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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

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Sonntagsb-tlage: JUustrirtes Sonntagsblatt.

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Vierteljährlicher Bezugspreis, vei ocr Exprditio« 2 Mk, bei allen Postämtern 2,25 Mk. <cxcl. Bestellgeld).

Jnscrtionsgcbühr: die gespaltene Zeile oder oeren Raum 10 Pfg. Reclamen: die Zeile S5 Psg.

WMMraliUMiicm

Marburg

Mittwoch, 26. April 1905.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag- Joh. Aug. Koch, UmversitätS-Buchdruckerck 40. 3Ärll« Marburg, Markt 21. Telephon 55.

biss m Jahre für die quantitativ größere Roh- stoffwenge nur 13,4 Mill. Pfd. gezahlt wurden. An der Steigerung der Ausfuhr hat den Löwen­anteil die Textilindustrie. Von dem Mehr im Betrage oon 3 819 000 Pfd. kamen auf sie allein 1500 000 Pfd., also annähernd die Halste der Gefarnlsteigerung. Die Wallme?.usaktuc erzielte in der Ausfuhr ein Mehr von 660000 Pfd., die Eisen- und Stahlwarenfabrik-ftisa 400000, die Maschinenindustrie 500000 Pkd.; dagegen ging die Kohlenausfuhr um 300 000 Pfd. zurück. DaS erste Vierteljahr des englischen Außen­handels im laufenden Kalenderjahr ist sonach äußerst günstig verlaufen. DaS Mehr in der Einfuhr beträgt gegen die Monate Januar- März deS Vorjahres 677 400 Pfd., die Steigerung der Ausfuhr nahezu 6100 000 Pfund, also da» Neunfache des Betrages, um den die Einfuhr in demselben Zeiträume gestiegen ist. Der englischen Ausfuhrindustrie stellt dieses Ergebnis ein so günstiges Zeugnis aus, daß man ange- stchts dieser Entwicklung schließlich auch in England dahin kommen wird, den Behauptungen der Chamberlainisten, die unter Hinweis auf den wachsenden Wettbewerb des Auslandes, be­sonders deS Deutschen Reiches urb der Ver­einigten Staaten, der englischen Exportindustrie bereits den völligen Untergang prophezeit haben, nicht ohne weiteres Glauben zu schenken.

Ausland.

Die Entwicklung des englischen Außenhandels im März d. I. ist bereits in den Hauptzahlen bekannt; die Ein­fuhr beziffert sich auf 48983000 Pfd. gegen 48692 000 Pfd. im Mär; 1904, die Ausfuhr duf 28 071000 Pfd. gegen 24 252 000 Pfd. im MSrrdes Vorjahres. Im einzelnen ergibt sich, daß die Steigerung der Importe im wesent- 1 tm-rr- m-.etne Werte nach um zirka 1.Wtll,on Psd. vermehrte Wolleinfuhr herbei- qesührr wurde, der andererseits ein Rückgang der Baumwollbezüge um 500 000 Vrd. g-gen- überstand, Wobei aber zu beachten ist, daß es si ch bl diesem Falle lediglich um einen Prei?- rückaang handelt. Tatsächlich war in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres di; Baum- ^olleinfuhr mit ca. 5340000 engl. Pfd. gegen » gleichlaufend- vorjährige um 668 000 Pfd. jrößer; der Wert der letzteren Einfuhr belief ßch auf 16 Millionen Pfd. Sterl., während in

I Marburg und Umgegend.

I lAchdruck aller Originalartikel ist gemäß § 18 de» I Urheberrechts nur mit der deutlichen Quellenangabe IOberhesi. Zlg." gestattet.)

| Marburg. 25. April.

