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den SchiffenSsissoi Weliki",Oleg

fünf Hilfskreuzern, sieben Torpedo-

Nachimow Jsumrud Anadyr",

Die miä

Admiral .Aurora", ,Rutz,"

das auf

Batavta, 10. April. (Renier.) Es verlautet, die russischen Kriegsschiffe seien auf der Höhe von Muntok gesichtet worden. Das holländische Ge­schwader verlieb Priok mit geheimen Aufträgen ui nördlicher Richtung.

Eingang. Er fühlte plötzlich das von Tränen iiberströmte Gesicht des Bruders an dem seinen, zwei Arme schlangen sich stürmisch um seinen Hals, und eine Stimme, eine glückselige, zitte...de nur in einem Aufschrei sich äußernde Stimme klang ihm im Ohr:

Heinz, mein Heinz, Du lebst, Gott sei gedankt!"

Und dann strömten die Worte, von der Er­regung des Augenblicks eingegeben, '..ie ein spru- delnder Quell von den Lippen des Ueberglück- lichen:O, nun wird alles, alles gut! Ich will ja tun, was Du verlangst, nichts soll mir zu viel sein, morgen gehe ich schon zu Millys Glteri, um von ihnen die Hand ihrer Tochter zu er­bitten! Und bald soll die Hochzeit folgen, weiyt Du, so bald als möglich! Morgen sagst Du Deinen Gläubigern, sie möchten sich gedulden, sie werden bald befriedigt werden. Du wirst dann frei, ganz frei von Schulden fein! Aber Tu mußt mir fest versprechen, neue Schulden darfft Du nicht wieder machen! Auch das Ge­schäft will ich heben ur' fördern nach Kräften, der Vater wird es noch erleben, daß cs blühft wie ehemals! Wir werden dann alle glücklich sein!"--

Heinz machte ein sehr erstauntes Gesicht, und betrachtete den Bruder mit forschenden Blicken.

Er konnte sich das veränderte Wesen dessel­ben nicht erklären und fürchtete beinahe, daß es mit seinem Verstände nicht ganz richtig sei.

Was ist denn eigentlich vorgegangen? Er­kläre mir doch!" meinte er verwundert.Schwebte ich ungeahnt in Todesgefahr, oder was sonst be­drohte mich? Am Ende hast Du geträumt, ich sei gestorben?"

(Fortsetzung folgt.)

Marburg

Mittwoch, 12. April 1905

an das Meeresufer. Die Artilleristen und Mnenpersonal waren den ganzen Tag Posten.

Singapore, 9. April. (Reuter.) russische Flotte, die gestern Passierte, bestand

Dimitri Donskoi", Schemtschug",Almas",

4,7 cm« und 16 3,7 ern-Geschützen. Oie Nawarin von 10 370 t hat 9100 Pferdekräfte, 6.1 Mann und 4 30,5 cm-, 8 15 cm-, 18 4,7 cm- und 12 3,7 ern-Geschütze. An geschützten Kreuzern sind vorhanden der Oleg von 6780 und die Auroro von 6800 t, die Panzerkreuzer Dimitri Donskoi und Admiral Machinow von 6200 und 8860 t, sowie die kleinen geschützten Kreuzer Swjetlana (3800), Schemtschug und jsumrud (je 3050) und Almas von 3220 t. Außerdem hat die Flotte noch 12 bis 15 Torpedobootszerstörer, mehrere Hilfskreuzer und Trainschiffe. Im ganzen kom­men für die Entscheidung in Betracht 7 Linien- fd.iffe und 8 Kreuzer. In einer Studie in der Deutschen Revue konnnt Vizeadmiral z. D. Valois bei einem Vergleich der beiderseitigen Kräfte zu dem Ergebnis, daß die Japaner, selbst wenn sie vor Wladiwostock keinen Panzerkreuzer lasten und in derselben Stärke wie am 10. August 1894 auftreten, wo die Panzerschiffe Nischin und Kasuga in dem Linienschiffsgeschwader fochten, an schwerer Arftllerie etwas schwächer, an mitt­lerer stärker und an leichter weit unterlegen seien. Sie haben aber außerdem noch 6 Panzerkreuzer und können mindestens die Hälfte ihrer 16 ge­schützten Kreuzer, die schwerere Kaliber als 15 ein führen, zum Kampf heranziehen. Admiral Valois meint, daß zur Blockade von Wladwostock je 2 Pan­zer und Panzerdeckskreuzer Zurückbleiben müßten. Mit dem Tritten Geschwader ist nach seiner Ansicht die Flotte Roschestwienskys der japanischen ge- wachsen. Um so größere Bedeutung gewinnt eS, daß die russischen Abteilungen nicht vereinigt sind, denn Admiral Togo dürfte die Blockadeflotte vor Wladistowock auf das geringste Maß beschränken, um für die Entscheidung möglichst stark zu sein.

