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Marburg

Sonntag, 2. April 1905.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag- Joh. Ang. Koch, Univcrsitäts-Buchdruckerei 40. ffa&KL Marburg, Markt 21. z Telephon 55,

mit dem KteiMatt für Vie Krerse Marburg und KLrchLaiu.

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Vierteljährlicher Bezugspreis: btt oer Exp-chition 2 LtL, TkT» 7Q ba allm Postämtem 2,25 Mk. <t$ci. Bcstcllgclo).

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Zweites Blatt.

Neueste Telegramme.

SerliM, 31. März. Wie der .Deutsch. Lagesztg." von glaubwürdiger Seite mitgeteilt Mrd, Wirtz-der LegationSrat Dr. Schnee, der MHftcit in der Kolonialabteilung des Auswärtigen flmtS tätig ist, in kurzer Zeit die Ausreise nach Damoa antreten. Er soll dazu berufen sein, jben bisherigen Gouverneur von Samoa Dr. Solf zu ersetzen.

Gibraltar, 31. März. (W. B.) Der Dampfer »Hamburg" in Begleitung deS .Friedrich Karl" ging um 6 Uhr vor Anker. Als die .Ham­burg" in den Hafen kam, hißte die Flotte die deutsche Flagge und feuerte den Königssalut. Bald darauf gab auch die Landbatterie Salut ab. Die Schiffe hatten über die Toppen ge­flaggt. Der .Friedrich Karl" erwiderte den Salut. Der Gouverneur begab sich sogleich an Bord der .Hamburg", um den Kaiser zu begrüßen.

Taormina, 1. April. Die deutsche Kaiserin, die gestern einen Ausflug mit den Prinzen nach dem alten Schloß von Taormina machte, rutschte heim Abstieg von einer steilen Stelle auS, und stürzte zu Boden. Sie konnte sich aber, während rhre Söhne herbeieilten, von selbst erheben und hat außer Hautabschürfungen an den Händen keine Verletzung davon getragen.

Mahou, 31. März. (Menorca.) Der KreuzerCisneroS" ist hier einqetroffen, um hei der Ankunft des deutschen Kaisers die mili­tärischen Ehren zu erweisen. Die Bevölkerung trifft Anstalten, um den Kaiser auf das fest­lichste zu empfangen.

Petersburg, 31. März. Der Oberkom­mandierende General Lenewitsch telegraphiert von gestern: Die Lage ist unverändert. Der Feind entfaltet Tätigkeit östlich der Eisenbahn. Heute nacht hat es stark geschneit; kein Wind.

Petersburg, 31. März. Zu der heutigen Meldung der Londoner .Times", Rußland und jJapan hätten Roosevelt zum Vermittler ge­wählt, die Verhandlungen seien bereits im Gange, und man könne bald die Einstellung der Feind­seligkeiten erwarten, bemerkt die .Petersburger Telezr.-Agentur": Hier ist nichts darüber bekannt.

Rewyork, 31. März. (Frkf. Ztg.) Roosevelt veranlaßte den Rücktritt der Kommission für den Jsthmuskanal, weil sie die Arbeiten nicht förderte.

WashiUgto«, 31. März. Präsident Roose- velt plant die Erledigung der venezolanischen Wirren, indem er den Gesandten Bowen zurück- berust. Bowen ist persona non grata bei Castro. Roosevelt unterhandelte gestern mit Castros Stellvertreter.

B4 'Nachdruck verboten.)

Ungleiche Brüder.

*Kh Original-Roman von Irene von Hellmuth.

(Fortsetzung.)

Violetta lauschte begierig auf jedes Wort, das über Eugen gesprochen wurde. Es bereitete ihr schon Vergnügen, wenn sie nur seinen Namen nennen hörte.

Aber daß sie zur Untätigkeit verda tmt rnb oezwungen war, alles als Geschenk hinzunehmen, dies Bewußtsein frag an ihrem Herzen sie ein giftiger Wurm. Ihr Stolz litt unsäglich unter der Vorstellung, daß sie nie im stände 'ein werde, wieder zu vergelten, was man jetzt Gutes an ihr tat.