! * Die Förderung de» Mädchenturnens sucht

I der Kultusminister durch einen Erlaß an die Kgl. I Regierungen anzuregen. Es wird darin lobend I hervorgehoben, daß eine Anzahl von Städten I auch für die Volksschülerinnen Turnunterrich I emgeführt habe». Es ist anzustreben, daß in den I Städten und stadtähnliche.! Ortschaften von I letzteren kommen namentlich solche mit vorwie- I S?ud industrieller Beschäftigung der Bewohner in I Frage auch in den Volksschulen und, soweit dies nicht bereits geschieht, den Mittelschulen und I ötvar auf der Mittel- und der Oberstufe, in I wöchentlich zwei oder vier halben Stunden der- I kindlicher Turnunterricht erteilt wird. Wün- I schcnswert ist, daß auch auf der Unterstufe Turn- I Mkle und Vorübungen stattfinden. Daneben ist I tunlichst auch außerhalb der Schulstunden An- I "gung mid Gelegenheit zur Teilnahme an Ju- I gendspielen im Freien zu geben. Da zur soforti- I 0en Durchführung einer bezüglichen Anordnung I m bielen Städten die notwendigen Vorbeding- I «»gen mehr oder weniger noch fehlen, so ist zur I Erreichung bezeichneten Zieles nach Maßgabe I der örtlichen Verhältnisse allmählich vorzugehen. I Hwrbei wird eS sich in einigen Bezirken besonders I auch darum handeln, in größerem Umfange als I bisher an den städtischen Mädchen-Volksschulen I Lehrerrnnenstellen einzurichten und mit solchen I Lehrerinnen zu besetzen, die auch für den Turn- I unterricht befähigt sind. Ob und wieweit dieser I Unterricht in der Uebergangszeit auch geeigneten

Lehrern übertragen werden kann, bleibt dem I pflichtmäßigen Ermessen der Schulaufsichtsbe­hörde überlassen. Der Minister verweist noch eindringlich auf die Schäden hin. die das Tragen des Schnürleibs dem jugendlichen weiblichen Or- ganlsmus bringt. Das Tragen etnschnürendec Kleidung beim Turnen ist daher nicht zu dulden.

I * Grundsätze für die Berleihnng des Goldenen Kreuzes i.tt Dienstboten, lieber die Voraussetzun­gen für eine Verleihung des Goldenen Kreuzes rc. an langjährig gediente weibliche Dinestboten sind von der Königin neue Grundsätze bestimmt wor­den, die der Kabinettssekretär Dr. v. Behr-Pin- now bei t Minister des Innern bekannt gegeben bat. Danach könne die Auszeichnung nur bet« hebet werden, wenn der Betreffende die preu- bische Staats« oder elsaß-lothringische Landes« angehortgkeit besitzt, während 40 Jahren ununter­brochene, tadellose Dienstzeit in derselben Familie oder auf derselben Dienststelle zuaebracht hat und jtch in ein.germaßen gesicherten Lebensverhält- mssen beflndet. I» Fällen, wo das 40jährige Dienstverhältnis auch nur kurze Zeit, ohne Ver­schulden des Dienstboten, unterbrochen worden

2v,r" "'cht das Kreuz, sondern ein geistliches Buchender eine Brosche gegeben. Die Aufnahme des ^leintboten in die häusliche Gemeinschaft ist nicht unbedingtes Erfordernis, das Kreuz kann auch z. B. an Taglöhnerfraiien gegeben werden, wenn sie wirklich 40 Jahre hindurch regelmäßig 111 J>er Landwirtschaft mitgearbeitet baden oder z. B. an eine Portiersra.,. die die Zeit hindurch regelmanlg Dlenslboiendienste, wie .<5ausrei- mgung,, ui demselben Hanse geleistet ha! 'Immer aber nmssen die Dienste Hans- oder landwirtschaft« 'd.Notur fern; in industriellen Betrieben Be- schaftmte erhalten die Brosche für Fabrikarbei- tcrinnen. Personen, die nach dem Ausscheiden

Zweites Blatt.

