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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Sonntagsbeilage: Allnstrirtes Sonntagsblatt.

Vierteljährlicher Bezugspreise btt der Expckition 2 Mk, bei allm Postämtern 2,25 Ml. <ejcu Bestellgeld).

Jnsertiousgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

Neclaiiien: die Zeile 25 Pst-.

Marburg

Donnerstag, 4. Mai 1905.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck imb Verlag' Joh. Ang. Koch, Univerfitäts-Buchdruckerek 40. Jahrg.

Marburg, Markt 21. Telephon 55.

Neueste Telegramme.

(r Berlin, 3. Mar. Dec Kronprinz wird am Donnerstag zu mehrtägigem Aufenthalt in Schloß Nabensteinfel- bei Schwerin eintreffen, too seine Braut, Herzogin Cecilie, bei ihrer Groß- inntter, dec Großherzogin-Wiüve Marie von Mecklenburg-Schwerin weilt.

Berlin, 2. Mai. Dec Kaiser hat seinem Ge- ncraladjutanten, Generalobersten v. Wittich, ä la feit» des Füsilier-Regiments 39, die Brillanten -nm Schwarzen Adlerorden verliehen.

Berlin, 2. Mai. Heute Nachmittag wurde «ine Deutsche Röntgen-Gesellschaft gegründet. Der Ausschuß der Berliner Röntgen-Vereinigung übernahm die vorläufige Leitung und Ausarbei­tung der Statuten. Der Röntgen-Kongreß soll alle drei Jabre zusanimentreten.

: . Berlin, 3. Mai. Wie dieNeue Pol. Korr." mitteilt, ist die Ernennung des Negierungs-Prä­sidenten Freiherrn von der Recke in Merseburg hum Oberpräsidenten von Brandenburg ziemlich sicher.

Wiesbaden, 3. Mai. Die Königin - Mutter Margherita von Italien kommt zu den Maifest- spielen hierher.

Wie», 2. Mai. Dar König von Sachsen ist um 6Z4 Uhr hier eingetroffen. Der Kaiser be­grüßte den König mit Händedruck und Kuß. Nach der Vorstellung begaben sich die Monarchen nach der Hosburg. Abends sand ein Diner statt, an 'dem Erzherzog Otto mit Gemahlin und Sohn teilnahmen.

Madrid, 2. Mai. In politischen Kreisen gilt die Verlobung des Königs mit der Prinzessin von Eonnaught für ausgemacht.

. London, 2. Mai. DemDaily Telegraph" wird aus Wien gemeldet, die Unterredung des Grafen Goluchowski mit Tittoni habe das Er­gebnis gehabt, daß Oesterreich dem Vorschläge einer internationalen Ueberivachnng dec Finan­zen Mazedoniens zustimme.

Tanger, 2. Mai. Dec deutsche Gesandte Graf Tattenbach hat mit seinem Stabe heute Morgen uni 10 Uhr Tanger verlassen. Er wird von einer Militärmiiüon begleitet, welche gestern Abend dort angekoinnien ist. Fast alle Mtgliedec des -diplomatischen Korps versammelten sich, um von der Gesandtschaft Abschied zu nehmen.

Zur Marokkofrage.

t Der in außerordentlicher Misston an den Hof des Sultans von Marokko beorderte deutsche Ge­wandte Graf Tattenbach hat gestern, 2. Mai, Tanger niit seinem Stabe verlassen und wird vor­aussichtlich nm 11. d. M. in Fez eintreffen. Graf Tattenbach soll dem Beherrscher Marokkos einen eigenhändigen Brief des Deutschen Kaisers über­bringen.

Dec Reutersche Korrespondent in Tanger batte Gelegenheit, den deutschen Gesandten vor seiner Abreise zu sprechen und von ihm einige Mitteilungen über

die Absichte» Deutschlands

zu erhalten, die im wesentlichen schon früher @c= fagtes bestätigen. Graf Tattenbach habe erklärt,

7 'Nachdruck verboten.)

Ms- Schatten der Vergangenheit.

Roman von B. C o r o n h.

lFortsehung.)

Und : :it dec Pachtsumme bin ich ich nie im Rückstände geblieben. Die war stets drei Tage vor dem Termin erlegt."

Weiß ich, weiß ich!"