Fast täglich bestürmte sie den Doktor mit der Frage, wie lange es noch dauern könne, bis sie vollständig wiederhergestellt und fähig sein werde, ihren Beruf wieder aufzunehmen. Der gut­mütige Mann hatte für diese leidens östlichen Fragen immer nur ein Achselzucken. Er u..gte es gar nicht, d'er Patientin die Mitteil ng zu machen, daß es mit dem bisherigen Beruf nun wohl für immer vorbei sein werde, und suchte gewöhnlich ihre Gedanken abzulenken und das Gespräch auf einen anderen Gegenstand zu bringen.

Im Stillen legte er sich selbst oft die Frage Vor, was aus dem Mädchen und dem Alten wer­den sollte, denn so konnte es doch nicht bleiben. Ec sprach sich auch gegen Eugen darüber aus, und ^bemerkte das sichtliche Erschrecken des jungen Mannes, als er ihm die Mitteilung machte, daß Violetta sich einen neuen Benrf suchen müsse, denn der gebrochene Arm entbehre tatsächlich der früheren Gelenkigkeit, so gut die Heilung auch Hör sich gehe.

Die Kaiserfahrt nach Marokko.

Die Ankunft in Tanger erfolgte, wie bereits gestern telegraphisch gemeldet wurde, am frühen Morgen gegen 8 Uhr, wo die Hamburg" und das BegleitschiffFriedrich Karl" in Sicht kamen. Das Wetter war herrlich, die See sehr bewegt. Tanger präsentierte sich von der Reede aus gesehen in der Morgensonne sehr malerisch. Das Bild der von der Zitadelle über­ragten weißeit Häusergruppen, die eine alte Mauer umschließt, war von eigenartiger Schön­heit. Der DampferPorto" von der Oldenburg- Linie fuhr mit den inländischen Journalisten und einer spanischen Musikkapelle an Bord dem Kaiser entgegen. Zahlreiche Ruderboote, von Mauren in bunt beleuchtenden Gewändern bedient, um­kreisten dieHamburg". Der deutsche Geschäfts­träger v. Kuhlmann mit den Herren der Gesandt­schaft kam an Bord derHamburg" und wurde vom Kaiser empfangen. Auch der Kommandant der stanzösischen Kriegsschiffe kam an Bord und meldete sich beim Kaiser. Die Schiffe im .trafen, bcInders die 4 Dampfer der Oldenburg-Linie, hatten Flaggenschmuck angelegt. Die französischen Kriegsschiffe und die Hafenbatterie feuerten einen Salut von 33 Schuß. Die französischen Kriegs­schiffe hatten über die Toppen geflaggt und die Mannschaften standen in Parade. Bei dem an­haltenden Sturmwetter war der Kaiser um 10 Uhr morgens noch unentschlossen, ob er an Land gehen solle. Erst um 11% Uhr, als der Wind sich gelegt hatte, erfolgte

die Landung

Um 11% Uhr betrat der Kaiser, der die Uni­form des 1. Garderegiments trug, unter Salut­schüssen die Landungsbrücke, und wurde vom Großohetm des Sultans, Mulai Abdel Malek, der von drei hohen maurischen Würdenträgern begleitet war, empfanden und feierlich bewill­kommnet. Nach dieser Begrüßung und der Vor­stellung der Würdenträger hatte der Kaiser eine Unterredung mit Abdel Malek. Darauf folgte der

Empfang der deutsche« Kolonie, deren Vertreter den Kaiser an der reichgeschmück­ten Landungsstelle mit einer Ansprache begrüßte, in der er der großen Freude über den Besuch des Kaisers Ausdruck gab und die kostbaren Geschenke, welche die deutsche Kolonie dem Kaiser darbrachte, überreichte. ;

Die Antwort des Kaisers, 1 1 in der er für den schönen und herzlichen Empfaitg dankte, trug einen bemerkenswerten politischen Charakter, da er besonders betonte, er w olle den Vertretern des deutschen Han­dels ihre Pflicht erleichtern und durch sein Erscheinen das Interesse für Marokko dokumentieren. Ma­rokko sei ein freies Land und werde es bleiben. Nach der Begrüßung besttegen der Kaiser und sein Gefolge bereit gehaltene Araberpferde. Der Ritt des Kaisers und des großen Gefolges gestaltete sich unter dem Jubel der Bevölkerung zu einem märchenhaften orie- talischen

Und daran trage ich die Schuld, ich ganz allein," stöhnte Eugen schmerzlich. Er hatte den guten Doktor längst einen Blick in fein Herz tun lassen und ibn wiederholt um Rat gebeten.

