Erstes Blatt
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'Machdruck u; boten.)’
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Loubet im Elhsee einen halbstündigen Besuch ab. Ein Bataillon Infanterie mit Fahne und Must? erwies dem Könige bei seinem Eintreffen iw Elyiee die Ehrenbezeugungen. Bald, nachdem der König das Elysöe verlassen hatte, erwiderte Prästdent Loubet den Besuch.
B«?arest, 1. Math Die Regierung beschloß, üulößlrch de? im nächsten Jahre statt- finbcnden 40jährigen Regierungs-JubiläumS des Königs eine große nationale Ausstellung zu veranstalten. An die auswärtigen Höfe und Regierungen werden Einladungen zur Teilnahme an der Jubiläumsfeier ergehen.
Ltlzrad, 30. April. Unter den Offizieren, welche den König Alexander ermordeten, herrscht große Erbitterung gegen Paschitsch, der ihre Freunde auS der Umgebung des Königs Peter einen nach dem anderen entfernt. Sie befürchten, daß man sie auch auS der Armee entfernen könnte, und sehen alle Hebel in Bewegung, um den Sturz des Kabinetts Paschitsch herbeizufahren.
Petersburg, 29. April. (Petersb. Telegr.- Agentur.) Ein kaiserlicher Erlaß gewährt den Bauern einer Anzahl von Gouvernements neue Erleichterungen durch Streichung der Rückstände bei der Tilgung der von 1867 bis zur Geburt deS Thronfolgers gewährten Darlehen bei Mißernten. Die „Torgowo-Promhfchlennaja Gafeta" beziffert die Höhe der erlassenen Schulden auf 75 Millionen Rubel.
Washington, 30. April. Verhandlungen über den Abschluß eines Gegenseitigkeitshandels- Vertrages zwischen dem Deutschen Reiche und den Bereinigten Staaten von Nordamerika werden frühestens im Herbst ausgenommen. Es gilt als wahrscheinlich, daß dann amerikanische Unterhändler nach Berlin kommen.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag- Joh.Aug. Koch, UmvcrsitätS-Buchdruckerei 40. Jahrg.
Marburg, Markt 2L — Telephon ob.
war nichts zu erl icken und doch — und doch —• --er empfand sie ja so deutlich, die Anwesenheit dieses Furchtbaren, Ungreifbaren, das ihn seit Jahren unablässig verfolgte, so bald er das von ihm gehaßte und verwünschte Schloß betrat. Das entsetzliche „etwas" war dicht hinter ihm und heftete sich geradezu an seine Fersen, er glaubte sogar kurze, erstickte, keuchende Atemzüge zu hören.
„Zum Teufel mit dem verwünschten Spukl" schrie er und feuerte den zweiten Lauf des Revolvers hinter sich ab, warf die Waffe aber dann weg, schwankte einige Schritte weiter und würde zu Boden gefallen sein, wenn ihn nicht plötzlich zwei starke Arme umfaßt und gestützt hätten.
„Um aller Heiligen willen, was ist denn geschehen, gnädiger Herr?" fragte Josef.
„Wer ist im Park? Wer verbirgt sich hier?" preßte Dunois mühsam hervor, während ihm die dicken Schweißtropfen über die Stirnr rannen. „Wer jagt hinter mir her?"
»Ich sehe weit und breit niemand, gnädiger Herr," erwiderte Josef. „Soll ich den Garten 'durchsuchen?"
Er wartete vergebens auf Antwort.
Nur ein gurgelndes Röcheln rang sich aus des Barons Kehle.
Dunois schien plötzlich zu einem kraftlosen Greise geworden zu sein. Er klammerte sich mit beiden Händen an den Arm seines Dieners und ließ sich, gebückt vorwärts schleichend, von dem kräftigen Menschen mehr tragen, als führen. Immer noch perlte der Schweiß über sein fahles, verstörtes Gesicht. Mehrmals versuchte er zu sprechen, aber die Zunge versagte ihm den Dienst und er vermochte nur unverständliche Laute hervorzustoßen. Seine Augen starrten mit gläsernem .Ausdruck in das Dunkel hinein. -i
Der russisch-japanische Krieg.
Ban der Flotte.
