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mit dem KmMatt für Vie Kreise Marburg und Kirchhaiu.

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Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag- Joh. Aug. Koch, UmvcrsrtStS-Buchdruckerei Marburg, Markt 21. Telephon 55.

Marburg

Sonntag, 9. April 1905

Vierteljährlicher Bezugspreis, bei oer Expedition 2 TR'g QX bei allen Postämtern 2L5 Mt. ^cxct. Bestellgeld).

*'= Ov Jnsertionsgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 1V Pfg.

Reclamcn: die Zeile 25 Pfg.

40. Jahrg,

Zweites Blatt.

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NeueAe Telegramme.

v. Berlin 8. April. In absehbarer Zeit ist Die Herbeiführung einer Verständigung darüber gu erwarten, daß zur Regelung deS Verkehrs jfitit Kraftfahrzeugen auf öffentlichen Straßen kund Plätzen gleichlautende Polizeivorschriften in vllen Staaten des deutschen Reiches von den «andesbebörden erlaßen werden.

: Frankfurt a. M., 7. April. Wie die ,Frkf. 3tg.N meldet, erteilt die Senkenbergische ^Ratursorschende Gesellschaft ihren Sömmering» Preis, der zu Ehren des Frankfurter Natur­forschers Samuel Thomä v. Sömmering im Jahre 1837 gegründet wurde und alle vier Jahre demjenigen deutschen Naturforscher zner- ,kannt wird, der die Physiologie im weitesten Sinne deS Wortes in dem verflossenen Zeit- taum am meisten gefördert hat, diesmal dem Professor Dr. Haberlandt-Groz für seine Arbeit überDie Sinnesorgane im Pflanzenreiche zur Perzeption mechanischer Reize".

SLttttgart, 7. April. DemStaatSanz." zufolge hat der König dem gegenwärtig hier weilenden Hauptmann der Schutztruppe Franke, dem Sieger von Omaruru, das Ritterkreuz des Ordens der Württembergischen Krone mit Löwen und Schwertern verliehen.

Kiel, 7. April. DerKieler Zeitung" zu­folge verlautet, daß in diesem Jahre ein ameri» kanisck.es Geschwader zu den großen Regatten in Kiel eintreffen werde. Als Führer der Flottenabteilung werde Admiral Davis genannt.

Neapel, 7. April. Kaiser Wilhelm ließ Minister Tittoni sein Porträt mit einer Widmung Überreichen. Der König machte dem Grafen Eulenburg ein entsprechende» Geschenk.

Paris, 7. April. In der heutigen Jahres­versammlung der französischen geographischen Gesellschaft wurde dem Professor DrhgalSki für feine grönländischen und antarktischen Forschung?« reisen die goldene Medaille des Alexandre de la iRoguetre-Preises verliehen.

Brüssel, 7. April. Die beiden ersten Sitzungen der ständigen Zuckerkommisfion, welche 'gestern und heute stattfanden, waren dem Be- richte über die Abänderungen des Zucker ste uer« Regimes mehrerer Länder gewidmet, bt-wx Her. fünfte von Ausgleichszöllen betroffen wurden. Die Prüfung deS Berichtes harre für einige Länder eine Revision der früher getroffenen Be­stimmungen zur Folge, für andere die Forderung einer ergänzenden Untersuchung, die die Kom­mission über die wahre Lage in diesen Ländern unterrichten soll.

Lissabon, 7. April. Durch die anhMe- de Dürre und außerordentliche Hitze ist die Ge­treideernte schwer bedroht.

Sofia, 7. April. (Meldung desWiener K. K. Telegr.-Korresp.-Bureaus'.) Die bul­garische Regierung fährt fort, gegen die Maze­donier strenge Maßnahmen anzuwenden.

« No.stvruck verboten.)

Ungleiche Brüder.

Original-Roman von Irene von Hellmuth.

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r .Na, Kinder, nehmt es mir nicht übel, über verstehe ich nicht. Ich meine, ein jeder muß sich nach der Decke strecken können. Das ist die einfache Lebenskunst. Mir scheint jedoch da§ hast Du nie gelernt, liebe Adelheid. Und b..? ist Dem größter Fehler. Du erziehst Deine Tochter grundfalsch, lehrst sie, daß sie wunder welche An- spruche! machen darf, obgleich sie dazu gar keine Berechtigung hat. Und was wird das Ende sein? Wenn sie sieht, daß das Leben ihr nicht hält, ivas es versprach, wird es ein Klagen und Jammern jgeben, und Unzufriedenheit und mürrisches Wsten Ut dann die Folge. Hättest Du das Mädchen ein- fach bürgerlich erzogen, hättest sie kochen, wo' s en, flicken gelehrt, es wäre viel besser gewesen." ... »Dann _ hätte Else einen Schuster heiraten -können, rief Frau Adelheid im höchsten Aerger.

