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Vierteljährlicher Bezugspreise Da oet Exprdilion 2 ML, ba allen Postämtern 2,25 Mk. ^excu Bestellgeld).
JnsertionSgebühr: die gespaltene Zeile oder ocrcn Raum 10 Pfg.
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Marburg
Sonnabend, 8. April 1905.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag' Joh. Aug. Koch, UnwcriitStS-Buchdruckerei
Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
40. Jahrg.
Zweites Blatt.
Chinesische Rechtspflege.
Die Justiz im heiligen Reich der Mitte erscheint in den weisen Gesetzen und Vorschriften gerechter und geordneter als sie in Wirklichkeit ist. Ein französischer Beobachter, der Oberstleutnant Berraux, teilt in „Le Tour du Monde" interessante Einzelheiten mit, die er während der Boxerunruhen und internationalen Besetzung des Landes von 1900/01 gesammelt hat und die über den Gang der chinesischen Rechtsordnung allerhand Neues enthalten. Der Mandarin ist der oberste Gerichtsbeamte seines Distriktes, er hält seine Sitzungen an einem bestimmten Tage ab und spricht frei oder verurteilt, straft oder begnadigt, aber in Wirklichkeit ist nicht er es, der , die Entscheidung herbeiführt, sondern einer seiner Untergebenen, der Rechtsgelehrte. Dieser ist im Grunde die wichtigste Person; er prüft die Fälle, hat sein Ohr überall, er gibt dem Mandarin sein Urteil ab. Darum muh er auch vor allem unbestechlich und unbeeinflußbar sein; in weiser Voraussicht dessen bestimmt das chinesische Gesetz, daß er niemals mit den Parteien direkt verhandeln darf, er soll als unabhängiger Beobachter über dem Ganzen stehen. Doch diese Bestimmung steht wie so viele andere im chinesischen Recht nur aus dem Papier. In Wirklichkeit gibt es kein Land, in dem es bestechlichere Richter gibt und ungerechtere Urteile gesprochen werden, als in China. , Nirgends auch ist das Recht mehr in Formalitäten erstarrt, und dennoch gibt es nirgends mehr Prozesse, als im himmlischen Reich. Jemand, der sich mit dem Gericht einläßt, wird zunächst einige Monate hingelwlten und muß immer wieder bezahlen. Schließlich wird seine Klage angenommen, dafür muß er wieder eine größere Summe bezahlen. Dann rücken einige Unterbeamte bei ihm ein, um die Sache zu untersuchen, setzen sich bei ihm fest, zehren ihn fast bei ülendigem Leibe auf, wie die Dragoner Ludwigs XIV. die armen Hugenotten, und der Chinese ist so gewöhnt an diese Aussaugung durch die Gerichtsbeamten, daß er alles geduldig erträgt und doch immer wieoer klagt, immer wieder bei allen Streitigkeiten das Recht anruft. Bei den schweren Verbrechen und großen Prozessen erscheint der Mandarin selbst mit seinen Dienern und Experten, die Sache zu l sschtigen und zu untersuchen. Diese Sachverständigen müssen ebenfalls bestochen werden, sonst wird man von ihnen kein günstiges Gutachten erhalten. Sie werden dann vielleicht bei einem Mord erklären, wenn der Mörder sein Geld nicht gespart hat, daß der Tod durch einen Unglücksfall herbeigeführt worden sei, werden vielleicht die Wunden durch Ueberfahren von einem Waaeu erklären und durchblicken lassen, daß der Kläger ein gemeinsamer Verleumder sei. Die Gerichtsverhandlungen finden endlich ohne alle Feierlichkeit unter dem Zusammenlauf einer großen Menschen- menge statt; Frauen treten als Zeugen auf, ihre Kinder an der Brust nährend; Kläger und Angeklagte stehen durcheinander, doch sind alle Ange- klagten gefesselt, was sie auch für ein Verbrechen begangen haben mögen. In großen Haufen schauen die Chinesen zu; wie sie selbst immer bereit sein müssen, die Bastonnade zu empfangen, so freuen sie sich auch, dem Vollzug bei anderen zuzusehen. Advokaten gibt es in China nicht. Doch gibt es Vermittler, die zwischen den Parteien eine Versöhnung mstreben. Fürchtet der rme Teil Unrecht zu bekommen, dann lädt der
Der ewige Jude im Hinterlande.
Mach einer Sage aus dem Jahre 1812.)
