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Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag- Joh. Aug. Koch, UnivcyttätS-Buchdruckerer 40.

Marburg. Markt 21. Telephon 65. M

Marburg

Freitag, 31. März 1905

behalten, bis cs völlig hergestellt ist, nicht ein Jota ändern. Es bleibt dabei! Ich bin froh, daß ich dies Gartenhaus mein eigen nenne, daß mir niemand das Recht des Besites streitig machen kann. Dort soll das arme Kind ruhig wohnen!"

Recht so," höhnte die Mutter mit hochrotem Gesicht,laß die Leute ihre Glossen über Dich machen, untergrabe das Glück Deiner Schwester und warte die Sache ab! Glaubst Du, daß die Eltern Millys nach allem, tvas vorgefallen, noch ihre Einwilligung zu einer Verbindung mit Dir geben werden?"

In diese Lage wären dieselben ohnehin nicht gekommen!" lächelte Eugen überlegen.

Du willst doch nicht etwa damit sagen1

Jawohl, das will ich", fuhr Eugen mit har- ter Stimme dazwischen,das will ich! An diese Verbindung habe irf] nie gedacht, sie erschien nur Euch immer wünschenswert! Mir nicht! Sa .weit geht mein Opfermut nicht!" j

" (Fortsetzung folgt.) ]

Ihre Tochter wird nicht sterben," beruhigte er ihn; wir werden alles aufbieten, um sie wieder herzustellen. Machen Sie sich darum keine Sor­gen/^

Auch Eugen legte ihm die Hand auf die Schulter.

Es, soll Euch beiden an nichts fehlen, dafür werde ich sorgen," versicherte er in seiner ge­wohnten ruhigen Weise.

Das wär ja schon alles ganz schön und gut, 1 aber"

Nun?" fragte Eugen, als der Alte stockte.

Ob Violetta das annehmen wird! Sie ken­nen das Kind nicht, wissen nicht, wie stolz es ist. ®e sich von niemand etwas schenken lassen. ^>'ch furchte, das Mädel hungert lieber, als daß es von Ihnen abhängig ist."

Vorläufig wird Violetta es annehmen müs­sen. ^ch fühle mich verpflichtet, für ihren Unter« halt zu sorgen; denn ich war die Ursache des Un- glucks, und muß froh sein, wenn sie mir ver­zeiht. Ich habe viel an ihr gut zu machen."

.Der Alte begriff zwar nicht recht, was Eugen meinte, aber ihm war es schon recht, wenn er hier in dem hübschen behaglichen Hause bleiben konnte, und wenn andere ihn versorgten. Er besaß nicht das feine Gefühl, in der Annahme von Wohltaten eine Demütigung erblicken, aber er wußte, daß es einen barten Kampf mit Violetta aeben würde. Er begriff gar nicht, warum er das, tvas andere ihm boten, nicht an- nehmen sollte. Das Mäochen hatte manchmal so sonderbare Ansichten.

VII.

Am folgenden Morgen kam es zu einem hef- tigen Wortwechsel zwischen Eugen und feiner! I Mutter. Die letztere tadelte in ihren gewohnten scharfen Ausdrücken das eigenmächtige Vorgehen des Sohnes, das sie nach ihrer Ansicht box der

'Nachdruck Verbote«.),'

Ungleiche Brüder.

Bergarbeiterschlchstesetz.

Der Ministerpräsident Graf von Bülow hat Ader Sitzung des Abgeordnetenha-ses vom 27 Marz zur Einleitung der ersten Lesung des Bergarbeiterschutzgesetzentwurfes eine bereits im Auszug mrtgeteilte Rede gehalten, aus der wir folgende wichtige Stellen der vollständigen Wie- dergabe wert halten:

Wenngileich ich, meine Herren, es meinem «errn Nachbarn, dem Herrn Ressort- und Han- delsmimster überlassen muß, diesen Gesetzentwurf 'us/wZ.elnen, zu vertreten und zu begründen, so mochte ich Sie doch auch meinerseits um eine ent- gegenkommende, ruhige und sachliche Prüfung desselben bitten und zu diesem Zweck in Kürze etmge Streiflichter auf den vorhergegangenen warfen Un$ ouf Gossen Begleiterscheinungen

mH dem Kreismatt für dre Kreise Marburg und Kirchhain.