Wie dem „B. L. A." aus London gemeldet wird, scheint eS sich zu bestätigen, daß ein Teil der Flotte RofchestwenSkiS in der Gegend der Kamranh-Bucht verharrt, ein anderer, wohl der Leinere, bei der Insel Hainan liegt, denn zu derselben Zeit, wo den letzten Meldungen zufolge daS Geschwader von Kamranh auslief, wurden nach einer Depesche der „Morning Post" auS Schanghai russische Kriegsschiffe bei der Leongsoi-Bucht auf Hainan gesichtet. NebogatowS Flotte wurde zuletzt Donnerstag abend um 9 Uhr von einem englischem Dampfer 65 Meilen mit südlichem Kurse südlich von Penang gesehen. Die Schiffe unterhielten eifrige Signalverbindung mit einander und gebrauchten ihre Scheinwerfer fleißig. Die Anwesenheit n-sfischer Kohlenschiffe deutet aus Batavia als nächste Reisezil.1 dieses Geschwa ers. In Hongkong wurden der „Daily Mait" zufolge alle erdenklichen Vorsichtsmaßregeln gegen Neutralitätsbruch getroffen, besonders wurden auf
Marburg
Dienstag, 2. Mai 1905.
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
Sonntagsbeilager JUnstrirtes Sonntagsblatt.
der Stonecutter-Jnsa vier Geschütze aufgestellt und der Hafeneingang neu unterminiert. In der Meerenge von Singapore patrouillieren die englischen Kreuzer.Amphitrite", .Sutleh" und .Iphigenie".
Petersburg, 29. April. Auf der Ad- miralität erklärt man, Admiral Rofchest- wenSki werd» sich auf kein Gefecht einlassen, bevor er sich mitNebogatow vereinigt habe. Man erwartet übrigens stündlich die Nachricht über die Vereinigung beider Geschwader.
Bo« Srlegsschatchlatzr
liegen auch heute nur wenige Nachrichten vor, doch deuten sie auf eine größere Offenfivbewegung hin, die in der nächsten Zeit schon zu erwarten sein dürste.
Petersburg, 30. April. General Lene» witsch meldet dem Kaiser unter dem 29. April: Am 23. April griffen zwei russische Abteilungen in der Nähe der Stadt Tunkhufian den Feind gleichzeitig an, vertrieben ihn nacheinander auS fünf Stellungen und besetzten Tunkhufian.
Den .Times" wird aus Petersburg gemeldet, man erwarte, die russischen Operationen im Norden von Tieling würden die Einnahme von Tschangtufu zur Folge haben, daS zu halten, die Japaner augenscheinlich nicht geneigt find. Nach Mitteilungen der russischen Militärbehörde haben die japanischen Armeen ihre 18 Divisionen verdreifacht. Die Effektivstärke Oyamas beträgt 600000 Mann.
Nach Meldung auS Tokio find 3000 russische Truppen in Nordkorea eingedrungen. Die Russen beabsichtigen, über den Tumenfluß eine Brücke zu schlagen und nach Eintreffen von 5000 Mann auS Wladiwostok in südlicher Richtung vorzurücken. Dieser russische Vorstoß hat den Zweck, eine Vereinigung der japanischen Streitkräfte zu vereireln.
Okuma, der Führer der Fortschrittspartei im japanischen Reichstage, sagte in einer Ansprache an eine Versammlung deS Komitees zur Fürsorge für die Verwundeten, er schätze die Zahl der Verletzten und Erkrankten im gegenwärtigen Kriege auf 2* bis 300000, die der Gefallenen oder infolge von Krankheiten Gestorbenen auf 50 000. Er ermahnte daS Volk, auf eine weitere Fortsetzung de» Kriege» vorbereitet zu sein und sprach di» Hoffnung auS, daß die Fortsetzung deS Feldzuges die Stimmung der Nation nicht beeinträchtigen werde, und daß nichts den Entschluß des Volkes, den Krieg bis zu einem günstigen Abschluffe fortzusetzen, erschüttern werde. Er tadelte die japanische Diplomatie und gab der Meinung Ausdruck, daß die rechtzeitige Entfaltung diplomatischen Geschicks die Ankunft der Baltischen Flotte im Osten zu verhindern imstande gewesen wäre.
lichen Eindruck. Zu dem kleinen Hause gehörte ein zierlicher Garten mit schattigen Lauben, der durch eine unverschlossene Türe mit dem großen Garten einer in neuestem Stil erbauten Villa in Verbindung stand. Dieser war höchst elegant gehalten. Zwsschen den prächtigen alten Bäumen sah man Zelte, Grotten und einen in orientalischem Stil erbauten Kiosk. Auf dem ehemaligen jetzt verbreiterten und vertieften Mühlteich schaukelten sich buntverzierte Gondeln. Wäre daS gewaltige, hochaufragende Fabrikgebäude im Hintergründe nicht gewesen, so hätte man Wohl glauben können, die imposanten Anlagen eines att- ateligen Herrensitzes zu betreten.
