mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
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Marburg
Dienstag, 4. April 1905.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag- Zoh. Aug. Koch, UmvcrsttLtS-Buchdruckerei 40. Jahrg.
Marburg, Markt 21. — Telephon o5.
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Neueste Telegramme.
Berlin, 2. April. Es bestätigt sich, daß Kaiser Wilhelm und König 33iltor Emanuel in Neapel Zusammentreffen werden. Der König wird einen Besuch aus der „Hohenzollern" abstatten, den der Kaiser auf der König!. Jacht »Königin Margherita" erwidern wird.
Berlin, 3. März. Minister v. Budde eMelt in Anerkennung seiner Verdienste um die Durchdringung der Kanalvorlage den Schwarzen Adlerorden verliehen.
Hamburg 1. April. Der Kronprinz und Prinz Joachim Albrecht von Preußen wohnten heute nachmittag dem von dem Hamburger Poloklub im Velodrom veranstalteten Reiterfest bei.
Rom, 3. April. Der Empfang des deutschen Kaisers in Neapel am 6. April soll, wie uns ein Privattelegramm meldet, einen offiziellen Charakter tragen. Daher werden Ministerpräsident Fortis und der Minister des Aeußern Tittoni der Begegnung der beiden Monarchen beiwohnen.
Gibraltar, L April. Der Kreuzer »Friedrich Karl* stieß, als er läng» der Admiralitätsmole anlegte, mit dem englischen Schlachtschiffe „Prinz Georg" zusammen. Der »Friedrich Karl" ist nicht beschädigt. Dagegen erscheint „Prinz Georg" Schaden genommen zu haben. Die Rammung war nur leicht und durch einen Irrtum des Maschinen-Telegraphenpostens hervorgerufen.
Athen, 2. April. Zur Begrüßung des Kaiserpaares werden, nach der „Hamb. Karr.", die Kriegsschiffe „Psara" und „Spetsai" nach Korfu entsandt.
Sofia, 3. April. Die Verhandlungen über den deutsch-bulgarischen Handelsvertrag sollen am 25. April in Berlin beginnen. Man hofft, daß sie nicht länger als zwei Wochen dauern werden.
Bukarest, 2. April. Die Kammer nahm gestern den Handelsvertrag mit Deutschland mit 66 gegen 2 Stimmen an, der somit endgültig ratifiziert ist.
Sanger, 1. April. Der deutsche Geschäftsträger von Kühlmann begleitete den Kaiser nach Gibraltar. Diesem Umstande wird hier große politische Bedeutung beigelegt. ES verlautet, Geh. LegationSrat Rosen sei zum Nachfolger des Freiherr» von Menzingen, bei bisherigen Gesandten am Host des Gali ans, auSerseheti.
Tokio, 1. April. Prinz und Prinzessin Arisugawa haben mit ihrem Gefolge heute die Reise nach Deutschland angetreten, um der Hochzeit deS deutschen Kronprinzen beizuwohnen. Die Preffe drückt die Hoffnung aus, daß der Besuch daS gegenseitige Gefühl deS Vertrauens und der Achtung der beiden Länder stärken wird.
Der russisch-japanische Krieg.
Die Nachrichten vom Kriegsschauplätze lausen, wie man in Anbetracht der Lage der Dinge nicht anders erwarten kann, zur Zeit nur sehr
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: 85 Machdruck verboten.)
Ungleiche Brüder.
Original-Roman von Irene von Hellmuth.
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„Unter dem Pfeifen, Johlen, & men des vielköpfigen Ungeheurs, Publikum genannt, — verließ ich die Manege. Draußen konnte ich nicht mehr gehen. Die zitternden Beine versagten mir den Dienst. Ich mußte mich setzen, und sank auf eine unmgestürzte Holzkiste nieder. Einer der Clowns, der dumme August, trat zu mir und versuchte mich zu trösten. Er nahm sich komisch aus in dem weiten, schlotternden Gewand, dem gemalten Gesicht imb den ernsten Worten auf den Lippen.
