Umschau.
Die Unruhe« i« Rußland.
Wilna, 6. März. Die Arbeiter der hiesigen Fabriken und der Druckereien sind heute in den Ausstand getreten. Zeitungen werden morgen nicht erscheinen. Die Läden werden aus Furcht vor Ueberfällen geschlossen. Patron' en durchziehen die Straßen.
Tschita (Sibirien), 6. März. Etwa 1000 Arbeiter der hiesigen Bahnwerkstätten sind 'eute früh in den Ausstand getreten. Sie fordern d'e Freilassung von neunzehn in einer Arbeiter- Versammlung verhafteten Kameraden. Bei der Verhaftung derselben in einem Vororte wurden von ben Arbeitern mit der Polizei Schüsse gewechselt. Verletzt wurde niemand.
Vjelostock (Gouv. Grodno), 6. März. Die Arbeiter stellten zahlreiche Forderungen wirt- schaftlicher Natur auf. Heute wurde auf, der -Straße ein Bä "er aetötet, weil er sich geweigert hatte, sich den Ausständigen anszuschlic'en. Der Unterricht in der Realschule, auf dem Gymnasium und in der Mädchenschule steht unter militärischer Bewachung. der Stadt herrscht Schrecken.
Warschau, 6. März. Fürst Tschertkow, del bisherige Generalgouverneur von, Warschau, ist gefährlich erkrankt. Die Stadt ist ruhig. Es gehen keine Patrouillen.
Minsk, 6. März. Alle Lehranstalten wurden wieder eröffnet.
Der rmfisch-iaoanüche Meg.
Die Schlacht bei Mukden
ist noch zu keiner Entscheidung gelangt, und es ist unbestimmt, ob sie überhaupt mit einem wirklichen Siege einer der beiden Gegner enden wird. Marschall Oycrrna und General Nogi suchen nach wie vor die Umklammerung der beiden russischen Flügel durchzuführen und die Lage Kuro- patkins ist eine außerordentlich schwierige geworden. Der russische Widerstand im Zentrum und auf dem linken Flüael, der bisher erfolgreich war, würde durch eine weitere Umgehung durch du Japaner im Norden wirkungslos und Kurovat kin zwingen, schleunigst die Stellung M::kdcv aufzugeben.
Ueber die Lage
berichten folgende Telegramme:
Die Petersburger Telegraphen-Agentur meldet aus Mukden von gestern srüh 4% Uhr: Die Angriffe der Japaner gegen verschiedene Punkts unserer Front wurden gestern fortgesetzt, doch
jetzt bekannt geworden sind, so sind Sie das nicht durch ihre Leistungen, denn dieselben müssen sich mit der Zeit noch mehr vervollkommnen, sondern Sie sind es lediglich durch meine Reklame. Man spricht von Ihnen, fragt und forscht, denn man liest überall Ihren Namen, dank meiner Umsicht. Sehen Sie, das ist es. Man muß es verstehen, von sich reden zu machen, und ein richtiger Geschäftsmann muß den Leuten immer und immer wieder sagen:'Seht, das könnt Ihr olles bei mir bewundern, kommt nur, und überzeugt Euch! Ja, mein Fräulein, die Künstler sind auch Geschaftsmenichen, und die Reklame ist die Seele jedes Geschäftes. Ohne diefe geht es bei uns einfach nicht! Das ist mein Grundsatz, und ich bin noch immer gut damit durchgekom- men Sie werden mich sicher nicht davon abbringen durch Ihr kindisches Gebahren. Aber das verstehen Sie eben nicht, sonst würden Srk nicht fommcn und mir Vorwürfe machen wollen. Mein Prinzip ist: Bekanntmachung in jeder Form und nur wenn man dem Priblikum immer wieder dasselbe sagt, glaubt es zuletzt. Sehen Sie weil Sie ein so hübsches Mädchen sind, des- halb ließ ich Ihr Bild ausstellen."
Violetta war wie betäubt von dem Redeschvxrll des Mannes, der ihr jetzt den Finger unter daS Kinn legte und ihren gesenkten Kopf in die Höhe hob. Sie trat einen Schritt, zurück.
