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Jo 60

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1 Deutschland und die Niederlande.

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'Nachdruck verboten.)^

Der russisch-japanische Krieg.

Ter Sieg der Japaner bei Mulde« muß leider als feststehende Tatsache betrachtet werden. Die Russen haben, wie schon gestern aemeldet, die von ihnen bisher tapfer verteidigte Stellung an der Schaholinie geräumt und sind in vollem Rückzüge nach Norden. Die Japaner sollen bereits (vergl. unter Neueste Telegramme) in Mulden eingerückt sein, doch dürfte diese Meldung verfrüht sein. Die Lage des russischen Heeres ist viel schwieriger und gefährlicher als sie es nach der Schlacht bei Liaujang war. Wenn auch einSedan" glücklicherweise ausge­schloffen scheint, so haben die Russen doch ver­zweifelt und mit aller Anstrengung um ihren Rückzug zu kämpfen, um nicht von dem nach­drängenden Feinde aufgerollt und auseinander­gesprengt zu werden. Hebet die letzten Er­eignisse liegen folgende Meldungen vor:

Mukden, 9. März, nachts 2*/, Uhr. (Petersburger Telegraphen-Agentur.) Gestern griffen die Japaner unsere Stellungen nördlich von Mukden an. Bei der Ortschaft Padjasa, nordwestlich von den Kaisergräbern, findet ein hartnäckiger Kampf statt. Unsere Vorhut ver­ließ das Dorf. Während der Nacht griffen die Japaner die Ortschaft Santaitfi, nördlich von den Kaisergräbern, an. Der Kampf dauert fort. Auf der Südsront erreichte die Vorhut der Japaner Huantschan. Gegenwärtig wird eine heftige Karonabe gehört.

Tokio, 9. März. (W. B.) Obgleich der wirkliche Umfang des Erfolges bei Mukden noch unbekannt ist, feiert die Bevölkerung von Tokio bereits den Sieg. Ueberall ist in der Stadt geflaggt. Die Menge in den Straßen kauft eifrig die von den Zeitungen herausgegebenen Extrablätter. Im Kriegsministerium und beim Generalstab laufen zahlreiche Glückwünsche ein. Es geht das Gerücht, Kuropatkin, deffen Rück­zug teilweise abgeschnitten wurde, hatte schwere

Aus Anlaß deS vor Monaten, im Herbst .904, stattgefundenen Besuches des deutschen Schlachtschiff - Geschwaders in verschiedenen holländischen Häfen waren an dieser Stelle die gegenwärtigen Beziehungen unseres Nachbar- andes zu uns eingehend besprochen worden. ^)aS Endergebnis der damaligen Berrachtungen war, daß eine Annäherung zwischen beiden Staaten, die zu einer engeren handelspolitischen oder gar politischen Verbindung führen werde, von Holland ausgehen müsse, daß dem Deutschen fieiche zwar viel an einem guten und freund­schaftlichen Verhältnis zu diesem Vetter liege, baß es jedoch keine Veranlassung habe, den

Vierteljährlicher Bezugspreis. bet o« ExpHitiou 2 Ml, bei allen Postämtern 2,25 Mk. Kt$cL Bestellgeld).

Jnsertlonsgeb-Hr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Psg, Peclamen: die Zeile 25 Pfg.

Verluste an Gefangenen. Eine amtliche Be­stätigung fehlt noch.

London, 9. März. Der Korrespondent des Reuter'schen Bureaus bei der Armee General OkuS meldet untern 8. März: Die linke japanische Armee hat die Eisenbahn zwischen Mukden und Treling ab­geschnitten und zerstört. Einzelheiten sind nicht zu erhalten. Die Russen ziehen sich auf den nördlichen Straßen zurück. Die link» Kolonne der genannten Armee batte bei Likampu» sieben Meilen nördlich vom Hunho und fünf Meilen westlich von der Eisenbahn, ein heftige» Gefecht mit einer dreifach stärkeren Anzahl de» Feindes. Die Verluste der Russen betragen 10000 Mann. Das Zentrum der Russen zieht sich in großer Verwirrung zurück.

