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Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag' Joh. Aug. Koch, Unwcrsitäts-Buchdruckerek 40, SVttfitfl, Marburg, Markt 21. Telephon 55. ö

Marburg

Sonnabend, 4. März 1905

Vierteljährlicher Bezugspreise bei oct ExpLition 2 MH, Jti 54 bei allen Postämtcm 2,25 Mk. kcjcl. Bestellgeld).

e/,Ä Jnsertionsgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg,

Rcelamen: die Zeile 25 Pfg.

Neueste Telegramme.

Berlin, 2. März. Der Kaiser, der die Fahrt zum Mittelländischen Meere nicht auf dem Landwege, sondern zur See machen wird, dtird, nach derNat.-Ztg.", in Lissabon mit dem portugiesischen Königspaar zusammentrefsen. Zuvor wird der Kaiser in Vigo von einem Mitglieds des spanischen Königshauses begrüßt werden. In einem Hafen des Mittelländischen Meeres wird wohl die Zusammenkunft mit dem König von Italien erfolgen.

Berlin, 2. März. DerReichsanzeiger' veröffentlicht eine Verordnung vom 27. Februar, wonach das Zolltarifgesetz mit dem 1. März 1906 in Kraft tritt.

Wilhelmshaven, 3. März. Das Marine- Expeditionskorps in Südwestafrika wird nach feiner voraussichtlich am 31. Mär, und 15. April erfolgenden Rückkehr hier aufgelöst in der Weise, daß die Mannschaften dem 1. und 2. See­bataillon bezw. der 2. Matrosen-Didision zurück überwiesen werden. Div ausgedienten Mann­schaften gelangen sofort zur Entlastung.

Brüssel, 3. März. Im Kohlenbecken von MonS ist die Arbeit in größerem Umfange wiederaufgenommen worden; auch im Kohlen­bezirk von Charleroi erfolgt die Wiederauf- nähme der Arbeit in immer größerem Maße. Im Bezirk von Lüttich und im Zentralkohlen, decken ist der Ausstand völlig beendet.

Paris, 3. März. Die mit der Beratung der Vorlage betreffend die Trennung von Kirche und Staat betraute Kommission der Kammer hat ihre Arbeiten beendet und trotz der Ein­wendungen des Ministers Biendenu Martin einige Abänderungen daran vorgenommen. Ter entgiltigs Text der Regierungsvorlage wurde festgesetzt und der Entwurf angenommen.

Rom, 3. März. Gestern Nachmittag kon» ftrierte der Kammerpräsident mit dem Minister Ewlitti über die durch die Eisenbahnerobstruktion geschaffene Lage. Der Senat nahm eine Tages­ordnung an, in der es heißt, das Haus ver­traue darauf, daß die Regierung durch eine wirksame Intervention in der gegenwärtigen mißlichen Lage ein Ende und Mittel ausfindig machen werde, um die Wiederholung ähnlicher Vorfälle in irgend einem öffentlichen Betriebe zu vermeiden.

Italien.

Die Obstruktion der Eisenbahn­beamten richtet sich, wie schon bekannt ist, gegen das neue Verstaatlichungsgesetz der Re­gierung. Mit Ausnahme der Südbahnen beab­sichtigt die Regierung 10560 Kilometer Bahn zu verstaatlichen und hat deshalb am 21. Febr. einen diesbezüglichen Gesetzeniwurs der Depu­tiertenkammer unterbreitet. Die Bestimmungen des Entwurfes sehen u. a. eine ganz beträcht­liche Besserung der wirtschaftlichen Lage des

10 verbotet»;

Nrißlerche Brüder.

Original-Roman von Irene von Hellmuth.

per'ferirKj.)

»Gewiß es ist nötig, Vater, verlaß Dich darauf," war die feste, bestimme Antwort.Der Haushalt verschlang Unsummen, dem mußte ein Ende gemacht werden."

Der Alte im Lehnstuhl seufzte schwer, wäh­rend die Mutter wieder klagte:Wenn ich da­gegen an Heinz denke, wie ritterlich, wie galant ec allezeit ist! Er versichert mir täglich, wenn seine Gage nicht so lächerlich klein wäre, würde er mir und Else jeden Wunsch gewähren. Wir könnten uns in Samt und Seide kleiden!"

Eugen lachte bitter auf.