Der sturmempörten Riesenwoge gleich. Die grollend gegen die Gestade donnert. Um bald darauf in wilden Wasserstürzen Zurückzutaumeln, halb im Sand verfiegeud, So fluteten des kühnen Korsen Scharen Aus Rußlands Leichenfeldern todcsmott Als Trümmerhaufen durch die deutschen Gaue. Die Kunde von dem Weltereignis drang Biß zum entlegenen waldumträumten Dörfchen Wie müder Klang, der sich im Wind verirrt. Doch ward das tiefe Winterjchweigen nicht Durch der Kolonnen dumpfen Tritt gestört. Wie eine Friedensinsel lag das Tal Weit abseits von dem wirren Weltgetriebe. — Da stieg ein fremder Mann zur Abendstunde Vom nahen Hang ins bunlle Dorf hinab, ©ein langer Mantel flatterte im Winde, Weiß wallte ,hm der Bart bis an den Gürtel. Und eisgrau hing fein Haar in langen Strähnen. Le, einem reichen Bauern kehrt' er ein, vom Hofhund unwirsch mit Gekläff empfang«. Trüb glomm die Rübölflamme aus dem Tisch, And staunende Gesichter starrten ihn AuS halrem Dämmer fremd und fragens an. Scheu streifte mancher Blick fein Angesicht, jn8 tiefe Furchen dichtgedrängt durchquerte». Als ob Jahrhunderte am Werk gewesen. Hier ihre Runenzeichen einzugraben.
Durch dusch ge Brauen glühe ein Augenpaar
Vermittler auf seine Kosten den anderen Teil zu einem Mal, und wenn sie vollgegessen und betrunken sind, suchen sie sie zu einem Ausgleich zu überreden. Der Vermittler kennt olle Schliche und Ränke des Prozeßverfahrens, weiß, wie man am besten besticht, wie man durch Androhung einer Gegenklage einschüchtert. Auch die Gerichtsdiener helfen vielfach den Parteien und man kann fast sagen, daß die eine Hälfte der Bevölkerung Chinas Prozesse führt und die andere ihnen dabei hilft und daraus Nutzen zieht. 93e; der Verhandlung spielt der Rechtskundige die Hauptrolle. Ter Angeklagte leugnet, er ist im Bewußtsein völliger Unschuld, doch der Rechtsgelehrte erklärt, daß er schuldig sei; er muß es fein. Man wendet die Tortur an; zunächst wird er au: den Bauch gelegt und erhält 20 Schläge auf dem entblößten Rücken. Dann neue Fragen, erneutes Leugnen. Nun geht'S wieder los, er bekomm" Schläge auf die Hände, Ohrfeigen, schließlich 50 oder 100 Stocksckläge, bis das Fleisch aufschwill und Blut fließt. Der Chinese ist weniger ner- bös, als der Europäer, er verharrt in stoischer Ruhe,' bis er den Schmerz nicht mehr erträgt unö ein Verbrechen ein gesteht, das er nicht begangen; der Reiche wird dann eingesperrt und kann sich mit einer größeren Summe wieder loskaufeu; der Arme wird gefangen gehalten, solange es dem Mandarin gefällt. So vollzieht sich die chinesische Rechtsprechung, die nach dem Gesetz so gerecht und menschenfreundlich ist. In den Gefängnissen sollen eigentlich die Leute wilde behandelt werden; trotzdem sterben sehr viele, so daß man sich fürchtet, sie durch die Eingangspforte hinaustragen zu lassen. Sie werden durch ein Loch fortgeschafft, das man wieder zustopft. Dies ift der schrecklichste Schimpf und die schwerste Beleidigung, die man einem Chinesen antun kann. Sein schlimmster Fluch lautet: „Mögest Du durch daS Loch auS dem Gefängnis geschafft werden!" Die Gefangenhaltung gilt nicht eigent- P" als Strafe; sie wird auch nicht nach Tagen, Monaten und Jahren abgemessen. Dos Gefäng- niS ist mehr eine Art Wartesaal, in dem der Ge- fangme festgehalten wird, bis er durch Bezahlung einer Summe ein Verbrechen gesühnt, seine Schulden bezahlt, gestohlenes Gut wiedergegeben hat oder auch bis eS dem Mandarin gefällt, ihn herauszulassen. Mancher muß freilich bis zu seinem Tode warten. Unter den vielen Strafen des chinesischen Rechts f!nfc die beid.a gebräuchlichsten : die Bastonnade und der Block, jener Klotz mit Löchern für Kopf und Hände, den der Verbrecher tragen muß. Die Bastonnade hat einen väterlich gütigen Anstrich. Der Gezüchtigte muß sich dreimal vor dem Richter hinwerfen und ihm für die Sorae danken, mit der er darauf bedacht ist, ihn zu bessern und zu erziehen. Für die Schriftgelehrten existiert eine besondere Strafe, die in dem Auswendiglernen von Stellen berühmter Schrifssteller besteht. Verbannung kommt häufig vor, und es gibt verschiedene Formen der Todesstrafe, von der Zusendung des seidenen Stricks an hohe Beamten bis zur Erdrosselung und bem Kopfabschneiden.
