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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Sonntagsbeilage: Jllustrirtes Sonntagsblatt.

JTs. 108

Bierteljährlicher Bezugspreis: btt der Expcküion 2 2)1!., bet allen Postämtern 2,26 Mk. <e?cL Bestellgeld).

JnserttonSgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg, Reclamen: die Zeile 25 Pfg.

Marburg

Dienstag, 9. Mai 1905.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck tmb Verlag' Joh. Aug. Koch» UmvcrsttätS-Buchdntckerei 40. Jahrg.

Marburg, Markt 21. Telephon 55.

Zweites Blatt.

Der rusfisch-japanische Krieg.

Tokio, 7. Mai. (Reuter.) Von dem mandschurischen Kriegsschauplatz wird gemeldet, -daß der äußerste rechte, wie der äußerste linke Flügel des Marschalls Oyama beträchtlich borge» Mkt sind.

London, 7. Mai. Weekly Dispatch meldet aus Tientsin vom 6. Mai: Wie aus guter Quelle verlautet, planen die Japaner Mitte Mai eine Invasion in die Insel Sachalin unter Füh­rung der Divisionskommandeure .Haragushi und Takanouchi mit Oberst Korzum als Stabschef. Die Jnvasionstruppen befinden sich, wie es weiter heißt gegenwärtig in Hirosaki. Dadurch soll die russische Flotte verhindert werden, Sachalin als Stützpunkt zu gewinnen.

T o k i o, 6. Mai. (Meldung des Reuterschen Bureaus.) Vier Torpedoboote aus Wladiwostok erschienen gestern westlich Jesso, nahmen und ver­brannten auf der Höhe von Suttsu ein kleines Segelfahrzeug, nahmen den Kapitän gefangen und verschwanden in nordwestlicher Richtung, jedenfalls nach Wladiwostok zurückkehrend.

Tokio, 5. Mai. Gn russisches Kriegsschiff ist mit nördlichem Kurse steuernd gesichtet worden bei Hieiribeshi auf Jokkaiöo (Jesso).

Petersburg, 6. Mai. (Petersburger Telegr.-Agentur.) Heute fand im Palais Zars- kosc Sselo die Beförderung von Zöglingen der Militärlehranltalten zu Offizieren statt und zwar, worauf der Kaiser in seiner Anrede an die Besörcerten hinwies, wegen der schweren Ver­luste an Offizieren in der Mandschurei vier Monate früher als üblich. Insgesamt wurden über 1150 Pagen und Junker xu Offizieren befördert. Hiervon wurden 367 der Infanterie, 148 der Kavallerie und 153 den Genietruppen zuwleilt.

DemB.-L.-A." ist vom 6. aus Schanghai telegrapbaert worden: Ein Teil der japanischen Flotte isc in der Nähe der Insel Tsuschima gesich­tet worden. Ihre bisherige Untätigkeit findet vielleicht darin ihre Erklärung, daß ihre Verluste größer waren, als offiziell zugegeben wurde. Von glaubwürdiger Seite wird berichtet, daß das LinienschiffMikasa" ttttit auch verloren sei, die Regierung aber den Verlust ebenso zu verheim­lichen gewußt habe, wie bei derDaschima". Die Japaner haben den deutschen DampferIndustrie", der von einem ameri­kanischen Korrespondenten gechartert war, auf hoher See beschlagnahmt und halten ihn, ohne irgend jemand den gesetzlichen Grund an- ztigeben, in Sasebo fest. So verstoßen sie selber gegen das Völkerrecht, während sie Frankreich be­schuldigen, die Pflichten der Neutralitä. zu ver­letzen.

Japanische Juristen befürworten Tokioter Mel­dungen zufolge die Beschlagnahme alle, frauzost- f(fielt Kauffahrer in ostasiatischen Gewässern als Repressalie gegen die Duldung der russischen

12 '??nrf(bni(f verboten.)

Schatten der Vergangenheit.

Roman von B. Eoronh

L (Fortsetzung aus dem ersten Blatt.)

Frau von Clairville ist eine sehr alte Dame," versetzte er, und seine Stimme hatte einen schar­fen, zischenden Klang.Greise und Greisinnen werden zuweilen von fixen Ideen beherrscht, das bringt das Alter so mit sich."

Jnbezug auf Großmama trifft diese Bemer- Tung ganz gewiß nicht zu. Ihr Geist ist durchaus bell und ungetrübt," erwiderte Viktoria.Selbst das Evangelium scheint mir nicht glaubwürdiger, als ihre Worte."