Ahlten die PanzerschiffeKnfaes Suworow", Imperator Alexander II.",Borodino",Örel", mit den dazu gehörenden Kreuzern und Torpedo- bootszerstörern.

In Petersburger Marinekreisen ist man auf Grund der letzten Nachrichten zu der Ueber- zeugung gelangt, daß der Kampf zwischen de» Geschwader» des Admirals Togo und des Ad- mirals Roschjrstwensky in der Nähe der Pes- cadoresinseln, die zwischen der Insel Formosa und der chinesischen Provinz Fukian liegen, stattfinden wird. Dort haben nämlich die Japaner Proviant­depots und Reparaturwerkstätten errichtet. Es ist daher wahrscheinlich, daß das Geschwader Roschjeftwenskys eine Anzahl japanischer Kreuzer vor sich herjagt, die dm Befehl hatten, bei Laduro, nordöstlich von Borneo, behufs Ueberwachung des russischen baltischen Geschwaders Aufstellung zu nehmen. Die japanischen Kreuzer haben Befehl, in ständiger Fühlung mit dem russischen Geschwa­der zu bleiben und letzteres fortwährend zu be- unruhigen, sowie möglicheriveise die Transport­schiffe Roschjeftwenskys zu vernichten.

London, 10. April. Der in Singapore eingetroffene DampferGregory Apcar" meldet, daß er heute früh um 1 Uhr dem russischen Ge- schwader passierte, hat guten Ankergrund. Sie von Mauki Änambas ankerte.

London, 10. April. Die Insel Mauft Ayambas, bei welcher der DampferGregory Apcar" heute früh um 1 Uhr das russische Ge­schwader Passierte, hatte guten Ankergrund. Sie liegt auf der geraden Linie zwischen Singapore und Saigon. Daß Admiral Roschjestwensky fünf seiner beften Schlachtschiffe vom Geschwader ab­trennte, erklärt man hier damit, daß er mit dieser gleichartigen Streitmacht einem etwaigen An­greifer in die Flanke fallen will.

Amsterdam, 10. April. (W. B.) Der Telegraaf" meldet aus Batavia, daß das nieder­ländische in Indien stationierte Geschwader Stellung bei Pulutudju in der Nähe von Singa­pore genommen habe. Das PanzerschiffHerzog Heinrich" befindet sich vor Singapore. Von der japanischen Flotte weiß man nichts.

Die Malakkastraße loird ununterbrochen von so vielen Handelsschiffen befahren, daß sich der Marsch der russischen Flotte jetzt ununterbrochen beobachten läßt. Eine Ueberraschung des Geg­ners ist deshalb nicht mehr möglich, auch haben die japanischen Aufklärungsschiffe den Feind be- rc'.'s gefunden und begleiten ihn. Admiral Togo kann, seine Schiffe nun an dem Punkt v..einigen, der ihm am günstigsten erscheint, um die Schlacht anzunehmen. Das Geschwader RoschestwjenskyS setzt sich zusammen zunächst aus sieben Linien­schiffen. Zur Slawaklasse gehören die vier Panzer Knjacs Suworow, Borodino, Imperator Alexan­der II. und Orel von je 13 730 t, mit 18 Knoten Geschwindigkeit, 15 800 bis 16 300 Pferdekräften und 782 Mann Besatzung. Die Bestückung be­steht aus je 4 30,5 cm-, 12 15 cm-, 20 7,5 mc-, 20 4,7 cm- und 10 3,7 ern-Geschützen. Vom Rest der Linienschiffe ist das größte die Ossljabja mit 12 880 t, 15 500 Pferdekräften, 769 Mann Besatzung und einer Bestückung von 4 25,4 cm-, 11 15 cm-, 20 7,5 cm-, 24 4,7 cm- und 8 3,7 ern-Geschützen. 10 560 t hat der Ssissoi Weliki mit 8600 Pferdekräften, 586 Mann und einer Artillerie von 4 30,5 cm-, 6 15 cm-, 12

Die Menge drüben hatte sich längst nach allen Windrichtungen zerstreut. Der Wagen, der den Toten fortgeschafst, war nicht mehr zu sehen, als Eugen mit wankenden Schritten seinen Platz verließ. Je näher er seinem Seim kam, desto heftiger klopfte ihm das Herz. Nur mit Mühe hielt er sich aufrecht. War ihm die entsetzliche Kunde schon vorausgeeilt? Wußten di: Seinen das Schreckliche schon? Wohin nun zuerst? Nach dem Familienzimmer? Ihm graute plötzlich vor dem Gedanken, daß er vielleicht der Uebcrbringer der Hiobspost sein sollte. Unten im Hausflur blieb er stehen und lauschte. Im Hause war alles füll, nichts regte sich. Doch horch, klang daS nicht wieWeinen? Nein, es war eine Täuschung. Oben wurde jetzt eine Tür auf- und wieder zugemacht. Dann wurde es sttll.

