mit dem MeWLatt für dre Kreise Marburg und KirchLain.
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zum Präsidenten her juristischen Prüftingskoni- niission Preußens ernannten Oberlandesgerichts- präsidenten Eccius eine sehr kostbare Ehrengabe, bestehend in einem silbernen Schreibzeug, das -ocn einer einen halben Meter hohen Justitiafigur gekrönt wird, gestiftet.
Paris, 8. April. Mehrere bonapartistische Deputierte sprachen heute beim Minister de" Innern vor und protestierten gegen die Versuche, khre Partei in die Verschwörungs-Angelegenheit hineinzuzerren. Der Minister möge alles aufbieten, um den Ursprung des sogenannten Komplotts klarzulegeu.
Marseille, 8. April. Der König und die Königin von England sind heute Nachmittag an Bord der Jacht „Sicforia and Albert", die von beiu Kreuzer „Snffolk" bealeitet wird, von hier nach Port Mcihon abgereist.
Madrid, 10. April. Eine halbe Million Menschen sind jetzt infolge der Vernichtung der Ernten durch Fröste am Verhungern. In her Provinz Malaga sind 40 000 Mann arbeitslos, in Cadir 30 000, in Sevilla 25 000. Tie Lage ist ernft daß die Regierung beschlossen bat. sofort Unterstützungen zu schicken, ohne erst die Cortes zu befragen.
. Madrid, 8. April. Das Wasserwerk ist einge- ftiirgL Die Katastrophe wurde dadurch verursacht, baß inmitten des neuen noch unvollendeten Reservoir-Wasserwerks die Betonwölbungen ein« stürzten. Das Militär tut die Rettungsarbeit. Man zählt bis jetzt 50 Tote und an ICO Verwun- bete. Der König ist an der Unglücksstelle an- Wesend. (Weiteres s. unter „Vermischtem".)
Belgrad, 10. April. Blättermeldungen zufolge nimmt die in vielen Distrikten Serbiens herrschende Hungersnot einen erschreckenden Umfang an. In einem Dorfe bei Belgrad starben zwei Kinder den Hungertod. Die von der Regierung unternommene Hilfsaktion erweist sich als Unzureichend.
Petersburg, 8. April. Laut aus Peking ein« gegangener, von gestern datierter Nachricht, ist der russtschen Gesandte am chinesischen Hofe Lessar seit vorletzter Nacht bewußtlos. Ein ungünstiger Ausgang wird befürchtet.
Petersburg, 8. Avril. Prinz Heinrich von Preußen hat heute seine Rückreise angetreten.
Moskau, 10. April. (Petersburger Tel.-Ag.) Der Prozeß gegen den Mörder des Großfürsten Sergej beginnt am 19. April.
schloß seine Ansprache mit einem Hoch auf Kaiser.
Cassel, 10. April. Sämtliche richterliche finiten des Oberlandesgerichtsbezirks haben
London, 8. April. „Daily Telegraph" melde n aus Tokio: Prinz Leopold von Preußen fei in Peking eingetroffen und werde heute vom Kaiser empfangen.
Newyork, 9. April. Oie japanische Negierung bestellte bei Fabrikanten in Cedar-Raids (Iowa) 500 000 Gewehrschäfte. •
San Antonio (Texas), 8. April. Präsiden Roosevelt sagte gestern in einer Versammlung ehemaliger Rauharbeiter, das Verhalten der Vereinigten Staaten müsse so sein, daß keine schwache Macht sie zu fürchten habe und daß keine starke Macht sie unterdrücken fonne. Einige seiner Freunde seien allerdings nicht willens, diese seine Auslegung der Monroedoktrin anzunehmen, aber die Zeit werde kommen, wo sie es tun werden, da diese Auslegung sich bewährt habe
Hongkong, 8. April. Wegen des Erscheinens von 31 Kriegsschiffen in den Gewässern zwischen Penang und Singapore schickt sich das englische China-Geschwader an, in See zu gehen. Der Kreuzer „Sutley" geht heute nach Singapore in See: das Schlachtchsiff „Ocean" und ein zweiter Kreuzer folgen ihm bald.
Neueste Telegramme.