Aber ich kanns nicht vertragen, wenn mich einer über die Achseln ansieht. Donnerwetter, so viel wie dec Herr Baron bilde ich mir auch ein, wert zu fein. Ec hat sein Geld geerbt, ich habe das meine verdient. Ec hat sein Lebelang nichts anderes getan, als die Zinsen eines großen Ver­mögens verbraucht, das übrigens bedeutend zusammen geschmolzen sein soll und ich habe gearbeitetl Verstehst Du? Und mein Vater, mein Großvater, mein Urgroßvater alle haben ge­arbeitet. Der Name Heller ist in unserer Gegend bekannt und geachtet, so tveit die ältesten Ein­wohner zurück zu denken vermögen oder von ihren Eltern in Kenntnis gesetzt sind. Von den gnädigen Herrschaften im Schloß erzählt mau sich gar vieles, aber etwas besonders Schönes nicht! -Und was vor einiger Zeit passierte vor acht Kahren, das"

»Das war ein unglücklicher Zufall, Paul!" unterbrach ihn der Direktor.

-Wer's glaubt!"

Wir haben durchaus keine Ursache zu andern -Voraussehungem Was mich betrifft, so werde -ich jeder derartigen Andeutung energisch eni- gjegenireten, umsomehr, als die Baronesse dem- «ächst int Schloße Wohnung nimmt."

®ie kleine Viktoria?"

»Die jetzt eine erwachsene junge Dame ge­worden ist." ___ . _

daß Deutschland immer mehr Raum für seine Entwicklung benötige und dann folgendes aus­geführt:

Zunächst ist da unsere rapid wachsende Be­völkerung, für die eine sorgsame Regierung in Bezug auf Existenzmittel zu sorgen hat. In zweiter Linie verlangen der deutsche Handel und die deutsche Industrie Schub gegen die Erschwe­rungen, die man ihnen im Auslande aufzulegen versucht. Andere Mächte besitzen große Kolonien in denen sie ihren eigenen Handel durch Sonder­tarife begünstigen können. Deutschlands Kolo­nien sind klein und gering an Zahl und jedes­mal, wenn Deutschland eine Bewegung versucht hat, hat es sich aus einem unbegreiflichen Grunde unweigerlich einer Koalition der Mächte gegen­übergesehen. deren Ziel es war, die deutschen Pläne zu durchkreuzen. Deutschlands Verhalten blieb trotzdem korrekt. Während des Transvaal­krieges beobachtete Deutschland strikte Neutrali­tät. Die Folge davon war, daß Großbritannien sofort nach der Niederwerfung der Buren einen Vorzugtarif zum Nachteil der deutschen Interes­sen cinführte. Dasselbe ist in Tunis und an­derswo der Fall gewesen. Was Marokko anbe­trifft, so ist Deutschland eist Mitunterzeichner der Konvention von Madrid und war infolge­dessen im Genuß des Vorteils der meistbegünstig- ften Nationen. Außerdem hat der deutsche Han­del in einem Maße Fuß gefaßt, daß er nicht ignoriert werden kann. Infolgedessen sahen wir uns gezwungen, zu protestieren, als wir entdeck­ten daß ein Versuch gemacht wurde, dieselbe Vor­zugspolitik in Marokko einzuführen. Wenn Frankreich sich mit Deutschland in Verbindung aeietzt hätte, so wäre viel Beunruhigung vermie­den worden. Wenn Mächte Nachbarn sind, ist es umso notwendiger, Mißverständnisse zu ver­meiden. Deutschland mürbe Frankreich darauf hingewiesen haben, daß Privatabkommen zwi­schen Mächten unvoi'einbar sind mit der Tatsache eines bestehe:.den internationalen Abkommens,- an dem dec Sultan von, Marokko ebenfalls be­teiligt war. Frankreich hat jetzt angeboten, in Verhandlungen einzutreten, und ist augenschein­lich bereit, Konzessionen zu machen. Deutschland kann jedoch nicht denselben Fehler machen, dessen es andere Mächte beschuldigt, d. h., es kann nicht die Konvention von Madrid Umgeben. Deutsch­lands Kurs ist klar. Deutschland verlangt die­selben Rechte wie andere Nationen und besteht auf der Integrität des maurischen Reiches. Der Zweck meiner Reise nach Fez ist, dem Sultan für den dem Kaiser Wilhelm bereiteten Willkomm zu danken und die Versicherungen, die Se. Majestät gegeben hat, in dem von mir angedeuteten Sinne zu wiederholen. Ich habe dem Sultan keine Vor­schläge über eine kommerzielle Konvention zu un- terbreiten. Ich habe auch keinerlei Absichten, iraendlvelche Konzessionen zu verlangen. Deutsch­land bringt feine internationale Konferenz in Vorschlag; es würde jedoch einen solchen Vor­schlag, wenn ec vom Sultan gemacht werden sollte, als das einzige Mittel zur Ausgleichung dec augenblicklich sich widersprechenden Interessen warm unterstützen.

