mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
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Sonntagsbeilage: JAnstrirtes Sonntagsblatt.
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Vierteljährlicher Bezugspreise dn oer Erkrdition 2 Mt btt ollen Postämtern 2,25 Mk. <e$cL Bestellgeld).
JnserttouSgebühr: die gespaltene Zelle oder seren Raum 10 Psg.
Reclamen: die Zelle 25 Pfg.
Marburg
MMwoch, 10. Mai 1905.
Erscheint wöchentlich sieb« mal. r
Druck und Verlage Joh. Äug. «och, UmverfitätgJvnchdruckerel 40. JllUg.
Marburg, Markt 21. — Telephon 6$.
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Zweites Blatt.
Die Personalien der Familie Schiller.
Die Familie Schiller ist eine uralte württem- bergische Familie, deren Stammbaum bis zum Jahre 1500 zurückgeführt werden kann, und die zuerst in Neustadt und Grünbach ihren Wohn- sitz gehabt hat.
Schillers Vorfahren väterlicher- und mütterlicherseits waren Handwerker, die das Bäckergewerbe betrieben. Schillers Vater war bekanntlich zuerst Militärarzt bei einem bayerischen Hu- saren-Regiment, daun Wundarzt, später Fähnrich, Leutnant und Adjutant des Prinzen Louis von Württemberg. Er kämpfte im siebenjährigen Kriege unter den deutschen Reichstrupven gegen Preußen. In der Folgezeit wurde er Hauptmann und Inspektor des herzoglichen Lustschlosses Solitude, in welcher Stellung er Zuletzt den Titel Oberwachtmeister führte, und am 7. Sept. 1796 starb. Seine Frau war die Tochter des Bäckers und Löwenwirts Kodweis. mit Vornamen Elisabeth Dorothea, die ihren Gatten um sechs Jahre überlebte. Schiller selbst hatte drei Ss'^vestern. Tie älteste, Christophine, heiratete den Meininger Bibliothekar Rheinwald, die jüngere, Dorothea Louise, den Stadtpfarrer Frankh zu Möckmühl, die jüngste Schwester, Nanette, ist unverheiratet gestorben. Schiller Verlobte sich im Juli 1789 mit Charlotte von Lengefeld, der jüngeren Tochter des verstorbenen Kammerherrn v. Lengefeldt zu Rudolstadt. (Die ältere Tochter Karoline heiratete einen Herrn v. Beulwitz.) Die Hochzeit fand am 22. Februar 1790 in der Dorfkirche zu Wenigenjena bei Jena statt. Ohne sein Zutun erhielt Schiller tm November 1802 den aus Wien vom 7. September 1802 datierten kaiserlichen Adelsbrief. Der Herzog von Weimar hatte denselben ausgewirkt, um Dem Dichter ein deutliches Zeichen seines Wohlwollens zu geben, ihm eine Freude zu machen, und um zugleich ihm und seiner Gatttn. ohne andere zu verleben, den freiesten Verkehr mit den, weimarischen Hof zu ermöglichen. Das kaiserliche Adelsdiplom, ausgestellt durch Kaiser Franz den Anderen, erhebt „Johann Christian Friedrich Schiller samt seinen ehelichen Leibeserben und derselben Erbeserben beiderlei Geschlechts, in grader Linie absteigenden Stammes, in des heiligen römischen Reiches Adelstand, welche allerhöchste Gnade er lebenslang mit tief» schuldigstem Danke verehren werde, welches derselbe auch wohl tun kann, mag und soll."
Das Wappen bildet einen guergeteilten Schild dessen obere Hälfte in Gold ein nach rechts auf- ü fügendes silbernes Einhorn, die untere einen goldenen Querbalken in Blau enthält. Den über dem Schilde stehenden Turnierbelm schmückt ein Loroeerkran'z, auf dem die Adelskrone mit dem verkürzten Einhorn ruht. Die Helmdecken sind innen Gold, außen Blau.
Beiträge zur Chronik von Marburg.
Von L. Müller (ftortfebung.)
1552 am 10. September kommt Landgraf Philipp aus der Gefangenschaft zurück und wurde vor den Toren Marburgs von seinen 4 Söhnen und Räten empfangen' und auf das Schloß geleitet.