Aber audi der Doktor sah keinen Ausweg.

Hie und da machte Engen Besuch im Garten­hause, um sich nach dem Befinden der Patientin zu erkundigen, und das war der einzige Licht­punkt in Violettas düsterem Dasein. Wenn er neben ihr saß. vergaß sie alle Sorgen. Sie sehnte sich fast krank nach ihm, sie zählte die Tage und Stunden, wo sie hoffen durste, ihn wiederzu- sehen.

Obgleich sie wußte, daß sie ihm nie angehören konnte, schlug ihr Herz doch stark und heftig, wenn sie feinen Schritt draußen im Flur hörte. Und wenn er dann auf der Schwelle erschien, mußte sie sich sehr ziifammennehmen, um ihn nichts merken zu lassen, um ihm nicht entgegen zu fliegen und den Kopf an seiner Brust zu bergen.

Und dann saßen sie beisammen, und er er- zählte die alltäglichsten Dinge, und sie wußte es doch, daß seine Gedanken ganz wo anders waren, daß es ihm Mühe kostete, die Unterhaltung im ruhigen Geleise fortzuführen. Und manchmal stockte das Gespräch ganz. Sie merkte es kaum und fuhren, wie auf einem Unrecht ertabbt, em­por, wenn der Alte irgend eine Bemerkung machte.

Eugen bösaß eine reichhalttge Bibliothek, die er Violetta vollständig zur Verfügung stellte. Ganze Stöße von Michern und Zeitschriften schleppte er ihr zu, die Zeitungen sandte er täg­lich durch die Dienstboten, und sorgte in jeder Weise für Unterhaltung und Zerstreuung. Auch der Doktor brachte manchmal passende Lektüre mit, und wunderte sich über da« seine Verstand- ms ferner Patientin.

Tnumphzug durch die Stadt, die aufs Festlichste geschmückt war. Die ganze Stadt war ein buntes, prächtiges Gemisch von Palmen, Blumen und Teppichen. Infanterie bildete Spalier, fortwährend wurden Salven ab­gefeuert. Ueberall auf dem ganzen Wege wurdm dem Kaiser von den Eingeborenen und Fremden, namentlich von der spanischen Kolonie, stürmische Ovationen, und begeisterte Begrüßungen zu teil. Die Kolonien, besonders die deutsche, spanische und englische, hatten großartige Ehrenpforten vor den Gesandtschaften errichtet. Am Zollgebäude wurde der Kaiser von marottanischen Truppen empfangen. Langsam bewegte sich der kaiserliche Zug, eskorttert von Kavallerie, nach

der deutschen Gesandtschaft,

wo die deutsche Kolonie und die Damen der euro­päischen Welt versammelt waren. Hier empfing der Kaiser einzeln die Gesandten und Geschäfts­träger, darunter die Gesandten von Grotzbritan- nien, Spanien und Italien. Sodannt wurden dem Kaiser die arabischen Notablen, darunter El Menebhi, und die Mitglieder der deutschen Ko­lonie vovgestellt. Es wurden Erfrischungen ge­reicht und die berühmten schönen Gärten der Ge­sandtschaft besichttgt. Aus dem Sokkoplatze vor der Gesandtschaft wurden bann zu Ehre - des Kai- sers von Kabylen

arabische Reiterspiele

veranstaltet, eine sogenannte Fantasia, die ein prachtvolles Schauspiel bot und dem Kaiser sehr gefiel. Auch der Bürgermeister von Tanger be- e'";te den Kaiser. In der Wohnung des deut- Geschäftsträgers hatte der Kaiser ein wei­teres Gesvcäch mit Abdel Malek. Der Kaiser hatte auch eine längere Unterredung mit dem spanischen Gesandten. Darnach wurden dem Kaiser noch eine Reihe anderer Persönlichkeiten vorgestellt, darunter Kapitän Fournier, der fran­zösische Jnstrnktionsosftzier der Truppen in Tan­ger, mit welchem sich der Kaiser längere Zelt tn herzlicher Weise unterhielt. Um 1.30 Uhr verließ der Kaiser die deutsche Gesandtschaft und begab sich zum Landungsplätze: hier überreichte Abdel Malek dem Kaiser die ihm vom Sultan g? ibmeten Geschenke.