Daneben nahm sich das schmucklose Häuschen gar bescheiden und anspruchslos aus. Walte» hätte es längst mit einer viel komfortableren Wohnung in der Fabrik vertauschen können, er hing jedoch so sehr an dem gemütlichen, kleinen Neste, daß er trotz allen Zuredens seines Bruders nicht davon lassen wollte.
Zu so später Abendstunde waren gewöhnlich nur noch die Fenster der Wohnstube erleuchtet, heute aber schimmerte es noch hell zwischen de« blühenden Zweigen der Fliederlaube hindurch. An einem sommerlich warmen, fast gewitter« sHvülen Frühlingsabend dehnte man den Aufenthalt im Freien wahrscheinlich so lange wir möglich aus.
Als der Direktor näher kam, bemerkte et daß jemand an der Gartentüre stand.. Gleich darauf wurde diese geöffnet und eine kleine, zierliche Mädchengestalt flog dem Heimkehrenden entgegen, der sie wie ein Püppchen empor hcch und herzlich auf beide Wangen küßte.
„Liefet, mein Liebling, Ihr habt auf mich gewartet. Wenn ich das gewußt hätte —* i
(Fortsetzung folgt.)'
Neueste Telegramme.
Berlin, 1. Mai. Di» Vereinfachung der Personentarife wird am 5. Mai in Berlin auf einer Konferenz preußischer und außerpreußischer Eisenbahnvertreter beraten. Minister v. Budd« beteiligt sich an diesen Verhandlungen. Die Verhandlungen über di» Herbeiführung einer BetrirbSmittelgemeinschast werden am 28. Mai in Berlin wieder ausgenommen«
Berlin, 29. April. Der BranddiTvktor in Hannover Maximilian Reichel ist zurr Branddirektor der Berliner Fauerwühr ev.ran«t worden.
Berlin, 30. April. De» »Berk. Aktw-nZr" ist in der Lage, mitzuteilen, baß sowohl die Nachricht über eine neue Erkrankum, tote über die Einreichung deS Abschiedsgesuches deS Staats- Ministers v. Budde erfunden ist. Der Minister ist vielmehr sehr erholt und stLsch von bsr Reise zurückgekehrt.
Berlin, 29. April. Der Direktor im ReichsschatzauÄr. Twele ist zum Unterstaatssekretär des ReichSschatzamteL ernannt worden, an Stelle des wegen Krankheit zurück getretenen Unterstaatssekretärs v. Fischer. Zum Nachfolger Twele'S wurde Geheim«: OberregierungSrat Kühn ernannt.
Wien, 30. April. Der Kaiser hat dem Professor Franz v. Defregger in München aus Anlaß seines 70. Geburtstages da» österreichisch- ungarische Ehrenzeichen für Kunst und Msieu- schaft verliehen.
Genf, 29. Avril. Der hier
Ehef der armenischen revolutionären erklärte, die armenischen Revolutionäre entschlossen, so zu handel' daß die Signatarmächte des Berliner Vertrages genötigt würden, bei der Türkei zu intervenieren.
Paris, 30. April. In Annecy halten gegenwärtig 70 protestantische Pfarrer eine Konferenz ab, um zur Frage der Trennung »su Kirche und Staat Stellung zu nehmen.
Parts, 80. April. König Eduard ist gestvrv Abend 91/, Uhr in Begleitung fc.net Adjutanten angekommen. Am Lyouer Bahnhof wurde er von den Vertretern des Präsidenten Loubet und des Ministers Delcassä sowie dem englischen Botschafter begrüßt und begab sich sofort nach dem Hotel Bristol.