L o n d o n, 9. März. Reuters Bureau meldet aus Niutschwang: General Nogi setzt feinen Vormarsch in Eilmärschen, bis zu 25 Meilen täglich, fort. Er operiert in Verbindung mit Okus linkem Flügel. ES heißt, er habe eine große russische Streitmacht bei Tieling um­gangen und die russischen Hilfstruppen abge­schnitten, die sich eiligst zur russischen Haupt­macht begeben wollten. Weiter heißt eS, General Nogi sei während seines Marsches an einet russischen Division vorbeigegangen, habe ber» selben jedoch keine Aufmerksamkeit geschenkt, bi» er seine Umgehungsbewegung vollendet hatte. Erst dann habe er von allen Seiten einen ver­nichtenden Angriff gemacht. Kuropatkin hat, wie erklärt wird, feit dem 1. März keine Ver­stärkungen aus der Richtung von Charb»" erhalten.

Die Stimmung i« Petersburg

ist naturgemäß eine sehr ernste und der Eindruck der Niederlage Kuropatkins niederschmetternd. Wie demL.-A." berichtet wird, hielt man be­reits nach der letzten von Kuropatkin eingegange­nen Meldungen die Schlacht um Mukden end- giltig für die Russen als verloren. Einzelne taktische Geschicklichkeiten ausgenommen, wird die jüngste Leistung Kuropatkins scharf getadelt. Seine Abberufung dürfte nunmehr zur Tat wer­den, um so mehr, als hier festgestellt wurde, daß der russische Oberbefehlshaber bei Mukden übet ein numerisches Uebergewicht von schlecht gerech­net 50 000 Mann verfügte, trotz der Verstärkung der japanischen Heeressäulen durch die Arme« Nogi. Angesichts dieser Lage kann der Beschluß der Kriegspartei nicht überraschen, die verlangt eine neue Armee von 400 000 Mann nach Ost- asien zu senden. Den Russen stehen zur Bildung dieser Armee noch 15 intakte Korps zur Ver­fügung. Man spricht hier sogar davon, de« greifen Dragomirow selbst, der immer, noch deS höchsten Ansehens in der Armee gewiß ist, an die Spitze zu stellen, um allein durch seinen Namen den Geist der Truppe, der durch die Führung Kuropatkins außerordentlich gelitten hat, zu be­leben. Auch spricht man davon, einem jüngerem hochbegabten General der Name wird noch verschwiegen den entscheidenden Einfluß auf die Operationen zu übertragen. Diese Ent­schlüsse sind aber, wie hervorgehoben werden muß.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag- Joh. Aug. Koch, UniversitätS-Buchdruckerei 40. Jahrg.

Marburg, Markt 21. Telephon ob.

Die beiden wollten eben das Gittertor pas­sieren, welches Haus und Garten nach der Straße zu abschloß, als ihnen Plötzlich ein anderes Paar entgegentrat: Heinz und Violetta. Der Mond schien so hell, daß eine Täuschung ausgeschlossen war. Eugen machte eine heftige Bewegung, als wolle er noch rasch in den Schatten des mach- tigen Pfeilers treten, doch es war bereits zu spät, ein Ausweichen unmöglich. Eugen warf dem jungen Mädchen an der Seite seines Bruders einen Blick voll Verachtung zu. Dieses senkte einen Moment die Augen zu Boden- doch gleich darauf hob sich das dunkle Köpfchen mit den wunderbaren Augensternen wieder. Violettas Wesen verriet nichts von Schuldbewußtsein, bei­nahe herausfordernd betrachtete sie die beiden, die nun mit kurzem Gruße vorübergingen.

War denn das nicht Ihr Bruder, der da eben hineinging?" fragte Milly, die es kaum er- warten konnte, bis die beiden außer Hörweite waren. Als sie keine Antwort erhielt, fragte sie atemlos weiter:Wer war denn das Mädchen? Kannten Sie es nicht? Wohin gehen die zwei nur? In Ihrem Hause wohnt doch niemand? Was ist Ihnen, warum antworten Sie nicht! Sie machen ja ein sonderbares, Gesicht!".

Entschuldigen Sie, mir ist nicht ganz wohl, ich muß nach "Hause; übrigens sind wir ja schon am Ziel!" stieß Eugen hervor.

Er wartete nicht, bis die junge Dame die Haustüre geöffnet hatte. Mit einem leise ge­murmeltenGute Nacht" eilte er davon.