Und glaubst Du, daß das eine so große Schande Ware? Jeder in seinem Stand kann Tüchtiges leisten, selbst wenn er ein Schuster ist! Ich habe schon vor manchem Handwerker Viel mehr Hochachtung empfunden, als vor einem vornehmen Müßiggänger, der unserm lieben Herrgott die Tage abstiehlt! Ein vernünftiger Mensch wird jedn Arbeiter, lebe;, Taglöhner Hochaasten, wenn er den Posten ichttg aussüllt, «ms den er gestellt ist. Wer seine Pficht tut, ist ehrenwert, sei er, wer er tooffe.

Schuluriterhaltung und Lehrer­besoldung.

Der sogenannte Kompromißantrag vom 13. Mai 1904 enthält in seinem zweiten Teile die Forderung,bei Neuregelung der Schulunter- Haltungspflicht. für die Beseitigung unbilliger Ungleichheiten in der Belastung der verschiedenen Schulverbände und in der Höhe des Dienstein- kommens der Volksschullehrer zu sorgen". Dieser Teil des Kompromißantrages ist vom Abgeord­netenhause der Unter, ichtskommission zur Vorbe­ratung überwiesen worden und wurde kürzlich in der Kommission verhandelt.

Es wurden mehrere Anträge gestellt zur Be­seitigung der unbilligen Ungleichheiten in der Höhe der Lehrerbescldung. Namentlich verlangte ein Antrag erhebliche Erhöhung der Besoldung: für erste und alleinstehende Lehrer an Schulen mit nicht weniger als dreißig Schülern -2J) Mk. Grundgehalt und 130 Mark Tienstalterszulage; für die übrigen Lcbrer 1100 Mark Grundgehalt und die gleiche Dienstalterszulage. Sotveit die Leistungen der Schulverbände für die Volksschule hierdurch auf mehr als 50 Prozent des Sollauf- kommens an Staatseinkommensteuer erhöht wer­den, sollen die Mehrausgaben aus der Staats­kasse erstattet werden event. unter Erhöhung der Perfonalsieuern. Nach einem andern weitergehen, den Anträge sollte da? Grundgehalt mindestens 1350 Mark, die Alterszulagen mindestens 150 Mark betragen.

Die Regierungskommissare erklärten, die Staatsregierung stehe auf dem Stondvunkte, daß man der Frage einer Revision des Lebrerbesol- dungsgesebes erst dann näher treten könne, wenn das Volksschulunterholtungsgesetz verabschiedet sei, da erst dann die Gestaltung des Wesens der neuen Träger der Schulunterhaltung und ihre Leistungsfähigkeit überschaut werden könne. Das Lehreraxhalt solle auskömmlich sein und es solle den örtlichen Verhältnissen und den Verhältnissen der, Unterhaltungsvflichtigen entsprechen. Die Freizügigkeit der Lehrer dürfe nickt beschränkt werden und es solle doch eine gewisse Stesigkeit und Beruhigung erreicht werden.

Dazu hielten aber die Regierum ^Vertreter die beiden vorliegenden Anträge nicht für geeig­net. Der erstangeführte Antrag würde bei seiner Verwirklichung eine Konkurrenz zwischen Stadt und Land Hervorrufen, so daß man nach fünf bis sechs Jahren auf dem alten Fleck stünde. Sckon die gegenwärtige Belastung durch die augenblick­lich vorhandenen Volksschussasten, insbesondere durch die Aufbringung der Kosten für Sckulbau- I ten, gebe zu lebhaften Klagen Anlaß. Es sei aber nicht ratsam, nun gleichzeitig auch noch eine ganz neue, sehr erhebliche Belastung der Unterbal- I tungspflichtigen durch eine bedeutende Erhöhung I der Lehrergebälter ins Auge zu fassen. Vielmehr I fei zu empfehlen, die Fragen gesondert zu be- I bandeln und zunächst einmal die Neuregelung I der gegenwärtig vorhandenen Unterhalt!!---slast I durchzuführen. I

