Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag- Ioh. Ang. Koch, Umverfitäts-Buchbrnckerei 40» StttÖHL Marburg, Markt 21. — Telephon 55. ö
Marburg
Donnerstag, 30. März 1905.
mit dem KreWlatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
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Neueste Telegramme.
Wiesbaden, 28. März. (Privattelegr.) Der LandeSuusschuß beschloß, den, Kronprinzen zu feiner Vermählung eine Sammlung auserlesener Rheinweine zu übergeben. Ferner wurde der Beschluß gefaßt, dem Kommnnallandtag vorzu- fchlage», aus Anlaß der silbernen Hochzeit des KaiserPaareZ ein Siechenheim zu errichten und für diesen Zweckt 50 000 Mk. zu bewilligen.
^Weimar, 28. März. 18 deutsche Bundesfürsten haben ihre offizielle Vertretung zur Schiller-Feier in Weimar zugcsagt. Der Groß- Herzog wird 'den Feierlichkeiten persönlich bei- wohnen.
Lissabon, 28. März. Der Kaiser besuchte heute Nachmittag mit dem König die Geographische Gesellscl>aft: auf dem Wege durch die Stadt wurde er überall auf'das Herzlichste bon dem Publikum begrüßt. — Die Blätter berechnen, daß die aus allen Teilen Portugals zusammen- geströmtc Menge, die gestern den Kaiser begrüßte, auf dem sechs Kilometer langen Wcne zwischen dem Landungsplätze und dem Palast in Belem beinahe eine Million betrug.
Taormina, 29. März. Die deutsche Kaiserin und die Prinzen Eitel-Friedrich und Oskar be- gaben sich gestern Nachmittag nach Capo Sanrt Andrea und berließen dann den 'sagen: sie nahmen dort den Tee ein und kehrten zu Fuß zurück.
Kvrfn, 28. März. Prinz Adalbert bon Preußen hat nach biertägigem Aufenthalt an Bord der „Hertha" den Hafen verlassen, um sich zur Kaiserbegegnung nach Neapel zu begeben. In der Straße bon Messina wird der vom Prinzen Karl bon , Nsenburg-Büdingen geführte „Sleipner" die heimkehrende „Hertha" begrüßen: das Torpedoboot ist zu diesem Zwecke in Messina ziirückgelassen worden.
Amiens, 28. März. Heute vormittag fand uilter Teilnahme einer großen Volksmenge das Leichenbegängnis Jules Vernes statt.
Madrid, 29. März. Die andalusische Agrarkrise uiii it einen beunruhigenden Charakter au. Aus zablreicheik Orten laufen Nachrichten ein, die den Ausbruch ernster llnruhen befürchten lassen, wenn die Dürre noch einige Tage anhält. Die Maßregeln der Behörden waren bisher gänzlich unzulänglich.
London, 29. März. „Central News" wollen aus Petersburg wissen, es sei nunmehr als feststehend anzusehen, daß die Unterhandlungen mit den französischen Banken über eine russische Anleihe eingestellt worden seien.
Hongkong, 28. März. Prinz Friedrich Leo- pold bon Preußen . ist auf der Fahrt nach dem Kriegsschauplätze hier cingetroffen. Der Gou- vcrueur gab zu Ehren des Prinzen ein Friihstück.
Staatliche
Wohlfahrtspflege.
Dem preußischen Abgeordnetenhause ist auch .in der diesjährigen Session ein Gesetzentwurf betreffend die Bewilligung weiterer Staatsmittel zur Verbesserung der Wohnungs- v erhält wisse von Arbeitern, die in
bl 'Nachdruck verboten.)
Ungleiche Brüder.
Original-Noman von Irene von Hellmuth.
Gattierung.)