So so?" murmelte Herr von DunoiS. Und plötzlich legte er seine beiden Hände schwer auf des Mädchens Schultern und rief tu drohen­dem Tone:

Dann schenkst Du also auch unbedingt alle dem Glauben, was sie Dir von nfir erzählte?"

Seine Augen blickten starr dabet und bohrten sich förmlich in die ihrigen.

! Viktoria schien mehr erstaunt, als erschrocken. IBitte, laß mich los, Papa," sagte sie kalt. >,Jch bin es nicht gewöhnt, so hart angefaßt zu iöerben. Ob ich glaube, was mir Großmama er­zählte? Ich kann mich wirklich nicht erinnern, daß -sie jemals von Dir gesprochen hätte."

Das klang beinahe geringschätzend.

Aus den Augen des Barons zuckte ein greller Blitz, ein Strahl lodernder Wut, aber die stolze, jeiftgo Rübe des jungen Wesens ernüchterte ihn.

Verzeihe, mein Kind," murmelte er,ich bin nervös und erregt. Siehst Tu, das kommt zuweilen so über mich, denn die Einsamkeit tut mir nicht, gut und jeder Widerspruch reizt mich. Merke Dir das, dann werden wir uns sehr gut vertragen.«

Floür an der Koschinchinesischen Küste. Wie die Japaner ihr eigenes Verfahren mit dieser letz­ter n Ansicht vereinbaren wollen, müßte interes­sant zu wissen sein. Abgesehen von der maß­losen Anmaßung, die in vielen japanischen Köp- fen auftritt, wird es sich die japanische Regierung wohl zweimal überlegen, ehe sie diesem Rate folgt, denn einen Konflikt mit Frankreich wird sie kaum heraufbeschwören wollen. Nach den völker­rechtlichen Grundsätzen sind Repressalien begrün- det nur bei offenen Rechtsverletzungen, es gehört hierzu ein klares Recht, die Verletzung desselben, die Forderung von Remedux oder Genugtuung und die Ablehnung dieser Forderung. Daraus ergibt sich also ohne weiteres, daß die bis jetzt vorliegenden Tatsachen noch lange 'keine genü­gende Grundlage für einen so schwerwiegenden Schritt abgeben, wie die Ergreifung von Repres- falten gegen Frankreich es fein würde, die unab- sehbare Folgen hätte.

Die ehemalige Port Arthur-Flotte.

Von den zu Tschemulpo und Port Arthur von den Russen versenkten und gesprengten Kriegsschiffen wird trotz einer gegenteiligen Reu- termeldung aus Tokio aller Wahrscheinlichkeit nach kein einziges gehoben und in die japanische Flotte eingestellt werden können, jedenfalls kann keine Rede davon sein, noch in diesem ?'Jjre eine Verstärkung der japanischen Flotte aus tiefer Quelle zu erwarten. Die Hebungsversuche am PanzerkreuzerWarjag" zu Tschemulpo haben schon im vorigen Sommer begonnen, aber bis jetzt zu keinem befriedigenden Ergebnis geführt, obwohl der Kreuzer im flachen Wasser liegt und den Russen zu gründlicher Zerstörung des Schif­fes am 9. Februar sowohl Zeit wie Akittel ge­fehlt haben. Betreffs der zu Port Arthur ver- senkten Schiffe ribt man sich der Hoffnung hin, möglicherweise LinienschiffVereswjet" und PanzerkreuzerBajan" heben und brauchbar machen zu können, denn , Pereswiet" soll zwar oben schwer beeschädigt und ohne Masten sein, doch wird gesagt, die Verletzung des Unterschiffes, des lebenden Werkes, seien verhältnismäßig nicht bedeutend. An den LinienschiffenRetwi- san" undPobjäda" sind die Beschädigungen durch Sprengungen und Verbrennungen mittelst Dynamit, Pulver und Kreosinöl, sowie durch längsseitig gelegte Minen von derartiger Wir- fung gewesen, daß eine Wiederherstellung der Schiffe ausgeschlossen ericheint, und ..Ssewasto- pol" liegt in 150 Faden gleich 274,5 Meter Tiefe ist also gänzlich verloren. Japan bat auf Ver­stärkung seiner Flotte durch diese Schiffe zu der- zichten und muß mit dem Schiffsmaterial aus­kommen, mit den, es den Krieg begonnen hat und das durch das Sinken der Linienschiffe Aaschima" undtzatsutse" geschwächt ist, wäh­rend Rußland seine allerdings nickt auf der Höhe der Zeit stehenden Reserven nack und nach einsetzen kann. Hätte die Port Arthur-Flotte ihre Schuldigkeit getan, so wäre der Krieg in nächster Zeil, und zwar zu Gunsten Rußlands entschieden, denn Admiral Rosckdiestwensky wäre dann zweifellos der lleberieaeue und brauchte nicht zögernd in den chinesischen Gewässern her- umzufahren.