Unser Gesandter wiederholte somit die auch von der ganzen nationalen Presse aufgestellte

Jst's ivahc, daß sie sich in Brüssel verlobt hat?"

Davon tveiß ich nichts. Der Baron machte einmal slüchtig die Andeutung, es be­stehe schon lange die Absicht, sie mit einem ihrer Vettern -u vermählen, und die jungen Leute hätten auch Gefallen aneinander gefunden. Doch es handle sich vorläufig nur um ein Projekt, keineswegs um eine feste Abmachung. Das küm­mert uns beide nicht. Du begreifst hoffentlich, daß jene schändlichen Gerüchte, die leider hier und in dec Umgegend mitunter auftauchen, Fräulein von Dunois nicht zu Ohren kommen dürfen?"

Heller zuckte mit den Achseln.

..Was gehk's uns an, wenn es dennoch ge­schieht? Können wir das etwa verhindern?"

Wir können jedenfalls dafür sorgen, daß in unserer Gegenwart nichts derartiges gesprochen wird."

Die L-ente lassen sich nicht 'den Mund ver­bieten! Und ich habe keine Ursache, mich 5um Verteidiger des Herrn von Dunois aufzuwerfen. Ich kanns nun nicht einmal leiden', wenn einer die Nase so hoch trägt. Du freilich merkst wenig davon. Gegen Dich ist er immer liebenswürdig."

Es klang lvie eifersüchtige Gereiztheit aus dem Ton, mit welchem diese Worte gesagt wurden.

Der Direktor klopfte dein GutSpächter lackend auf die. Schulter.

Tn kannst nürs glauben, daß ick durchaus nicht uni die mir zu teil werdende Auszeichnung werbe. Ter Herr Baron hat schon oft recht un- verblünit die Wahrheit von mir hören miiffen. Aber Ihr wißt ihn nicht zu nehmen und zu be­handeln. Was Dich übrigens betrifft, Paul, der Du durch eigene Kraft unabhängig und wohl­habend geworden bist und mit Recht behauptest, eben so viel wert wie jeder Aristokrat zu sein so scheinst Du über gewisse, ganz nichtige Dinge

Forderung der Erhaltung des status auo, wie er vor dem sranzösifch-englischen Abkommen ge­wesen ist.

In denselben Gedanken ungefähr bewegen sich auch die Aeußerungen, die der Reichskanzler

Graf Bülow '

einem Mitarbeiten des PariserGaulois" ge­macht haben soll. Obwohl die Authentizität des Gesprächs nicht feststeht, glauben wir doch, es des Interesses halber ebenfalls ansiihren zu kön­nen. Der Kanzler soll gesagt haben, man dürfe die Reise des Kaisers nach Tanger nicht als einen Akt der Feindseligkeiten gegenüber Frankreich be­trachten. In Marokko nimmt der deutsche Handel von Tag zu Tag eine größere Ausdehnung an und es geschah bloß in der berechtigten Wahrung unserer Interessen, als der Kaiser seine Reise nach fceme Mittelmeer unternahm. Sagen Sie ausdrücklich, daß Deutschland dabei nicht von be­sonderen Umständen profitiert bat. Wie Sie, die Franzosen, find auch wir lebhaft besorgt, den Frieden andauern zu sehen, dessen sich Europa gegenwärtig erfreut. Wie Sie ringen auch toir aus wirtschaftlichem Gebiet, um den Platz zu er­obern und zu beivahren, aus welchen wir An­spruch haben. Wie Sie, finden wir es keines­wegs seltsam, daß Frankreich seine Grenze in Algerien respektiert halten will, ivenn inMarokko Unruhen ausbrechen. Wie Sie, '"ben wir end­lich nie an etwas anderes gedacht, als unsere wirtschaftlichen Interessen zu wahren.