„So leicht, glaube ich, ist die Sache nicht zu nehmen," gab der Rittmeister zurück. „Sieh nur, das Gesicht Deines Bruders ist ganz entstellt bot Angst. Ich glaube, dahinter steckt etwas. Aber solche Verwandtschaft möchte mir wirklich nicht passen." |
,Aber niemand denkt an dergleichen, am wenigsten Eugen," bemerkte Else ungeduldig. „Das Mädchen wohnt bei uns, und da ist es doch erklärlich--" I
„Sie wohnt bei Euch? ' Eine Zirkuskünst- lernt? Na, das ist doch wirklich seltsam!" unterbrach der junae Mann überrascht Elses Rede. I
"Wir wußten bis heute nicht, das sie dem I Zirkus angehört," sagte das Mädchen, und er- I oavi!e flüsternd, wie Violetta in das Haus kam. I
~ett Rittmeister schien die Sache sehr zu be- I unruhigen, er drehte nerbös die Schnurrbart- I spitzen zwischen den Fingern.
Unterdessen hatte man für die Verunglückte I rasch ent notdürftiges Lager zurecksi gemacht. I Ein schnell herbeigeholter Arzt und die Sanitäts- I wache bemühten sich bereits um die Bewußtlose. I Tie neugierige Menge war zurückgewiesen I worden. I
Eugen stand allein vor der Tür. des Zim- I wers, wohin man Violetta gebracht. Schmerzlich I deweat ging er mit schweren Schritten aus und I jo. Von Zeit zu Zeit blieb er stehen und lauschte: I «rinnen war alles still. Er hatte Mühe, sich zu l
staatlichen Betrieben beschäftigt find, und von gering besoldeten Staatsbeamten zugegangen. Die Summe, welche zu diesem Zwecke gefordert wird, beträgt fünfzehn Millionen Mark, die durch eine Anleihe vermittels Veräußerung eines entsprechenden Betrages von Schuldverschreibungen bezw. durch vorübergehende Ausgabe von Schatzanweisungen gedeckt werden soll. Bis jetzt find zur Verbesserung der Wohnungsverhältnifie in Preußen bereits 59 Millionen Mark zur Verfügung gestellt worden, einschließlich der neugeforderten Summe werden also 74 Millionen Mark für diesen Zweck flüssig sein. Es find aus den bisherigen sieben Kreditgesetzen 8175 staatseigene Wohnungen errichtet worden oder im Bau begriffen. Ein anderer Teil der zur Verfügung gestellten Summen aus diesen Gesetzen ist zur Darlehns- gewährung verwandt worden und Hot zur Förderung des Baues von im ganzen 7476 Genoffenschaftswohnungen gedient. Hinzu treten noch im Bezirk der Bergwerksdirektion Saarbrücken rund 750 Wohnungen, die mit Hilfe der von der Bergwerksverwaltung an einzelne Arbeiter zur Errichtung eigener Häuser gewährten Darlehen gebaut find, so daß sich eine Gesamtsumme von rund 16400 Wohnungen ergibt, deren Errichtung die erwähnten Staatsmittel zugute kommen.
Die Schaffung eines Volkswohlfahrtsamts ist von dem Abgeordneten Dr. Grafen von Douglas im preußischen Abgeordnetenhause angeregt und der bezügliche Antrag einer Kommission zur Vorberatung überwiesen worden. Der Bericht über die Kommissionsverhandlungen, an denen aus den Ministerien der geistlichen usw. Angelegenheiten, des Innern, für Handel und Gewerbe, der Finanzen und des JustizwesenS Kommissare teilgenommen haben, liegt nun vor. Namens der Regierung wurde jedoch weder über ihre Stellungnahme zu dem Prinzip des Antrages noch zu besten Einzelheiten eine bestimmte Erklärung abgegeben. Die Beratungen der Kommission gestalteten sich sehr lebhaft. Der Gedanke, eine Zentralstelle für Volkswohlfahrtspflege zu schaffen, fand allgemeinen Anklang. Ein solcher Mittelpunkt würde in der Tat geeignet sein, vielen Einzelbestrebungen auf dem weiten, in zersplitterter Tätigkeit jetzt bearbeiteten Gebiete einen festeren Zusammenhang und einen lebendigeren Inhalt zu geben. Gegenwärtig kreuzen sich die Wohl- fahrtsbestrebungen vielfach gegenseitig, dem würde durch eine Zentralstelle entgegengewirkt werden. Hierzu lagen verschiedene instruktive Darlegungen, u. a. auch ein Entwurf zu einer systematischen Ordnung der in Frage kommenden Gesichtspunkte vor. Die Kommission nahm schließlich einstimmig folgenden Antrag an:
die Königliche Staatsregierung zu ersuchen: als behördliche, Einrichtung zur Förderung der Volkswohlfahrt in Stadt und Land möglichst bald ein Volkswohlfahrtsamt zu schaffen, b.vufs ausgiebiger Mitwirkung des Laienelemeuts ihm einen ständigen Beirat anzugliedern und die hier
beherrschen und seine Erschütterung zu verbergen, als nach Verlauf einer ihm endlos dünkenden halben Stunde der Doktor mit ernster.! Gesicht heraustrat.
