mit dem Kreisblatt für -ie Kreise Marburg uns Kirchhain.
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Sonntagsbeilage: Jllustrirtes Sonntagsblatt.
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Vierteljährlicher Bezugspreis, bei der Expidition 2 Mk, bet allen Postämtern 2,25 Mk. <ejci. Bestellgeld).
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Marburg
Freitag, 12. Mai 1905.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck tmb Verlag- Joh. Aug. Koch, UmvcrsttätS-Buchdruckerei 40. Jahrg.
Marburg, Markt 21. — Telephon o5.
NenrAe TelMkmme.
Rom, 10. Mai. Die „Agenzia Stefani" meldet aus Asmara von gestern: Die an den Hof des Negus entsandte deutsche Mission ist auf der Rückkehr von Addis-Abeba durch die Kolonie Eryihräa hier eingetroffen und sehr herzlich empfangen worden. Die Dtission begibt sich heute in Begleitung des Gouverneurs Martini nach Masssumh Md geht dort an Bord eines italienischen Dampfers. Die Mitglieder der , Mission sprachen "sich in anerkennendster Weise über die in der Kolonie gewonnenen Eindrücke aus.
Reval, 10. Mai. In einer von 1000 Fabrikarbeitern besuchten Versammlung außerhalb der Stadt, an der Delegierte aus Petersburg und N'-askiertePersonen teilnahmen, wurde beschlossen, aus Anlaß der Maifeier einen dreitägigen Ausstand zu veranstalten und an die Fabrikanten abermals Forderungen zu stellen, deren Nichterfüllung innerhalb zwölf Stunden Brandstiftungen in den Fabriken nach sich ziehen würde. Die Versammlung sang nach der Melodie „Ein' feste Burg ist unser Gott" das Lied „Nicht vom Kaiser, nur aus eigenen Kräften kommt uns Hilfe". llm die Versammlungsstätte tvaren Radfahrer aufgestellt, um die Ankunft der Polizei zu signalisieren. Diese war jedoch durch falsche Mitteilungen irregeführt und suchte die Ver- samlung i.r einer ganz anderen Gegend.
Konen, 10. Mai. (Meldung des „Wiener K. K. Telegr.-Korresp.-Bureaus"). Die Situation auf Kreta bat sich verschlimmert, die Konsuln der Garantiemächte verlangen TruPPenverstäv- kiingen. Die Gendarmerieposten, welche von Insurgenten bedroht werden oder exponiert r’iTb, werden zurückgezogen. Die Aufständischen Planen, die Küstenpunkte, wo Zollämter sich befin- den, zu besetzen, sie haben das Zollamt in Kastli östlich von Rethvmo bereits besetzt. Im dortigen Depot befindet sich eine ganze Ladung für eine Triester Firma. Ein englischer Kreuzer ist dorthin abgegangen.
Konstantinopel, 10. Mai. (K. K. Tel.-Korr.- Bureau.). Infolge der lebten Schritte der Gnt.'ntebotsck'aiter bei der Pforte wurde Hilmi Pascha beauftragt, mit Energie das Unwesen der griechischen Banden zu verfolgen. Die Gefangenen werden durch ein Gericht, das nur aus Bulgaren besteht, abgeurteilt werden.
London, 11. Mai. Den „Times" wird aus Tokio gemeldet: Die Russen konzentrieren offenbar Truppen, um von Nordosten her in Korea einzufallen.. Sie wollen durch diese Diversion die Verteidigung von Wladiwostok unterstützen. ES verlautet, daß 15 000 Mann auf dem linken Ufer des Tumenflusses versammelt sind.
Washington, 10. Mai. Der russische Bot- schafier Graf Cassini ist nach Madrid versetzt. Sein Nachfolger auf dem hiesigen Posten ist dec frühere Gesandte in Tokio Rosen.
Saigon, 10. Mai. Das französische Ge- schwader lvird an der Küste von Amram zu- sammengezogen. In Hongkong liegen augenblicklich 23 englische Kriegsschiffe.
verboten.)
Schatten der Vergangenheit.
Roman von B. Eorony.
(Fortsetzung.)
। . „Das sind gerade zlvei Eigenschaften, die ich nicht besitze. Dennoch will ich die Ungeduld, die mir bereits in allen Nerven prickelt, nieder zwin- ■gen, so lange es geht. Sehr toeit aber dürfte -mein Vorrat an Langmut nicht mehr reichen. Wie glücklich sind Sie dagegen in Ihrem unge- ttrübt schönen Familienleben!"
