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mit dem Kmsblatt für die Kreise Marburg und Kirchhaiu. ~
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Vierteljährlicher Bezugspreis, der oer ExpLition 2 Mk., bei allen Postämtern 2,25 Mk. <c$ci. Bestellgeld).
Znsertionsgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg, Reclamen: die Zeile 25 Pfg.
Marburg
Mittwoch, 22. MSrz 1905.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag' Joh. Aug. Koch, Umvcrsttäts-Buchdruckerci 40. Jahrg.
Marburg, Markt 2L — Telephon o5.
Zweites Blatt.
Neues aus dem Tal der Königsgräber.
Eine archäologische Entdeckung von höchster Bedeutung ist von einem Engländer in Egypten gemacht worden. Theodore M. Davis, der Auffinder der Gräber von Tothmes IV. und der Königin Hatshepu zu Theben, Hal seine Arbeiten im Tal der Gräber eifrig fortgesetzt und jetzt eine Entdeckung gemacht, wie sie nach der Meinung der „Times" noch keinem geglückt ist, seitdem Egypten den Forschungen der Europäer sich aufgetan hat. Er hat ein Grab aufgefunden, das feit den Zeiten 0er 18. Dynastie niemals wieder besucht oder geplündert worden ist, und das mit königlichen Schätzen aus seiner Zeit angefüllt ist, da Egypten die Herrin des Ostens und die Quelle alles Reichtums an Gold war. Das Grab selbst ist nicht groß und seine Wände sind niemals mit Dekorationen verziert oder auch nur geglättet gewesen, aber es ist in seiner ganzen Ausdehnung von völlig unberührten und kostbaren Schätzen des alten Egyptens erfüllt. Wundervolle Munnensärge mit reichen Goldeinlagen, hohe Alabastervasen . von apartesten Formen, Stühle und Büchsen, die von Gold und Farben leuchten, sogar ein Lustwagen mit seinen sechsspeichigen Rädern, die noch von ihren hölzernen Reifen umschlossen waren, all das liegt hier in wirrem Durcheinander, eins über dem anderen, vom Schutt der Jahrhunderte vergraben. Es dauerte ein paar Tage, bis die Suchenden die ganze Ausdehnung der Schätze nur übersehen konnten, die das Grab enthielt. Die Grabkammer ist etwa 80 Fuß lang und 15 Fuß weit, die Höhe beträgt nicht mehr als 8 Fuß. Aus der linken Seite des Einganges waren die zwei großen hölzernen Sarkophage,, in Schwarz und Gold bemalt, in denen sich die Mumienkästen der beiden hier Begrabenen, eines Mannes und einer Frau, befanden. Die Kästen selbst batten doppelte Wände; die erste dieser beiden Schichten war nach der Außenseite hin ganz von Goldplatten gebildet, ausgenommen an den Stellen, an denen das Ge- sicht der Mumie realistisch dargestellt war, und hatte an der Innenseite eine Wandung ganz aus Silber, wahrend die zweite Schicht nach außen ähnlich wie die erste goldene Plattierung batte, nach innen zu aber aus dünnem feinen Blattgold bestand, lieber, eine vergoldete Maske, die wohl die Züge des einen der Verstorbenen nach- bildeu nwchte, war ein Schleier von schwarzen! Musselin oder vielleicht Krepp gelegt. Es ist zum ersten Mal, daß man auf derartiges in einem egyptischen Grabe gestoßen ist. . Es wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen,' bevce völlige Klarheit über die mannigfachen Funde dieses ' Grabes verbreitet sein wird. Indessen ist schon jetzt eine wichtige