Deutsche Kolonien.
Südwestafrika. Aus Swakopmund wird der „Weltkorr." geschrieben: DerBuschkrieg steht bei un? jetzt in vollster Blüte, kleine Herero- und Hottentotten • Banken streifen im ganzen Lande umher, stehlen Dieb, überfallen schwächere Posten und marschierende Abteilungen und sind meist mitsamt der Beute verschwunden, wenn man unsererseits die Berfolgung oufnimmt; gelingt eS auch ab und zu unseren Abteilungen,
AuS tiefen Höhlen unheimlich und düster, DeS Mitleids und deS Schreckens Schauer weckend. — Um Obdach bat der Fremdling für die Nacht; DaS ward nach kurzem Zögern ihm gewährt, Und bald gab ibm der Bauer daS Geleite Zur Lagerstatt, hinauf die steile Stiege, Die unter ihrem Tritte knarrend ächzte. Dann brach die lauge Winternacht herein Und deckt' die Welt mit dichten Schleiern zu. In tiefster Ruhe träumt' daS stille Dorf; Am Kirchturm bob der Hammer rasselnd auS Und weckt' mit dumpfem Schlag verschlafne Klänge Da schreckt' der Bauer auf aus kurzem Schlummer Und reckt' sich auf und lauschte still nach oben. Grad über ihm, wo er den Fremdling wußte, ' Erdröhnten unaufhörlich dumpfe Tritte, — Ein ruhloS Hin und Her im ew'aen Gleichmaß. Ein seltsam Unbehagen überkam ihn Und scheuchte allen Schlaf von seinen Lidern. Er mußte an die düstern Augen denken;
3hm war's, als säh er sie durch's Dunkel glühen. So schlichen trägen Gangs dahin die Stunden, Und jeden Glockenschlag vernahm sein Ohr. Als früh am Morgen endlich neues Leden Sich auf dem Hofe regte, ward ihm Wohler, Und kurzer Schlummer schloß die müden Augen. — Bald kam der Unheimliche reisefertig Herab und trat zum Alten in bte Stube. Der fragte ihn, warum er nicht geruht. Da lohte ihm im Auge wildeS Wehe, Und stummer Schmerz lag auf den düster» Zügen. Scheu mied des tätfelbaften Blick den Frager Und irrte an den Wänden hin und her.
plötzlich fuhr der Fremdling jäh zusammen.
ein paar der Räuber niederznschießen und ihnen ein paar Stück be8 Raubes wieder abzujagen, so ist e8 bei aller Tapferkeit und Unermüdlich-' keit unserer Truppe doch bisher nicht möglich gewesen, einen nur einigermaßen sicheren Zustand im Hereroland zu schaffen. Kaum wagt e8 ein Farmer, vertrauend auf den Umstand, daß ein paar Wochen in die Umgebung seiner — meist mit kleinen Schutzwachen besetzten — Farm kein Herero gekommen ist, seine kleine Herde nur ein paar 100 Meter vom Hause entfernt weiden zu lassen, so kann er sicher darauf rechnen, daß plötzlich, wie au8 der Erde gezaubert, eine Horde schwarzer Banditen unter heftigem Gewehrfeuer den Wächter verjagt und daS Vieh forttreibt. Und das geschieht vor den Toren großer, stark besetzter Plätze, wie Windhuk, Okabandja, am hellen Tage. „Die Berge um Wirdbuk trtum sitzen voll von HereroS,' sagte mir kürzlich ein von ihnen beraubter Farmer, „sie find von unseren Soldaten einfach nicht zu fassen, dazu gehört mehr als alle Tapferkeit und Schießfertiqkeit, dazu gehört die Gabe der Eingeborenen, sich wie ein Raubtier an daS auserkorene Opfer heranzuschleichen und eS blitzartig überrumpeln zu können." Der Mann hat recht, datz scharfe Auge und Gehör unserer schwarzen Gegner hat bett Verfolger längst wahrgenommen, ehe eS diesem gelingt, den Räubern auf Schußnähe anzukommen; noch hell lodernde Feuer, Teile deS eben geschlachteten DieheS und vielleicht ein paar alte Weiber und Kinder sind alles, was gefunden wird; die entwischte Bande schreibt sich obendrein noch einen neuen Sieg aufs Kerbholz, die Deutschen haben unS nicht« tun können. Diese Art von Buschkrieg kann noch lange, jahrelang, dauern; so lange noch ein