„Lachen Sie doch, August, lachen Sie doch," rief ich ihm %u, „die trübselige Miene sicht Ihnen j nicht an! Lachen Sie, die ganze Welt ist ja doch nur eine einzige große Komödie, — ach — warum "lachen Sie nicht?"
„Er aber wurde noch ernster.
„Machen Sie kein so verzweifeltes Gesicht, TRoYmann," sagte er zu mir. „Sie haben heute Pech gehabt, deshalb ist noch nicht alles verloren." -Als ich ihm keine Antwort gab, fuhr er wieder i fort: „Was macht denn Ihre Violetta? Geht es Ihr besser? Wenn sie nur erst wieder hergestellt dann lassen Sie das Mädel arbeiten. — Kin- , der müssen für. ihre Eltern sorgen, wenn diese ; tverben. Sie aber. Normann, —• Sie setzen si/ich dann zur Ruhe."
spärlich ein und melden auch nichts von Belang. Der neue Oberstkommandirende, General Lere- witsch, ist bemüht, die moralischen Schäden des Rückzuges zu heften und das gesunkene Selbstvertrauen seiner Truppen wieder zu heben. Die Londoner .Cwtral News" lasten sich au8 Petersburg folgende Sätze einer Kundgebung des Oberkommandierenden an feine Armee telegraphieren: „In vielen Schlachten habt Ihr die heftigsten Angriffe des Feindes auts tapferste abgeschlagen und ihm ungeheure Verluste zugefügt. Ein jeder erfülle mannhaft seine Pfl'.cht gegen Zar i und Vaterland. Der Feind kann der russischen j Tapferkeit nickt standhalten. Unauihörlich kommen j aus Rußland neue Verstärkungen. Möge Gott
euch in der kommen'en Schlacht beistehen.
Aus der Mandschurei
wird gemeldet, daß die Japaner große Rührigkeit an der mongolischen Grenze bekunden. Chinesische Kreist befürchten immer mehr einen neuen Aufstand gegen die Europäer in China. Die Propaganda dazu geht vom Innern Chinas aus. Träger dieser Bewegung unter der Bevölkerung der Mandschurei sind die geheimen Gesellschaften „Hunnaenmum" und „Tsaili".
London, 1. April. Die hiesige japanische Gesandtschaft veröffentlicht folgende Depesche aus Tokio von heute: Gestern ist hier die Meldung eingeaangen, daß ein Eingeborener, der aus der Richtung von Hailung, 87 Meilen im Südwesten von Kirin kam, berichtete, Rusten und Tsckuntschusen unter dem Obersten Maditoff hätten sich au8 der Nachbarschaft von Hailung nordwärts zurückgezogen; der Feind konzentrierte sich jetzt auf Kirin.
Petersburg, 2. April. Tie „Petersb. Tel. - Agentur meldet au« Guntschulin vom 1. April: Die Japaner werden in ihrer Freude über unseren Rückzug vermestener. Am 29. März griff am reckten Flügel eine japanische Patrouille eine kleine russische Abteilung an. Unsere Reiter von der Abteilung Mischtschenko schlugen sie nicht allein ohne jede Schwierigkeit zurück, sondern machten noch sieben Gefangene.
Tokio, 2. April. (Ämtlickl. AuS dem Hauptquartier der japanischen Stmee in der Mandschurei wird telegraphiert: Unstre Vorposten rückten gegen Hailung vor und stießen am 28 März morgenS bei Schantschengtsu dreißig Meilen südwestlich von Hailung, auf dreihundert Mann russische Kavallerie. In Schantschengtsu ließen die Rusten zweitausend Mann Reiterei zurück. Sie find in einer Stärke von etwa 4000 Mann auf Hailung zurückgegangen. Zwischen Schantschengtsu und Jingtscheng, 35 Meilen nordwärts von Hungt- scheng, befinden fick an verschiedenen Punkten große Vorräte an Cereasien. — Die Lage in der Gegend von Tschantsckun. und Kirin rst unverändert.
