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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg uud Kirchhain.
K»M««Steikagei AllÄtzMA TonnkaoZtssK
Marburg
Mittwoch, 15. März 1905.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck irnb Verlag' Joh. Aug. Koch, Umvcrsitäts-Buchdruckerei 40. Jahrg.
Marburg, Markt 21. — Telephon au. "
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Erstes Blatt.
Neueste Telegramme.
Mannheim, 14. März. Die Arbeiter der Rheinischen GaSrnotorenfabrik Benz u. Co. befinden sicht seit gestern im Ausstande. Es ßteifen.cttoifc; G50 Mann, darunter 200 Nichtorganisierte.
Wien, 14. März. Der Kaiser empfing gestern nachmittag in längeren besonderen Audienzen die Südpolarforscher Nordenskjöld und DrygalSki und sprach ihnen seine Anerkennung aus für ihre der Wissenschaft und geographischen Forschung geleisteten großen Dienste.
Mailand, 14. März. Die Arbeiter am Simplontunnel anerkannten die Berechtigung der von der Unternehmung geforderten achtstündigen Arbeitszeit und nehmen sämtlich heute die Arbeit wieder auf.
Madrid, 14. März. Bei den Provinzialratswahlen wurden 260 Konservative, 101 Liberale, 99 Demokraten, 39 Republikaner, 15 Karlisten, 8 Romeristen und 5 Unabhängige gewählt. Das Resultat bedeutet einen starken Erfolg für die diesmal vereinigten Monarchisten.
Petersburg, 13. März. Fast alle Arbeiter in den Druckereien sind ausständig, sodaß die Zeitungen morgen nicht erscheinen. — In Warschau verlangen die Arbeiter von 13 Eisenwarenfabriken Lohnerhöhung und Verminderung der Arbeitszeit ; sie erwarten bis zum 31. März Antwort auf ihre Forderungen.
LoudyN, 18. März. Der Militärstat für 1905/00 beträgt 29 813 000 Pfund, was eine Zunahme von einer Million Pfund gegen daS Vorjahr bedeutet. Die Friedenspräsenzstärke des Heeres von England und der Kolonien ausschließlich Indiens beträgt 221300 Mann.
Port Said, 13. März. Prinz Adalbert hat heute von Port Said aus an Bord des großen Kreuzers „Hertha" seine Reife fortgesetzt und ist damit wieder in den europäischen Gewässern eingetroffen. Ehe da8 Zusammentreffen der „Hertha" mit der „Hohenzollern" stattfindet, sssll der Kreuzer noch einen Hafen im östlichen Teile des Mittelmeers anlausen.
Tokio, 13. März. Die Verluste in der Schlacht bei Mukden werden auf beiden Seiten aus rund 140000 Mann veranschlagt.
Loudon, 13. März. „Daily Telegraph" meldet aus Tokio unterm 12. März: Die Russen nahmen gewaltsam den chinesischen Generalgouverneur von Mukden mit sich fort, da sie ihn im Verdacht japansreundlicher Bestrebungen haben. Von den japanischen Armeen chatte die General Oku's die meisten Verluste. Sie belaufen sich auf 15 000 Mann. Unter den Verwundeten befinden sich die Generalmajore Mayada und Jmbaschi.
49 Machdruck verboten.^
Ingleiche Brüder.
'-HrrginakMoman von Irene von Hellmuth.
(Fortsetzung.)
-- Sie hörte wieder die Worte, die ihr schon einmal Entsetzen eingeflößt hatten: „Ein Mädchen vom Zirkus, — eL ekelt mich davor," — sie hörte wieder den tief verächtlichen Ton, und den offenen Abscheu, der darin lag.
Wenn Eugen Mertens ebenso dächte? Dann würde er sie wahrscheinlich sogleich fortschicken. Violetta ahnte nicht, wie nahe ihr dies Schicksal bereits gestanden. Freilich mußte sie auch mit der Möglichkeit rechnen, daß Eugen auf andere Weise erfuhr, wer und was sie war. Er durfte ja nur jenes Bild aufmerksam betrachten. Er konnte ja auch ihren Namen lesen, der groß und breit in allen Zeitungen stand. Da dachte er wohl kaum daran, den nicht seltenen Namen mit ihrer Per- son in Verbindung zu bringen. Aber konnte Eugen nicht selbst in den Zirkus kommen und sie sehen? Sie war ja fest entschlossen, ihm alles zu lagen, nur den rechten Augenblick wollte sie ab- warten.
