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Marburg

Dienstag, 7. März 1905.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck irnb Verlag' Joh. Aug. Koch, Univcrsitäts-Buchdruckerei Marburg, Markt 21. Telephon 55.

40. Jahrg.

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nach brr Bedeutung dieser Worte zu fragen.

(Fortsetzung folgt.),

Diese Uebelstände hat man durch die STnlagi des Simplontunnels in verhältnismäßig geringer Meereshöhe vermeiden wollen. Hoffentlich ist man dabei nicht in zu großen Konflikt mit de» Wärmeverhältnissen unter den kolossalen Berg, riesen geraten. Es wäre bedauerlich, wenn die Ersparung von Transportkosten auf den Zufuhr, bahnen durch eine Verteuerung der Trinnewassage illusorisch gemacht würde.

Und der Dienst im Tunnclinnern? Wie toirü es mit dem aussehen?

. Welch fürchterlichen Einfluß auf die Gesund», heit derartige Tunnelarbeiten auch bei weit ge»' ringerer Kiste unter gewissen Uniständen aus- üben, wird durch die Tatsache illustriert, daß füv die Bohrung des Gotthardtunnels keiner der Bohrarbeiter zu haben war, die im Mont-Cenis- tunnel auf der Modaneser Seite beschäftigt ge» wesen waren, weil sie fast alle an Lunaenleiden gestorben waren. Vielleicht war's beim Gotthar­besser.

Die Bluttemperatur des Menschen 6etoM 37 Grad; 40 Grad ist schon starke Fieberhitze, und der Tod tritt z. B. bei Tpphus ein, wenn 42 Grad erreicht werden. In trockener Luft läßt sich bei 50 Grad kurze Zeit noch arbeiten, aber in feuchter Luft liegt die äußerste Grenze schon bei 40 Grad.

Ich fürchte, der Simplontunnel hält nicht daS, was man sich von ihm versprochen.

Gern will ich mich geirrt haben!

Dr. Carl Ochsenius.

Umschau.

Die Unruhe» in Rußland.

Petersburg, 4. März. Die Zahl der Aus- ständigen hat sehr zugenommen. Im Ganzen streiken auf 83 Werken 51604 Arbeiter. Die Gerüchte von bevorstehenden Unruhen erwiesen sich als unbegründet; der Tag verlief ruhig, ohne Zusammenstöße mit den Militärpatrouillen rin­der Polizei.

Lugansk, 4. März. Hier in der Stadt uni im Bezirk tritt allmählich Ruhe ein. Man hofft, daß alle Werke Montag die Arbeit wieder auf» nehmen.

Kelfingfors, 4. März. Der Senat hat be- schlossen, an den Kaiser eine Adresse betr. die Petition der Landstände um Wiederherstell­ung der früheren Rechtsordnung im Lande zu schicken.

Batum, 4. März. . Der Militärgouverneur hat die Arbeiter der Bnitowerke aufgefordert, die Arbeit wiederaufzunehmen, unter der Androhung daß die Werke im anderen Falle endgiltig ge­schlossen würden.

. Lodz, 4. März. Der Ausstand begann gestern wieder in allen Zweiganstalten der Poznansky- schen Fabrik-Gesellschaft. Es kam zu einem Zu­sammenstoß mit dem Militär, jedoch ohne daß von der Feuerwaffe Gebrauch gemacht wurde.

Odessa, 4. März. In einer Sitzung der Fabrikanten wurde beschlossen, sich der Ansicht der Fabrikanten der Hauptstädte anzuschließen. Die Arbeiter einer großen Kupferfabrik tra­ten in den Ausstand. Die Schüler der Kunst­schule beschlossen, dem Unterricht auf längere Zeit fernzubleiben. Die Stadt ist ruhig.

Alle Wetter Eugen, Du wirst ja ganz warm," lachte Keinz, und musterte den Bruder mit scharfem Blick.Ei wer hätte Dir so etwas zugetraut! Schau, schau. Du machst mich aber wirklich neugierig!"

Ich bitte Dich ernstlich, Keinz, treibe kein freventliches Sviel mit diesem unschuldigen Kinde. Das Mädchen ist noch so jung, und es wäre unverantwortlich, wolltest Du der Kleinen den Kopf verdrehen. Ich muß nun ins Kontor, die Füße sind mir recht kalt geworden in dem Schnee."