Dec Reichskanzler machte dann noch einige Bemerkungen über die Rolle der Presse und fügte hinzu:

Ich wiederhole, wir sollten nur auf wirtschaft­lichem Gebiete miteinander kämvfeu. Amerika, Asien, Afrika sind für die europäischen Völker ein wunderbares Uebunasfeld und die Lösung der gemeinsamen sozialen Probleme sollte da friedlich vorbereitet werden, wenn nickt in weni­gen Monaten ein mühsam und langsam aufge­bautes Werk zerstört werden soll. Es ist die beste und sicherste Art, unsere Zivilisation zu verbreiten, indem wir Absatz für unseren Handel und Industrie schassen. So Gott will, wird das 20. Jahrhundert im Gegensatz zum 19. Jahr­hundert eine Epoche des Friedens fein. Die Größe der Zeit, in welcher wir leben, sollte uns stets vor Augen schweben. Vielleicht wird das 20 Jahrhundert nicht mehr den Namen eines einzelnen Mannes wie Ludwig XIV. oder Augustus tragen, sondern es wird das erste große Jahrhundert dec Menschheit sein.

Im 20. Jahrhundert mit seiner unermüd­lichen Arbeit, so schloß Graf Bülow, werde das menschliche Geschlecht zum ersten Male die Wohl- taten einer wahrhaftigen und allen Völkern des Weltalls geiiieiiifameit Zivilisation erlangen.

Der rrrsfisch-japamsche Krieg.

Bon der Flotte.

Das Geschwader des Admirals Nebogatow hat nach zuverlässigen Meldungen aus Tokio bereits am Sonnabend Singapore passiert. Im übrigen ist eS, wie in Petersburg rühmend her»

doch nicht mit der nötigen Seelenruhe eines selbst­bewußten Mannes hinweg zu fetien. Wie könnte cs sonst Deine Eitelkeit verletzen, baß es Herrn von Dunois gefällt, mich ein wenig zu bevor­zugen?"

Was? Verletzte Eitelkeit? Du meinst wohl gar, mir läge was brau, ins Schloß geladen zu werden und mit dem gnädigen Herrn befreundet zu fein? Dummheiten! Nicht so viel mache ich mir daraus!"

Heller schnippte mit den Fingern, aber die dunkle Röte, die fein, für gewöhnlich ziemlich farb­loses Gesicht bedeckte, verriet doch, daß er sich ge­troffen fühlte.

Na, nimm'S nickt übel. Einen Spaß muß jeder verstehen." begütigte Walter.

Das tue ich auch," erwiderte der Gutspächter, indem er sich eine Zigarre ansteckte.Zuin Kuckuck mit dem Baron und feiner ganzen Sippschaft! Reden toir von was anderem. Sage wohl, Dein Kurt wird sich wohl bald als Rechtsantoalt nieder- lassen? Ta steht ihm der Weg zu einer glän­zenden frcrrierc offen."

Wenn das nötige Fünkchen Glück nicht fehlt! Jedenfalls wird er fein gutes Fortkommen finden."

Daran zweifle ich nicht. Ich habe ihn stets für einen prächtigen und sehr befähigten Menschen gehalten"

.Hoffentlich rechtfertigt er Deine gute Meinung."

Wie gefällt Dir eigentlich meine Suse?" ..

Ein blühendes, hübsche?, kerngesundes Mädchen."

Du kannst auch hinzufügen: ein reiches. Sie bekommt eine schöne Mitgift und ist nach meinem Tode Universalerbin. Sie hat schon manchen Heiratsautrag abgelehnt." , _

»Das glaube ich wohl." D in. >,,

vorgehoben wird, den russischen Admiralen offen« bar gelungen, ihre Bewegungen in so gut tote völliges Dunkel zu hüllen. Dichte Nebel, di« sich nach Depeschen au« verschiedenen Häfen über weite Strecken deS Chinesischen Meeres nieder­gesenkt haben und mit schweren Regengüssen abwechseln, kommen ihnen dabei zu statten, da sie den zahlreichen, in den Meerengen und Fahr­straßen patrouillierenden englischen, französischen und amerikanischen Kriegsschiffen den AuSlug ebenso erschweren wie den Beobachtern an de» Küstenplätzen.

