Erstes Blatt
bevorstehende Seeschlacht
folgendes:
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'Nachdruck verboten.)'
ngebrockt. Möge
& n d -.
Marburg
Mittwoch, 26. April 1905
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag« Joh. Ang. Koch, UmvcrMtS-Buchdruckerei 40. IabkL Marburg, Markt 21. — Telephon 55. “
Der rusfisch'japanische Krieg.
Vom Kriegsschauplätze in der Mandschurei gehen die Meldungen so spärlich ein wie noch nie. Russen und Japaner sind anscheinend bemüht, ihre Stellungen zu befestigen, besonder» sollen die Japaner dies westlich und östlich der Eisenbahn mit großem Eifer tun. Man schließt daraus auf ein baldiges Vorgehen der Japaner. Zwischen Kirin und Guntschulin wurden der japanische Oberleutnant Kobajasi und ein japani- scher Dragoner-Unteroffizier in chinesischer Ver- k'eidung als Spione verhaftet. Das Kriegsgericht zu Guntschulin verurteilte beide zum Tode durch den Strang. Das Urteil ist alsbald vollstreckt worden. Wie aus item russischen Hauptquartier berichtet wird, ist die Menge Wahnsinniger, die den Kriegsschauplatz verlassen müssen, erschreckend groß. Die Militär-Hospitäler in Moskau sind überfüllt; wo nur Platz für 25 Kranke ist, müssen 100 untergebracht werden. In verschiedenen Militär-Hospitälern kampieren Kranke direkt in den Korridoren.
Die rnssische Flotte hat, wie die neuesten Telegramme melden, nunmehr endlich die Kamran h°Bucht verlassen und befindet sich auf der Fahrt nordwärts. Die letzten Meldungen besagen über den Aufenthalt der russischen Schiffe in den französisch-indischen Gewässern:
Nach einer Laffan-Meldung aus Saigon lag das Geschtvader des Admirals Roschjestwensky noch am Freitag, 50 Schiffe stark, in der Kam- ranh-Bucht. Auf der Flotte sind die Vorräte knapp. Fast täglich gehen von Saigon deutsche und französische Dampfer mit riesigen Zufuhren für die russischen Kriegsschiffe ab. Der Dampfer ^Eridan" wurde für 60 000 Dollar als Transportschiff an die Russen verkauft. Der Dampfer „Hindoo" löscht in, Saigon seine Kohlenladung; 45 000 Tonnen russischer Kohle liegen dort auf- gespeichert. Fünf russische Kohlendampfer trafen in Saigon ein, um die Kohlen nach der Ka»ranh- Bucht zu befördern. Saigon heimst durch die baltische Flotte eine reiche Ernte ein.
Aus Tokio wird ofsiziell gemeldet, ein Augen- zeuge berichtete dem Marinestab, er habe fünf Kriegsschiffe der balttschen Flotte im Jnnenhafen
sehr gut gebrauchen kannst. Sie weiß in allem Bescheid, und — kocht vorzüglich. Das ist die Hauptsache. Ich halte viÄ auf ein schmackhaft zubreiteteS Essen."
„Ja," meinte Violetta etwas kleinlaut, „in dieser Beziehung werde ich allerdings noch viel lernen müssen."
Er nahm ihren Kopf zwischen seine beiden Hände.
„Jawohl, das mußt Du auch, Kindchen, mit Deiner Kochkunst ist es noch nicht sonderlich ioeit her."
„Wird denn Eugen mit mir zufrieden sein, Onkel?" fragte sie angswoll.
„Der? Na, der würde sich wenig daraus machen, wenn Du ihn alle Tage mit Wassersuppe füttertest. Das heißt, im Anfang, für später würde er auch Entenbraten vorziehen. Aber forge Dich nicht, bei meiner alten Jakobi kannst Du alles lernen. Ich denke, Ihr werdet sehr gut mit einander aüskommen."
„Ja, daS denke ich auch."
„Und nun," begann Onkel Fritz nach einer kleinen Pause, „ich will Dir noch etwas sagen — das Neueste: Heinz ist nämlich auch Bräuttgam. Als er erfuhr, daß Eugen sich nicht für ihn opfern würde, ging er schnurstracks hinüber zu Fräulein Milly Dunkelmann, brachte die Nachricht von Eurer Verlobung brühwarm hin — hielt um Fräulein Millys Hand an, wurde auch wirklich angenommen! Er hat mir es soeben rütgeteilt,
worden.