Der Hafen von Wladiwostok nimmt, nachdem Port Arthur gefallen ist und Rußland einen anderen befestigten Hafen in der Röhe des Kriegsschauplatzes nicht mehr besitzt, das stärkste Interesse in Anspruch. Wladiwostok ist der Stützpunkt für den Rest der russischen Kriegsflotte im Süllen Ozean und muß auch zuin Stützpunkt der Baltischen Flotte werden, falls sie dorthin gelangt. Die Lage des Hafens ist der von Port Arthur nicht unähnlich. Er be­findet sich an der Spitze einer Halbinsel (Muraw- jew Amurski), die sich 30 Kilometer lang zwischen den Meerbufen des Amur und des Ussuri, die beide Teile der Bai Peters des Großen find, ins Meer hinein erstreckt. Strategisch ist die Posi­tion weniger bedeutsam, als bie von Port Ar­thur, das, um mit einem napoleonischen Wort zu sprechen, eine auf das Herz (Chinas) gesetzte ißiftole war. Mit Rücksicht auf die Verteidigung fit jedoch der Wert von Wladiwostok dem von Port Arthur noch überlegen. Der Meeresarm, der sich fiorbartig ins Land zieht, wird im Süden durch Die große Insel Kazakewitsch gesichert, wo- durch zwei Ausgänge geschaffen werden, die nur schwer gleichzeitig blockiert werden können. Ueberdies ist der innere Hafen von großer Aus­dehnung und Tiefe, während der von Port Ar- thur ungenügend war und durch Molen vervoll­ständigt werben mußte, die eine äußere Reede bildeten. Der Umstand, daß diese Arbeiten in Port Arthur zu richtiger Zeit noch : lcht vollendet waren, hat die Niederlage der dortigen russischen Kriegsflotte beschleunigt. In Wladiwostok wäre derartiges nicht zu befürchten, wenn die Ver­teidiger ' h nicht eine ganz außerordentliche Nach­lässigkeit zu Schulden kommen ließen. Wegen der Aehnlichkeit mit der Lage von Konstantinopel haben die Russen der Meerenge vor dem Hafen den Namen des ösüicken Bosporus und der Reede sribst den Namen Goldenes Horn (Zolotoi Rog) gegeben. Der östliche Bosporus, der die Halbinsel Murawjew von der Nordküste der Insel Kazakewitsch trennt, hat etwa 11 Kilo- meter Länge von Ost nach West und an seiner engsten Stelle einen Mometer Brette. Seine Ufer steigen 20 bis 30 Meter bock aus dem Meer auf, sind felsig und von zahllosen Bückten durch­schnitten, die nach Helden des Trojanischen Krie­ges (Paris, Ajax, Patroklos, Odysseus, Diome- des usw.) benannt sind. In dieser Meerenge finden Schiffe überall trefflichen Ankergrund, ober die Tiefe ist beträchtlich (2748 Meter); bei Ostwinden tritt starker Wellenschlag ein. Der westliche Eingang zum Bosporus zwischen Kap Tokarew und Kap Larionow fft durch eine lange Sandbank bis auf 500 Meter verengt, der Ost- etngang ist viel breiter, 3700 Meter, wird aber durch die Insel Skrhplew. einen runden Felsen von etwa 300 Meter Durchmesser, der sich in Klippen fortsetzt, in zwei Teile zerlegt. Die Bucht des Goldenen Horns liegt an der Nord- Westseite des östlichen Bosporus und hat an ihrem Eingang 1300 Meter Breite: sie verläuft zunächst zwei Kilometer nördlich und biegt dann nach Osten um. Ihre Gesamtlänge befragt über 5 Kilometer, ihre mittlere Breite 750 Meter.

Keinem, der ihn näher kannte, würde es ent­gangen fein, daß er feine Heftigkeit nur mit Mühe zügelte.

Viktoria stand dem Vater jedoch noch fremd gegenüber und war Wohl auch zu sehr von ihren eigenen Gedanken und Empfindungen beeinflußt, um ihn zu beobachten.

