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mit dem Kreisblatt für dre Meise Marburg und Kirchhaiu.

SaüEasbeLlager MluMries

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tNachdruck verboten.)

Augen.

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. '(Forschung folgt.) j;

Vierteljährlicher Bezugspreise bei ott Expedition 2 Mk., der allen Postämtem 2,25 Mk. <e$cl. Bestellgeld).

Jnsertronsgcbühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 1V Pfg.

Reclamen: die Zeile 25 Pfg.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck rmd Verlag' Joh. Ang. Koch, Umvcrsitäts-Duchdmckerri 40. Jahrg.

Marburg, Markt 2L Telephon a5.

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unsere alten Kasaken auch noch gut genug sein, draußen braucht man junges Blut."

Um den großen Verlust an Offizieren in der Armee allmählich zu ersehen, sollen zwei neue Junkerschulen mit vorläufig vierjährigem Kur­sus im Bestände von 400 bis 600 Zöglingen ge­gründet werden.

Stimmungen.

Der Petersburger Korrefvondent desEcht de Paris" will aus sicherer Quelle erfahren ha< ben, daß in Zarskoje Sselo die Friedens« frage ernstlich beraten worden ist. Man er* klärt zwar, den Krieg bis aufs Messen führen und immer neue Armeen mobilisieren zu wollen, aber wenn man ein anständiges Mittel fände, um aus diesem Abenteuer bwausznkom- men, würde man es ergreifen.

DerKöln. Ztg." wird im Gegensatz hierzu von ihrem Petersburger Bericküersta" r tele­graphiert: An maßgebender Stelle werde daran festgehalten, daß der Krieg bis zu durchschl e«. dem Erfolge fortgesetzt werden soll, woran auch die Absage öer französischen Banken, die aller­dings hn ersten Augenblick bis in die höchsten Kreise große Bestürzung und Unwillen hervor­rief, nichts zu ändern vermag. Falls das Ein- vernehmen zwischen den interessierten russischen und französischen Finanzkreisen nicht baio erreicht werde, werde man wieder zu inneren Anleihen schreiten. Beteiligte Stellen bebauvten dagegen es habe sich bei den jetzigen Anleiheverhandlunge» nur um Porbesprechungen gebandelt: endgiltig, Abmachungen habe man nicht beabsick iat, da bet Finanzminister Kokowzow bei Gelegenheit bet Verhandlungen wegen der lebten in Deutschland untergebrachten Anleihe sich bereit erklärt habe keine neue Anleihe vor t.m 1. Avril aufzuneh­men; die Besprechungen würden fortn

Kurovatkin.

Das nach dem letzten Kriegsrat an Kuropatki» gerichtete Telegramm des Zaren lautete lakonisch; Erwarten Sie meine weiteren Depeschen in Ir­kutsk." Kuropatkins tiefliegende, umrändertk Augen, seine fahle Gefichtsfarbe und ein bestän- diges Zucken um die Mundwinkel nachten aus alle Personen, die ihn in Charbin sab..,, einen tiefschmerzlichen Eindruck. . Ich habe", sagte Ku- ropatkin,meinen -ranzen Vorrat an Georgs- Kreuzen unter die Bravsten der Braven in den blessierten Zügen verteilt: das war meine letzte Aktion als Armeechef." Kuropatkins Begleiter erzählten von dem furchtbaren Zustande der Hgn- derte von Verwundeten, welchen die überfüllten Ambulanzen in Tieling die Unterkunft v-Zei­gern mußten. Die Aermsten lagen tn zersetzten, blutstarrenden Kleidern längs deS Bahngleises; um jeden leeren Kohlensack, der als Decke dienen! konnte, entbrannten Faustkämpfe. B-i der letz­ten Revue, welche Kurovatkin abhielt, stand er aus der Plattform seines zur Abfahrt bereiten Zuges und rief jeder defilierenden Abteilung Worte der Ermunterung und des Trostes zu. Nachdem die letzte Abteilung vorbei war, schnallte .Kuropatkin seinen Säbel ab und - ergab ihn seinem Ordonnanzoffizier mit Worten, die diese« nicht wiederholen wollte!

Neueste Telegramme.

Berlin, 19. März. Nach einer Meldung Ge- nerals von Trotha vorn 18. März steht Oberst Deimling mit den vereinigten Abteilungen Kamptz und Koppy bei Nurudas und säuberte zunächst das Gebirge. Eine Kompagnie mit zwei Geschützen wurde zur Abteilung Kirchner und Kosis entsandt. Major v. Lengerke, der mit Deimling durch eine Offizierspatrouille die Ver­bindung hergestellt hat, steht bei Kochanas. Er hatte bis zum 12. März morgens keine Berüh­rung mit dem Gegner.

