Einzelbild herunterladen
 

I; JS 101

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Sonntagsbeilage: Allustriri es Sonntagsblatt.

Vierteljährlicher Bezugspreis: bet der ExpÄntion 2 Mk, bet aüctt Postämtern 2,25 M. itjcL Bestellgeld).

ZnserttonSgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

Reklamen: die Zeile 25 Pfg.

Marburg

Sonntag. 80. April 1905.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck tmd Verlag: Joh. Aug. Koch, UniversttStS-Bnchdntckeret

Marburg, Markt 2L Telephon 55.

40. Jaürg. I

Zweites Blatt.

Einiges Wer Geflügelzucht.

Die Ende Mai hier in Marburg stattfindende Gefliigelausstellung rechtfertigt es wohl, mit einigen Worten auf den Wert dieses landwirt- schriftlichen Betriebszweiges für die Allgemein­heit und für den einzelnen Züchter einzugehen.

Wenn wir uns die Frage vorlegen, welche Rolle die Geflügelzucht im Wirtschaftsleben Deutschlands spielt, so ist die Antwort zunächst eine recht traurige. Während im Jahre 1894 der Wert der aus dem Auskmd nach Deutsch­land eingeführten Eier 68% Millionen Mark betrug, denen eine verschwindend kleine Ausfuhr 700 000 Mark gegenüberstand, belief sich -die Einfuhr schon 1898 auf 85 Millionen, die Ausfuhr nur noch auf % Million Mark. Und für 1902 berechnet die amtliche Stattstik die Ein­fuhr allein von Eiern auf 126 Millionen Mark; dazu kommen dann noch 24 Mill. Mark für Ge- .flügel. Also 1902 bezahlte Deutschland an daS Ausland 150 Millionen Mark für Geflügel und Gcflügrlerzeugnisse; und in den letzten Jahren ist dieser Tribut unzweifelhaft noch gestiegen und er wird mit der wachsenden Bolkszahl weiter steigen. Da drängt sich denn doch die Frage auf: Kann denn dieses Geld nicht ganz oder doch teiliveife in die Taschen der deutschen Geflügel- züchter, die dochdie nächsten dazu" sind, fließen? Und wenn das möglich ist, wer ist schuld daran, daß es noch nicht der Fall ist? Die Konsumen­ten doch kaum; denn was sollten die für einen Grund haben, lieber die Eier polnischer, südrussi­scher oder bulgarischer Hühner als die der deut­schen zu verspeisen! Dann also die Produzenten die deutschen Geflümlzüchter? Diese Frage muß doch wohl mit Jo beantwortet werden, ohne daß zunächst ein Vc.wurf darin enthalten sein soll.

Denn und damit kommen wir zum zwei- len Punkt: tvelchen Wert hat die Geflügelzucht für den einzelnen Züchter? denn es könnte ja an sich möglich sein, daß die Geflügelzucht un­ter den deutschen landwirtschaftlichen Verhält­nissen nichts einbringt. Nun ist aber dieser Vor­wurf niemals ernstlich erhoben worden; das ein­zige, was in diesem Zusammenhang vorgebracht worden ist, ist die Behauptung, unsere Geflügel­zucht könne mit der südrussischen, galizischen rc. nicht konkurrieren, weil das Geflügel dort bei der extensiven Landwirtschaft mehr Auslauf habe und daher tveniger Ernährungskosten verursache. 'Hier wird zunächst übersehen, daß doch auch bei uns wenigstens auf dem Lande der Aus­lauf nicht allzusehr beschränkt ist, und daß ande­rerseits die Futterkasten bei beschränktem Aus­lauf im Vergleich zum Erlös aus Geflügel und Eiern nicht zu große sind. Aber auch abgesehen davon lehrt ein Blick auf die Resultate der Ver­suche, die man in den letzten Jahren zur Hebung der Geflügelzucht in Deutschland gemacht hat, daß solche kleinmütigen Befürchtungen unbegrün­det sind.