Stück Vieh im Besitz deS Farmers ist, wird e« Diebe geben, die ihm auslauern. Der Wildstand beS Landes liefert im Verein mit den mannigfachen Arten von Feldfrüchten den Aufständischen auch noch die Möglichkeit deS Lebensunterhaltes, und erst, wenn bet Hunger nicht mehr zu ertragen sein wird, wenn die letzte Patrone verschoffen ist, btutt wird bet Herero an Ergebung denken. Schon jetzt stellen sich den Stationen Hunderte voit armen HereroS, Leute, die nie ein Stück Vieh ihr eigen nannten, die in einer Gefolgschaft reicher Kapitäne nölens volens den Krieg mitmachen mußten und die schließlich von ihren Herren im Stich gelaffen, ohne Waffen, auf Gnade und Ungnade dem Gegner sich auslieferten. Abgemagert zum Skelett, vertragen sie nicht die ihnen gebotene regelmäßige Kost als Bezahlung für ihre Arbeit, alle Tage sterben einige von ihnen an Entkräftung. Typisch ist die Antwort auf die an sie gerichtete Frage, warum sie denn gegen unS gefochten hätten: „Frage meinen Kapitän, ich bin nur ein Knecht und habe tun müssen, waS mein Herr befahl.' Tatsächlich ist konstatiert, daß friedliebende Eingeborene, die vom Kriege abrieten, von ihren Landsleuten kurzerhand erschlagen worden sind.
Hesseu-Nassau und Nachbargebiete.
Frankfurt, 6. April. @tn gewisser Wilhelm Fischer aus Bernburg wurde in einer Wirts^ast in der Nähe des Bahnhofes beim KartenspiÄ von zwei Gaunern um seine ganze Barschaft geprellt. In einer großmütigen Anwandlung gab einer der Bauernfänger dem völlig Mittellosen
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Und hörbar wogte seine breite Brust. Sein scheuer Bttck war auf ein Bild aefallen, DsS den Gekreuzigten grobzügig zeigte. Verändert sah der Hausherr nach dem Gast; Der brach das Schweigen, und die Stimme bebte: .Du sabst mich zittern und zusammenschrecken, Dir muß ich mein Geheimnis offenbaren. Ich bin der AbaSver, der ew'ge Jude, Wie eure dunkle Sage mich benennt.
Drum ließ dies Bild mich innerlich erbeben;
Er war es ja, der mir die Ruhe nahm An jenem Tage, da er selbst sie fand. — Schon achtzehnhnndert Jahre irr ich nun Von innerer Qual gefoltert durch die Welt. Ich sah der Völker Werden und Vergehn. Wie ihr der Menschen Blühn und Tod erlebt. Der Etchwald droben mit der Vorzeit Riesen Ist nur ein Jüngling gegen meine Jahre. Doch wehe, nicht ein Augenblick der Ruhe War mir feit jenem düstern Tag vergönnt. Unftät und flüchtig, wie gehetztes Wild Verbring ich meiner Erdentage Jammer, Und juch ich abends dann ein Plätzchen mir, DaS todesmüde Haupt zur Ruh zu betten, Dann peitschen mich geheimnisvolle Peinen; Wie eine Riefenfaust packt mich's im Nacken Und reißt mich von der Lagerstätte auf. So wandre ich. ein Sinnbild all der Unrast, Tie diese gottesfremde Welt ze, quält, Da sie vom ew'gen Ankergrund sich loSriß. Verzweiflung ist ihr Anteil und auch meiner, Und ach, kein Tod läßt meine Qual verstummen. Ich suchte ihn auf Borodinos Feldern, Doch lerne Kugel hat sich mein erbarmt»
eine Zehn-Rubel-Note, die sich aber am Wechsel- schalter im Hauptbahnhof als ungültig erwies. Der Geprellte wurde noch obendrein iw en Verausgabung von falschem Gelds verhaftet. Den Rubelspender, einen stellenlosen Kellner, hat die Kriminalpolizei bereits festgenonunen.
Dillenburg, 6. Aprfl. In Eibelshausen bet* schied an Lungenentzündung Herr Pst rrer und Kreisschulinspektor Lotz.
Klein-Auheim, 6. April. Der 72jährige Landwirt Valentin Ott dahier wurde gestern von dem Faselochsen im Stall gegen die Wand geschoben und erdrückt. Der bedauernswerte alte Mann konnte nur als Leiche hervorgezogen fverden.