Tatsache enhüllt: die Prunkbaste, um nicht zu sagen übertriebene Entfaltung von Reichtum, die die egyptische Gesellschaft in der Spätzeit der 18. Dynastie beherrschte. Man hatte schon aus den Täfelchen von Tel-:l-Amarna gelernt, daß Egypten damals das war, was Kalifornien für unsere Kultur bedeutete, ein Land, in dem nach den stets sich wiederholenden Berichten der Fremden „Gold in solchen Mengen sich findet, wie Sand"; und die verschwenderische r--ülle, mit der das kostbare Metall bei allen Gegenständen dieses neu aufgefundenen Grabes verwandt ist, gibt solchen Worten Recht. Auch nicht, das geringste oder unwichtigste Ding ward angesertigt, ohne es mit Gold zu Plattieren, das so reichlich aus den Minen der Wüste aenommen wurde. Eine rührende Reliquie aus einer toten Welt ist eine Matte von Palmfasern, auf welcher die Gestalt des Osiris in weicher Erde aufge- zeichnet war. Samen wurde dann in die Erde gesät und in dein grünen Gras, das hervorsproß, nachdem das Grab längst verschlossen und versiegelt war, sahen die Egyvter ein tröstendes Symbol und eine Bürgschaft der Auferstehung. Em ähnliches „Bett des Osiris" ist schon in dem Grabe Amoii-Hoteps IT. aufgefunden worden. Wenngleich auch die einzelnen Stücke des von ^.avis gemachten Fundes Gegenstücke in anderen Gräberfunden haben mögen, so steht diese Ent- : deckung einzig da durch die kunstvolle und kostbare ^Ausführung der Särge und Geräte, durch den • Wort, den allein die teuren Metalle repräsentie- :reu- Ein solches Wunderwerk an Ebenmässigkeit i und Schönheit der Bildung wie der Wagen steht biiiZig da in der Geschichte der egyptischen Kunstferftgkeit. So wird nicht nur unsere Kenntnis von der Geschichte und den Sitten der 18. 'Dynastie dadurch bereichert, sondern wir erhalten vuch ein ganz neues Mld von der Kunst dieser galten Niltalbewohner, die nicht nur im Groß- Zügig-Dekorativen und Ornamentalen, sondern auch im Kunstgewerbe und der Kleinkunst einen St, entwickelten Geschmack und eine zierliche
ncklichkeit gehabt haben müssen.
Deutsche Kolonien.
Ostafrika. Neue deutsche Briefmarken kommen am 1. April für Deutsch-Ostafrika zur Ausgabe. Sie sind auch in Berlin beim Postamt 19 in der Beuthstraße zu haben. Die neue Ausgabe der Marken ist durch die Neuordnung des Münz- wesens im Schutzgebiet bedingt. Es tritt dort an Stelle der Rechnung nach Pesa die Rechnung nach Hellern ein. Eine Rupie ist gleich 100 Heller, statt 64 Pesa wie bisher. Es gibt neue Marken zu 2i/2, 4, 7%, 15. 30. 45 und 60 Heller. Die Marken von 2% bis 30 Heller entsprechen in den Farben den heimischen Marken zu 3, 5, 10, 20, 25 und 40 Pfennig. Ein ganz neuer Wert ist die Marke zu 45 Heller oder 60 Pfennig., Das, Papier dieser Marke ist weiß, sie erhält einen violetten Rahmen, während das Markenbild und die Angabe des Schutzgebietes und des Wertes in Schwarzdruck beraestellt werden. Die Marke zu 60 Heller entspricht in Wert und Farbe der heimischen Marke v 80 Pfennig. Postkarten gibt es zu 4 und 7V-. Keller mit dem entsprechenden Aufdruck. Tas Markenbild bleibt dasselbe wie bisher: die Abbildung eines Avisos. Die bisherigen Wertzeichen zu 1, 2 und 3 Rupien bleiben unverändert.