Die russische Mobilmachung.
Petersburg, 1. April. Die Mobilmachung des?. Korps einschließlich der Reserveformationen dürfte bis Afitte April beendet sein. Ob dann sofort mit dem Abtransport wird begonnen werden können, ist zweistlhaft, da die sibirische Bahn mit den von den Armee-Oberkommandos
„Der Direkwr, der die lebten Worte noch gehört haben mußte, trat nun ebenfalls hinzu.
„Sehen Sie, Normann," sagte er, „mir hätten Sie ja doch nicht geglaubt. Nun '-oben Sie es erfahren müssen, daß es mit Ihrer Kunst vorbei ist. Es ist ja hart für Sie, das gestehe ich zu, ater was hilft es? Jeder von unS macht einmal eine derartige Erfahrung."
„Sie glauben," fragte ich zitternd, „es ist ganz und gar aus?"
„Ja, war Ihnen denn der heutige Durchfall noch nicht genug?" fuhr er mich an. „Ich denke doch, er ließ an Deutlichkeit rrichts zu wünschen übrig. Ich " rbe es längst kommen sehen, und hätte Ihnen das, was heute passierte, gerne erspart, aber Sie mußten aus eigener Erfahrung die Meinung der Welt kennen lernen, anders waren Sir doch nicht zu überzeugen."
„Und da, Violetta, da mußte ick weinen, ich konnte nicht anders."
Der Alte seufzte tief und schmerzlich auf, während er sich mit dem buntgewürfelten Taschen» tuchtuch wiederholt über die Augen fuhr.
„Lassen Sie es mich noch einmal versuchen, bat ich," — erzählte er dann weiter. — „morgen geht es ganz gewiß besser. Aber der Direktor mochte eine abwehrende Handbewegung. „Es 'geht nicht, selbst wenn ich es wollte. Man würde Sie gar nicht zum Auftreten kommen lassen, und wein Institut leidet unter solchen Szenen; sie Schaden dem Anfchen. Es tut mir wahrhaftig
erbetenen Ergänzungstransporten an Kriegsmaterial usw. längere Zeit in Anspruch genommen ist. Hierin liegt wohl auch der Grund dafür, daß weitere Mobilmachungen augenblick- nicht betrieben werden.
8«* der Flette.
Perim, 1. April. Heute bei Sonnenuntergang kamen hier fünf russische Kriegsschiffe und ein Schleppdampfer, in der Richtung auf Dschibuti fahrend, vorüber. Drei Dampfer folgten ihnen.
Perim, 1. April. Eine Depesche von LlohdS Agentur au» Perim besagt: DaS russische Hospitalschiff „Kastromia" lief gestern nachmittag um zwei Uhr ein, um Kohlen und Wasser zu nehmen. Beides wurde bewilligt.
Die Arbeiten zur Herstellung de» vierten Geschwader» dürsten im nächsten Monat beendet sein. Dank energischer Maßregeln wird die Flotte jedenfalls eine hervorragende Kriegsmacht darstellen und umfangreicher fein, als angenommen wird.
Die Friedens gerüchte
erhalten sich hartnäckig, obwohl von allen Seiten den verschiedenen Meldungen stets da» Dementi auf dem Fuße zu folgen pflegt. Wir nehmen daher nur Vermerk davon, um sie den Lesern nicht vorzuenthalten.
Petersburg, 1. April. FriedenSverhand- lunoen stehen nach Mitteilungen au» bester Quelle in allernächster Zeit bevor. Die Geneigtheit zum Frieden soll in erster Linie auf die Vorstellung französischer Finanzier» zurückzuführen fein; daneben sind aber auch sehr ungünstige Nachrichten au» der Provinz von Wirkung gewesen.
New-Pork, 1. April. Von gut unterrichteter Seite verlautet, Roosevelt habe die Vermittelung zwischen Japan und Rußland ab- gelehnt, weil Deutschland, Frankreich und selbst England tatsächlich dagegen wären.
Umschau.
ebeilfeier*.
