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Zweites Blatt
Ungewißheit und der Unklarheit über die Weee, welche die Regierung nach den letzten Vorgängen emschlagen würde, ist nunmehr vorbei. Keine Verfassung ist die Entscheiduni, die der Zar ausgegeben hat. Der amtliche Regierungsbote veröffentlichte gestern einen Erlaß deS Kaisers, in dem dieser erklärt, an dem System der Selbstherrschaft festhalten zu wollen. Er wendet sich dann an die nationalen und religiösen Gefühle des Volkes, das ibn bei der Durchführung des Programms unterstützen soll.
In dem Manifest, in dem eingangs von der Ermordung des Großfürsten SergiuS und den Anschlägen auf die Kirche gesprochen wird, heißt eS zum Schluffe: „Mit den Gebeten der heiligen rechtgläubigen Kirche, unter dem Bannerderselbstherrlichen kaiserlichen Gewalt hat Rußland schon häufig große Kriege und Wirren überstanden, stets mit neuer, unbeugsamer Kraft aus den Nöten und Schwierigkeiten hervorgehend.---Un
ausgesetzt auf das Volkswohl bedacht, im festen Vertrauen, daß Gott, nachdem er unsere ®e* duld geprüft, unseren Waffen den Sieg schenken werde, rufen wir die gutgesinnten Leute aller Stände auf, jeden in seinem Beruf und an seinem Platz, sich in einmütiger Mitwirkung uns mit Wort und Tat anzuschließen zu dem heiligen großen Werke der Ueberwindung de«hartnäckigen äußeren Feindes, zur Ausrottung des Aufruhrs im Lande und zum besonnenen Entgegenwirken gegen die inneren Wirren. Wir erinnern dabei daran, daß es nur bei ruhiger Stimmung der gesamten Bevölkerung möglich ist, unsere auf Erneuerung des geistigen Lebens des Volkes, auf die Kräftigung seines Wohlstandes und die Vervollkommnung der Staatsordnung gerichteten Absichten zu verwirklichen. Mögen alle russischen Untertanen sich fest um den Thron scharen, getreu Rußlands Vergangenheit, die ehrlich und gewissenhaft in Uebereinstimmung mit uns um die Angelegenheiten des Staates besorgt find! Gott möge der Geistlichkeit wahre Frömmigkeit, den Regierenden Gerechtigkeit und Wahrheit, dem Volke Frieden, den Gesetzen Kraft und dem Glauben Gedeihen geben zur Befestigung der Selbstherrschaft und zum Wohl meiner teuren Untertanen!
Nikolaus.*
Ob die kaiserliche Kundgebung beruhigend auf die Mafien des erregten Volkes wirken wird, ist nach allen früheren zu schließen, mehr als fraglich. Selbst in Zarskoje Selo wird man sich in eingeweihten Kreisen keinen großen Hoffnungen hingeben.
In Rußland will man jetzt Taten sehen, an Versprechungen und Proklamationen hat man genug. Außerdem wird ein Erlaß des Kaisers an den Minister des Innern veröffentlicht, in dem eS u. a. he.ßt: „Die Arbeit meiner gekrönten Vorfahren fortsehend, die russischen Lande ungeschmälert zu erhalten, habe ich be- schloffen, mit Hilfe Gottes würdigste, das Vertrauen des Volkes genießende, von der Be-
Der russtsch-japanische Krieg.
Die Offensivbewegung der Japaner hat 31 einer allgemeinen
Schlacht bei Mukvcn
geführt, die sich aus den Einzelkämpsen der letzten Tage jetzt mit breitester Frontausdehnung entwickelt hat. Die Japaner haben wesentliche Erfolge errungen, da die Stellungen der Ruffen durch die fortgesetzten Frontalangriffe und die Flankenumgehungen erschüttert scheint, liebet die neuesten Kämpfe wird dem „L. -A." au» Petersburg gemeldet, daß die Japaner bei Ku- diafi dank ihrer Uebermacht das Zentrum und die linke Flanke der dortigen russischen Streitmacht im Halbkreise umschloffen. Mit der Einnahme von Kudiafi haben sie die Möglichkeit, den Ruffen den Rückzug abzuschneiden; die Raffen wollen aber diesen Punkt hartnäckig festhalten, sollte auch das ganze Detachement zugrunde gehen. Bei 17 Grad Kälte harren die Ruffen auf freiem Felde aus.