SanitlaaSbeilager JVuttriries ^«%**»****»ma*k

Meine Herren, die Bergarbeiter des Ruhr­reviers haben die Arbeit wieder ausgenommen mit der Hoffnung, daß ihnen die in Aussicht ge­stellte Novelle zum Berggesetz einen stärkeren Schutz ihrer Arbeitskraft, eine siche e Gewähr ihrer Arbeitsleistung und die Einführung von Arbeiterausschüssen bringen wird. Mögen auch die Uebelstände in den Bergwerken vor Ausbruch des Streiks stark übertrieben worden < , so ber- mag doch die staatliche Fürsorge in mehr als einer Richtung helfend und fördernd einzugrei- fen. Enttäuschen Sie, meine Herren, diese Hoff­nungen nicht! Prüfen Sie mit Wohlwollen die Vorschläge, welche Ihnen die Königliche Staats- regierung unterbreitet. Was Sie, meine Herren, in Erfüllung der sozialen Aufgaben, der sozialen Pflichten des Staates mit Gerechtigkeit und Un­parteilichkeit für die Abstellung wirklicher Be­schwerden tun, das tun Sie gegen sozialdemokra­tische Bestrebungen, das tun Sir für die Mo­narchie! (Bravo! und Beifall.)

Driginal-Roman von Irene von Hellmuth.

(Fortsetzung.)

Das Lächeln von des Doktors Gesicht ber- ichwand. Er schüttelte Eugen herzlich die Hand.

Es freut nncf), daß Sie sich der jungen Dame so warm annehmen, ich glaube, sie ver­dient es. Nach dem, was mir der Direktor von ihr erzählte, macht sie wirklich eine rühmliche Ausnahme."

.. Mit größter Sorgfalt leitete er dann selbst die Ueberfuhrung der Patientin nach dem reizen- lallen Gartenhause, und versvrach auf Engens Bitten, die Behandlung zu übernehmen. Er berief sofort telephonisch eine Krankenschwester ,«n das Lager des jungenMädchens.

Der alte Normann, der wie gewöhnlich die Zeit bis zu Violettas Rückkehr verschlafen hatte, zeigte sich vollständig fassungslos, als er erfuhr was geschehen war.

Große Tränen rollten ihm über die bleichen Sinnner'frug m<m ^ne $-0($ter behutsam ins . "Violetta, mein armes Kind," schluchzte er TtLnler ^I£^er- "Du ahntest wohl, welches Un­glück Dir drohte, armes Mädchen! O sie ging immer so ungern in die Vorstellung, sie mußte jstch ordentlich Zwang antun in der letzten Zeit! Und nun, das große Unglück! Was soll aus mir gerben, wenn das Kind nichts verdienen kann! Ach bin za selbst ein kranker Mann. Oder wenn sie gor stirbt! Ach Gott, warum schickst Du mir I solchen Jammer!" I

llutmiitige Doktor versuchte den jam- Per.idin Alten zu trösten, so gut er es vermochte.

Neueste Telegramme.

Schwerin, 29. März. Großherzog Friedrich Franz IV. von Mecklenburg-Schwerin wurde zum Ehrenritter des Johanniter-Ordens ernannt. r Bern, 29. März. Der Ständerat hat den Handelsvertrag mit Deutschland genehmigt und jzwar einstimmig.

Neapel, 30. März. Das deutsche Schulschiff Hertha" mit dem Prinzen Adalbert ist gestern Mittag hier-eingetroffen. Der deuffche General­konsul und Vizekonsul begaben sich nachmittags air Bord des SchulschiffesHertha", um den Prinzen zu begrüßen. Der Prinz ging später an Bord des englischen KreuzersEssex" zum Be­such des Herzogs und der Herzogin von Connaught.

Taormina, 29. März. Die deutsche Kaiserin besichtigte heute Nachmittag mit dem Prinzen Ettel Friedrich und Oskar das griechischeTheater. Später machte die Kaiserin mit den Prinzen einen Spaziergang.

Kiipenhagen, 29. März. Der Reichstag nahm heute endgsttig den Gesetzentwurf betreffend die .Etnführung der Prügelsttafe, ferner de» dänisch- )->issischen,Scbiedgerichtsbertrag an.

Madrid, 29. März. Der radikalePais" veröffentlicht einen Leitartikel, in dem er kon- flattert, durch den Kaiserbesuch in Tanger wür­den nicht nur die Rechte Marokkos, sondern ganz Europas verteidigt. Die deutsche Forderung, die Politik deroffenen Tür" dauernd in Marokko aufrechtzuerhalten, komme allen L adern zugute. Besonders Spanien habe das größte Interesse, vag das gerechte Verlangen durchdringe und Marokko keine französische Provinz werde.

Newyork, 29. Marz. In Haiti ist die Lage krnfl; der Ausbruch einer Revolution wird er­wartet.