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Der Einfluß des russisch-japanischen Krieges auf Hande- und Jndusttie. war, wie dieDeutsche VolkÄvirtschaftliche Korre« spondenr" nachweisen will, durchaus nicht ein so schädigender, als vielfach erwartet worden ist. Der Krieg währt jetzt, wird ausgeführt, fast fünfzehn Monate hindurch. Alle jene zahlreichen Propheten, welche die Unmöglichkeit langdauern­der Kriege lehrten, sind mit ihren Ansichten und Berechnungen gründlich geschlaaen, ebenso aber auch die großen Geldgeber, welche noch unmittel­bar vor Ausbruch der Feindseligkeiten die Mög- lichkeit eines Krieges bestritten von ihrem Stand« punkt aus, der lautete:Rußland hat kein Geld, Japan hat kein Geld, und wir geben kein Geld", eine Auffassung, die sich als falsch und die eigene Macht stark überschätzend erwies. Als Kuropatkin zum Kriegsschauplatz abaina. glaubte er, die Dauer deS Kriegs auf achtzehn Monat« schätzen zu können. Das schien abnorm, aber man machte sich auf eine annähernd so lange Zeit ge- faßt, und es wurden Stimmen laut, welche davon eine unübersehbare Schädigung von Handel und Industrie der Neutralen erwarteten und zu einem gemeinsamen Vorgehen der Staaten behufs bal- drger Herstellung des Friedens aufforderten. Solche Aufforderungen erfolgen noch von Zeit zu Zett, obwohl sich ihre Zwecklosigkeit längst er- wiesen hat, aber die großen Befürchtungen sind nicht e,ngetroffen. Was zunächst den Handel betrifft, so ist er nach Rußland, mit Ausnahme der Küst« OstasienS, frei von jeder Belästigung geblieben. Der Handel nach der Ostküste Ruß­lands war schr gering und befand sich noch dazu zum großen Teil in russischen Händen. Der Ex­port und Import nach Rußland zusammen hat eftvas abgenommen, aber durchaus nicht in einer Weise, die zu Beängstigungen Veranlassung geben kann. Japans Seehandel mit den Neutralen hat zugenommen im KriegSjahr. Es ist also eine Schädigung des Handels kaum oder in sehr ge­ringem Maße zu verzeichnen. Die mit Kontre- bande beladenen und fortgenommenen Schiffe ge­boren natürlich in diesen Rahmen nickt hinein; sie treiben abnormen Handel und macken, wenn sie Glück haben, auch abnorm gute Geschäfte. Und die Industrie? Zweifellos wird sie durch den Krieg in manchen Teilen geschädigt, empfindlich sogar, denn die Kauffreudigkeit für viele Dinge läßt in solchen Zeitläufen stark nack. Allein da­für erfordert der Krieg wieder andere Dinge, welche in diesem Falle die beiden kriegführenden Staaten größtenteils von den Neutralen beziehen müssen und es auch tun. Man darf dabei keines­wegs nur an Waffen denken, auch die Beklei- dungs-, die Leder-, die Lebensmittelindustrie macht recht gute Geschäfte seit dem Kriege. Man kann kurz zusammenfasseild sagen: Wenn auch die Kriegszeit eine angenehme Situation nicht heraufbeschworen hat, so sind die Schädigungen, die sie dem Handel und der Industrie zugefügt, rächt derartige, daß sie im allgemeinen als un­erträgliche angesehen werden könnten. Und dazu kommen die Anleihen. Beide kriegführenden Staaten haben sie bei den ihnen sympathischen Neutralen gemacht. Die Geldgeber haben die Bedingungen in der Hand gehabt, und ihre Schuld allein ist es, wenn sie sich nicht gehörig vorgesehen und dafür gesorgt haben, daß sie durch den Krieg gute und nicht schlechte Geschäfte ge­macht haben. Der lange Krieg greift sonach durchaus nicht so ungünstig in He wirtschaftlichen Verhältnisse der Neutralen ein, daß darauf ge­drängt werden muß, der Situation ein Ende zu machen, das heißt: He Friedenspalme mit ge- I bärigem Hintergrund der Waffen energifch zu | schwingen." I

Vermischtes.

Koblenz, 18. April. (Ein gefährlicher Don Juan.) Aus die Anzeige einer betrogenen Witwe hin verhaftete die Kriminalpolizei am Freitag Abend einen mit dem Kölner Schnellzug hier eintreffenden Mann. Ein Kuß, den He Arau dem Manne gab, sollte da? Erkennungs­zeichen fein. Der Verhaftete hat in Bonn, Köln, Frankfurt, Dortmund, Düsseldorf und hier mit mehreren jungen und alten Damen sich verlobt uird raubte ihnen unter dem Versprechen, sie zu heiraten, ihr Geld und ihre Ehre. Er gab sich für einen Lokomotivführeraus und nannte sich Freund aus Elberfeld, auch Alex Müller und Wttdenbrücher aus Barmen. Der letztere Name war als der richtige von derPolizei angenommen. Seine Frau soll int Irrenhaus und seine Kinder in Hamburg fein.

Die spanischen Schatzschwindler operieren, unglaublich aber tvahr, noch immer mit Erfolg, Kotz aller Warnungen. Soeben sind wieder zwei unserer Landsleute bei ihrer Ankunft in Madrid bon der Polizei einstweilen festgehalteu worden, um sie vor dem Verlust ihres Geldes zu bewah­ren. Sie wollten bare 4000 Mark gegen einen natürlich wertlosen Scheck von 18 000' Pesetas, der in irgend einem Koffer stecken sollte, um­tauschen!