„Gott sei Dank, ja. Ich ftihle mich in meinen Kindern reich gesegnet und glaube, sie werben mir niemals Kummer machen."
, Walter verabschiedete sich bald, indem er die Einsilbigkeit und das finstere, verschlossene Wesen des _ Freiherrn dahin nutete, daß dieser allein zu sein wünsche. Im Garten sah er die beiden Damen. Frau von Clairville schritt langsam am Rande des Teiches bin und erwiderte d n Gruß des Fabrikdirektors mit hochmüttger Gleichgiltigkeit. Nur flüchtig wandte sie ihm die stahl- sgrauen Augen zu, die etwas eigentümlich stump- /fes und kaltes hatten, dann haftete ihr Blick jwieder auf der schimmernden Wasserfläche.
Die Baronesse aber kam heran und reichte Dem alten Mann die Hand. Obgleich sie im all- gemeinen gar nicht mit dem Vater spmpathisierte, (teilte sie doch manche seiner Neigungen, vor allem die Vorliebe, welche er für Walter hegte. Das freundliche, von Kletterrosen und wildem Wein umrankte Häuschen erschien auch ihr äußerst anziehend und wie ein Hafen köstlichen, ungestörten Kriedens. _ Mehrmals schon war sie mit dem ßfiaron auf gemeinschaftlich unternommenen Spa- tiemtten dort eingekehrt. Die naive Art, mit welcher die kleine Elisabeth sie anstaunte, als
Der Niedergang des
Parlamentarismus ist eine schon oft besprochene, vielfach auch beklagte Tatsache, ohne daß bis jetzt allerdings eine praktisch durchführbare Möglichkeit angegeben worden wäre, das gesunkene Vertrauen irt den Parlamentarismus, das in weiten Kreisen fast völlige Teilnahmslosigkeit am polittschen Leben mit hervorgerufen hat, wieder zu heben. Vor kurzem hatten die „Grenzboten", eine politisch sehr geachtete Wochenschrift, in einem Aufsatze über das preußische Herrenhaus auf die Tatsache aufmerksam gemacht, daß nur elf Mitglieder dieses Hauses auch dem Reichstage angehörten und dabei die Ansicht ausgesprochen, daß diese Zall zu niedrig sei. Denn ein großer Teil der Herrenhausmitglieder besäße unzweifelhaft alle notwendigen Eigenschaften für eifrige Mitarbeit im Reichstag-' aber trotzdem bewerbe sich niemand unter diesen Herren um -'in Reichstagsmandat, dessen Erlangung ihnen wegen ihres großen persönlichen Ansehens sicher nicht schwer werden dürfte. Die „Grenzboten" knüpften hieran die Frage, ob dies nicht vielleicht eine gewisse Vernachlässigung öffentlicher Interessen sei, zu deren Wahrnehmung gerade jene Männer infolge ihrer Stellung doppelt berufen schienen. Zudem käme auch eine stärkere Mitgliedfckiaft int Reiclrstage umgekehrt wiüder dem Herrei.hause zu gute.
Die „Hamburger Nachrichten", das ehemalige Bismarckargan aus der Friedrichsruher Zeit, haben diese Frage in dem Artikel der „Grenzboten" zum Gegenstand einer beachtenswerten Betrachtung gemacht, ans der un§ das Wesentliche der Wiedergabe wert erscheint,, wenngleich wir bei einzelnen Punkten der Ausführungen abweichender Meinung sind. U. a. tvird gesagt:
„UnfereS Erachtens vermag weder das politische noch geistige Niveau des Reichstages eine Anziehungskraft auf diejenigenMänner auszu- üben, welche die „Grenzboten" im Auge haben. Hat der Parlamentarismus im allgemeinen und in allen Ländern durch Uebermaß nach jeder Richtung hin abgewirtschaftet, so ist das inbezug auf den deutschen Reichstag erst recht der Fall. Wo sind die Zeiten hin, in denen das gesamte deutsche Volk mit Interesse und Spammng den Worten der Männer lauschte, die in seinem höchsten Rate die Fragen erörterten, welche das nationale Leben bewegten? Der Reichstag hat es glücklich so weit gebracht, daß ihm hervorragende Persönlichkeiten von allgemein anerkannter Bedeutung kaum noch angehören und daß seine Verhandlungen mit geringen Ausnahmen das Interesse weiterer Kreise nicht mehr zu fesseln vermögen.
