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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
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Sonntagsbeilage: Jllustrirtes Sonntagsblatt.
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Marburg
Mittwoch, 3. Mai 1905.
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Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck Md Verlage Joh. Aug. Koch, UmvcrsitätS-Buchdruckerel
Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
40. Jahrg.
Neueste Telegramme.
Berlin, 1. Mai. An seinem heutigen 50jäh- ptgen Dienstjubiläum wurden dem General der Kavallerie und Generalinsvekteur Edler v. d. Planitz viele Ehrungen zuteil. Der Kaiser ver- Reh dem Jubilar den Verdienstorden der preutzi- fdjen Krone und sandte ein Handschreiben. Auch Kaiser Franz Josef sandte ein längeres Glückwunschtelegramm. Ebenso der Prinzregent von Bayern und andere Fürstlichkeiten.
Koburg, 2. Mai. Die Hochzeit des Herzogs Eduard von Koburg mit der Prinzessin von Mücksbur" findet im September auf Schloß Glücksburg statt. Zur Feier werden das Kaiserpaar und der König von England erwartet.
Paris, 1. Mai. Der Untersuchungsrichter hat die Untersuchung in der DerschwörungSangelegen- heft Tamburini endgiltig geschlossen. Die An- geschuldigten sind dem Zuchtpolizeigericht überwiesen worden und werden sich wegen Derschwö- rungsumtriebe und Aufspeicherns von Kriegsmaterial zu verantworten haben.
Athen, 1. Mai. Die Schutzmächte beharren ftuf der Ablehnung der Union Kretas mit Griechenland. Ihre Konsuln in Kanea faßten gemeinsam den Beschluß eines energischen Eingreifens von Truppen und der Gendarmerie zur Herstellung der Ordmmg.
Warschau, 1. Mai. Auf dem Mtkowsky- Platz wurde eine 5000 Köpfe zählende Arbeiter- menge am Nachmittag vom Militär angegriffen. Das Militär schoß. Die Sanitätswache zählte 81 Tote und 50 Verletzte. Die Polizei schaffte außerdem 60 Tote und Verwundete fort. Auf ter Jerusalemer Straße wurde Militär von der Menge angegriffen, wobei 25 Arbeiter verwundet und 25 getötet wurden.
London, 2. Mai. In Tokio wird über russische Neutralftätsverletzungen erneute Beschwerde geführt; auf den Inseln Sou und Pyra- wid zwischen der Kamranh-Bncht und Kap Va- rela hätten die Russen tagelang Kohlen und Vorräte eingenommen, ebenso in der Uhatrang- Bay.
Deutschland und Oesterreich.
Man sollte denken, großdeutsch und biS- marcktsch seien Gegensätze, die einander ausschlös- sen. War es doch gerade der große Landlanger rmserer Geschichte, der das kleindeutsche Programm imserer Väter: „Deutschland mit AuS- schluß Oesterreichs unter preußischer Führung" verwirklicht hat. Aber was bedeuten historische Lehren den Völkern? Es scheint, sie sind nur dazu da vergessen zu werden. UnS Deutschen gcht es heute offenbar zu gut auf der Welt: wir strotzen von Gesundheft und wenn wir an etwas ler en, so ist es überschüssige Kraft, die nach Be- tattgung verlangt, so ist es Vollblütigkeit, die Mts den Kopf benimmt, sodaß wir hie und da Gnllen fangen und Hirngespinsten nachhängen.
Es grbt sehr warmherzige, opf>rbereite Pa- trroten unter uns, Männer, die MSmarcks Na- ' ft rrn "
: ° cWi£ru(f verboten.)
Schatten der VergcilMfi^lt.
Roman von B. 8 o r o n p (Fortsetzung.)
. „Und wenn Du gewußt hättest, was es sonst 1rt der Laube giebt, dann würdest Du Dich gewiß mehr beeilt haben," erwiderte sie lachend «nd ^rpste. nachdem der Vater sie wieder auf den Boden gestellt, voll ausgelosiener Fröhlichkeit herum. u ’ T
Elisabeth war zart, hellblond, schlank und graziös und stich einem Figürchen von Meißner Porzellan. Die großen, braunen Augen, schön und unschuldsvoll wie die eines Rehes, bildeten te:t entzückendsten Kontrast zu dem Hellen Haar, 3toet langen Zöpfen über den Rücken hinab hing.
v = Laube? I« nun, waS wird denn
lDtetei ein Erzeugnis Dei- ^Kochkunst? Wenn Du nur nicht abermals N. temit gehabt hast, wie neulich mit dem zusammengefallenen Eierauflauf," 'Nichte Walter sein Töchterchen.
