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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Sonntagsbetlager Illnftriries Sonntagsblatt.
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Marburg
Sonntag, 7. Mai 1905.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck md Verlag' Joh. Aug. Koch, UmversttStS-Buchdruckerel
Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
40. Johrg.
Zweites Blatt
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'Raddruck berboten.)
„Schnell! Hilf mir ein wenig Toilette machen."
Er vertauschte den rotseidenen Schlafrock mit einem eleganten Anzug, brachte mittels zweier Taschenkämmchen sein estoas spärliches, leicht ergrautes Haar in Ordnung und begab sich in den Salon, um auf der Schwelle desselben betroffen stehen zu bleiben.
Nur flüchffg glitt sein Blick über die lang entbehrte Tochter hinweg, um an ver anderen Dame haften zu bleiben, welche mit automaten- l>aft langsamer Bewegung den dichten, schwarzen Schleier zurückschlug und ein hageres Antlitz zeigte, das fast so weiß erschien, wie das schneeige Haar.
„Frau von Clairville! Das ist eine Ehre, ?uf die ich durchaus nicht vorbereitet war —" stammelte Herr von Dunois.
„Sie ersuchten mich ausdrücklich, Viktoria nur unter dem Schutz einer verläßlichen Baglei- terin reifen zu lassen," erwiderte sie mit klangloser, eintöniger Stimme. „Ich wußte niemanden, dem ich meine Enkelin mit voller Beruhigung anvertrauen konnte, und zog es daher vor, wie fest acht Jahren, so auch ferner selbst über sie zu wachen."
„Dafür muß ich Ihnen aufrichtig danken."
Er drückte ihre Fingerspitzen an die Lippen, meinte al er durch den Handschuh hindurch die eisige Külte der schmälen, aristokratischen Hand zu fühlen. „Ich darf wohl hoffen, daß Sie für einige Zeit im Schlosse Aufenthalt nehmen?"
»Ich gedenke, mich überhaupt nicht von meiner Enkelin zu trennen."
„Sie werden cl aber begreiflich finden, toeitn ich meine einzige Tochter jetzt bei nur haben will und ihre Rückreise nach Brüssel nicht gestatten kann."
Schatten der Vergangenheit.
Roman von B. Coronh.
(Forisctzimg.)
P Unterivegs begegnete ihm eine Kutsche, in Welcher zwei Damen nebst einer älteren offenbar Dienenden Person saßen. Die eine, in tiefe Jtrouer Lekleidet und dicht verschleiert, lehnte fegungslos in den Kissen, die andere neigte sich weit vor und blickte nach der Richtnng, wo das schloß lag.
. Kurt zog überrascht den Hut.
Dieses schmale, feine, von tiefschwarzem Haar Umrahmte Gesicht, aus welchem ein paar dunkelblaue Augen mit eigentümlich fremdem, stolzem pnsdruck blickten, meinte er zu erkennen. War bas nicht Baronesse Viktoria? Aber Herr von puuois erwartete seine Tochter ja erst in vier- lehn Tagen! Also schien et sich doch wohl zu Irren?"
Dec Gruß des Assessors war kühl, erstaunt and mit einem stolzen Neigen des Hauptes er- Widert worden.
Eine halbe Stunde später läutete es an dem »rore vor der steinernen Brücke. Dieses wurde tzeöffliet und bald daraus rollte ein Wagen in den Schloßhof.
. „Was gibt's?" fragte der Baron, der sich auf -em Nuhebett ausgesireckt hatte, verdrießlich em- forfahrend, als Joses eintrat.
„Die gnädige Baronesse sind eben angekommen, gnädiger Herr."
' „Was? Meine Tochter? Heuteschon? Doch Ilcht allein, will i ; hoffen?"
»Nein, in Begleitung. Mit Frau —"
»Schon gut! Wo sind die Damen?"