Das heißt, wenn Heinz Hunderttausende zur Verfügung hätte; denn das eigene, liebeIch" müßte doch zunächst befriedigt werden, das kommt tri ihm stets in erster Linie."

Der junge Mann wandte sich zum Gehen.

.- Der Herr Leutnant ist wohl noch nicht auf­gestanden?" fragte er, unter der Türe stehen bleibend.Sollte er Vormittag noch sichtbar werden, so schicke ihn auf mein Privatkontor, ich habe mit ihm zu reden."

Damit drückte er die Türe ins Schloß.

Draußen blieb er eine Weile stehen.

Wenn es mir nicht um den Vater zu tun wäre, ich ginge auf und davon," murmelte er. »Aker dec alte kranke Mann tut mir leid!"

Langsam schritt er die Treppe hinab.

Gedankenvoll verfolgte er den schmalen Fuß­pfad durch den Garten und stand plötzlich vor dem reizenden Gartenhause, das so füll und

Eisenbahnpersonals vor. Ferner hat die Re­gierung auch in sozialpolitischer Hinsicht den Wün» scheu derselben weitgehend Rechnung getragen. So sieht der Entwurf wählbare Spezialräte und einen Generalrat des Personals vor sowie ein aus Personalvertretern der Verwaltung gleich­mäßig zusammengesetztes und unter einem Staatsrat als Präsidenten stehendes Schieds­gericht. Das alles hat den Eisenbahnen aber nicht genügt, obwohl sie an sich mit der Ver­staatlichung der Bahnen einverstanden sind, und die Zugeständnisse ihrem sozialistischen Pro­gramme entsprechen.

Die disziplinären Bestimmungen, welche die Regierung im Interesse der Aufrechterhaltung und Sicherheit des Betriebs getroffen hat, um einen Ausstand des Personals unmöglich zu machen, haben das Mißfallen desselben erregt und ihr gegenwärtiges Verhalten bezweckt, die Regierung zum Nachgeben zu zwingen.

Das Eigenartige des Falles ist, daß die italienischen Eisenbahner sich das auch in den Parlamenten bereits zur Anwendung gekommene Verfahren der Obstruktion zum Vorbild ge­nommen haben und nun nicht etwa in den Aus­stand getreten sind, sondern durch die peinlichste Beachtung jeder kleinsten Vorschrift des Regle­ments die Erledigung des Dienstes ins Unend­liche hinausziehen und dadurch jede ordnungs­gemäße Abwicklung der Arbeit unmöglich machen. Der Verkehr ist vollständig gehemmt und der wirtschaftliche Schaden, der dem Lande erwächst, ein ungeheuerer.

Ein deutscher Berichterstatter giebt von den Zuständen auf dem Zentralbahnhos in Rom folgende trotz des Ernstes der Lage komisch berührende Schilderung:

»Zwanzig Minuten vor Abgang der Züge ver­hindern die Weichensteller »in strengster Anlehnung an die Bahnordnung' jedes Rangiermanöver auf der Strecke. Jede Zugversvötuna muß nämlich dem Weichensteller durch Formular 364 angekündigt werden; ohne dieses Formular rühren sie sich nicht. Nun ist es Brauch geworden, die Ankunst der Züge durch automatisches Klingeln von der nächsten Station aus anzukündigen, damit tie Weichensteller die Strecken freihalten, ohne erst durch einen schriftlichen Befehl dazu aufgefordert zu werden, wodurch natürlich der Dienst sehr erleichtert wurde aber das steht nicht im Reglement Ebenso müssen alle Rangiermaschinen von Ver'ehrsbeamten zu Fuß begleitet sein, und dürfen nicht schneller fahren, als ein Mensch gehen kann. Durch genaue Beobachtung dieser Verfügungen der heute noch gültigen Bahnordnung vom Jahre 1812 (!) wird die Ankunft und Abfahrt der Züge ge­waltig verzögert. So traf ein um '/»3Uhr von Rom abgefahrener Zug erst um 7 Uhr in Orvieto ein. Die Verzögerung eines Zuges führt aber Verzögerungen auch bei den anderen herbei. Ein am Sonn­abend um 5 Uhr nach dem ICO Kilometer ent­fernten Terracina abgefahrener Zug wurde erst am Sonntag um 9 Uhr dort erwartet. Die Bildung eines neuen Zuges, die wenige Minuten in Anspruch nahm, dauerte Stunden. Jeder Wagen wurde vorschriftsmäßig katalogisiert. Die Beamten prüften jedes Kissen, jede Bank, jedes Fenster, jeden Vorhang, überzeugten sich, wo eine Schraube fehlte; endlich werden die Wagen, einer nach dem anderen, herbeigebracht. Die Reisenden können Platz nehmen. An den Billctschaltern müssen sie sich mit bereit ge­haltenem Gelde präsentieren. Fünf Minuten vor

