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Jnserttonsgebühr: die gespaltene Zelle oder deren Raum 10 Pfg, Reclamen: die Zeile 25 Pfg.

Marburg

Freitag. 17. März 1905.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag' Joh. Aug. Koch, UmversitätS-Buchdmckerek Marburg, Markt 2L Telephon 55.

40. Jahrg.

Neueste Telegramme.

Berlin, 16, März. Dem berühmten Gesangs- meister und Erfinder des Kehlkopfspiegels Manuel Garcia in London hat der Kaiser in Würdigung der Bedeutung seiner Erfindung für die laryngologische Wissenschaft zu seinem hundertsten Geburtstag am 17. d. M. die große goldene Medaille für Wissenschaft verliehen. Im Auftrage des Kultusmittisteriums hat sich heute Geheimrat Prof. B. Fränkel nach London be­geben, um dem Jubilar die Medaille zu über­reichen.

Cassel, 16. März. Der langjährige Militär- Dberpfarrer des 11. Armeekorvs, Konsistorialrat Dsterroth, der den Feldzug 1870/71 mitmachte, Ist gestern 73 Jabre alt, gestorben.

Würzburg, 15. März. Im Rathause zu Ochsenfurt hat gestern Kaplan Hefner drei Frag­mente eines aus dem 13. Jahrhundert stammen­den mittelhochdeutschen Heldengedichtes, welches Voraussichtlich das Alexanderlied ist, gefunden.

Detmold, 16. März. Der Landtag genehmigte in der gestrigen Sitzung das Gesetz betreffend die Thronfolge und Regentschaft im Fürstentum Lippe gegen die Stimmen der Sozialdemokraten in der von der Kommission vorgeschlagene:: (von uns breits mitgetei'lten) Fassung.

Wien, 15. März. DieFr. Pr." meldet: Ein kaiserlicher Gnadenakt steht bevor, 'durch den das gerichtliche Verfahren gegen alle an den Innsbrucker Ausschreitungen beteiligten Stu­denten, sowohl Italiener als auch Deutsche, niedergeschlagen werden soll.

Rom, 16. März. DerTribuna" zufolge nahm Fortis von der Kabinettsbildung wegen "er Schwierigkeiten Abstand, welche seitens der '''inorität der bisherigen Minister erhoben "urde. Nach demGiornale d'Jtalia" werden h die bisherigen Minister unter dem interimisti- -hen Vorsitz Tittonis der Kammer vorstellen.

Salouiki, 15. März. Ein griechisches Kloster im Dorfe Tsirlawo (Kreis Kastoria) wurde von hier bulgarischen Bande eingeäschert.

Petersburg, 15. März. Generaladjutant Kuropatkin meldet unter dem 14. d. M., daß er einen blutigen Angriff der Japaner gegen das Zentrum der russischen Stellungen ,.m Fanho abgeschlagen hatte. Mehr als tausend Leichen lägen vor den russischen Stellungen.

Tokio, 15. März. Prinz Arisugawa wird sich, tote amtli^ verlautet, zur Hochzeit des deut­schen Kronprinzen nach Berlin begeben

Die Zukunft in Südafrika.

D Der Rücktritt Lord Arthur Milners von der Leitung der englischen Transvaalkolonie lenkt erneut die Aufmerksamkeit auf das Schick­sal der ehemaligen Burenstaaten. Denn zweifel­los stellt dieser Rücktritt sich als ein unbe­streitbares Fiasko der radikalen Jingopolitik dar. Milner war mit Chamberlain und Cccil Rhodes die Verkörperung der rücksichtslosesten Erfolgpolitik, der die Freiheit der Buren zum Opfer gefallen ist, die aber andererseits an ihrer inneren Roheit in Südafrika selbst des- Kegen scheitern mußte, weil sie einen unver­

söhnlichen Haß und Groll in der Bevölkerung zurückgelafsen hat. Trotz feines unleugbaren politischen Geschicks und VerwaltungstalenteL war Milner gänzlich unfähig in dem Lande, dessen Verwüstung mit Feuer und Schwert er betrieben hatte, nun wieder die Ordnung auf­zubauen. Denn, wie ein liberales Blatt in England sehr zutreffend bemerkte, repräsentierte er für dieses Land alles, was es verabscheute: Den Krieg, die Verschwendung, den Ruin und das Blutvergießen, das er mit sich gebracht hatte. Er repräsentierte die chinesische Sklaverei und die Fälschung der Verfassung, er hat des­halb nicht nur das Vertrauen des englischen Volkes, sondern auch das der britischen Kolonisten in Transvaal verloren. Die Buren haben in ihm einen unversönlichen Feind erkannt, von dem sie weder Teilnahme noch Gerechtigkeit er­warten können und nur die Minenmagnaten werden ihn bedauern. Südafrika hat sich als das Grab seiner Macht erwiesen, wie für so manchen vor ihm."