Was den zweiten, weiteraehenden A .rag be- I trifft, so erklärten ibn die Regierunasvertreter I für unannehmbar. Man würde sonst in das I volle System der Staatsschule geraten, nur mit I der Besonderheit, daß nickt die staatlichen Fakta- I rett, sondern die Gemeinden die Höbe der Aus- I gaben zu beschließen haben. Aber auck die Re- I

Else bekam einen gelinden Schauder, wenn sie sich den Onkel in ihrem zukünftigen Salon dachte, und sie nahm sich vor, ihn möglichst fern zu halten. Seine Art, jedem ungeschminkt und ohne Rückhalt die Wahrheit ins Gesicht zu sagen, konnte wohl für Amerika Passen, aber in feineren europäischen Kreisen ging das nach ihrer Ansicht unmöglich an.

»Den Deinen sitzt der Hochmutsteufel im Nacken," äußerte sich Onkel Fritz in ehrlichem Zorn gegen Eugen,ich denke, ich täte wirklich besser,, auszuziehen: es gibt hier so vieles, was mich ärgert und Aerger schadet mir immer. Ich habe dann keinen Appetit und das ist bedauer­lich. Uebrigens habe ich das Gefühl, als ob mich Deine Mutter hinausekeln möchte, denn das Essen ich schon mehr als einfach. Dabei sieht die ganze Führung des Haushaltes gar nicht darnach aus, als ob bei Euch immer so ge­wöhnlich gekocht würde. Es ist doch alles auf großen Fuß eingerichtet, und da sollte gerade am Essen gespart werden? Das will mir nicht ein­leuchten. Und wenn mich nicht alles täuscht, so sah ich heute, als ich an der Küche vorbeiging, etwas auf dem Herde stehen, das einem Gans­viertel zum Verwechseln ähnlich sah, obwohl ich seit meinem Hiersein noch nicht derartiges auf meinem Tisch erblickte. Du mußt nämlich wissen, ein knusperiges Stückchen Gänsebraten gehört mit zu meinen Passionen, ich habe dafür stets einfaible" gehabt. Na, morgen esse ich im Re- flagrant: hier paßt es mir nicht mehr."

Aber, liebster Onkel," suchte Eugen den alten Herrn, der sich in Eifer geredet, zu beschwich-

I gierung wolle einstweilen weitere Maßnahmen I zur Ausgleichung von Härten treffen. Es seien I daher durch den Etat für 1905 bei Kap. 121 I Tit. 34 200 000 Mark mehr eingestellt, um I solche Härten auszugleichen. Sollten diese Sum- I men nicht ausreichen, so müsse sich die Staats- I regierung Vorbehalten, eine Erhöhung dieser I Summe in das Auge zu fassen. Zu einer defini- I ttven Revision des Lehrerbesoldungsgesetzes sei I aber der Zeitpunkt noch nicht gekommen.

I Die Kommission war, derKreuzztg." zufolge, I ebenfalls der Meinung, daß man erst die Schul- I Unterhaltung regeln solle, daß eine Revision des I Lehrerbesoldungsgesetzes erforderlich sei, daß I aber inbetreff der Besoldungsverhällnisse ein I Provisorium geschaffen werden müsse und zwar I sw daß der Staat in die Lage gesetzt werde, er* I höhte Zuschüsse zu leisten. Die Kommission be- I schloß daher, die Staatsregieruna zu ersuchen:

I 1. in den Entwurf eines Gesetzes, betr. die I Unterhaltung der öffentlichen Volksschulen, Be* I Stimmungen aufzunehmen, durch die eine wirk­same Entlastung der überlasteten leistungsschwa-

I chen Verbände im Sinne der Gesetze wegen all* I gemeiner Erleichterung der Volksschullasten und I des Lehrerbesoldungsgesetzes her beigeführt wird. I 2. nach Durchführung der Neuordnung der I Schulunterhaltungspflicht ohne Verzug die Re- I Vision des Lehrerbesoldungsgesetzes vorzunehmen, I namentlich in der Richtung, daß das Grundgehalt I und die Dienstalterszulagen erheblich erhöht werden;

3. bis dahin durch angemessene Erhöhung des in Kap. 121 Tit. 34 des Staatshaushaltes für 1905 ausgesetzten Fonds die Beseittgung der vor­handenen Härten zu erleichtern.