Paris, 30. April. Dem auS Anlaß der 16. Weltkonferenz der christlichen Vereinigung junger Männer in der deutschen Botschaft veranstalteten Feste wohnten u. a. der Landgraf von Hessen, der Präsident der deutschen christlichen Vereins Graf Bernstorff, sowie mehrere hundert Vertreter dieser Vereine unö Delegierte bei.
Paris, 30. April. Der König von England stattete heute Nachmittag dem Präsidenten
Deutsche- Reich.
Berlin, 1. Mai.
— Are Majestäten berKaiser und bieRatferlM sowie die Prinzen unternahmen am Samstag doi Bari au» eine» größeren Ausflug im Automobil, Um 9 Uhr morgen» ging die kaiserliche Familie mit Gefolge an Land. Bet der Landungsstelle hatten geschmückte Rennboote de» hiesigen Ruderklubs Aufstellung aenommm, an Land bildeten Beretne um Fahnen Spalter, gewaltige Menschenmengen brachte» dem Kaiser und der Kaiserin auf dem ganzen Weg» Ovationen dar. Der Kaiser und die Rohem, Prinz Eitel Friedrich und einige Herren deS Gefolges fuhren im großen Tourenautomobil der Königin Margherita; die Prinzen Adalbert und OSkar sowie die Damen und die übrigen Herren de» Gefolges folgten in acht weiteren Kraftwagen. Der Ausflug führte bei prächtigem Wetter zunächst an der Küste entlang, dann durch die Städte Bitonto und Terlizzi nach Ruvo bi Puglia, wo unter Führung des Bischofs der Dom befichttgt wurde, der im zwölften Jahrhundert erbaut ist. Die Fahrt ging weiter durch üppige Gärten aus den Corato hinauf nach dem berühmten, 1240 erbaute» Falkenjagdschlosse Saftet bei Monte, welches die Her» schäften besichtigten, von wo sich bei schöner Beleuchtung eine herrliche Aussicht bot, und wo in einem Zelte daS Frühstück genommen wurde. Nachmittag» suhr man über Corato nach Trani, wo die Her» schäften unter Führung de» Erzbischofs, die au» dem zwölften Jahrhundert stammende Kathedrale besuchte«. Der Erzbischof legte eine Reihe von sehr interessanten Urkunden auS dem Mittelalter vor, von denen die älteste bis in die Longobardenzeit zum Jahre 845 zurückreichte Der Kaiser trug sich in das Gedenkbuch ein. Auf der ganzen Strecke hatten sich die Einwohner in ungezählten Scharen eingefunden und brachten ben Majestäten in südländischer Lebhaftigkeit wahrhaft enthusiastische Huldigungen dar, wobei sie jedoch allenthalben eine vorzügliche Haltung bewahrten. Die bei einer Automobilfahrt nötigen polizeilichen Anordnungen waren in musterhafter Weise getroffen. Sech» Automobile hatte die Firma Fiat-Turin zur Verfügung gestellt. Die Wagen von 24 HP zeigten hervorragende Ausstattung und boten vorzügliche Leistungen. Die Majestäten sprachen sich äußerst befriedigt über den Ausflug auS. Am Samstag Abend hatte die Stadt Bari wieder illuminiert und es wurde ein größeres Feuerwerk abgebrannt. Die Schein, Werfer des .Friedrich Karl" beleuchteten die Reihe stattlicher Gebäude am Hafen und daS alte Kastell, Biele Gondeln, mit Lampions behängt, erschienen vor der .Hohenzollern", in ihrer Mitte ein großer Prahm, der reich illuminiert und mit Rosenketten und deutschen Fahnen geziert war. Auf diesem hatten 40 Damen der Gesellschaft Platz genommen, dir aus Mandolinen und Harfe« eine Serenade darbrachten. Sie begannen mit der deutschen und der italienische« Hymne: es folgten da» .Ständchen" von Schubert und andere Musikstücke. Den Schluß machte wieder die deutsche Hymne. Der Kaiser und die Kaiserin standen auf Deck und dankten wiederholt aus da» freundlichste. Der Kaifer ließ von der Kapelle der .Hohenzollern" wiederholt die .Marcia Reale" spiele«, waS unendlichen Jubel zur Folge hatte. Der Kaiser hat auch hier in Bari zahlreiche Ordensauszeichnunaen verliehen. Gestern Sonntag vormittag hielt der Kaifer an Bord der .Hohenzollern" Gottesdienst ab, an dem die kaiserliche Famllie teilnahm. Die Majestäten bestchttgten sodann mit großem Jntereffe die von dem Marinemaler Stoewer während der Reise gemalten Aquarelle und Studien. Der Kaiser hörte ferner den Vortrag deS Gesandten v. Schön. Zur Frühstückstafel waren eine Anzahl Einladungen ergangen.