'2[Ce diese Gedanken schwirrten Violetta durch den Kops — aber sie schwieg. Jeder Tag, der ihren ^eruf vor thm unentdeckt ließ, dünkte ihr eine neue Gnadenfrist, kam ihr vor wie ein Ge- schenk der gütigen Vorsehung.
Nein, sie wollte vorläufig den Schleier nicht lüften, und welche Wonne mußte es sein, wenn er ihr dennoch vertraute, trotz des äußeren Scheines, der, — sie verhehlte sich dies keines- Wegs, — gegen sie sprach.
.. Violetta sah bittend zu dem schweigsamen, lungen Manne auf, und begann leise und zaghaft: „Würden Sic mir glauben, wenn ich Ihnen
Oesterreich-Ungarn.
lieber die gegenwärtige Krisis in der Habs- burgiscksen Doppelmonarchie wird uns von einem Kenner der Verhältnisse geschrieben:
Daß Oesterreich demnächst c.useinander- brechen müsse, ist eine Weisheit, die schon seit Jahren auf allen Gassen feilgeboten wird. Die Lust zum Prophezeien liegt einmal tief in der tuenschlichen Natur. Wir möchten alle so gern den Zipfel des Schleiers heben, der uns die Zukunft verdeckt hält. Aber leider ist die Zahl der großen Propheten immer recht klein gewesen. Selbst ein Manu wie Napoleon I., eines der größten politischen Genies, die die Welt je gesehen, hat sich als ein falscher Prophet erwiesen, als er auf St. Helena sagte, in dreißig Jahren werde Europa entweder englisch oder kosakisch sein. Er irrte, toeH er annahm, daß mit seinem Ausscheiden, mit dem Niedcrbrechen er französischen Vormacht, die er verkörperte, Rußland und England als die ei' stgen wahrhaften Großmächte in Europa zurückblieben und der Ausgang ihrer Rivalität über das Schicksal der Welt entscheiden müsse. So ist es einmal: unsere Befürchtungen Ivie unsere Hoffnungen sind der mütterliche Schoß unserer Prophezeiungen. Was sie fürchtet, was sie hofft, mirft uns unsere Phantasie als Bild der Zukunft auf unser inneres Sehfeld. Unsere Prophezeiungen haben nur einen psychologischen Wert, sie sind Aeußerungen unserer Affekte — nichts weiter.
Auch die Prophezeiung vom baldigen Zerfall der habsburgiichen Monarchie hat keinen anderen Ursprung und keinen höheren Wert. Freilich, die heutige ungarische Krisis scheint denen Recht zu geben, die wenigstens einen baldigen Zerfall des Dualismus als gewiß aitnelnueu. Aber schon findet ein aufmerksamer Beobachter Anzeichen dafür, daß auch diese Krisis keinen tötlichen Verlauf nehmen wird. Die Tatsache, daß sie augenblicklich vollkonunen stillsteht und niemand einen Ausweg weder vor- noch rückwärts weiß, gibt jedenfalls zu denken. Wenn die Scheidung von Tisch und Bett, der die Kossuihisten mit so heißem Begehren zustreben, so gar einfach ins Werk zu setzen wäre, warum ist sie denn nicht r<f)ott in die Wege geleitet, warum gibt es nicht wenigstens ein Minsterium in Pest mit diesem Programni auf seiner Fahne? Es ist wohlfeil zu sagen, daß der zähe Widerspruch des alten Kaisers die Lösung der Krise in diesem Sinne hindert. Gewiß: Kaiser Franz Josef erweist sich in diesem Augenblick durchaus seiner Aufgabe gewachsen und verdient alle Bewunderung, aber wenn er dem Drängen des niadjarischen nationalen Radikalismus zu widerstehen vermag — was anders gibt ihm die Kraft dazu als die einfache Tatsache, daß das Programm der Unabhängigkeitspartei sich schon jetzt als praktisch undurchführbar erwiesen hat. Nicht einmal die wirtschaftliche Trennung, so fdjeint es, wird sich durchsetzen lassen, die doch jedermann nach dem Ausfall der Wahlen als selbstverständliche erste Etappe auf dein neuen Wege, den die Dinge gehen würden, mit Gewißheit voraussah. Ungarn, das ist niemals deutlicher zutage getreten als in diesem
versicherte, daß ich in meinem^rbrn uich!s"ge- tan habe, woran ich mit Reue oder gar mit Scham zurückdenken müßte, insbesondere daß mich nichts Unehrenhaftes voni Hause forttrieb?"