Dieser Beschluß, der vom Plenum bestättgt werden dürfte, wird als das angesehen werden müssen, was unter den heuttgen Verhältnissen als erreichbar zu errafften ist. Dadurch wird sowohl den berechtigten Wünschen der Lehrerschaft als auch den begründeten Einwänden, die in der Kommission geltend gemacht worden sind, ent* gegengekonmien.

Umschau.

Die Monarchenbegegnung in Neapel.

Ueber die Festlichkeiten aus Anlaß der Be­gegnung Kaiser Wilhelms mit König Viktor Emanuel wird aus Neapel vom 6. noch berichtet:

Nach dem Besuch im Aguarium machten der Kaiser und der König eine Spazierfahrt im Auto- mobil nach dem Posilivpo und nach Bagnoli, von der sie nm 6 Uhr zurückkehrten. Der Kaiser be­gab sich dann an Bord derHohenzollern" zurück und empfing dort die deutsche Kolonie. Um acht Uhr abends begab sich der Kaiser nach dem Pa­lazzo Reale, wo das bereits geschilderte Gala­diner stattfand, an das sich eine Galavorstellung un Theater San Carlo mit demRoland von Berlin" anschloß. Für die Galavorstc ung war das Theater San Carlo in herrlichster Weise mit Blattpflanzen und Blumen geschmückt. An jeder Loge prangte ein Strauß mit Bändern in den deutschen und den italienischen Farben, das Pros- zentum glich einem Blumentepvich. Die königliche Loge erstrahlte in herrlichster Beleuchtung. Mele Damen, Mitglieder des Konsularkorps, die Offi- ziere der Garnison und die ganze deutsche Ko- lerne wohnten der Vorstellung bei. Der Kaiser tigen.Mama wird untröstlich sein, wen:, sie erfährt, was Du beabsichtigst."

O, das glaube ich nicht," beharrte Fritz - Hebart trocken,sie wird vielleicht untröstlich j scheinen, das gebe ich zu, aber, verlaß Dich dar- auf, sie möchte mich los sein! Bei ihr weiß man ja nie, was echt und was falsch ist. Herr- gott, frage ich, mich immer, ist denn das meine Schwester? Sie war als Kind ein so liebes, her­ziges Ding, und nun, io verändertI laude mir,

Eugen, ich bin ein feiner Menschenkenner, ich habe gelernt, auf den Gesichtern zu lesen. Schon als ich bei Euch eintraf, da wußte ich es ganz genau: Sie hatte einen Mann erwartet, der ihnen seinen unermeßlichen Reichtum in den Schoß schüttet, deshalb dieser Aufwand an I Liebenswürdigkeiten, dieses Entgegenkommen. I Wie der Mensch selbst fein würde, darnach frag- I ten sie nicht, nur fein Geld wollten sie haben. Du I bist eine Ausnahme, Du und Tein Vater, und um Euretwillen tut es mir leid, daß ich nicht mit I Glücksgütern gesegnet bin, aber die andern, I nein, die würden nichts bekommen, selbst | wenn ich mein Geld mit dem Scheffel messen könnte. Ich hasse nichts mehr, als Lüge und Mrstellung, und die andern,_ die lügen ja alle. Das heißt, .Heinz vielleicht weniger, denn er hat mir ziemlich deutlich zu verstehen gegeben, daß ich ihm höchst gleichgilsig fei. Ja, ja, da hat n'.an sich durch die Welt geschlagen, und gehofft, seine allen Tage bei liebenden Verwandten zu- bringen zu können, bringt ein ganzes Herz voll Liebe mit, und muß nun erfahren, daß man hübsch bleiben konnte, wo man war, wenn man weiter nichts mitzubringen hat."

und der König erschienen um 10 Uhr in der Loge und wurden, mit begeisterten Zurufen begrüßt, die Musik spielte die italienische und die deutsche Hymne, und die Mitglieder der deutschen Kolonie brachten nicht endenwollende Hocks aus. Der Kaiser trug Husaren-Uniform mit dem Annan- ziatenorden, der König hatte den Schwarzen Ad­lerorden angelegt. In den anderen Logen wohn­ten die Minister Tittoni und Mirabelle, Obec- hofmarschall Graf Eulenburg, General onsul von Rekowski und die,Offiziere der deutschen Schiffe der Vorstellung bei. Um WA Ubr verließen bet Kaiser und der Königin das Theater. Viele Blu­menarrangements sind an Bord derHohen­zollern" gebracht worden. In der Stadt waren abends zahlreiche Gebäude festlich beleuchtet, ebenso hatten dieHokmzollern", dieHamburg" und sämtliche deutsche und italienische Kriegs­schiffe illuminiert.