1552 am 31. März traf man Anstalten, die Brücke wieder herzustellen, sie sollte drei Bogen haben, ein jeder 24 Schuh lang und 18 Schuh breit. Der Maurermeister G. Kraft sollte die Arbetten übernehmen, aber erst in -er zweiten Hälfte 1553 wurde mit dem Wiederaufbau der Brücke durch den Meister Niclas begonnen. Die Wölbsteine lieferte der Stadtmaurer Clas Bauerbach, ebenso die Bogen.
n 1555 war die Brücke vollendet. Um die Gewölbe auszufüllen hatte man am Kilian die hohen Giebel abgebrochen und die Gewölbe eingeschlagen und das Material verbraucht. Die Kosten des Brückenbaues betrugen 8027 Pfund '12 Schilling Pfg. Der Bau, welchen Meister Niclas nicht beendete, wurde von Meister Hans aus Grünberg vollendet.
1558 am 9. September starb der erste Superintendent Adam Kraft in Marburg, er wurde in der Pfarrkirche neben dem Predigtstuhl begraben.
1563 ist die Pest abermals in Marburg aus- gebrochen: das Pädagogium wird nach Bieden- !kopf verlegt.
. 1566 am 14. Februar hat der Landgraf
Milhelm IV. mit der Herzogin Sabine von Württemberg Beilager gehalten. Der Rat zu , Marburg hat eine Gemeinde-Weinschenke ein» 'richten lassen, aus deren Erlös er in wenigen ^'Jahren viele. Schulden abgetragen hat, die er tvpgen Gemeindeanlagen, wie Brunnen, Pflaste
DeutscheS Reich.
Berlin, 9. Mai.
— Die Bors en steuer bat im Etatsjahre 1904 eine Einnahme von 40,8 Millionen Mark oder 11,4 Mill. Mk. mehr als im Jahre 1903 erbracht. Der Hauptteil der Einnahme in Höhe von 23,1 Mill. Mk. entfällt auf den Stempel für Wertpapiere, der Rest im Betrage von 17,7 Mill. Mk. auf den Stempel für Kauf- und sonstige Nnschaffungsgeschäfte. Mit diesem Ertrage hat die Börsensteuer die höchste bisherige Einnahmestufe erreicht. Der Etatsansah für 1904 beziffert sich auf 29,9 Mill. Mk., wovon 17,1 Mill. Mk. auf die erstere und 12,8 Mill. Mk. auf die zweite Stempelart entfallen sollten. Durch die Wirkttchkeit ist der erstere Ansatz um G Millionen Mk., der zweite um 4,9 Mill. Mt. übertroffen worden. Das Gesamtplus gegenüber dem Etat beläuft sich aus 10,9 Mill. Mark. Diese Entwicklung ist um so erfreulicher, als andere Stempelabgaben, deren Erträge edenfo wie die der Börsensteuer den Einzelstaaten überwiesen werden, für das Jahr 1904 nicht gut abgeschnitten haben uns die Etatsüberschüsse der Börfensteuer dazu benutzt werden können, die Aussälle aus diesen Gebieten aus- zugleichen.
— Es ist schon darauf hingewiesen, daß bte Summe der genossenschaftlichen Spar-
Schiller starb an den Folgen einer Brustkrank- heit, die ihn bereits im Anfänge de Jahres 1791 ergriffen hatte, und die seine Lebenskraft für die folgende Lebenszeit zerrüttete, in der sechsten Abendstunde des 9. Mai 1805 zu Weimar. Seine Leiche wurde zunächr auf dem Jakobskirchhof zu Weimar beerdigt. Nach Erbauung der Fürsten- gruft ruht sie feit 1827 in der Fürstengruft des großes Friedhofes.
Schillers Gattin, geboren 1766, überlebte den Dichter um volle 21 Jahre. Nach einem durch Augenkrankheit, die sie der BlindhÄt nahe brachte, getrübten Alter starb sie zu Bonn 1826.
Der 15jährigen Ehe entstammen zwei Söhne und zwei Töchter:
1. Karl v. Schiller, geboren 1793, gestorben 1857, königlich württembergischer Oberförster a. D., vermählt mit Luise Locher, wurde 1845 mit seiner Familie in den Freiherrnstand erhoben. Dessen einziger Sohn, Ernst Friedrich Ludwig, geboren am 28. Dezember 1826, gestorben am 8. Mai 1877, Major a. D., war Offizier im österreichischen Kürassierregiment Kaiser Nikolaus I. von Rußland Nr. 5. Er tvar der einzige überlebende männliche Nachkomme deS Dichters. Seine Witwe, geborene von Albertt, lebt in Stuttgart.