„Na, von mir dürfen Sie sich das schon gefallen lassen," meinte er gutmütig. „Ich konnte dem Alter nach Ihr Vater sein. Aber es gefallt mir von Ihnen, daß Sie einen so sollen Lebens- wandel führen, was man leider von vielen Ihrer Kolleginnen nicht behaupten kann. Ich wollte, die andern wären so wie Sie. Aber jetzt komme» Sie zur Probe, Fräulein, es ist höchste Seit!* j -
(Fortsetzung folgt.) !
mit dem Kmsblatt für die Kmse Marburg und Kirchhain.
Soüntaasbeilager Jllustriries
Jti 57
Vierteljährlicher Bezugspreis, on oei Expchition 2 Mk^ bn allen Postämtcm 2,25 M. Kc$ci. Bestellgeld).
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Marburg
Mittwoch, 8. März 1905.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck Md Verlag- Joh. Aug. Koch, UniversitätS-Buchdruckerci Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
40. Jahrg.
HusBesEsa«SBHo
Neueste Telegramme.
- Breslau, 7. März. Durch Erlaß des Kultus- Ministers ist der hiesige Universitätsprofessor Ge- Heimrat Dr. Fischer als deutscher Delegierter für den im April in Athen tagenden internationalen Kongreß für Archäologie ernannt worden.
Halle a. S., 7. März. In den Porphyrwerken im nahen Löbejün zertrümmerten unbekannte Täter das der Vollendung nahe Gustav Freytag- Denkmal sirr Wiesbaden.
.Mtenburg, 7. März. Im Befinden des Her- zogs Ernst von Sachsen-Altenburg, der an In- fluenza erkrankt war, ist eine wesentliche Besserung eingetreten, die es dem Patient. : bereits gestattet, einen großen Teil des Tages außer Bett zuzubringen. Die Aerzte raten einen Aufenthalt im Süden an.
Alexandria, 6. März. Heute früh ist der italienische Postdampfer „Cairo" vor dem hiesigen Hafen untergegangen: die gesamte Post ist per- mutlich verloren. Verlust an Menschenleben ist nicht zu beklagen.
Moskau, 7. März. Der Großherzog und die Großherzogin von Hessen begeben sich heute Abend nach Zarskoje Sselo.
. Tokio. 6. Marz. Der japanische äußerste linke Flügel steht jetzt nordwestlich dicht bei Muk- de». Ein Entkommen der russische« Hauptmacht «st unmöglich.
Ein „schwarzer Tag"
und seine Folgen.
Nachdem am 22. Februar die Handelsverträge im Reichstag mit großer Mehrheit gegen die Stimmen der demokratischen Linken angenommen worden waren, herrschte im Lager der freisinnigen Vereinigung tiefste Trauer. An den Wassern Babylons saßen sie und jammerten und wehklagten, wie einst ihre Ahnen und machten einander bittere Borwürfe, nicht fest und mannhaft gewesest zu sein. Denn von der dreiviertel Dutzend Mann starken Partei hatten nur fünf gegen die „Miß"-HandelSverträge gestimmt, vier aber hatten sich erkühnt, dafür zu stimmen.
Die „Hilfe", das Organ der ehemaligen „National"°Sozialen, „bedauert auf da« tiefste" diesen Umfall der vier Reichstagsabgeordneten und sagt, „deshalb wird der 22. Februar als ein dies ater, ein Unglückstag in unserer (freisinnigen) Parteigefchichte stehen." Der Abgeordnete Potthvff wandte sich gleichfalls scharf gegen die vier Miffetäter und prophezeite dem Linksliberalismus, daß er sich bald begraben lasten könne. Der Eindruck der Niederlage, welche die freisinnig-demokratische Partei an jenem Tage erlitten hat, war ein niederschmetternder. Die Zerfahrenheit der Demokraten und ihrer Ideen trat so offen zu Tage, daß man sich in ihren eigenen Reihen der Selbsterkenntnis nicht verschließen konnte: nichts ist erreicht worden. Mit großem
lb 'Nockckruck verboten.)
Ungleiche Brüder.
Original-Roman von Irene von Hellmuth. 'Fvor’ictjun&j
.Sie fühlte wieder den heißen Wunsch in sich «ujsteigen, für immer hier wohnen zu dürfen, wo es rhr so gut gefiel. Ein Schauder durch- rieielto ihren Körper, wenn sie ihre vorige Woh- nung mit dieser hier verglich, wenn sie daran dachte, daß sie binnen kurzem vielleicht wieder in wlch elendem feuchten Loch Hausen mußte. Was blieb ihr denn mich anders übrig? Es war nun einmal ihr Los, von einem Ort zum anderen zu Ziehen. Warum erschien ihr dies mit einem- male so entsetzlich schwer?