Als Eugen auf der Treppe Schritte vernahm, lief er wie gejagt davon, nach der Fabrik, in sein Arbeitszimmer, und sank dort erschöpft auf Lett nächsten Stuhl. Ter starke Mann zittert« wie ein Kind.

Wenn nur die Nacht. erst vorüber Ware, die qualvollen Stunden, in denen man keinen Schlaf zu finden vermochte. Eugen tappte im Finstern nach der Lampe, um sie anzuzünden. Wie schwer kam er damit zustande. Horch, was war das? Draußen erklang ein leichter, elastischer schritt, gerade so war Heinz immer gegangen,--

kam da jemand um ihm Meldung zu machen von dem Gräßlichen? ---

Angstvoll die Hand auf das heftig klopfende Herz gepreßt, starrte Eugen nach der Türe, die sich langsam öffnete. Doch mit einem lauten, jubelnden Aufschrei sprang er empor, und ff'g auf den Eintretenden zu, Heinz stand am

erfüllte. Hätte er doch das Opfer gebracht, hätte er Milly Dunkelmann geheiratet, dann wäre alles gut geworden! Mt ihrem Gelde konnte er den Bruder retten, und die Eltern konnten einem ruhigen Lebensabend entgegensehen.

Verschwunden waren in diesem Augenblick alle Fehler, die dem Bruder aiihafteten, Eugen sah nur seine Vorzüge, fein schönes, lachendes Gesicht mit den weißen Zähnen, hörte die wohllautende, Stimme und das alles sollte nun für immer dahin fein durch seine Schuld?

Dicke Tränen rannen ihm über die Wangen, er hätte laut aufschreien mögen vor Schmerz und Weh. Zwar versuchte er sich einzureden, es sei alles nur ein Spiegelbild feiner erregten Pbau- taste.Wie kann man sich nur so fortreißen lassen," sagte er sich, aber immer wieder kehrten seine Gedanken zu der Szene des heutigen Tages zurück, wo Heinz gedroht hatte, sich das Leben nehmen zu wollen, wo er krachend die Türe ins Schloß warf und im Zorn und Haß von ihm ging. Wie leicht konnte er in jener heftigen Auf­wallung nach der totbringenden Waffe gegriffen haben. Zu Hause konnte und wollte man ihm nicht helfen, so machte er ein Ende, um allen Widerwärtigkeiten aus dem Wege zu gehen. Sein letzter Gedanke lvar vielleicht eine Verwün­schung für den hartherzigen Bruder, der das bis­chen Glück, das er von der Zukunft erwartete, nicht opfern wollte.

Und keiner war da, der die Waffe aus der Hand des Lebensmüden fortnahm! Ein Knall, ein Schrei, und alles war gus.--- -

In diesem Banne bewegten sich fortwährend die Gedanken des tiefunglücklicheu. einsamen Mannes.

"Nncbdruck verboten.)'

Ungleiche Brüder.

Original-Roman von Irene von Hellmuth.

lF-ortsetzung.Z

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

_____________________________ elainttäaS-eiragek AllukttM-S * *

Der russisch-japanische Krieg.

Bom Kriegsschauplätze in der Mandschurei liegen keine bemerkenswerten Nachrichten vor. Klein« Ausklärungsgefechte finden statt, deren Augang von Petersburg als günstig für die Russen, von Tokio als günsttg für dieJapaner hin- gestellt zu werden Pflegt. Für den Gang des Feldzuges sind diese Gefechte ohne Bedeutung.

Aus Tokio wird gemeldet: Rußland beabsich­tigt eine Schmalspurbahn in der Mongolei zu bauen. Der chinesische Gesandte in Petersburg wurde beauftragt, hiergegen als gegen einen Neutralitätsbruch zu protestieren. Dem chinesi­schen General in der Mongolei wurde Befehl ge­geben, eventuell mit Waffengewalt vorzugehen.

Bon der russischen Flotte.