Sachetun, 3. März. Auf der rechten Flanke fahren die Japaner fort, energisch vorzurücken. Auf dem linken Hunhoufer bestehen die Unsrigen einen hartnäckigen Kampf. Vier japanische Divisionen, die unseren rechten Flügel am Liaho umgingen, haben heute Sawinpu, gegen 18 Kilometer westlich von Mukden, erreicht, wo ihnen entgegen gesandte Truppen ihren weiteren Vormarsch aufhielten.
Nach einem weiteren Telegramm setzten die Japaner auf dem rechten russischen Flügel den Vormarsch längs des Hunho und des Liaho fort, wobei sie, auf Widerstand stoßend, in ein besonders heftiges Gefecht verwickelt wurden. Di« japanische Reiterei bildet den äußersten Flügel der Umgehungsarmee.
Aus Mukden wird vom 3. d. M. gemeldet: Die Japaner greifen auf der ganzen Front an. Auch die vorige Nacht hindurch wurde die
völkerung gewählte Männer zur Teilnahme an der Ausarbeitung und Beratung der legislativen Entwürfe heran zu zieh en.--In-
bem ich gegenwärtig diese Reform unternehme, brn ich überzeugt, daß die Kenntnis der öffentlichen Bedürfnisse, die Lebenserfahrung und das besonnene und aufrichtige Wort der gewählten Männer die Fruchtbarkeit der gesetzgeberischen Arbeiten sichert zum wahren Nutzen deS Volkes, und ich sehe gleichzeitig voraus die ganze Kompliziertheit und Schwierigkeit der Verwirklichung der Reform unter unbedingter Wahrung der Unerschütterlichkeit der Grundgesetze d eS R e i ch e S. Ich habe daher, da ich Ihre langjährige administrative Erfahrung kenne und Ihre ruhige Sicherheit schätze, für gut befunden, unter Ihrem Vorsitze eine besondere Konferenz zur Beratung der Wege für die Verwirklichung dieses meines Willens ein- zusetzen.'
Es hat demnach den Anschein, als ob der Kaiser eine Art Volksvertretung mit beratender Stimme ins Leben zu rufen gesonnen ist. Wie diese geplante Gründung gedacht ist, wird wohl erst aus weiterhin zu erlassenden Bestimmungen zu ersehen sein. Aus beiden Kundgebungen geht jedoch das eine klar hervor, daß der Kaiser von einer verfassungsmäßigen Beschränkung seiner Selbstherrschaft durch eine Volksvertretung im modern europäischen Sinne nichts wissen will. Die Revolutionäre werden, da diese Kundgebungen keine ihrer Hoffnungen erfüllt, nach wie vor den Kampf gegen die Regierung aufnehmen. Die trübe Zeit in Rußland wird sobald kein Ende nehmen.
Marburg
Sonntag, 5. März 1905.
die „Nowoje Wremja" meldet, bekannt gegeben, daß er den Versuchen Uebelgesinnter, die Matrosen in Kronstadt aufzuregen, energisch entgegen- treten werde. Für den Schutz eines jeden, der fernerhin eine korrekte Haltung beobachten wolle, sei genügend gesorgt. Heute und die folgenden Tage werde der Militärschutz verstärkt werden, damit in den Hafenwerkstätten ruhig gearbeitet werden könne.
Petersburg, 3. März. (Voss. Ztg.) Sämtliche Mitglieder des hiesigen diplomatischen Korps erhielten anonyme Aufforderungen, Sonntag nicht auf der Straße zu erscheinen, da die Revolutionspartei größere Unternehmungen plant und die fremden Diplomaten schonen will.