Du sollst Dich überzeugen, wie väterlich liebe­voll ich für Dich gesorgt habe," sagte DunoiS jetzt mit einer auffordernden Bewegung, ihn zu begleiten, welcher die junge Dame zwar sofort, aber mit gleichgiltiger Miene nachkam.

Es waren wirklich entzückende, ganz in Gold und Purpur schimmernde Räume, die sie jetzt be­trat. Die Tapete des Salons zeigte ein wunder- hübsches Muster. Auf goldigem Untergrund rankten sich feuerrote Blumen hin, an deren Kelchen buntfarbige Vögelchen und Schmetter­linge hingen. Die Möbel waren elegant und ge- schmacttwll. An den Wänden hingen Gemälde von hohem künstlerischem Wert. An den Salon schloß sich ein ganz in Weiß und Zartblau gehal- tenes Gemach mit einem wundervollen kleinen Schreibtisch, einer elegant drapierten Staffelei und einem kostbaren Flügel. Dann kam das Schlafzimmer, in welchem ein Himmelbett stand, dessen weiße Spitzenvorhänge von kleinen lachen- den Liebesgöttern gehalten wurden; daneben befand sich die mit Marmor ansgele -te Badestube, Der achteckige Raum war ganz im orientalischen Stil gehalten, farbige Ampeln hingen von der zeltartig dekorierten Decke herab.

Die Baronesse hätte kein Weib sein müssen, wenn solcher Luxus ihre Bewunderung nicht er­regt haben würde.

Das habe ich für Dich geschaffen. Wie ge­fällt es Dir?" fragte der Baron.

Ich staune über diese mit feinstem Gefa/mack gepaarte Pracht-"- L

Die Du bei Frau von Clairville wohl nicht kennen lerntest?"

Nein, wir lebten einfach und zurückgezogen. Außer meinem Kousin Henry von Clairville und dessen Vater empfing Großmama nur wenig Be­suche."

Du liebst Deinen Vetter wohl sehr?"

O ja, ich liebe ihn."

Sie gab diese Antwort ohne Zandern und Erröten.

,,So wird es Dir hoffentlich Vergnügen be­reiten, zu hören, daß ick ihn und seinen Vater zu längerem Befuch nach Horbell einzuladen ge­denke."

Ich freue mich darüber."

Du sagst das in merkwürdig gemäßigtem Ton. Von Dir scheint eine wahre Glet'cker- atmosphäre auszugehen. Hast Du fo früh schon verlernt, jung zu fein? Was frage ich aber aucht Du hast ja wie in einem Kloster gelebt; die Ge­nüsse der Geselligkeit blieben Dir bis jetzt ver­sagt. Nun soll es anders werden. Komm, Viktoria!"

Er hatte fie wieder in das Wohnzimmer zurück geführt und übergab ihr einen niedlichenSchlüssel.

Er gehört zu Deinem Sekretär. Schließe einmal das mittlere Fach auf."

Sie tot es.

Da lagen viele Geldrollen neben einander.

Wozu, Papa?" fragte sie überrascht.

Wozu? Das mußt Du selbst tollen. Du kannst damit anfangen, was Dir befielt. Ver­wende dieses Geld für Dich oder für andere; ich macke Dir in dieser Hinsicht keine Vorschriften. Zu Beginn jedes Quartals empfängst Du die gleiche Summe. Ich erlaube Dir sogar, nötigen Falles noch ausgiebiger aus meiner Kasse zu schöpfen. Willst Du mich dafür etwas lieb Haben, Viktoria?"

Die Gesteine der Küste zeigen Einwirkungen früherer vulkanischer Tätigkeit und ragen zu- weilen über 200 Meter auf. Einen besser ge­schützten und auch sonst vortrefflichen Ankerplatz kann man sich kaum denken. Das Arsenal und die Stadt sind an der Norküste deS Hafens ge­legen. Die Stadt ist gegen ein Bombardement durch ziemlich hohe Hügel geschützt. Der Platz wäre o.D Kriegshafen überhaupt vollendet, wenn nicht der Meerbusen sich jeden Winter für die Dauer von vier Monaten mit Eis bedecken würde dessen Dicke freilich meist nicht über 80 Zenti­meter hinausgeht, so daß ein Eisbrecher das Wasser bis zum Arsenal hinauf frei halten kann. Im Sommer ist das Klima sehr angenehm, im Winter äußerst kalt. Vom Mai bis Juli herrfcht feuchte Witterung, die sich in häufigen Nebeln äußert. Der Handel von Wladiwostok ist nur ge­ring. Ausgeführt werden für den chinesischen Markt Ingwer, gesalzene Fische, Krabben, Hum­mern, Hirfchhorn u. a., während die Einfuhr aus Spirituofen, Oelen, Kerzen, Gewürzen und Manufakturwaren besteht. Die Kohle muß jetzi ausschließlich aus Sachalin bezogen werden, da die früher benutzte javanische Kohle nun nick zur Verfügung steht.