»Sei unbesorgt," gab Heinz zurück,ich werde Deiner zarten Blume kein Leid antun, son­dern sie nur verstohlen aus der Ferne betrachten. Du kannst also ganz ruhig sein! Wer weiß als was sich das unschuldige Kind entpuppt.

Sie' brennten sich. Während der Aeltere den Weg nach der Fabrik einschlug, stand der Jün­gere und schaute ihm nach.

tu.

Die Worte, die Heinz am Morgen über das Mädchen gesprochen, wollten Eugen den ganzen Tag nicht aus dem Kopf. Im Grunds konnte es ihm doch gleichgilüg sein, wer und was das Mädchen war, das er aus Barmherzigkeit auf­genommen. , Vater und Tochter würden eine kurze Zeit (lier, wohnen, dann bezogen sie ein anderes Quartier und er fab sie viLlleicht nie»

einen Stollen hineinzutreiben und nahe der Ar­beitsstelle in den andern eintreten zu lassen. Vom Nordportale (ans der Schweizer Seite) erreichte man den Scheitelpunkt lange bevor das wasser­reiche Südende dahin gelangt war. Man begann daher von Norden aus bergab nach Süden hin zu arbeiten. , Da geboten entsetzliche Wassermas­sen halt. Sie füllten den Tunnelabschnitt aus, mußten durch eine Dammtür abgeschlossen wer­den und suspendierten so alle weiteren Tunnel- fortschrittte von da aus. -

, Stavff, der die geologischen Beobachtungen beim Bau des Gotthardtunnels in trefflicher Weise durchgeführt bat. kam unter Zugrunde­legung seiner dort erhaltenen Zahlen dagegen zu einem etwas günstigeren Resultat. Er berech­nete schon in den 80 er Jahren die Gesteins­wärme, wie vorhin bemerkt, in der Mitte der Simplonstrecke auf etwa 47 Grad, während die znsitzenden Wasser auf 53,3 Grad geschätzt wur­den. Die Tatst..'en stellten sich etwas anders.

Nach H. Schardt, einem der drei schweizeri­schen Chefgeologen der Unternehmung, war die

Simplontunnel.

Wir berichteten kürzlich, daß zwei von den Beamten der Simvlonunternehmung, welche gegen den Rat der Ingenieure bald nach dem Durchbruch im Zentrum des Tunnels sich in die Südstrecke (von der italienischen Seite) gewagt hatten, an den Folgen der Einatmung giftiger Gase, die mit dem 45® heißen Wasser ausström­ten gestorben seien.

Damit erhöht sich die Zahl der bisher dabei umgekommenen Italiener auf 27.

Die Tatsache, daß die Wasser giftige Gase entwickeln, ist keine erfreuliche.

Also nicht allein Hitze, sondern auch noch me- phitische Luft, die aus der Zersetzungstätigkeit des eingesperrt gewesenen heißen Wassers hervor­gegangen ist. Da drängt sich jedem Bergmann und Geologen die bange Frage auf: Wie soll das enden?

Betrachtet man ein Profil des Gotthardtun­nels mit Stapff'schen Angaben über die Tem­peraturen der Luit und des Bodens oberhalb des Tunnels und über die der Gesteine im Tun­nel, so ergibt sich, daß die letztere unter dem 2839 Meter hohen, 1127 Meter über der Tnnnelaxe liegenden Alpetligrat (mit 0 Grad mittlerer Bo­dentemperatur und 5 Grad mittlerer Luft- temperatur an der Oberfläche) 30,8 Grad be- beträgt. Legt man diesen Maßstab an, so er- hält man für die Gesteinstemperatur unter der 2850 Meter über Meer liegenden italienisch­schweizerischen ^Grenze, welche um mehr als 2100 Meter sich über die Simplon-Tunnelaxe er­hebt , eine Kitze, bei der niemand arbeiten