Düsseldorf, 18. März. Der Provinzialland- tag hat beschlossen, zur Erinnerung an die sil­berne Hcxgzeitsfeier des Kaiserpaares eine Stif­tung zur Fürsorge für verkrüppelte Personen ins Leben zu rufen, und zwar in der Form, daß vom Jahre 1906 ab alljährlich für diesen Zweck der Betrag von 10 000 Mark in den Etat ein­gestellt wird. Die Stiftung erhält den Namen Wilhelm II. Augusta - Viktoria - Stiftung". Ferner wurde beschlossen, gemeinsam mit der Provinz Westfalen dem kronprinzlichen Paare als Hochzeitsgeschenk Tafelprunkstücke zu über­reichen.

Wien, 19. März. Der Kaiser ist heute Nach- mittag nach Budapest abgereist.

Als er ins Haus trat, kam ihm Heinz ent­gegen, der auf ihn gewartet zu habe., schien, und redete ihn lächelnd an:Na, das bat ra lange genug gedauert, vermutlich habt ihr beide den Mond angeschwärmt, oder ist es bereits zu einer Erklärung gekommen? Du bast mich ja heute wieder schön zu der blonden Hopfenstange hinge-' setzt, um mit Deiner Ungebetenen a 'n zu sein. Du schlägst also meinen gutgemeinten Rat voll­ständig in den Wind? Ich sage Dir. laß Dich warnen! Traue dem Mädchen nicht! Es ist eine Schlange, die uns allesamt am Narrenseil zieht!"

Eugen erwiderte nichts. Ohne den Bruder auch nur eines Blickes zu würdigen, schritt er an ihm vorüber, seinem Zimmer zu und ver­riegelte die Türe hinter sich.

Nanu?" brummte der Leutnant und sah er­staunt der hohen Gestalt Eugens nach.Der fcheint nicht in rosiger Laune zu fein! Hat ihn wahrscheinlich abfahren lassen, die schwarze Hexe. Er macht ja em Gesicht, als wäre ihm der Weizen verhagelt!"

Heinz lachte leise vor sich hin.

Ja, ja, diese Weiber, traue nur einem solch hübschen Lärvchen! Sich in ein Weib verlieben, ist die größte Dummheit, die man machen kann."

Damit zündete er sich in aller Gemütsruhe eine Zigarette an und blies den bläulichen Rauch behaglich in die Luft.

Drinnen aber in seinem Zimmer saß Eugen regungslos und vergrub den Kovf in die Hände. Einen einfältigen Toren schalt er sich in Gedan- fen. Da gestanden war er und hatte sich nicht losreißen können, hatte das Haus angestarrt, in dem er fein Glück, sein Alles vermutete, während sie nur auf sein Weggehen wartete, um hinaus- zuschlüpfen.

Brüssel, 19. März. Prinz und Prinzessin Albert von Belgien wurden, wie das Hofblatt Etoile beige" erfährt, vom Deutschen Kaiser zur Hochzeit deS Kronprinzen eingeladen, da der Kronprinz mit der Familie der Prinzessin Elisa­beth (Tochter des Herzogs Karl Theodor) be­freundet und wiederholt in Possenhofen mit dem belgischen Erbprinzenpaar zusammengetroffen ist.

Petersburg, 19. März. Ein Telegramm des Generals .. -ewttsch vom 18. März meldet: Ja­panische Batterien beschossen gell-rn russische Truppenabteilungen in den Tälern b ' Tavapun und Uanpun. Der Feind wurde bei Kaotaise be­merkt. Die Stadt Fakonmin wurde von japani­scher Kavallerie besetzt. Die Armeen fahren fort, sich zu konzentrieren.

Baku, 19. März. Die jünosten Unruhen sind zweifellos das Werk des armenischen Revolutions­komitees. Im statistischen Bureau des Stadt­amts wurde die Bibliothek des örtlichen Komi! es aufgefunden. Daselbst wurden auch zehn Per­sonen verhaftet. Unter den hier SSei asteten be­finden sich 39 Anarchisten.