Das klang so wahr und aufricytig. daß alle Zweifel schwanden, wie der Schnee vor der Frühlingssonne.
Eugen senkte wieder sekundenlang den Blick in die großen, nachtdunklen Augen, dann sagte er aufatmend: „Ja, — ich glaube Ihnen, — Violetta!"
Er hatte dabei wieder ihre Hand erfaßt und fühlte das leise Beben, das bei Nennung ihres Namens sie durchzitterte, er sah das glückliche Lächeln, welches um den kleinen, roten Mund spielte, und dachte still bei sich: „Sie wird nur eines Tages alles ganz von selbst sagen."
„Ich habe auch einen Auftrag an Sie," begann er nach einer kleinen Weile. „Meine Schwester möchte Sic gerne kennen lernen, nnd läßt Sie bitten, heute Abend gegen 6 Uhr den Tee bei uns zu nehmen."
Violetta schien sehr erfreut.
„O, womit habe ich so viele Güte verdient!" rief sie lächelnd, „aber wie werde ich einfältiges, dimimes Ding vor Ihrer Schwester bestehen können? Sie ist gewiß sehr klug, und ich bin Fremden gegenüber stets fehr unbeholfen und linkisch. Ich schließe mich so schwer an jemand an: dies rührt daher, weil ich immer für mich allein war. Ich hatte niemals eine Freundin, stets blieb ich auf die Gesellschaft meines oft recht brummigen Vaters angewiesen. Besonders als meine Mutter gestorben ivar, da mied er jeden Verkehr mit anderen, da wurde er so finster und scheu. ■£),, er bat mir oft von der teuren Mutter erzählt, die fehr schön gewesen fein soll!"
Eugen hörte lächelnd zu. Er hätte immer« fort ihren Worten lauschen mögen. Aber endlich
K'.omcnt, läßt sich einfach nicht von Oesterreich lostrennen und das Programm der Unabhängig- lsttspartei, so groß seine werbende Kraft für die Zwecke der Agitation und Wahlmache war, ist absolut unfähig eine Neuordnung der Dinge einzuleiten. Oesterreich und Ungarn, so wild sie sich jetzt gebärden mögen, sie können einmal nicht von einander, denn sie sind mit ihren Lebensinteressen aufeinander angewiesen. Totgesagte, so heißt es, haben ein besonders zähes Leben. Wir wollen nun nicht auch unsererseits prophezeien, wohl aber dem ehrlichen Wunsche Ausdruck geben, daß cS mit der habsburgischen Monarchie so gehen möge. Denn das ist sicher: uns im Reich könnte kein härterer Schlag treffen als der Zerfall Oesterreichs. Es ist ein Unglück, daß unsere öffentliche Meinung das noch immer nicht begriffen fiat.
Umschau.
Der Eisenacher Hochschultag.
Der am Samstag abgehaltene Kommers, zu welchem außer den Delegierten noch zahlreiche Studenten aus Jena, Halle und Marburg, sowie viele alte Herren erschienen waren, stand unter dem Zeichen des Kampfes und Sieges um die akademische Freiheit. Am Sonntag gab e8 die Wartburgfahrt, und eine imposante Feier am Bismarckturm. Auf der historischen Stätte des Watenberges, wo zur Feier des TageS mächtige Feuersäulen emporloderten, hielt Prof. D. Thümmel-Jena eine packende Rede. An den Kaiser war ein Telegramm mit der Anzeige von der Gründung des Verbandes der deutschen Hochschulen abgesandt worden, auf da8 gestern folgend es Antworttelegramm ein gegangenist:
„Ich habe den Huldigungsgruß aus Eisenach gern entgegengenommen in dem Vertrauen, daß unsere Studenten stets bestrebt sein werden, die deutsche Geistessreiheit auch durch die Achtung vor der Ueberzeugung Andersdenkender hochzuhalten. Wilhelm, I. R."