friedlich inmitten der alten Bäume lag, als wäre es völlig leer. Aus dem Schornstein auoll bläu­licher Rauch, der allein verriet, daß Menschen drinnen wohnten. Eine Schar hungriger Spatzen flog beim Nahen der Schritte piepsend ausein­ander. Eugen blieb j.ehen und lauschte.,, Var der Tür und oben auf dem hölzernen Balkon wa­ren die Schneeflocken sorgsam weggekehrt und Brotkrumen für die Vögel gestreut. Das efiel ihm außerordentlich.

Sie hat sicher ein weiches, gutes Herz," sagte er zu sich selbst, als am Parterre-Fenster ein dunkellockiges Köpfchen erschien. Das feine Ge­sicht Violettas überzog sich mit leiser Röte, als sie den jungen Mann erblickte.

Haven Sie gut geschlafen?" fragte er, näher tretend, während Violetta das Fenster öffnete.

O, vorzüglich, so schön habe ich I nge nicht geträumt, wie heute," lächelte sie zurück, und in ihren großen, dunklen Augen lag ein Ausdruck von Glück.

Eugen mußte immer diese leuchtenden Sterne betrachten. Er meinte, solche Augen nie zuvor gesehen zu haben.

Der Vater befindet sich heute auch bedeu­tend besser," fuhr Violetta fort,er schreibt dies der guten Luft und der gesunden Wohnung zu, denn unser voriges Logis war ziemlich feucht und kalt, das Fenster schloß so schlecht. Ach, Sie glauben gar nicht, wie wohl und heimisch wir uns hier fühlen. Es ist aber auch zu schön. Ich bin Ihnen so unendlich dankbar, daß Sie uns dies Asyl hier boten."

Eugen wurde es bei dem fröhlichen Geplau­der ganz wohl ums Herz. Wie ein frischer, spru- dein der Quell kamen ihm die Worte vor. Er vergaß dabei aller seiner Sorgen.

Abgang wird der Verkauf unerbittlich geschloffen. In den Wintermonaten hat sich das Zugpersonal vor Abgang des Zuges davon zu überzeugen, daß die Heizungsvorrichtungen in den Personenwagen funktio­nieren. Diese Vorschrift blieb bisber stets unbeachtet. In den Personenwaren herrschte sibirische Kälte oder saharische Hitze, aber die Paffagiere kamen doch wenig­stens vorwärls. Nachdem die Vertreter des Personals den Obstruktionismus proklamiert hatten, kam plötz­lich die Heizungsverordnung zu Ehren. Der Eckzug nach Florenz sollte um 8 Uhr abgehen. 5 Minuten vor 8 Uhr begann man, die Heizungsvorrichtungen nach,»sehen. Sie funktionierten nicht. Zwei Stunden lang wurden Versuche unternommen, die Heizung zu regulieren.'

Dis Regierung hat dieser demokratischen Machtprobe gegenüber, die früher schon von den holländischen Eisenbahnangestellten versucht worden ist, eine erfreuliche Festigkeit beobachtet. Sie, hat von den Eisenbahngesellschaften die disziplinäre Bestrafung der Renitenten verlangt. Wie aus Mailand von gestern gemeldet wird, hat die große adriatische Bahngesellschaft sich schon dazu bereit erklärt. Trotz d'r Meldungen, die von einer Abnahme der Obstruktion berichten, ist ein Ende noch nicht abzusehen. Für den morgigen Samstag ist das Agitationskomitee der Eisenbahner nach Rom einberufen. Im Personenverkehr hat sich die Lage etwas ge­bessert, dagegen liegt der Güterverkehr fast ganz darnieder. Man hofft, daß die Ermüdung des Personals von selbst das Ende der Obstruktion herbeiführen werde. Die radikal-republikanische Kammergruppe hat den Eisenbahnern geraten, die Obstruktion aufzugeben. Da hie sozialistischen Deputierten sowie Vertreter der Arbeiterkammern an der morgigen Beratung teilnehmen werden, wird sich zeigen, ob diese Mahnungen zum Frieden aufrichtig gemeint find. -s.