Peking, 22. April. Prinz Friedrich Leopold von Preußen wohnte heute dem Trauergot^dienst für den verstorbenen russischen Gesandten Lessar in der russischen Gesandtschaftskapelle und der Bestattung LessarS bei.
als ich ihm beim Fortgehen begegnete. Na ja, was wollte er denn weiter machen! Jeder muß die Suppe auSessen, die er ' — -
dem Heinz di« seine gut !
Neueste Telegramme.
'*■ Gotha, 25. April. Anläßlich der Uebernahme Her Regierung im Herzogtum Sachsen-Koburg Und Gotha durch den Herzog Karl Eduard am ild. Juli d. I. werden sich, soweit dies bis jefr: bekannt geworden, an der Einzugsfeier in Gotha voraussichtlich beteiligen der Kaiser, der König von Sachsen, der König von England und der Fürst zu Waldeck.
Messina, 24. April. Die „Hohenzollern" mi: cem Kaiser, der Kaiserin und den Prinzen an Bord ist heute Vormittag, begleitet von dem Kreuzer „Friedrich Karl", dem Torpedoboot „Sleipner" und vier italienisck)en Torpedobooten, nach Palermo in See gegangen. Am Ufer hatte sich eine großen Menschenmenge angesammelt, die ocm Kaiserpaar eine herzliche Abschiedskirnd- gebung bereitete.
Messina, 24. April. (Agenzia Stefani.) Der deutsche Kaiser sandte dem Oberbürgermeister ein Danktelegramm für den Empfang und spendete 1000 Lire für wohltätige Zwecke.
St. 'Petersburg, 25. April. Prinz Heinrich von Preugen wird, ohne Moskau besucht zu ha- ben, heute nach Deutschland zurückreisen.
London, 22. April. Nach einer Meldung aus Washington beschwerte sich der russische Botschaf- ter Graf Cassini über den bevorstehenden Besuch des Kriegssekretärs Taft in Yokohama und Tokio d.e nur als ein demonstratives Servorbeben des amerikanischen Wohlwollens für Japan a.ffgefaßt werden könne.
London, 24. April. (W. B.) „Daily Mail" meidet aus Manila vom 22. April: Das Geschwader des Admirals Kamimura wird morgen hier erwartet. Eine Depesche mit der Adresse >KamkNiura Manila" ist hier eingetroffen. Der jof>antfd)c Konsul, der ein Telegramm betreffend E Ankunft des Geschwaders erhielt, sagt, die Schiffe wurden nicht in den Hafen einlaufen, sondern außerhalb kreuzen.
Washington, 25. April. Nach Meldungen, welche oem Staatsdepartement zugegangen sind, besteht große Gefahr eines Bruches zwischen Chile und Peru infolge des Streites wegen des Ge- bietes von Arica und Tacna. Diese Nachricht macht bie Jofortige Ernennung eines Gesandten der Vereinigten Staaten für Chile an Stelle des nach Belgien versetzten Gesandten Wilson notwendig. '
Newyvrk, 22. April. Die deutsche Kaiserin ließ dem deutschen Generalkonsul Bünz 51 Aner- kennungsschreiben zugehen, die der Generalkonsul den Pffegerinnen des Cityhosvitals auShändigen soll, Sie bei der Rettung und Hülfeleistung für
mtrt 1 ö' Sunt 1904 verunglückten Passagiere deS Vergnügungsdampfers „General Slocum" sich ausgezeichnet haben. Der Dame, die sich dabei am heldenmütigsten gezeigt, widmet die Kaiserin eine goldene mit Perlen besetzte Brosche.
. Ncwyork, 24. April. (W. B.) Aus Manila wird gemeldet, aus der Höhe der Insel Corregi- dor wurden drei Kriegsschiffe gesichtet. Man o»- bie Schiffe gehören zum japanischen Geschwader des Admirals Hashima.
Ungleiche Brüder.
Original-Roman von Irene von Hellmuth.
(Schluß.)
„Wir machen das gleich in Ordnung," fuhr der alte Herr fort, und griff nach Hut und Stock, um den Neffen zu begleiten.
„Sorge Dich nicht, mein Kind," rief et im Hinausgehen Violetta zu. „In einer Stunde bin ich wieder da, und bringe Dir die Einwilligung Deiner zukünftigen Schwiegermutter. Wollen lehen, ob sie Dich nicht mtt offenen Armen empfangt."