2. Ernst v. Schiller, geboren 1796, gestorben 1841 al? preußischer Appellationsgerichtsrat, der- mählt mit Magdalena von Pfingsten.
3. Karoline v. Schiller, geboren 1799, gestorben 1850, vermählt mit dem Bergrat Junot zu Rudolstadt.
4. Emilie v. Schiller, geboren 1804, gestorben 1872, heiratete den bayerischen Kämmer.r Frei- Herr Adalbert v. Gleichen-Rutzwunn. Ihr Sohn Ludwig wurde 1836 geboren, starb 1901 und war mit Elisabeth Freiin von Thienen-Adler- flycht vermählt. Dessen Sohn, geboren 1865, vermählt mit Sophia Freiin v. Thienen-Adler- stycht, führt den Namen Karl Alexander Schiller und ist der letzte Nachkomme des Dichters.
rung der Barfüßer- und anderen Gassen, sowie an Gemeindehäuser gemacht hat. Es wurden 50 000 Gulden angelegt und ist noch ein guter Vorrat an Wein geblieben. Am Rathaus war ein Schild mit dem Spruch angebracht:
„Ihr Herrn und Richter richtet recht, Gott ist euer Herr, ihr seid sein K ccht. Richtet nicht nach eines Mannes Klag', Zuvor hört, waS der andre sagt!"
1567 am 31. März stirbt Landgraf Philipp der Großmütige in Cassel, 63 Jahre alt.
Landgraf Ludwig wollte 1568 auf dem Schlosse ein neues Uhrwerk anlegen und verlangte dazu die große Glocke der Elisabethen- kirche. Ter Landkomtur von Rehn aber gab ihm zwei kleine Glocken vom Hospital und zwei von den Kapellenhöfen.
1570 bat Landgraf Ludwig, der in Marburg wohnte, am Grün eine Wasserkunst mit Scmg- und Druckwerk erbauen lassen, wo das Wasser mit Röhren auf das Schloß gebracht wird. Auf dem Schloß wird ein Zeughaus, ein Brauhaus und ein Backhaus erbaut. In Weidenhausen < wird das Hospital St. Jakob neu erbaut. Der Landgraf läßt einen Tiergarten und einen Rennplatz auf dem Schloß anlegen.
1572 läßt der Landgraf am Schloßberg eine Kau-lei erbauen und am Schloß eine neue Rent- fantmer anbauen; an dieser stehet folgender Spruch:
„Der Durchlauchtigst Fürst hochgebor- .,
Von Gott zum Regiment erkoren, Ludwig Landgraf Herr zu Hessen, Ließ dies ganze Werk abmcjfen. Und aufführen i.. der Gestatt, Als man fünfzehnhundert zahlt. Und siebenzig zwei Jahr dazu, Gott geb dem Land und dem Fürsten Ruh'."
1572 am Donnerstag nach Neujahr wurde den Bewohnern der Ketzerbach befohlen, die
Einlage« ganz bedeutend ist. Bei den ländliche« Genossenschaften ist di» Steigerung der Beträge der fremden Gelder in den letzten Jahren besonders bedeutend gewesen. Im Jahre 1899 machten sie nach der neuesten statistischen Publikatton der Preußischen ZrntralgrnostrnfchaftSkaste 276,8 Mill. Mk. auS, im Jahre 1900 schon 820,6 Mill. Mk. um 1901 auf 482,7 Mill. Mk. und 1902 auf 595,2 Mill. Mk. z« steige«. Bet dieser Zunahme von jährlich etwa 110 Rill. Mk. muß der Bettag sich Ende 1904 aus etwa 800 Mill. Mark gestellt haben. Man ersieht aus diese« Zahle», wir wichtig bte Frage der Anlegung dieser Summe« zugunsten der Landwrttschast wird.
Hessen-Nassau und Nachbargebiete.