"Ist die Verletzung gefährlich?" fragte Eugen beklommen. Er konnte das schmerzliche Beben seiner Stimme , nicht ganz vermeiden. Dem Doktor schien dies auszufallen, denn er heftete einen prüfenden Blick auf den jungen Mann. Dann schüttelte i ernst den Kopf.
„Lebensgefährlich gerade nicht, aber für das arme Mädchen schwer genug. Was ich bis jetzt feststellen konnte, ist ein komplizierter, doppelter Strmbrud), der sehr lange brauchen wird, bis er vollständig geheilt ist. L 5 sie dann aber ihren Beruf wieder aufnehmen kann, möchte ich heute schon bezweifeln. Die Gelenkigkeit wird ihr, fürchte ich, niemals zurückkehren. Wenn die arme Kleine keine weiteren, inneren Verletzungen dabongetragen hat, besteht für ihr Leben keine Gefahr. Sie muß eben dann sehen, daß sie auf andere Weise ihr Brot verdient. Unbegreiflich ist es mir, daß sie bei einem solchen Sturz nicht tot am Plaste blieb. Sie siel direkt auf den Arm, und das milderte die Gewalt des Stoßes. Wäre sie auf den Rücken gefallen, so hätte sie unfehlbar das Rückgrat gebrochen.
Eugen schauderte bei dem Gedanken. Er fühlte, er wäre nie mehr seines Daseins st'oh geworden. hätte Violetta sein unbedachtes Herkommen mit dem Leben bezahlen müssen: htie einem Mörder müßte ihm da zu Mute sein. Er atmete tief aus: denn nun blieb ihm wenigstens die Hoffnung, seinen Fehler einigermaßen wieder gut machen zu können.
Freilich mußte er sich sagen, daß er nie daran denken durfte, Violetta fein eigen zu nennen.
für erforderlichen Mittel im Staatshaushaltsetat bereitzustellen.
Das Volkswohlfahrtsamt soll unmittelbar dem Staatsministerium unterstellt werden, die Ernennung des Vorsitzenden und der Mitglieder durch den König erfolgen. Es soll ihm insbesondere obliegen:
1. die Entwicklung der Volkswohlsahrtspflege im In- und Auslande zu verfolgen und darüber der Staatsregierung fortlaufend Bericht zu erstatten:
2. Wahrnehmungen, die ein Eingreifen oder eine Abänderung der Gesetzgebung oder der Verwaltungstätigkeit erforderlich erscheinen lassen, der Staatsregierung mitzuteilen:
3. auf Anordnung der Staatsregierung Gutachten zu erstatten, Vorschläge auszuarbeiten und bei der Vorbereitung von Gesetz- etttroiirfen und Verwaltungsanordnungen mitzuwirken:
4. auf Anordnung der Staatsr^ ierung bei größeren Unglücksfällen oder Notständen die freiwillige Hilfstätigkeit einheitlich zu leiten.
Bei der Berufung in den ständigen Beirat sollen die Privaten Volkswohlfahrts-Organisati- oneit und die beiden Häuser des Landtages besonders berücksichtigt werden. Der Beirat soll jährlich mindestens einmal berufen werden, um den Geschäftsbericht des Volkswohlfahrtsamt entgegenzunehmen und sich über ihn zu äußern. Er soll einzelne Fragen derVolkswohlfahrt''>flege beraten und begutachten, wenn dies bon der Staats- regterung angeordnet ober bon einem Viertel dec Mitglieder beantragt wird, und soll befugt fein, selbständig Anträge an die Staatsregierung zu stellen. Den Sitzungen des Beirats sollen Beauftragte der Staatsregienmg mit beratender Stimme beiwohnen dürfen.