Afrika. „Agenzia Stefani" meldet aus Aden unterm 19. März: Der Vertreter der italienischen Regierung, Pestalozza, ist an der Somaliküste eingetroffen. Pestalozza hat in Jllig mit dem Mullah ein Itebereinfommen nach bestimmten, bon der italienischen Regierung vorgeschlagenen Bedingungen, auch im Interesse der englischen Regierung abgeschlossen. Das lieberem- kommen vereinbar den allgemeinen Frieden. Der Mullah geht diese Verpflichtung sowohl gegenüber Italien als auch gegenüber England ein. Dadurch werden die Stämme in dem ilalienischeit und dem englischen Schutzgebiet von den beständigen Ranbzüaen und Verheerun- gen ihrer Ländereien befreit. Der Mullah nimmt Aufenthalt in einem Gebiet, das bereits zum italienischen Schutzgebiet gehört und dem Mullah durch das Uebereinfommcn zugewiesen sein wird. Seinen ständigen Wohnsitz errichtet der Mullah an einem zwischen Ras Garad und Ras Gabbe gelegenen Punkte der Küste. Er unterstellt sich der italienischen Schutzherrschaft und erkennt auch der italienischen, Regierung die Befugnis zu, wenn sie will, einen Residenten bei ihm zu ernennen. In dem dem Mullah zuaewiesenen Gebiet soll freier Handel gestattet, aber jeder Waffen- und Sklavenhandel verboten fein. Das neue Uebereinfommen macht in Aden einen ausgezeichneten Eindruck, denn durch dasselbe wird nicht., nur den schwierigen und kostspieligen militärischen Operationen Englands ein Ende ge* fttzt. sondern auch der unsicheren Lage, die seit mehreren Jahren das ganze Somaliland schädigte.
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(Nachdruck aller Originalarttkel ist gemäß § 18 de» Urheberrechts nur mit der deutlichen Quellenangabe .Oberheff. Zig * gestattet.)
Marfinrir, 21. März.
* Erneuerung des Zeitungs-Abonnements bei der Post. Die Briefträger werden in den nächsten Tagen die Zeitungsgelder für das 2. Vierteljahr einziehen. Wer seine Zeitung ohne Unterbrechung erhalten will, wird zweckmäßig von dieser Einrichtung Gebrauch machen. Bei auswärts erscheinenden Zeitungen, die nach bem 27. März bestellt werden, kann auf Lieferung der ersten Nummern nur dann mit Sicherheit gerechnet werden, wenn eine besondere Nachlieferungsgebühr von 10 Pfennig entrichtet wird. Wir richten an unsere Postabonnenten die Bitte, die Erneuerung des Abonnements rechtzeitig zu bewirken.
* Die Besitzer preußischer Staatsanleihen haben bekanntlich das Recht, ihre Forderungen in das Staatsschuldbuch gegen Einreichung der Wertpapiere eintrogen zu lassen. Eine solche Eintragung gewährt mannigfache Vorteile. Sie sichert unbedingt gegen den Schaden der durch Diebstahl, Verbrennen oder sonsttges Abhanden- konimen oder durch Beschädigung der Effekten entstehen kann, sie erspart das Abschneiden der Zinsscheine und das Erneuern der Zinsscheinbogen. Tie Zinsen werden den Inhabern eines Kontos im Staatsschuldbuch durch die Post unmittelbar zugesandt oder auf Reichsbank-Giro- konto überwiesen; sie können auch bei den Regie- rungsbauptkassen, den Kreiskassen und den Reichsbankstellen, sowie bei einzelnen Steuerämtern abgehoben werden. Dabei werden lau- sende Verwaltungskosten nicht berechnet, und neuerdings sind durch das Gesetz vom 24. Juli 1904 auch die Gebühren für die Umw ndlung von Konsols in Buchforderungen aufgehoben worden. Um die Vorteile dieser Kapitalsanlage weitesten Kreisen auf die einfachste und billigste Weise zugänglich zu machen, hat der Finanzrnini- fter sämtliche Regierungshauptkassen und sämt
liche Kreiskassen außerhalb Berlins angewiesen, vom Publikum Staatsschuldverschreibungen anzunehmen, die erforderlichen Antragsformulare ihrerseits nach den Erklärungen der Antragsteller am Schalter auszufüllen und an das Staatsschuldbuch-Bureau zu übermitteln. Darüber hinaus sollen aber die erwähnten Kassen von jedermann auch bares Geld zum Ankauf preußischer Staatsanleihen und deren fofortiger Eintragung in das Staatsschuldbuch annehmen. Die beteiligten Beamten haben über die bei dieser Gelegenheit zu ihrer Kenntnis kommenden Ver- mögensangelegenheiten gegen jedermann, insbesondere auch gegenüber den Steuerbehörden, das unverbrüchlichste Stillschweigen zu beobachten. Dieselben Geschäfte, wie die Königlichen Kassen übernehmen auch die mit Kasseneinrichtung versehenen Reichsbankstellen, jedoch' gegen Erhebung einer geringen Provision.