Milly hätte sich gern bedankt für die Beglei­tung, ober mit drei Schritten war Eugen so weit entfernt, daß er sie schwerlich noch gehört haben würde. Lange stand sie und sah ihm nach, .bis im Dunkel verschwand

Marburg

Sonnabend, 11. März 1905

Freilich," so äußerte der alte Herr öfters, möchte ich auch einige Garantien dafür, daß mein sauer erwarb.nes Geld nicht leichtsinnig verschwendet wird." Damit zielte er auf Heinz, der sich eine Zeit lang eifrig um Milly beworben hatte.

Dumme Geldprotzen," pflegte Heinz dann die wohlhabenden Nachbarn zu betiteln, freilich nur ganz im stillen, denn er hoffte noch immer, den vorsichtigen Mann zu seinen Gunsten ftim- men zu können.

Fräulein Mlly schien vergessen zu haben, daß sie nur aufein Viertelstündchen" bei der Freundin hatte vorsprechen wollen. Die jungen Damen unterhielten sich sehr lebhaft. Eugen beteiligte sich kaum am Gespräch. Es war ziem­lich spät geworden, als Milly endlich wortreichen Abschied nahm.

Ach, ich fürchte mich so," klagte sie, während ihr Else Mantel unb Kaputze reichte.Man hört so viel von räuberischen IteberfäKen, ich hätte nicht so lange hier bleiben sollen. Wenn mir nur nicht so ein schlechter Mensch auflauert."

Eugen schien nicht zu verstehen, daß dies ein Wink für ihn fein sollte. Er rührte sich nicht, bis Else ihm zuraunte:Sei doch nicht so ent­setzlich ungalant! Begreifst Du denn nicht! Heinz ist ja nicht da, er würde feine Begleitung sofort angeboten haben!"

Da griff er halb widerwillig nach feinem Hut.

Warten Sie einen Moment, Fräulein, ich komme mit!"

Ach bitte, bitte, bemühen Sie sich nichts wehrte Milly, legte aber doch mit glücklichem Lächeln ihre Hand in beq d^rgebotenen Arm Eugens. '

Ungleiche Brüder.

Original-Roman von Irene vo« Hellmuth.

tForlseöung.»

Fräulein Mlly mar mit diesem Vorschlag sehr 'einverstanden. Eröffnete sich dadurch die Aus­sicht, wieder einige Stunden in Gesellschaft Eugens verleben zu dürfen. Obgleich der letztere fie mit geringschätziger Gleichgültigkeit behan­delte, obgleich er sich nur äußerst selten zu einer ullnterhaltung mit ihr herbeiliest hoffte sie ben- >noch, ihn für sich gewinnen zu rönnen. Je kälter ler sich ihr gegenüber zeigte, je großer wurde das ^Verlangen, ihn besitzen zu dürfen. Die Eltern Millys wünschten die Verbindung ebenfalls. Es blieb zwar kein Geheimnis, daß das Geschäft immer mehr zurückging, aber man wußte auch, !daß nur ein größeres Kapital fehlte, um es wie­der in die Höhe zu bringen. Freilich, ob dieses Kapital schon im ersten Jahre Zinsen abwerfen würde, war fraglich. Jedenfalls mußte eine ge­raume Seit vergehen, ehe man die Früchte ein- heimsen konnte. Daher sand sich auch schwerlich ein Kapitalist, der auf solche Aussicht hin das Wagnis unternahm, fein Geld herzugeben. Aber Millys Eltern kannten den grundehrlichen Cha­rakter und den eisernen Fleiß Eugens ganz ge­nau, und sie hätten sich keinen Augenblick be­gonnen, ihm das Glück ihrer Tochter anzuver- trauen. Leider aber trug Eugen kein Verlangen .darnach, obwohl es ihm von allen sehr deutlich nahe gelegt wurde, daß er nur zuzugreifen .brauchte, und obschon Millys Vater bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit durch- Mcken ließ, daß die Mtgift seiner Tochter sehr Kedeutend fei.

, ersten Schritt zu tun unb die engere Freund­schaft zu suchen.