Die zwei Wege, auf denen hier die deutschen Geflügelzuchtvereine mit vernünftiger Neber- legung irnd mit Erfolg vorwärts geschritten sind, heißen Organisation und rationelle Zuckst, Orga­nisation der Geflügelzüchter und rationelle Zucht des Geflügels.

lieber letztere zunächst ein paar Worte! Kreuzungen verschiedener Sdassen, dann weiter der Bastarde und so immer lveiter fort, das ist leider das Prinzip so vieler Geflügelzüchter. Huhn ist Huhn und Hahn ist Hahn, nun nur gepaart, dann haben wir wieder Hahn oder Huhn!" Der Vater inachts vor, der Sohn machts nach und so wirds Tradition. Und der Erfolg? na, der ist dann natürlich auch danach: min- derwertige und leistungsunfähige Tiere, die erstens viel zu tvenig legen, und zweitens einen minimalen Verkaufswert haben. Wie sollt's auch anders sein! Jede Sache erfordert ihre Auf­merksamkeit. Bei der Rindvieh-, Schaf-, Pferde- und Schweine-Zucht, überall wird auf reine Rasse unb frisches Blut gesehen, das weiß jeder Säugling; aber das Huhn ist ja nur so ein ganz kleines Tierchen, bei dem wirds wohl auch so gehen! Tut's nun mal doch nicht! Nur etwas Mühe, etwas Auftnerksamkeit, ein bischen Liebe zur Sache tut not und der Züchter wird sich reichlich belohnt finden. Also reine Rassen, denen ab und zu frisches Blut zugeführt wird: ratio- uellc Fütterung; Versehen' der Tiere mit Jahres- ringen, damit man nicht junge legefähigc Tiere schlachtet tmd die ausgedienten Tanten umsonst füttert: reine praktische Ställe: abgesondert von dem für das Geflügel schädlichen Großviehstall; dann frühe Brutzeit, damit im Herbst zur rechten Zeit Legehühner da sind und vor Mein genaues Aufzeichnen der Einnahmen und Ausgaben auf dies alles 'kann ja ein Zeitungsartikel, der doch vor allem zur Anregung dienen soll, nicht Henauer eingehen; über dies alles aufzuklären, Dnuß Sache der Geflügelzuchtvereine sein.

Und damit kommen wir zum letzten Punkts zur Organisation. Hier in Marburg besteht ja ein Geflügelzuchtverein; aber leider wie wird er unterstützt! Das wird in Marburg, daS von einem Kranz, blühender Dörfer umgeben ist, hoffentlich bald besser werden, denn gerade in den Dörfern wohnen doch die meisten Ge- fMgelzüchter. Da heißt es, alte Vorurteile über­winden und mutig das gute neue ergreifen. Vor einigen Jahren wurde hier der Versuch gemacht, eine Eierverkaufsgenossenschaft zu gründen und, obgleich sehr gute Absatzbedingungen bestanden, scheiterte der Versuch an der Gleichgiltigkeit der Eierproduzenten. Da sind vielleicht zwei Gegen­beispiele am Platze. In Dänemark wurde 1895 eine Eierexportgenossenschaft gegründet. Ihr Export stieg von 1895 bis 1897 nicht nur von 800 000 Kilogramm auf 1 600 000 Kilogramm auf das Jahr, sondern es konnte den einzelnen Mitgliedern, die 1895/6 für daS Kilogramm 67 Pfg. erhalten hatten, 1899 88,5 Pfg. gezahlt werden; und doch hat der Verein, der vor allem nach England exporttert, sich dort nicht nur neben der bisher herrschenden ftanzösischen Einfuhr festgesetzt, sondern diese in wenigen Jahren völlig verdrängt. Nun brauchen wir aber absolut nicht nach Dänemark, dessen glänzender Aufschwung sich bei uns aus verschiedenen Gründen nicht so leicht nachmachen läßt, oder nach Irland, das gleichfalls in den letzten Jahren durch Eierver­kaufsgenossenschaften einen großen Auftchwung seiner Geflügelzucht herbeigefichrt hat, zu gehen: sondern wir können in den Grenzen unseres Va­terlandes bleiben. Auch in Deutschland hat das Genossenschaftswesen im Geflügel- und Eier- handel schon eingesetzt. Neben in Ostpreußen, der Rheinprovinz, Schlesien besonders in Han­nover, wo 1899 bereits 34 Eierverkaufsgenossen- sc'aften bestanden.

Um zum Schlüsse zu kommen die Renta- bilität dieser Genossenschaften, die sich doch aus lauter kleinen Züchtern zusammensetzten, wider- legt völlig diejenigen, die die Geflügelzucht in Deutschland für unrentabel halten, und sie sollte diejenigen, die bisher gleichgiltia beiseite standen, aufstacheln, mittuorbeiten an der Arbeit jener Männer, die das Geld, das für viefHigel und Geflügelprodukte dem Ausland zufließt, für die Taschen der deutschen Geflügelzüchter zu gewin­nen suchen. Jeder er halte Geflügel in Stadt oder Land der mitarbeitet an der Hebung der deutschen Geflügelzucht, arbeitet nicht nur für die eigne Tasche, sondern ist Mehrer des deut­schen Nationalvermögens. C.