Singapor e, 8. April. Heute Nachmittag 2 Uhr 30 Minuten kam die baltische Flotte in Sicht. Sie passierte sieben Meilen vom Lande. Da alle Schiffe Weichkohlen feuern, ist der Rauch auf mehrere Meilen zu sehen. Die Vorbeifahrt der modernen Armada von 47 Schissen, die zu vieren nebeneinander fahren bot ein glänzendes Schauspiel. Die Schiffe fuhren ungefähr acht Knoten. Die Spitze wurde von einem großen Kreuzer und drei Schnelldampfern gebildet. Dann folgten die Kreuzer, die Kohlenschiffe und die Schlachtschiffe. Die Kohlenschiffe fuhren größten­teils in der Mitte. Der Korrespondent des Reu- terschen Bureaus fuhr in einer Barkasse hinaus und nahm die Flotte in Augenschein. Alle Schiffe zeigten die Spuren einer langen Fahrt in ter tropischen See. An der Wasserlinie hatten sich Algen angesstzt. Die Flotte bestand an: sechs Schlachtschiffen, neun Kreuzern, acht Torpedo­bootszerstörern, drei Schnelldamfern, drei Schiffen der Freiwilligen-Flotte, 16 Kohlenda.npfern, einem Bergungsdampfer und einem Hospitalschiff. Die Kriegsschiffe hatten Kohlen an Deck. Die Schnelldampfer hatten augenscheinlich nur kleine Ladung. Der ruffisckie Konsul fuhr an die Flotte heran und übergab einem Torpedoboot Depeschen, ohne daß die Flotte Halt machte. Sodann ging der Konsul längsseit des Admiralschiffes, begab sich aber nicht an Bord, sondern unterhielt sich mit der Besatzung vom Boot aus und gab ihnen die ersten Nachrichten von der Schlacht bei '"kukden. Außer dem Boot des russischen Konsuls und des Reuterschen Korrespondenten wurde niemand in die Nähe gelassen. Die Eingeborenen d.r Stadt waren in großer Erregung und eilten in Scharen

bootszerstörern, 11 Transportschiffen, einem

Bergungsdampfer und 16 Kohlenschiffen. Es

Neueste Telegramme.

Berlin, 10. April. Ein Telegramm aus Wind­huk meldet: Im Gefecht bei Aminuft am 25. März gefallen: Oberarzt Mayer und 5 Mann, tcrtvunfcef: 5 Mann. Im Gefecht bei HaruchaS am 3. April verwundet: 2 Mann, im Gefecht he: Gonchat am 7. April verwundet: 8 Mann.

.. ^wl, 10. April. Prinz Heinrich von Preußen W Heute Abend um 6 Uhr 40 Minuten von Demsburg kommend wieder hier eingetroffen.

Hamburg, 10. April. Der Postdampfer

-Eduard Woermann" mit der zweiten Staffel si^'^?^"^pEonskorps fft heute Vvrmittag ll0 Uh r 20 Min. auf der Jade an gekommen. Der Dampfer bringt 111 Offiziere und Mannschaften Vom ersten Seebataillon, 73 vom Marine-Expedi. ,tionskorps und 49 von der Schutztruppe in die Heimat zurück.

v Hamburg, 11. April. Mt dem Dampfer ».Eleonore Wörmann" traten gestern Nachmittag £4 Offiziere und 15 Unteroffiziere zur Verstär­kst der Schutztrilppe in Kamerun die Steife nach fUhrola an.

München, 10. April. Zum Kommandierenden Vencral des 3. bayerischen Armeekorps wurde an Stelle des zum Kriegsminister ernannten @e- tterals der Infanterie Graf Horn Generalleutnant pvtk und zu der Tann-Ratfamhausen, bisher Kom- ttiandeur der 5. Division (Nürnberg) unter Be­förderung zum General der Infanterie ernannt.

Bern, 10. April. Die offizielle Eröffnungs- pcier des Srmplontunnels ist auf den 25. ober B8. ^September angesetzt und dauert vier Tage.

. -vaormina, 10. April. Die Kaiserin traf wlttags wieder ein und wurde am Bahnhof von den ^Prinzen Eitel Fritz, Adalbert und Oskar empfangen.

- Paris, 11. April. Dem römischen Berichter­statter desMatin" erklärte angeblich der Mini- fter des Auswärttgen Tittoni, daß man auf dem Wege fei, die zwischen Paris und Berlin be­stehende Verstimmung zu beseitigen. Es gelte tior allem, die Umstände, unter denen die Ver­ständigung Deutschlands vom Abschlüsse des sranko-englischen Verttages erfolgte,genauer sestzustellen". Tittoni hofft, daß die sehr bald jju erwartenden Aufklärungen beide Teile befrie­digen werden.