zierlicher Figur und sehr schlank war. Ich hätte gern gewußt, wer und wat sie !var, denn fie in­teressierte mich ungemein, ick weiß selbst kaum, weshalb. Ich konnte mir nicht denken, was das junge Mädchen noch sc spät auf der Straße zu suchen hatte. Absichtlich ging ich stets um dieselbe Zeit durch die Kreuzgasse, wo sie mir auch reiel- mäßig begegnete. Gestern Abend hatte ich nun bei einer Laterne Posto gefaßt und 'nartete. Als die Unbekannte daher kam, warf sie einen scheuen, ängstlichen Blick auf mich, ich konnte beim Schein der Laterne deutlich wahrnehmen, daß sie ein reizendes Gesichtchen und ein Paar wundervolle Augen hatte. Das fesselte mich sofort, ich ring ihr nach, denn ich wollte wissen, wo sie Wohnste. Sre lief so rasch, daß ich ihr nur mit Mühe zu folgen vermochte. Dann sah ich sie in dem Kaufe verschwinden, das nun abgebrannt ist. Ich ver­mute, daß es dieselbe Dame ist, die Du in Deinem Tnskulum einquartiert hast. Ich werde die zier- liche Gestalt, die dunklen Augen sofort wieder er­kennen: aber dann sorge dafür, daß wir die junge Dame bald wieder los werden; denn ein Mädchen, das täglich zu später Abendstunde sich noch allein auf der Straße befindet, ist nach mei­ner Ansicht nicht wert, von Dir beschützt zu werden."

Du solltest vorsichtiger in Deinem Urteil fein, Heinz," fiel Eugen erregt ein.Wenn Du das Mädchen siehst, wird es Dir sofort klar, daß Du es mit einem Wesen zu tun hast, dem die Unschuld und Reinheit auf der Stirn geschrieben steht. Diese Augen tauschen nicht,, sie blicken wie die emes Kindes. Selbst wenn Tu mir noch andere Beweise brächtest, würde ich nichts nach- teiliges von dem Mädchen glauben.*

Tfririt'rutf verboten.)

Ungleiche Brüder.

Original-Roman von Irene von Hellmuth.

, (ÄrU" neu )

Apropos", begann Heinz nach einer kleinen Panie von Neuem,sage mir noch schnell, wo halt Du denn die dahinten aufgegabelt?"

Er zeigte dabei nach dem freundlichen Garten- hause, dessen weiße Mauern zwischen den Bäumen hii.durchschimmerten.

r-Aus dem dummen Ding, der Auguste, wurde ich nicht klug. Es soll heute Nacht gebrannt haoen? Wo, konnte sie nicht jagen, sie hat nichts gehört, versicherte fie. Niemand hat etwas walm- geuommen. Es muß also ziemlich entfernt ge- toeien fern?"

Doch nicht fo sehr. Du kennst doch die alw Mietskaserne an der Ecke der Wassergasse? Ein schwarzes, hohes Haus mit spitzem Giebel. Zu retten war ja an dem nur aus Fachwerk bestehen- den Gerümpel nichts mehr. Aber das arme Mädchen wäre samt dem alten Vater beinahe ums Lebeir gekommen. Damm nahm ich mich rer beiden die nur über das Dach deS Nachbar- hau;es gerettet werden konnten, hilfreich an "

An der Ecke der Wassergasse sagst Du?"'riss Heinz lebhaft.

sIa, fällt Dir dabei etwas auf?"

..Allerdings."

«Was denn?"

. mWe Heinz.Ich begegnete an >er- schiedenen Abenden einer jungen, und wie iir schien, febr hübschen Dame, deren graziöser Gang Alir zuerst auffiel. Ich konnte zwar nicht triel ®on ihr sehen, nur ließ sich erkennen, daß sie von

NmeAe Telegramme.

Rom, 4. März. DaS Agitationskomitee des Eifenbahnpersonals in Verbindung mit drei der sozialistischen Gruppe entsandten sozialistischen Abgeordneten und dem Präsidenten der Arbeiterbörsen in Rom, Neapel, Florenz, Mailand und Turin bat soeben infolge der Demission des Kabinetts beschlossen, die Obstruktion aufzugeben.

5. März. In der gestrigen Kon­ferenz des Kultusministers mit der Kommission für Trennung von Staat und Kirche wurde ein vollständiges Einvernehmen über den Wortlaut der Regierungsvorlage erzielt.

4. März. Das in der Hatter miss Passage festgekommene LinienschiffMeck­lenburg" ist heute mittag flott geworden und südwärts abgedampft.

