mit -em Kreis-laii für -re Kreise Marburg uu- Kirchhain.
AüNntsasÄ-rlager AAustrietes
Jti 79
Vierteljährlicher Bezugspreis, bet bei Expedition 2 Btk, bet allen Postämtern 2,25 Mk. Kcjcl. Bestellgeld).
Jnsertionsgebuhr: die gespaltene Zelle oder veren Raum 10 Pfg.
Rcclamcn: die Zeile 25 Pfg.
Marburg
Sonntag, 2. Apiil 1905.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck ttttb Verlag' Joh. Aug. Koch, llniversttäts-Buchdruckerei 40. Jahrg.
Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
Drittes Blatt.
Die WcWjirllgc politische Lage
Macht es für jeden, der mit der Kenntnis der Tages» ereignisse auf dem Laufenden bleiben will, zur Rot- wendigkeit, sich eine täglich erscheinende, alle Bedürs- niffe deS Lesers befriedigende Zeitung zu halten. Auch im kommenden Sommer, wo in vielen Kreisen das Lesebedürfnis geringer wird, ist eine gut bediente reichhaltige Zeitung nicht zu entbehren, denn nach tote vor beansprucht — der anderen politiichen Fragen gar nicht zu gedenken — der russisch-japanische Krieg, dessen Ende noch nicht abzusehen ist, und der Aufstand in Deutsch-Südwestafrika der fortgesetzt schwere Opfer unserer tapferen Truppen fordert, die allgemeine Aufmerksamkeit des Lesepublikums.
Die ganze
♦— Oberstes,'ifchc •— -Bevölkerung kennt unsere Zeitung seit nunmehr vierzig Jahren und weift, daß in ihr neben denErforderniflen eines guten Nachrichtendienstes stets die Interessen aller Stände die weitgehendsteBerückfichtigung tond Förderung erfahren haben. Die Oberhessische
। । M Zeitung
darf mit Befriedigung auf eine fortgesetzt sich vergrößernde Auflage Hinweisen und die vielfachen Aeußerungen treuer Anhänglich- leit au8 dem Leserkreis sind uns ein schöner und erfreulicher Beweis dafür, in wie hohem Maße unserer Zeitung Vertrauen und Interesse entgegen- gcbracht wird, und zwar nicht nur
in Marburg
selbst, sondern auch aus den Kreisen der ländlichen Bevölkerung. Zu unserer lebhaften Genugtuung hat dieses Vertrauen namentlich in dem
Mittelstände
aller Kreise und Berufszweige, diesem Kern unterer ganzen Volkskrast. feste Wurzel gefaßt, und dies ist uns, wie wir auch schon in unserem Rückblick zu Beginn des vierzigsten Jahrganges betont haben, ein neuer Ansporn in dem unablässigen Bestreben, die »Oberhefsische Zeitung' zum besten Blatt für den Bürger und Bauer, zu Seinem treuen Berater und Helfer für den kleinen Mann in dieser für ihn so schweren Zeit zu machen»
Die .Oberhefsische Zeitung' vertritt einen durchaus nationalen Standpunkt und i nimmt zu allen politischen und wirtschaftlichen Fragen freimütig Stellung im Sinne der alten bewährten konservativen Politik Bismarcks, die auch heute noch für unsere politische Entwicklung maßgebend sein soll.
Die.Oberhessische Zeitung' bietet neben den verschiedensten Artikeln und Aufsätzen populärwissenschaftlichen Inhalts eine rasche und genaue, durch einen vorzüglichen Depescheudieuft vermittelte Berichterstattung über sämtliche wichtige und interessante Vorgänge im In- und Auslande, eine umfassende Chronik aus der Provinz und den Nachbargebieten, interessante Berichte ou 8 Stadt und Umgebung, ans dem Vereinsleben, gut gewählten Unterhaltungsstoff, Mittest
Das unvorsichtige Umgehen mit Schußwaffen.