Berlin, 9. April. Der Sultan von Marokko
Marburg
Dienstag, 11. April 1905
die aroßen Vorteile nachzuweisen, die dem deutschen Handel durch unseren ostasiatischen Stützpunkt erwachsen sind und noch erwachsen werden. Die letzte Kiautschou-Denkschrift spricht deutlich genug für sich selbst. Nur bedürfen wir vor allen Dingen einer Flotte, die stark genug ist, um der deutschen Flagge in Ostasien die nötige Achtung zu erzwingen.
„Die deutsche Flotte schwimmt und sie wir. gebaut; das Material an Menschen ist vorhanden". So äußerte der Kaiser mit Nachdruck auf seiner letzten Bremer Rede. „Sie wird gebautk" Diese drei Worte dürften auch eine Antwort sein auf die Stimmen derer, die kürzlich von jenseits des Kanals zu uns herüberdrangen. „Sie wird gebaut!" Möchte nur das Tempo dieses Bauens sich dem schnellen Gang der Weltgeschichte mehr anpaffen, dann wird auch die deutsche Flotte ihre Aufgabe, eine Gewähr be$ Friedens zu sein, erfüllen können.
Kiantschou, Port Arthur und Weihaiwei.
Der Friedensschluß zwischen Rußland und Japan, der in absehbarer Leit kommen muß, wird voraussichtlich Port Arthur in den Händen Japans belassen. Bekanntlich bestehen zwischen Port Arthur einerseits und dem in englischer Pacht befindlichen Weihaiwei anderseits Wechselbeziehungen, die schon des öfteren in der ausländischen und heimischen Preffe erörtert worden sind, freilich unter sehr verschiedenen Gesichtspunkten, die aber doch schließlich alle das eine gemein hatten, nämlich: Welche Rückwirkung wird der japanisch-russische Krieg, bezw. die Lösung der Port Arthur - Weihaiwei - Frage wiederum auf das deutsche Pachtgebiet Kiautschou haben.
Nach dem Wortlaut der chinesisch-englischen Konvention muß die Weihaiwei - Frage in ein akuteS Stadium treten, sobald Rußland formell feinen Ansprüchen auf Port Arthur entsagt, da die Verpachtung nur für die Dauer der Okkupation Port rthurS durch Rußland, als zu Recht bestehend, betrachtet werden soll. Ter Verlust Port Arthurs durch Waffengewalt kann zur Zeit rechtlich noch nicht als das Aufhüren der russischen Okkupation angesehen werden. Erst der Friedensschluß müßte hier einen Rechtszustand schaffen, der, falls England unterdessen mit China zu keinem anderen Einverständnis gekommen sein sollte, England veranlassen könnte, seine Mission in Weihaiwei für erledigt zu betrachten.
Es ist nun ausfällig, daß England feiner Weihaiwei-Pachtung bisher nur ganz geringes Jntereffe entgegen gebracht hat, obwohl sich die Kolonie leidlich entwickelte und von Jahr zu Jahr beffere Fortschritte machte, den Hafen, der
Straße ging und um die nächste Ecke verschwand. Wo mochte er hinaeben? Ob er bei einem Kameraden Hilfe suchte? Eugen war fest entschlossen, den Leichtfuß von jetzt ab sich selbst zu überlassen, und er hatte ihm dies m h klar und deutlich auSeinandergesetzt.
„Es geht eben nicht anders," sagte er zu sich selbst, indem er gedankenvoll eine Wanderung durch das Zimmer unternahm.
Ein alter Diener kam herein, um die Lampe über dem Schreibtisch anzuzünden. „Lasten Sie es," sagte Eugen, „ich will ohnedies einen kleinen Spaziergang machen: der Kopf schmerzt mich so sehr, daß es für heute mit der Arbeit doch nicht mehr geht."
„Da tun Sie recht, gnädiger Herr," beeilte sich der Alte zu versichern. Er war schon seit vielen Jahren hier bedienstet und durste sich des- halb wohl ein Wort gestatten.
»Es ist heute mit einemmale eine so angenehme,. herrliche Luft draußen," fuhr er fort,- „die wird Ihnen gut tun. Meine Frau behauptet, die Staren seien schon angekommen, ich glaubs aber nicht, es ist doch ein wenig zu früh und kann schon noch einmal kalt werden."