Abdis Abeba, 28. März. Kaiser Menelik er­klärte, er genehmige den Bahnbau in Aethiopien nur auf Grund c e§ internationalen Plastes Miw werde die bei ihn. beglaubigten englischen, I französischen und it flenischen Ostsandten auffor- dern, ihm ohne Verzua diesen Plan vorzulegen. I Andernfalls werde er sich an Deutschland wegen einer internationalen Unternehmung wenden. I

I

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Meine Herren, ich erkenne gern an, daß die I nachzuweisen sein. Es handelt sich eben um das I Hoffnungslosigkeit des armen Mannes Was ausständigen Bergarbeiter tm großen und gan- allmähliche Wachsen der Saat des Hasses gegen die Sozialdemokratie an MitgliederanMl iS W. s:l"C rr^\°C ^htnJ ^Ewahrt haben, und die bestehende Ordnung der Dinge (Sehr richtig) I allen Bergarbeiterverbandes vielleickt verloren ba> ^e -lewer unter Kontraktbruch nieder- der Unzufne ensttt mit Gott, Staat, Obrigkeit, hätte, das würde sie sicherlich an a ' atorischer pelegU Arbeit aus Gründen der Ver..un und jene utopstttsche Vorstellung von einer Welt, wo Kraft reichlich wiedergewonnen haben (Seh! im Vertrauen auf Entgegenkommen der Arbeit- es keine Großen und Kleinen, keine Armen und richtig!) Solange ich an dieser Stelle 'ehe, wer- 1 p.eJ*cr und auf die in Aussicht gestellten gesetz- I Reichen, wo es nicht einmal mehr gute und böse I den Sie mich im Kampfe gegen die Bestrebungen ° 'Eder aufgenommen worden ist. Menschen geben soll. Es ist auch möglich, daß die freiheits- und kulturwidrigegn Bei'.-ebmwm Das ändert aber nichts an der Tatsache, daß I die lokalen Führer der sozialdemokratischen Ge- I der Sozialdemokrat' immer auf dem Platze fin­tier Streck selbst mit -nner Unrechtmäßigkeit be- werkschaften im Ruhrrevier diesmal vom Aus- den! Aber auf schwankendem, moorigen Boden gönnen hat; es ändert nichts daran, daß beim I bruch des Gtreify abgeraten, daß sie sich um I reite ich keine Attacke!

Beginn des Streiks die Stimme der Leidenschaft I einen ruhigen Verlauf des Streiks bemüht ha- ~~ über besonnene Erwägung die Oberhand behal- I ben. Als aber das Unbeil im Gang war setzte ten hatte. In ihren Lohnforderungen haben I die sozialdemokratische Presse auf der ganzen die Arbeiter nichts erreicht; ihre materielle Lage I Linie ein, um den Kampf nach 2R5-V stit zu öer- hat sich verschlechtert durch den Lohnaussall, der I bitter» und zu vergiften. Der nicht nur von der

I auf 500 000 bis 600 000 Mark für den Tag I Autorität des Gesetzes diktierte, sondern wirklich berechnet worden ist. Viel Not, viel Elend ist I arbeiterfreundlich- Rat des obersten Reichsbeam- zu meinem tiefen Bedauern über manche Arbei- I ten, sich nicht zu Ausschreittingei. '''-'reißen zu tersamilie gekommen. In einer sozialdemokra- I lassen, wurde von dem Führer der sozialderno- tischen Zeitung habe ich gelesen, daß im Ruhr- I kratischen Partei im Reichstage als eine, wie er revier eme Bevölkerung von ca. 1 Million Men- I sich ausdrückte. Provokation der Bergarbeiter schen infolge des Streiks ihren .Lebensunterhalt I verschrieen. Statt zu beruhigen, wurde aufge- uni mehr als die Hälfte habe herabsetzen müssen. I reizt. Die Ankündigung, daß bestimmte Be- Dw Arbeiter haben selbst erfahren müllen, eine I schwerden der Bergarbeiter abgestellt werden soll- wie zweischneidige Waffe ein solcher Lohnkampf I ten, war angeblichein Hohn' auf die Lage der /^en sie dafür vor allem die Setzer und I Bergarbeiter" und durfte dieselbenunter keinen Wühler verantwortlich machen (Sehr richtig!), I Umständen" veranlassen, die Arbeit wieder auf- durch die sie sich zur Niederlegung der Arbeit I zunehmen.