In der Märznumnier der „Deutschen Revue" veröffentlicht Prof. Dr. v. Bruns in Tübingen eine interessante Abhandlung „Ueber Schußver- letznngen im Frieden". Am Schluß der Ausführungen heißt es: Werfen wir noch einen Blick auf die Schußwunden im Frieden und ihre Folgen, so ist cs von großem sozialen Interesse, unsere eigenen, an einer vorzugsweise ländlichen Bevölkerung gemachten Erfahrungen mit denen an einer Großstadtbevölkerung zu vergleichen. Hierzu bietet ein soeben erschienener Bericht über die in einem der größten Berliner Hospitäler ^Städtisches Krankenhaus am Urban) während ees letzten Jahrzehnts beobachteten Schußvcr- letzungen willkommene Gelegenheit. Bor allem fällt schon die weitaus geringe Ges...utzahl der Fälle in dem großstädtischen Krankenhause auf, die während desselben Zeitraums nur 150 gegenüber 400 in der Tübinger Klinik betrug. Diese Tatsache steht jedoch ganz im Einklang damit, daß die Schußverletzungen der Tübinger Klinik zu drei Vierteln aus der Landbevölkerung stammen. Offenbar gehen auf dem Lande namentlich die Knaben und jungen Leute häufiger mitSchuß- woffen um, als in der Stadt: beträgt doch die Anzahl der verletzten Kinder unter 15 Jahren in Tübingen den 5., in Berlin nur den 15. Teil der Gesamtzahl. Der wichtigste Unterschied von -Stadt und Land liegt aber darin, daß von den Berliner Verwundeten GO Prozent bei Selbstmordversuchen verunglückt sind, von den Tübinger Verletzten nur 6 Prozent: dort häufiger die Ver- tzweiflung, hier die jugendliche Spielerei. Daher ist auch die LieblingÄvaffe in der Stadt der Revolver, auf de:n Lande die Pistole.
Dieselben durchgreifenden Verschiedenheiten weisen natürlich auch die Schichverletzunaen selbst
lungen aus den verschiedensten Gebieten der Landwirtschaft, Kunst- und Wissenschaft, Hochschulnachrichten, dienstliche Personalien, Handelsnachrichten, tägliche Wetterberichte u. a. m Die ..Oberhelsifche Zeitung" hat nachweislich die größte Auflage am Platze und ist das weitverbreitetste und besteinaeführte Blatt in Marburg und den ongreinenden Kreisen. Jnfolgedessm ist die „ObcrhrWchc Zeitung" als ein
Jnfertionsorgan ersten Ranges
bekannt und geschätzt.
Anzeigen haben nachweislich den größten und sichersten Erfol g. DieS taats- u. städtischen Behörden, in Marburg und in der Previn', sowie zahlreiche auswärtige Behörden, die Bürger» meister- und die Foistämter, Notare und Gerichts- Vollzieher, Garnisensnerwattungen, Bankinstitute ec. benutz'» ständig fast ausich! eßlich die .O b erhesfische Z ei tu na' für ihre Bekanntmachungen, Verpachtungen rc. rc., ein Beweis wie sehr allseitig die .Oberheisische Zeitung' als gutes Jnserationsorgan geschätzt wird.
Damit in der regelmäßigen Zustellung der „Oberheffischeu Zeitung" keine Unterbrechung eintritt, ist es rötlich, dieselbe sofort zu bestellen Denjenigen unserer Abonnenten, die unsere Zeitung nicht durch die Post erhalten, wird dieselbe, sofern sie nicht abbestellt wird, auch fernerhin ohne weiteres zugehen. Die .Oberhefsische Zeitung' mit dem .Amtlichen Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain' dem .Illustrierten Sonntagsblatt' und den .Ziehungslisten der Preußischen Klafsen- lotterie' kostet nach wie vor pro Quartal 2,25 Mk. Einesteils, um den Inserenten und andererseits, um den ländlichen Lesern entgegenzukommen, ist die Einrichtung getroffen, daß für die Landorte unsere Zeitung am Sonnabend in zwei Ausgaben und zwar morgens und nachmittags expediert wird.
Wir bitten untere zahlreichen Freunde und Leser, für die weitere Verbreitung unterer Zeitung zum neuen Quartal eifrigst tätig zu sein.
Probeblätter werden gern unentgeltlich zur Verfügung gestellt.
Verlag nud Leitung -er „Oberhefstschen Zeitung".
Ausland.