Witzenhausen, 8. Mai. Auf der elektrischen Lastbahn Carmshausen—Witzenhausen entgleisten heute morgen einige Wagen, die eine abschüssige Stelle ohne Lokomotive herabfuhren. Der Bremser Welsch erlitt dabet schwere Verletzungen am Kreuze, während der Bremser Hoffmann am Fuße Schaden nahm.
Fulda, 7. Mai. Am Freitag tourle ein auS der Eselsmühle bet Schletzenhausen stammender Landwirt von den sog. Butterhöfen bei Hosenseld tot auf dem Felde aufgefunden; er hat sich erschossen und verbrannt. Als Grund zu dem gewaltsamen Tode werden zerrüttete Familienverhältnisse angegeben. Man nimmt an, daß der unglückliche Mann erst seine mit Pettoleum getränkten Kleider ansteckte und sich dann eine Kugel ins Herz jagte. Die Leiche liegt zur Zett tm Spritzenhause zu Hosenfeld.
Schlitz, 8. Mai. Der Kaiser kommt nach Einweihung der Frankfurter Garnisonkirche am 18. Mai abends nach Schlitz zu eintägigem Besuche des Grasen Görtz.
Berzeichuis
der für das Sommerfemester 1905 an hiesiger Universität neuimmatrikulierten resp. inskribierte« Studierenden.
313 Carpautier, Heinrich. Bochum. Math.. Stetnweg 88
814 Jacobsbagen, Karl, Nat -Oek., Kugelgafle 15
315 Gräfe, Altona, n. Spr., Reitgaffe 12
316 Knopf, Walter, Hallersleben, n. Spr., Weidenh. 102
317 Havel, Walter, Morgenroth, a. Spr., Markt 17
318 Sckmidt, Fried., Cassel, D. u. Gesch., Zwischenh. 17
319 Schwantke. Karl, Cdem., Roserstraße 9
320 Veerhoff, Karl, Herford, Theo!., Univ.-Str. 14
321 Reeh, Wilhelm, Mengsbach. Math., Univ.-Str. 62
322 Hancke, Paul, Straßburg i. 8., a. Spr., Markt 17
323 Enael, Georg, Frankfurt, a. Spr., Cappelerstr. 9
324 Kapitsch, Paul, Kaldenkirchen, a. Spr., Lahnstr. 5
325 Wobbeking, Richard, Obernkirchen, a. Spr., Frankfurterstraße 46
326 Promnitz, Kurt, Wilhelmshütte, Gesch., Rotergr. 8
327 Braasch, Otto, Schwarten n. Phil., Kasernenstr. 13
328 Kehßner, Fried., Oberlognitz, n. Phil.. Rotergr. 17
329 Knörich, G, Wollin, a Spr., Haspelstr. 85
330 van Bebber, Hamburg, Phys., Reitgaffe 12
381 Knopf, Walter, Liebenwerder, a. Spr., Steinweg 4
332 Eichentopf, Hans, Hamburg, n. Spr., Wilhelmstr. 4
333 Debusmann, Fritz, Merfcheid. a. Spr., Nikolaistr- 6
334 Loewenthal, John, Berlin, Math., Untergaffe 16
335 Witzei, Willy, Gotha, n. Spr., Hofstadt 17
336 Göcke, Fried., Münster, a. Spr., Univ.-Str. 21
337 Riegner, Franz, Teplitz, Naturw, Mauerstr. 4
833 Schaub, Georg, Hanau, n. Spr., Grün 11
Ställe vor ihren Häusern abzubrechen und die Weiden umzuhauen, weil dadurch der Rmnplatz berflcinert würde.
1574 kauft die Stadt von der Witwe des Superintendenten Adam Straft einen Garten vor dem Barfüßertor zu einem Begräbnisplatz, t'-'ei Errichtung des Kaufbriefes wurden von 30 Personen 43 Maß Wein getrunken. Es ist tieses der 1865 geschlossene Totenhof. Das Grundsttick kostete 330 Gulden. Die Stadt läßt eine Kapelle darauf erbauen.
1575 wird der Totenhof bei der Pfarrkirche geschlossen. In Marburg bricht die Pest aus, die Universität kommt nach Frankenberg. 1 Metze Korn kostet 1 Gulden.