Weshalb? Er mochte sich diese Frage nicht beantworten. Aber es geschah ihm schon recht; warum glaubte er auf ein Glück hofft. zu dür­fen, auf ein Glück, das ihm so groß, ft n"faßlich erschien, daß er sich dessen beinahe unwert dünkte! Nun war es vor ihm zerronnen wie ein Nebel. Nichts blieb ihm von dem ganzen süßen Traum. Die graue, öde Wirklichkeit grinste ihn an, die trostlose Zukunft, die in ihrem Schoße nur Arbeit barg, nichts als Arbeit und Sorge. Dee Traum war aus, mußte aus fein, sollte er die Achtung vor sich selbst nicht verlieren.

Auch Violetta schlief nicht in dieser Nacht; doch ihre Gedanken waren anderer Art. Sie weinte heiße Tränen der Reue über ihre harten trotzigen Worte, die wie glühendes Esten in ihrer Seele brannten. Ein kurzes Nachdenken hatte sie zu der Einsicht gebracht, daß Eugens Miß­trauen vollständig gerechtfertigt war. Wie hatte sie nur vergessen können, was alles schon vorher­gegangen, daß der Schein gegen sie sprach. Wie hatte sie vergessen können, wie gut er war, wie freundlich, und auf so schnöde Weife dankte sie ihm alle Güte und Fürsorge.

Morgen," nahm sie sich vor, will ich alles toieber gut machen, will mich vor ihm demütigen, und ihn um Verzeihung bitten. Er mutz mit verzeihen, und er wird es denn er liebt mich ja."

Liebt er mich wirklich?" , i 4

Es tauchten doch wieder Zweifel auf.

Sie vergegenwärtigte sich noch einmal,in Ge­danken jedes Wort, jeden Blick und ein glückliches Lächeln spielte um ihre Lippen.

Sie lag ivach, bis die Sterne erblaßten, dann führte sie der Traumgott hinüber in sein Reich und gaukelte lichte Bilder vor ihre geschlossenen

hatten Sie geglaubt, mich dadurch zu Ihrer Sklavin machen zu können, daß Sie mich in Ihr Saus aufnahmen? Wenn Sie fiirchten, daß ich diesem Hause Unehre mache, so mönen Sie mir die Türe weisen, das Recht haben Sie. Ein anderes übrig! Sie können übrigens ganz ruhig sein, ich werde Ihre Güte nicht mehr lange in Anspruch nehmen!"

Sie taten ihr selbst weh, die zornigen Worte, die ihr der Trotz eiggab, eS lag gar nicht in ihrem Willen, dieselben auszusprechen, und doch atmete sie tief auf, als sie einen Moment schwieg, Ihr aufrührerisches Blut sagte wie fiebernd durch die Adern, es pochte in den Schläfen, klopfte im Herzen und raubte ihr jede klare IVVerlegung.

Eugen hatte die kleine Hand losaelafsen. Er schleuderte sie von sich wie ein giftiges Insekt.

»Sie wollen mir also absichtlich jede Aus­kunft verweigern?" schrie er das Mädchen an.

Jawohl," war die heftige Antwort.Ich hoffe, Ihnen den Beweis liefern zu können, datz Sie mir unrecht taten, und dann verlasse ich Ihr Haus!"

Violetta bebte am ganzen Körper.

Der junge Mann wandte sich, um zu gehen.

Sorgen Sie nur, daß es bald geschieht!" rief er halb über die Achsel zurück, dann ent­fernte er sich mit weit ausbolenden Schritten, ohne sich noch ein einziges Mal umzusehen.

Eugen!"

Violetta rief es halblaut, doch er hörte es nicht mehr, er war schon zu weit entfernt.

Mit leisem Wehlaut sank das Mädchen nieder in den Schnee und bedeckte schluchzend das Ge­sicht mit den Händen.

Hätte Eugen den tiefen Schmerz Violettas wahrnehmen können, er hätte vielleicht Mitleid empfunden, aber absichtlich verschloß er sein Herz jeber milderen Regung, jeder besseren Einsicht.

: Die.Oberhessische Zeitung" bietet neben ben verschiedensten Artikeln und Aussätzen populär- wissenschaftlichen Inhalts eine rasche und genaue, durch, einen vorzüglichen Depeschendienst vermittelte Berichterstattung über sämtliche -wichtige und interessante Vor» S.ange im In- und AnSlande, «ne umfassende Chronik ans der Provinz und ;ben Nachbargebieten, interessante Berichte au8 Stadt und Umgebung, aus dem Vereinsleben, gut gewählten Unterhaltungsstosf, Mittei­lungen aus den verschiedensten Gebieten der L a n d - Wirtschaft, Kunst- und Wissenschaft, Hochschulnachrichten, dienstliche Personalien, Handelsnachrichten, tägliche Wetterberichte u. a. m DieOberhefstsche Zeitung" hat nach­weislich die größte Auflage am Platze und ist das ; weitverbreitetste und besteingeführte Blatt in Marburg

und den ongreincnden Kreisen. Jnsolgedessen ist die Oderhesfische Zcitnug" als ein

Jnfertionsorga« erste« Ranges

bekannt und geschäht.

