priesen, den Geltschberg bei Auscha (725 Meter), die Jungfrau bei Hummel, den Tan.-buschberg bei Nemschen (664 Meter), die Hohe Woürai und die Staudenspitze bei Aussig, den Aarhorst bei Kundratitz (640 Meter), den Lobosch bei Lobositz, den Kleinen und Großen Milleschauer bei Tevlitz, den Klotzberg bei Kostenblatt und den Sabelftcin- bei Bilin (750 Meter). Von diesen Bergen wird besonders der Große Milleschaner, Radelstein mit dem spitzen Kegel der Rotaugester Wostiai (717 Meter), der Lobosch. Geltschberg, Aarhorst, die Hobe Wostrai und der Zinkenstein wegen ihrer schönen und weiten Rundsicht viel bestiegen, reicht dieselbe doch auf manchem dieser Berggipfel vom Scnnenwirbel des Erzgebirges bis zur Schnee- kotzpe des Riesengebirges und der Tafelfichte des Jsergebirges. Frei und kühn erhebt sich besonders der vom Milleschaner gekrönte Hauptkamm des Settrges auf dem linken Ufer der Elbe. Der Hauptkamm des rechten Elbeufers, das Hertlcher- gebiet des truhig ausragenden Gelstch kommt dagegen weniger zur Geltung, weil er von mehre­ren kleinen Bergkämmen, wie dem Eisbergkamm, dem Aarhorstkamm und demMunkerkamm, durchs

Reis« bildete. Ueberall wußte Herr von Rei­chenau unseren Landsleuten mit Rat und Tat beizustchen, und überall bildete dm Grundton seiner Retten daSSeid einig I" und das Wort: Was Du ererbt von Deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen!" Ist es da ein Wunder, wenn lobende Anerkennung seims Verhalt n- auS jedem dmischen Munde, aus jedem deut­sche,: Zeitungsblatt schallt?

In den Ansprachen, die von den dmtschm Dereinsvorständm gehalten wurden, bildete den Grm:dton ttie Versicherung, daß die Deutschen in Chile keinen Staat im Staate bilden wollen, daß sie dem neuen Vaterlande volle Treue der- sprechen, aber ihr Deutschtum, ihre Ueberlegen- beit in Sitte und Kultur zu erhalten gesonnen sind. Am schönsten bestätigte dies eine poetische Reie des Vizepräsidenten des Dmtschen Vereins in Osomo, G. Smidt, der wir folgende Stellen entnehmen.

£ ' wohnen fern der großen Völkerstraße, Nur spärlich dringt des Seewinds frischer Hauch, Der geistbelebende, in unsre Wälder, Rings tönen andre Laute, andre Sitten Und andres Geistesleben finden wird.

Das fremd dem dmischen Herzen und Gemüte, Und ganz aus eigenen Kräften müssen führen Dm Kampf wir zur Erhaltung unsre. Deutsch­tums.

Doch deutscher Art und Wesms bestger Hauch Umweh die Stirn uns! Zucht und Sitf der Väter Und deutscher Sprache markig, kernger Klang. Mög' nie verschwinden hier aus unsren Auen! Seh' ich den lieben Gast in unsrer Mitte, Des deutschen Reiches würdigen Vertreter, So denke ich der fernen, fernen lleirnat.

Nach einer feurigen Schilderung des Rheins mit seinen Rebgehängen. des Niederwald-Denk- mals, wo die Germania Ausschau halt nach ihren fernen Söhnen und in einem Ausbruch des Hochgefühls der deutschen Edelrasse heißt es: So sehn toir heut des Reiches Abgesandten In weltentlegner Pflanzstätt deutschen Lebens, In Südarankos ewiggrünen Wäldern, Und froher Hoffnung voll schlägt uns das Herze: Germania hilft, wir stehen nicht verlassen!" Und neu wird Mut beleben unsere Reihen, Der Streiter für Erhaltung deutschen Geistes, Inmitten andrer Völker, andrer Stämme.