Die italienische Presse begrüßt die Begegnung sehr sympathisch.Popolo Romano" schreibt in Besprechung der Trinksprücke in Neapel: Jedes Wort der Huldigung und Ehrerbietung für den großen Monarchen der befreundeten deutschen Nation wäre übersssissig. Denn ans der innigen Begrüßung und dem herzlichen Trinksvruche un­seres Königs sprechen die Gefühle des ganzen italienischen Volkes, welches auch bei Gelegenheit dieses hochwillkommenen Besuches den heißesten Wünschen für die kaiserliche Familie Ausdruck gibt und die Bande ausrichtigster Freundschafl für das deutsche Volk aufs neue befestigt.

Die Korrespondenten der Pariser Blätter in Neapel sticken den Empfang Kaiser Wilhelms als kühl zu sckildern. Der Korrespondent desMa- tin* telegraphiert: Die offizielle Well bemüfi- sich, die Begegnung als einen einfachen Akt Courtoisie darzustellen und alles zu verm.id- was Anlaß zu Jnterpretattonen geben könw die die Regierung und die öffentliche Meimim nicht wünschten. Der Korrespondent desFigaro ' sagt, es wäre den italienischen offiziösen Kressen lieber gewesen, wenn der Besuch zu anderer Zeit und nicht am Taae nach den Zwischenfällen ' Marokko stattgestinden hätte.

Der rttssilch-jayanische Kriea.

DieTimes" lassen sich aus Petersburg melden, daß die Javaner amtlichen Nachrickter zufolge versuchen, in halbmondförmiger Auf stellung gegen die Russen Vorzug eh en. Oku be febliqt den linken Flügel. Nogi und Nodzu da Zentrum, Kuroki und Kawamura den rechter Flügel. Die Gesamtstärke deS japanische» HeereS soll sich auf 475 000 Mann belaufen. General L newltsch wird angeblich genötigt fein, den Rückzug fortzufetzen, da er sonst Gefahi läuft, von den Japanern umgangen zu werden.

Petersburg, 7. Avril. Ein Telegramm deS Generals C^arkoewitsch vom Generalstab meldet heute: Gestern zwangen unsere Jäger japanische Kavallerie, sich von Erdaheze noch Tiuluchu zurückzuziehen. Eine unserer Ab. teilmren, die am Morgen deS 4. April Tüntsatua erreichte, zwang den Feind, der 6000 Chunchusen bei sich hatte, zum Kamps. Heber den Ausgang sind keine Nachrichten eingegangen.

Tokio, 7. April. Die Hauptmacht der Russe", welche in der Nachtbar sckaft von

Der alte Herr schien sehr betrübt zu sein.

Du siehst zu sckwarz, lieber Onkel," be­gütigte Eugen, obwohl er sich selbst sagte, daß es sich in Wirklichkeit genau so verhielt.Mama mag ihre Fehler haben, aber so schllmm ist sie nickst Die Liebe zu ihrem einzigen Bruder kann nick ganz in ihr erstorben sein.

Ja Du, ich erkannte das sofort, Du bist anders als jene," klang es fast zärtlich von des Onkels Lippen.Ich denke mir das so schönk Weißt Du, wenn Du heiratest, dann richtest Du für mich ein Plätzchen her, wo ich ungestört bin. Offen gestanden. Dich habe ich gleich ins Herz geschlossen, und wenn Tu eilte Frau nimmst, mußt Tu es gleich mit ihr ausmachen, daß ich bei Euch wohnen kann. Ich denke, sie wird den alten Onkel schon ein wenig lieb gewinnen, ich bin ja jetzt so ganz allein."

Eugen seufzte.

Schade," sagte er,das Bild, das Du da entrollst, ist sehr schön, aber es wird leider nur ein Bild bleiben."

Und warum?"

Weil weil ich mich wahrscheinlich nie ver­heirate"

O? Sok Sm!" machte der Onkel ge­dehnt, und seine hellen, klugen Augen ruhten forschend auf dem seltsam veränderten Gesicht des Neffen.

Und das weißt Du schon so ganz bestim

Ja, Onkel, ganz bestimmt. Jetzt weiß ich es."

Ach, also eine unglückliche Liebe, das tut mir leib."