Der deutsche Geschäftsträger v. Kuhlmann hat den Roten Adlerorden biefter Klaffe mit der Krone erhalten, auch dem GesandtschaftSversonal sowie den ältesten Vertretern der deuttchen Ko­lonie und dem deutschen Konsul in Fez sind Aus­zeichnungen verlieben worden.

Um 2 Uhr kehrte der Kaiser an Bord der Hamburg" zurück, die bald daraus nach Gib­raltar in See ging.

Der rusklch-iammsche Krieg.

Die Friedensgerüchte

stehen zur Zeit in Vordergründe des Interesses, obwohl sie nur aus sehr schwachen Grundlagen beruhen und zumeist von amerikanischer, also ziemlich unglaubwürdiger Seite stammen.

Der PetersburgerTimes"-Korrespondent er­hielt aus unanfechtbarer (?) Quelle folgende Information:

So wurde Violetta wenigstens di Zeit nicht allzu lang, und sie fühlte, daß sie durch das viele Lesen manche Lücke ihres Wissens ausfüllte.

Zuweilen freilich wurde sie ungeduldig. Dann haderte sie mit dem Geschick. Ihr eir -ger Trost war, daß es dem Vater endlich besser ging. Er konnte nun wieder gehen, hafte keine Schmer­zen mehr und war imstande, manches zu besor­gen. Er sprach davon, sich bei dem Direktor als gesund melden zu wollen, und Moletta atmete erleichtert auf bei der Aussicht, wenigstens nicht mehr so völlig von der Großmut Eugens ab­hängig sein zu müssen.

Tie Gesellschaft, bei der Vater und Tochter engagiert gewesen, gab zwar noch Vorstellungen, beabsichtigte aber, demnächst die Stadt zu ver­lassen, und Violetta hoffte, bis dahin so wett her- gestellt zu fein, um sich mit dem Vater der Ge- sellschaft anschließen zu können. So blickte sie wieder, Ivenn auch nicht froh, doch etwas beruhig­ter in die Zukunft. Die Trennung, sagte sie sich, würde ihr freilich unendlich schwer fallen, aber es mußte ja fein. Sie mußte fort ton hier, es war am besten so, vielleicht fand sie fern von dem Gegenstand ihrer Sehnsucht leichter das Gleich­gewicht wieder, vielleicht konnte sie bann eher vergessen, was doch vergessen werden mußte für immer.

Und eines Tages machte der Bat.e sich auf, nm zu dem Direktor zu gehen. Er wurde nicht eben freundlich empfangen, doch erhielt er auf seine Bitte die Zusage, daß er wieder auftreten dürfe.

Aber die Heimkehr nach jenem ersten Wieder­auftreten des Vaters glaubte Violetta niemals vergessen zu können. Mit blasiem Gesicht und Tränen in ben Augen trat der Alte ins Zimmer, ließ sich in einen Sessel fallen, legte ben Kopf in

Rußland und Japan wählten auf Anregung Japans ben Präsidenten Roosevelt zum Vermitt­ler. Die Unterhandlungen sind bereits im Gange. Die Einstellung der Feindseligkeiten binnen kurzem ist zu erwarten. Das von der russischen Regierung erlassene Dement, sie habe keine Friedensbedingungen formuliert, ist im buchstäb­lichen Sinne richtig. DerTimes"-Korrespon- bent ist jedoch in der Lage, zu versichern, daß Rußland diejenigen Bedingungen nannte, die es nickt annehmen könnte, und zwar: Zahlung einer Kriegsentschädigung und Gebietsabtretung. Graf Lomsdorff teilte diese sozusagen negativen Vor­schläge Rußlands vor ein oder zwei Tagen der französischen Regierung mit. Frankreich fei es gelungen, seinen Verbündeten zu veranlassen, in Verhandlungen einzutreten.