Umschau.

. Dir Unruhen in Rußland.

Die Meldung, daß der Landwirtschafts­minister ein Verfassangsp ojekt ausgearbeitet habe, das den Beifall des Zaren gefunden und Aussichten habe, verwirklicht zu werden, wird bereits energisch dementiert. DiePetersb. Tel.-Agent." ist in der Lage, aus authentischer Quelle folgendes mitzuteilen: Auswärtige Blätter versichern, der Landwirtschaftsminister Jermolow hätte den Befehl erhalten, einen Versassungsentwurf auszuarbeiten, und es fänden bei ihm Beratungen hoher Beamten statt. Alles das entbehrt jeder Begründung.

Petersburg, 2. März. In dem an der Eisenbahn Moskau-Nishni-Nowgorod gelegenen Fabrikbezirke Orechowo und Sujewo find gegen 60 000 Arbeiter der Fabriken von Morosow, Boqorodskt und andere in den Ausstand ge­treten. Der Ausstand führte unter den Ar­beitern zu Streitigkeiten, bei denen mehrere Arbeiter erschlagen wurden. Wie den hiesigen Blättern aus Moskau gemeldet wird, entstanden diese Streitigkeiten dadurch, daß Arbeiter einen Fabrikanten überfielen, während andere ihnen entgegentraten. Militär ist in diesen Bezirk

Wie haben denn die Ihrigen die Nachricht aufgenommen, daß dies Haus plötzlich Gäste be­kam?" fragte Violetta beklommen.

Darüber machen Sie sich keine Sorge, mein Fräulein," gab Eugen sckmell zurück, und nickte dem Mädchen freundlich zu.Sie sollen hier ungestört wohnen, so lange es Ihnen gefällt!"

Ja wirklich? O, wie gütig Sie sind!" rief Violetta, und klatschte vor Vergnügen in die Hände, wie ein beschenktes Kind.

Eugen weidete sich an der Freude des jungen Mädchens. Je länger er dasselbe betrachtete, desto mehr kam er zu der Ueberzeugung, daß er keiner Unwürdigen sein Haus geöffnet.

Freundliche Gedanken mochten den sonst w ernsten Mann beschäftigen, als er den Weg zu­rückging, den er gekommen; denn auf seinem an­ziehenden, männlich schonen Gesicht lag ein hei­teres Lächeln. Mit fröhlichem Blick schaute er nun sich, als er plötzlich an einer Biegung des Weges seinem Bruder gegenüberstand. Heftig vertrat er ihm den Weg. Er fühlte ien Groll, den er auf kurze Zeit vergessen hatte, wieher mächtig in sich aufsteigen.

Wo willst Du hin, Heinz?" fragte Eugen barsch und finster.

Der Angeredete reckte sich zu feiner ganzen stattlichen Höhe empor, drehte den langen Schnurrbart zwischen den Fingen:, lächelte etwas malifiös und wollte ohne ein Wort an dem Bru­der vorübergehen. Doch drohend pflanzte sich dieser vor dem Leutnant auf, und rief lauter als zuvor:Wo Du hin willst, möchte ich wissen!" Geht es Dich vielleicht etwas an?" sagte der andere, noch immer lächelnd.Meines Erach­tens bin ich Dir darüber keine Rechenschaft schick- big. Doch, wenn Du es burdjauS wissen mußt,

abgegangen. (In Orechowo etwa 80 Km. von Moskau an der Bahn Moskau-Nishni-Nowgorod befindet sich die große Morosowsche Baumwoll­spinnerei und Weberei. Die Red.) I« Wyborger Stadtteile in Petersburg sind 1000t Arbeiter aus den großen Fabriken in den Aus­stand getreten.

Petersburg, 2. März. Die Vertreter der Moskauer Börse richteten an den Kaiser eine Ergebenheitsadresse mit dem Ausdrucke der Anhänglichkeit an das Prinzip der Selbllherr» schäft. Der Kaiser antwortete unter dem 1. März, e8 erfreue ihn in diesem Jahre der schweren Prüfungen besonders, daß dieser Stand den alten Grundlagen des russischen StaatslebenS treu bleibe.