Der größte Fehler, den Milner beging, war die Bevorzugung der National ScoutS, der verhaßten Ueberläufer und Hands-Uppers, die er in jeder Weise begünstigte und als soge­nannte Lohalisten in bevorzugte Stellungen zu bringen suchte. Ebenso war es sicherlich, von der Nichtswürdigkeit ganz abgesehen, eine Dummheit, daß er die Entschädigungen parteiisch verteilte und daß er sogar durch Begünstigung der Schwarzen den Burengeist zu unterdrücken suchte..

Die Schwarzen werden hierauf die Antwort nicht schuldig bleiben und der allgemeine Rassen­krieg in Südafrika wird die einzige Frucht von Milners Nücksichtslo gkeit sein. Die Kolonisten, die, wie ja die Vorgänge in Deutsch-Südwest­afrika zeigen, hiervon natürlich zunächst bedroht sind, und die außerdem unter dem Uebermut und der Falschheit der verhätschelten Schwarzen am nächsten zu leiden haben, sind deshalb über Milner fast noch mehr empört als die Buren. Für diese letzteren aber ist Milners Politik die Weißglut gewesen, die sie ^usammengeschweißt hat. Wenn nach dem Kriege zu befürchten stand, daß durch Aemter und Begünstigungen der eine oder andere wankelmütige Bur vielleicht nachträglich zum National Scout gemacht würde, so hat Milners Politik auch die Minderwertigeren unter diesen zur Treue gegen ihr Volkstum gezwungen. Ueberall in denneuen Kolonien", d. h. den ehemaligen Burenstaaten, organisieren sich jetzt die Buren auf der durch den Vertrag von Vereeiniging geschaffenen Grundlage. Botha, De la Reh, Smuts u. a. fassen die Buren zu­sammen inHet Volk", einem Verbände, der dem ehemaligen Afrikanderbond entspricht. Ihr Programm strebt zunächst nichts weiter an als ganz loyaler Weise die Selbstverwaltung der Kolonie. Und ihr Vorbild ist die Kapkolonic. DemVolk" gegenüber stehen die Goldminen­leute, die sich Progressive nennen und weiter nichts sind als ein Abklatsch der Progressiven in der Kapkolonie. Sie sind an Zahl den Buren

'Rackidruck verboten.)

Uugleiche Brüder.

Original-Roman von Irene von Hellmuth.

< Fortsetzung.)

Glauben Sie, daß diese Menschen die schlech­testen sind?" fuhr Eugen ruhig fort.Ich kann mit ihnen fühlen, kann begreifen, daß sich der Zorn dieser Leute gegen mich richtet. Sie haben leis ihre Schuldigkeit getan, stets ehrlich und -edlich ihre Pflicht erfüllt, und sehen sich trotz- Sem nun mit einemmale dem furchtbaren Ge­spenst des Hungers gegenüber, sehen, daß sie und die Ihren plötzlich brotlos geworden sind. Selbst­verständlich erwacht da der Zorn und Haß gegen wich!" Es ist freilich hart für die Leute, aber ich kann es nicht ändern. Ich kann ihnen nicht helfen, so leid sie mir tun."