Anz eigen haben nachweislich den größten und sicherstenErfolg. DieStaats» u.städtischen Behörden, in Marburg und in der Provin', so­wie zahlreiche auswärtige Bebörden, die Bürger­meister. und die Forstämter, Notare und Gerichts- Vollzieher, Garnisonsverwaltunqen. Bankmstitute jc. benutzen ständig fast ausschließlich die ,O b er hessische Zeitung' für ihre Bekanntmachungen, Verpach­tungen zc. re., , ein Beweis tote sehr allseitig die .Oberhessische Zeitung' als gutes Jnserationsorgan ge­schäht wird.

Damit in der regelmäßigen Zustellung der Oberhessifchen Zeitung" keine Unterbrechung eintritt, ist es rätlich, dieselbe so­fort zu bestellen Denjenigen unserer Abonnenten, die unsere Zeitung nicht durch die Post erhalten, wird dieselbe, sofern sie nicht abbestellt wird, auch fernerhin ohne weiteres zugehen. Die .Ob er hessische Zeitung' mit dem .Amtlichen Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain' dem .Illustrierten Sonntagsblatt' und den .Ziehungslisten der Preußischen Klassen­lotterie' kostet nach wie vor pro Quartal 2,25 Mk. Einesteils, um den Inserenten und andererseits, um den ländlichen Lesern entgegenzukommen, ist die Ein­richtung getroffen, daß für die Landorte unsere Zeitung am Sonnabend in zwei Ausgaben und zwar morgens und nachmittags expediert wird.

Wir bitten unsere zahlreichen Freunde und Leser, für die weitere Verbreitung unserer Zeitung zum neuen Quartal eifrigst tätig zu fein.

Probeblätter werden gern unentgeltlich zur Ver­fügung gestellt.

Verlag und Leitung derOberhefstfchen Zeitung".

Der rusfisch-javamsche Krieg.

Bei Tieling

haben in ben letzten Tagen die Kämpfe foftge- bauert, ohne baß jedoch eine besondere Eutschei- bung herbeiaeführt worden wäre. Es verlautet, daß eine starke japanische Infanteriekolonne west­lich der Bahnlinie nach Norden mar'chiere, um ben Russen den Rückzug abzuschneiden. Von ja­panischer Seite liegen naturgemäß r--- günstige Meldungen über diese Nachhutsgefechte vor. So meldet unter dem 18. Marschall Osama, oaß ja­panische Truppen am 16. März rechts vom Liaoho acht russische mit Artillerie versehene Schwadro­nen zerstreuten, worauf sie die nördlich von Tie­ling und auf der rechten Seite des Liaoho ge­legenen Anhöhen besetzten und den auf dem Rück­züge befindlichen Feind, der aus eine. Infanterie­division und mehreren Schwadronen bestand, be­schossen.

Die Verluste der Russen bei Mukden werden in Petersburg niedriger beziffert, als die japanischen Berichte erwarten ließen. Si. sollen nach einer Meldung des Ruß einschließlich der Vermißten nicht über 80 000 Mann betragen, eine Ziffer, die übrigens auch der Generalstab als richtig bezeichnet.

Neue Rüstungen

sind von dem Kriegsrat unter dem Vorsitze des Kaisers beschlossen worden. DemL.-A." wird darüber gemeldete

Nach Berichten aus Petersburg wurde in dem letzten Kriegsrat ht Zarskoje Sielo die Entsen­dung der drei Gardedivisionen auf Dragomirows Rat beschlossen, damit die ärmere Bevölkerung, durch dieses Beispiel von oben ermuntert, die Blutsteuer williger enftichte.Wenn aber", so wandte General Frederiks ein, im Inlands Un­ruhen ausbrechen, wer wird unsere allezett ver­läßliche Garde ersetzen?"Für dieses traurige Polizeigeschäft würden", erwiderte Dragomirow,

