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mit dem Kursblatt für

Kreise Marburg und Kirchhain.

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Vierteljährlicher Bezugspreis, vei oti Expedition 2 Mk, bet allen Postämtern 2,25 Mk. Kejci. Bestellgeld).

Znserttonsgebühr: die gespaltene Zeile oder veren Raum 10 Pfg, Reclamen: die stckle 25 Psg.

Marburg

Freitag, 3. März 1905.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag' Joh. Ang. Koch, Universitäts-Buchdruckerei Marburg, Markt 21. Telephon 55.

40. Jahrg.

S

Bedruck verboten.)

Die Unruhen in Rußland.

Petersburg, 1. März. (W. B.) Aus dem Gouvernement Minsk wird die Einstellung des Unterrichts an allen Lehranstalten gemeldet.

Warschau, 1. März. In den Gouverne­ments Kielee, Lomsha, Lublin, Plozk und Sn- walki wurde von dem Gouverneur der Zustand des verstärkten Schutzes (Belagerungszustand) erklärt

bringen, wollte man ihr Leben nicht aufs Aeußerste gefährden."

Auguste sagt aber, das Mädchen sähe aus wir eine Zigeunerin. Man darf doch den Leuten nickt so ohne weiteres trauen! Wenn es nun schlechte Menschen sind, die Du uns da auf den Hots geladen hast?"

Eugens ernstes Gesicht hellte sich auf.

Schlechte Menschen? O nein!" lächelte er.Vertraue nur meiner Menschenkenntnis, Mutter, Du kannst es getrost. Schlecht sind die Leute nicht, dafür stehe ich ein."

Wer bürgt uns dafür?" fuhr die Mutter auf.Du hast Dich von einem hübschen Gesicht täuschen lassen, denn schön soll das Mädchen sein, wenigstens sagte es Auguste, aber dem Alten, nieinte sie, wäre nicht recht zu trauen, und ich dulde nicht, daß Du so eigenmächtig vorgehst und in ineinem Hause fremde Leute beherbergst, ohne mich zu fragen."

Du vergißt Mutter, daß das Haus mit allem waö cs enthält, mein Eigentum ist, daß der selige Großvater in seinem Testament mich als den alleinigen Besitzer eingesetzt hat, Wohl in der richtigen Erkenntnis, daß ich es einmal vielleicht recht nötig haben werde!"

Der selige Großvater hätte auch etwas Ge­scheit teres tun können," brummte die Frau ge­ärgert.

Er kannte meine Vorliebe für daS stille Haus und sicherte mir dessen Besitz," entgegnete Eugen r«hig.

Na, hoffentlich bleiben die Leute nicht lange hkcr." -

Neueste Telegramme.

Berlin, 1. März. Wie derL.-A." hört, ist die schnelle Beilegung der Differenzen an der Hochschule in Hannover auf direktes Ein­greifen des Kaisers zurückzuführen, der unzwei­deutig zu erkennen gegeben bat, daß er die schleunige Erledigung der unerq licklichen Ange­legenbeit in dem nachher erfolgten Sinne wünsche.

Berlin, 1. März. Die Veröffentlichung einer kaiserlichen Verordnung, durch welche der neue Zolltarif-zum 1. März 1906 in Kraft ge­setzt wird, steht unmittelbar bevor.

Berlin, 1. März. Der Kaiser verlieh dem Prinzen Arthur von Connaught den Schwarzen Adler-Orden.

München, 2. März. Der Prinzreqent hat dem Staatssekretär Grafen Po^adowskh als Zeichen seiner Anerkennung der Verdienste des Grafen um das Zustandekommen der neuen Handelsverträge sein Reliefbildnis in Bronze von Professor Hildebrand verliehen.

Königsberg, 2. März. Der Provinzial­landtag beschloß in seiner gestrigen Schluß­sitzung einstimmig, als Angebinde der Provinz Ostpreußen zur silbernen Hochzeit deS Kaiser­paares die Stiftung eines Werkstättenhauses für blinde Männer unter dem NamenKaiser Wilhelm- und Kaiserin Auguste Viktoria-Werk- ' stättenhaus für blinde Männer".

Wie», 2. März. Der deutsch-nationale Hochschulausschuß sämtlicher Wiener Hochschulen sandte an die Studentenschaft zu Hannover, Braunschweig und Charlottenburg eine Sym­pathiekundgebung zu deren Kampfe für die akademische Freiheit.