Darc« glaubte die junge Braut nun aller- U'cht. Sie saß, nachdem Eugen zärtlichen Ab;chied genommen und mit dem Onkel gegangen war^klopfenden Herzens am Fenster, die Hände uu Schoß gefaltet. Sie war unfähig, der alten Wirtschafterin beim Abräumen des Tisches zu helfen.
Wie langsam die Zeit verstrich! Violetta saß unbeweglich. Welche Nachrichten würde der Onkel bringen? Würde man nicht bestrebt sein, Eugen wieder von ihr zureißen?
Endlich kehrte Fritz Hebart zurück. Er trug eine triumphierende Miene zur Schau, nickte dem Mädchen vergnügt zu, und sagte heiter: „Ich hab es Dir ja vorhergesagt. Du wirst mit offenen Armen empfangen, brauchst nur hinzugehen."
„Ach, — das ist ja nicht möglich, — Onkel, Du scherzest!"
„Es ist mein völliger Ernst, liebes Kindt" . -Aber wie hast Du denn das Wunder so fertig gebraucht?"
mit dem Krersblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
Sonntagsbeilage: Allnftrirtes Sonntagsblatt.
Deutsches Reich.
Berit«, 25. Aprik.
Ihre Majestäten der Kaiser und Me Kaiserin trafen, wie bereits telegraphisch kurz gemeldet wurde, am SamStag morgen 7 Uhr auf der „Hohenzollern" und begleftet von dem Kreuzer „Prinz Friedrich Karl" in Messina ein. lieber den Ausflug nach Castanea wird ausführlicher berichtet: Der Kaiser und di« Kaiserin, die Prinzen Eitel-Friedrich und Oskar begab >n sich gestern mit ihrem Gefolge zu Wagen noch dem in den Bergen gelegenen Ort Castanea, wo im Garten der Villa des Herrn Sanderso« das Frühstück eingenommen wurde. Dann fuhr man zur Küste hinunter, von wo in Booten der Rückweg nach der „Hohenzollern" ongetreten wurde. Der Kaiserin wurden mehrere Blumenspenden überreicht. Die Bevölkerung bracht« den Majestäten überall lebhafte Ovationen dar. Bei ihrer Rückkehr auf die „Hohenzollern" fanden die Majestäten die Dacht zum Osterfeste reich geschmückt. Grüne und blühende Büsche waren überall befesttgt, auf den Fallreeps, auf dem Oberdeck, auf der Kommandobrücke, an den Back- spieren und an den Spitzen der drei Masten. Einen besonders festlichen Anblick bot das jnif dem Sonne..segel überspannte Achterdeck, über das sich eine Fülle von Laubgewinden zog, während die weißen, da? Oberdeck tragendei: Säulen von Guirlanden dicht umwunden waren. _ Auch der „Friedrich Karl" war mit frischem Grün geziert. Das Wetter war ri'.naS kühl.
— Am Ostersonntag fand vormittags an Bord der .Hohenzollern' Gottesdienst statt, on welchem sämtliche Fürstlichkeiten teilnohmen. Seine Masestät hielt die Liturgie ab, Militär • Oberpsarrer Goeus hielt die Osterpredigt. Später begaben sich die Kaiserin und der Herzog von Sachsen • Coburg und Gotha an Land und inachten dem hier erkrankten militärischen Begleiter des Herzogs Hauptmann von Eckards im Krankenhaus einen Besuch. Das
cadores-Jnseln. Aber die große Entfernung da« von, in der sich der russische Admiral halten kann« macht es überhaupt wahrscheinlich, dc' er ent« kommt, indem er sich in östlicher Richtung tiox Formosa hält und an der Nordküste von Luzoz vorbeidamvft. Es scheint fast, als cb die Japan« dieses einsehen und darum Kelung an der Nord küste von Formosa zu ihrer vorübergehender Basis machen.