Bereinigte Staaten von Amerika. Immer weitere Kreise zieht der von Roosevelt 'cgonnene Kampf gegen die Trusts, Fleisch-, Petroleum-, Papier-, Drogen-, Eisenbahn-Trust — alle haben jetzt schwere Zeiten durchzumachen; am schlimmsten geht es augenblicklich aber dem Petroleum- Trust, der Standard Oil Company. Die (Staaten Kansas, Missouri, Texas, Oklahoma haben ihren ganzen Gesetzgebungsapparat gegen die Oelmag- naten mobil gemacht, so daß cs jetzt John Rockc- eller, dem Haupt der Standard Oil Co., tat- ächlich anfängt, ungemütlich zu werden. Am chärfsten heizt ihm aber wohl sein einstiger Freund und jetzt grimmigster Widersacher, Thomas W. Lawson, ein, der einen regelrechten Feld- zng gegen die Trustbarone eröffnet hat. Aus Boston hat dieser kürzlich einen offenen Brief an H. H. Rogers, die rechte Hand Rockcfellers, gerichtet, mit einem Anerbieten, wie es nur ein
auf. I» der Stadt überwiegen wegen der häufigen Selbstmordversuche die Schußwunden des Kopfes und der Brnst, während die der Gliedmaßen nur den fünften Teil ausmachen. Unter den Verletzte» auf dem Lande überwiegen dagegen die Schitßwunden der Glieder mit mehr als zwei Drittel der Gesamtzahl: meist sind die Hände betroffen, und zwar die linke Hand doppelt so oft als die rechte, da jene bei dem nnbeab- sichftgten Losgehen des Schusses gewöhnlich ihren Platz an der Mündung der Waffe hat. Wenngleich diese Schußwunden der Extremitäten auch im allgemeinen weniger gefährlich sind, haben sie doch verschuldet, daß bei unseren Verwundeten beispielsweise 150 Finger verstümmelt und verloren tvuroen, und daß zehnmäl ein ganzes Glied der Amputation zum Opfer gefallen ist. Angesichts des jungeiidlichen Atters der meisten Verletzten sind diese Verstümmelungen doppelt beklagenswert. Wir haben aber, um vollständig zu sein, noch die in der Tübinger Angenklinik be- handeltenSchußvcrlctznngen hinzuzurechnen. Nach gütiger Mitteilung des Herrn Professor Schleich haben während der letzten acht Jahre 15 Schuß- verletzte eine mehr oder tvcniger schwere Schädigung des Sehvermögens davonget ragen, 22 sind auf einem Ange, 8 auf beiden Augen völlig erblindet.
Alle diese Zahlen sprechen eine beredte Sprache. Sie erzählen uns von all dem schweren Unglück, das nicht etwa die Gefahren de§ Berufes, sondern lediglich der jugendliche Leichtsinn über die Schuldigen selbst wie über andere bringt. Dieser verderbliche Unfug hat noch nicht die gebührende Aufmerksamkeit auf sich geteuft; um ihm ent- gegeuzutreten, mag vielleicht diese Besprechung in der Oeffentlichkcit förderlich sein. Denn nickt sowohl durch polizeiliche Vorschriften als durch erziehliche Einwirkung des Elternhauses und der Schule, namentlich auf dem Wege der Aufklärung der Jugend über die verderblichen Wirkungen des
amerikansches Hirn anstecken kann: Er will 55 000 Dollars dafür bezahlen, wenn fünf der von ihm angegriffenen Finanzleute ihm in öffentlicher Versammlung sagen, was sie von ihm denken und ihm dann Gelegenheit zur Entgegnung geben. Rockefeller hat sich aber noch nicht bereit erklärt, seine Meinung öffentlich über Lawson öffentlich kundzugeben, er fürchtet, daß er dann zu. viel über seine Geschäftspraktiken zu hören bekommt. — Ein Blatt schreibt: „Die dem Gemeinwesen drohende Gefahr liegt nicht so sehr in den auf Zentralisierung berechneten Bestrebungen des Präsidenten und der Perversität des Kongresses, als in der stetig wachsenden Unehrlichkeft und Verwegenheit unserer großen Korporationen. Diese fressen am Marke unseres Gesellschaftsbaues und bedrohen allein den Bestand unserer Regierungsform."
Mittelasien. Die englische Diplomatie macht, wahrend Rußland durch den Krieg behindert ist, Schachzug auf Schachzug und gewinnt den Ruffen Feld um Feld ab. So ist e8 jetzt dem englischen Gesandten in Peking gelungen, einen neuen Erfolg über seinen ruf ft schen Kollegen davonzutragen. Dieser hat sich den Bemühungen des Ersteren mit allen Kräften widersetzt, daß die chinesische Regierung sich verpflichten sollte, einem englischen, oder sonstigen unter britischen Auspizien gebildeten Syndikate die Konzession zum Bau einer Bahn von Szet- schuan nach Tibet zu erteilen. Die chinesische Regierung hat sich nun doch zu diesem Zugeständnis bereit gefunden, nachdem englischerseits dem Prestige des kaiserlichen Hofes in Peking eine kleine Konzession bezüglich des Tibetvertrages gemacht worden ist. Gleichzeitig mit letzterem soll auch die Konvention vollzogen werden. Dieser Bahnbau wurde dem englischen Einflüsse die ganzen Gebiete des oberen Jangtse- tale§ nicht nur, sondern auch des Quellgebietes und der Flußläufe des Hoangho, sowie nordwärts der südlichen Mongolei eröffnen, und das ganze innere chinesische Hinterland dem englischen Handel erschließen. Der russische Einfluß würde dadurch aber seinerseits einen weiteren ernsten Schlag erleiden. Aber auch die französische Einflußsphäre dürfte durch eine Bahnverbmdung Tibets mit Szetschuan nicht unwesentlich berührt werden.