Wo solcher Geist lebt, da- ist das Deutschtum nicht gefährdet! Aber nicht übersehen darf man, was not tut: die Handreichung vom alten Vater­lande, die hier Wunder wirkt! Und ins Prak- tische übersetzt: ausgiebige Unterstützung der deutschen Schulen, für die unsere Pioniere des Deutschtums in Chile zur Zeit übergroße Opfer bringen, wie man sie daheim gar nicht kennt. Neben anfeb j' ^en Geldmitteln wäre eine Zen- tralbehörde für die Auslandsschulen erforderlich, die Auskunft erteilt, die nötigen Lehrkräfte be­sorgt, eine Art Oberaufsicht führt, den Zusam­menhang unterhält. Und die alte Forderung: daß den im Ausland angestellten Lehrern die dort zugebrachte Dienstzeit bei ihrer Rückkehr

kreuzt wird. Eine auffallende Erscheinung hüben die vielen isoliert aufragenden Berg- und Fels­kegel, welche die Hauptkette des böhmischen Mittelgebirges auf dem linken Elbeufer wie Trabanten umkreisen: die Trebnitzer, L uner unit Biliner Berge. Die Bergkegel bei Trebnitz, 12 an der Zahl, bilden einen regelrechten Kranz, mit welchem sie das schöne, liebliche Modeltal um­rahmen. Man könnte sie diezwölf Apostel" nennen, denn mich sie verkündm allen, die ihre Sprache verstehen, laut und vernehmlich die All- macht und Güte ihres Schöpfers.

Das böhmische Mittelgebirge ist zum Unter­schiede von dem Sandsteingebirge der sächsisch- böhmischen Schweiz und dem Porphyr-, Gneis- und Granitgebirge des Erzgebirges ein Basalt- und Phonolithgebirae und daher vulkanischen Ursprungs. Das zeigt sich schon aus weiter Ferne an der Art seines Aufbaues. Statt der abge­stumpften Kegel der sächsisch-böhmische' Schweiz und der weil ausgebogten Hohen des Erzgebirges erblickt man zumeist spitze Kegel und Kuppen, die häufig den Pyramiden Aegyptens oder den Tür- men unserer gotischen Dome gleichen. Mit Fichtenwaldungen sind besonders die oberen Re­gionen des Gebirges bewachsen, die unteren Berg- Hänge und die weniger hohen Bergrücken und Bergkegel dagegen mit Laubwald: im Elbetale und seinen Seitentälern treten aber Hanfti an die Stelle der Laubwälder ausgedehnte Obsthaine und bei Salesel und Tfchernosek selbst zahlreiche Weingärten, weshalb diese Gegend auch das böhmische Paradies" genannt wird, bei dessen erstmaligem Anblick sich einst der große Natur- freund! Ludwig Richter nach Italiens sonnigen Gefilden versetzt fühlte, als er an einem schönen Herbstmorgen bet Sebusein über die Elbe fuhr.

Einen ganz besonderen Reiz gewähren die zahlreichen Burgruinen, mit denen manche Berg- fepel des böhmischen Mittelgebirges gekrönt sind. Die schönsten und besterhaltenen sind der Sper-

angerechnet wird. Sie sollte, wie die Kriegs« fahre im Heer, doppelt gerechnet toerden, ab« wenn sie nur endlich einfach gerechnet würdet

Ausland.

Südafrika. ES war vorauszusehen, daß di« neue Transvaal-Verfassung, die sich an Stelle der erwarteten und gewünschten Selbstverwal- tuna als eine Art Proklamation und Konsoli« datton der englischen Herrschaft darstellt, de» Widerstand und Widersprach der holländische« Bevölkerung begegnen würde. Der unter seine« Landsleuten herrschenden Stimmung hat General Botha im Hauptausschuß desHet Volk" Aus« druck gegeben gelegentlich eines Rssums über dir V rfaffung, zu dem er sich, da eine amtliche Ver­öffentlichung in holländischer Sprache nicht er­folgt ist, genötigt sah. Botha gelangt in seiner Kritik Zu dem Ergebnis, daß mehrere wichtig« Bestimmungen in dem neuem Verfassungsentwurf bei seinen Landsleuten Unzufriedenheit und Un­willen Hervorrufen müssen. Besonders scharf w nbet sich Botba gegen die Bestimmung, daß als Verhandlungssprache in der gesetzgebenden Versammlung das Englische obligatorisch ge­macht ist und daß ein Vertreter der burischen Bevölkerung, falls er in holländischer Sprache reden will, der besonderen Erlaubnis des Präsi­denten bedarf. Wenn Botha diese Vorschrift att erniedrigend und obendrein unzweckmäßig be­zeichnet, so kann man ihm darin nur bttpflichten. Für ein Volk, dessen zäher Widerstand und hel­denmütige Tapferkeit eine Zeit lang der engli­schen Nation schwere Besorgniffe bereitete und der ganzen Welt Achtung abnötigte, muß es ein bitteres, demütigendes Gefühl sein, in dieser Weise sich mundtot machen zu lassen. Tenn darauf läuft schließlich die Bestimmung hinaus, daß der Präsident im Einzelfalle über den Ge­brauch der holländischen Sprache zu entscheiden hat. Mit dem Bedenken, daß ein holländisch sprechender Redner nicht verstanden werde, di« Verhandlung also wertlos sein würde, kann der Präsident schließlich immer verhindern, daß bie Opposition zu Worte kommt.