I .''dlui, Papa! Wie unzart, mich daran zu -v'chttEe die .Kleine. „Zur Strafe Nk.st Dir auch morgen früh Deine Pfeife versteht dock keiner so famos, tote ich.
> "bka, wollen uns wieder vertragen,- lenkte -er gutmütig lachend ein. „Aller Anfang ist schwer. Sehen wir uns also Deine Ueberrasch- Ung einmal genauer an."
„Ich wette, daß Du sie nicht verschmähst, wie -en übrigens gar nicht so üblen Eierauslauf.- : „ »Nun, Weißt Tu, Liesel, ich bin nicht lecker- vmulig, aber —-
»Gut, gut, reden wir nicht mehr davon, sonst werde ich ernstlich böse."
men wahrhaftig nicht bloß auf der Zunge tragen, die sich aber doch, wenn sie nur könnt:», wie sie wollten, keinen Augenblick besinnen würden, eins seiner größten Werke zu zerstören, — das deutsch- österreichische Bündnis, das für Bismarck die Grundlage unserer politischen Stellung in Mitteleuropa war. Diese Männer rechnen mit dem baldigen Zerfall Oesterreichs wi« mit einer unumstößlich sicheren Tatsache, möchten ihn am liebsten, soviel an ihnen liegt, noch beschleunigen und sind der Ansicht, daß, maa Oesterreich auch noch vorläufig bestehen bleiben, es jedenfalls als unser künftiges legitimes Erbteil zu betrachten ist. Erst kürzlich hat es wieder so ein großdeutscher Schwärmer (in der „Gegenwart" Nr. 15) zum Ausdruck gebracht, daß wir dereinst auf Minne ebensowenig werden verzichten können als auf Triest.
Gewiß wir wollen uns hüten solche Aeuße- rungen zu übersckHhen. Der täte unserer öffentlichen Meinung bitter Unrecht, der behaupten wollte, daß der nationale Größenwahn ihre vorherrschende Grundstimmung sei. Was wir auf- richtig beklagen, ist nur, daß gerade in ausgesprochen nationalen Kreisen solche Ansichten auch nur möglich sind, Ansichten, die jedenfalls benen Bismarcks von Grund aus widersprechen. „Die Erhaltung der österreichisch - ungarischen Monarchie ist für Deutschland ein Bedürfnis deS Gleichgewichts in Europa" schrieb der Achtzigjährige in seinen „Gedanken und Erinnerungen" (II, 253). Und schon im Jahre 1866 hatte er seinem eigenen Könige gegenüber nach König, grätz unter schweren Kämpfen die territoriale Unverletzlichkeit Oesterreickts verteidigt und sieg- reich durchgesetzt. „Deutsch-Oesterreich," so hatte er damals ausgeführt, „könnten wir weder ganz noch teilweise brauchen" und er hatte die Schicksalsfrage erhoben, was denn an die Stelle Europas gesetzt werden solle, welche der österreichische Staat von Tirol bis zur Bukowina bisher misfülle (Ged. u. Er. II, 45), eine Frage, die auch heute noch niemand von denen beantwortet hat, die sich so leichten Herzens über die reife politische Weisheit des ersten Kanzlers hinwegsetzen.
Woher daS törichte Geschrei von dem tem- nächstigen Zerfall Oesterreichs? Nicht wir haben es erfunden, wir reden nur nach, was unS all die Jahre daher von drüben, aus Oesterreich selbst, laut genug zugerufen worden ist. Unter unseren Landsleuten in Oesterreich grassiert ein nationaler Pessimismus, der sich nicht genug tun kann in radikalem Haß gegen alles spezifisch Oesterreichische und sich in krankhafter Sehnsucht nach der Vereinigung mit dem Reiche verzehrt. Mr möchten wetten, er würde leicht kuriert wer- den, dieser radikale Pessimismus, wenn ihm über Nacht einmal die Erfüllung seiner Wünsche er- blühte. Jedenfalls aber haben wir durchaus keinen Grund Prophezeiungen, deren Vater der blasst Wunsch ist, für bare Münze zu nehmen. Die inneren Verhältnisse Oesterreichs sind sehr komplizierter Natur, aber im Grunde sind alle seine vielen Völker: Deufiche, Slawen. Romanen und Madjaren doch zu sehr auf einander angewiesen, als daß sie — man vergleiche nur den
Sie stellte sich auf die Fußspitzen und drückte ihm die niedlichen Hände auf den Mund.