»Im Salon."
penmacht, aber im Ravon Sin-tstn-tin und Chuanschensjan befinden sich starke Abteilungen. Die Japaner siitd nach der Zusammenstellung tm russischen Hauptquartier wie folgt verteilt: । Die Armee Nodzu befindet sich im Ravon Tjeling yiClltnC xekaraminc. I Kaijuan, Oku: in Tjeling und westlich von der . _ , " I Eisenbahn, Kuroki: tm Rayon Tjeling östlich von
Rom, 5. Mm. Dte Botschafter Englands, I der Eisenbahn, Nogi: in Fakumbn-Tschantofu Frankreichs und Rußlands traten heute Nach- I und Kawarnara: nordöstlich von Mukden. Die mittag tm Ministerium des Aeußeren unter dem I japanische Front ist etwa 60 Kilometer breit; die 8U biner Besprechung der Lage I beiden Flügeln find etwas zurückaeboqen, um I on der Eisenbahnlinie zu bleiben. Unweit der t ®en'b,V5-. Mai. Die Blatter melden, daß Hauptkräfte befinden sich starke Avantgarde«: der Kaiser sich in der Ausstellung am längsten in I auf der Kirinstraße bei Weijuanvumen im Zen- gern deutMn Saale aufhielt, vor allem vor I trum bei Tschantufu und weststch bei Zsinzsjan- Hsss'gs Schlachtenbild „Die Preußen bei I tun. Diese Avantgarden entsenden starke Ka- Mockern . In den italienischen Sälen interessier» I vallerieabteilungen und Schutzwehren da in
teil den Monarchen besonders das Porträt der I jener Gegend, besonders aber bei Sandogo-
schonen Prinzessin Läfifia von Grosso und die 1 Ertygu verschiedenartige Befestigungsarbeiten
venettanlschen Genrebtlder von NonoS. I sehr intensiv betrieben werden. Die japanischen
Paris, 6 Mai. Dem „Matin" wird aus I Flügel werden nach wie vor von starken aus Ja- Fez gemeldet r Der Sultan hat, nachdem er von I panern und Chunhusen bestehenden Abteilungen oem französischen Gesandten von der Notwendig- I gedeckt. In Zsin-zsjantin flinker Flügel) wur- reit Einführung von Reformen überzeugt I den davon etwa 6 Tausend und bei Mfaulon worden m»,erklärt, er wolle zur Durchsetzung die- I (rechter Flügel) 2 Tausend festaesteD. Was fer Refsrmeu nur die Mitwirkung aller Mächte, I den östlichen Teil deS Kriegsschauplatzes betrifft, nickt diejenige Frankreichs allein, annehmen. I f° ist es momentan nicht gestattet, darüber Mit-
Madrid, 6. Mai. Die deuffche Regierung hat I Teilungen zu macken.
beschlossen, sich bei bet TervanteS-Feier durch I Hebet die Dispositionen des Oberst- Professor Kohler^Zerlin vertreten zu lassen. I kommandierenden wird von einem Berichterstatter r^9rr“b' h^rtl I aus GundsLulin gemeldet, daß man im russischen
nerar§C®rniffA^<1A fe I Hauptquartier momentan damit rechne, eine
ein Bündnis Zwischm Serbiens Monten^ö Stellung am Sungari einnehmen zu müssen, abzuschließen. Serbien soll von den anzuMf- I ?°,6ei ^lt*n un^®fobrlin.e ®ttl8 0t^c ®ebe^unÖ senden Schnellfeuergeschützen zehn Gebirasbaste- ^en werden. Infolgedessen werden nach dlesen rren und 30 000 Repefiergewehre abtreten' Nun ! Städten, sowie deren Befestigungen starke hat sich auch der Vertrauensmann des König«, I Truppenteile dirigiert, um den Rücken und die Nenabowitsch, nach Cetfinje begeben. ' I Flügel der Japaner bei deren Vordringen, falls
Portsmouth, 5. Mai. Hier ist die amtliche I eS an. der Eisenbahnlinie entlang vor sich geht, Mitteilung eingegangen, daß die bi-irrigen I ernstlich zu bedrohen. Alsdann wird man auch Flottenmanöver ausgeschoben wurden. Dec | »on der am Sungari befindlichen Hauptmacht Grund ist noch nicht angegeben, aber man ist der | stets genügende Verstärkungen entsenden können, Ansicht, daß die Negierung möglicherweise die I falls die Japaner gegen den einen oder den an« Maßnahme getroffen hat, um während des Be- I deren Ort einen Hauptschlag führen sollten. Da siiches des französischen Geschwaders eine große eS von großer Wichtigkeit ist, daß Kirin und $ den sibnnischen Gewässern zu haben. I Bodune durch gute Verkehrswege mit der russi« Brinat dem Sn'lwn^mi- SS' I scheu Kommunikationslinie nördlich von Chardin
an Stelle de? üblichen Geschenke. Ä Modert Fer,6un^ werden die erforderlichen Ar« keine Zeit war, den Stern des Roten Adler- sofort m Angriff genommen.