Auf toeldje Gründe dies zurückzuführen ist, darüber kann leider fein Zweifel sein. Die Haupt- schuld trifft die Haltung, welche d'.e Regierung seit der Entlassung des Fürsten Bismarck eingenommen hat. Von vornherein hat sie durch Verzicht auf die Fortsetzung des Kampfes gegen die subversiven Elemente des Zentrums, der Sozial- demokratie, der Polen, Welfen usw. das beutidjc
träte die Feenkönigin selbst zur Türe hinein, schmeichelte Viktoria, und wenn Kurt zugegen war, strahlte ihr die gleiche Bewunderung, aus feinem Blick entgegen, aber heiß und leidenschaftlich.
Kein Sonntag ging vorüber, den der Assessor nicht in S ... zugebracht hätte; aber auch in der Woche führte ihn jetzt jeder freie Abend hinaus aufs Land, er ließ sichs nicht verdrießen, früh morgens in die Stadt zurück zu wandern und den wenn auch weiteren, so doch bedeutend schöneren Weg am Schlosse vorüber einzuschlagen.
Einmal hatte er die Baronesse im Garten bemerkt, die hohe Gestalt von einem leichtert rosafarbenen Gewände umwallt, das schwarze.Haar lose aufgesteckt, die schlanken Hände voll taufeuchter Blumen. Seitdem spähte er vergebens nach ihr aus. Daß die Fenstervorhange eines Zimmers im ersten Stock sich oft ein ivenig bewegten, wenn er vorüber schritt, fiel ihm, der suchend in das goldige Grün des Parkes hineinblickte, nicht ans.
5. Kapitel.
Dunois warb wirklich mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln um die Liebe seines Kindes. Er beschenkte Vittoria reich, überhäufte sie mit Zärtlichkeiten, fühlte aber, daß sie sich scheu vor ihm zurückzog und seine Liebkosungen nur widerwillig über sich ergehen ließ. Wohl hätte er gern Hans Walters Rat befolgt, und ihr Zeit gegönnt, aber daran hinderte ihn sein ungestümes Temperament. Er wollte erzwingen, was man ibr: nicht freiwillig entgegenbrachte. Die Baronesse war aber keine Natur, die sich bezwingen ließ. , Mit herrischen Befehlen erlangte man bei ihr nichts, sondern man forderte sie nur Mn Widerspruch heraus. Zwar hatte Frau pon .Clairville niemals eine direkte Anklage er-
Volk zu dem Glauben verleitet, daß das Heft deS Reiches nicht in der Zurückweisung der Bestte- buug jener Parteien liege, sondern umgekehrt in deren „Versöhnung". Es ist selbstverständlich, daß dies in einem Lande, in welche n, wie in keinem anderen, das Verhalten der Regierung die öffentliche Auffassung maßgeblich beeinflußt, langsam aber sicher zu einer unheilvollen Wandlung der Begriffe führen mußte. Alles geriet ins Schwanken. Was bis dabin als reichsfeindlich und schädlich gegolten hatte, müßte, wenn die Regierung mit ihrer Auffassuna im Rechte war, als reichsfreundlich und nützlich gelten, ober wenigstens als berechtigt. Dadurch Ist unser ganzes politisches Leben verwirrt und haltlos geworden; aus der allgemeinen Verschwommenheit der politischen Begriffe aber haben Zentrum und Sozialdemokratie einen so großen Nutzen gezogen und eine so große Macht erlangt, daß die Regierung in Abhängigkeit von einer Reichsmehrheit geriet, die sie im Interesse des Deutschen Reiches hätte abschütteln müssen, die sie sich aber gefallen lassen mußte, weil sie den Entschluß zu dem Kampfe nicht finden konnte, der nötig ge« ipei'en wäre, das Joch zu brechen.