Trient, 5. März. Der Bergsturz vom Fiedcoberg zerstörte die Straße Riva-Campi. Auch im Fumotale versperrte ein starker Berg­sturz den Taleingang. In vielen anderen Teilen Südtirols, wo jetzt der Föhn weht, find zahl­reiche Lawinen und Felsstürze, weil der neulich gefallene Schnee schnell schmilzt, niedergegangen. Im Eschtal ist kein Schnee mehr.

, Prtersburg, 4. März, u-ber die Unruhen in der Fabrik Pos ansky in Lodz werden fol­gende Einzelheiten gemeldet: Arbeiter, welche vor den Kosaken flohen, fielen in einen Teich, wobei 24 Frauen ertranken. 4 Arbeiter wurden getötet. Heute mittag explodierte in dem bei hem Fabrikkontor gelegenen Bierausschank eine Dhnamitbombe. Der Besitzer wurde getötet Und die Schankwirtschaft zerstört. Drei Detek­tivs wurden ermordet. Für Montag wird der «tigemeine Ausstand erwartet.

Newyork, 5. März. Wie derFrkf. Ztg." gekabelt wird, sind gestern in Clifton bei Pitts- bürg zwei Sonderzüge derPittsburg and Fortwahne - Bahn", welche vierhundert Passagiere zur Jnaugurationsfeier bringen Wen, aufeinandergestoßen. Vierzehn Schlafwagen wurden zertrümmert und fingen Feuer. Viele Menschen wurden unter den Trümmern bei lebendigem Leibe vor den Augen der Zuschauer geröstet, welche trotz fast über- menschlicherAnstrengungen die schweren Trümmer- stücke von den Verunglückten nicht entfernen konnten. Die Totenzahl beträgt zwischen zwölf und dreißig. Zwanzig Personen sind schwer I verletzt. Die Ursache des Unglücks ist die Fahr­lässigkeit des Personals des ersten Zuges, welches I die Anbringung der Gefahrsignale versäumte, I JUS der Zug wegen eines heißgewordenen I Achsenlagers stillstehen mußte.

Bneuos Aires, 5. März. DerStandard" veröffentlicht ein Telegramm, wonach das Schiff Le Fraiu;ais" mit der gesamten französischen I Südpolexpedition unter Chareot in Puerto Madrin in Argentinien angekommen ist. I Eine amtliche Bestätigung der Meldung ist noch I nicht zu erlangen.

mals wieder. Und dennoch quälte ihn ein unbe­stimmtes Gefühl, das noch verstärkt wurde, all ihm Heinz bei Tische zuraunte:Ich wette mei­nen Kopf, das Mädchen ist dasselbe, das mir nachts begegnete."

Die Nachmittagsstunden verbrachte Eugen in angestrengter Arbeit, dennoch schien sich die Zeit endloch zu dehnen.---

Violetta hatte unterdessen das reizende Haus einer genauen Besichtigung unterzogen. Sie be­neidete die Menschen, die hier wohnen durfte» und all die Herrlichkeiten ihr eigen nannten. Wie schön war es hier! Ohne gerade besonderen Luxus zu zeigen, war doch alles so gediegen, so echt bürgerlich und gemütlich. Im oberen Stock­werk standen auf dem geräumigen Flur hohe, eichene, altertümliche Schränke, die Violetta gar zu gern geöffnet hätte, um ihren Inhalt zu mustern. Mehrere Zimmer reihten sich anein­ander. Links befand sich ein großes, helles Ge- Der wird doch keine Dummheiten machen I mach, das wohl bei verschiedenen Festen aI8 das fehlte gerade noch," brummte Heinz.Ich I Tanzsaal benützt wurde, denn von der Decke glaube gar, er ist verliebt. Es sieht mir gerade I herab hing ein mächtiger Kronleuchter. Die so aus. Da heißt es: Aufpassen l Wenn Eugen I eine Ecke barg ein altes Klavier, das einer längst einmal ernstlich liebt, so ist es fürs ganze Leben. I vergangenen Zeit angehörte, während an de» Er ist anders als ich."--- | Wänden entlang nur hohe gebogene Stühle

standen. Sonst war das Gemach ganz leer. Der Plafond war bemalt mit bausbäckigen Amoret­ten, die ein breites Band in den. Händen hielten, bibat laetftia!" stand in großen Buchstabe^ darauf. Violetta nahm sich vor, Eugen MerieuD

Testeinstemperatur im 19 729 Meter langen Simplontunnel, auf der Nordseite von etwa 6000 bis 10 000 Meter Entfernung 10 bis 12 Grad bober, als man erwartet batte, und erreichte bei 8500 Meter vom Nordportal das Maximum von 54 Grad; wogegen sie auf der Südseite bei 4000 bis 5000 Meter 10 bis 20 Grad niedriger blieb als, erwartet.

