mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham.
Sonntagsbeilage: JUnstrirtes Sonntagsblatt.
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Vierteljährlicher Bezugspreis- btt der ErkEion 2 Mk, btt allen Postämter» 2,25 Mk. <ejcU Bestellgeld).
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Marburg
Sonnabend, 13. Mai 1905.
Erscheint wöchenüich fiebea moL Druck und Verlag- Joh. Aug. Koch, UmversitLt»-Buchdruckerei Marburg, Markt 2L — Telephon 55.
M.Jchrg.
Reueßk Telegramme.
; Berlin, 11. Mai. Der Bundesrat stimmte in Kiner heutigen Sitzung dem Gesetzenitwurfe über hie Bildung deutscher Kommunalverbände in den Konsulargerichtsbezirken und dem Niederlassungs- bertrage zwischen Deutschland und den Niederlanden zu.
. — Der „Neichsanzeiger" veröffentlicht die KekaiMtmachungen des Reichskanzlers betreffend k« Schuch von Erfindungen, Mustern und Garenzcichen auf der Wanderauslstellung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft in München 1905 und betreffend die Außerkraftsetzung von Bestimmungen des Un^allversiä-erungSgesetzes zu Gunsten Luxemburgs.
Göttingen, 12. Mai. Nach den bisher erfolgten Immatrikulationen ist Aussicht vorhanden, Hof; die Georgia Augusta in diesem Semester eine eit ihrem Bestehen noch nie erreichte Besuchs- üffer wird aufweisen können Das Borgehen der Söttinger Professoren zum Schutze den ak'ädenn- chen Freiheit übt offenbar einen MrMgen ®in- Gß auf den Besuch der Hochschule au's ..
München, 11. Mai. Heute Mittag fand zu ffhren des Königs von Sachsen im Schlosse Fa- milientafel statt, an der außer dem König und dem Prinzregenten die Prinzen des königlichen Ha> teilnahmen. Nach der Tafel verabschiedete rtf; der König von Sachsen von den bayerischen Prinzen und Prinzessinnen. Um 10% Uhr trat er die Rückreil nach Dresden an.
Braunschweig, 12. Mai. Der Deutsche Prote- stontenverein tagt hier am 18. und 19. Mai.
Nom, 11. Mai. In der Devutiertenkammer vracbte der Postminister eine Vorlage ein betr. Herstellung einer neuen Telegraphen-Verbindimg zwischen Genua und Frankfurt a. M.
London, 11. Mai. Aus Hongkong wird gemeldet, daß der deutsche und der amerikanische Konsul, die bei einem Picknick zufällig in die be- Wigte Zone um den Hafenvlatz Keelung auf 9?ii" formofa gerieten, von savani'chen Gendarmen bcrfr.ftet, und einen halben Tag lang festgehalten, schließlich aber nach befriedigenden E:klö- mgen freigelassen worden sind.
Chicago, 11. Mai. Präsident Roosevelt empfing gestern Nachmittag eine Abordnung der streikenden Lastfuhrwerkskutscher und erklärte ihnen auf das bestimmteste, es sei ihre Pflicht, die Ordnung anfrechtznerhalten und dein Gesetze zu gehorchen. — Präsident Roosevelt besprach gestern Abend im Jroguois Club Ne Frage der Bundesaufstcht über die Bahnen und sagte, er glaube an die Trusts als unentbehrliche Einrichtungen des modenien Industrialismus. Er glaube auch an die Berechtigung der G.werkver- rii.e doch müßten diese in strenger Berantwort- kichkeit gegenüber der Macht des Gesetzes gehalten werden. Was die Ausstände angehe, so sei es näh' das Gesetz aufrechtzuerhalten und Gewalttätigkeiten zu unterdrücken. Ein pöbelhafter Geist dürfe niemals in Amerika obsiegen.
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10 "Na üdruck verboten.)'
Schatten der Vergangenheit.
B. Soronh.
isvvrtsctzung.)
! DaS heitere Lächeln, welches ihre Lippen Umspielte, stand dem sonst so c.nisten Gesicht wunderschön.
„Laß nur die Pferde satteln, Papa! Du wirst Dich wundern, wie schnell ich mein Morgengewand mit dem Reitkleid vertausche. Aber eine Bitte hätte ich noch."
„Nun?"