Lauterbach, 6. April. Gestern ertränkte sich das Mädchen des Postschaffners R. im jugendlichen Alter von 14 Jahren. Der Grund dazu war wohl der Umstand, daß eine in leichtsinniger Weise begangene Unehrlichkeit an den ^ag kam.
Siegen, 6. April. Im Monat März hr tbeit in der städtischen Badeanstalt insgesamt 2863 Bäder abgegeben und zw--r 1852 Schwimmbäder, 307 Brausebäder, 516 Wannenbäder, 41 Schwitzbäder, 147 Kranlenbäder in eigens dazu vorgesehenen Badewannen.
Vermischtes.
Zur Nachriserung. Die Stadtverwaltung von Dresden hat alle Kriegsveteranen ihres Bezirks, deren jährliches Einkommen die Summe von 1300 Mk. nicht übersteigt, von der Gemeindesteuer befreit.
Baruch Strauß, Bankgeschäft.
Telephon 29. — Telegr.-Adr.: .Bankstrauß'. Reichsbank - Giro»Conto.
811 Deutsche Staatsanleihe unk. 19 6, rückz. 1908 1011
3°l, .... 911
311 Preußisch« Eonsol».....101*/,
31 , ......911
311 Bauern........1091
311 Casseler Stadt-Anleihe . . . . — 311 Marburger Stadt-Anleihe 1903 . — 311 Landes-Cred-Cassen-Obligationen — 81 . -
3H Nassauische LandeSbanl Lic. J . — 411 Oesterreichische Silberrente . . 101*/,.
41 Ungarische Goldrente .... . 10t 1 311 Schweden von 1886 . . ... 10 1
öl*/. „ , 1880. . . . . 100*/,
41 Griechische Goldrente . . . . . —
31 Portugiesische Staats-Anl. lll . 67*/, 31 9. Staatsbahn-Prior. . . . . . —
3°s. 1.-8. , . ......
4"/, Buderus'sche Eisenwerke r. 103 . . — 4’/» Eisenbahn-Rentenb.-Oblig. . . . 100*/, Braunschweiger 20 Thlr.-Lofe .... 198*/, 4’/, Franks. Hhp..Bank-Psbr. unk. b. 1913 103’/, 3*/,1 . . S 19 . . . 97*/,
4°/0 Mein. Hyv -Bank-Pfandbr IX . . 1031 311 Mein. HhP..Bank.Pfdbr unk. b.1907 97*/. 4°/. Preuß Pfandbriefb. XXII unk b.1912 10.*/, 311 . , E. 24 1907 96»/,
41 Rhein. Hyp.-Bank- Psdbr. unk. b. 1913 — 41 Hamburger Hypothekenbank 1913 .103*/,
1011 91*/. 101*/, 91*/, 100*/<
1011
1001
100*/. 1061
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J. Schulz.
Verantwortlich für die Redaktion:
Dr. Do erkes-Boppard in Marburg.
Ich stürzte mich in Moskaus Feuerichlünde, Doch sengten mir di: Flammen nicht ein Haar; Ich warf mich in der Beresina Eisflut, Doch unbarmherzig riß sie mich anS Ufer. So fchlepp ich weiter meines DaseiuS Last, Und die Vollendung liegt in grauer Ferne. Nun lebe wohl und habe meinen Dank; Unmöglich wird mirs, länger zu verweilen, Denn grade hier fühl ich mein schrecklich LoS Mit fürchterlicher Deutlichkeit und Schwere. Wie feierlich ist die erhab'ne Ruh.
Die wie ein Traum auf den Gefilden schlummert, In eurem Wesen spiegelt sie sich wider AIS stiller Friede ohne Hast und Unrast. DaS ist beS LanbbauS unschätzbare Gabe, Ihr wurzelt in der brauen Heimatscholle Und lebt noch mit der heiligen Natur In innigem Verkehr. Ihr stilles Walten. DaS langsam und doch stetig vorwärts schreitet Begleitet ihr mit eurem Blick und Sinn, Und euer Wirken regelt ihr Gesetz.
Darum bleibt eurer Herz gesund und ruhig. Doch meines ach, durchtoben Höllenqualen. — Zu lange schon hab ich bei dir verweilt;
Ich muß mich wieder in den Strubel stürz«. Des Weltgetriebes und Bergenen suchen. — — Mit bafi'gen Schritten eilte er von bannen; Nachdenklich schaute ihm der Bauer nach. Noch einmal taucht er, morgenrotumflutet Aus freier Höhe auf, bis fchwarz und fchweigend Der Wald ihn aufnahm und dem Blick entzog. — Heinrich Winter.