Der Alte humpelte grüßend hinaus. Eugen griff nach Hut und Stock und verließ ebenfalls das Zimmer. —
Lange war er draußen herumgewandert. Die frische Luft tat ihm wohl. Er setzte sich in den noch kahlen Anlagen auf eine der grün gestrichenen Bänke, um ein wenig auszuruhen. Einige Kinder, die das Spielen mit den Bällen nicht satt bekommen konnten, trieben sich noch umher. Eines jagte das andere in tollem Uebermut.
'.Geht Ihr denn noch nicht nach Hause? Es ist ja schon ganz dunkel," fragte Eugen, einen der Knaben arm Ann festhaltend, . ,L1
yMeine Mutter ist in der Fabrik," lautete die etwas ungeduldige Antwort, „sie kommt erst um acht Uhr heim und ich darf so lange auf der Straße bleiben." Ter Anlage gerade gegenüber befand sich die Kaserne, ein großes, altes, langgestrecktes Gebäude, ziemlich nüchtern aussehend mit seiner schmucklosen Fastade.
„Guck mal, was ist denn da los?" rief der Knabe seinen Kaineraden zu und zeigte auf einen Hausen Menschen, die vor dem großen Portal standen. „Kommt, wir wollen sehen, tvas es gibt," schrien die anderen lachend und eilten davon.
Ringsum war es ganz still, nachdem das Lärmen der Kinder Verl nnmt war; nur von drüben drang ein leises Murmeln herüber, der Haufen wuchs immer mehr an. Jeder Vorübergehende blieb stehen, neugierig, was vorgefallen sei. Eine Straßenlaterne tvarf ihr flackerndes Licht auf die vielen Menschen, die sich hin und her bewegten, die Hälse reckten und leise Bemerkungen austauschten. Es war kein Lärmen, kein Lachen und kein Plaudern zu vernehmen, kein Rufen und Schreien, wie das gewöhnlich der Fall ist, wenn irgendwo viele Menschen beisammen find. Die Leute tuschelten und flüsterten, jeder der Neuhinzugekonmienen stieß den am nächsten Stehenden an, um zu erfahren, was geschehen sei. Der einsame Mann auf der Bank konnte von seinem Platze aus zwischen den kahlen Büschen und Bäumen hindurch alles beobachten. Aber er ging nicht hinüber. So saß er noch, als die Kinder wieder zurückkamen und zwar mit ernsten Gesichtern; auch waren sie nicht mehr so laut wie vorhin.
„Ich möchte ei nicht sehen," meinte ein kleiner Junge von etwa acht Jahren. Seine Stimme Lang ganz beklommen,
hcst wie der „Voss. Ztg." gemeldet wird, der deutschen Flagge die marokkanische Küstenschifffahrt, die seit vier Jahren nur stillschweigend geduldet war, durch förmlichen Vertrag zugestanden.
Wilhelmshaven, 8. April. Der Dampfer „Lulu Bohlen" lief um 3y2 Uhr im neuen Hafen ein, begrüßt von einer tausendköpsigen Menschenmenge. Admiral von Bendemann begab sich an Bord und hieß die heimgekehrten Mannschaften des Marine-Erpedtionskorps willkommen.
. . . 'f'y-t.Wrutf verboten.)
f Ungleiche Brüder.
Original-Roman von Stent von Hellmuth, (gorffehting.)
IX.
Es war Abend. Milde, weiche Lust strömte durch das geöffnete Fenster herein. Sie brachte eine leise Ahnung vom kommenden Frühling mit. Schmeichelnd umfächelte sie den einsamen Mann, der mit trübem Blick hinausstarrte auf die Straße, wo von dem zerfließenden Schnee sich große Pfützen gebildet hatten. Schon seit einer halben Stunde stand er so, ohne sich zu rühren, tr, der sich sonst keinen Augenblick des Ausruhens gönnte, der rastlos arbeitete, oft die halbe Macht hindurch.