Eine träumerische Stimmung war über sie gekommen. Sie saß, die Hände in den Schoß gefaltet, am Fenster und blickte hinaus in den verichneiten Garten. Plötzlich fiel ihr ein, daß wr den Nachmittag eine Probe angesetzt war für ein großes Ballet im Zirkus, bei dem auch sie aus Wunsch des Direktors Mitwirken sollte. Es war die höchste Zeit, fortzugeben, wollte sie nicht als unpünktlich erscheinen. Eilig ordnete sie das Haar und bürstete ihren Anzug, dessen
,Cn ••^et Drand mit dem schauerlichen Abpieg über das Dach nicht eben gewonnen hatte. Gluckücoerweise hatte er feinen weiteren Schaden genommen. Es war gegenwärtig der einzige, den sie besaß, konnte also durch keinen anderen ersetzt werden. Auch der Mantel war in der raucherfüllten Stube zurückgeblieben, so daß sie gezwungen mar, bei der bitteren Kälte ebne schützende Hülle aüszugehen. Sie überzählte sorgsam ihre Ersparnisse und überlegte, eb sie die Ausgabe für einen neuen Mantel maßen könne. Es mußte jetzt so vieles angeschafft
Tamtam der Reklametrommeln, mit vielen schönen Reden und Versprechungen hat man die Vereinigung der Naumänner und Freisinnsleute vollzogen, die Ehe blieb unfruchtbar, die Hoffnung auf die „große entschieden liberale Partei" erwies sich als eitel Humbug, das Kompagniegeschäft kann den Konkurs anmelden.
Auch dem Führer der „National"-Sozialen, Pfarrer Naumann, der schon einmal parteipolitischen Bankerott gemacht hat und selbst zugeben mußte, daß seine politischen Ideen keine parteibildende Werbekraft besäßen, ist zu der Erkenntnis gekommen, daß der Niedergang eine offenkundige Tatsache sei und „daß der Abschluß der Handelsverträge der Tiefpunkt der einst so großen liberalen Strömung ist", wie er wehmütig in einer längeren Betrachtung in der „Hilfe" eingesteht. Leicht wird ihm das Geständnis nicht gewesen sein. Aber er findet auch eine Entschuldigung, in dem er schreibt:
„Es war der endgültige Mangel an Korpsgeist und Tradition, der vier zutage trat. Wie es bei uns war, wo der Parteitagsbeschluß wenig geholfen hat, so war es bei der Freisinnigen Vol'spartei, wo eine ganze Anzahl Stimmen sich gegenscitiz auchoben. Wir haben uns gegenseitig nichts vorzuwerien, sondern sind beiderseits in gleicher Verdammnis. Eme Abstimmung, die für den Liberalismus noch demütig en der wäre, kann man sich kaum ausdenken. Von dieser Abstimmung an geht cs entweder ganz abwärts oder entschieden aufwärts. Tie Not des Liberalismus ist so groß geworden, daß sie entweder die vorhandenen Kralle weckt oder abschreckt. Der Liberalismus muß entweder saniert werden oder den Konkurs anmelden. Ein Fortwursteln in der bis- herigen Weise hat politisch keinen erkennbaren Zweck mehr."
Statt nun diese Wahrheit in die Tat umzusetzen, fühlt sich Pfarrer Naumann in seinem Optimismus befähigt und berufen, als Retter und Erneuerer der Partei aufzutreten und er ist gleich mit einem neuen Sanierungsplane zur Hand, ganz wie bei einer wackeligen Aktien- gesellsckast.