Marburg und Unigegeud.
(Nachdruck aller Originalartikel ist gemäß § 18 de» Urheberrechts nur mit der deutlichen Ouellenangabc
.Oberheff. Zig." gestattet.)
Marburg, 1. April.
* Kgl. Hütten schulen, die niedere Betriebsbeamte für dieHüttenindustrie heranbilden sollen, befielen als Abteilungen der Maschinenbau- und Hüttenschulen in Gleiwitz und Duisburg. Für die Hüttenschulen gelten dieselben Ausnahme-Bedingungen wie für die (niederen) Maschinenbau- schulcn, nur ist vierjährige Praxis im Hütten-
Spielens mit Schußwaffen und Sprengkörpern kann dem Uebel gesteuert werden.
Wissenschaft, Kunst und Leben.
♦ Das König!. C o m e n i n S - G y m n a - s i it m zu L i s s a begeht im Oktober dieses Jahres seine 350jährige Jubelfeier. Die Geschichte dieser cm'teften Gelehrten Schule der Ostmark ist sehr interessant. Jin Jahre 1555 durch die um ihres Glaubens willen aus ihrer Heimat flüchtig gewordenen böhmischen Brüder gegründet, wurde die zunächst stets von deutschen Gelehrten geleitete Schule von polnischer Seite eifrigst gefördert und gepflegt, da sich einsichtige und maßgebende Kreise der Erkenntnis des Bil- dungsbcdürfnisses nickt verschlossen. Unter seinem größten Rektor, I. A. Comenms, der 1628 als Führer der zweiten böhmischen Einwanderung nach Lissa kam und nach einigen Jahren das Rektorat übernahm, erreichte das Gymnasium illustre feine erste Glanzzeit: es war damals der geistige Mittelpunkt Großpolen?. Unter den späteren Rektoren ragt Comenius' Enkel Jablonski, der spätere Nachfolger Leibniz' im Prä- sidiuni der Akademie der Wissenschaften, besonders hervor. Dann kam die Zeit der Krieges-, Pest- und Brandunruheu für Stadt und Gymnasium und brachte beiden tiefen Niedergang. Erst unter preußischer Herrschaft war mit der äußeren Ruhe wieder^ die Möglichkeit der Entwickelung gegeben, und so sieht denn, die Anstalt heute als eine der angesehensten des Landes Posen da; ist sie sich doch der Verpflichtung wohl bewußt, die darin liegt, den Namen des Comenius zu führen. Da die Geschichte der Schule mit der Geschichte deutschen Geisteslebens in der Ostmark unzertrennbar verknüpft ist, wird die Festschrift ihres jetzigen Leiters, Direktors v. Sanden, ein über pädagogische Kreise weit hinansgehendes Interesse erregen.