Marburg und Umgegend.

tRachdruck aller Originalartikel ist gemäß js 18 bei Urheberrecht- nur mit der deutlichen Quellenangabe »Oberheff. Zig.- gestattet.)

Marburg, 29. April.

* Nrlattb für Postbeamte. Staatssekretär Krätke hat eine neue Urlaubsordnung gegeben, welcher wir folgendes entnehmen: Nach den neuen Bestimmungen kann den etatsmäßig an­gestellten Beamten zur Erledigung persönlicher Angelegenheiten ein Urlaub bis zu 14 Tagen, den nicht etatsmäßig angestellten Beamten, Unterbeamten, Postagenten bis zu 10 Tagen gewährt werden unter Uebernahme der Stell­vertretungskosten auf die Postkasie. Ferner kann gewährt werden Kururlaub bis zu 6 Wochen und Erholungsurlaub in jedem Jahre: a) den Beamten bis zu 45 Jahren 14 Tage, über 45 bis zu 60 Jahren 3 Wochen und, wenn keine Stellvertretunqskosten entstehen, 3 bezw. 4 Wochen, den Beamten über 60 Jahre allgemein 4 Wochen, den nichtetatsmäßig angestellten Be­amten 10 und Gehilfen und Postagenten 7 Tage; Unterbeamten über 45 Jahre 14, den übrigen angestellten Unterbeamten 10 und den Postboten 7 Tage. Beamten, welche ihren Urlaub in der Zeit von November bis März nehmen, kann derselbe entsprechend verlängert werden.

§ Fürsorge-Erziehung. Ueber die Fürsorge- Erziehung in Preußen werden jetzt folgende statistische Angaben gemacht: Am 31. März 1903 waren untergebracht 8962 männliche und 1945 weibliche, zusammen 13 789 Zöglinge. Im Laufe de8 Rechnungsjahres kamen hinzu 4361 männliche und 2168 weibliche, zusammen 6529 Zöglinge, eS gingen ab 195 männliche, 83 weibliche, zusammen 278 Zöglinge, mithin waren vorhanden am 31. März 1904 13128 männliche und 6912 weibliche, zusammen 20040 Zöglinge. Von den letzteren waren evangelisch 8247 männliche und 4549 weibliche Zöglinge, katholisch 4834 männliche und 2337 weibliche Zöglinge, israelitisch 47 männliche und 26 weibliche Zöglinge. WaS die Unter­bringung der Zöglinge anbelangt, so ergibt die Statistik hier folgendes Bild. In Anstalten befanden sich 7225 männliche und 4053 weib­liche Zöglinge, in Familien 4604 männliche

und 2384 weibliche Zöglinge, entwichen und nicht wieder zurückgekehrt find 357 männliche und 102 weibliche Zöglinge. Im Gefängnis sind 152 männliche und 14 weibliche Zöglinge. Noch nicht endgültig untergebracht find 790 männliche und 359 weibliche Zöglinge. Zu den 20 040 Fürforgezöglingen kommen nun noch die aufgrund des Gesetzes vom 13. März 1878 über­wiesenen Jugendlichen, soweit sie noch in Fürsorge­erziehung find. Ihre Zahl beläuft sich auf 9430. Die ersteren verteilen fich auf die einzelnen Kommunalverbände wie folgt: Ostpreußen 1191, Westpreußen 802, Brandenburg (ohne Berlin) 1987, Berlin 1625, Pommern 874, Posen 950, Schlesien 2996, Sachsen 1396, SchleSwig-Hol- stein'scherProvinzialverband 708, Lauenburgischer KreiSkowmunalverband 14, Hannover 1384, Westfalen 1949, Bezirksverband Cassel 596, Bezirksverband Wiesbaden 546, Rhein­provinz 4014 und Hohenzollern 8. Im Be- zirksverband Cassel waren mit Einschluß der Zwangkzöglinge und der in früheren Jahren überwiesenen Fürsorgezöglinge am 1. April 1904 untergebracht 925 und zwar in Anstalten 339, in Familien, Dienst und Lehre 586. Der Bezirk steht bezüglich der Unterbringung in Familie« mit an erster Stelle. Eine bei sechs in dem Bezirk bestehenden Anstalten veran­staltete Untersuchung ergab, daß von den dort untergebrachten 184 schulpflichtigen Fürsorge­zöglingen 19 geistig minderwertig find. Au» dem Regierungsbezirk Wiesbaden sind vom 1. April 1901 bis 31. März 1904 im Ganzen 554 Zöglinge der Fürsorgeerziehung überwiesen. Dieselben verteilen fich auf die einzelnen Kreise wie folgt: Dill 12, Oberwesterwald 8, Wester­burg 8, Unterwesterwald 5, Oberlahn 9, Lim­burg 15, Unterlahn 21, St. Goarshausen 9, Rheingau 14, Landkreis Wiesbaden 54, Untertaunus 4, Usingen 7, Obertaunus 17, Höchst 15, Landkreis Frankfurt a. M. 12, Stadtkreis Wiesbaden 67, Stadtkreis Frank- furt a. M. 277. Auffällig ist bei dieser Statistik, daß der Kreis Biedenkopf nicht einen einzigen minderjährigen Fürsorgezögling aufweist. Die Gesamtkosten der Fürsoraeerziehung stieg in Preußen von 22964,98 Mk. im Jahre 1901 auf 5 089 683,30 Mk. im Jahre 1903. Hiervon brachte der Bezirksverband Caffel im Jahre 1901 52 569,63 Mk. und 1903 bereit« 133345,63 Mark auf. Beim Bezirksverband Wiesbaden stiegen die Ausgaben von 77 738,88 Mk. im Jahre 1901 auf 154335,75 Mk. in 1903. Di- Statistik enthält dann noch ausführliche Berichte über die familiären Berhältniffe der einzelnen Zöglinge ufw. Jedenfalls sieht man, wie die Einführung des FürsorgegefetzeS eine notwendige Erscheinung im Staatsleben bildet.