1581 läßt der Rat die Uhr auf dem Rathause abnehmen und eine neue größere bauen. Am 26. August war ein heftiges Donnerwetter. Am 12. November erschien ein Komet am Himmel und hat 6 Wollen gestanden. Er brachte Sterben und Hunger mit sich. Der Rat läßt die Kilianskapelle, welches die älteste Kirche war, zur Wage und Fruchthaus unter dem Bürgermeister Reinhard Hameran umbauen. Am 3. Juni wurde auch eine deutsche Schule dahin verlegt. Der Treppenturm auf dem Rathaus wird verändert und mit einem welschen Giebel versehen, an dem eine Anzahl Figuren angebracht sind, die mit dem neuen Uhrwerk in Verbindung stehen, z. B. der Tod dreht die Sanduhr und der Hahn schlägt mit den Flügeln, auch eine künstliche Mondscheibe ist da.
1582 läßt der Landgraf Ludwig durch den Baumeister Ebert Battwein eine herrschaftliche Mülste mit Papiermühle, Mahl- und Schlagmühle erbauen. An einer vorhandenen Tafel steht folg nde Inschrift:
„Im tausend fünfhundert Jahr, Und zwei und achtzig fürtoafjr;
5Di< kunstreich Mühlwerk ist fundiert.
Ganz neu von Grund heraufgeführt»
839 Schröder, Kurt, Berlin, «. Spr., Univ.-Str. 21
840 Kahn, I , Witten, J«ra, Wilhelmstr. 21
841 Köhler, Joh., Sora«, Math., Neustadt 14
842 Schlimm, Kurt, Frankfurt, Math., Grün 18
848 Weife, Wilhelm, Bielefeld, n. Spr., Barfüßerstr. 18
844 Schubert, Hans, Militfch, «. Spr., Lutherstr. 6
845 Hermann, Eugen, Elberfeld, Math., Steinweg 43
846 Hendricks, Karl, Duisburg, Math, Wilhelmstr. 16
Marktberichte.
Frankfurt, 8. Mai. sGetreidemarktt Am heutigen Wochenmarkt wurde Laudweizen kuaptz offeriert und höher bezahlt. Landroggen etwas «ehr angebote«, aber ebenfalls höher bewertet. Ausländische Brotfrüchte bei gebefferter Kauflust im Preise behauptet. Gerste gefchäftslos. Hafer fest und bester bezahlt. MaiS lebhafter begehrt und im Preise erhöht. Es notieren je nach Qualität: Weizen, hiesiger und Wetterauer Mark 18,15—18,25, kurhessischer Mk. 00,00-00,00, norddeutscher Mk. 00,00-00,00, russischer Mark 17,75-18,75, Redwinter Mark 00,00-00,00, Kansas Mark 00,00-00,00, La Plata Mark 18,00-18,50, Donauweizen Mark 06.00-00.0ll Roggen, hiesiger Mark 15,00—15,35, daher. Mart 00,60-00,00, russischer M. 00,00-00,00, amerikanische, Mark 00,00-00,00, Gerste, hiesige Mark 00.00-00,00, Pfälzer M. 00,00-00,00, fränkische M. 00,00-00,00, Rledgerste M. 00,00-00,00, ungarische M. 00,00-00,00, Hafer, tief. Mk. 14,90-15,50, Rumänier Mk. 00,00 bis 00,00, bahr. 14.90-15,05, Ruff. Mk. 14,40-15,40 Mais, Donaumais M. 00,00—00,00, Mixed M. 11,75 bis 12,00, Odessa 00,00-00,00, Laplata Mk. 00,00-00,00. Alles p. 100 Kilo netto effekttv loco hier. - Mehl fest. ES notieren: Wetzenmehl, dies. Nr. 0 M. 26.50—271X1 feinere Marken M. 28.75-29,00. Nr. 1 M. 24,50-25,00, feinere Marken Mk. 25,75-26.25, Nr. 2 Ml. 28,50 ti» 24,00, feinere Marken Mk. 24,50-25,00, Nr. 3 ML 22,25-22,75, feinere Marken Mk. 22,75-23,25, Nr. 4 Mk. 18,75-19,25, feinere Marken Mk. 19,75-20,25. Roggenmehl, hiesiges Nr. 0 Mk. 21,50-22,00, Nr. 1 Mt 19.00-19,50, ür. 2 Mk. 15,50-16,00. Alle» Per 100 Kilo inkl. Sack. - Futterartikel kuafq» »»höher. Es notieren: WeizenfchalenMk. 5,25—5,50, Weizenkleie Mk. 5,25—5,50, Rogoenkleie Mk. 5.75 bis 5,90, Futtermehl Mk. 6,50—7,50, Biertreber, getrocknet Mk. 6,25-6,50 je nach Qualität. Alles ver 50 Kilo netto effekttv loco hier.