* Atters., Invaliden- «. Krankrnrente«. Für den Kreis Kirchhain stellen sich die Ergebniffe der Bewilligung von Alters-, Invaliden- und Krankenrenten in der Zeit vom 1. Januar 1891 bis Ende Dezbr. 1904 wie folgt: Die eingegangenen Anträge auf Altersrente betrugen 231. Davon sind erledigt durch Rentenbewilligung 180, durch Ablehnung 45, durch Tod der Antragsteller rc. 6. Der Gesamt-Jahresbetrag der bewilligten Renten belief sich auf 22462.20 Mk. Von den Rentenempfängern sind bezw. waren beschäftigt in der Landwirtschaft 134, in der Industrie 6, im Handel und Verkehr 1, durch Lohnarbeit wechselnder Art 9, im Staatsdienst 23 und im Gesindedienst 7. Nach Abgang durch Tod rc. bleiben noch zu zahlen 56 Posten im Betrage von 7494.40 Mk. Die eingegangenen Anträge auf Invalidenrente betrugen 486. Davon find erledigt durch Rentenbewilligung 387, durch Ablehnung 68, durch Tod der Antragsteller rc. 31. Der Gesamtbetrag der bewilligten Renten belief fich auf 51317.20 Mk. Von den Rentenempfängern find bezw. waren beschäftigt in der Landwirtschaft 223, in der Industrie 77, im Handel und Verkehr 4, durch Lohnarbeit wechselnder Art 24, im Staatsdienst 22, im Gesindedienst 34. Nach Abgang durch Tod rc. bleiben noch zu zahlen 238 Posten im Betrage von 31 784.80 Mark. Die eingegangenen Anträge auf Krankenrenten betrugen 19. Davon sind erledigt durch Rentenbewilligung 19. Der Gesamt-Jahresbetrag der bewilligten Renten belief fich aus 2616.60 Mk. Von den Rentenempfängern sind bezw. waren befchästigt: in der Landwirtschaft 9, in der Industrie 2, durch Lohnarbeit wechselnder Art 2, im Staatsdienst 0, im Gefindedienst 6. Nach Abgang durch Tod bleiben noch zu zahlen 10 Posten im Betrage von 1426.80 Mark. Der Gesamt - Jahresbetrag der bewilligten Renten betrug überhaupt 76396.00 Mk. — Von der Landes- Versicherungsanstalt Hessen-Nassau, deren Bezirk die Regierungsbezirke Cassel und* Wiesbaden, sowie das Fürstentum Waldeck umfaßt, find seit dem 1. Januar 1891 überhaupt bewilligt: 9046 Altersrenten im Ge- sammt-Jahresbetrage von 1243 942.40 Mk., 27847 In- Validenrenten im Gesamt ■ Jahresbetrage von 3914170.40 Mk., 1675 Krankenrenten im Gesamt- Jahresbetrage von 262451.20 Mk.. im Ganzen 38068 Renten mit einem Gesamt - Jahresbetrage von 5420564.00 Mk. Hiervon sind nach Berücksichtigung der durch Tod rc. erfolgten Abgänge Ende Dezbr. 1904 noch zu zahlen 305v Altersrenten im Gesamt» Jahresbetrage von 448546.80 Mk., 15779 Invaliden- renten im Gesamt-Jabresbetrage von 2307227.40 Ml., 811 Krankenrenten tm Gesamt - Jahresbetrage von 127167.60 Mk., im Ganzen 19640 Renten mit einer Gesamt - Jahresbetrage von 2882941.60 Mk. Der vom Reiche zu leistende Zuschuß beträgt 982000 Ml. Mithin bleiben Ende Dezbr. 1904 aus Mitteln der Landes-Versicherungsanstalt Hessen-Nassau an Renten zu zahlen jährlich 1900941.60 Ml.