„Der Reitknecht soll uns nicht begleiten. Die Gegenwart eines Dieners ist mir immer Pein- sich."
„Gut! Franz mag zu Hause bleiben. Auch damit kommst Du meinen Wünschen entgegen."
Kaum eine halbe Stunde später trabten die feurigen Rosse über die steinerne Brücke und hinauf ging es in gestrecktem Galopp dem Walde zu.
Viktoria sah in dem enganschließenden, dun- kelblauen Reitkleid, das vom Winde zurückgeweht, zierliche sliefelchen mit silbernen Sporen scheu li-ß. herrlich aus. Ein weißer Schleier schmückte den ,-öut.
STi? der Baron und seine Tochter durch das Dors ritten, flüchteten alle Kinder, die sich in den Gaffen tummelten oder aus dm Türschwellen saßen, in das Innere der Häuschen und blickten iftir verstohlen aus ben Fenstern. Landleute, die Heu einfuhren, zogen ihre Hüte und Mützen, aber jeder, der den Herrschaften vom Schlosse begegnete, wich scheu zur Seite, als ffirchte er irgend einen Gewaltakt.
Ein kleines Mädchen, das eine junge Katze .auf dem Arm hielt, konnte nicht schnell genug Kbex die Straße kommen und kauerte j-ch jetzig
Ungarn.
In weiten Kreisen gilt Ungarn, das Land der weitgedehnten Putzten und der unübersehbaren Viehherden, als ein rein agrarffches Land. Das ist es nicht mehr. In den Städten, vor allem in Ofen-Pest ist dank der systematischen Arbeit der letzten Jahrzehnte eine reiche Industrie aufgeblüht und mit diesem Uebergang zur modernen Wirtschaftsweise hat das Land auch die Bewegung des vierten Standes erhalten. Heute hat die Sozialdemokratie Ungarns schon solche Fortschritte gemacht, daß die letzten Ostertage nicht weniger als drei sozialdemokratische Kongresse gesehen haben. Aber der gemeinsame Name Sozialdemokratie deckt zwei verschiedene Gruppen, den aufsteigenden Stand der Fabrik- arbeitet und den niedergehenden der Kleinbauern. Jene haben sich in der seit 10 Jahren bestehenden „internationalen sozialdemokratischen Partei" organisiert, diese bilden die nunmehr 6 Jahre alte „reorganisierte Sozialdemokratenportei". Ihre. Verhandlungen galten hauptsächlich der Konsstituierung eines „Landesverbandes der Landwirte". Ihr kommt auch dw größte Verbreitung im Lande zu — aus 24 Komitaten waren 304 Gemeinden durch 516 Delegierte vertreten, darunter 280 kleine Landwirte und 170 Feldarbeiter — und auch die zwei sozialdemo- krcckfichen Abgeordneten, die bei den letzten Wahlen Zugang zum Parlament gefunden haben, gehören ihr an. Als besser organisiert gilt aber die internationale Partei. Im ganzen gibt es in Ungarn augenblicklich 469 sozialistische Fachver- bände und ihre Organisation macht beständig Fortschritte. Während die Mitgliederzahl der Gewerkschaften sich am 1. Januar 1902 auf 10 000 belief, zählten sie zu Beginn des laufenden Jahres bereits über 53 000. Der Verbret- tunr der Industrie entsprechend rekrutiert sich die „internationale" Partei aus den Städten, ist sogar im wesentlichen eine hauptstädtische Partei. Auf ihrem Kongresse waren allein aus Ofen- Pest 84 Verbände vertreten, dagegen aus dem übrigen Lande nur 75 Gemeinden mit 104 Ber- bönden.
Eine Forderung ist es, die die beiden großen Gruppen mit ihren wirtschaftlich auseinander- gehenden Jnterssen zu einer einheitlichen Partei verschmilzt und damit zu einem Faktor im poli- tiicheii Leben Ungarns macht, der nicht mehr zu übersehen ist: die Einführung des allgemeinen, gleichen und geheimen Wahlrechts. Aber während vor den Wahlen die koalierte Opposition selbst das allgemeine Wahlrecht auf i,6r Prägt amm gesetzt hatte, findet letzt die Sozialdemokratie auf allen Seiten Widerstand. Denn abgesehen von der Schwächung der politischen Stellung der jetzt führenden Kreise fürchtet man,, daß das allgemeine Wahlrecht neben den sozialen auch die nationalen gebundenen Kräfte entfesseln würde. Es ist eine eigene Tatsache, daß die künstliche Züchtung der Industrie, die den Madjaren zur Erreichung ihres nationalen Zieles, de? geschlossenen WirtsHaftsstaates-, so tvidjtig ist, die Kräfte entfaltet hat, die alles andere ober als national gerichtet sind. Denn
in lautes, ängstliches Weinen ansbrechmd, am Rande derselben nieder.