Marburg

Dienstag, 21. März 1905

Jit Mmiikligk pMMk Zagt macht es für jeden, der mit der Kenntnis der Tages- ;ereignine auf dem Laufenden bleiben will, zur Not- Wendigkeit, sich eine täglich erscheinende, alle Bedürf- vifle des Lesers befriedigende Zeitung zu halten. Much im kommenden Sommer, wo in vielen Kreisen !ba8 Lesebedürfnis geringer wird, ist eine gut bediente ^reichhaltige Zeitung nicht zu entbehren, denn nach wie vor beansprucht der anderen Politischen Fragen gar nicht zu gedenken der ruffisch-japanische Krieg, Hessen Ende noch nicht abzusehen ist, und der Auft .ftanb in Deutsch-Südwestafrika, der fortgesetzt schwere Opfer unserer tapferen Truppen fordert, die allgemeine Aufmerksamkeit des Lefepublikums.

Die ganze

Oberhessische»

-Bevölkerung kennt unsere Zeitung feit nunmehr vierzig Aahren und weiß,daß in ihr neben denErf ordernissen eines Puten Nachrichtendienstes stets die Interessen aller Stände die weitgehendsteBerückfichtigung 'und Förderung erfahren haben. DieOberhessische

Ungleiche Brüder.

Original-Roman von Irene von Hellmuth.

(Fortsetzung.)

Er stand und wartete ht zitternder Erreg­ung auf ihre Antwort. Noch hoffte er,e werde sich rechtfertigen und er hätte so gern ge­glaubt. Ein Wort hätte ihm genügt. aber Bioletia sprach es nicht aus. Er zermarterte sich fein Hirn, um irgend einen glaubwürdigen Vorwand zu entdecken, aber vergebens. Was konnte sie veranlassen, nochmals den winterlich verschneiten Garten aufzusuchen. nachdem sie längst im Hause verschwunden gewesen? Wäre es Sommerzeit gewesen, sie hätte sagen können, die kühle Abendluft sei es, die sie zurückkehren . ließ, der Duft der Blumen, die Sttlle der Nacht, I* ober nun, wo alles unter Eis und Schnee ! begraben lag, wo der Atem zu Reif gefror, j wo jeder froh war, wenn er nicht hinaus mutzte, I i>a ließ sich nicht leicht ein Grund finden.

j'. Lange verharrten die beiden Menschen in i finfterem Schweigen. Erst als Eugen seine Frage nochmals wiederholte, entgegnete daS Mädchen tn eisigem Ton:Ich glaube nicht, daß ich Ihnen Jemals das Recht eingeräumt habe, mich zu exa- tmnteren, was ich hier wollte, kann Sie wahr­haftig nicht kümmern l"--

»Doch, es kümmert mich, denn Sie leben in meinem .Hause, ich bin gewissermaßen ver­antwortlich für das, was darin geschieht, und fo lange Sie darin leben, flihle ich mich ver­pflichtet, darüber zti wachen, kurz, ich habe ein .Rechts zu der Frage, wer und was Sie sind!"

Violettas Zorn flammte hoch auf.

Nein, das Recht gestehe ich Ihnen nicht zu! Ich bin vollständig frei und unabhängig! Oder

darf mit Befriedigung auf eine fortgesetzt sich bei- rößernde Auflage Hinweisen und die viel- achen Aenßerungen treuer Anhänglich. |t e t t aus dem Leserkreis find uns ein schöner und ittfrenlicher Beweis dafür, in wie hohem Maße unserer 'Zeitung Vertrauen und Interesse entgegen- gebracht wird, und zwar nicht nur

in Marburg

selbst, sondern auch ans den Kreisen der ländlichen ^Bevölkerung. Zu unserer lebhaften Genugtuung hat dieses Vertrauen namentlich in dem

Mittelstände

sstller Kreise und Berufszweige, diesem Kern jMlferer ganzen Volkskraft, feste Wurzel gefaßt, und '"les ist uns, wie wir auch schon in unserem Rückblick !>« Beginn beS vierzigsten Jahrganges betont haben, !«m neuer Ansporn tn dem unablässigen Bestreben, 5 -Aberheffische Zeitung' zum besten Blatt für den Bürger und Bauer, zu tinem treuen Berater und Helfer für den kleinen Mann in dieser für ihn so schweren Zett zu machen . Die »Oberhesfische Zeitung' bertrtit einen durchaus nationalen Standpunkt und stimmt zu allen politischen und wittschastlichen Fragen freimütig Stellung im Sinne der alten bewährten konservativen Politik Bismarcks, die Such heute noch für unsere politische Entwicklung maßgebend fein soll.