betriebe erforderlich. . Schulgeld 30 Mk. halb jährlich. Die Kurse an allen Königlichen höheren und niederen Maschinenbau- und Hüttenschulen dauern ohi-m Unterbrechung des Lehrgangs vier Semester (zwei Jahre). Zur Unterstütz:..^ des Unterrichts sind rcichhalftge chemische, physikalische Maschinen- und elektrotechnische Sammlungen so wie mit modernen Maschinen und Apparaten aus gestattete maschinen- und elektrotechnische Versuchslaboratorien vorhanden. Mit den vereinigten Maschinenbauschulen in Dortmund und Elberfeld-Barmen, den höheren Maschinenla: schulen in Altona, Hagen, Stettin, den Maschinenbau- schulen in Görlitz und Magdeburg "nd den Maschinenbau- und Hüttenschulen in Duisb r und Cleiwitz sind Abend- und Sonntagskurse verbunden, in denen jüngere und ältere Arbeiter der Maschinen- und elektr-ftechnischen Industrie sowie Handwerker die für ihren Berus erforderlichen theoretische'- Kenntnisse u-5 Fertig- feit im Maschinenzeichnen erwerben können. Das Schulgeld für einen Halbjahreskursus mit wöchentlich zehnstündigem Unterricht beträgt 10 Mark. — Königliche Fachschulen für die Eisen- und Stahl - (sonstige Metall-) Industrie mit Werkstätten» betrieb, welche aus der Volksschule cntlas- senen jungen Leuten eine theoretische und praktische Ausbildung vermitteln sollen, bestehen in Iserlohn, Remscheid, Schmalkalden und Siegen. Die Hälfte der Unterrichtszeit wird ar diesen Schulen auf die praktische Ausbildung verwendet, Me in gut eingerichteten, mit allen modernen Werkzeugen undWerkzeugmaschinen ausgestatteten Werkstätten von erfahrenen Werkmeistern geleitet wird. Dauer der Ausbildungszeit 2—3 Jah.e. Schuldge'ld halbjährlich 30 Mk. Die Reifezeugnisse dieser Fachschulen sind als Ers .tz für, die Gesellenprüfung anerkannt. Für Bücher, Zeichenmaterialien, Hefte usw. sind an allen Anstalten im ganzen etwa 120 Mk.. für Wohnung und Unterhalt eines Schülers für die jährlich,10 Monate währende Unterrichtszeit etwa 500 bis 000 Mark erforderlich. Bedürftigen preußischen Schülern können Stipendien und Schulgelderlaß gewährt werden. Die Direktoren der Ängsten werden auf Anfragen die genauen Termine bet Beginnes des Unterrichts in jedem Halbj .hr mit teilen, sowie Sckulvrogrannne und Prüflings ordnungen betr. die Aufnahmeprüfungen für bti höheren Maschinenbauschulen, aus bei.cn alle- näh^r zu ersehen ist, kostenfrei übersenden.
* Arnberungk» tut Postverkehr. Vom 1. Apri ab sind die Postanweisungen nach Deutsch-Ost ofrika nicht mehr in der Markwährung, sonderi in der im Schutzgebiete geltenden Rupien Währung (1 Rupie — 100 Heller — 1% Mk. auszustellen. Ebenso sind auch die Nachnahme« auf Einschreibbriefsendungen sowie auf Briefe! und Kästchen mit Wertangabe nach Deutsch-Ost afrifa in der Rupienwährung anzugeben. — Vom 1. April ab sind im Verkehr zwischei Deutschland und Niederländisch - Indien tclc graphische Postanweisungen, ferner Briefe un' Kästchen mit Wertangabe bis zu 8000 Mark zu. Beförderung zugelassen.
HochsckulnaÄrichten.
Eine für das Verbindungöleben auf den Hoch schulen wichtige Entscheidung hat das Reichsgericht gefällt. Ein jetzt in Bonn lebender Student A'. war früher in Würzburg Mitglied der Korps Guestphalia. Am 15. Januar 1901 er klärte er seinen Austritt. Er hatte sich in d!i Sache zweier Studenten gemischt, die am 3 Februar 1901 aber vor dem Ehrengericht ergeb nislos verlief. X. sah sich veranlaßt, beim Würz bürg er S. C. Berriifsklage gegen den einen beteiligten Studenten zu stellen und machte den 8. C. Mitteilung über angeblich im Korps G. herrschende Zustände. Darauf erhielt er einen Beschluß des Korps G. zugestcllt, durch den ei cum infamia ans dem Korps G. erkludiert sei. X. hat nun beim Landgericht Würzburg Klage erhoben, daß jener Beschluß des Korps G. vom 12. Februar 1901 aufgehoben und anzuerkenncn fei, daß X. durch Austrittserklärung aus dem Korps G. ausgeschieden sei. Das Landgericht hat dem Klagcailkrag gemäß entschieden, trotzdem voll dem Korps der Rechtsweg als unzulässig bestritten wurde. Auf die vom Korps! eingelegte Berufung hatte das Oberlandesgericht Bamberg das Urteil aufgehoben und die Klage abgewiesen. Nunmehr ergriff X. das Rechtsmittel der Revision beim Reichsgericht, die auck Erfolg hatte, iiideui der erste Zivilsenat des höchsten Gerichtshofes das Oberlandesgerichts-Urstil aufhob und die Berufung des Korps Guestphalia mit der Maßnahme znrückgewieseii wordeu ist, daß das Urteil des Landgerichts bestätigt wurde. Bisher konnte der Entlassene gegen die Verurteilung durch seine ehemalige Körpersckaft nut die Entscheidung des Untoersitätsgerickts an- rufen. Da? Reichsgericht hat nunmehr die ortenilicheu Gerichte, was eigentlich selbstverständlich ist, in aller Form für zuständig,erklärt.