Viktoria hielt das Pferd an. „Weshalb fürchtest Du Dich denn, Kleine? Wir tun Dir und Deinem niedlichen Spielgefährten nichts zu leide."
Sie öffnete ihre Börse und warf ihr ein größeres Geldstück zu. Es rollte dicht vor das Kind hin in den Staub. Dieses streckte aber das broiine Händchen nicht danach aus. sondern starrte die Geberin mit großen, furchtsamen Augen an.
„Schmutziges Bettelvack!" rief Dunois. „Schade um jeden Pfennig! Diese Sorto stiehlt und betrügt und schlägt sich dabei ganz famos durchs Leben."
„Wie kannst Du so etwas sagen, Papa! Ein Kind —"
„Ach was! Giebts überhaupt heutzutage itoch Kinder? Wenn die Mädels und Jungen kaum laufen können, werden sie schon verdorben und zu allen Spitzbübereien und nichtswürdigen Streichen angelernt. Wer klug ist und Erfahrung besitzt, läßt sich eben nicht betrügen. Sieh, doch noch einmal zurück!"
Viktoria tat es. Das Kätzchen mit dem linken Arm an die Brust gedrückt, kroch die Kleine her stelle zu, wo das Silberstück Tag.
„9htn also! Da hast Du Deine unschuldige Torfiugend!" spottete Dunois.
„Ich finde durchaus wchts unrechtes dabei, Papa, wenn das Kind meine Gabe ausbebt. Gelänge es mir doch, wenigstens einem Teil des Elends und Mangels abzuhelfen!"
„Unsinn! Elend und Mangel sind nicht so groß. Die Leute haben alle ihr Stück Laitd, wo sie Kartoffeln bauen, ihre Kuh, die reichlich Milch Siebt, oder ihre Ziegen und Schweine. Sie verhungern keineswegs und erfrieren ebensowenig, da ihnen erlaubt wird, sich zweimal wöchentlich 1
wenn der „Pester Lloyd" jetzt die Arbeiter der „aufrichttaen Zuneigung Ungarns für die Arbeiterschaft" versichert und daran die Hoffnung knüpft, die Sozialdemokratie werde sich in eine ungarische Nationaldemokratie umwandeln, so darf man wohl stark bezweifeln, daß dieser Appell an ba§ patriotische Gefühl empfängliche Herzen finden wird. Die serbischen Sozialdemokraten, die jetzt die Herausgabe eines eigenen sozialdemo- kratischen Parteiblattes verlangt haben und die übrigen nationalistischen Angehörigen der internationalen Partei werden nicht geneigt sein „ungarisch" zu fühlen.
Der russisch-japanische Krieg.
Ans der Mandschurei.
Ein Telegramm des Generals Linewitsch an den Kaiser vom 10. dS. meldet: Am 7. Mai wurden unsere Vorposten auf der Linie Podhsuhche- Schihuy von feindlicher Kavallerie angegriffen. Die Japaner wurden unter Kreuzfeuer zurückgeschlagen. Am 8. Mai erneuerte der Feind den Versuch, unsere Vorposten im Norden zurückzuschlagen, ohne Erfolg. Eine russische Kavallerie-Abteilung drang am 9. Mai bis zu den von den Japanern besetzten Minen von Schahetzy vor. Durch Artilleriefeuer und eine Umgehungsbewegung der Japaner wurde sie gezwungen, sich auf das Dorf Schianzu zurückzuziehen. Nachdem sie aus diesem Dorfe vertrieben wurden, gingen sie bis zu dem Dorfe Madkopa zurück.