Deutsches Reich.

Berli«, 8. Mai.

Wie dieBerliner politischen Nachrichten" hören, führten d'.e am 5. und 6. Mai in Berlin stattgehabten Verhandlungen von Ver- freiem der Bundesstaaten über die Reform der deutschen Personen- und Gepäck­tarife zu einem erfreulichen Einverständnis über die wesentlichen Punkte. Die Vorschläge der Konferenz bedürfen zunächst derGeuehmigung der beteiligten Regierungen.

Dje 5. ordentliche Hauptversamm- lung des Vereins rh einscher Bin- nenschiffahrts-Interesfeneten be­gann am Samstag in Karlsruhe, zu der zirka 80 Teilnehmer sich einqcfunben hatten. Der Oberbürgermeister Schnetzler begrüßte im Namen der Stadt Karlsnibe die Anwesenden. Inge- nieur Gelske-Basel hielt den Hauvtvortrag übet die Entwickelung der Rheinschiffahrt oberhalb Mannheim. Dann folgt die Beratung der Frage der Nochtordnung und Sonntagsruhe im Binnen­schiffahrtsgewerbe. Den Geschäftsbericht erstattet: Dr. Stubmann-Ruhrort, der sich über die Ange­legenheit der Schiffahrtsabaaven verbreitete.

An der deutschen Küste sind jetzt 12 fun - kentelegraphijche Stationen er richtet, deren Tätigkeit von Jabr zu Jahr zu- nimmt. Gleichzeitig vermehrt sich die Zahl der Handelsschiffe, die mit Funksprechapparaten aus- gerüstet sind. Die neue Nackrichtonvormittlung erhält dadurch für die Küstenbezirksinspektionen großen Wert. Das Reichsmarinoaint hat nun­mehr ungeordnet, daß an Bord des vor Mn-wik Rationierten Torpedoschulschiffs Blücher besondere Kurse zur Ausbildung von Küstenbezirksinspel- toren abgehalten werden sollen. An dem ersten Kursus nehmen die Leiter der Inspektionen im

Sie zögerte mit der Antwort und sagte, als er die Frage wiederholte:Gewiß will ich das, Papa, aber man ist nicht Herr über seine Emp­findungen. Laß mir Zeit, mich an Dich zu ge­wöhnen. Du überbäuft mich heute mit Kund­gebungen Deiner Güte, aber das alles mutet mich noch so seltsam, so unbegreiflich an. Ich vermag mir selbst noch kein klares Bild von Dir und von meiner Zukunft im Vaterhause zu entwerfen."

Gut; Wenn Du so lange Zeit brauchst, um Dich zu besinnen, wo Dein Platz ist und wohin Dich die Pflicht ruft, so will ich Dich nicht drän- een," entgegnete er kurz.Aber auf o'.o.s muß ich Dich aufmerffam machen: die Geduld war nie meine starke Seite. Uh versuche es ein«, zwei« und in besonderen Fällen auch dreimal mit freundlichem Entgegenkommen; bleibt dieses jedoch unerwidert, so pfege ich meinem Willen, auf andere und energische Weise Geltung zu ver- fchaffen."

Einen Teil meiner Aufgabe hast Du mir bereits gezeigt. Was ist sonst noch Dein Wunsch inbezug auf mich?"

Es war kein kindlich demütiges Forschen nach dem Gebote des Vaters, es lag vielmehr eine gewisse Kampfbereitschaft in dem Ton der Frage.

Daß Du Dich von nun an ganz als zu nur gehörig betrachtest und nicht im rechten, sondern im finken Flügel des Schlosse? zu Hause bist."

Verzeihe, Papa. Ich kann Dir aber kein Versprechen geben, das zu halten mir eine Un­möglichkeit fein würde» Wie Großmama an mir hängt, so hänge ick an ihr mit voller, ganzer Seele. Nichts und niemand auf der Welt wäre imstande, uns zu trennen. Bitte, versuche es icht, wenn Du willst, daß ich mick jemals hier heimisch fühlen soll."

Wieder färbte eine dunkle Zo-rnesröte feilt Antlitz, noch einmal kämpfte er die mächtig auf»