* Warnungr« an junge Mädchen, die im Ausland, speziell in England, Stellung suchen, werden von sechs Londoner Vereinen erlassen, die dem deutschen Nationalkomitee zur Be­kämpfung des Mädchenhandels folgende Ver­öffentlichung übermittelter Auf keinen Fall sollte ein junges Mädchen auf gut Glück nach London kommen, um Beschäftigung zu finden. Falls es aber eine Stellung bereit» im vorau» erlangt haben sollte» darf keineswegs versäumt werden, sestzustellen, ob diese passend, und das junge Mädchen auch durchaus fähig und willig zum Arbeiten ist und genügend Geld hat, um während einiger Wochen in eiaem der empfohlenen Heime bleiben und die Rückreise nach der Heimat bezahlen zu können. Die Straßen unserer Hauptstadt (London) legen ein beredte« Zeugnis von dem Elend ab, in da« so oft junge Mädchen hier auf der Suche nach Arbeit geraten. E« sind augenblicklich viele deutsche junge Mädchen hier in London, denen eS trotz der größten Be­mühungen nicht gelingen will, irgend welche Beschäftigung zu erlangen. Von Stellenver- mittelungSbureauS werden oft verlockende Ange­bote bekannt gegeben, die sich aber bei näherer Besichtigung als etwa« ganz anderes Heraus­stellen, als sie auf den ersten Blick erschienen. Falls eS sich um Angebote einer solchen Agentur oder, wie das so oft geschieht, um Offerten einer auf Reisen kennen gelernten Dame handelt, raten wir äußerst dringend, vor der Annahme eines Engagements an den Sekretär der Gesell­schaft zur Bekämpfung de« Mädchenhandels, Major a. D. Wagner, Berlin W., Lützowplatz 14, zu schreiben und ihn unter Henauer Angabe der betreffenden Einzelheiten, wie Adresse rc., zu bitten, genaue Erkundigungen einzuziehen. Es entstehen hieraus keinerlei Unkosten, weder für eine Stellung nach England noch sonst wohin.

Hessen-Nassau und Nachbargebirte.

Steinfurth b. Bad Nauheim, 25. April. dürfte in wetteren Kreisen kaum bekannt fein« welchen Umfang die hiesige Rosenzucht angenomt men hat. Sie ist hier zu einem allgemeinen Er4 werbszweig geworden, vom Gutspächter bi» zuh kleinsten Landwirt pflanzt alle« Rosen. Ei» weiterer Aufschwung steht nun für die Rosenzuchß bevor durch die vor kurzem gegründete Rosen-« züchter-Genossenschaft, welcher 130 Mitgliedes angehören. Die Genossenschaft hat das Freiherr« sich von Löw'sche Gut zu 40 Mark pro Morgei» gepachtet, um es mit Rosen zu bepflanzen. Dal Gelände umfaßt ca. 800 Morgen; die seitheriges Pächter zahlten nur 22 Mark pro Morgen. Di^ Rosenzucht wurde hier in den 70er Jahren von« Gutspächter Schultheis eingefuhrt. Tie Rosen« Plantagen sind von Jahr zu Jahr vergrößert worden und sind jetzt ca. 1000 Morgen Landet in Verwendung. Der Versandt erfolgt größten« teils nach Nord-Deutschland, England, Rußlands Schweden, Paris usw. Gegenwärtig regen sich hunderte fleißiger Hände, um die Stämmchen ztz verpflanzen und zu beschneiden. (Gieß. Anz.) i