Von einem Sonderberichterfiatter wird aus Godsjadan, wo sich das russische Hauptquartier zeitweilig aufhält, telegraphiert: Die Japaner sind im Osten an beiden Flügeln gleichzeitig zur Offensive übergegangen. Die russischen Vorposten beim Dorfe Mosutschensa und Senjuche (etwa zwölf Kilometer südlich und zehn Kilometer südwestlich von Tüulöu) sind zurückgedrängt worden. Gleichzeitig mit diesem Vordringen sind im Rayon Jalunzsh starke Chunchusen- banden aiftaetreten. Unter solchen Deckungen werden verschiedene Bewegungen der japanischen Infanterie in den RahonS Nantschanesh und Kaujuten auSgeführt. Im Westen haben sich die Japaner als äußerst überlegen gezeigt. Vorläufig haben sie hier die Orte Pabaotun und Canlingau genommen. Infolge des Vor- dringens der von Chunchusen unterstützten Japaner mußten sich mehrere russische Abteilungen zurächst auf daS linke Ufer Dunliache und dann weiter zurückziehen. Es ist hier sestgestellt worden, daß die Japaner mit beträchtlichen Kräften nach dem Norden und Nordwesten gehen.
Petersburg, 12. Mai. Kuropatkin scheint seine Nolle nunmehr enbgiltig ausgespielt zu haßen. General Lenewitsch soll nach dem „B. T." sich zweimal über ihn beschwert haben, weil er seinen Befehlen nicht nachgekommen sei. Daraufhin und nicht wegen
Reisig aus dem Walde zu holen. Und wenn es Not tut,, erhalten sie auch Unterstützung. Nur keine Weichmiitigkeit! Solchem Gesind.l gegenüber ist sie schlecht angebracht und wird übel belohnt."
Er spornte das feurige Roß an und Viktoria folgte seinem Beispiel. Beide sprengten über die Chaussee, dein Walde zu, aus lern ihnen köstliche, erquickende Kühle entgegen wehte. Die Sonne, die brennend am wolkenlosen Himmel stand, glitzerte durch das dichte Laubdach hindurch und überstreute den Weg gleichsam mit Goldfunken. Eichkätzchen kletterten an schlanken Baumstämmen empor, Waldvögel schmetterten die süßesten Töne ihrer kleinen Kehlen in die Einsamkeit und Stille hinein, goldgrüne Käfer schwirrten dnrch die warme, duftende Luft und bunte Falter gaukelten umher oder hingen an frisch erschlossenen Blumenkelchen.
„Wie entzückend, wie herrlich ist es hier!" rief Viktoria. „Du vermagst Dir keinen Begriff davon zu machen, wie empfänglich ich für Naturschönheiten bin. Sie stimmen mich mehr zur Andacht. Hier fühle ich Gottes Nähe, fühle seine Größe, seine Güte und Allmacht. Empfindest Du nicht ebenso?"
„Ein wenig anders. Dich beherrscht noch jugendliche Schwärmerei — ich dagegen habe längst mit ihr abgeschlossen."
Dann blickte der Baron wie geistesabwesend vor sich hin und schien zu vergessen, daß feinte Tochter dicht neben ihm war.
„Gar oft habe ich über das Leben nachgegrübelt, bin aber weder frömmer noch glaubensfester geworden. Das Laster sah ich Im goldenen Mantel daher schrecken — die Tugend und Ehrlichkeit in Lumpen gehen. Wer seinen Mitmenschen Sand in die Augen zu streuen versteht, hinter dem laufen sie her — und verdienen also pephöhick und betrogen zu werden. Die schwere
zerrütteter Gesundheit sei die Abberufung KuropatkinS erfolgt.
Die wirdnigfe russische glitte unter dem Kommando deS Admirals Naschest» wenSki wird eine ganz beträchtliche Macht dar» stellen, der die Japaner, falls die Ruffen nicht ganz vom Glück verlaffen find und selbst Fehler begehen, kaum gewachsen sei« dürsten. Nach der Vereinigung setzt sich die russische Flotte folgendermaßen zusammen:
1. Division Admiral RoschestwenSki.—Linienschiffe ,KnjäS Ssuworoff" (Flaggschiff): „Boro- dina"; .Imperator Alexander III": .Orel".
2. Division Konter-Admiral Felkersam. — Aeltere Linienschiffe „OSljaba" (Flaggschiff): „Sfifloi Weliki"; „Navarin"; „Jmperatoi Nicolai I".