^ben verleiten lassen. I Meine Herren, ich will von den besonderen

Meine Herren, wenn wir sehen, tote die m 0 I Gefahren gerade dieses Streiks für unser ganzes

berne Entwicklung mehr und mehr zum I Wirtschafts- und Erwerbsleben absehen Ich

Großbetriebe, zum Riesenbetriebe hindrängt, I will auch davon absehen, daß im Rlstrrevier die

wenn wir sehen, wie die Kapitalkräfte sich syn- I christlichen und freisinnigen Bergarbeiter sich mit

Azreren und kartellieren, wie das alte persönliche den sozialdemokratischen ungefähr das Gleichge- I ITmfrhmt

Verhältnis zwischen dem Fabrikherrn und seinen I wicht halten. In der Politik, meine Herren I UlllllyUU«

Arbeitern immer mehr schwindet, wenn wir sehen, kommt es aber nicht nur auf die rechte Gesin-' I Die UlttttBt« in Rukland Ww.der Arbeiter gegenüber der unpersönlichen I ming, es kommt auch auf die Anwendung der ! ,. . .

Kapttalsmacht vielfach allmählich zur bloßen I tauglichen Mittel, es kommt auf die beste Wahl I ""8 Warschau berichtet wird, fordert

Zahl wird, können wir da das Bestreben der Ar- I der Zeit und des Terrains für den Kampf an. I etn massenhaft verbreiteter Aufruf der sozialistt« beiter unbillig finden, auch ihrerseits durch Zu- I Bei der notorischen Uebermacht der Zechenbesitzer I ^en ,®tubbeProletariat" die Reservisten auf, sammenschließen zu Vereinen, zu Verbänden I würden die Unternehmer in diesem Falle das I einer Mobilisation mit Gewalt zu toiber« bon der Macht der Zahl zu profitieren? Ich Stillliegen der Zeche» und Hochöfen sicherlich | setzen. Weiter wird in diesem Aufrufe erklärt, habe im Reichstag gesagt, daß es ein schwieriges noch eine gute Weile haben aushalten können, I daß der Kampf gegen den Absolutismus nicht ^f??nL,?o;oSeTs- ^^^rten Kapitals- tue Arbeiter hätten schließlich doch die Arbeit auf eher aufhören werde, als bis die Einberufung den rickttia^n^^wi^ig die Gewerktchaftsblldung ,n I Gnade oder Ungnade wieder aufnehmen müssen, I einer gesetzgebenden Volksvertretung, eines Land- den richtigen, durch da» Gemeinwohl gezogenen I di. Betriebsleitung hatte alle aufsässigen Ele- I taqeS zur Entscheiduna der 91naelpnpnbpifpn Grenzen zu halten. Dieses Problem ist nach I mente ausscheiden, den Gewerkschaften einen I snnr0a ec-r ^"Lelegenheiten

meiner festen Ueberzeugung nicht in dem Sinne schweren Stoß versetzen können. 5retlaffung ber wegen

?u tofert, tote es die Haltung der beteiligten I Meine Herren, toäre damit die Sozialdemo- I m-vtl berhafteten und verbannten

Zechenbesitzer und Banken in der Hibernia-An- I kratte wirksam bekämpft worden? Verlänaeruna I Personen durchgeführt sei. Um diesen Zweck

gelegenbeit und gegenüber den staatlichen Ver- I des Streiks bedeutete Vergrößerung der Not und I *®neUer 8« erreichen, wird aufgefordert, sich in

mittlungsversuchen bei der Kalamität des Berg- I des Familienelends unter den Bergarbeitern I Waffen ju bewaffnen, die Regierungsorgane

arbeiterstreiks anzeigt, das beißt im Sinne mög- I (Sehr richtig!); Not und Elend aber sind der I anzugreifen, die Polizeibureaus zu zerstören und

lichlter Ausschaltung te§ (Staates. Tas geht I beste Acker für die Sozialdemokratie. (Sehr I brutale bochgeftellte Beamte durch Bomben«

per ©taatmufe feine ordnende richtig! Sehr wahr!) Warum hätte fonft die I Attentate und Dynamit aus der Welt zu schaffen.