Des weiteren übt General Botha an der Ein­teilung der Wahlbezirke Kritik; er weist darauf hin, daß beispielsweise der kleine Bezirk Johan- nesburg, in dem das englische Element eine do­minierende Stellung einnimmt, in der gleichen Stärke in der Gesetzgebenden Versammlung ver­treten sein werde, wie der dritte Teil des ge­samten Transvaal-Gebietes. Auch in den Vor­schriften über die pekuniären Leistungen der Wahlkandidaten (Beibringung eines Depots in Höhe von 2000 Mark) sieht Botha eine Beschrän­kung der minderbemittelten Bevölkerungsschich­ten, von der das burische Element zumeist be­troffen werden würde; da es andererseits an Präventivvorschriften für die Wahlagitation fehle, müßten die über große Geldmittel ver­fügenden Kandidaten von vornherein in hohem Maße begünstigt erscheinen. Das kapitalistische Element, und dies ist vorzugsweise durch Eng­länder Vertreten, wird also untere ganz änderest lingstein bei Tichlowitz, der Blankenstein bei Nestomitz, der Schreckenstein bei Aussig, dia Schloßbergruine und die Ruine Kostenblatt beß Teplitz, die Hasenburg und der Kostial bei Trett nitz, Wopparn bei Lobositz, Kamaik bei Leitmeritz^ die Ronburg bei Graber und der ©diarfenfteif bet Bensen.

Als schroff aufragende und wild zerklüftet». Feliengipfel mit einem wahrhaft alpenartigen Ausleben sind besonders der Ziegenberg bd Nestersitz, der Barschen bei Bilin (532 Meter) der Kostial und die Hora (686 Meter) bei Trett, nitz zu erwähnen. Geoloaen werden insonderheit an den langen basaltischen Säulenreihen de< Roten Wände bei Wannow, des Debus bei Präs- kowitz, der Hasenburg bei Trebnitz und des Eicht- EergeS bei Anschau, sowie an den strahlenförmig vom Mittelpunkte ausgehenden Basaltsäulen des Warkofsch bei Wannow ein Hobes Interesse fin­den. Blnntenfreuude aber finden in den Bergen und Tälern des böhmischen Mittelgebirges eine reiche Ausbeute von schonen und zum Teil seltenen Pflanzen und Blüten, von denen hier nur di« leuchtendgelbe Sternblume des Frühlingtzadonis- röschens am Kostial und bei der Station Franz' Josef-Zeche im Bielatal, die Alpenaster am Ber­schen. der himmelblaue Enzian an d:n toiefen- bedeckten Vorbergen des Milleschaner und der Dresina,. das Alpenvergißmeinnicht auf dem Radelstein upd am Snttomer Berge, die blaue Schwertlilie auf dem Deblik, die Sabinsche l.ffe auf dem Steinberge bei Tickiersing, der Eisenhut auf dem blumenreichen Matten der Hochebene von Nemschen und der Typtam mit seinen lor­beerartigen Blättern und roten Blüteustengeln en den südlichen Verbergen des Kleinen Mille- f(bauer genannt sein soll. Groß ist auch die Zahl der verschiedenen Arten der wilden Rost, die das Ange des Wanderers auf seinen 'Steigen er­quicken und erfreuen. Manche Blut eit, tote z. B. die schöne goldige Trollblume, blühen in«