Walter befreite sich scherzend, versprach, das Streitobjett fallen zu lassen, folgte der Kleinen, die lustig voranlief, und streckte mit freudigem Ausruf einem jungen Manu, welcher ihm aus der Laube entgegenttat, beide Hände hin.
„Du hier? Heute ist wirklich der Tag der Ueberraschungen."
„Du weißt ja, wie gern ich komme, Papa, wenn es mir meine Zeit irgend erlaubt, und diese ist gegenwärtig nicht sonderlich in Anspruch genommen," erwiderte Kurt.
Er glich seinem Vater sehr, überragte ihn jedoch um Kopfeslänge und «fichten in feinem ganzen Wesen viel eleganter und vornehmer, als der Fabrikdirettor.
Nach glücklich bestandenem Examen zum Assessor befördert, arbeitete er seit zwei Jahren in dem Bureau eines namhaften Rechtsanwalts. Vater und Oheim hätten es fteilich lieber gesehen, wenn er die kaufmännische Karriere ergriffen hätte, gleichwohl war ihm das Recht ter freien Berufswahl niemals streitig gemacht trotten,
„Hans, hier sind noch zwei liebe Gäste!" ließ sich in diesem Augenblick Frau Helene Walters Stimme vernehmen; „Herr Heller und seine Nichte."
„Freut mich, freut mich!" rief ter Direktor, die Genannten herzlich begrüßend.
„Also der Baron ist wieder do? Habe es schon erfahren und denke mir, daß Du geradenwegs hon, ihm kommst," sagte ter Gutspächter Heller, ein älterer Mann mit knochigem, von einem kurzen, graumelierten Bollbart umrahm- ten Gesicht. Er hatte von Dunois dessen Gut Waldorf gepachtet, beewirffchastete es feit einer Reihe von Jahren und galt für sehr vermögend. Da er kinderloser Witwer war, bezweifelte nie*
Verlauf ter jetzigen ungarischen Krise — voneinander loskommen könnten. Oesterreich (wir schließen Ungarn ein) wird bestehen bleiben, denn das Schwergewicht einer ausgedehnten Interessengemeinschaft hält es zusammen. Aber öllte es je ins Wanken kommen, so wird es un- er wohlverstandenes Interesse sein seinen Zer- all aufzuhalten, nicht ihn zu beschleunigen. Vergessen wir Bismarcks Wort nicht: Die Erhaltung der österreichisch-ungarischen Monarchie ist für Deuffchland ein Bedürfnis! B.
Der russisch-japanische Krieg.
Heber die gegenwärtige Aufstellung der ja» panischen Armee find hier folgende Einzelheiten bekannt r Die Armee NodzuS befindet fich im Rahon Tieling und Kaijuan, die Armee Okutz im Rahon Tieling sowie westlich von der Eisen- bahnlinie, Kuroki im Rahong Tieling und östlich von der Eisenbahn. Nogi befindet fich im Rahon Fakumön—Tschantofu und Kawamura nordöstlich von Mulden. Die Javaner halten danach einen Landstrich von 80 Werst besetzt; beide Flanken liegen etwas zurück, woraus ersichtlich ist, daß die Japaner sich an der Eisenbahn halten wollen. Die japanische Avantgarde befindet fich auf dem Wege nach Kirin beiWei- juanpujan, deren Zentrum bei Tschantofu. der westliche Teil bei Tfintsiatun. Die Avantgarde ist sehr stark; sie scheidet auS sich noch besonders Dortruppen auS, dis umfassend» RekignoS» zierungsdienste zu leisten haben.
In Tokio werden seit geraumer Zeit Truppen zusammengezogen, di» als Verstärkungen zur Armee des Feldmarschalls Ojama abgehen sollen, um die Verlusts der Japaner in der Schlacht bei Mulden zu ersetzen. Die Ruffen erhielten auch 42000 Mann Verstärkungen. Lenswitsch steht gegenwärtig bei Tschangschun. Die Japaner wollen den Ruffen nicht Zeit lassen, Feld« schanzen zu errichten.