Frankfurt, 8. Mai. <Biehmarkt.» Zu» Verkauf standen: 521 Ochsen, 73 Bullen, 791 Kühl Rinder und Stiere, 184 Kälber, 179 Schafe und Hämmer und 1483 Schweine. Bezahlt wurde für 100 Pftmt Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qual. 71-73 Mk., 2. Qual 65-67 Mk., 3. Qual. 59-62 Mk., 4. Qual. 00—00 Mt Bullen 1. Qual. 62-64 Mk., 2. Qual. 59-61 ML, 3. Dual. 00-00 ML, Kühe, Rinder und Stiere 1. Qual. 68-70 ML, 2. Qual. 60-62 ML, 3. Qual. 49-51 ML. 4. Qual. 42-44 ML, 5. Qual. 00-00 Mk. Bezahl» wurde für 1 Pfund Schlachtgewicht: Kälber 1. QuaL 84-88 Pfg., 2. Qual. 66-70 Pfg., 3. Qual. 00-00 Pfg., 4. Qual 00—00 Pfg., Schafe und Hämmck 1. Qual. 72-74 Pfg., 2. Qual. 64-66 Pfg., 3. Qual 00—00 Pfg-, Schweine 1. Qual 67 - 68 Pfg., 2. Qual. 66-00 Pfg., 3. Qual. 60-62 Pfg-, 4. Qual. 00-00 a Bezahlt wurde für 1 Pfund Lebendgewicht:
er 1. Qual. 51—53 Pfg.. 2. Qual. 46—48 Pfg.. Schweine 1. Qual. 53*/» Pfg., 2. Qual. 52 Pfg. Geschäft in Hornvieh mittelmäßig Ueberstand beträchtlich, in Kleinvieh gut. Markt geräumt. Au» Qesterreich standen 198 Ochsen und 2 Bullen zum Verkauf,
Verantwortlich für die Redaktion:
Dr. DoerkeS-Bopvard in M i> I urg.
Und also hat erbauen lassen. Mit gutem Rat künstlicher maßen, Von Gottes Gnaden fürst zu Hessen, Landgraf Ludwig zu nutzen dessen, Se' cm lieben Vatterland, Welche an diesem Ort hier stand, Verfallen wollt und gehe zu Gruud, Anstatt desselben ließ sich schaut. Das neue Mühlwerk meisterlich erbaut, Der gütig und allmächtig Gott Aus welcher milden Hand man hat. Solch Gaben all ohne Maaß und Ziel, Erhalt uns Frieden, Ruh und füll. Bewahre unsere Obrigkeit, Samiut Land und Leuten allezeit.*' Der Karat, die einseitige Erhöhung des Trottoirs in Lcr Barfiißerstraße, die sich bis zum Markte fortsetzte, wurde teilweise abgebrochen. Die letzten Ueberbleibsel, die sich vor den Häusern Nr. 42, 45 und 48 befanden, wurden Ende des vorigen Jahrhunderts beteiligt.
1585 richtet der Landgraf Im Schwanhof einen öffentlichen Weinschank ein, wo innerhalb zwei Tagen für 300 Gulden Wein t erzapst wurde. Ein Zeichen für die bekannte Trunk- sucht im 16. Sec. Wegen ansteckender Krankhett wird die Universität nach Frankenbe- i verlegt.
1587 läßt die Stadt einen neuen Turm aus die st.ichaelskapelle setzen.
1587 den 17. April errichtet Landgraf Ludwig im Schwanhof eine neue Firmaney unb wurde l. innen in zwei Tagen für 300 Gulden Wein verzapft, sie wurde aber auf Saurentii in die Stadt bei dem Barfüßer Platz berlcat. Auch zahme Hirsche und Rehe hatte der Landgraf hn Schwanhof, die mit den Schweizerkühen , unb Ziegen durch die Löhn in den Wald getrieben wurden
(Fortsetznn; ic’gi.)