Die Martyrien der Mode. Es ist allen Ernstes von modernen Psychologen die Ansicht ausgespro­chen worden, daß die demMenschen innewohnende Lust an Selbstpeinigung und Askese sich in un­serer modernen Zeit in den feltfamen Formen des Sports und der Mode entlade. Während der Wilde sich harte Kasteiungen und Qualen zu gewissen : feiten auferlegt, der Mensch des Mittel­alters in Torturen und Geißelungen, in Hungerit und Entbehrung seinem Triebe nach dem Quälen des eigenen Fleisches genügte, suche der Mann unserer Zeit durch beschwerliche Bergbesteigungeu, durch allerlei Muhen und Anstrengungen des Sports sich selbst zu peinigen; der Frau aber sei jetzt das weite Feld der Mode eingeräumt, auf dem sie zur Genüge alle ihre Sünden abbüßen könne und unerhörte Leiden und Martern aus- ,

bet öffentlichen Armenpflege zur Last fallen, sind ausgeschlossen. Es wird aber Sache der betreffen­den. Dienstherrschaften sein, die aus den lang- jährigen Diensten ihren Vorteil gehabt haben, zu erklären, daß sie äußere Not von ihren treuen Dienstboten abhalten werden. Ein Geldgeschenk kann indes in Fällen, wo die Anrufung der öffent- l'.chen Armenpflege zu befürchten steht, gewährt werden.

* Dir Störche sind jetzt in großen Zügen ein- getroffen , nachdem die Vorboten bereits in der vorigen Woche angekommen waren und von ihren heimatlichen, Nestern Besitz genommen hatten, jsm allgemeinen ist He Ankunft der Zugvögel in diesem Jahre verspätet erfolgt. So sind auf der Beobachtungsstation auf Helgoland erst bis @nt>e März die Hauptüge der Stare, Lerchen und anderer Zugvögel beobachtet worden, wäh­rend kleinere Gruppen der gefieberten Sänger schon Anfang vorigen Monats das Felseneiland der Nordsee erreichten und sich dort niederlietzen. Auch aus den Gebirgsgegenden wird das unge­wöhnlich starke Erscheinen der Singvögel ge- melbet. Bachstelzen, welche in der Regel Anfang bis Mite März zurückkehren, sind im Riesen­gebirge, Harz und Alpen erst in den Tagen vom 5. bis 10. April eingetroffert. Diese auffällige Erscheinung fft zweifellos auf He anhaltend kühle Witterung der Monate März und April zurück- zuführen.

* Giftige Frühlingsblumen. Unter den Blu­men, mit denen uns der Frühling beschenkt, er­scheint auch jetzt die Waldanemone ober das Buschwindröschen an Busch- und ©artenränbern, sowie in unseren Gehölzen. Als eine bet ersten Blumen verlockt sie die Kinder zum Pflücken und Kränzewinden. Sie sind jedoch darauf aufmerk­sam zu machen, daß Heses Blümchen zu den gif­tige» gehört. Auf der Haut erzeugt der Saft, der das giftige Anmtonin birgt. Blasen und Ge­schwüre, genoffen kann er im Magen und Darm­kanal Entzündungen herbeiführen. Am besten ist es immer, sich an den Blumen zu freuen und sie ruhig blühen zu lassen, damit die anderen Leute auch eftvas davon haben.

* LilrrakischrS. Die Rr. 8 de»Heffenland* hat folgenden Inhalt:Märzmorgen*, Gedicht von Sascha Elsa.Ich geh' am Waldessaum*, Gedicht von Auguste Wiederhold.Ostern*, Gedicht von Meta Artzt.Die Abschaffung der AbendmahlSröhrchen in Kassel* von Profeffor D. Friedrich Wiegand.Die Landgrafen von Heffen-Homburg von 16221866" (Schluß) von Ottilie Weber-Thudichum.Der Maler Heinrich Faust* (Skizze) von Friedrich Reul. Neue Briefe der Brüder Grimm" von Dr. Wilh. Schoof.Margritt und der Templer*, Er­zählung (Fortsetzung) von Theodor Metz. Au- Heimat und Fremde.