Ueberall im ganzen deutschen Reiche ist der 90jährigen Wiederkehr deS Geburtstages Bismarcks gebührend gedacht worden. Au» der großen Zahl von Meldungen über die in den einzelnen Städten abgehaltenen Feiern lasten wir nur. die wichtigsten folgen:
Wie alljährlich unternahm am Samstag Nachmittag der Alldeutsche Verband in Gemeinschaft mit einer Reihe nationaler Vereine eine Pilgerfahrt nach FriedrichSruh zum Grabe des Unvergeßlichen. Eine stattliche Zahl von Kränzen aus allen deutschen Gauen wurden unter Worten treuen Gedächtnisse» am Sarkophage niedergelegt. Als letzten der Kränze legte Kriegsgerichtsrat Dr. Reuter denjenigen der Ortsgruppe Dresden des Alldeutschen Verbandes nieder mit einer Widmung in Versen, die solgendermaKssn an die Bremer Kaiserrede anknüpste:
leid, aber ändern kann ick es nickt. Mein ZirkuS ist dock keine Versorgungsanstalt für alte Leute. Wir können nur junge, gesunde, kräftige Menschen brauchen."
„Da stand nun Philipp Gottlieb Norman«, einst einer der berühmtesten Künstler des großen Zirkus Tompson, jetzt hinausgeworfen, vor die Türe gesetzt, bei Seite geschoben! Er war nun all geworden, mochte er jetzt gehen, wohin er wollte! Man konnte ihn nickt mehr brauchen!"
Der Alte lachte nach diesen Worten so hart und bitter auf, daß es Violetta inS Herz schnitt. Wollte ihr denn gar nichts einfallen, womit sie den Vater trösten könnte? Ihr war selbst so bang zu Mut, sie vermochte kaum,, die Tränen zurückzubringen, die ihr gewaltsam in die Augen stiegen.
„Du mußt nicht gleich verzweifeln, Vater," begann sie möglichst ruhig. Es gibt ja noch so viäe andere Direktoren in der Well. Du schreibst nun sogleich an irgend einen Agenten, und suchst anderswo Engagement.
Doch der Alte schüttelte trübe den Kopf. In seinen Augen lag ein Ausdruck, der das junge Mädchen erschreckte.
„Ich glaube, es wird nichts mehr mit mir," meinte er niedergeschlagen. Es fehlt mir an Kraft, an Lust und Mut, ich konnne mir mit einem Male so alt und gebrechlich vor, mir ist immer, als stünde einer hinter mir. der sagte: „Gieb Dir keine Mühe, Du entrinnst tneiner Macht nicht mehr. Da» ist der Tod. — Ich
Dir dankt Eeut Volk und Kaiser, der deine Größe ehrt Der Volke» Streit und Hader, gleich einem Vater wehrt. Um den di« Welt uns neidet, de» Wort sie lauschend horcht.
Der nie ermüdend, rastend, stet» seine» Volke» sorgt. Er kennt die stolzen Kräfte, dir find im Volke brach: .Du bist das Salz der Erde' so ruft sein Volk er wach.
.Dein harrct hohe Zukunft, die Welt wird staunend stehn.
Wird nirgrnds auf der Erden, kaum deinesgleichen sehn!'
In Hamburg fand am 1. April abend» eine große allgemeine Gedenkfeier im Saale deS Konzerthauses statt. Die Festrede hiev Hauptpastor Dr. Rode.
Berlin, 1.April. Am fatal
wurde heute eine Anzahl Kränze niedergelegt. Das Regiment der Sehdlitz-Küraffiere widmete seine Spende mit weiß-gelben Schleifen »Seinem unvergeßlichen Chef", der Berliner Bismarck- Ausschuß „Dem Schöpfer des Deutschen Reiches." Man sah ferner Widmungen des Ostmarkenvereins, der kameradschaftlichen Vereinigung „Fürst Bismarck" zu Berlin, der Johannesloge „Fürst Bismarck zur deutschen Eiche", de» Deutschen Turnerbundes, deS Deutschen Turnvereins »Jahn" aus Hohenfalza (mit schwarz- rot-goldmen Schleifen), der Deutschen Bürger- Vereine „Vorwärts", „Blücher" und" „Hasenhaide." 20 Abordnungen konservativer Vereine legten Kränze nieder.