* Literarisches. Der Inhalt der Nummer 6 des „Hesfenland" ist wie folgt: „Heimweh", Gedicht von M. Herbert. „Der Ruf", Gedicht von Mary Holmquist. Spießruten- oder Gaffen- Iaufen, von G. Elsentraut. Ruhmestat eines hessischen Ingenieurs. (Mit Bildnis.) Mar- grltt und der Templer, Erzählung von Theodor Metz. (Fortsetzung.) Aus alter und neuer Zeit. Aus Heimat und Fremde.
Hessen-Nassau und Nachbargebiete.
Caffek, 20. März. Bedeutende Menschenansammlungen wurden der „C. A. Z." zufolge schon seit einer Reihe von Abenden am Königsplatze in der Nähe des Postgebäudes durch einen Fremden veranlaßt, der, in einem hiesigen Gasthof wohndnd, sich allabendlich damit vergnügte, daß er vorübergehenden Passanten Geldstücke in die Hand drückte, so lange bis sich eine größere Zahl von „Bedürftigen" um ihn versammelt hatten. War dies geschehen, so warf der Fremde, dem die Menge in Anerkennung solch seltener Munifizenz längst den Namen „der tolle Graf" beigelegt, den Rest seiner klingend, (klappernden) Münze zwischen den Haufen und lachte vergnügt, wenn zwischen den Beutelüsternen sich erbitterte Kämpfe um den Besitz eines Geldstückes entspannen. — Die „Hess. Mgztg." kann dem noch hinzufügen, daß der freigebige Herr ein Graf von und zu Nidda ist, welcher erst vor kurzem eine kolossale Erbschaft — man spricht von 70 Millionen Mark — gemacht haben soll. Der Volksmund nennt ihn wohl in Erinnerung an den freigebigen verstorbenen Prinzen (Fürsten) Karl von Hanau nicht anders als „Der neue Prinz."
Reutershause», 20. März. Ein tätlicher Unglücksfall hat sich auf der Landstraße bei Blan
kenau gestern zugetragen. Am frühen Morgen fanden Fußgänger in dem mit Wasser angefüllten Chausseegraben die Leiche eines alten Mannes liegen. Ermittelungen ergaben, daß es der in den siebziger Jahren stehende Landwirt namens Hoffmann aus dem benachbarten Dorfe Zahmen war. Hoffmann hatte abends spat von Blankenau seinen Heimweg angetreten, ifi in der Dunkelheit in, den Chausseegraben gestürzt und in dem ziemlich tiefen Wasser elendiglich umgekommen.
Offenbach a. M., 20. März. Die junae Fron des Gießerineisters Arnold war seit dem 12. Februar mit ihrem dreijährigen Kinde, einem Mädchen, spurlos verschwunden. Am Samstag wurden laut „Offenbacher Zeitung" die beiden Leichen aus dem hiesigen Hafen gelänget. Die Mutter hatte das Kind auf der Brust festgebunden.
Hochschulnachrichten.