3. Division Konter-Admiral Njebogatow. — Küstenpanzerschiffe „General Admiral Apraxin" (Flaggschiff): „Admiral Senjavin"; .Admiral Uschakoff".
4. Division Konter-Admiral DobrotworSky. Panzerkreuzer „Oleg" (Flaggschiff); .Admiral Nachimoff"; „Dimitri Donskoi", .Wladrmi, Monomach". ,
5. Division, Kontre-Admiral Enquist. Go schützte Kreuzer „Aurora" (Flaggschiff), „Swetlana"; „Jsumrud"; „Schemtschug", „AlrnaS" und 18 Hilfskreuzer, worunter sich sieben ehemalige Schnelldampfer befinden, fünfzehn Torpedoboot-Zerstörer.
Als viertes Geschwader unter Konter-Ad- miral Beklemischeff find später noch verfügbar: die Linienschiffe „Slava" (Flaggschiff) und „Imperator Alexander I.'. Panzerkreuzer „PamjaS Afowa", geschützter Kreuzer „Admiral Korniloff", Torpedokreuzer „Abrek", 15 Torpedo- bootszecstorer (bei unS Torpedoboote genannt) und 10 Hilfskreuzer.
Es ist eine ganz bedeutende Macht, bi Rußland nach Ostasien gesandt hat, alle- waS es außer der Schwarzen Meer- flotte besitzt. Versagt diese Flotte, so ha! Rußland keine Reserven zvr See mehr bet« fügbar, bann ist der Seekrieg zu Gunster Japans entschieden. Auf den russischen Meister herrscht keine rege Tätigkeit, im Gegenteil, mar hat alles auf eine Karte gesetzt. Gebt dat Spiel verloren, so hat Rußland vorläufig als Seemacht ausgespielt. Nur zwei Linienschiffe befinden sich in der Ostsee im Bau, zwei japanisch» in England ebensalls, und zwar gleich große« aber die Japaner werden eher fertig (einer. „Kaschima", lief bei Armstrong u. Elswick sckon am 22. März vom Stapel) und die Gerüchte von russischen Schiffsankäusen bei den Neutralen oder Agenten, die kürzlich noch durch diePrrsse gingen, bedürfen der Bestätigung. Bemerkenswert ist, daß die älteren Linienschiffe russischerseits zur Entscheidung mutig eingesetzt werden, und es scheint sehr wohl möglich, daß diese, so
Arbeit, den unermüdlichen Fleiß, fand ich nie nach Verdienst belohnt. „Hilf Dir selbst, so wird Gott Dir helfen," heißt es. DaS Ist eine böse, gefährliche Lehre, wohl geeignet, manchen auf Abwege zu führen."
„Aber gerade weil Du so denkst, eröffnet sich Dir ein lohnendes Feld segensreicher Tätigkeit. Papa!" rief die Baronesse. „Du bist reich:, vielleicht will Gott denen, die er mit Glücksgutern gesegnet hat, auch Gelegenheit bieten, diese fruchtbringend zu verwerten. Sei ein „ starker Hort achtungtzw ersten Strebens! Unterstütze da» Talent, unterstütze den Fleiß! Hllf, wo Hufe not tut! Du kannst es ja."
„Ich könnte wohl, aber ich Will nicht!
„Warum nicht?"
Weil ich schon zu schlimme Eriahrungen mackste ilird weil ich mich auch nur allzuoft durch dst MaSke des Elends und Jammers tauschen ließ. Ich gab mit vollen Händen und — toa» mehr wert war als Geld — ich aab em Mitleid und meine wärmste Sympathie, um bmter- ber verlacht und verleumdet zu werdens Da schwur iw mir zu: „Keiner soll mehr Geigen« beit finden, sein Spiel mit meiner Gutmütigkeit, mit meinem menschlichen Erbarmen zu treiben!- und blieb diesem Vorsatz getreu*
„Aber, Papa, wie oft wird da der Unschuld diae" mit dem Schuldigen gelitten haben."
„Wohl möglich — aber das ist so der Well Lauf, mein stind. Daran ändern wir bei« nichts." ,. .
„Und warum nicht? Laß uns immerhin iN unserem beschränlten Wirkungskreise den Vev- such machen! Schon der kleinste Erfolg tourt» mich zu eifrigem Vorwärtsfchreiten, einem großen Ziele entgegen, anspornen." i
D (Forftetzmw folgt.)