Die Zeit ist inzwischen fortgeschritten, die politische Lage hat sich sehr geändert und vieles ist eingetreten, da? in den Niederlanden tiefeS Nachdenken erregt hat. ES würde zu weit führen, die Auffassung der gegenwärtigen Ver­hältnisse durch die Hofländer inS einzelne zu zergliedern; Tatsache ist, daß die wachsende Ländergier der Vereinigten Staaten, da8 Vor­dringen japanischen Einflusses in Ostafien die Holländer für ihr ausgedehntes Kolonialreich iw Gunda-Archipel fürchten macht.

Unter diesen Umständen ist eine Reihe von Artikeln bemerkenswert, die der Amsterdamer Telegraaf", eines der größten und angesehensten holländischen Blätter, kürzlich veröffentlicht hat, in denen et für eine Art politischer und wirtschaftlicherUnion zwischen Holland und Deutschland Stimmung zu machen versucht. Namentlich auf da8 wirtschaftliche Band, das beide Länder verknüpfe, wird besonders hinge­wiesen.Holland, so sagt derTelegraaf", verdankt einen großen Teil seines Einkommens dem Rheine, der doch vor allem ein reichs­deutscher Fluß ist. Ueberhaupt sind die Vor­teile, die Holland au§ dem Nachbarlande zu­fließen, ungeheuer und wegen ihrer Vielseitig­keit gar nicht zu schätzen. Man denke nur an die Ausfuhr von Lebensmitteln aller Art. Millionen werden so gewonnen." DerTele­graaf" befürwortet ein Postabkommen, etwa wie das zwischen Deutschland und Oesterreich-Ungarn bestehende, er weist ferner auf die Handelsver­bindungen hin, auf die wissenschaftlichen und geistigen Beziehungen und kommt dann schließ­lich zur Aufstellung folgender Grundsätze, auf denen er eine engere Verbindung der Nieder­lande mit Deutschland für möglich hält:

ES empsiehlt sich, heißt es, umfassendere Verein­barungen durchzuführen, und zwar: einen Post­verein, ein Zollbündnis, wie zur Zeit des .Zollvereins", Angliederung an das deutsche Eisenbahnnetz, Zusammengehen in kolo­nialen Frag en und eine beschränkte Einig­keit in Heer und Flotte. Auf militärischem Gebiet wünscht der .Telegraaf" ein bedingtes Schutz- und Truhbündnis Holland könne Deutsch­land nicht helfen, wenn letzteres aus ganz fernliegen- den Gründen Krieg führe, wohl aber müßte Deutsch­land Holland unterstützen, wenn eine fremde Macht Ansprüche auf die indischen Besitzungen Hollands er­hebe. Es wäre auch ein Zusammengehen festzusehen für den Fall eines Kolonialkrieges mit England, Frankreich oder den Vereinigten Staaten. Heer und Flotte wären in Holland zu organisieren, auch zu vergrößern oder umzubilden, im Einvernehmen mit den deutschen leitenden Militärs. Hollands Heer und Flotte, obwohl an sich von geringem Wert, würde den deutschen Streitkräften eine willkommene Ver­stärkung fein. Auch die Konsularvertretung möchte das Blatt verichmelzen.

Hinsichtlich der Kolonien denkt sich der Ver­fasser des Artikel desTelegraaf" die Regelung in folgender Form:

Holland behält den Besitz und die Verwaltung der Kolonien, aber diese werden den Deutschen so weit wie möglich geöffnet, so daß sie wirtschaftlich halbdeutsches Gebiet fein würden. Deutschland 6e<

Er ging rasch, doch nicht auf demselben Wege, den die beiden vorher eingeschlagen, sonder» wählte einen Seitenpfad, der zwar einen Boger» machte, aber doch nicht so im Hellen Mondenschein lag.

Ungesehen erreichte Eugen das weißblinkende Hans und schlich, durch dichtes Buschwerk gedeckt, leise so nahe heran, daß er die bei der Haustür« gesprochenen Worte deutlich vernehmen konnte Der gefrorene Schnee knarrte unter EugenÄ Tritten. Heinz und Violetta waren eben ange­langt. ,

Hörten Sie nichts?" fragte das junge Mäd­chen befangen und horchte,ich glaube, es ist jemand in der Nähe!"

Wer sollte denn um diese Zeit im Garte« .fein?" lachte Heinz in feiner unbekümmerte«

Weise auf. t

Könnte nicht Ihr Herr Bruder ?