Das Reutersche Bureau meldet aus Peters­burg: Hinsichtlich der Aussichten auf Friedens- unterhandlungen ist die tage, soweit es möglich ist, klar zu sehen, folgende: Die Bedingungen, die Rußland unannehmbar erscheinen, sind in ben ministeriellen Kreisen erschöpfend beraten worden, und die Grundlagen, die Rußland zulassen würde, wenn Friedenseröffnungen gemacht werden, sind in den Umrissen festgesetzt worben. Demselben Bureau wird aus Tokio telegraphiert: Die verschiedenen aus Europa und Amersi- kommen» den Friedensgerichte werden hier von der ganze» Presse wiedergegeben und vielfach besprochen. Anscheinend berühren sie die Haltm der Regie­rung und deS Volkes in Bezug auf den Krieg nicht. Die Presse ist das Echo des festen Ent­schlusses Japans, di» Kriegsoperaftonen energisch weiter zu betreiben, ohne irgendwelche Rücksicht­nahme auf die Erörterungen über die Ereignisse in Rußland ober sonstwo. Mittlerweile setzen Heer und Flotte die Vorbereitungen für einen mehrjährigen Feldzug fort. Fortwährend gehen frisch ausgehobene Truppen zur Front ab und Transportkolonnen breiten sich über die nördliche Mandschurei aus.

Brüssel, 31. März. Der Haager Korrespon­dent desAmsterdamer Handelsblad" teilt mit, daß der japanische Gesandte im Haag die Aeuße- rung getan habe, er habe gute Gründe anzu- nehmen, daß der Friede binnen kurzem geschlos­sen werde.

Bom Kriegsschauplätze liegen nur wenige Nachrichten vor. Die Japaner haben in dem neu eroberten Gebiete bereit« eine eigene Verwaltung eingerichtet.

Aus Gunbfchulin wird gemeldet: Auf Um­wegen aus Mukden hierher gelangte chinesische Kaufleute berichten, daß die Javaner in der ganzen Provinz eigene Verwaltung einführen. Sie haben die chinesische Post in ihre Hände ge­nommen, auf den Straßen funktioniert javanische Polizei. Die Eisenbahn wird in all Eile für die japanische Spurweite umgewandelt. Mukden isi bereits mit Dalni verbunden. Der javanischen Armee werden ihre Nachschübe jetzt auf drei We­gen zugeführt: über Söul--ongwanaftcheng, übet Dalnl-Mukden und auf der Slnminting-Bahn, die von Japan zeitweilig gepachtet worden ist.

Tokio, 31. März. General Nagaoka, der Vize­chef des japanischen Generalstabes, V' in einer

die Hände und überließ sich, ohne ein Wort zu sprechen, seinem Schmerz.

Violetta ahnte, ivas vorgefallen war, ihr Herz krampfte sich zusammen im bitteren Weh. Mitleid mit bem armen Vater erfüllte ihr In­neres. Da war es nun, was sie länw' geahnt, was sie längst hatte kommen sehen! Die Ent­täuschung, die Erkenntnis, untauglich zu fein!

Bange Minuten verstrichen. Moletta toagte nicht zu fragen, sie blickte nur immer auf ben Vater, ber schmerzversunken am Tische saß.

Endlich aber faßte sie sich ein Herz, leise trat sie hinter den Alten, und legte ihm die.gesunde Hand auf die Schulter, indem sie sich zu ihm nie« berbeugte.

Vater, lieber Vater," bat sie sanft.

Der Angerufene fuhr jäh empor.

Ach laß nur, laß," sagte er, und seine Stimme kam bem jungen Mädchen völlig ver­ändert vor,es ist nun einmal so, wie es ist! Ich bin ein alter Mann, bet zu nichts mehr taugt, ich habe mich r--of,?r nur darüber binroeg- zutäuschen geivußt. Aber es war Selbstbetrug und bat sich heute bitter an mir gerächt! Warum sftrbt man nicht gleich, wenn man nicht mehr ar­beiten kann? Was soll ich nun beginnen? Soll ich jetzt Straßenkehrer werden? Vielleicht könnte ich da? nicht einmal, es giebt ia Leute genug, die auf einen solche-' Botten N'e-7-sen!"

Meder sank ihm bas Haupt auf die Brust, ein fchlnchzenber Laut drang zitternd über bie blassen Sippen.

Nieder sank ihm bas Haupt auf bie Brust, ausbruch gegenüber, (sie. vermocht, den Vater nicht zu trösten, denn sie bälte selbst des TrosieS bedurft in diesem Augenblick, wo sie ihre einzige Hoffnung, sich aus diesen drückenden Verhütt» nissen befreien zu können, in Trümmer sinke»