Diese Wahrnehmung wiederum ließ in den genannten beiden Parteien ein Machtbewußtsein aufkommen, das sie mißbrauchten, u. a. auch dazu, den Reichstag zu terrorisieren und das Niveau seines Ansehens herabzudrücken. Das wirkte natürlich auch auf die Wahlen zurück. Immer mehr mußten sich die Männer, welche an den Ueberlieferungen der Vergangenheit fest- hielten, d won überzeugen, daß ihre Stimme, ihr Rat und ihre Mahnungen weder bei der Regierung, noch bei den ins Schwanken gebrachten Wählermassen den früheren Wiederball fanden, und nicht den alten Einfluß auszuüben vermochten. So sind wir allmählich dahin gelangt, daß für aufrechte Männer von eigner Ueberzengung und Rückgrat weder in der Regierung noch im Reichstage die geringste Aussicht besteht, sich durchzusehen. In der Regierung herrscht das Prinzip, jede innere Krisis zu vermeiden und es möglichst allen Parteien recht zu machen, im Reichstage aber bestehen Zustände, welche bewirken, daß es Männern, wie der Artikel in dem „Grenzboten" meint, beim besten Willen nicht möglich sein würde, eine ausschlaggebende Stellung zu erringen. Die Fraktionen, auf die sie sich stützen könnten sind entweder numerisch nicht stark genug, um der kleriko-demokratisch- sozialistischen Majorität erfolgreich die Spitze bieten zu können, oder sie sind dazu innerlich nicht mehr gefestigt genug.
Dazu kommt endlich, daß angesehene Männer, die zur Ausübung des Ehrenamtes eines Reichstagsabgeordneten hervorragend geeignet wären, zfid) durch die zunehmende Verrohung des Wahlkampfes abhalten lassen, zu kandidieren. Wie schon öfters ausgeführt wurde, ist diese Verrohung der Wahlagitation bereits so weit gediehen, daß jeder Kandidat, namentlich, wenn er sich gegen einen sozialistischen Mitbewerber zu verteidigen hat, es sich ruhig gefallen lassen muß, seinen guten Namen wochenlang durch den Schmutz gezogen zu sehen. Das aber ist nicht jedermanns Sache.
hoben, dennoch meinte Viktoria zu wissen, daß Dunois den frühen Tod ihrer Mutter verschuldet habe. Auf welche Weise dies geschehen, blieb freilich ein verworrener Begriff für sie.
Eines Morgens begegnete ihr der Boron mit seltener Weichheit. Dazu trieb ihn die lieber« zeuguug, daß er nur durch das Glück und die kindliche Zuneigung seiner Tochter wieder von einer beständig zunehmenden Schwermut geheilt werden könne. Er äußerte das nicht klar und deutlich, sagte aber, indem er Viktorias Hände in die {einigen nahm und ihr mit ernstem, fast flehendem Blick in d' Augen sab:
„Es giebt ein trauriges Geheimnis in meinem Leben — und doch ist mehr Unglück als Schuld dabei. Vielleicht offenbare ich es Dir bald, vielleichr auch erst nach meinem Tode. Dein Vater war in früheren Jahren ein irrender und fehlender, aber kein schlechter Mensch. Und er bittet Dich: Sei mein guter Engel! Hilf mir, daß ich die Vergangenheit vergessen und mich der Gegenwart wieder freuen kann."
,.Dater —"
„In Deiner Liebe wurzelt mein Heil. Willst Du sie mir nicht schenken — mir, der ich beide Arme nach Dir ausbreite?"
Mit großen, staunenden Augen sah sie, den leidenschaftlich erregten Mann an, dem jeder Nerv bis in die Fingerspitzen zu zucken schien, und sagte:
„Wie soll ich glauben, daß mein Vater, der sich freiwillig viele Jahre lang von mir trnnte, meiner wirklich so dringend bedarf?"
„Ich trennte mich von Dir, well ich damit den Wunsch Deiner Großmutter erfüllte und durch dieses Opfer manches, wovon mich mein Gewisien nicht frei spricht, zu sühnen hoffte. Jetzt ist meinerseits nach dieser Richtung hin genug geschehen. Ich bin des Hinausstürmens in die
Eine Aenderung dieser Lag« der Dinge ist nur zu erwarten, wenn die Regierung Wied« diejenige Stellung den Parteien gegenüber entnimmt, welche sie unter dem Fürsten Bismarck inne hatte. Sie muß das Zentrum aus der dominierenden Stellung, die es jetzt zum Nachteile unseres parlamentarischen Lebens entnimmt, wieder verdrängen. Das kann sie aber nur, wenn sie sich von der Gemeinschaft lossagt, die sie jetzt mit ihm hat und sich dafür an die Spitze der ölten Kartellparteien stellt. Ferner muß sie der Sozialdemokratie offen den Krieg erklären und deren Agitation wieder als das brandmarken, was sie tatsächlich ist: als eine auf Umsturz der herrschenden Staats- und Gesellschaftsordnung gerichtete gemeingefährliche und strafbare Bewegung. Das würde selbstverständlich nicht ohne innere Kämpfe abgehen, aber anders wer- beu wir aus den Zuständen von heute überhaupt nicht wieder heraüsgelangen. Entschließt sich die Regierung zu diesen so notwendigen Schritten, zeigt sie dabei den nötigen Ernst und die nötige Zuverlässigkeit, so werden — das Vertrauen haben wir zu unserem Volke — auch die Kämpf« und Rufer im Streite nicht fehlen, auf die sie sich stützen kann. Aus ihnen ober wird sich von selbst wieder ein Kern von Parlamentariern herauS- bilden, die sich von großen nationalen Gesichtspunkten bestimmen lassen, die es verstehen, das deutsche Volk mit sich fortzureißen und ben Reichstag wieder auf eine Höhe zu bringen, wie er sie früher inne hafte . . ."