Er blickte dabei auf Violetta, die kein Wort gesprochen hatte, und doch wußte und fühlte er, sie ängstigte sich, ängstigte sich um ihn! Der Ausdruck ihrer großen, prachtvollen Augen, so- tähes Erblassen hatten ihm deutlicher als alle Worte verraten, was sie empfand bei der Drohung der aufgeregten Menschen. Sie saß da, hatte wohl sich selbst unbewußt, die kleine .schmale Hand auf die Stelle gepreßt, wo das re­bellische Herz so laut und ungestüm pochte, daß ifie meinte, man müßte das Klopfen hören können. Dieser Anblick erfüllte Eugen mit namenloser Freude. Es war ihm in diesem Augenblick klar geworden,, daß sein Herz sich dem s önen Mäd- Ken zu eigen geben wollte, daß alle Sinne ihn M ihr drängten, und zum erstenmale in seinem «eben empfand er, was Liebe sei. Ja, Heinz

hatte recht gehabt, mitelementarer" Gewalt packte diese erste, große Liebe den sonst so sfillen, ernsten Mann, der bisher nichts gekannt, als strenge Pflichterfüllung. Die Arbeit, glaubte er, würde sein ganzes Leben ausfüllen. Die Sorge um das Geschäft hatte ihm bisher kauin Zeit ge­lassen, seine Jugend zu genießen. So all war er sich immer schon vorgekommen, viel zu alt zum Lieben und Freien, und nun mit einem- male verlangte das Herz stürmisch nach seinem Recht! Und daß es sich nicht mit Vernunftgrün­den zufrieden geben würde, das wußte und fühlte er deutlich genug. Freilich tauchte a ch gleich wieder die bange Frage auf:Was ,oll daraus werden?" Ein armes Mädchen konnte er nicht heimführen, das machte er sich sofort klar. Denn wenn er die Fabrik als sein Eigentum überneh­men tooöte, so mußte er über ganz beträchtliche Kapitalien verfügen, da doch die Geschwister ihr Recht auf einen Anteil geltend machen würden. Und bei diesem Gedanken gewann auch wieder die Bitterkeit in ihm die Oberhand. Wie konnte er an ein so großes, überschwänglichr', ungetrüb­tes Glück denken, wie durfte er hoffen, daß ihm dergleichen zuteil werden würde, ihm in dessen Leben bisher kein Sonnenstrahl gefallen Ivar! Nichts als Arbeft und Sorge vom frühen Morgen , bis zum Abend! Während Heinz in leichtsinniger Weise das Geld vergeudete, saß er oft noch über seine:, Büchern bis spät in die V^isit hinein: und nun, wo sich ihm das Glück zeigte in verlockender Gestalt, nun durste er nicht einmal die Hände darnach ausstrecken, um es zu fasten und festzuhalten.

Während alle diese Gedanken durch seinen Kopx schwirrten, hatten die anbei# eine lebhafte

bei weitem unterlegen, haben aber hinter sich den Einfluß der Kapitalgesellschaften und be­herrschen fast die gesamte Presse für Südafrika. Mit dieser können sie nun freilich in den Buren­gehirnen wenig Verwüstung anrichten, mehr Unheil vielleicht in europäischen Burenschädeln. Aber zum Glück hängt die Entwickelung Süd­afrikas von den ersteren und nicht von den letzteren ab. Und da dem so ist, so bleibt eS dabei:Südafrika niederdeutsch!" Und jeder englische Versuch nach der Methode MilnerS diese Entwickelung mit Gewalt zu verhindern, rückt umso näher die Erfüllung des Fürst Bismarckschen Wortes:Südafrika wird daS Grab der englischen Herrschaft!"

Umschau.

Der deutsche Hochschultag.

Die Verhandlungen in Eisenach wurden gestern zum Abschluß gebracht. Die Versamm­lung beschäftigte sich nochmals eingehend mit der Frage der konfessionellen Verbindungen und einigte sich nach stundenlangen Debatten, die bis in die Nacht dauerten, auf folgende Reso­lution:

Der Verband deuffcher Hochschulen ist der Ansicht, daß die Freiheit eines jeden Studen­ten weder von den Behörden noch von der Studentenschaft angetastet werden darf. Da- her ist es auch berechtigt, daß sich Studenten zur Pflege von Sonderbestrebungen zusammen- schließen. Der Verband ist aber bi: Ansicht, daß die Konfessionalität nicht Grund für die Absonderung auf studentischer Grundlage sein darf. Die Zeit des Studiums ist vielmehr außer für wissenschaftliche Bildung auch be­sonders für die Bildung des Charakters da. Diese ist ein besonders wertvolles erzieherisches Moment der Universitas litterarum, das der Jugend Gelegenheit gibt, mit Kommilitonen der verschiedensten Anschauungen und Kreise zusammenzukommen und auch so die Anschau­ungen der Gegner kennen zu lernen. Dieses Moment wird aber schwer untergraben durch konfessionelle Absonderung im studentischen Leben. Diese trägt dadurch wesentlich dazu bei, daß die Spaltung unseres deutschen Vol­kes in zwei feindliche Parteien vergrößert wird, und bedeutet damit eine ernste nationale Ge­fahr. Hiergegen muß sich die deutsche Stu­dentenschaft um so schärfer wenden, als gerade das Wohl des Vaterlandes ihr höchstes Ideal sst. Aus allen diesen Gründen kann der Ver­band deutscher Hochschulen die konfessionelle Absonderung als studenfische Körperschaften nicht anerkennen und hält daher ihre Auf­lösung für dringend erwünscht, wie er anderer­seits eine Einigung der deutschen Studenten­schaft mit Ausschluß der konfessionellen Ver­bindungen erstrebt."

Die Beratungen schlossen erst in der Nacht um 2 Uhr. Eine zweite Resolution zu Gunsten der akademischen Freiheit fordert im Interesse des Friedens, daß Geheimrat Daude die Syndikusstellung an der Charlottenburger Technischen Hochschule nicht mehr begleiten solle, fegt Verwahrung ein gegen das Verhalten des Ministerialdirektors Altboff und stellt als For-

Unterhaltung geführt. Heinz neckte sich mit sei­ner Schwester und erzählte zu deren großen Ver­druß, daß er schon oft einen gewissen jemand gesehen, der sehnsüchtige Blicke nach dem Hause geworfen und sich überhaupt sehr auffällig be­nommen habe. Er drohte dabei dem errötenden Mädchen mit dem Finger.

Ja, ja, man kennt Deine Geheimnisse, Kleine," neckte er lachend,Du solltest den armen Kerl doch nicht so lange schmachten lassen. Ich habe mich nach ihm erkundigt doch, das werde ich nicht betraten," unterbrach er sich,denn ihr Mädels seid alle schwach dem starken Geschlecht gegenüber, und meine Schwester wird keine Aus­nahme machten. Sie könnte ihrem Freunde wieder sagen, was ich über ihn erfahren habe, und er würde darüber sehr eitel werden".

- Elses Augen sttahlten. Sie nickte dem Bru­der glücklich zu.

Du kannst es mir getrost sagen, Heinz, ich werde nichts betraten," flüsterte sie, noch tiefer errötend,bitte, bitte, ich bin sehr neugierig."

Nein nein! Wenn es an der Zeit ist, werde ich dem Papa Mitteilung machen, früher nicht!" gab der junge Leutnant neckend zurück.

Else war aufgestanden und an den Ecktisch getreten, um den Tee zu bereiten. Eugen, der durch die Neckereien der beiden erst aufmerksam wurde, stand plötzlich neben dem jungen Mäd­chen, nahm ihren Kopf zwischen seine beiden Hande und bftckte ihr innig in die Augen.

Wer sst « denn, Else, von dem Heinz spricht?" fragte er leise, daß nur sie es verstehen konnte.

Ach,* machte Else, und versuchte, loszukom- men, was ihp indes nicht gelang.

berungen auf: das Recht zu Versammlungen zui Beratung nationaler Fragen, freien Verkehr bet Hochschulen unter einander, die Bildung feib- ständiger Vertretungen.

S== 1 ==.....- l

Der russisch-javanische Krieg.

liebet die militärische Lage

liegen aus Chardin Nachrichten vor, die ein ent- f etliches Bild des Zustandes der Stadt geben. Tausende von Verwundeten mußten in Privat­häusern untergebracht werden. Es fehlen Hospi­täler, Aerzte und Sanitätspersonal, da die Mehr- zahl der Aerzte und die Organe des Rote» Kreuzes in Mukden zurückgeblieben si tb; Chloro­form, Jodoform und antifeptische Mittel sind nicht vorhanden: der Sanitätsdienst ist vollkom­men desorganisiert. Der Bahnhof von Chardin ist mit Toten, Sterbenden und Verwundeten ge­füllt. °Jn Tieling herrscht dieselbe Konfusion. Alle Armeekorps sind desorganisiert und unter- einanbergetoorfen. Es ist unmöglich auch nut eine äußerliche Tisvizlin und Ord..ung unter den verhungerten, erschöpften und demoralisierte« Soldaten herzuftellen. Die Situation ist kritisch. Man fragt sich angstvoll, was geschehen wird, wenn die vom Siege berauschten Kolonnen bet Japaner unter den Mauern von Tieling erschei- neu werben.