Vor ihm aufgeschlagen lag das große Haupt- Puch, dessen einzelne Seiten mit dichten Zahlenreihen bedeckt waren. Eugen Mertens stützte den Kopf in die Hand. Nur manchmal seufzte er tief teuf. Heinz war vor einer halben Stunde fort- gegangen. Er hatte den Bruder wiederholt bestürmt, ihm aus der ärgsten Klemme herauszuhelfen, seine Gläubiger bedrängten ihn jetzt hart, vnd er wußte nicht mehr aus noch ein. Er hatte gebeten, gefleht, zuletzt geflucht und aedroht, sich das Leben nehmen zu wollen, aber Eugen mar fest geblieben. Solche Szenen hatten sich schon zu ost wiederholt und wirkten deshalb nicht mehr. Eugen wußte ganz genau, daß Heinz in seinem Unverbesserlichen Leichtsinn nur noch bestärkt wurde, wenn man ihm immer nachgab. Nun «nutzte er endlich einsehen, daß für ihn nichts ßnehr zu hosten loar. Mochte er sich selbst helfen. Mugen konnte es nicht mehr.
Krachend hatte Heinz die Türe hinter sich mi-< tzeschlagen, Eugen sah ihm nach, wie er über die
übrigens wie kein anderer Chinas, selbst großen Schlachtschiffen bei jeglichem Wetter erlaubt, ganz nahe der Küste zu liegen, unbefestigt ge- laffen hat. An dieser Politik scheint man aber auch weiterhin noch festhalten zu wollen, wie ans den von Seiten der Regierung vor wenigen Tagen im Parlament abgegebenen Erklärungen hervorgeht.
England wäre nun tatsächlich in der Lage, nach einem Aufhören der russischen Okkupation Weihaiwei aufzugeben, ohne weder sein Prestige in Ostasien zu schmälern, noch das eigene nationale Ebrewvfinden dabei zu verletzen, da eine solche Handlungsweise, womöglich unter dem Deckmantel der Wiederherstellung der Integrität Nordchinas, sich lediglich als eine Erfüllung der Bedingungen der Konvention vom Jahre 1898 binstellen ließe. Dadurch würde aber dann gleichzeitig eine für Deutschlands Stellung in Ostasien wenig günstige Diversion geschaff-n. Nun hat allerdings unterdessen die ungeahnte Entwickelung der Dinge in Ostasien den Wert und die Bedeutung Weihaiweis als Flotten- bezw. Handelsstützvunkt derart wachsen taffen, daß eine Rückgabe Weihaiwei« an China wohl als außerhalb des Bereichs der Möglichkeit liegend betrachtet werden muß. England ist sich sehr wohl bewußt — wenigstens deuten genügend Anzeichen in seiner Preffe darauf 6in —, daß auch der japanische BundeSgenoffe schließlich ein recht unbequemer Nachbar werden kann, vor allem, wenn es ihm gelingen sollte, China zur Turführung seines wirtschasflichen Programms mit der Parole: Los von Europa! willfährig zu wachen. Hier haben wir in erster Linie die sogenannte „gelbe Gefahr" zu suchen. Freilich kann gerade die wirtschaftliche Frage wieder die Veranlassung zu kriegerischen Verwicklungen fein, wie wir dies beim jopanisch- russichen Krieg zu beobachten vermochten.
Niemand dürfte sich in Deutschland der Tatsache verschließen können, daß uns in Japan, welches schon jetzt mit nur schlecht verhehlter Mißgunst auf die Erfolge deS deutschen Kaufmanns in Ostasien blickt, über kurz oder lang ein äußerst gefährlicher wirtschaftlicher Konkurrent erstehen wird, der noch dazu, infolge der günstigen geographischen Lage, in kürzester Zeit sein militärisch - maritimes Schwergewicht in die Wagschale des Erfolges werfen kann. In der Döveche Coloniale versuchte kürzlich der franzöfiche Oberft Pöroz den Nachweis zu erbringen, daß bei einem deutsch-japanischen Konflikt die Japaner Tsingtau nehmen könnten, bevor die deutschen Schiffe den Suezkanal passiert hätten und daß der deutsche Handel im fernen Osten, jeder Unterstützung und jedes Schutzes entbehrend, beim Beginn der Feindseligkeit der Zerstörung preisgegeben wäre. Obwohl hier der Wunsch der Vater des Gedankens ist, so hat der Mann an und für sich leider Recht, so lange der Ausbau unserer Flotte nicht rascher gefördert wird! 68 ist hier nicht beabsichtigt,
„Was ist denn geschehen?" fragte Eugen.
Die Kinder fuhren erschrocken zusammen. Sie mochten den Frager in der Dunkelheit nicht bemerkt oder geglaubt haben, er fei längst fortgegangen.