Demnach hat sich die an sich wenig glaub­würdige Meldung, nach der Admiral Roschest- wenski mit seinen Schiffen die Fahrt nach den Philippinen eingeschlagen habe, al- unrichtig herauSgestellt. Diese Meldung war offenbar auf Täuschung der Japaner berechnet.

Entgegen den halbamtlichen Dementis wird übrigens versichert, daß das russische Geschwader durch sieben argentinische Kriegsschiffe verstärkt worden ist. Die Schiffe sollen bereits zum Geschwader RoschestwenSkiS gestoßen sein. Da­durch verfüge der Admiral über eine erdrückende Schiffszahl gegenüber den Japanern. Die Nach­richt ist natürlich mit allergrößter Vorsicht aus- zunehmen.

London, 2. Mai. Ein Telegramm au- Petersburg berichtet, daß energische Vorberei­tungen getroffen werden, um ein neues Ge­schwader nach Ostasien zu entsenden. Die Ab­fahrt dieser Flotte soll angeblich noch im Laufe deS Mai erfolgen.

London, 2. Mai.Morning Leader' meldet auS Hongkong: DaS Observatorium Kaovloon in der Provinz Kwangtsu meldet das Auftreten eines ChklonS im südchinesischen Meere zwischen den Philippineninseln Luzon und Palawan. Dieser Cyklon bewegt sich nach der Richtung der Küste von Annam und droht das Geschwader RoschestwenSkiS zu zerstören, falls e8 sich auf dem Wege deS Cyklons befinden sollte.

Ans der Mandschurei

liegen heute nur zwei unwesentlicheMeldunge n vor > Petersburg, 2. Mai. Aus Gunschulin wird gemeldet: Die Osterfeiertage find von den russischen Truppen fröhlich begangen worden. Wie verlautet, haben die Japaner Belagerungs­geschütze, welche aus Lmoke gekommen sind, in die Front gebracht. Man vermutet infolge­dessen, daß eine Schlacht unmittelbar bevorsteht.

Petersburg, 2. Mai. DerPetersb. Telegr.'Agentur" wird auS Tschantschawadsa von heute gemeldet: Westlich von Davliabho flüchtet die Bevölkerung vor den Tschungufen, die Grausamkeiten und Gewalttaten verüben. Die Anwesenheit japanischer Instrukteure bei den Tschungufen ist urkundlich festgestellt worden. Die Organisation der Tschungufen, die mit japanischen Feldgeschützen versehen sind, schreitet fort.

Sage 'mal, Hans" Heller legte vertrau- sich feine Hand auf den Arm des Direktors, wenn Du Deinen Sohn unb meine Nichte neben einander siehst, kommt Dir da nie die Idee, daß sie ein famoses Paar sind?"

Die ist mir schon mehrmals gekommen, er» toiberte Walter unbefangen.Aber das ist Sache der jungen Leute. Da dürfen toir Alten nicht borgreifen."

Je nun, ich glaube, daß die Suse den Kuck ein wenig gerne hat. Vielleicht weißt Du, toif Kurt inbezug auf Suse denkt?"

Nein, Paul; das weiß ich nicht."

Hm! Könntest eigentlich 'mal so auf den Strauch schlagen."

Ich ziehe es vor, wenn meine Kinder mir unaufgefordert ihr Vertrauen fchenken. Daß Dein und mein Wunfch sich in diesem Falle begegnen, brauch ich Dir wohl nicht ,zu versichern. Ich glaube, er wird auch in Erfüllung gehen. Lassen toir den beiden nur Zeit, sich erst näher kennen zu lernen."

Na, ich denke, an Gelegenheit dazu hat's ihnen bisher nicht gefehlt," sagte Heller mür­risch.Sie kennen sich bereits seit ihren Kinder- jähren."

Gerade deshalb müssen wir abwarten, ob sich diese geschwisterliche Zuneigung zur Liebe ent­faltet. Kurt unb Susanne sind ja noch sehr jung. Die Angelegenheit eilt also nicht."

Nein, aber lieb wäre es mir doch, wenn sie bald zum Abschluß gebracht würde so ober so. MäbckM haben leider keine lange Jugend: sie werden alt, ehe man fichs versieht, lind die Sufe hat schon so viele annehmbare Freier abge- toiefen. Jetzt wirbt der Oekonom Stnpp um sie."

Walter sah ihn erstaun! an. 1

.. (Fortsetzung folgt.)' j