Warschau, 3. März. Hier sind beute zahlreiche Verhaftungen vorgenommen worden, u. a. wurden Redakteure mehrerer f eihtnoen verhaftet.
Warschau, 3. März. Nachts gegen V24 Uhr wurde aus einem, dem Polizeibureau des Bezirks Muranow gegenüber liegenden Fenster auf eine Grupe Polizisten und Soldaten eine Bombe geworfen : die Bombe explodierte jedoch nicht. Als mutmaßliche Attentäter wurden zwei Jüdinnen verhaftet.
Umschau.
Die Unruhe« i« Rußland.
In Petersburg macht man sich auf neue stürmische Tage gefaßt, wie aus den neuesten Meldungen von dort hervorgeht. Die Garnisonen sind abermals verstärkt worden, alle Wege und Brücken, die von den Fabrikvorstädten in die innere Stadt führen, sind militärisch besetzt, ebenso eine große Anzahl Fabriken.
Aus revolutionären Kreisen liegt, wie dem „L.-A." aus Paris gemeldet wird/ die Meldung vor, daß die Führer des geplanten Ausstandes über eine Anzahl auserlesener Bombenschleuderer verfügen. Alle geheimen Waffenlager seien intakt. Man sei auf dem besten Wege, Petersburg vollkommen zu isolieren, da das Bahn- und Telegraphenpersonal für den Ausstand gewonnen sei. Die Führer seien in genauester Kenntnis des offiziellen Verteidigungsplanes von Petersburg und hätten darnach ihre Vorbereitungen getroffen. In die Aemter und Kasernen würden aufreizende Schriften und Lieder geschmuggelt, darunter eines mit parodiertem Refrain der Kaiserhymne: „Gott begrabe den Zaren", anstatt „Gott schütze den Zaren".
Petersburg, 3. März. Der Oberbefehlshaber der Flotte des Baltischen Meeres hat, wie
Neueste Telegramme.
Berlin, 4. März. Der Kaiser tritt, nach der „N. Pol. Korresp.", am 23. März von Cuxhaven aus seine SüdlandSreise an, nachdem er TagS zuvor Bremen besucht hat. Gäste deS Kaisers ftnir"^. a.: Admiral v. Hollmann, Minister v. Budde, Oberpräsident v. Bethmann» Hollweg und die beiden früheren HauSmarschälle Graf Pückler und Frhr. v. Eggloffstein.
Rom, 3. März. Die offiziöse „Capitale" schreibt, sie glaube nicht, daß die Eisenbahner, nachdem sie mit der Obstruktion nichts auSge- richtet haben, jetzt den Ausstand proklamieren lversen, aber wenn er auSbreche, müffe daS Land den ihm erwachsenden Schaden und Belästigung mit Ruhe und Kaltblütigkeit ertragen, um sich von diesem lästigen Schreckgespenste ein für alle Male zu befreien. Der Ausstand könnte höchsten? drei bis vier Tage dauern, denn die Eisenbahner würden sofort nachgeben, wenn sie Gefahr laufen, ihr tägliches Brot zu verlieren. (.Frkf. Ztg.')
Brussel, 4. März. Im Becken von Char- leroi und im Borinage nimmt die Zahl der Streikenden in geringem Umfang ab. Durch Zuruf wurde auf einer Versammlung in La Louviöre im Centre die Fortsetzung deS Streikes beschlossen. Die Zahl der AuSständi- schen beträgt dort etwa 8000. Verschiedene Bombenexplosionen wurden wiederum herbeige- sührt, die jedoch keinen Schaden anrichteten.
Loudon, 4. März. Infolge der kritischen Lage des Ministeriums Balfour ist die beabsichtigte Mittelmeerreise des Königs Eduard von England aufgeschoben und die hierfür bereits getroffenen Anordnungen find zurückgezogen.
St. Petersburg, 3. März. England beansprucht für die Opfer deS Zwischenfalles an der Dogger Bank in einer der russischen Regierung überreichten Note einen Schadenersatz von 65 000 Pfund Sterling.