vrdens mH Brillanten. I Dem.L.-A. wird auS Petersburg gemeldet,
======= | gehe das Gerücht, die Gesundheit Kurv« I patkinS sei sehr erschüttert, speziell sein Nerven-
Der rnssisch-japanische Krieg.
t • * ö i ganz verlassen werde, um General KauwarS das
Aus der Mandschurei. I Kommando der ersten Armee zu überlasten.
• Don '-Einem in Gundschulin weilenden Bericht- I $gn tzek Flotte.
rrftatfer werden die im russische» Hauptquartier 1 gn;P txnH a»,
kingelaufenen Nachrichten über die jetzige Stel- J,rh»
hing der japamschen Armee wie folgt übermittelt: I wurde, hat das dritte russische Geschwader In Mukden befinden sich fast gar feine japani- unter Admiral Nebogatow gestern morgen scken Truppen, im Ravon Mukden-Vesch nur I Srngapore passiert, die bereits von voreiligen wenig, dagegen ist Tjeling stark besetzt, insbeson- I Korrespondenten gemachte Meldung von einer -ere aber die Umgebung des Dorfes Salin, das I Vereinigung mit der Hauptflette RoschestwenSkis ?wei Werf! südlicher liegt. , In Kaijuaii und I waren daher unrichtig. In den nächsten Tagen p'/dianht bemerkt man nur eine geringe Trup- I wird jedoch die Vereinigung vollzogen werden.
Gegenüber den Mitteilungen der „Agenee HavaS", wonach RoschestwenSki der Admiralität mitgeteilt habe, daß die Japaner sich in den Territorialgewässern der Insel Borneo befinden, und daß die rnsfische Regierung bei den Niederländern Einspruch erheben werde, wenn die Meldung RoschestwenSkis richtig sei, erklärt die Petersburger Telegraphen «Agentur, daß der Marinestab bisher keine Meldung von RoschestwenSki erhalten habe.
London, 5. Mai. Amtliche chinesische Meldungen verzeichnen die Anwesenheit bet größeren Teiles der Flotte RoschwestwenkiS in der Leongsoi-Bucht an der Südküste der Insel Hainan.
London, 6. Mai. Die den ,Timet" aut Petersburg zugegangene sensationelle Meldung, Rußland habe die Marinen von Chile und Argentinien käuflich erworben, wird zwar fortgesetzt amtlich dementiert, aut guter diplomatischer Quelle verlautet aber, südamerikanische Kriegsschiffe würden nach der Ostsee gebracht, um alt Kern einer neuen Flotte zu dienen, falls der Flotte RoschestwenSkis ein Mißgeschick zustoße.
Zur Hochschulbewegung.