-v* e !*. e.X0 nauch auf diesem I Sozialdemokratie einer schleunigen Beendigung I In einer Zusammenkunft der Adelsmarschälle Meiim Aprren6 mhnrJnt ? t- w 1 r I Kampfes mit allen Mitteln entgegengearbei- I von zwanzig Gouvernements wurde eine Ent« Meine Serren, man hat auch auf den Anteil I tef? Warum hatte sie nach der Ankündigung I schließuna anaenommen in der nefant mirh- der -Sozialdemokratie an diesem Streik hingewie- I des Staatswille: S, zu vermitteln einmareistn I aw irx sm t t t sew auf die Haltung, welche diese die Existenz- soweit er es kann?-warum hätteSWe2nu!S W bureaukratl« berechttgung des beatmen Staates überhaupt fer Ankündigung dieses Staatswillens 'allen I v? Polizeiregime berurtedt. Der Krieg hat

stugnen> Partei vor, während und nach dem Z. ... auf die Regierung abgeladen?! Die So- dre Unordnung in der Staatsökonomie, der

Streik un Ruhrrevier eingenommen hat. Ganz zialdemokratie braucht, um für ihre Grundsätze I ^fstand die Unordnung im inneren Leben ent«

elnverstani.LN, mstne Herren! Die verhetzende gegen diesen sogenannten Klassenstaat, gegen I ^t. Durch eine Reihe von Adressen, Petitionen

^^Sozialdemokratie ist kaum je I diese sogenannte kavitalistische Gesellschaft und I und Resolutionen hat die öffentliche Meinung

M bei diesen. An- I Weltordstung neue Anhänger zu werben, um I Rußland einen großen Dienst erwiesen. Mit

hnr Tom Wnaf.LT's I Anhänger bei ihrer Fahne zu erhol- I der Kundgebung vom 3. März hat der Kaiser

__r ,^em Ausbruch des Streiks schwienger I ten, die Unzufriedenheit der Massen und die I eine neue Bahn in der Geschichte eingeschlagen.

ganzen Stadt kompromittiere. Eugen erkannte IOb das Glück gerade so groß fe?t wird, mag fofort, oaf, Heinz und Else der Mutter gegen- I vorläufig dahin gestellt bleiben," sagte Eugen ge- uber die Sache in ganz anderem Lichte hinge- lassen.Wenn der Herr Rittnieister Else um stellt und dabei stark ubertneben hatten. Er I deswillen aufgiebt, weil ich einem armen, ehr- fuMte, daß er wieder einmal allein stand, daß lichen Mädchen Zuflucht und Schutz gewährt-, alle gegen ihn waren, aber er beschloß, den I so braucht sie sich deswegen nicht zu grämen. Er onTm- , ,, Ä '1lb.ren- I hat sie dann nicht wahrhaft geliebt, und sie wäre

cm rtr ®u Dich nur so offen vor aller I vielleicht unglücklich geworden."

Welt bloßstellen," eiferte die Mutter.DasDu weißt nicht, was böse Leute alles zu« Mädchen war im Hospital ebensogut aufgehoben l I sammenklatscheu!"

Man wird ttischeln und flüstern über Dich, man IAch die Leute, immer die Leute waS toiro Dir alles Mögliche nachsagen! Ich bitte I kümmern sie uns? Die Hauptsache ist, daß wir

Dich, sorge dafür, daß dem ein Ende gemacht I vor uns selbst und vor unserem Gewissen rein

imrö, je eher, desto besser! Ueberlaß diese Men- I dastehen. Das andere ist Nebensache. Unser

schen ihrem Schicksal, ich dulde sie nicht länger I Streit ist überhaupt ein Streit um des Kaisers

let- . I Bart, liebe Mutter. Du und Ihr affe, Ihr toer-

Mutter, entgegnete Eugen in ehrlichem I bet an meinem Entschluß, das Mädchen hier zu Zorn,lassen wir doch die unnützen Auseinander- " * "* * " |

setzungen. Ich konnte nicht anders bandeln, und würde es heute ebenso machen! Es war einfach meine Pflicht, zu tun, tvas ich tat. Dem Mäd­chen wäre nichts passiert, hätte ich die Ueber- raschiing vermieden."

Sie muß mit ihrem Vater noch heute das Haus verlassen, ich bestehe darauf!"

Das wird sie nicht. Tie beide» bleiben, wo sie find, Mutter."

Du zerstörst unser Glück, die Zukunft Deiner Schwester und die Deine!"

Wieso, Miltter, ich verstehe Dich nicht!"

.Rittmeister Ellersfeld, der gestern auch mit tm Zirkus und Zeuge Deiner unverantwortlichen Handlungsweise war, äußerte sich in unzweideu­tiger Weise Else gegenüber, daß er Dein Vor- gehen durchaus mißbillige, und daß dasselbe für die ganze Familie kompromittierend sei. Else, das arme Kind, weinte die halbe Nacht, sie sagte. Du würdest sie noch um das Glück bringen, das sie an der Seite Ellersfelds erwartete!"