Im übrigen soll der Geschäftsgang des Volkswohlfahrtsamts und des Beirats durch ei^e Verordnung des Staatsministeriums geregelt werden.
An der Annahme dieses Antrages im Plenum wird nicht gezweifelt werden können. Es ist zu hoffen, daß die Staatsregierung bis dahin zu den Vorschlägen Stellung nehmen und ihnen sympathisch gegenübertreten wird.
Umschau.
Tas Deplacement unserer Panzerkreuzer.
Aus gutunterrichteten Marinekreisen erfährt die „D. W.", daß eine Erhöhung des Deplacements unserer Panzerkreuzer an leitender Stelle für dringend notwendig erachtet wird. Bekanntlich hat Admiral v. Tirpitz im Reichstage angekündigt, daß er in der nächsten Tagung des Reichstages als Hauptforderung den Bau von sechs neuen Panzerkreuzern befürworten werde. Diese Schiffe sollen, falls sie, Wa8 zu hoffen ist, bewilligt werden, nicht die Abmeffungen des für 1905 angesehten Panzerkreuzers „D“ erhalten, sondern müssen in ihren Deplacements- Verhältnissen eine wesentliche Steigerung erfahren. Der Grund hierfür liegt in dem bereits viel weiter fortgeschrittenen Bau von
So wie die Verhältmsse nun einmal lagen, hatte er allerdings die Verpflichtung, um der ©einigen willen sich eine reiche Fran zu wählen. Dennoch nährte er eine geheime Hoffnung in seinem Innern, daß sich auf irgend eine Weise sein Geschick wenden würde. So lange man jung ist, hofft man immer, es müffe irgend ein Wunder geschehen, irgend etwas Großes, Unfaßbares, was die Erfüllung heißer Wünsche im Gefolge haben würde, und was uns mit einem Male zum er- lehnten Ziel brächte.
So ging es auch Eugen. .Konnte nicht ein Ereignis eintreten, das ihn mit einem Schlage zum reichen Manne machte? Wie, wenn der Onkel, der seine Ankunft bei den Verwandten für das Fnihfahr in Aussicht gestellt, ansehnliche Schätze mitbrächte? ' Die Mutter baute ja auch so fest ans diesen Reichtum. Sie behaupte!-, ihr Bruder habe drüben ein großes Vermögen erworben. Wenn er sich in seinen Briefen auch niemals klar darüber ausgesprochen, so glaubte sie doch sicher, daß mit seiner Hilfe für die Familie ein neues, froheres Leben beginnen werde.
Vorläufig blieben das freilich noch unsichere Aussichten und Vermutungen, aber es war immerhin etwas, woran man sich halten konnte.
Noch ein anderer Umstand wirkte beruhigend auf Eugen, nämlich daß Violettas abendliche Ausgänge nun aufgeklärt waren, daß er wußte, weshalb sie sich vom Hause entfernte. Weshalb sie nur ihm gegenüber daraus ein Geheimnis machte?
Aber schlecht,, unehrlich tote er gefürchtet, war sie gottlob nicht. Es drängte sich ihm nun die feste Ueberzeugimz auf, daß Violetta vor niemand, die Aiigen niederzuschlagen brauchte. Sie erschien ihm plötzlich in ganz anderem Lichte,
Fahrzeugen dieses Typs bei den andern See Mächten, die bereits bei einem durchschnittliche» Deplacement von 14000 t angelangt sind während unser Panzerkreuzer „D“ nur 11600 ( saßt. Man wird also damit rechnen können, daß die neuen Schiffe annähernd den gleiche» Tonnengehalt aufweisen werden wie die dez andern Hauptseemächte. Der springende Punk bei der Konstruktion der Kreuzer bleibt natüv lich die Gefechtskraft, die in erster Linie aus der Wirkung der Artillerie beruht. Je größer man die Neubauten ausführt, desto stärker kann natürlich auch die Armierung auSgestattek werden, die nicht hinter der fremden Kreuze; ähnlichen Typs zurückbleiben darf. Das Gleicht gilt von dem KohlenfaffungSvermözen und der Schnelligkeit, die mit 23 Seemeilen in der Stunde zunächst wohl die möglichste Steigerung erfahren hat. Im allgemeinen rechnet mar organisatorisch auf ein Linienschiffsgeschwader 2 Panzerkreuzer. Wenn in der nächsten Flottenvorlage nun 6 Panzerkreuzer mehr, als w diesem Verhältnis zum Ausdruck kommt, ge> fordert werden, so ist der Grund in dem erweiterten Aktionsradius unsrer Marine z« suchen und vornehmlich in der uns weit über« legenen Ausstattung anderer Seemächte mii derartigen Schiffen, die eine den Linienschiffe« nicht unbedeutend überlegene Schnelligkeit mit starker Gefechtskraft, welche allerdings wiederum nicht an die der Linienschiffe heranreicht, Vev einigen und sich deshalb an Stelle der frühere« Auslandskreuzer schnell in ferne Gegenden senden lasten.