— In dem eben zu Ende gegangenen Winterhalbjahr waren an den sämtlichen . e-ttchen Universitäten zusammen 39716 Studierende immatrikuliert (gegen 39 581 und 37 881 in den beiden letzten Semestern und 28 158 vor zehn Jahren), wovon 36 619 (gegen 36 637, 34 788 u.'.l 26 008 in den erwähnten drei früheren Halbjahren) als deutsche Reichsangehörige und im einzelnen 21 189 (gegen 21 727 und 19 908 in den beiden letzten Halbjahren) als Preußen ver- zeichnet waren; im Winter vor zehn Jahren zählte man 14 449 und im Winter 1887/88 15 591 Preußen, seitdem also eine Zunahme der preußischen Studenten um fast die Hälfte der da- mapgen Zahl. Diese Zunahme trifft aber nicht gleichzeitig bei den einzelnen Hauptfächern zu, Ivie, sich aus der nachfolgenden Zusammenstellung ergibt, in welcher wir überall des Vergleiches wegen zwischen Klammern die entsprechenden Zahlen erst des vorigen Winterse. Vers und bann von dem Wintersemester 1894/95 beifügen. Cs treffen dann auf die einzelnen risten 6759 (gegen 6346 und 3677), Philologen und Historiker 4452 (gegen 3740 und 1324), Studierende der Mathematik und Naturwissenschaften 2913 (gegen 2993 und 1170), Mediziner 2864 (gegen 3006 und 4322), evangelische Theologen 1042 (gegen 1005 und 1680), katholische Theoldgen 831 (gegen 806 und 754), Pharmazeuten 790 (gegen 627 und 732), Studierende der Landwirtschaft 698 (gegen 640 und 493), Studierende der Zahnheilkunde 409 (gegen 320 und 229), Studierende der Staats- oder Forst- Wissenschaft 358 (gegen 331 und 56), endlich — sämtliche in Gießen immatrikulierte Studierende der Tierheilkunde 73 (gegen 85 und 12). Eine sehr bedeutende Zunahme der Zahl errribt sich also bei den Juristen, bei bc*. Philologen und Historikern, wie bei den Mathematikern und Na tu rwi sse n sch stier n, eine erhebliche Abnahme bei den Medizinern und bei den evangelischen T h e o l o g e n, eine Entwickelung, die der Entwickelung des deutschen Universitätsbesuches überhaupt entspricht.
Buchbinderei u. Einrahmung v. Bildern
♦♦ Barfüssersträsse 21 ♦♦
J. Schulz.
Geschäftliche Mitteilungen.
Kostenfreier brieflicher Unterricht. Wie uns mitgeteilt wird, ist die Abteilung für brieflichen Unterricht des Deutschen Arbeiter-Stenographen- Bundes Sitz Frankfurt a. M. bereit, überall einen unentgeltlichen brieflichen Unterricht in der deutschen Volkskurzschrift, vereinfachte Stenographie, System Arends, zu erteilen. Interessenten an allen Orten Deutschlands erhalten den brieflichen Unterricht nach genauer Anleitung, schriftliche und kostenfreie Ueberwachiing und Durchsicht ihrer Arbeite» durch erstklassige Lehrer. Weitere Kosten als für Porto und Materialien erwachsen den Teilnehmern nicht. Anfragen sind unter Beifügung des üblichen Portos an August Grimm, Frankfurt a. M., Alter Markt No. 3 i, zu richten.
Herings-Koteletten. (Einfache Fastenspeise.) Zwei schöne Heringe werden gewässert, gereinigt, ausgegräfet und mit Zwiebeln und Petersilie fein verwiegt. Darunter mengt man ein Stückchen schaumig gerührte Butter, ein mit 6 Tropfen Maggi's Würze verguirltes Ei, 2 Eßlöffel saure Sahne, geriebene Semmel und ein wenig Pfeffer. Aus dieser gut gemischten Masse formt man kleine Koteletten, wendet sie in Brotkrumen um und bäckt sie in Butter hellbraun. Th. H.
Rotationsdruck.
Verantwortlich für die Redaktton:
Dr. DoerkeS-Boppard in Marburg.