s
(Eigener Telephonbericht der »Oberhesf. Ztg.ft
Voraussichtliche Witterung für
Mittwoch, 29. Mürz 1905:
Zeitweise windig, nachts etwas aufklärend und kälter, tagsüber neue Bewölkung bei wenig veränderter Temperatur, stellenweise wieder Regen, doch meist geringerer.
Buchbinderei n. Einrahmung v. Bildern ♦♦ Barfüsserstrasse 21 ♦♦ J. Schulz.
I Geschäftliche Mitteilung.
I Auszeichnung. Dem Herausgeber der I Typographischen Jahrbücher und Leiter des I Technikums für Buchdrucker zu Leipzig, Herrn I Julius Mäser, wurde vom Kgl. Sächsischen I Ministerium des Innern laut Entscheid vom I 22. Februar 1902 das Recht zuerkannt I Medaillen-Zuerkennungen an Urheber hervor» I ragender Entwürfe im Wettbewerbe auszu» I sprechen. Um nun einen Einblick in den gegen- I wärtigen Stand der Satz- und Druckausstattung | zu gewinnen, hat die erwähnte Firma im I vorigen Jahre ein Preisausschreiben erlassen.
Eingegangen waren im Ganzen 542 größere, aus Deutschland, Oesterreich Ungarn, der Schweiz, der Türkei, Rußland, Frankreich, Italien, Spanien, Schweden, Holland, England, Nord» und Südamerika usw. Drucksachen-Sammlungen. 88 handelte sich hierbei nicht um eigens angefertigte Drucksachen, sondern um solche, wie sie jeweilig im laufenden Geschäftsbetrieb vor-
I Jammen. Ermuntert durch den Erfolg, den die Nuiversitäts-Bnchdrrrckerei vonIoh.Aug. Koch (Verlag der „Oberhesfischen Zeitung") in Marburg bei dem ersten Wettbewerb int
• Jahre 1901 durch Verleihung eines Diploms davongetragen, hat sich diese auch diesmal wieder beteiligt und zwar mit glänzendem Erfolg. Wie aus der letzten Nummer der Typographischen Jahrbücher zu ersehen ist wurde der genannten Firma diesmal die von Prof. Meyer in Karlsruhe entworfene filberttk Medaille.für geschmackvoll gesetzte und sehr gut gedruckte Akzidenzarbeiten", die nach eigenen, von dem Faktor des Geschäftes, Herrn L. Adorf, gezeichneten und in verschiedener Tonplattenmanier ausqeführten Entwürfen hergestellt wurden, verliehen. Bemerkt sei, daß unter den 542 Beteiligten 22 silberne Medaillen und 49 Diplome verliehen wurden, und daß die silberne Medaille die höchste Auszeichnung ist. Festgestellt wurde, daß gerade die Provinzdruckereien bestrebt find, den Großstadtdruckereien hinsichtlich der Leistungen nachzueifern und diese, waS künstlerische Ausstattung der Druckarbeiten anbelangt, manchmal noch überflügeln. •
Der heutige« Nummer ftegt Bet' Kreisblatt Nr. 25.
Paris, 27. Mäiy. Die Akademie detz Wissenschaften wählte den Profeffor van fHoff- Berlin-Charlottenburg zum korrespondierendeu Mitglied.
London, 57. März. Im Verlaufe der Debatte rm englischen Unterhause fragte M'Neill (NationaliA)s den Premierminister, ob er irgend eine MitteilunU zu machen habe über Friedensverhandlungen zwischen Rußland und Japan. Eine Antwort erfolgte hierauf mcht. ।
Lissabon, 27. März. Kaiser Wilhelm hat König Karl die Kette zum Schwarzen Adlerorden und Königin Amalie ben Louisen-OrdeU mit der Jahreszahl 1813/14 verliehen.
Petersburg, 28. März. Der Komman- dielende der dritten Mandschureiarmee General der Kavallerie v. Kaulbars erhielt daS Kommando der zweiten Mandschureiarmee.
Petersburg, 28. März. Die Absicht, auf der sibirischen Bahn ein zweites GeleiS zu legen, um die Verstärkungen schneller ^fördern ?*.• können, wurde aufgegeben.
Taormina (Sizilien), 28. März. Di» Kaiserin und die Prinzen Eitel Friedrich und Oskar machten gestern einen Spaziergang durch die festlich geschmückte Stadt und unternahmen einen Ausflug nrch Giardini.
I mit Gießen, sondern auch mit Mariburg in näherer | Verbindung zu stehen. Durch das Bahnprojekt 818* I feld—Kirchhain falle nun vorläufig das nach dieser I Richtung neigende Projekt weg und so gelte es heute, I über die beiden anderen Projekte nach Mücke oder I Nordeck Meinungen zu hören, damit sich der Kreis* I tag ein Urteil bilden könne. .
I ®er, fügender Redner war Bürgermeister Grau- I Ebsdorf. Ohne das Projekt nach Mücke zu verwerfen, I trnt er warm dafür ein, daß die Bahn nach Nordeck I gebaut werden müsse, denn die beiden Kretsorte dürfe I JPan ®uf deinen Fall zurücksehen, diese müßten ihrer I Kreisstadt Marburg näher gebracht werden.
I Kaufmann Rothschild-Nordeck befürwortete in län- | gsrer Rede die Ueberführung nach der Rabenauer I Gegend. . Er erinnerte daran, daß man schon vor I Jahren einmal eine Bahn nach Mücke hätte bauen I wollen. Auf Grund der Erfahrungen, welche die I damaligen Interessenten gesammelt, sei man natürlich | gänzlich davon abgekommen und jetzt würde auf ein* I mal die Frage wieder aufgerollt. Er erinnere daran, I daß gerade in dieser Gegend durch einen 15 Kilo- ■ meter breiten Streifen Land getrennt bereits zwei I Eisenbahnen auf der Darmstädter Seite gebart seien. I (Gemeint ist dieOhmtalbahn und die Bahn Londorf— I Grünberg.) Beide Bahnen mündeten in die SiaatS- I bahn Gießen—Fulda und genügten vollständig für I den Personen- und Güterverkehr. Es käme ja nur I das eine Eisenwerk in Betracht und dies würde jeden- I falls, wenn die Bahn wirklich nach dieser Richtung I gebaut würde, wenig benutzen. Anders liege es mit I den Orten Nordeck und Winnen, denn diese seien noch I mnge nicht, wie man oft sage, für Marburg verloren, I n>eil seine Bewohner zu viel nach Gießen hinneigten, I sondern gerade das Gegenteil sei der Fall. Die gro- I ßcn Steinbrüche, die L^nlager, die Holzwaldungen I a. s. w. würden der Bahn sicher auch dreimal so viel I Verkehr bringen, wie sie die Linie nach Mücke bieten könne.
Kantor Becker-Cappel hielt beide Projekte für aus- i führbar, denn eine. Bahn nach Mücke sei nicht zu verwerfen, man dürfe aber auch unsere Kreisorte wieder nicht fallen lasten. Außerdem schwirre ja auch noch immer das Schießplatz - Projekt Wer- mertshausen-Rüddingshausen in der Luft, in diesem Falle sei die Weitcrführung der Bahn nach Mücke
I doch hinfällig.
Nun meldete sich die Gegenpartei zum Wort. Kaufmann Moll-Grünberg erörterte die Gründe, weshalb er früher für die Bahn in die Rabenau, aber jetzt für die andere Linie sei. Den Kreis Marburg I habe der Geländeerwerb zur jetzigen Bahn über I 200 000 Mk. gekostet, seine Jnterestenten brächten I diese Summe aber, wenn die Bahn nach Mücke ge- I baut würde, von vornherein mit in die „Ehe", denn I das Gelände von der Kreisgrenze bei Wermerts- I Hausen bis Mücke koste den Kreis Marburg keinen I Pfennig, die beteiligten Gemeinden würden sämtliches I Gelände gratis zur Verfügung stellen. Außerdem I Ahle die Darmstädter Regierung auch noch 30% der I Bausumme, zusammen könne man also 500 000 Mk. I rechnen, die sie als „Mitgift" mitbrächten. Der Redner erinnerte dann an die ausgedehnten Eisen- I steinwerke, die sich durch die Bahn erst recht ent- I wickeln würden und bezweifelte zum Schluß, daß die I Nordecker Gegend auch nur annähernd im Stande I fei, einen solchen Güterverkehr, wie er hier zu er- I »arten sei, zu bringen. Daß das Gelände nach I Na.ck, Bei seiner Steigung dem Bahnoau große I Schwierigkeiten bereiten würde, sei bekannt. I
Kaufmann Stern-Nordeck trat diesen Ausfüh- I rungen entgegen. Die Geländeschwierigkeiten seien in I beiden Richtungen dieselben und bezüglich der Ge- I ländehergabe und finanziellen Beihülfe würden I Nordeck und Winnen nicht zurückstehen. Die Strecke I sei zudem sehr kurz und der Güterverkehr durch die I Sternbrülbe besonders sehr lebhaft, jedenfalls bester, I wie die zum Teil gar nicht mehr im Betrieb befind- I lichen Eisengruben bei Atzenhain u. s. w. Zudem I seien sie Kreisbewohner und schon aus diesem Grunde I allein gehöre die Bahn nach Nordeck. I
Direktor Scheffzick von der Gewerkschaft „Louise" I bei Niederohmen warf hier ein, daß die Bahn durch I die Eisengruben allein 15—18 000 Tonnen Gut zu I befördern hätte, das würde sich aber noch heben, denn I die ganze Gegend bei Atzenhain bilde ein fast uner- I schöpfliches Lager von Eisensteinen. I
Als nun Kaufmann Rothschild-Nordeck nochmals I für die Weiterführung nach Nordeck eintrat und die I Kosten hierfür auf 600 000 Mk., diejenigen der I Gegenseite auf über 1 Million Mark bezifferte, von I den Versprechungen des Herrn Moll aber nicht viel I hwlt, zeigte letzterer die Gemeinderatsbeschlüffe der I Gemeinden Bernsfeld, Weitershain, Deckenbach I uni> Merlau u. s. w. vor, welche sich verpflichteten, I das Gelände zu geben, wenn ihre Orte bei dem Bahn- I bau Berücksichtigung fänden. I
Wetterdienst der Landwirtfchastsfchnle zu Weilburg a. d. Lahn.
(Eigener Telephonbericht der »Oberhesf. Ztg.'s
Abdecker Projett hochhalten, weil «8 sich um Kreis« bewohner handle.
Kaufmann Berdux-Marburg empfahl das alte Projett nach Mücke. Seit 50 Jahren kenne et die Weiterhainer Gegend, der Vogelsberg habe immer nach Marburg geneigt, seit dem Bahnnetz dort sei die8 anders geworden. Was Marburg verloren, könne es wieder gewinnen, die andere Strecke sei unrentabel und schädige den Kreis.
Landtagsabgeordneter Brauer-Niederofleiden erinnerte nochmals an die oberhessische Eisenindustrie, wo allein 2 Millionen Mark jährlich für Arbeitslöhne ausgegeben würden.
Waldauffeher Steitz-Winnen trat dem entgegen. Die Eisenwerke möchten fein wie sie wollten, sie benutzten die nahe Bahn Gießen—Fulda. Aus der Rabenauer Gegend ging aber alles nach Marburg und nicht nach Gießen. Außerdem sei auch schon be- ichtofsen, das ganze Maldgelände bei Nordeck, soweit 'S die Bahn durchschneide, frei herzugeben. Nordeck gebe außerdem noch 3000 Mk., Winnen würde nicht zuruckstehen.
Während der anregenden Debatten war die Zeit rasch vergangen und so wurde, da die teilweise weit hergekommenen Herren nach Hause mußten, die Ver- Sunh0 , Segen 5 Uhr geschlossen. Herr Schäfer verband mtt seinem Schlußwort den Wunsch, «»tz die Kurheffen und Darmstädter über die Bahnfrage in recht brüderlicher Weise sich einigen mochten.
Marktberichte.
, Cassel, 27. Mär,. sViehmarktsbericht.) Schlacht. Vieh. 68 kosten die 50 kf Schlachtgewicht von Ochsen I. Qualität 70-72 Mk., II. Qualität 67-69 Mk., III. Qualität 64-66 Mk., Bullen I. Qualität 61 big 63 Mk., II. Qualität 58-60 Mk., Kühe I. Qualität 62-64 Mk., H. Qualität 59-61 Mk., III. Qualität 56-58 Mk , Schweine I. Qual. 60-62 Mk., IL Dual. 57—59 Mk., 3. Qualität 55-56 Mk., Kälber daß ’/» Lebendgewicht 36—40 Pf., Hämmel 65-70 Pf. Auftrieb: 18 Ochsen, 8 Bullen, 56 Kühe, 11 Rindet, 79 Schweine, 32 Kälber und — Hämmel.
Hessen-Nassau und Nachbargebiete.
I 28. März. Der aus dem Trierer
I E-chulstreit bekannte RegierungSschulrat Cotter- mann, Dezernent der katholischen Volksschulen des Bezirks Trier, wurde in gleicher Eigenschaft hierher verletzt.
I BaitMbach (Kr. Rotenburg), 26. März. I In Brauch entstand gestern abend in der elften I Stunde in einer Scheune Feuer, wodurch diese, I sowie ein Wohnhaus mit zwei Wohnungen ein» I geäschert wurden. Von Möbeln sowie sonstigem
Hausrat konnte nur wenig gerettet werden. Die Entstehungsursache des Brandes ist unbekannt.
Vacha, 26. März. Ein neuer Industriezweig, eine Kunststeinfabrik, soll, wie die „Rhztg." meldet, hier ins Leben gerufen werden. Dem Vernehmen nach handelt es sich um die Verwendung von Basaltkleinschlag mit Zement zur Herstellung von Röhren, Treppen, Fafladen- verzierunaen usw.
Frankfurt a. M., 27. März. Beim Abbruch der Häuser Friedberger Landstraße 5 und 6 stürzte heute Nachmittag eine hohe Mauer ein, wobei nach bisheriger Feststellung zwei Arbeiter schwer, einige andere leicht verletzt wurden.
Weilburg, 27. März. Es wird uns mitgeteilt, daß auf Veranlasiung bei Landwirtschaftskammern in Wiesbaden und Cassel auch für die Sommermonate dieses Jahres wieder ein telegraphischer Wetterdienst eingerichtet werden soll. Durch diesen werden, wie auS den Vorjahren bekannt, die Wettervoraussagungen des Wehrdienstes der Landwirtschaftsschule zu Weilburg chrrrch die Post dienstlich nach den angeschlossenen Postanstalten telegraphisch verbreitet. Und zwar soll dies in diesem Jahre früher wie in den vorigen erfolgen, so daß die Wettervoraussage für den folgenden Tag wahrscheinlich bereits um 11 Uhr vormittags an den betr. Postanstalten öffentlich angeschlagen ist. Es hat das u. a. den Nutzen, daß die Voraussage rechtzeitig für den Redakttonsschluß einer Anzahl Zeitungen ankvmmt und außerdem schon bei dem häufig um 11 Uhr erfolgenden Schluß deS Schulunterrichts vorhanden ist. Das Letztere ermöglicht in vielen Fällen den Schulkindern die Wettervoraussage in ihre Heimat» I dörfer mitzunehmen, soweit diese keinen Fern- I sprechanschluß haben. Solche kurzen Wetter- I Voraussagen haben zwar gegenüber den I Wetterkarten nur einen bedingten Wert: doch I beweist die auch für diesen Sommer wahrffchein» I liche alljährliche Zunahme der jenem telegraphi- I schen Sommerdienst sich anschließenden Ort- I schäften besser als anderes den Nutzen, welchen I der Weilburger Wetterdienst stiftet. I
Tietz, 26. März. Das 19jährigr Dienst- I Mädchen Minna Schmidt in Freiendiez bei Diez I erhängte sich gestern abend im Stall, weil es I tn einer Beleidigungsklage eine Vorladung vor I den Schiedsrichter erhalten hatte. I
' Annahme für den Werkmeisterdienst an den 1 Staatseisenbahnen vorzugsweise berücksichtigt.
Das Schulgeld beträgt 30 Mk. halbjährlich. Die den höheren und niederen Mai'chinenbauschulen verliehenen Berechttgunaen können in Preußen nur auf den vorgenannten Anstalten und auf der städtischen Maschinenbauschule in Hannover (dott qpc für den Eichmeister- und Staatseisenbahn- Werkmeisterdienst), nicht aber auf den in größerer Zahl, außerhalb Preußens bestehenden Pttvat- tzchniken erworben werden.
8 Erstorben. Gestern wurde der ehemalige Bäckergeselle H. Reh, eine im VolkS- nunbe unter bem Ni men .Rebheuner* bekannte Marburger Sttaßentype, in die Klinik einge» liefett, wo er bald, wie man hört, an hoch- gta rifler Alkoholvergiftung starb.
0 Erwischt. Seit längerer Zeit wurden aus den auf dem Schloßberae liegenden Gärten allerhand Gegenstände gestohlen. Nicht nur, daß man fich an den Früchten begnügte, sogar ©artenoeröte hieß man mitgehen; und trotz aller Mühe konnte man keinerlei Spur von den Tätern entdecken. Jetzt endlich ist es der Aufmerksamkeit des Flurschützen Henning, der feit kurzem dort seines Amtes waltet, gelungen, einige Liebhaber fremder Gattengeräte abzu- faffen. Halbwüchsige Jungen, die im DammelS- berge fich eine „Burg" bauen wollten, hatten sie mittelst EinsteiqenS in ein Gartenhaus entwendet. Hoffentlich hat der Flurschütz Henning i bald noch mehr Glück, damit die Gartenbesitzer auf dem Schloßberge vor den Spitzbübereien möglichst geschützt werden.
8 Schlägerei. Gestern wurde hier ein älterer Mann durch einen jungen Burschen, der seinen Eltern schon mehr derartige „Freuden" gemacht hat, gelegentlich eines Disputs sehr erheblich verletzt.
* Literarisches. Der Inhalt der Nummer 6 I des „Heffenland" ist folgender: .Heimwehs, I Gedicht von M. Herbert. .Der Ruf', Gedicht I von Mary Holmquist. Spießruten-oder Gaffen- I laufen, von G. Eifentraut. Ruhmestat eines I hessischen Ingenieurs. (Mit BildmS.) Mar- I gritt und der Templer, Erzählung von Theodor I Metz (Fortsetzung). Aus alter und neuer Zeit. I Aus Heimat und Fremde. Hessische Bücherschau. I
D Riederwald, 25. März. Der seltene I Fall, daß fich Zwillingstöchter zu gleicher Zeit I zur Heirat einschreiben ließen, ereignete fich in I der Familie des Veteranen Weber von hier. I Dieser Tage wurde auch deffen vierter Cohn I zum Militär ausgehoben. I
* Frankenberg, 27. März. Von hier aus I ist eine Eingabe an die Königliche Eisenbahn- I direktion zu Cassel um Verbefferung der Ver- I kehrsverhältniffe auf der Nebenbahnstrecke Mar- I bürg- Corbach- Warburg abgesandt worden. Es I wird gewünscht: 1) Erhöhung der Fahr- I aeschwindigkeit bei allen Zügen bis zur zulässigen I Grenze und Verkürzung der Haltezeiten. 2) I Durchführung des Zuges 476, der nach dem I Entwurf des neuen Fahrplanes um 12 Uhr 15 I Minuten in Corbach endet, bis Marburg. I •) Einlegung eines neuen Zuges von Marburg I .»ach Corbach. anschließend an den Zug Nr. 481. I 4) Beschleunigung der Fahrgeschwindigkeit des I Zuges 475, um den Anschluß an die Schnell- I lüge 182 und den Personenzug 616 in War- I bürg zu erreichen. 5) Verlegung des Zuges I Nr. 479, damit er Anschluß an den Zug I Nr. 497 erreicht. |
Berlin, 28. März. Die Wahlprüfungs- kommisfion des Reichstages beschloß, die Wahl deS Abgeordneten Schlüther (Rp., Frankfutt a. d. Oder) zu beanstanden.
Darmstadt, 28. März. Der Landgerichts- Präsident Adolf Lippold in Mainz wurde vom Großherzog zum Mitglied der Ersten Kammer auf Lebenszeit ernannt.
München, 28. März. In höheren milüärischen Kreisen verlautet, der kommandierende General deS 8. Armeekorps in Nürnberg, Freiherr v. Lorn sei als zukünftiger bayerischer Kriegsmintster ht Aussicht ge- nommen.
Puris, 97. März. Amtlich wird erklärt, daß die in den letzten Tagen vorgekommeneu Haussuchungen durchaus nicht wegen einer Verschwörung russischer Flüchtlinge, sondern nur der WeMumaw» wegen vorgenommen Mrd«, feien. _ -tu- .-i
Vizebürgermeister Siebert bedauerte, daß die Kreisvertretung nicht da sei. Er halte es für feststehend, daß der Bahn nach Nordeck mehr Geländeschwierigkeiten entgegenstünden, wie nach der anderen Richtung. Eine Steigung von 1 zu 50 sei festgestellt und bei 1 zu 40 höre schon der Normalbetrieb auf. Die Betriebskosten würden sehr hoch sein und schon aus diesem Grunde könne man wohl kaum, so gern man den Kreiseingesessenen helfe, nach Nordeck bauen. Er brachte dann einige Sätze aus einer Denffchrist deS Magistrats wegen dieser Bahnfrage zur Verlesung. Es wurde in dieser auf die Schwierigkeiten des Äahnbaues nach Nordeck und auf den Umstand hingewiesen, daß dann die Arbeiter aus dem Ebs- dorfer Grund daS Gießener Industriegebiet aufsuchen würden. Der Umstand, daß eine gemischte Bahnverwaltung nicht zu empfehlen sei, spreche auch gegen das Projekt nach Nordeck—Londorf. Er machte zum Schluß den Vorschlag, daß sowohl die Nordecker wie auch die Darmstädter Interessenten ihre Ange- bote dem Kreisausschuß einsenden möchten. Er persönlich habe den Eindruck, daß man doch derStrecke nach Mücke den Vorzug geben müsse.
Landtagsabgeordneter Brauer-Niederofleiden, ein sehr gewandter Redner, befürwortete selbstredend auch das Projett nach Mücke. Die Darmstädter Regierung werfe zwar auch kein Geld fort, aber mit der Eisenbahngemeinschaft mit Preußen mache fie ein gutes Geschäft. Er betonte dann, daß in Hessen die Gemeinden die Pflicht hätten, das Gelände gratis zu geben und daß der Staat zu den Kosten noch beitrage, sei feststehend. Der Redner verband damit Mitteilungen über die zu erwartende Rentabilität, wenn die Bahn nach Mücke gebaut würde und bestätigte im übrigen die Aussagen des Kaufmanns Moll. Man möge vor den rot-weißen Grenzpfählen nicht halt machen, sondern mutig darüber Hinwegschreiten.
Bürgermeister Ruth-Bellnhausen, der bekannttich dem Kreisausschuß angehört, meinte, daß er gekommen sei, um sich zu insorm .ven. Die interessierten Gemeinden möchten so schnell tote möglich dem Kreis- auSschuß ihre Angebote mitteilen.
Kaufmann Moll fügte ein, daß die Darmstädter ! Mut hätten, sie schreckten auch nicht vor einer Aktiengesellschaft zurück, daß die Alsfelder, da man ihnen bis Wittelsberg bereits entgegengekommen sei, fich auch noch melden würden, gelte bei ihm als feststehend.
Bürgermeister Grau-Ebsdorf trat her Ansicht entgegen, daß. der Ebsdorfer Grund Nach Gießen newe. Das sei nicht richtig. Der EbSborfer Grund gehöre nach Marburg und halte auch zu seiner Kreisstadt, deshalb müsse er auch mich immer daö |
Marbmger Eisenbahnfragen.
| Marburg, 28. März.
Nachdem nunmehr längere Zeit die Frage, in welcher Richtung einmal die im Bau begriffene Eisen- Bahn Marburg—Dreihausen nach ihrer Vollendung StS zu ihrem vorläufig angenommenen Endziel weitergeführt bezw. Anschluß finden soll, geruht hat, kp ste in den letzten Wochen wieder seitens i>cr Interessenten in der „Oberhessischen Zeitung" sehr eifrig erörtert worden. Es ist dies wohl hauptsächlich dem Umstande zuzuschreiben, daß, wie unsere Leser wissen, die teilweise Inbetriebsetzung der Bahn bevorsteht und mit Rücksicht auf ihre ganze Vollendung >ud der dadurch bedingten eventuellen Auflösung des Baubureaus die Frage der Weiterführung der Bahn auf die Tagesordnung der demnächstigen Kreistags- Sung gesetzt ist. Vorläufig kommen nur die Pro- te Dreihausen—Mücke und Dreihausen—Rordeck— ndorf in Betracht und haben auch die dort bestehenden Eisenbahn-Komitees in dieser Frage, wie aus den in unserer Zeitung veröffentlichten Versammlungsberichten zu ersehen war, schon eifrig in dieser Sache vorgearbeitet und Resolutionen gefaßt. Dies alles gab nun dem Marburger Eis erwähn - Komitee Veranlassung, auf heute Nachmittag in den großen Saal des Restaurants Freidhof Hierselbst eine allgemeine Jnteressenten-Versarnmlung einzuberufen. Wie nicht anders zu erwarten stand, erfreute sich diese eines außerordentlich zahlreichen Besuches von Interessenten aus Marburg und dem Ebsdorfer Grund sowohl, wie auch aus der Rabenau und der Gegend jenseits der preußischen Landesgrenze hinter dem Oberwald zwischen Grünberg und Homberg a. d. O. Anter den letzteren Herren bemerkte man auch den hessischen Landtagsabgeordneten Brauer aus Rieder- Ofleiden, in dessen Wahlkreis einige der interessierten Ortschaften liegen. Der Vorsitzende des Eisenbahn- Komitees, Fabrikant Schäfer-Marburg, eröffnete die Versammlung pünktlich um 2 Uhr mit herzlichen Be- grüßungsworten und gedachte hierbei auch des Hin- Leidens des eifrigen Komiteemitgliedes Seebinger- Marburg, dessen Andenken durch Erheben von "ben geehrt wurde. Es übernahm dann zunächst Vrzebur^rmeister a. D. Siebert-Marburg das Re- kerat. Cr erinnerte zunächst an seine Erfahrungen, die er während seines mehr als 30jährigen Wirkens fei den verschiedenen Bahnfragen, welche Marburg Und seine Kreisbewohner berührten, gesammelt und verband damit Mitteilungen über frühere und wieder bei Seite gestellte Projekte. Bei solchen Bahn- Krojekten müßten kleinliche Interessen bei Seite gestellt werdens wenn das Ganze gedeihen sollte; mancher Ort glaube, anfänglich durch eine Bahn zu ver- sttren und später trete immer das Gegenteil ein. Karburß sei nun einmal der Zentralpunkt für einen pöfeeren Bezirk geworden und im Interesse der bei« •en Städte Grünberg und Alsfeld liege es, nicht nur
Eingesandt.
Für die unter dieser Rubrik veröffentlichten Artikel 3rnimmt die Redaktion nur die preßgesetzllche Ver* wortung, nicht aber die dem Publikum gegenüber. Aus Zweckmäßigkeitsgründen wurde seiner Zett der Beginn der Vormittagskirche von 9 llhr auf %10 Uhr verlegt. Ebenso kam später in einer Kirche der Nachmittagsgottesdienst um 2 Uhr in Wegfall und findet im Sommer um 8 Uhr morgens, im Winter um 5 Ahr nachmittags statt. Warum sollte nicht wegen der so sehr späten Ostern die Konfirmation auf Sonntag Palmarum verlegt werden, zumal in anderen Gegenden es üblich ist, gerade an diesem Sonntage die Konfirmation statt-, finden zu lassen. - Q.
Kirchliche Nachrichten.
Mittwoch, bett 29. März 1905.
Paffionsgottesdienst.
Lutherische Pfarrkirche.
Abends 8 Uhr: Herr Pfarrer Heermann.
_ . Michaelökapelle
Abends 8 Uhr: Herr Pfarrer Metz.
Reformierte Stadt, «nd Universttätskirche.
Abends 8 Uhr: Herr Pfarrer Scheffer.
Donnerstag, den 80. März.
Bibelstnnde in Ockershausen (Schule).
Abends 7>/» Uhr: Herr Pfarrer Schmidt.