Die Eingabe, die Rektor und Senat unserer Hochschule, wie bereits gestern gemeldet, unter dem 29. April au den Kultusminister gerichtet haben, um die Vorstellungen, die Seitens der Universität GötfinMn gegen den mehrfach erwähnten Erlaß deS Ministers erhoben worden sind, zu unterffiitzen, hat folgenden Wortlaut:
Euer Exzellenz haben durch Erlaß vom 16. März 1905 verfügt, daß bis auf weiteres ine Bildung von neuen Studentenausschüssen sowie der Erlaß von neuen und die Abänderung von bestehenden Ausschuß- Satzungen von Euer Exzellenz Genehmigung abhängig fein sollen. Wir halten es für unsere ernste Pflicht, auch unsererseits gegen dies en Erlaß vorstellig zu werden und auf die schweren Gefahren binzuwei- fen, welche die Durchführung dieses Erlasses mit fick bringen muß. Der Erlaß bedeutet einen Bruch mit einem der wichtigsten Prinzipien unserer Universitäten. Von altersher hat der unmittelbare Verkehr mit der Studentenschaft und die Aufrechterhaltung der akademischen Ordnung In den Händen der Universitälsbehörden gelegen. Durch Euer Exzellenz Erlaß wird eine Äenderung dieses Verhältnisses und ein direkte s Eingreifen der Z e n tr ali n sta n z in die studentischen Angelegenheiten angebahnt. Dieses direkte Eingreifen erachten wir für äußerst bedenklich, weil es höchst wahrscheinlich zu einer immer wiederkehrenden Erregung und zu gefährlichen Agitationen in der Studentenschaft führen wird.
In unserer Studentenschaft herrscht heute ein gesunder idealer Geist. Mögen Ausschreitungen
„Ich weiß, daß Sie vollkommen bereckfigt waren, eine derartige Entscheidung zu treffen."
„Sehr erfreut, daß wir hinsichtlich dieses Punktes einer Meinung sind. Viktoria, wie fremd stehst Du Deinem Vater gegenüber! Komm her, Kind, und umarme mick!"
Die Baronesse trat zögernd — man hätte fift sagen können, widerwillig — näher. Ihre Augen blickten 'kalt, beinahe abweisend. Er wollte sie auf den Mund küssen, aber sie bot ihm nur die Stirne uni erwiderte die empfangene Liebkosung nicht.
„Das ist ja eine recht herzliche Begrüßung!" fuhr Herr von Dunois auf. .„Kommst Du zu einem Fremden oder zu Deinem Vater?"
„Sie ist keine sich leicht erschließende und an- schmiegende Natur," sagte die Gräfin. „Viktoria, steh' nach, waS aus Leonore geworden ist und ob sie meine Reisetasche nicht etwa im Wagen vergessen bat."
Fräulein von Dunois verließ den Salon.
„Ich habe das Kind weggeschickt, um allein mit Ihnen sprechen zu können," begann jetzt Fran von Elairville. „Es gibt Dinge, über welche ich nicht in Gegenwart meiner Enkelin reden möchte und doch ist es unerläßlich, daß wir beide «ns verständigen. Sie forderten Ihre Tochter zurück und stützten sich dabei auf Ihr gutes Recht."
„Welches wohl niemand mir ftreiüg machen wird!"
„Daß ich solche Absichten nicht hege, beweist Ihnen wohl die Schnelligkeit, mit der ich Ihren Wunsch erfüllte."
„Und für die ich Ihnen tausendmal die Hände küsse."
„Uebereiten Sie sich nicht mit dem Dank, Georg. Sie machten Ihre Ansprüche geltend, ohne auf mich auch nur hn entferntesten Rücksicht
zu nehmen. Ick bin jedoch entschlossen, meine Jnteresten in ebenso kategorischer Weise zu vertreten. Es dürste Ihnen wohl noch in Erinnerung fein, daß meine Ei.üvilligung zu Ihrer Der- mählung mit Angeline nicht ganz leicht zu cr- hccklcn war."
„Allerdings."
„Dem leidenschaftlichen Flehen meiner Tochter gab ick dennock nach. Ich hätte es nicht tun sollen, und werde mir stets den Vorwurf machen, eine zu schwache Mutter gewesen zu sein."
„Gnädige Frau!"
„Was soll die beleidigte Miene? Angelinens Ehe war eine unglückliche."
„Jedenfalls lag die Schuld nicht allein an mir."
„Es handelt sich genentoärtig nickt darum, das festuistellen. Ich sicherte mir damals bei Abschluß des Ehekontrakte? das Recht, lebenslänglich in Schloß Horbell weilen zu können."
„Machten jedoch niemals Gebrauch von diesem Reckte!" .
„Weil ia> fürchtete, durch meine Anwesenheit dem Unfrieden neue Nahrung zu bieten. Dann kam das jähe Ende meiner Tochter."