Bo» der Saalburg, 27. Avril. An dem Wi^ deraufbau des alten Römerkastells wird gegen< wärtig eifrig gearbeitet. In diesem Jahre wirt das an der Porto Decumana gelegen« römisch« MagazinHorreum" aufgerichtet. Bis zum Kaisermanöver soll es im Rohbau vollendet sein? her Kaiser selbst wird während des Manövers das Kastell besichtigen. Das Horreum soll zur Aufnahme des Saalburg-Museum dienen, M sich zur Zeit in Homburg befindet. Nachdem jetzt drei Tore vollständig wieder hergestellt sind, Hal man dieser Tage mit der Errichtung de» Nordtors, Porta Prätoria genannt, begonnen. Der Aufbau der Unüvallung und UmfassungS- mauer ist jetzt bis auf den Teil zwischen Ost- und Nordtor, Porta Dextra und Porta Prätoria, ge­diehen. Die Ausgrabungen tverden außerhalb .. des Kastells dicht an der Straße Hombura-Wehr- heim fortgesetzt. Allgemeines Interesse der! Touristen erregt ein wieder vollständig aufge- bauter römischer Backofen an genannter Straße.

(Wiesb. Tagebl.) c-.....- -"!!.. --------

Vermischtes.

Dir Walpnrgisseier auf dem Brocken im Harz findet in diesem Jahre nicht statt. Es liegt seit dem Osterfeste wieder viel Schnee dort oben, stellenweise ist er mehr als 1 Meter hoch. Die Hexlein werden diesmal in der Nacht zum 1. Mai ziemlich ungeniert auf Besenstielen durch die Lüfte reiten können.

Auch rin Beitrag zur Schillerfeier überschreibt dieNeckarzeitung" eine Korrespondenz aus Murrhardt. Dort brachte kürzlich im Gemeinde­rat der Vorsitzende die Schillerfeier zur Sprache. Da erklärte ein Hauptredner des Rathauses, ein Metzger und Mrt, wörtlich:Was, Wege so ma Dichter? A Mensch rechts im Arm und a Mensch links im Arm und vor sich a Flasch Wein, so hau! dia dicht't. Dös isch koi Kunst." Die Koste» wurden trotzdem genehmigt.

Revision des Trauungsrituals,"an schreibt einem Berl. Blatt aus Kopenhagen: Ein Frauen­verein zu Aalborg in Jütland nahm in seiner letzten Sitzung eine grih bliche Revision des zue Zeit gebräuchlichen Rituales für (kirchliche) Trau­ungen vor. Es traten da gar mannigfache Wünsche an den Tag. Allgemeinen und starken Anstoß nahm die Versammlung an dem Passus: Ihr Frauen, seid untertan Eueren Männern!" Von einerUntertänigkeit" der Frau könne nie­mals die Rede sein darüber einigten sich die Damen augenblicklich; schwieriger zeigte es sich, für diese Streichung im Ritual einen Ersatz z» finden. Schließlich aber schien die Mehrheit dec Anwesenden einem Vorschläge zuzustimmen, dec darauf hinausging, allenfalls aber auch al« Maximum! einEntgegenkommen" anzu- bieten.

Kußdiät. Es gibt auch Frauen, V. ihrem eigenen Ehemann die Zähne zeigen, wenn fie einem als Uebermaß empfundenen Quan' m von Küssen ausgesetzt werden. Ein solcher Fall hat sich vor dem Dorkviller Polizeigericht in der Stadt Newhork der Oeffertlichkeit präsentiert. Dev italienische Barbier Romano wurde r sichtlicher- weile in einem äußerst dürftigen Nach,gewand, naß wie eine Katze, von einem Polizisten auf dec Straße angetroffen und zur Wache transportiert. Dort erklärte er weinend, seine liebe Frau Isa­bella habe ihn ans dem Bette geholt, ihm einen ganzen Eimer Eiswasier über den Leib gegossen! und ihn auf die Straße gestoßen. Diese haar- sträubende Geschichte wurde von der hübschen und> jungen Gattin Romanos am andern Morgen von dem Richter in der Tat bestätigt.Vor einem Jahre," erzählte sie,heiratete ich meinen Les. aus Liebe, aber er hat mir die Ehe durch seine ewige Kußwut z^r wahren Höllenqual gemacht. Unausgesetzt wollte er mich küssen: Morgen? küs­sen, tagsüber küssen dazu lief er extra von, seinem Geschäft zu mir in die Wohnung hinauf!: