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mH dem KteiMatt für bie Krerse Marburg und Kirchhain.
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Marburg
Dienstag, 28. MLrz 1905.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag- Joh. Aug. Koch, UmversttätS-Buchdruckerci
Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
40. Jahra
Neueste Telegramme.
r Berlin, 27. März. Generalleutnant v. Trotha toirb dem Vernehmen nach im Laufe dieses Früh, jahrs das Schutzgebiet verlassen und nach Deutsch- land zurückkehren. Bis dahin hofft er mit den Witbois fertig zu werden. Zugleich steht nun auch, wie verlautet, die Abreise des RegierungS- rates v. Lindequist, dessen Ernennung zum Gou- bernMr unnnttelbar erfolgen wird, in naher Zeit bevor.
Wilhelmshaven, 27. März. Die erste Staffel des aus Südwestafrika heimkehrenden Marine-Ervedi- tionskorps sollte mit dem Woermann-Dampfer »,Lulu-Bohlen" fahrplanmäßig am 31. März hier eintreffen. Die Heimkehr wird sich jedoch um einige Tage verzögern, da der Dampfer unterwegs eine Besck)ädigung der Schraube erlitten Hat, deren Ausbesserung in Dakka erfolgt, und einige Tage in Anspruch nehmen wird.
Messina, 27, März. Die Pacht Hohenzollern mit der deutschen Kaiserin an Bord ist in Begleitung des „Sleipner" und mehrerer italienischer Torpedoboote gestern Nachmittag im hiesigen Hafen eingelaufen.
Petersburg, 26. März. Vom Kriegsschauplatz melden die Blätter, daß die Gerüchte von der japanischen Umgehungsbewegung sich erhalten. Die Absicht der Japaner geht daraus, die Russen von Charbin abzuschneiden. Wie der „Ruß" erfährt, sollen die mongolischen Fürsten die Japaner unterstützen die von Lamas geführten Mongolen anwerben und ihren alten KriegSgeist zu beleben sich bemühen.
Charbin, 25. März. General Lenewitsch Nieldet: Die Nacht ist ruhig verlaufen; bei den Armeen ist keine Veränderung eingetreten. Kleine japanische berittene Patrouillen nähern sich der Station Tschuanmiausa.
Gunschuling, 25. März. Der Vormarsch der Japaner läßt eine baldige Offensive vermuten. Die starke Umgehung im Osten wird als Vor- gehen auf Kirin gedeutet. Angeblich operieren die Japaner gegen Wladiwostok. Letzteres ist anscheinend nur eine Demonstration.
Kanea, 25. März. (Meldung der Agence $aba§.) Die mit der Verwaltung des Prinzen Georg von Griechenland unzufriedenen Teile der Bevölkerung sammeln sich in den Bergen. Die Gendarmerie ist außer stanide, sie daraus zu verdrängen. Zwei Gendarmen wurden der- wnndet.
Tanger, 26. März. Zur Begrüßung des deutschen Kaisers wird er Sultan den Ohidin Meley Abdelmanek entsenden, der von dem Minister für auswärtige Angelegenheiten, Abdel Krim Ben Sliman, und dem Großkammerherrn Driß Bren Aisch begleitet sein wird.
Der russisch-japanische Krieg.
Zur Lage.
, Von dem Wechsel im russischen Oberkommando konnte man begreiflicherweise fürs erste noch keinen bessernden Einfluß auf die Lage der Russen in der Mandschurei erwarten. Die Kriegslage ist für das russische Heer nach wie vor
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''Nachdruck verboten.)
Ungleiche Brüder.
V Original-Roman von Irene von Hellmuth.
(Fortsetzung.)
T-' heißen," schrie Eugen, außer sich
gebracht durch das Benehmen des Bruders __
»bas soll heißen, ich habe die Pflicht, mich zu opfem für Euch, für Euch alle! Pflichten habe rchrmmer gehabt. Rechte niemals! Das soll heißen, ich soll wieder den Packesel machen für d;e ganze Familie, soll mich zu all den Opfern, Die tch Euch und Euerer Verschwendungssucht Mon gebracht, nun auch noch an eine ungeliebte Ixr1 uu e^en' • un$ biese Kette mit mir herum- Aleppen mein ganzes Leben lang! Aber Ihr tauscht Euch, wenn, Ihr das glaubt, — ich will wuo sm //h tvill nicht!— Lieber gehe ich in 'die weste Welt hinaus, und suche mein Brot zu der- dienen! Mein Herz verlangt auch sein Recht, r?« r ^rt>e mir dieses Recht nickt nehmen ® FE Berechnungen sind falsch, — gründ-
Damit Ihr Euer bequemes Leben tveiter- Fuhren könnt soll ich die Mittel schaffen. O — Wn Kn?"6t W 005 ausgedacht, das muß L F5,^ak auf einen Stuhl und atmete schwer. ; - Was schreist Du denn so?" sagte Heinz -„Was verlangt man denn von Dir? Daß Du Dich nach einer reichen Frau umsehen mußt, sst i "och selbstverständlich. Brauchst ja nur zuzu- greffen."
„Ich werde mir eine Frau nehmen, die mir paßt/ antwortete Eugen etwas ruhiger.
L, ,"®Q9 Ural Bruder," begann Heinz nach einer ^fTemen Pause, — „liebst Du Violetta Normann,
strategisch und taktisch höchst ungünstig, und General Lenewitsch hat genug zu tun, di» einzelnen Truppenteile zu sammeln und eine Stellung einzunehmen, von wo er dem Vordrängen der Japaner Widerstand leisten kann. Ob ihm dies gelingen wird, ist freilich nach allen vorhergeganaenen Ereignissen sehr zweifelhaft. In erster Linie bedürfte er sehr großer Verstärkungen und die fehlen ihm. Zwar ist gemeldet worden, daß 6 neue russische Armeekorps mobil gemacht würden, aber bis tiefe aus dem Kriegsschauplätze angekommen sein können, vergeht noch der ganze Sommer. Denn jedes Korps braucht durchschnittlich einen Monat für den Transport. Inzwischen haben di» Japaner also Zeit zu den umfassendsten Operationen gegen die russische Mandschurei-Armee.
Unter diesen Umständen ist eine erfolgreiche Tätigkeit der russischen Flotte von äußerster Wichtigkeit. Denn von Sieg oder Niederlage der zur Zeft im indischen Ozean schwimmenden Flotte deS Admirals RojestwenSkh, dem daS jetzt den Suez-Kanal passierende dritte Geschwader sich anschließen wird, hängt der weitere Verlaus de« Krieges ab. Ein ©ieg der russischen Flotte über die japanische würde ohne weiteres dem Vordringen des japanischen Land- Heere« in der Mandschurei ein Ziel setzen, denn die Gefährdung der bisher u'bestrittenen Seegewalt der Japaner würde sowohl den Nachschub für daS Landheer erschweren als auch die derzeitige OperatiorSbafis desselben sehr unsicher machen. Jeder weitere Vormarsch der Japaner verböte sich von selbst. Ob Admiral RojestwenSkh diese schwierige Aufgabe zu erfüllen im Stande ist, wird die nächste Zukunft offenbaren.
Som Kriegsschauplatz.
Petersburg, 26. März. Die Peters- burger Telegr.-Ag. meldet auS Gunschunling vom 25. März: Die Truppen nehmen allmählich die neuen Stellungen ein und treten mit einander in Fühlung. Die nach den Kämpfen bei Mukden nach Norden gezogenen TrainS nähern sich ihren Truppenteilen, die von ihren Truppenteilen getrennten Mannschaften kehren zurück. Auf der rechten russischen Flanke sollen in der Umgegend der Stadt Mamakai bedeutende Chunchusenbanden bemerkt worden sein.
Petersburg,25.März. AnsGnnschulin wird gemeldet: Am 23. März machte die russische Armee südlich von Suepingai (Sipinkai) Halt. Am folgenden Tage morgen« sollen die Japaner den Vormarsch aus diese Position begonnen haben, wobei sie ihr Hauptaugenmerk auf die Eisenbahnlnie und die Flanken richteten. DaS Gerücht erhält sich, daß zwei japanische Armeen rechts und links von der Bahnlinie in großer Entfernung voneinander nach Norden Vordringen, um die Russen von Charbin abzuschneiden. Eine besondere japanische Kolonne soll sich in der Richtung aus Tfitfikar nach Nordwesten bewegen, eine viel stärkere aber östlich von der
tenfft Du wirklich daran, sie zu Deiner Frau zu machen?"