„Muß das Gespenst der Vergangenheit immer wieder heraus beschworen werden?"
„Ich fürchte, es wird niemals aus diese« Räumen zu verbannen sein."
Wie Frau von Clairville in ihren schwarz^, schleppenden Gewändern da lehnte, hatte man sie selbst für ein Phantom halten können.
Nach längerer Pause fuhr sie fort:
„Um en blieb zur Sache zu kommen: ich erhebe jetzt Anspruch auf das vorhin ettvähnte Recht und ziehe zugleich mit meiner Enkeln» hier ein." _ i
(Fortsetzung folgt.).
Vorkommen, mögen einzelne der akademischen Freiheit sich nicht würdig erweisen, in: ganzen, das sprechen wir mi. voller Ueberzeugung aus, ist der Geist in unserer Studentenschaft ein guter und idealer. Namentlich hat sich unsere Marburger Studentenschaft von öffentlichen Agitationen und politischem Treiben durchaus ferngehalten. Wenn unsere Stu- dentenschaft im letzten Semester in die Oeffent- lichkeit getreten ist, so ist dies nur daraus zu erklären, daß sie geglaubt hat, in ihren hergebrachten Freiheiten beeinträchtigt werden zu sollen. Im Verstauen auf die von Euer Exzellenz Vertretern abgegebenen Crflärun- ge;t hat sich die Studentenschaft beruhigt. Wir würden es auf das tiefste bedauern, wenn jetzt die Leidenschaften von neuem entfesselt werden sollten. Unsere Stud..cken find keine Staatsbeamten und können nicht als Staatsbeamte behandelt werden. Ihren akademischen Lehrern, mit denen sie durch täglichen Verkehr und jahrhundertelange Trabi- Hon verbunden sind, schenken sie, jedenfalls dürfen wst das von Marburg beraubten, wirklicher Vertrauen. Es scheint uns überaus wichtig, dieses Verstauen, welches die friedliche Austragung von Streitfragen wesentlich 'rleicklert, z» erhalten und zu fördern.
Mr möchten hierbei noch einen Punkt Kit Sprache l ingen, welcher zwar nicht direkt, aber doch mittelbar zu Euer Exzellenz Erlaß in Beziehung steht. Er betrifft die Entsendung von Ministerialkommissaren zur Behandlung und Schlichtung von studentischen Angelegenheiten. Es unterliegt keinem Zweifel, und die Wahrnehmi ngen be3 vergangenen Semesters haben e8 bestäfigt, daß die bloße Ankündigung des- Erscheinens eines Ministerialkommisiars verschärfend auf die Gegensätze eingewirkt und nur geeignet sind, einen etwaigen Widerstand zu verstärken. Gerade im Hinblick ans die Vorgänge des verflossenen Semesters bitten wir Euer Exzellenz, den Hoch- schulbehorben daS frühere Vertrauen wieder zu schenken, von der alsbaldigen Absendung besonderer Ministerialkommifsare abzusehen und den Hockschulbehörden, wie früher die Schlichtung etwaiger Ssteifigkeiten ober sonstiger Gegensätze zu ü b e r l a s s e n.
Schließlich können wir nicht unterlassen, gegen Euer Exzellenz Erlaß in Ehrerbietung ein rechtliches Bebenken geltend zu machen. Die Rechtsverhältnisse der Studierenden sind durch Gesetz vom 29. März 1879 geregelt. Nach § 3 dieses Gesetzes ist der Unterrichtsminister berechtigt, Anordnungen über die die akademische Disziplin und deren Handhabung nach Anhörung des Senats der betr. Universität zu erlassen. Der Begriff der akademischen Diszivlin isk dabei bislang stets im weitesten Sinne verstanden worden. Der Herr Unterrichtsminister hat unter ausdrücklicher Bezugnahme auf das angeführte Gesetz und ngch Anhörung der Sengte unter dem 1. Oktober 1879 Vorschriften für die Studierenden erlassen, welcke die Stellung der Studieren- den nach allen Richtungen , regeln. Darnach unterstehen namentlich auch die stnbenti sch en Verbindungen den Uniberfi taf3-