Der rrMch-mvamlche Krieg.
Bon der Flotte.
In Petersburger Marinekreisen ist man überzeugt, daß bis jetzt den beiden russischen Geschwadern im fernen Osten kein Unfall begegnet ist. Nebogatows Division hält eine Marschgeschwindigkeit von sieben Knoten regelmäßig durch. Der Admiral ist von der ruhigen Zuversicht erfüllt, daß er die Lösung der ihm üb tragenen Aufgabe durchführen wird. Es sind Anzeichen dafür vorhanden, daß die Vereinigung beid« Gesckwader tatsächlich schon stattgefunden hat ober jebe Minute statfinden muß. Sicherlich stehen beide Flottengruppen mittels drahtlos« Telegraphie schon in Verbindung.
lieber ben Zustand des Wladiwo^ok- Geschwaders sind folgende Mitteilmrgen dtngegongen: „Rossija" und „Gromoboi" sind wieder ausgebessert, „Vogotpr" befindet sich jedoch noch in unbrauchbarem Zustande. Auße'-dem befinden sich dort neun Torpedoboote und Material zum Bau von drei Torvebobootszerstörern. doch ist nicht bekannt, ob letztere gebaut sind. Der Bau von 5 Unterseebooten ist beendet. Kapitän Baron Raden bat, wie General stene- witsch meldet, einen zweiten javanischen Schoner weggenommen und als Prise in Wladiwostok eingeliefert. Er hatte bereits vorher einen anderen japanischen Schoner beim Kap Lutsuki verbrannt und vorher die Bemannung an Land gesetzt.
Japanische Berstimmungeu gegen Frankreich.
Wie Reuter aus Tokio von gestern telegra- phürt, beobachtet die javanische Regierung le« ===ia» === _ =========__-■=
Welt müde geworden und sehne mich nach dem Frieden einer schönen Häuslichkeit. Möchtest Du ihn mir nicht bringen? Möchte'' 'm; mit nicht Helsen?"
„Heften?"
„Willst Du nicht?"
„Man hält mich für kalt und herzlos und doch verschloß ich mein Ohr noch iemals einet Bitte um Hilfe. Gewähren konnte ich diese freilich nicht immer. Aber was ich keinem Fremden versagen würde, darauf hat doch der Vat« ein hundertfaches Recht. Sage mir nur, Waich tun soll."
„An mich glauben und mir vertrauen! Dich recht innig an mich schmiegen und vereint mit mir die Scheidewand Niederreißen, welche andere zwischen uns aufgetürmt haben. Ich beabsichtige nichts weiter, als Dich glücklich zu machen! Und wenn ick> feste, daß Du es bist, dann wird auch in meine Seele Ruhe und Zufriedenheit einkehren."
Diese Worte schienen wirklich aus der Tiefe eines warmen, liebebebürftigen Herzens zu kommen.
„Wie toäre es möglich, so großer Güte gegenüber kalt zu bleiben? Ich danke Dir und fühle jetzt schon, wie wert und teuer Du mir bist," sagte Viktoria gerührt. „Sieh, Papa, «n diesem herrlichen Morgen sollten wir beide hinaus ins Freie. Wohl ist der Park groß, aber der Anblick des Gitters, welcher ihn umschließt, hat etwas Beengendes für mich."
„Da sprichst Du aus, was ich selbst empfinde.
Wir wollen durch den Wald reiten."
„öa!" ... t .
„Und wenn es Dir recht ist, tn irgend ein« kleinen Dorsi henke einkehren."
„Den Gedanken finde ich entzückend!"
(Fortsetzung folgt.)