Er fixierte das Gesicht EngenS scharf, und eS entging ihm nicht, wie dieser bei Nennung des Namens zusammenzuckte, und wie gleichzeitig eine feine Röte in seine Wangen stieg.
Als keine Antwort erfolgte, fuhr Heinz, in einen leicht spöttischen Ton übergehend, bedeutsam fort: „Wenn es der Fall ist, so hast Du Deinen Hoffnungen und Wünschen bereits daS Todesurtefl gesprochen, — denn — Violetta ist auch ein Mädchen vom Zirkus!"
Diese Worte wirkten wie ein Schlag. Eugen schrack zusammen, starrte den Sprecher eine Weile mit verstörten Augen an, dann stellte er sich drohend vor ihn hin.
„Du lügst!"
„Nein! Sieh Herl Hier steht es deuüich, schwarz auf weiß, genügt Dir das nicht?"
Er hatte rasch die Zeitung aus der Tasche gezogen und hielt sie dem Bruder hin.
„Ist das Dein ganzer Beweis? Nichts als ein Name? Das ist albern genug."
„Ich habe noch mehrere. Wenn Du ruhig nachdenkst, wird meine Behauptung Dir einleuchten. Violetta geht jeden Abend aus. Sie kehrt spät heim. Was macht ste da?"
„Mein Gott, sie wohnt ja erst ganz kurze Zeft hier! Es war vielleicht Zufall."
„Nein, sie ging schon auS, ehe sie bei uns wohnte, ich sagte Dir doch, daß ich ihr öfter« begegnete."
„Es ist dennoch nicht wahr!"
„Doch, es bleibt kaum ein Zweffel; gestehe es doch ein, Du glaubst bereits daran. Willst Du ein solches Mädchen als Deine Frau heimführen? Ein Mädchen, das nichts sein eigen nennt, vielleicht nicht einmal feinen ehrlichen Namen?"
Eisenbahnlinie. Man befürchtet, daß diese Seitenabteilung die Bahn Charbin-Wladiwostok abschneiden könne.
Petersburg, 25. März. Der Oberkommandierende General Linewitsch telegraphiert unterm 24. März: Eine unserer Patrouillen wurde auS der Ortschaft Puljuschu, welche eine Schwadron japanischer Kavallerie sowie eine kleine Abteilung Infanterie besetzt hielten, beschaffen. Bei den Armeen traten im Laufe des TageS keine Veränderungen ein. Am 23. b. M. warfen Reiterabteilungen japanischer Kavallerie, welche sich der Station Schuanjausa genähert hatten, zurück. Am 22. d«. wurde eine kleine berittene Abteilung ans unserer äußersten linken Flanke, 6 Werst von der Station Nantschentsii, von einigen feindlichen Schwadronen '.bedrängt. Unsere zu Hilfe gesandte Reiterei nötigte die japanisch» Kavallerie, welche den Angriff nicht annahm, nach Nantschentsi zurückzugehen und hinter ihrer Infanterie Deckung zu suchen.
London, 25. März. Den „Times" wird unterm 24. d. M. au« Petersburg gemeldet, daß den Berechnungen des russischen Generalstabes zufolge die russischen und japanischen Armeen jetzt 40 Meilen von einander entfernt find. Die Russen sollen eifrig mit der Verschanzung ihrer Stellungen beschäftigt fein, während die Japaner die Verfolgung angeblich eingestellt haben, um ihre Reihen zu ergänzen. Der Generalstab fürchtet daher keine unverzügliche Gefahr durch japanische Flankenbewegungen. Demgegenüber meldet im Gegensätze hierzu eine Petersburger Depesche deS „Daily Expreß", eS feien Anzeichen vorhanden, daß MarschallOjama von neuem eine große U m gehungSbewegung begonnen habe. Eine japanische Abteilung unter Nogi sei auf dem Marsche durch die Mongolei begriffen.
So« der Flotte.