RoschjestwenSkh kann sich auf seiner Fahr' nach dem Japanischen Meers dreier Zugänge Lr dienen. Von diesen ist die Sttaße von Tsuschi zwischen Korea und Japan offenbar die gefcch: lichste von allen, und es würde einen Selbstm ri begehen heißen, wollte man diesen Weg wählen Es bleiben also die beiden Straßen nördlich und südlich von der Insel Aeddo, und von diesen ist die Straße von Tsugaru südlich von Deddo in direkter Linie mtt Wladiwostok und auch der nähere Weg zu diesem Hafen. Die Fahrsttaße ist ziemlich breit, und in der Nachtzeit mag ein« Durchfahrt unbemerkt gelingen. Die große ruf« sisiche Armada scheint zwar eine prächtige Zielscheibe für Torpedoanariffe abzugeben, aber bei Nachtzeit und im Dunkeln wird eS fast unmöglich sein, die wenigen Fahrzeuge, die einer Zerstörung lohnen, auszuwählen, und es ist höchst wahrscheinlich, daß die Aufwendung der Mühe zu dem Re- sultat in keinem Verhältnis stehen wird."
Der Onkel zuckte die Achseln.
„Ein Sßunber? Nein, Kind — ein Wunder ists nicht. Es ging alles sehr einfach, glatt und ruhig. Ich habe meiner Frau Schwester gesagt, daß ich mit 50 000 Mark Einlage als füllet Test- Haber in das Geschäft eintreten werde, daß ich aber auf meinen Gewinnanteil verzichte, und zwar so lange, bis ich mein übriges Kapital auf- gezehrt habe — vorausgesetzt, daß sie ihre Einwilligung, zu Eurer Verbindung gibt. Da hatte sie natürlich nichts Eiligeres zu tun, als „ja" zu sagen. Siehst Du, Kind, mtt Geld erreicht man alles., Ich machte ihr klar, daß ich Dich als meine Adoptivtochter annehmen, und zu meiner Universalerbin einfetzen würde, falls sie sich weigern würde, ihre Einwilligung zu geben. — Selbstverständlich sagte sie sofort zu. Ich habe es mir nun einmal in den Kopf, gesetzt, Eugen glücklich zu machen, und das ist nun erreicht. Bist Du jetzt zufrieden mit Deinem alten Onkel?"
Violetta schlang in aufwallendem Gefühl die Arme um den Hals des alten Herrn.
„Du Lieber — Guter! — Aber fag mal, bist Du denn ivirklich furchtbar reich?" —
Er lackte laut auf diese Frage.
„Jawohl — noch reicher! Das gab freilich eme Ueberraschung bei meinen „lieben" Ver- wandten! Sie hielten mich für einen atmen Teufel. Hätten sie gewußt, daß ich Geld habe, sie hatten mich nut Zuckerplätzchen gefüttert. Ich kam mit der Absicht, ihnen einen Teil meines Vermögens zukommen zu lassen. Als ich aber merkte, daß es ihnen lediglich um mein Geld zu tun war, als ich ihre habsüchttgen Augen sah, da i°9 *dj mich zurück. Ihr Gebähten erschien mir
Paris, 28. April. (Havas.) Die fran- zösische Regierung ist amtlich davon verständigt worden, daß ba8 russische Geschwader die Bucht von Kamranh verlassen und eine unbekannte Richtung eingeschlagen hat.
DaS Organ der englischen Admiralität, die „Army and Navy Gazette" schreibt über die für die nächste Zett
„Wir vertreten die Ansicht, daß die zu er- I wartende Seeschlacht nicht in den chinesischen Ge- I wässern, sondern in den japanischen Gewässern | stattfinden wird. Roschjestwensky kann nur den einen Zweck verfolgen: die Flotte deS Feindes zu I zerstören. Aber um unter möglichst günstigen Zuständen eine Seeschlacht herbeizu führen, müßte er darnach trachten, diese in unmittelbarer Nähe von Wladiwostok zu erzwingen. Dies ist nicht nur der einzige Hafen, von dem er Hilfe und Beistand erhoffen darf, sondern man hofft auch für den Hasen dasselbe von seinen Schiffen. Ebenso muß für Admiral Togo da» günstigste Gefechtsfeld bei seiner eigenen OverationsbastS liegen. Dazu kommt noch, daß die russische Flotte ihm überhaupt entwischen kann und ohne jede Schlacht den Ort ihrer Besttmmung erreicht. In diesem Falle würde die moralische Niederlage einem Unglück gleichkommen. Er darf daher auf keinen Fall sich von seiner Basis weit ent- fenrm, sondern muß danach trachten, möglichst wirksam den feindlichen Kurs zu sperren.