Genua, 1. März. Prinz Friedrich Leopold von Preußen ist heute mittag an Bord des Dampkers des Norddeutschen LloydPrinz Eitel-Friedrich" nach Ostasien abgereist. Zur Verabschiedung waren der deutsche Generalkonsul Dr. Inner sowie die Spitzen der Zivil- und Militärbehörden erschienen.

Mailand, 2. März. Die durch die Ob­struktion der Eisenbahner geschaffene Lage hat sich kaum verändert. Der Personenverkehr ist abgesehen von Verspätungen im ganzen geordnet, der Güterverkehr hat sich weiter verschlechtert. Die Postdirektion gibt bekannt, daß Paket­sendungen große Verspätungen erleiden. Bis heute ist kein Zeichen von Nachgeben bemerkbar.

sieh darauf, daß die Familienväter möglichst ihren Verdienst behalten: die Freien mb Ledigen tragen nicht so schwer daran, wenn sie einmal ni'ftF verdienen können, hörst Du? Aber woran denkst Du den. eigentlich, üw glaube. Du hast noch etwas, was £' mir verschweigst!"

Er reichte dem Sohne die Hand.

Armer, Junge," sagte er dabei, und um­spannte die Rechte Eugens mit festem Druck, mußt Dich sorgen und quälen! Ach, daß ich so untätig hier sitzen muß! Was sollte aus uns werden ohne Dich!"

Der junge Mann machte eine abwehrende Handbewegung.

Ich bitte Dich, Vater, ich tue nur meine Pflicht"

Er wurde unterbrochen. Eine stattliche, und trotz der vereinzelten Silberfäden in dem dunklen Hoare noch hübsche Frau kam anscheinend sehr aufgeregt herein. Sie ging direkt auf Eugen zu, okne auf seinen Gruß zu achten.

Was sind denn d.' nun wieder für Geschich­ten!" rief sie unter der Türe.Soeben erählt mir Auguste, unser Gartenhaus hätte heute Rächt Lcgierbesuch erhalten. Sie mußte heute früh Kassie hinschaffen nebst allem, was dazu gehört! Du hättest es so befohlen, sagte sie. Wie kannst Du, ohne mich zu fragen, wildfremde Menschen aufnehmen?"

3um Fragen blieb mir feine Zeit, Mutter," entgegnete Eugen ruhig.Tie Leu.e waren in der bitterkalten Nacht ohne Obdach. Dazu ist der alte Mann gichtleidend, kann fast keinen Schritt gehen. Es war eine einfache Pflicht der Menschlichkeit, die Aermsten unter Dach zu

Ungleiche Brüder.

Original-Roman von Irene von Hellmuth.

Was weißt Du Vater?"

Siehst Du, ich kenne Dich zu genau. Nun hast Du Dich verraten! Also heraus mit de-- Sprache, was ist's? Es ist Dir doch bekannt, daß mir die Unruhe und Ungewißheit sehr schäd- Uch ist. Leichter ertrage ich eine unairgenehme Nachncht, als diese Ungewißheit, die mich mar­tert und peinigt."

Ew- i hatte sich rasch beruhigt.

Man muß sich doch viel sorgen und quälen, das weißt Du ja Vater," seufzte er aufatmend mit einem etwas erzwungenen Lächeln.Die Sache, die wir schon lange und oft zusammen besprachen, geht mir im Kopfe herum. Ich werde leider am Samstag wieder etwa 20 Arbeiter entlassen müssen. Die großen Aufträge von aufwärts bleiben völlig aus. Wir sind von an-

Fabriken überflügelt, wir können nicht so billig arbeiten wie jene, da uns da-- Kapital fehlt, um Vorräte tu großen Massen und a^en Barzahlung emkaufen zu können. Das Roh­material kommt uns eben bedeutend teurer zu stehen."

Nun, nun," beschwichtigte der alte Herr, es wird ja so schlimm nicht werden, habe a,on öfters schlechte Zeiten durchgemacht: es hat sich leüesmal wieder gebessert. Kopf hoch, Eugen, tttr nicht gleich verzagen. Und oann, noch eins 1 wenn Du schon Arbeiter entlassen mußt, fo

Der rusAsch-japanische Krieg.

Die Angriffsbewegung der Japaner hat zu erbitterten Kämpfen im Zentrum der rus­sischen Schahostellung und bei Sandepu geführt. Soweit aus den verschiedenen Meldungen hervor­geht, wird von den beiden Gegnern mit wechseln» dein Erfolg um einzelne Stellungen gerungen.