Tokio, 3. März. (Reuter.) Der Reutersche Korrespondent bei der Armee des Generals Oku meldet aus Fushan vom 2. ds.: Die Japaner haben die Schanzgräben bei Apatai nach verzweifeltem Bajonettkampfe gegen eine Uebermacht genommen. Die Verluste der Armee Okus an diesem Tage betragen 2000 Mann, bie bet Ruffen sind größer. Die Beschießung dauert längs der Eisenbahn an. Es herrscht heftiger Schneesturm.
mit bem KeeisUatt für die Kreise Marburg unb Kirchhain.
__________ S-mntaasbeilager Jllustriries SfottnUrtawH*
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Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag' Joh. Ang. Koch, UmvcrsitätS-Buchdruckdrei 40.
Marburg, Markt 21. — Telephon 55. '
Die Verfassungsfrage in Rußland ist entschieden. Kaiser Nikolaus hat sich ent- schloffen» nach langem Uebeilegen und Schwanken, f>en aus allen Kreisen der Nation an ihn her- pntretenden Wünschen nach Gewährung einer Verfassung nist zu willfahren. Die Zeit .der
U Wrrrfibrud verboten.)
Ungleiche Brüder.
Original-Roman von Irene von Hellmuth.
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„Wenn man aber auch so schauderhaftes Pech hat tote ich", brummte Heinz.
„Ich sehe mich außer Stande, die für unsere jetzigen Verhältnisse große Summe zu bezahlen," erklärte Eugen bestimmt.
Der andere hatte vor dem drohenden Blick des Bruders den seinen zu Boden geschlagen.
„Du wirst dennoch bezahlen müssen," sagte er ein wenig kleinlaut.
„Und ich wiederhole Dir, daß es jetzt unmög- lich ist."
„Mein Gott, mache doch wegen der Bagatelle nicht solches Aufhebens."
„Ich wollte, ich könnte es als Bagatelle betrachten. — Ich habe es aber ein für allemal gründlich satt, den Packesel der ganzen Familie Gearbeitet habe ich stets für zwei; ich habe getan, was ich konnte, den unvermeid- Uchen Ruin aufzuhalten, um des Vaters willen, ^rare er nicht der arme, alte, lebensmüde Mann, ich hätte längst die Heimat und Euch alle ver- lassen! Aber ich bringe es nicht übers Herz, es würde den Vater vielleicht töten. Ich fände mein Brot, überall leichter als hier, wo ich immer nur schaffen soll, damit Ihr das Geld mit vollen Händen ausstreuen könnt. Doch das laß Dir gesagt sein: Diese Schulden, die Du leichtsinnigerweife aufs neue gemacht hast, kann und will ich wcht bezahlen! Endlich muß es Dir klar werden, *aß es mir Ernst ist — furchtbarer Ernst!"
„So bleibt mir nichts übrig, als mir -eine Kugel vor den Kopf zu schießen!"
Eugen lachte bitter und verächtlich auf.
„Recht so, setze Deinen Taten die Krone auf durch einen schmählichen Selbstmord, anstatt zu sübnen! Bringe den Vater ins Grab — was liegt Dir daran! Uebrigens schreckt mich Deine Drohung nicht mehr. Du glaubst damit nur immer den entscheidenden Trumpf auszuspielen."
„Eines Tages mache ich sie aber doch wahr." „Bah — Du liebst Dein Leben viel zu sehr, als daß Du es so leicht hinwerfen solltest! Du bist viel zu selbsüchtig und zu feige!"
„Eugen," fuhr Heinz auf, „sage das nicht noch einmal, sonst geschieht ein Unglück! Jeden anderen würde ich sofort vor die Mündung meiner Pistole fordern, wenn er es wagen sollte, mir so etwas zu sagen! Du bist mein Bruder, — das schützt Dich davor!"
„.Ha", lachte Eugen auf, „das sieht Dir ähnlich! Erst Schulden machen, dann andere totschießen! Ist das Deine ganze Weisheit? Am besten wärs. Du wandertest nach Amerika aus! Tort lernst Du vielleicht ernstlich arbeiten und sparen! Onkel Fritz ist dort auch wohlhabend, ja sogar reich geworden. Er würde Dir sicher gerne behilflich sein."