Reval, 2. März. In den meiften Fabriken wurde heute neuerdings die Arbeit eingestellt.

Saturn, 2. März. Im Zollgebäude wurde» von den Arbeitern, die mit dem Abladen von Gütern beschäftigt waren, die Arbeiten eingestellt.

Rostow, 2. März. Die Beunruhigung der Bevölkerung nimmt zu. Heute sind dii Druckereiarbeiter in den Ausstand getreten Es kam zu einigen Zusammenstößen mit Mili­tärpatrouillen, wobei einige Personen vev wundet wurden.

Bielostok, 2. März. Gestern sind hier die Arbeiter sämtlicher Fabriken, Werkstättev und Druckereien, im ganzen nahezu 10000 Mann in den Ausstand getreten.

Baku, 2. März. Die Schüler sämtlicher Lehranstalten fteflf?' hen Besuch des Unter­richtes ein.

De? rusfisch-japanischr Krieq.

Die Japaner müssen in den Kämpfen um di« Gebirpspässe südlich von Mulden den Russe» jeden Fuß breit Terrain abringen. Die Russe« leisten hartnäckigsten Widerstand, so daß von besonderen Erfolgen der Japaner eigentlich nich die Rede sein kann.

Ein Telegramm des Generals Kuropatkin an den Kaiser vom 28. Februar meldet: Nach heut« eingegangenen Berichten griff der Feind die Vor­hut unserer Truppenabteilung bei dem Dorf« Ubenapusa an; alle Vorstöße wurden znrückge- schlagen. Eine andere Abteilung hatte einen er­bitterten Kampf mit dem Feinde, der die Front und linke Flanke bei den: Dorfe Kudiasa angriff. Das Ergebnis des Kampfes ist nicht befan.it Unsere gegen das Dorf Tomazuhan mtsandten Truppen vertrieben den Feinde aus Deile, drei Werst südwestlich von Tomazuhan. Unser« Stellungen zwischen Sachepun, Kantulin und dem Putilowhügel werden stark beschossen. Unser« Verluste sind, obgleich das Schießen noch nicht aufgehörl hat, nicht sehr schwer. Teste unserer Vorhut, die gestern die Anlagen am rechten Schaho-Ufer vor der Brücke besetzten, hielten sich heute gegen einen nächtlichen Angriff der Japaner.

kann ich es Dir auch mitteilen: Das hübsche- gelchen, das Du diese Nacht mit^riirmbt hast, möchte ich mir einmal ansehen. Bist doch ein guter Kerl, weil Du für so reizenden Zeitver­treib sorgst. Es ist ohnedies schrecklich angweilig auf dieser öden Welt."

Heinz," begann Eugen, und seine Stimme klang so drohend, daß b.r Bruder unwillkürlich ernster wurde.Ich rate Dir. laß diesen spötti- schon Ton, und dann, dieses Mädchen ist kein Zeitvertreib für Dich. Ich nahm die Bedauerns- werten auf, weil sie obdachlos waren, aber Du sollst sie in Ruhe lassen."

Aha, Du bist schon eifersüchtig," sachte der andere höhnisch auf,ich hätte es mir denken können. Aber meine Neugierde muß befriedigt werden. Auguste, unsere Küchenfee, brachte, mit mit dem Frühstück die Nachricht, daß da hinten ein verteufelt hübsches Mädchen Hause und Du weißt, für hübsche Mädchen habe ich einfaible".

Eugen blickte den Spötter recht finster an.

Vorläufig haben wir beide über ganz an­dere Dinge zu reden, Heinz. Wie ist es nur mög- sich, daß Du aufs neue Schulden machen konntest und zwar in solch beträchtlicher Höhe? Hast Du vergessen, was Du gelobtest? Denkst Du denn nicht mehr daran, daß Du durch Deinen unglaub­lichen Leichtsinn unseren Vater beinahe an den Rand des Grabes brachtest? Als er gezwungen war. Deinetwegen den Rest seines Vermögens zu opfern, was versprachst Du da? Damit btt Familie vor der Schande bewahrt blieb, Dich aus dem Heere ausgestoßen zu sehen, gab der Vater alles hin. Was es ihn gekostet, weißt Du so gut wie ich. Der arme alte Mann leidet noch heute an den Folgen jener schrecklichen Entdeckung."

(Fortsetzung folgt.)