Aus Mukden wird über Pet.rsburg vom 1. März berichtet: Schon zwei Tage und zwei Nächte unterhalten die Japaner ein heftiges Feuer aus schweren Geschützen auf den Nowgo­rod ki- und Putilowhügel. Wahrscheinlich be­reiten sie einen förmlichen Angriff auf diese Stellungen vor. . Verlängerte Nacht wütete ein Kampf bei der Eisenbahn am Schah». Um 2 Uhr nachts wurden die Brückenbefestigungen und die Brücke selbst von den Russen genommen. Ein naheliegendes Wäldchen j:doch blieb nach hef- tigern Kampfe in den Händen der Japaner. Der Kampf dauerte auf der ganzen Linie an. In

Politische Gespensterfurcht.

Eine der bedenklichsten Erscheinungen, unter denen heute unser politisches Leben krankt, ist die Nervosität unserer öffentlichen Meinung, die sich, so scheint es, gar nicht wieder legen will, nach- dem einmal in den Jahren nach Bismarcks Ab­gang das ruhige Gleichgewicht der Stimmung in den nationalen Kreisen von Grund aus aufge­wühlt ist. Der nationalgesinnte Deutsche hafte sich in den beiden Jahrzehnten der Bismarckschen Waltung mit dem beruhigenden Bewußtsein durchdrungen, daß die starke Hand, die die Ge- schicke unseres Reiches lenke, allerwegen das

Wie lange sie hier wohnen werden, weiß ich noch nicht: jedenfalls sind sie niemanden zur Last und der Hilfe dringend bedürftig. U '>et das Haus habe ich zu bestimmen, sonst feiner!"

Ter junge Mann sprach die letzten Worte mik scharfer Betonung.

Siehst Du, so ist er immer, ein ungebobel- o ter grober Klotz! Und das muß ich mir gefalle« lassen!" wandte sich die Frau mit weinerlicher Stimme an ihren Gatten, der schweigend zuge­hört hatte. Er behandelt uns alle wie ein Tyrann reißt die Herrschaft an sich, und überwacht jede kleine Ausgabe. Ich muß meinem eigenen Sohne Rechenschaft ablegen k Es ist unerhört, wie et es treibt!"

Mutter, es äst notwendig, ich kann nicht anders!"

Else, das arme Kind, weint sich schier bie Augen aus dem Kopf, nicht einmal ein neues Kleid soll sie haben!"

So sei doch nur vernünftig Mutter," bak Engen dringend,stachle Else nicht noch auf. Sie hat Kleider genug, vorläufig muß sie sich' begnügen."

Ein junges Mädchen muß sich putzen, foafl wird es eine alte Jungfer." . -

Wenn Elfe nur deswegen gewählt toirS, weil sie sich putzt, so mag sie in Gott-S Name» ledig bleiben," sagte Eugen, ohne seine Ruhe $» verlieren.

Ist es denn nötig, daß Du gar so sparsam wirst?" versuchte der Vater einzulenken- a

(Fortsetzung folgt), u.

einer solchen Befürchtung ergeben aber was hilft I Warschau, 1. März. Der Direktor der ä Erregung ebbt nur langsam ab und Weichselbahn machte den Angestellten bekannt wird bald an anderer stelle wieder zum Aus- I n» f,;» n $mÄr. iJZ

brua, kommen. Wir sind eben nervös erregt und aufrunebnmn na^ u n

suchen förmlich nach Anlässen uns weiter zu er-SJgbm, anbet^aH« sie entlaßen regen. Lifte krankhafte Neigung ist, wie gesagt, P^rben Mehrere hiesige Banken bewilligte«

das traurigste Erbstück, das wir der unglücklichen bre von Angestellten vei langte Gehaltserhöhung

Aera Caprivi verdanken. Wer es treu meint mit I e*c e^nten l^doch ab, daraufhin begann der unserem Volke, der kann sich keine schönere und I Ausstand der Angestellten. In der inneren höhere Aufgabe stellen, als mitzuhelfen, daß dieser I Stobt traten die Dienstboten in den Ausstand. Bann endlich gebrochen werde. I Tiflis, 1. März. Die von den Unruhen