Als Ursachen der, Steigerung werden ange- geben: 1) Bedeutend höhere Bodentemperatur an der Gebirgsoberflöche diese ist aber der Aus­gangspunkt für die Zunahme mit der Tiefe; 2) Trockenheit des Gebirges, keine fühlen Jnsiltra- tionen von oben; 3) Flache Lage der Schichten. Unter solchen bleibt der Boden wärmer, als unter geneigten.

Die Temperafurerniedrigung in der Region öer Südseite bei 45000 Meter rührt her von den großen kühlen Quellen, die sich da von oben her einstellten. Jetzt sind beiderseits weit seitlich des Tunnels eine große Anzahl von Gebirgs­quellen tatsächlich versiegt.

Das direkte Vorgehen vom Süden her auf diesen Tunnelabschnitt erwies sich in den letzten Monaten auch als unmöglich in heißem Wasser, das Klüften usw. hereinstürzte. Ein Umbruchs­ort, wurde geschlagen, und dieses hat nun vor einigen Tagen (am 24. Februar) anscheinend eine Seitenwand eines der nördlichen Stollen durchbauen.

Aber was nun weiter?

Der brodelnde Hexenkessel im Zentrum wird sich wenig um einen Luftstrom, den man viel­leicht durchtreiben könnte, kümmern. Die Wärme­quelle der Gesteinsmassen ist fast unversiegbar , , _. - --- ------------------- 3U nennen, und die beißen Wasser werden beim

x Unternehmung bat also buchstäblich I Ablaufen auch nicht viel kälter. Stoßen sie gar noch Gluck gehabt dadurch, daß die Stapff'schen noch giftige Gase aus, so wird es der Unterneh-

TemPerafurberechunngen nur stellenweise einge- mung noch viel Mühe kosten, aller Hindernisse

troffen sind. Stavff hatte 47 Grad für Gesteins- I Herr zu werden

wärme im Simplon und 53,3 Grad für die zu- Tatkräftig genug ist sie, das geht aus folgen- sitzenden Wasser berechnet. Freilich 1 irden sie I der Notiz hervor, nach welcher einige Tage for- and) an einigen Punkten übertroffen, wo starke I cierter Ventilation hinreichten, um Wandel zu Duellen oder besser gesagt förmliche Wasserfälle I schaffen.

56 Grad heiß einbrachen. Nur das System des A n s d e r S ch w e i z, 1. März. Nach einer

Doppelfunnels hat es möglich gemacht, an 50 Meldung aus Jselle ergab die Verifikation des

Kubikmeter kalte Luft, die unter Umständen durch I Durchbruchsstollens im Simplontunnel durch

. b ubgekuhlt wurde, in der Sekunde in den | Prof. Dr. Rosenmund Uebereinftimmung der

Festwände beider Stollen, sowie der Soblenhöhe; die Längenmessung des Tunnels war 1 bis 2 Meter kürzer als die Triangulation erwarten I ließ. Es lasse sich vor Ort jetzt wieder ohneftede I Schwierigkeit arbeiten. Man habe vorläufig für I eine Feier des Durchbruchs den 21. d. M. in I Aussicht genommen. I

Nehmen wir nun einmal an, der Tunnel sei I fir und fertig zum Betrieb, so fragt es sich, wie I die beißen Stellen von einigen Kilometern Länge I durchfahren werden sollen. Wohl wird die Tech- I nik Mittel ersinnen, auch da hindurch zu kommen, 1 aber um welchen Preis? I

Die anderen Alpentunnel, der Mont-Cenis, I ber Gotthard, der Arlberg liegen so hoch, daß I bie Temperatur in ihrem Innern erträglich ist, I ba müssen die zuführenden Alvenbahnen aller- I biugs bedeutende Steigungen überwinden, und I das verteuert die Fracht; andererseits erschweren I bie Strenge des Winters und der Fall riesiger Schneemassen in diesen Kochregionen den Betrieb I in hohem Grade und bringen sogar zeitweilige I Unterbrechungen desselben mit sich. I