Saigon, I. Mai. Ein russisches Geschwader ist in Port Dahot, 40 Meilen nördlich der Kamranhbucht, und in der Binkhoibucht außerhalb der territorialen Gewässer stationiert. Eine Anzahl von Transportschiffen liegt am Kap St JaqueS und am Saigonfluß. Dis Flottendivifion von Cochinchina ist mobilisiert worden, um dis Achtung vor der Neutralität der französischen Gewäffer aufrecht zu erhalten.
Deutsches Reich.
Berlin, 2. Mai.
— Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin sind mit den Prinzen gestern Montag nachmittag 6*/t Uhr von Bari nach Venedig an Bord der .Hohenzollern' in See gegangen. AlS die .Hohenzollern' den Hafen in Begleitung deS .Friedrich Karl' und .Sleipner' verließ, schossen die Geschütze des italienischen Kriegsschiffes »Ruggiero bi Lauria' Salut. Eine große Menschenmenge bereitete den Majestäten unter begeisterten Zurufen lebhafte
mand, daß feine Nichte ihn dereinst beerben würde.
Susanne konnte auf Schönheft keinen Anspruch machen, sie besaß jedoch Jugendfrische und blühende Farben. Gleichwohl wurde sie, ver- möge ihrer lebhaften, schwarzen Augen, ihre« reichen, rotbraunen Haares und ihrer üpvigen Figur von manchem sehr hübsch gefunden.
Sie 'kam ziemlich häufig zu Walters und es gab Personen, welche wissen wollten, dies ge- schätze Kurts wegen. Allerdings streiften ihre Blicke den jungen Mann oft mit feurigem Ausdruck und ihr Wesen war nicht frei von einer Art ländliche Koketterie; aber der Assessor schien das durchaus nicht zu bemerken. Die derbe Er- scheinung und die etwas burschftose Lebhaftigkeit Susannes hatten nicht den mindesten Reiz für ihn, den Feingebildeten. Nichtsdestoweniger war er dem Mädchen freundlich gesinnt, da sie doch schon als Kinder gute Kameradschaft ge- halten.
„Könnten wir nicht ein wenig aus dem Teiche drüben gondeln?" rief Lisbeth. „Es ist nun wieder wunderschön und ganz hell geworden."
„Das wäre so was für Dich, Suse, nicht?" scherzte der Gutspächter.
„Ja, gewiß, wenn Kurt rudern will?"
„Mit dem größten Vergnügen!" erklärte dieser. „Du erlaubst doch, Papa?"
„Ich habe nichts dagegen einzuwenden. Onkel Ernst wünscht ja, daß ter Garten benützt wird. Also geht nur!"
Die jungen Leute entferenten sich. Frau Helene folgte ihnen.
«Nun, Hans, wie stehts um den Baron?" fragte Heller.
„Gut, tote ich denke," erwiderte Waller ausweichend. „Er war tote immer freundlich und liebenswürdig." —
„Aber fein Befinden?"
Abschiedskundarbungen. Die Majestäten standen ans Deck und dankten huldvollst. In einem Schreibe« an den Präfekten von Bari, Cettato, drückte der Kaiser den Dank an alle Personen, Gemeinwesen mrd Kvr» vorationen aus, die ihm und der Kaiserin den schönen Empfang in Apulien bereitet haben. Am Vormittag hatte die kaiserliche Familie noch einen AuSflua in Automobilen unternommen. Die Fahrt ging über Modugno nach Bitonto, wo die Kathedrale und das Priesterseminar besichtigt wurde, dann weiter nach Altamura, wo ebenfalls der Dom besucht wurde. Die Ankunft an Bord der »Hohenzollern' erfolgte um 81* Uhr. Die Ankunft in Venedig wird heute Dienstag nachmittag erfolgen. Hier ist ein dreitägiger Aufenthalt in Aussicht genommen. Am Donnerstag wird die kaiserliche Famftie die Rückreise durch die Schweiz nach Karlsruhe antreten, wo die Ankunft Freitag nachmittag 5 Uhr erfolgt.