Der Kommandant der Schwarzmeerflotte Admiral Tschunin äußert sich zu feinen Offizieren über die Aussichten RojestwenSkiS wie folgt: Ohne Kampf wird er nicht nach Norden gelangen. Die Javaner können zweierlei unternehmen: entweder fie gehen in den Indischen Ozean und vernichten mit ihren zahlreichen Kreuzern die russischen Transportschiffe, dann fehlte unserem Geschwader die Lebenskraft; oder sie kämpfen gegen die russische Flotte, wobei Japan ohne großen Nachteil die Hälfte seiner Flotte, sogar mehr, verlieren könnte, wenn fie nur verhindert, daß die Russen ihr Ziel erreichen. RojestwenSki muß das voraussehen, er muß alle Willenskraft zusammennehmen und den Japanern einen Kampf liefern, das kann man von ihm ermatten. „Wir find", sagt Tschuchnin, „besonders auS dem Grunde immer unterlegen, weil uns die Willenskraft im letzten Moment verließ."
In Petersburg geht nach einer Depesche deS „Matin" das unkontrollierbare Gerücht, die Panzer „Ssissoi Weliki" und „Navattn"
„Wenn sich Deine Vermutung bestätigt, — nein! Zu Deiner Beruhigung lei es gesagt! Doch vorher will ich Gewißheit haben. Dir scheint übttgens an der Sache sehr viel zu liegen. Nun, ich wundere mich darüber nicht. Aber hoffe nicht, mich Deinen Plänen geneigt zu machen! Milly Dankeimann werde ich niemals heiraten, verlaß Dich darauf!"
Heinz gab keine Antwott. Ihm war das genug, was er vorläufig erreicht hatte. Eugen würde dies Mädchen fallen lassen, wenn er sich überzeugt hätte, daß es wirklich dem Zirkus angehörte. Der Leutnant gratulierte sich zu seinem Erfolg.
Eine Welle herrschte Schweigen zwischen den Brüdern, man hötte nichts als das Kritzeln der Feder, die wieder eilirr über das Papier flog. Aber die Hand, die sie fühtte, zitterte merklich.
Heinz erhob sich.
„Du gehst also mit heute Abend?" fragte er über die Schulter zurück.
„Ja," klang es ungeduldig.
Doch als der Bruder gegangen war. da sank auch die Selbstbeherttchung Eugens zusammen. Er warf hefttg die Feder hin, daß ste auf dem Papier einen großen, schwarzen Fleck hinterließ, stützte die Ellenbogen auf den Tisch und legte das Gesicht in die Lände.
So verhartte er regungslos. > ♦
Im Zirkus war es gedrängt voll. In 'dem großen, allen Anforderungen der Neuzeit genügenden Gebäude, wurden das ganze Jahr hindurch von den vettchiedensten Gesellschaften Vorstellungen gegeben. Der gegenwättio. Direktor verstand e«, immer Neues zu bttnaen. und durch geschickt in Szene gesetzte Pantomimen und Bal- kets dem Auge viel zu bieten; er versäumte nichts,
von RojestwenSkiS Flotte seien durch einen Angriff japanischer Torpedoboote schwer beschädigt worden. Diese Boote seien von dem Geschwader entsendet worden, daS sich bei Singapore aufhält.
FrikdenSgerüchte.
Nach einer dem „B. L.-A." auS Petersburg zugegangenen Meldung erblickt man dort in den Konferenzen Iswolskys, deS gegenwärtig in der Residenz weilenden Kopenhagener russischen Gesandten, Anzeichen dafür, daß während deS bevorstehenden Aufenthalt« bef KöniaS von England in Kopenhagen die Möglichkeit eines Friedensschlusses in ernste Erwägung gezogen werden soll. Der ehemalige russische Gesandt» in Tokio, Baron Rosen, verkehrt pleichzeittg angelegentlich mit dem Grafen LamSdorff. Rosen wäre, so meint man in leitenden Kreisen, der richtige Mann, um über die äußersten Grenzen der japanischen Bedingungen vertrauliche Dttt» teilungen zu erhalten. Rosen war bis in di» allerletzten Tage seines Verweilens in Tokio persona grathsima beim dortigen Hofe. Rußland würde sich unter bet Voraussetzung, daß ihm bet Besitz der Bahnstrecke Wladiwostok- Eharbin garantiert würde, sein Prestige all asiatische Macht also nicht allzu großen Abbruch erlitte, mit einer Neuregelung der Verhältnisse in der Mandschurei zufriedengeben. BiS zur zweiten Apttlwoche, dem Zeitpunkte der Ankunft König Eduards in Kopenhagen, wird auch Großfürst Nikolai seinen General- bettcht über die Möglichkeit der geplanten großen Mobilisierung abgeschlossen haben, so daß die kompetenten Kreise bis dahin klar sehen werden, welche Aussichten Rußland bei Fortsetzung de« Kriege« noch hätte.