Der Petersburger Korrespondent derKol«. Ztg." telegraphiert dem Blatte unter dem 15. d. M.: Gestern fand in Zarskose Sselo unter dem Vorsitz des Zaren über die F ort s etz«n< des Krieges Beratungen statt. Es vev- lautet, daß die energische Fortführung beschlossen wurde: Man werde eine neue Armee vo« 400,000 Mann aufstellen und die dezimier ten Truppenteile auf dem Kriegsschauplätze er­gänzen. Die neue Armee soll, wie ich höre, au3 den aktiven Linien berKerntruppen, lauter junget Mannschaft, gebildet und durch Einführung bet Reserve ergänzt werden. Im wesentlichen wer­den die neuen Nachschübe aus Infanterie uni Artillerie bestehen, da für Kavallerie das Ge­lände des Kriegsschauplatzes nur geringe Ver­wendung bietet. Die Garde-Feldartillerie soll ebenfalls zur Entsendung beftimmt und auch für die Flotte sollen neue Anordnungen getroffen fein. Der neuernannte Stabschef der Man­dschurei-Armee, Suchomlinow, gilt als einer bei hervorragendsten russischen Generale; man nannte ihn sogar als Nachfolger Kuropat- kius, dessen Abberufung trotz mächtiger Einflusses zu seinen Gunsten dennoch in Kürzt zu erwarten steht. Daß Großfürst Nikolaui Nikolajewitsch der Nachfolger fein soll, wird boe gut unterrichteten Kreisen nicht als wahrscheinlich angenommen.

Petersburg, 15. März. Die Petersbur­ger Telegraphenagentur protesfiert kategorisch gegen die Tokioer Meldung desDaily Tele­graph" und derCentral News" betr. die Ge­fangennahme des 16. Armeekorps, wie überhcmpl betr. massenweise erfolgte Kapitulationen russi­scher Truppen und die Vernichtung des russi­schen rechten Flügels und des Zenirums in bei Schlacht beiMukden, sowie bagegen, daß bie Ge­samtverluste 300 000 Mann betragen sollen uni gegen ähnliche Nachrichten, die als offenbar er­dichtet bezeichnet werden.

Nun? Schnell sag mir den Namen!"

Georg Ellersfeld!" hauchte sie, und barg den Kopf einen Augenblick an der Brust des Bruders. Sie war so verlegen, daß sie die Augen nicht aufzuschlagen wagte.

Rittmeister Ellersfeld?" fragte Eugen.

Else nickte.

Und Ihr habt Euch Wohl recht lieb?"

Das strahlende Lächeln des jungen Mädchens gab deutlich Antwort auf diese Frage.

Mögest Du glücklich werden. Kleine," sagte Eugen seltsam bewegt, so daß Else ihn der- wundert betradjtete

Inzwischen hatte Milly, wahrscheinlich nicht ohne Absicht, den Platz eingenommen, den Eugen verlassen hatte. Sie versuchte eine Unterhaltung mit Violetta anzuknüpfen, doch Heinz nahm fie völlig in Anspruch. Er flüsterte seiner Nachbarin etwas zu, was Milly nicht verstand.

Ich habe einen Vorschlag zu machen, meine Herrschaften, begann sie deshalb laut, mit ihrer schrillen, unangenehm klingenden Stimme.Da wir heute einen so gemütlichen Abend zusammen verlebten, so möchte ich Sie bftten, morgen die Forffehung folgen zu lassen und zu uns zu kom­men. Meine Eltern toiirben sich sehr freuen - wenn Sie die Einladung zu einem einfache» Abendessen annehmen wollten. Nicht wahr. Sie kommen alle, ich bitte sehr banfntl"

Eugen wandte sich nach diesen Worten rasch um und schaute Violetta prüfend an. Er Wae begierig, ob sie zusagte. Doch enttäuscht ließ et den Kopf finken: denn Violetta lehnte dankend ab. Sie begründete die Ablehnung nicht ein* mak und sagte einfach, fie sei verhindert. j

.(Fortsetzung folgt)'