— An der HochzettSgabs der preußischen Städte für daS Kronpriuzenpaar beteiligen sich, wie die neueste Zusammenstellung deS JB. L.-A.' ergeben hat, 800 Gemeindewesen der Monarchie. Während zu dem Hochzeitsgefchenk für unser jetziges Kaiferpaar nur die großen Kommune» beigetragen haben, sind diesmal auch die kleinste« Städte mit einem Scherflei« vertreten. Auf diese Weise find 410 000 Mk. für die Hochzeitsgabe zu» sammengekommen, zu welcher Summe Berlin, seiner Grö r und Bedeutung entsprechend, mit 90000 Mk. den höchsten Beitrag geleistet hat. Bekanntlich wird, wie dies auch bei den kaiserlichen Eltern der Fall war, die Gabe der preußischen Gemeinwesen in einem Tafelaufsatz bestehen. Erst drei Jahre nach der Hochzeit konnte dem damaligen Prinzen Wilhelm und seiner Gemahlin daS Geschenk selbst überreicht werden. So langer Zeft hatte es bedurft, bis die Gold- und Silberfchmiede ihre kunstvolle Arbeit vollendet hatte«. Am Hochzeitstage hatte man damals nur die Modells ausgestellt, und so wird eS auch diesmal geschehen. Auch jetzt totrb eS jahrelanger Arbeit bedürfen, bis alle die von Meistern der Plastik ersonnenen Geräte nach den Zeichnungen und Modellen auch im Edelmetall Gestaltung gewonnen haben werden. Ein aal sechs Herren bestehender Arbeitsausschuß leitet, überwacht und prüft diese Arbeiten, die von vier Künstlern entwmfien und, nach der Begutachtung durch den Ausschuß, modelliert werden. Die Arbeiten werden so gefördert, daß nach aller Voraussicht die HochzeitSgabe im Modell am 6. Juni dargebracht werden kann.
Deutsche Kolonien.
Südwestafrika. Nach einer Meldung des Generals Trotha aus Giteon ließ Hauptmann Welck ter Kommanteur ter Stationsbesatzung am Water berg, am 17. April eine große Hererowerft die ihre freiwillige Nebergabe verweigerte, am OsondjackeBerg aufheben. — Eine von Major Heyd von Gobabis aus bis Riettontein ausge> dehnte Erkundigung bestätigte erneut, daß daS Gelände bis zur englischen Grenze vom Feinte geräumt ist. — Major Täubler. dem die Abteilung Zwehl unterstellt ist, hat den Aufttag, mft ftn ganzen 3 Kompagnien, 2 Geschützen und 2 Maschinenkanonen den bei Grootfontein fest- gestellten Bethanierhäuptling Cornelius Frederik anzugreifen. Der Bandenführer Morenga hat in der Nacht vom 24. zum 25. April die Karas- berge geräumt und ist in östlicher, mit einem Teile seiner Leute auch in westlicher Richtung auggetotcten. Major Kamvtz hat die Verfolgung ausgenommen. — Nach einer Zusammenstellung
„Herr von Dunois sieht nicht schlecht aus."
„Ach, spiele doch nicht Verstecken mit mir! Du weißt schon, waS ich meine!" rief der Guts- Pächter ungeduldig. „Jst's mit 'im da oben noch immer nicht richtig?" Er rieb sich bezeichnend mit dem Finger die Stirn.
„Ich habe weder heute noch früher eiwaS dergleichen bemerkt," entgegnete ter Direktor ernst.
„Man sagt aber doch —"
„Ein kluger Mann achtet nicht auf derlei Geschwätz!"
„Du hast da leicht reden, weil Du nicht in Geschäftsverbindung mit ihm stehst. Für mich gewinnt die Sache ein wesentlich anderes Ansehen. Schon im vorigen Jahre witterte des Baron überall Feinde und Betrüger und tourte bet unserer Unterredung höchst ausfallend. Hätte ich seinem leidenden Zustand nicht Rechnung getragen, so wäre es Wohl damals zu einem ernste» Zerwürfnis zwischen uns gekommen.",
„Man muß seine Nervosität berücksichtigen« Du bist ein ehrlicher und zahlungsfähiger Mann. Was kann er Dir anhaben, da Du jederzeit de« Beweis strengster Rechtlichkeit zu erbringen ver- magst."
„Nichts — gar nichts!" sagte Geller, seinen leicht gekräuselten Vollbart streichelnd; „aber eben tesb 16 s.he ich nicht ein, weshalb i '> mir mißtrauerische und spitze Bemerkungen gefallen lasse« soll. Wenn er einen betteten Pächter zu finden glaubt, dann trete ich meinetwegen sofort zurück."
„Nur nicht gleich wieder oben hinaus! Waldorf ist doch recht ertragsfähig und Du verlierft nichts bei der Pacht."
„Im Gegenteil, ich gewinne dabei k Aber es geht alles auf redliche Weise zu."
^Das brauchst Du mir gar nicht zu versichern.*
(Forffetzung folgt.)