Dir Unruhe« in Stußland.
Die Lage in den westlichen und südlichen Pro- vitizen ist nach tote vor eine äußerst gefahrdrohende. Der Geist des Aufruhrs und der Widersetzlichkeit greift immer mehr um sich und die Ortsbehörden stehen der Bewegung fast machtlos gegenüber. Nach Meldungen schlesischer Blätter ans Waisi bau har der Bauernaufstand bis zum 15. d. M. sich über 1100 Landgemeinde« des Weichselkreises ausgedehnt. Dagegen solle« die Militärbehörden infolge der Mobilisierung die Sendung bon Hilfstruppen bertoeig. . ,t.
Riga, 28. März. (Petersburger Telegr.- Agentur.) Laut Anordnung des Ministers der Innern Bulygin toirb bom 27. März ab übet Livland der Zustand des verstärkten Schutze! (Belagerungszustand) verhängt.
Dorpat, 28. März. (W. B.) Die Bürger ersuchten den Gouverneur, die Bildung einer Bürgerwehr zu gestatten, weil im Frühjahr Uw ruhen befürchtet werden. Gestern trafen hier Kosaken ein.
Windau, 28. März. (W. B.) Die in der vorigen Woche in dem Windau benachbarten Kreise Goldingen ausgetretene Gähruna unter den Bauern verbreitete Wb auch in einigen Amtsbezirken des Kreises Windau. Die Landarbeiter traten in den Ausstand. An mehreren Orte« wurde die Ordnung gestört. Nach einigen Güter» wurden Truppen entsandt.
S o s n o w i c e, 28. März. (W. B.) F« Bezirk Dombrowo und hier wurde die Arbeit so rein, so unschuldig, so kindlich, beinahe tost eine Märtyrerin.
Die Stimme des Doktors, dec inzwischen wieder hineingegangen war, um alles notige für den Transport anzuordnen, riß Eugen ans seinen Gedanken und Grübeleien.
„Also bitte, recht vorsichtig, recht behutsam, damit keine Erschütterung hervorgerufen wird," prägte der alte Herr den Männern ein, die alleS r-'ittiit zu befolgen versprachen.
„Was tooHen Sie mit der Verunglückten beginnen?" fragte Eugen hastig.
Der Doktor sah verwundert auf.
„Sie sind noch immer hier? Je nun, wit müssen das Mädchen nach dem Hospital schaffen.*
„Nein", entgegnete Eugen fest und bestiinmh „für geeignete Pflege werde ich Sorge tragen, ich gebe Ihnen die Versicherung, daß es bet Kranken an nichts fehlen soll."
Aus dem klugen Gesicht des Doktors erschien! ein pfiffiges Lächeln. Er fixierte den jungen Mann scharf. Ties gab Eugen rasch die Besinnung wieder. Er fühlte, daß er sich näher erklären mußte, sollten seine Worte nicht mißdeutet werden.
„Sie kennen die Wohnting der junge« Dame?" fragte der Doktor. i
„Ja, — ich kenne sie. Fräulein Norrnam» wohnt bet ihrem Vater, den sie mit ihrem Verdienst unterstützt. Die beiden leben sehr zurückgezogen, und ich gebe Ihnen die Versicherung, Fräulein Normatm ist eine sein gebildete Dame von tadellosem Ruf."
Er erzählte sodann noch, wie und auf welche Weise er Violetta feinten gelernt hatte. j
^Forschung folgt.)'