FriedrichSruh, 1. April. Im Auftrage deS Reichskanzler» ist der Gesandte v. Below- Schlatau hier eingetroffen, um einen Kranz am Sarge des Fürsten Bismarck niederzulegen.
FriedrichSruh, 1. April. AuS Anlaß deS 90. Geburtstage» des Fürsten Bismarck fand heute im Mausoleum eine Gedächtnisfeier statt, wobei zahlreiche Kränze am Sarge niedergelegt wurden. Am Nachmittage traf aus Hamburg der Reichstagswahlverein von 1884 mit der Kapelle de» Regiments „Hamburg" ein und begab sich in daS Mausoleum, wo Professor Doller eine Gedächtnisrede hielt.
Die Sriff»»«ß des Limplin-Tnnnkls.
Am 2. April mittag« fand die feierliche Eröffnung des Simplon-TunnelS statt. Um halb 9 Uhr vormittag» fuhr der festlich geschmückt« Sonderzug mit den italienischen Festteilnehmerr, von Domodossola ab und durchfuhr langsam die Strecke bi» Jselle. Läng» der Bahnlinie hatten sich die Bewohner der Gegend aufgestellt und begrüßten den Zug. Bei der Ankunft in Jselle gegen zehn Uhr vormittag» ertönten Böllerschüsse. Da» Musikkorp» spielte die italienische KönigS- hhmne. Die Unternehmer des Tunnelbaues, an ihrer Spitze Ingenieur Brandau, begrüßten auf daS herzlichste die italienischen Gaste. Brandau wurden zwei Bronzestatuen als Geschenk überreicht. Um IO1/, Uhr setzte sich der mit Fichtenzweigen und Rosen geschmückte Festzug in Bewegung. Die Tunnelmündung war mit italienischen, schweizerischen und deutschen Fahnen dekoriert. Unter Musikklängen und Hütefchwenken der Festgäste und Arbeiter fuhr der Zug um 10.50 Uhr vormittags in den Simplontunnel ein und kam um 12.18 Uhr
fürchte den großen Erlöser von aller Not nicht, Violetta! Nur eines guält und martert mich unsäglich dabei: Die Sorge um Dich, Kind! Wenn ich Dich so allein zurücklassen muß, ganz allein, — ich möchte verzweifeln bei dem Gedanken an Dein Schicksal!"
Violetta weinte nun doch. Sie si..k vor dem Vater in die Knie, und barg den Kopf in seinem Schoß.
„So sollst Du nicht reden, Du machst mir so Bang. — Du bist heute erregt, tief niedergeschla- gen, ich begreife das, — Du solltest Dich zur Ruhe legen. Morgen wirft Du andere Gedanken haben! Wir wollen auf Gott vertrauen, Vater, er wird alles wobl macken! Hat er nicht schon oft seine große Macht an uns bewiesen? Uns bis hierher tteulich beschützt? Wern die Not am größten, ist Gottes Hilfe am nächsten. Das ist meine Hoffnung und mein Trost. Darauf wollen wir auch jetzt bauen!"
Sie hatte durch ihre ruhige Zuversicht auch des Vaters Aufregung etwas besänftigt. Nur in der Nacht hörte sie ihn oftmals tief aufseufzen, und das gab ihr jedesmal einen Stick in Herz.
Schlaflos waltte sie fick zwischen den Kiffen hin und her. Die Bangigkeit wollte nicht weichen. Mit offenen Augen lag sie dL ganze '' .acht — erst als der Morgen beraufdämmerte, sieß ein sanfter Schlummer ihr auf ein paar Stunden ihre Sorgen vergessen. — ■— —
(Fortsetzung folgt.)
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