— Der Deutsche Anwaltverein Hai vor einigen Tagen unter dem Vorsitz des Geheimen Justizrats Erythropel in Leipzig für die am 18. und 14. September d. I. hier stattfin»
Jcsef geleitete ihn durch den Park, die Treppe hirrauf in das elegant ausgestattete Schlafzimmer und brachte ihn zu Bett, wo der Baron alS» j bald in einen totähnlichen Schlaf sank.
„Was hat's denn gegeben?" fragte Barbara, bii Haushälterin, als der Diener nochmals in» Freie trat.
„Pilbts!" erwiderte Josef kurz. „Der gnädige Here hat einen von Zeit zu Zeit wiedeüeh- renden Nervenanfall gehabt. Der ist nun vorüber. Legen Sie sich nur zur Ruhe."
„Aber Sie selbst, Josef?"
„Der gnädige Herr hat draußen etwas liegen gelassen, das muß ich holen."
„Es find doch aber zwei Schüsse gefallen?"
„Je nun, Herr von Dunois wird einen NcM- vogel aufs Korn genommen haben. Kümmern Sie sich nicht darum, Frau Barbara."
Kopfschüttelnd ging die Alte in da» Hintergebäude.
Josef schritt noch einmal den Weg ab, auf welchem er den Baron in so furchtbarer Erregung angetroffen hatte, hob den weggeworfenen Revolver auf und steckte ihn zu sich. D-r treue, starke Mann spähte überall aufmerksam umher, ob doch vielleicht etwas Verdächtiges zu entdecken sei, fand jedoch nichts weiter als eine große Eule, die mit ausgebreiteten Flügeln tot auf dem mondbefchienenen Teich zwischen Schilf und Wasserpflanzen hing.
2. Kapitel.
Hans Walter bewohnte fett langen Jahren ein einstöckiges Häuschen, welches er nicht verlassen wollte. Obgleich die Zimmer sehr einfach möbliert und in ftreng bürgerlichem Geschmack eingerichtet waren, machten sie dank ihrer grün umrankten Fenster und der bequemen, behaglichen .Einrichtung einen anheimelnden, gemüt
Schatten der Vergangenheit.
Roman von B. Eoronh.
(Fortsetzung.)
'Eitrige Verwünschungen murmelnd, beschleunigte der Schloßherr seine Schritte. Wie es ihm ,tr. den Schläfen hämmerte und hinter der Stirne tobte I Die Nerven, die Nerven! Sollte er sich etwa von ihnen beherrschen lassen? O nein! Seine Willenskraft mußte stärker fein, als diese krankhaften Anwandlungen.
Mit schwerem Flügelschlag stieg ein großer Vogel aus dem Walddickicht herüber und ließ sich krächzend auf einen Ast nieder.
Dunois zog den Revolver hervor, den er stets bei sich trug, und schoß. Ein ächzendes Klagegeschrei ansstoßend, flatterte die Eule dicht Über ihn hinweg nach rechts hin. Er wandte rasch den Kopf, um die Richtung zu verfolgen, in welcher das getroffene Tier niedersinken mußte, und prallte mtt entsetztem Aufschrei zurück.
In silberglänzender Helle lag der Teich vor ihm. Nur das von Weiden mit herabhängenden Zweigen, umstandene Ufer blieb im Halbdunkel vnd zwischen dem rauschenden, schwankenden Schilf bewegte sich ein etwas, das dem festen Boden zustrebte.
Der Baron wandte sich rasch ab und taumelte vorwärts.
, „Weg mit Dir, häßliches Trugbild der überreizten Phantasie l" murmelte er; aber die Beklemmung, die ihm den Atem benahm, ließ nicht ab von ihm; er meinte ein markerschütterndes, verzweiflungsvolles Hilfegeschrei zu vernehmen sind hatte das Gefiihl, als jage jemand hinter ihm her. Wenn er sich unwillkürlich Mtsah, sg
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