stehen müsse. Wirklich liegt kaum eine genügende psychologische Begründung in der natürliche» weiblichen Eitelkeit, um das Ertragen all der Unbegnemlichkeiten zu erklären, denen sich die Modedame willig unterwirft. Auch die neueste Mode ruft wieder solche Betrachtungen hervor, da das Schreckensgespenst der Krinoline sich her-. vorwagt und auch sonst eine ganze Schar kleiner und großer Plagegeister in bett tnobernsten Toi­letten lauert. Da die Taille beute sehr fest an- Itegen muß, so ist ein Verwenden von Fischbein und Stahlstangen durchaus notwendig und eine starke Einschnürung, ein empfindlicher Druck ist dabei nicht zu vermeiden, der Rock muß um die Hüften wie ein Handschuh glatt und prall an­liegen, daher geht das Korsett sehr weit herunter und umschließt wie ein Panzer die Gestalt. Nach unten zu aber fällt der moderne Rock dann in Flut von Falten und Spitzen auseinander und eine lange Schleppe schleift den Boden, rafft Schmutz und Bazillen auf und behindert der Gang. Auch die Aermel mit den weit sich atts« breitenden Chiffon- und Spitzengehängen tragen nichts zur Annehmlichkeit bei. Sie haben eint verhängnisvolle Neigung, in Suppen und Saucen einzutauchen, fühlen sich zu Gläsern und Kannen hingezogen, die sie dann umwerfen und zerbrechen' kurz, je stärker sie sich baufcken, je eleganter sie flattern und die Ml. de l.siehlt ihnen das, desto größeres Unheil stiftcn sie und hemmen jede freie Bewegung. Ebenso hat derSchäferhut", der un§ dieses Jahr wieder beschert werden wird, seine geheimen Tücken und Gefährlichkeiten, die man einem so niedlichen Ding gar nicht zutrauen würde. Die große Krempe, die der Wind schmerzhaft in das Gesicht schlägt, kann eine Dame in eine gelinde Ver­zweiflung versetzen. Die neuen Hüte aber sind jetzt vielfach auch so anfgeschagen, baß sie das Ge­sicht freilassen. Damit ist man zivar vor den Tücken des Windes etwas geschützt, aber dafür den brennenden Strahlen der Sonne ausgesetzt, die gerade einsallen, die Augen blenden und den Teint zerstören. Auch die Form, in der der Hut getragen wird, hat sich geändert. Man setzt ihn nicht mehr auf den Kopf, sondern verschiebt ihn so, bah er über bet linken Augenbraue etwas balanciert. Da eine gewöhnliche Haarfristrr aber bann ben Hut nicht halten kann, weil er nirgenbs 3« befestigen geht, ist man auf den Gedanken ge­kommen, den Zwischenraum zwischen Hut und Haar durch eine Tour falschen Haares auszu­füllen. Jede Dame, die ihrenSchäferbut" in wirklich einwandsfreier Form tragen will, wird also gelungen fein, sich auch noch mit einer Roß- baarcoiffüre zu belasten. Der farbige Schleier, mit Chenillepunkten übersät, läßt für ihre Augei, einen höchst unangenehmen Eindruck zurück, uni He weit herabreichenden Panniers geben ihren Schritt etwas Unsicheres und Mühsames. Be denken wir nun noch, daß die Damen keim Taschen in ihrerToiletle haben und nur durch Ver­renkungen zu irgend einem in ihrem Unterkleid aufbewahrtenGegenstand gelangen können, daß fit mit tausend Dingen behängt sind, die sie hindern und hemmen, nicht nur mit Garnierungen und Spitzen, sondern auch mit Schmuckfachen, kleine» Täschchen und sonstigen Bijouterien, so können mir die armen geplagten Wesen nur bedauern die um ihrer Schönheit willen so viel leider müssen.

Deutsch ist deutlich. Kamen da jüngst in dar einzige Gasthaus eines Weilers im Murgtal zwei Herren und verlangten Bouillon. Die Frau, welche keine Ahnung von der Beschaffenheit diese? Göttertrankes batte, stürzte in den Keller, wo ihr Mann beschäftigt war, und erzählte ihm n, aller Hast das Verlangen ihrer Gäste. Dieser, ebenso verdutzt, gab zur Antwort:Sagscht bene Herre äbbe einfach, mer heust uet ang'stoche!* Zwei dazukommende Rabfahrer, die als praktische Touristen einige Maggi-Kapseln in der Tasche hatten, ließen sie nur kochendes Wasser bringen und bereiteten im Handumdrehen aus 3 Kapseln 6 Tassen Bouillon. Als die Wirtsleute gekostet hatten, wandelte fick ihr Erstaunen in schlaues Lächeln:Ha? Sell heiße mir halt Fleischbriih!^

Die Kinder gedeihen H Hervorragend vorzüglich dsdei bei

leiden nicht

äh A ^L^6®^^^U)armkatarrii, Diarrhoe

Störung.. etc. .

(5 (ranz Josef ]

BITTERQUELLE I

Mi von ärztlichen Autoritäten seit I f Jahrzehnten als das qehaltreichsttu 1 I tgj sicherste natürliche Abführmittel a . _ empfohlen.!

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Hauptnicberlage bei V. Tromm in Marburg.

Verantworttich für die Redaktion: Dr. DoerkeS-Botzpard In Marburg.