Die Schlußworte des kaiserlichen Telegramms werden nicht verfehlen, besondere Aufmerksamkeit zu erregen und zu Kommentaren Anlaß zu geben.
Ter rusßsch-IapamsHe Krieg.
Dir Verfolgllng des russische» Heeres wird von den Japanern energisch betrieben. Ein Bericht aus dem Hauptquartier deS Marschalls Ohama, datiert vom 13. ds„ meldet darüber folgendes: Alle unsere Streitkräfte sind nach Norden zu vorgerückt und verfolgen den geschlagenen Feind nach allen Richtungen, wobei sie ihm an verschiedenen Orten, wo er Widerstand zu leisten versucht, schwere Verluste zu- fügen. Unsere Truppen säuberten bis Sonntag
erinnerte er sich doch, daß cs für Hm auch noch etwas anderes zu tun gab.
„Aso auf Wiedersefien heute Abend," rief er dem Mädchen Beim Abschied zu. uud eilte mit raschem Schritt nach der Fabrik.
Violetta stand und sah ihm nach, bis die hohe Gestalt ihren Blicken entschwand.
Mit glühenden Wangen und leuchtenden Augen trat sie gleich darauf bei dem Vater ein.
„War das nicht der junge Herr Mertens, der da eben fortging?" fragte der Alte. Er mochte die beiden vom Fenster aus beobachtet haben.
„Ja, Vater, er hat mich für den heutigen Abend zu seiner Schwester einaeladen."
„Du, — ich denke, das reizende Haus, bas wir hier bewohnen, brauchen wir am Ende nicht wieder zu verlassen," sagte der Vater, und blinzelte vergnügt die Tochter an.
„Wie meinst Du — Vater?" entgegnete diese und errötete noch tiefer.
' „Na, fei nicht blöde, Violetta! Dieser junge Herr interessiert sich offenbar für Dick. Er sah Dich ja vorhin so verliebt an. Er wäre mir als Schwiegersohn gar nicht zuwider, und ich denke, wenn Du es klug anfängft--"
„Ach — Vater!"
„Nun ja, es wäre doch ein Glück für Dich und für mich! Sieh Dich um, wie reizend es hier ist! Ich meine. Du solltest den Herrn Mertens einmal einlaben, den Zirkus zu besuchen, damit er doch sieht, wie großartig Du am Trapez „arbeitest". Dann wird er schon Respekt vor Dir bekommen!" ,
„Um Gotteswillen. — nur das nicht!" unterbrach Violetta ungestüm den Vater. „Er soll mich nicht sehen, ich will es nicht, — er hat ja bis jetzt keine Ahnung von meinem Beruf! Ich wagte nicht, es ihm mitzuteilen." , ■ _ Der Alte war sehr erstaunt.
die ganze Gegend bis 25 Meilen nördlich von Mukden vom Feinde und fetzen noch die Verfolgung fort. Die Russen ließen in dem Gebiete beginnend 13 Meilen vor Kaolitun entfernt bis südlich von Elinolikutz« und westlich von der Eisenbahn bis auf ein« Entfernung von 16 Meilen nördlich von Mukden zahllose Wagen mit Mundvorräten und Munition zurück. Wir hatten keine Zeit die Mengen festzu- stellen. Die Fahne des WilnaregimenteS wurde erbeutet, ebenso in Sinminting viele weitert Vorräte, die für die Russen bestimmt waren.
Nach einer Tokioer Depesche des Daild Telegraph stehen japanische Abteilungen schon 16 km südwestlich und 32 km nordwestlich von Kieling, dessen baldiger Fall erwartet wird. Die Nachhut der russischen Armee ist abgeschnitten, ihre llebergabe steht bevor. Del rechte japanische Flügel hat die Russen bei Aoka umzingelt, und heftige Kämpfe finden bei Tschosaischi statt. Die Gesamtzahl der Kämpfenden betrug nach jener Meldung anaeblich 850000 Mann; die Gesamtverluste der Russen werden auf 300000, einschließlich 100000 Gefangenen, geschätzt. Eine enorme Menge Golt fiel den Japanern in die Hände.