„Dein Plan wäre gut, aber er ist nicht ausführbar."
„Weshalb nicht?"
Weil Onkel Fritz die feste Absicht hat, nach Deutschland zurückzukehren. Mama bekam eben einen ausführlichen Brief von ihm. Sie baute sofort die schönsten Luftschlösser auf den Reichtum des Onkels. Na, hoffentlich bringt der alte
Fuchs sein Vermögen mit. Wir könnten es tvahrhaftig sehr gut brauchen."
Eugen horchte auf, und das vorher so ernste Gesicht zeigte einen freudigen Ausdruck, während er mit der Rechten durch seinen wohlgepflegtea Bart fuhr.
„Daß Onkel Fritz reich ist, können wir doch bloß vermuten, er hat sich in seinen Briefen nie darüber ausgesprochen," meinte er dann bedächtig und sinnend.
„Aber natürlich ist er reich," gab Heinz in zuversichtlichem Ton zurück. „Das geht doch autz allem hervor: Mama sagte es auch."
„Und selbst wenn er es ist, er wird sich hüten mit seinem sauer erworbenen Gelde Deine Schulden zu bezahlen. Darauf kannst Du doch nicht rechnen."
, „Ach, Bruderherz, die bezahlst Du noch ine5 einemal, und ich verspreche Dir, daß ich fernerhin nur noch Onkel Fritz anpuntpen werde."
Heinz hatte die heftigen Worte, die vorhergegangen waren, schon wieder vergessen, und er streckte dem Bruder lachend die Hand hin. Doch dieser schien es nicht zu bemerken.
„Ich habe Dir schon gesagt. — ich kann glicht bezahlen."
„Ach, so heirate doch die Freundin unserer Schwester, die blonde Milly, dann find wir ans aller Not. Mit ihrem Geld hilfst Du mir und Dir, sie hot ja so schrecklich viel, und wäre so glücklich, wenn Du es nehmen und für immer behalten tvolltest."
Eugen machte eine ungeduldige Handbe- toegung.
«Ich betrachte die Ehe nicht als einen Handel Heirate Du das Mädchen doch!"
Heinz lachte, sorglos und übermütig.
„Ja, mein Lieber, das hätte ich längst gern getan. Aber unbegreiflicherweise will die Kröt: mich nicht. Hat es ernstlich auf Dich abgesehen. Ick habe doch sonst Glück bei den Weibern, bin doch ein leidlich hübscher Kerl, — was?"
Er reckte bei diesen Worten die stattliche Gestalt, schlug die Absätze zusammen, drehte an de-u Schnurrbart und schaute dem Bruder schelmisch lächelnd ins Gesicht, indem er ihm auf die Schultern klopfte.
„Nimm doch das Leben nicht so schwer, Eugen, sagte er lachend. „Ich habe herausgefunden, daß es sich ganz angenehm leben läßt, wenn man — Geld genug hat. Aber das darf nicht fehlen. Mache um Gotteswillen nicht die Dummheit, und heirate eine arme Frau. Du kannst nur eine Reiche nehmen, dann wird das Geschäft wieder in die Höhe gebracht und alles geht gut. Deshalb befolge meinen Rat und nimm die blonde Milly. Sie giebt eine ganz bequeme Frau für Dich. Du hast es ihr angetan mit Deinen melancholischen Augen. Ja, so etwas imponiert den Weibern. Wenn ich mir nur auch etwas derartiges beilegen könnte. Aber ich bringe es nun mal nicht fertig. Wir beide sind eben ganz verschieden geartet."
Sein helles Lachen war weithin vernehmbar.
Ja, so war Heinz immer,' sorglos, leichtsinn.z und stets heiter, ein vorzüglicher Gesellschafter, überall gern gelitten. Ritterlich, galant, liebenswürdig gegen alle, genoß (*■ fein Leben, während Engen sich mühte, das mehr und mehr zurück- gchende Geschäft wieder zu heben.
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