Deutsches Reich.
Berlin, 27. März
— Seine Majestät des Kaiser hat an Bott der „Hamburg" in Begleitung deS Kreuzers „Friedrich Karl" am SamStag Morgen Ouessant Passtert.
— Der genaue Fahrplan des Dampfer! „Hamburg" während der Mittelmeerreise bei Kaisers ist folgender: Der Dampfer hat, wie berietet, Dover bereits passiert. Die Reise von dort biß Lissabon dauert 77 Stunden, und der Dampfer wird von dort am 27. März, vormittags 3 Uhr, an, kommen. Am 80. März, um 11 Uhr vormittag« wird die „Hamburg" nach Tanger weiterdampf« und dort am 81. März vormittags 8 Uhr, anlegen. Noch an demselben Tage verläßt der Dampfer Tangei und trifft abends in Gibraltar ein. Dort Witt der Kaiser 28 Stunden bleiben. Dann erfolgt dst Abfahtt nach Port Mabon auf Mallorca, wo der Dampfer am 8. Apttl eintrifft. Am 5. April wird Neapel erreicht werden. Der Fahrplan soll, tote von der Direktion der Hamburg-Ämerika-Linie ver- stchett toirb. strikt eingehalten werden, und eine Abänderung könnte nur durch Nebel oder stürmisches Wetter veranlaßt werden.
- Im preußischen Abgeordnetenhaus» wird voraussichtlich der Schluß der Tagung gegen Ende Mai erfolgen.
— Die Berggesetznovelle wird dem Ber» nehmen nach heute Montag im Abgeordnetenhause zur Beratung kommen.
Was bie Menge anzulocken imstande war, daher kam er auch auf seine Rechnung.
Nicht weit vom HaEeingang entferi saßen die Geschwister Mette"' mit Fräulein Milly.
Als die Heine Gesellschaft den Zirkus betrat, hötte Else ihren Namen rufen. Rittmeister Georg Ellersfeld stand plötzlich neben ihr. Er reichte dem errötenden Mädchen die Hand und flüsterte rasch und leise: „Ich danke Dir, daß Dv mich benachrichtigt hast, Else."
Einen Augenblick betitelt er die bebende» Finger zwischen den seinen, und dann, als Heinz ich umwandte, pries u- laut den glücklichen Zu- all, der ihn gerade heute nach dem Zirkus ge- i'htt, wo er so „unvermutet" eine solche nette Ge- ellschaft gefunden.
Dann saßen die jungen Leute in lebhafter Unterhaltung beisammen. Else hatte ganz vergessen, was sie eigentlich tiergefütirt: sie flüsterte heimlich mit dem neben ihr sitzenden Rittmeister und ließ es geschehen, de.', er manchmal verhohlen ihre Hand drückte. Er war ein schöner Mann, von vornehmem Aeußeren und stattlicher Gestalt.
Heinz plauderte eifrig mit seiner Nachbarin, nur Eugen verhielt sich schweigsam.
Fräulein Milly ärgerte sich ungemein, bafc ihre Freundin Else, die doch gar kein Vermögen besaß, tote jedes wußte, nun bald Brant werden sollte, während für sie selbst, — für die reiche Erbin, noch nicht die mindeste Aussicht zu einer Verlobung bestand. Trotzdem ihr EIs„ wiederholl versichert hatte, daß Eugen demnächst um ihre Hand anhalten werde, konnte sie nicht recht daran glauben. Denn so oft sie dem Blick des jungen 'Mannes zu begegnen suchte, sah er immer wieder an ihr vorbei, als wäre sie gar nicht da. Und heute hatte er noch nicht ein einziges Wort mit ihr gesprochen; er sah so blaß aus, «nl