„Nur die positive Geistesarbeit, doziert Naumann, entscheidet über die Lebensfähigkeit des Liberalismus. Nur wenn es wieder Jugend, Probleme, Enthusiasmus, Glaube an Sieg und Macht gibt, nur dann aibt es eine politische Auferstehung. Alles andere ist fast gleichgültig. Die vorhandenen Parteibestände sind längst zu klein, um sich mit der Aufgabe der Erhaltung des Besitzstandes begnügen zu können. Von ihnen muß Werbearbeit ausgeben, wenn sie nicht als unbeachtlich im öffentlichen Leben verschwinden sollen. ,
Werbearbeit ist aber ihrer Natur nach Ideen- verbreitung. Der Liberalismus muß sich auf seine Ideen besinnen, muß seine Prinzipien durcharbeiten, muß sich nicht scheuen, politische Theorie zu treiben Ec darf sich nicht fürchten, Anstoß zu erregen durch Gedanken. Im Gegenteil: ohne folchen Anstoß bewegt er keine Geister. Das bloße Abdrucken alter Programme genügt nickt, so gut die Programme sein mögen. Man muß diese Programme in ihrem ganzen Gegensatz gegen die Gegenwart erfassen, um für sie warm zu werden. Der Kampf zwi cken Per- sönlickkeit und Großbetrieb, der von Anfang an das Lebenselement des Liberalismus war, muß unter veränderten Zeitverhältnissen neu begonnen werden. Die soziale Bewegung muß als Teil des ges picknicken Liberalismus begriffen werden. Der Nationolgedanke
werden an Wäsche und Kleidern, daß sie sehr haushälterisch mit dem Gelde umzugehen genötigt war.
Eilig verließ sie bann das Haus. Es war ein weiter Weg bis zu dem Zirkusgebäude, und sie hatte wenig Zeit übrig. Kaum einen Blick warf sie auf die prächtigen Schaufenster der großen Kaufläden, an denen sie Vorüberkain. In den Hauptstraßen wimmelte es von Passanten und Fuhrwerken aller Art, so daß sie Mühe hatte, vorwärts zu kommen. Mit den ihr eigenen, graziösen Bewegungen eilte sie dahin. Doch plötzlich stockte ihr Fuß, wie angewurzelt stand sie still, während das liebliche, junge Gesicht tief erblaßte. Ihre großen, schwarzen Äugen starrten immer auf einen Punkt.
Dort im Schaufenster eines Zigarrenladens war ein großes Bild von ihr ausgestellt, das sie in enganliegendem Kostüm zeigte, wie sie am Trapez „arbeitete." Das Herz begann ihr ftür- misch zu klopfen, angstvoll betrachtete sie das Bild, und dachte dabei an ein paar ernste, strenge Augen, die sie vorwurfsvoll prüften. Wie häßlich, wie abstoßend wirkte das Bild. Was würde Eugen Mertens sagen, wenn er es sähe? Sicher mußte er Abscheu empfinden vor dieser Schau- stellung ihrer Person. Aber er durfte es nicht sehen, — er durfte nicht! Es mußte entfernt werden — sofort.
Wie gejagt floh Violetta davon, sie nahm sich kaum Zeit, auf den Weg zu achten, und stand bald darauf mit glühenden Wangen und klopfen- den Pulsen vor dem großen, runden Backstein, gebäude, das, von der Stadt erbaut, das ganze Jahr hindurch an verschiedene reisende Gesell- schäften vermietet wurde, und suchte sofort den Direktor auf. Er ließ den Blick wohlgefällig auf dem schönem erregten Mädchen ruhen, dcä
muß mit neuem Liberalismus gesättigt werben. Alles? politische Leben muß vom Liberalismus aus neu ourchgedackt werden. Da? allein ist der Weg aus Not und Niederlage heraus."
Sehr schön geschrieben! Naumann versteht zu reden und zu schreiben. Aber dieser geist- reichelnde schillernde Stil mag einzelne fugend- lrche Gemüter begeistern, die sich durch ein imponierendes Auftreten, geschickt gruppierte pa- Plerne Phrasen und glänzende Rhetorik blenden c? l ' •er duscht doch nicht Über die innere Hohlheit und Heuchelei der Freisinnigen Vereinigung hinweg. Naumann ist Idealist und deren Überzeugung ist wohl oft Schwärmerei, aber ehrliche. Das gilt aber nur von Naumann.