In Tokio werden die Streitkräfte der Russen auf 376 Bataillone 176 Batterien, 178 Schwadronen, zusammen 300800 Mann Infanterie, 26 700 Kavallerie, 1368 Geschütze geschätzt. Beide Heere zusammen beziffern sich auf 650000 Mann. Nach dieser Berechnung müßten also die Heere ungefähr gleich stark gewesen sein. Wahrscheinlich waren die Japaner aber stärker.
lieber die letzten Kämpfe
wird den Londoner „Times" telegraphiert:
Die Ueberreste des russischen Heeres komme« allmählich in Tieliiig an. Kuropafkin bat (wie schon gestern gemetbe); indem er diese Tatsache berichtete, den Zaren um die gnädige Erlaubnis» sein Kommando in andere Hände zu legen, da er bsp körperlichen und geistigen Ruhe dringend fie- biiSftig ses. Angeblich amtliche Depeschen ver- zeichuen den Verlust von 500 Geschützen, 20 Fahnen und 200 000 Mann. Der Hauptfehler Kuro- patkins war die Schwächung der Linie Fnschun- Mukden. Dies ermöglichte Kuroki, durch daS erste und vierte sibirische Korps durchzubrechen. Kuropafkin sah seinen Fehler ein, als er am 10. März hörte, daß Kinsan genommen war. Er befahl sofort den Rückzug der Armeen, doch die Japaner schwärmten nach Osten und Westen und stellten Batterien auf, welche die Rückzugslinien beherrschten. Es verblieb eine verzweifelte Möglichkeit, nämlich die Artillerie zu opfern, um das japanische Feuer zu lahmen. Die russische Artillerie tat ihre Pflicht und rettete, was von Knropaikins Heer übrig war. Es hieß: „Reffe sich, wer kann!" lieber die gefrorene 7-läche an der Mandarinen - sfraße erreichten die ersten Flüchtlinge Tieling innerhalb 30 Stunden. Stackelbergs und Saru- bajews Korps wurden zurückgelassen, um den
„Aber Violetta, Du bist doch eine Künstlerin." sagte er mit großem Selbstbewußtsein. „Ich meine, gerade das müßte Dich stolz machen."
„Nein, Vater, Du verstehst mich ..icht! 3tfier jetzt laß unS von etwas anderem sprechen. Wie i-.ucfie ich nriefi für heute Abend frei? Glaubst Du, daß der Direktor meine Nummer anssallc-n läßt? Einmal kann ich es schon wagen, ihn um Urlaub zu bitten."
„Melde Dich doch einfach krank," riet de» Vater. „Andere tun das auch."
„Nein, das wäre gelogen. Ich werde cs schon einrichten. Der Direktor ist. mir wohl- gesinnt. Aber, — noch eins, — in diesem Kleid« möchte ich doch nicht fiingefien, was fange ich nur an?"
„Laß Dir von einer Kollegin ein andere! leihen." .
„Pfui, in geliehenen Kleidern mag ich nicht erscheinen. Herr Mertens würde mir das sogleich ansehen. Er betrachtet mich immer so seltjair, forschend, als wollte er bis auf den Grund de° Herzens bringen."
. Der Alte ließ einen pfeifenden Ton hören und sah wohlgefällig auf das schöne, schlaulq Mädchen, das vor dem Spiegel stand und das bunfle krause Haar ordnete. Dann wandte sie das Gesicht halb zum Vater zurück und sagte lächelnd:
„Was meinst Du, wenn ich mir in emcni Bazar ein einfaches, aber nettes Kostüm kaufte 3 Ms zum nächsten Ersten reicht meine Barschaf, trotzdem noch, und bann, der Direktor hat mut versprochen, meine Gage zu erhöhen, weil ich ielj| immer außer meiner Nummer noch bei den? Ballet. mittanze. Ick, kann die Ausgabe alsq getrost wagen."
, , 1 Vorsehung folgt.)