,Fch nein," unterbrach Heinz rasch die Rede des Mädchens. Der begleitet ja Fräulein Milly Dankelmann wach Hanse: so schnell kommt er da auf keinen Fall los. Fräulein Milly erzählt ihn» sicher etwas Angenehmeres, als Sie mir zu Jagen: wußten auf dem ganzen Wege. Freilich bei Liebesleuten ist es auch anders."

Es war Eugen, als hörte er einen Laut befl Ueberraschung. Oder hatte er sich getäuscht?

Was Violetta sagte, konnte er nicht verstehen, nur die Stimme seines Bruders klang ihm un­angenehm in den Obren:

Freilich freilich, das flieht bald ekJ Brautpaar, sie hat ordentlich Moos, und te. kann es brauchen!" -

Und plötzlich hatte der Leutnant die beifej Hande des Mädchens erfaßt und dieselben a£ seine Lippen gezogen. (Fortsetzung folgt.)

Neueste Telegramme.

Berlin, 10. März. Die Hochzeit des Kronprinzen ist endgültig für den 6. Juni in Berlin in Aussicht genommen.

Homburg v. d. H., 10. März. Die Kaiserparade des 18. Armeekorps wird,

:wie jetzt bestimmt verlautet, am 8. September Dei Hombürg v. d. H. stattfinden. Die an­schließenden Kaisermanöver endigen am 15. September. Die Fußtruppen kehren am 16. lin ihre Garnisonen zurück und am 18. Sept, kerben die Reservisten entlassen.

Bern, 9. März. Nach einer Meldung aus Jselle erklärten die Arbeiter de? Simplon- tunnels auf der Südseite der Zvfahrtslinie den Generalstreik. Die Bundesbahnbehörden er- hielten telegraphisch eine Bestätigung aus Jselle, wogegen nach den Informationen derSchweiz. Depeschenagentur" in dem Bureau der Bau- Unternehmung bisher nichts bekannt ist.

Paris, 9. März. Die hiesige japanische Gesandtschaft erhielt die Bestätigung der Mel­dung, daß Kuropatkins Rückzug durch die. Armee Oku8, welche von den anderen Armeen unterstützt wird, gefährdet erscheint. Oku ver­lor in den Gefechten feit letztem SamStag 1500 0 Mann, die anderen japanischen Armeen in demselben Zeiträume über zwanzig- tausend.

London, 10. März. Der russische Bot­schafter Graf Benckendorff händigte gestern Lord Landsdowne die Entschädigungssumme von 65 000 Pfund für die von der Hüller Katastrophe betroffenen Fischer auS.

Newyork, 9. März. Der Ausstand auf bett Untergrund- und Hochbahnen ist augen- meinlich verloren, da die Heizer der Krast- aationen nicht streiken unb die Führer der an­deren Straßenbahner ihre Unterstützung ver­steigern.

Tokio» 9. März. DemB. L.-A." wirb ton hier telegraphiert: Die Japaner sinb )n Mukden eingerückt. ES herrscht hier droße Begeisterung.

käme das Recht zur Gründung von Flotten- und Kohlensiationen. Der Verfasser meint, nicht eine kleine Insel, sondern die bereits bestehenden Ein­richtungen in Soerabaya, Sabang oder Langsar kämen hier in Betracht. Natürlich nur pachtweise. Deutsch­land müßte dann die niederländischen Kolonien mit seinem diplomatischen Einflüsse oder auch mit der eisernen Faufi gegen Dritte vetteidigen. Deutschland würde in den wirtschaftlichen Vorteilen genügende Entschädigung finden.

Die Ausführungen desTelegraaf" ver­dienen ohne Zweifel die weitgehendste Beachtung unb haben naturgemäß in Hollanb selbst großes Aufsehen erregt. Jedoch sinb im allgemeinen die Aeußerunaen über bie angeregten Fragen sehr zurückhaltenb. Auch in Deutschland sinb ähnliche Vorschläge schon verschiedentlich gemacht worben, tie teils warme Befürwortung, teils aber auch aus rein politisch - militärischen Gründen Ablehnung erfahren haben. Die Berechtigung der letzteren soll in einer zweiten Betrachtung eingehender erörtert werden, -s.