Madrid, 11. April. Aus Las Palmas wird Beurfbet: Die deutsche Regierung kaufte zwei- hundert Dromedare für den Herero-Feldzug. (?)

Petersburg, 11. April. Prinzessin Heinrich Kon Preußen und die verwitwete Großfürstin Sergius haben ihre Abreise nach Moskau auf den 80. April verschoben.

London, 11. April.Central News" melden Lus Gibraltar: Gerüchtweise verlautet, das Zu- sanimeiitresfeii der englischen und ftanzösischen Flotte werde bei Gibraltar statt finden. Man er- hxirtet, der König werde Gibraltar besuchen, ehe Ur seine Mittelmeerreise beendet.

' London, 11. April. Rußland hat diplomatische stschritte bei der Schweiz unternommen, um die fcebolutionäre Tätigkeit dortselbst einzuschri nken. Nußland erklärt in einer scharfen Note, di: Re­gierung betrachtet die Duldung der Agitation als ieinen Mangel an Freundschaft gegenüber Ruß­land.

rD Gott, wenn es unser Heinz, unser schöner, kebenslustiger Heinz wäre, ter Liebling der Mutter, der Stolz der Schwester, der Abgott der Frauen! Nein, nein! Es kann, es darf nicht ^wahr sein, der arme Vater würde sterben, wenn Ux erführe, daß fein Sohn sich das Leben ge­kommen!

. . Und weiter, immer weiter sann und grübelte ker Einsame. Er saß wie feftgebannt und werkte nicht, daß die Kinder sich leife davonge­schlichen hatten; er fuhr erst auf, als das Geräusch Lines langsam fahrenden Wagens an sein Ohr .schlug. Wie im Fieberschauer schüttelte es ihn.

Du. Du hättest ihn retten können," klang es in seinem Jnilern,aber selbsttüchfig, nur auf .-Dein eigenes Glück bedacht, hast Du es versäumt, nun ist es zu spät!"

Zu spät.- o gräßliches Wort!

L plötzlich faltete Eugen in heißem, berz- iyeiuegenbem Gebet die Hände ineinander und ftehte zu dem, der übet den Sternen thront, der die die Geschicke der Menschen lenkt wie Wasser- Hache.

Lieber Gott. laß es nicht zu spät fein, ich will alles, alles, was Du über mich verklängt hast, geduldig ertragen, laß mich nur nicht schuld Ifeht an dem Tod meines Bruders!"

, Leicht erschien es ihm nun mit einemmale, ifeiner Liebe zu eutfaaen, an der Sette einer un- 'igelieoien Frau durchs Leben zu gehen, gegen* über dem ungeheuren Jammer, der seine Seele

-> - Deutsche- Reich.

Berlin, 11 April.

Seine Majestät der Kaiser bat gestern Mvntaq vormittag an Bord der.Hobenzollern" unter ------3-~

dem Salut der Hasenbatterien und den im Hafen liegenden Kriegsschiffe Messina verlaffen und ist nach Korfu in Sce gegangen. Die .Hobenzollern' ist nom Kreuzer .Friedrich Karl' und dem Devefchea- boot .Sleipner' begleitet. Infolge des heftige« Sturmes gab die Kaiserin die Absicht auf, auf der .Hohenzollern' bis Taormina zu fahren, sie ging vielmehr um 11 Uhr vormittags in Messina an Land, wo sie von dem deutschen Konsul begrüßt wurde und fuhr dann aufenthalt-los in einem Sonderzug nach Taormina.

Aus dem Großherzogtum Hessen wird uns berichtet: Eine lang umstrittene Streitfrage hat jetzv in der Zweiten Kammer des Landtags ihre Er­ledigung gefunden, indem die Regierungsvorlage betr. die Errichtung einer LandwrrtsSastS- kammer einstimmig angenommen wurde. Von der ursprünglichen Vorlage, mit der die Regierung einem jahrelangen Wunsche entsprach, ist allerdings wenig mehr als der Titel geblieben, da der Kammerausschuß sie einer vollständigen Umarbeitung nach dem Prinzip der Zentralisation unterzog eine Kammer für das ganze Land mit Sonderausschüssen für die Provinzen und Bezirke während die Vorlage der Regierung daS Hauptgewicht auf die Bezirksverbände gelegt haben wollte. Die Regierung stimmte aber bem Aus­schußvorschlag zu, damit wenigstens etwas zustande komme. Von den rund 134000 landwirtschaftlichen Betrieben werden 75000 in die Organisation einbe­zogen, während die mit einem Betriebsvermögen von weniger als 3000 Mk. nicht einbegriffen sind. Nach­dem nunmehr Heffen mit der berufsständigen Ver»

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