Man, hegt allgemein die Erwartung — wie uns scheint, ohne triftigen Grund —, daß schon innerhalb der nächsten Tage ein Gefecht stattfinden wird, und zwar liegt dieser Annahme der Gedanke zu Grunde, daß Togo den Feind schon wäh- rend seiner Reise, nach Norden möglichst lelästtgen und schädigen wird. Wir können unS vorstellen, daß der japanische Admiral dies zu tun wünscht, aber es ist leichter gesagt als getan. Torpedo- bootszerstörer müssen von einer Basis aus ihre Unternehmungen leiten, und die Kreuzer find durch ihre geringen Kohlenvorräte in ihren Ak- tionen begrenzt. Für die Japaner kann eS keine andere Basis geben, die dem Wege, den Roschjestwensky nach aller Wahrscheinlichkeit nehmen wird, näher liegt, als die Marinestation auf den PeS- so unwürdig, es ekelte mich an. Nur Eugen, der ist besser, als die anderen, der ist gut, und ein tüchtiger Kerl. Du bekommst einen braven Mann, mein Kind. Aber eine Bedingung muß ich stellen."
„Nun ?" fragte Moletta gespannt.
„Es ist ausgemacht worden," fuhr er fort, daß Ihr nach der Hochzeit im Gartenhause woh- nen sollt, falls Du einverstanden bist."
„O, wie schön, ich möchte nirgends lieber sein, als dort," unterbrach Moletta den Onkel. „Aber," fügte sie bedenklich hinzu, „Else sagte doch, daß sie dort wohnen wurde, und für alle ist kaum Platz."
„Nein, für Else ist nicht Platz," lächelte Ser Onkel. ,/Sie hat auch im Ernste nie daran gebaut, sich da „hinten zu vergraben", wie sie selbst sagte, sondern es war nur ein Vorwand, um Dich fcrtzubringen."
»Ach jo, — da log sie mir etwas vor — wie häßlich."
„Na, suche das zu vergessen, mein Kind," beruhigte der alte Herr, als er die Wolke auf bet Stirn seines Lieblings bemerkte.
Das Mädchen schmiegte sich an ihn.
„Also, wo bin ich denn eigentlich flehen ge- I blieben? — Ja, richtig — ich wollte Dich etwas I fragen. Siehst Du, Violetta, ich bin ein alter, I einsamer Mann und suche Familienanschluß. I Wollt Ihr mir erlauben, daß ich zu Euch ziehe?" i
»O wie gern — wie gern," jubelte das junge | Mädchen. I
Onkel Fritz lachte. I
„Und meine Wirtschafterin nehme ich mit, I nicht wahr? Sie sst eine tüchtige, erfahrene I
Person, die Du ht Deinem jungen Hausstand I
Vierteljährlicher Bezugspreis: bei oer ExpLitüm 2 Mh, Ö7 bei allen Postämtern 2,25 Mk. <cxci. Bestellgeld).
JnsertionSgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg, Reclamcn: die Zeile 25 Pfg.
Pretoria, 24. April. Zwischen der Buren- I der Kamranhbai und sechs Kriegsschiffe außerhalb Organisation „Het Volk" und dem britischen j der Südeinfahrt nahe der Küste gesehen. Zwei „Verein für verantworlliche Regierung" fft es zu I Handelsdampfer lagen außerhalb der Nordein- einer Verständigung gekommen. Die Buren ver- fahrt Weiter vorgeschoben waren ein Kriegs- sprechen fünf Jahre lang nicht gegen die Zu- I schiff der „Dimitri-Donskoi"-Klasse und zwei lassung der Chinesen zu protestieren, und sind I Kreuzer, die Wache hielten
Saigon, 24. April. (Havas.) Nach den letz- I Kohlen ein. Der Schiffsverkehr in den Ge- ten hier emgegangenett Nachrichten ist bte ruf- I wässern südlich von Äonakona ist inknlae bei sische Flotte, 15 Meilen von der Küste Französisch- ' ber ßriL? hjmu rfiSS»
ben Pescabores-Jnseln nach Formosa gebracht. Die Transportbampfer des russischen Geschwabers wurden auf bem Wege von unb nach Saigon ge- stchtet. Sie führten dabei die Flagge beS Landes, bem das Schiff an gehört, bezw. früher angehörte. Eine Anzahl Dampfer wurden bei der Vorbei fahrt an der Kamranhbucht von den russischen Schiffen inspiziert.