„Ein Offizier hat sich drüben in d-r Kaserne erschossen," sagten sie gleichzeitig wie aus einem Munde.
Eugen fühlte, wie ihm das Herz stillzustehen drohte vor jähem Schreck. Eiseskälte rann ihm plötzlich den Rücken hinab, er fuhr mit der Hand über die Stirn, machte eine Bewegung, um auf- zustehen, aber die Knie zitterten so heft' \ Lar, er wie kraftlos wieder aus die Bank zurücksank. Vor seinen Augen begann sich alles im Kreise zu drehen, in den Sckllä'm hämmerte es in rasendem Tempo. Er brauchte lange, bis er sich zu der Frage aufraffte: „Wie hieß denn der Offizier?"
„Wir wissen eS nicht," lautete die zögernd gegebene Antwort.
„Und — ist et — tot?"
„Ja, ganz tot, er soll gleich nach der Leichenhalle gefahren werden; darum sind wir davon gelaufen. Wir mögen den schwarzen Wagen nicht sehen, da fiirchtet man sich."
Waren die.Kinder vorl er übermütig umhergetollt, fo standen sie jetzt schweigend beisammen und warfen scheue, ängstliche Micke hinüber nach dem fast unheimlich still daliegenden Gebäude. Auch Eugen schwieg. Seine Phantasie zeigte ihm ein gräßliches, entsetzliches Bild. Eine' jungen, schonen Offizier, der die Züge seines Bruder- trug, blittüberffrömt, mitten durchs Herz geschossen, — leblos am Boden liegend, die Aiigen, die immer so lochend und so sonnig in die Welk geschaut, nur halb geschlossen, — starr — glanzlos. --Eugen sah, tote diese Augen sich vor
wurfsvoll auf ihn richteten, wie sie ihn anklagteL ibn verdammtenk Er stöhnte leise auf. (Forts, fj
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Umschau.
Die Mittelmeerfahrt des Kaisers.
Ans Messina wird vom Samstag, 8. ds., gemeldet:
Die Kaiserin ist heute vormittag 8 Uhr 40 Minuten hier eingetroffen. Sobald der Zug eingelaufen war, hißten die Schiffe des Geschwaders die deutsche Flagge und gaben Salutschüsse ab, auch die Kanonen des Forts gaben Salut. Musikkorps auf Schiffen und am Ufer spielten die deutsche Nationalhymne, die Mannschaften der Schiffe und die Marinetrupven der Küstenverteidigung brachen in Hurrarufe aus.
Am Freitag abend 7Vz Uhr hat die . ,en- zollern" mit dem Kaiser an Bord die Kreuztour im Mittelmeer angetreten, gefolgt von dem Torpedoboot „Sleipner" und dem Kreuzer „Friedrich „Karl". Vorausgegangen war dem K.ouzcr „Hertha", lieber Neapel stand die Mondsichel. Die Lichterreihen der Häuser zogen sich an den Hohen von Vomero und San Martino hinauf. Die italienischen Kriegsschiffe hatten illuminiert. Eine Viertelstunde später lag der ganze Golf vor uns. Vom Posilippo über Neapel bei Castella- mure und Sorrent schimmerten die Ortschaften in abendlicher Beleuchtung in einer einzigen Lichtkette, aus der die illuminierten Panzer ime gol- bene Türme herausragten. Rechts lag die dunkle Masse des Vesuvs. Ans seinem Krater wälzte sich von Zeit zu Zeit eine blutrote, glühend. Äolke. Heute morgen 5 Uhr passierten wir Stromboli. Um 8 Uhr kam Messina in Sicht. Der Kreuzer „Hertha" traf, der „Hotzenzollern" vorausfah- rend, vormittags 7% Uhr bereits in Messum ein. 10 italienische Torpedoboote fuhren der Hohen- zollern entgegen, um sie zu geleiten. Mit dem italienischen Geschwader, das im Hafen i- Parade lag, wurde Salut gewechselt. Die Paläste des Korso, dahinter die arünen Berge Ci liens, lagen in hellem Sonnenschein. Eine ungeheure Menschenmenge am Ufer und in vielen Booten brachte lebhafte Ovationen dar. Die „Hohen- zollern" ging an die Boje, „Friedrich Karl" und „Sleipner" machten am Kai fest, wo die „Hertha"