rtrr ln tD“re ungefährlich, denn trotz seiner rastlosen Tätigkeit in allen Teilen des Reiches hat er nichts Positives erreicht. Wohl hört man um an, aber seine Ideen erwiesen sich in der Praxis des politischen Lebens überall nicht als parteibildend, sondern al? zerstörend. Wo die „National"-Sozialen Anschluß gefunden haben an andere Parteien, wirkten sie in kurzer Zeit — um das Mommsen'sche Wort zu gebrauchen — als Ferment der Dekomposition. Die freisinnige Vereinigung hat das bald an ihrem eigenen Leibe erfahren, der „schwarze Tag' war das Endstück in der Reihe der Beweise. Das hat die „Freie Deutsche Presse", das Hauvt- organ des Freisinns Eugen Richter'scher Art schon längst erkannt und deshalb weist sie die neuen Pläne NaumannS zur Rettung des Liberalismus, die weiter nichts wie die Durchtränkung mit „national"-sozialem Geiste bedeutet, kurzweg ab. Mit dem Zusammenschluß der Naumänner und Freisinnslcute sei erst recht die Zwietracht emporgekommen. Naumann in feiner Schwärmerei begreife nicht die nüchterne Wirklichkeit; er sei eben nur ein Schönredner und für die praktische Politik gänzlich unbrauchbar.
Der 22. Februar sei ein Tag der Krisis gewesen, wird in den demokratischen Blättern behauptet,, nun müsse es sich zeigen, ob der Kranke seiner Genesung entgegenschreite oder ob feine Auslösung unabwendbar sei.
Die deutsche Demokratie gleicht dem „kranken Mann", der Türkei, die nie zu Kraft und nie zum Sterben kommt und an dem herumgedoktert wird von Helfern, denen es nur um ihren Vorteil zu tun ist. Da8 eine Gute bringt die immer mehr abwärts gehende Entwicklung des demokratischen Linksliberalismus mit sich: die reinliche Scheidung, die sich allmählich zwischen den monarchisch bleibenden Liberalen und den radikalen, republikanisch gesinnten Demokraten zu vollziehen beginnt. Unbestreitbar sind die letzteren eine größere Gefahr als die mit offenem Visier kämpfenden Führer der Sozialdemokratie, von denen jedermann weiß, welchen Gegner er vor sich hat. Schlimmer aber sind die au8 dem Hinterhalt mit vergifteten Waffen die Monarchie bekämpfenden demokratischen Gegner, die sich fälschlich als
eine nationale Partei geben und unter diesem Deckmantel politisch mehr Schaden anzurichten imstande find als es auf den ersten Blick hin scheinen kann.
Glücklicherweise find diese Machenschaften nicht verborgen geblieben. Ist die Krankheit erkannt, dann kann man auch mit den geeignete« Mitteln vorgehen, um diesen bösartigen Krebsschaden am deutschen Volkskörper zu entfernen.
—8.
erst ein Paarmal tief Atem holen mußte, ehe es beginnen- konnte:
„Wer hat Ihnen die Erlaubnis gegeben, ein Bild von mir ausznstellen, das abscheulich ist?"
Ter Direktor lächelte überlegen.
„Na, hören Sie, Fräulein Normann, Sie svreckien in einem Ton mit mir, der sich wenig für Sie schickt. Erstens ist das Bild sehr schön gemacht, zweitens brauche ich keine Erlaubnis, wenn ich für gut finde, eines meiner Mitglieder ausstellen zu lassen. Das ist mein Recht, und es hat sich auch noch niemand darüber beklagt, im Gegenteil, man weiß es mir Dank."
„Aber ich will es nicht, daß das Bild ferner zur Schau gestellt wird, Sie müssen es wegnehmen!"
Violetta stand mit blitzenden Augen vor dem Mann, der noch immer lächelnd eine abwehrende Handbewegung machte und sich offenbar an ihrer Erregung weidete.
„Fällt mir gar nicht ein," sagte er gelassen.
Das Mädchen mochte wohl einsehen, daß es auf diesem Wege nicht zum Ziele kam.
„Herr Direktor, ich bitte Sie inständig, lassen Sie das häßliche Bild entfernen!" flehte Violetta angstvoll.
„Was Sie doch für ein törichtes, kleines Mädchen sind, Fräulein Normann," begann er ruhig, doch in gütigem Ton. „Erne andere Künstlerin wäre mir dankbar, wenn ich solche Reklame für sie machte, und Ihre Kolleginnen sind nickt wenig neidisch auf den Vorzug, den ich Ihnen gewährte.. Die Sache kostet mich zwar viel Geld, aber, ich hoffe, sie macht sich wieder bezahlt. Als Sw zu mir kamen, wer wußte da etwas von Ihnen, wer kannte Sie? Niemand. Ihr Name haste keinen Klang beim Publikum, denn er wurde nirgends genannt« Wenn Sie