G. Buchholz. I erfaßten Kreise des Gouvernements Kutair

Rechte zu treffen wisse, er sah sein politisches Wollen und Empfinden so rein und mächtig durch den einzigen..ann verwirklicht, daß ibm fast nichts anderes übrig zu bleiben schien, als den Spuren dieses Genius in bescheidener Betrach­tung bewundernd zu folgen. Gerade die junge Generation von damals beherrschte Bismarcks Autorität nahezu absolut. Die heute bei uns als Männer im politischen Kampfe stehen, sind fast durchweg aus dieser Schule hervorgegangen. Wie tief und bitter wurden sie enttäuscht, als sich in den Tagen der Aera Caprivi die fammervollsie

NnMa.'ÄXÄÄ 1

nalen Gütern und Interessen wirtschaftete und Englisches Familien« ««L de«1s«eS £u 'etne5. Verfügung steht' eine besonder« wüstete, es gälte es das sorgsam gehütete und "wq I I ^uppenabteilung.

vermehrte Kapital in kürzester Frist zu vergeuden. . . V-rgrnrrqr. I Warschau, 1. März. In den kleine«

Damals ging mit so manchem anderen auch ein I Vor einigen Janen wurde gemeldet, daß I Fabriken fängt der AuSstand von neuem an. Gut verloren, das Bismarck so wohl zu f flegen König Eduard als Cbef des Koburgischen Hauses I Die Stadt ist beunruhigt. Patrouillen durch­gewußt hatte, das unbedingte Ve--ftaucn nn'erer I feine Einwilligung zu der Heirat de» Herzogs I ziehen wieder in pröreret Anzahl die Stadt, öffentlichen Meinung in bett Gang unserer von Sachfen-Koburg-Gotha mit der Prinzessin I Eine Reihe von kaufmännischen Angestellten, «ußeren und inneren Politik. Der Umtoertr.ng Viktoria von Schleswig-Holstein durch Kabinetts- die Schuhmacher und die Dienstboten find i« nlfer bohMicn Werte, die tn jenen Tagen, wie ordre erteilt habe. Dazu schreiben dieB.N.N.": den Ausstand getreten. P

setzten^die nationale^Krefl^D-uftchlands ft'rtan . "®ie ^8 Königs von England ^^stow, I. März. Die Polizei beschlag-

ein hartnäckiges Mißtrauen entgegen. Je mehr I eTfoIöt mehrere Wochen, nachdem sich der junge I nahmte bet Persern eine Menge von Pulver er verfemt wurde, um so höher blieb der alte Herzog verlobt hat. Der König ist allem An- I und Waffen. Zahlreiche Fabrikarbeiter befinden Kurs bei ihnen im Werte. Ein demonstrativer I schein nach vorher nicht gefragt worden. Und I sich im Ausstand x eS wurden Versuche gemacht,

Bismarck-Kultus und das Umsichgreifen der jun- | bas ist ganz in der Ordnung. Tenn Herzog I bas Einstellen der Betriebe zu erzwingen. Ob-

gen alldeutschen Bewegung kennzeichnen die I Karl Eduard ist deutscher Bundesfürst und kein I gleich bis jetzt keine ernstlichen Ruhestörungen

Stimmung dieser Jahre. Gerade die Beiten und I Engländer. Seit Jahren zeigt er auch nicht I vorgekommen find, ist die Bevölkerung in Angst

Warmherzigsten konnten sich damals nicht genug I die geringste Neigung für einen Engländer ge- I versetzt und versieht sich mit Vorräten uni

tun tn bitterer Reichsverdrossenheit. Eine Presie holten zu werden. Es scheint aber, als ob Lebensrnitteln.

E ?us uud fand reißenden Absatz ine der all- Eduard oder seine Ratgeber ein Be» I Saturn, 1. März. An den Unruhen in

lieh Das^allsoluw Mßftauen i? dw Einsicht bütfni8 hätten die Zugehörigkeit Karl Eduard« Kutais nahmen auch Schüler teil. Bei be« und den guten Willen der leitenden Männer stand englischen Kömqshause ostentativ aufrecht zu- Zusammenstößen töteten und verwundeten di, auf der Tagesordnung. I erhalten, trotzdem sie alleräußersten Falles eine I Kosaken mehrere Personen.

Seitdem ist viel Wasser den Bern binabae- r?eTe Formalität ist. Nur mit dem Bedürfnis, I Lugansk, 1. März. Heute begannen geflossen Auf Ccchrivi wlgte Hohpnlohe auf eJn8n deutschen Bundesfürsten unter englischer 4000 Arbeiter der Hartmann-Werke den AuS-

Hohenlohe Bülow. Wir sind allmählich im Reich Kuratel zu zeigen, , erklären wir diese alleS stand. Morgen werden Delegierte der Arbeiter

und in Preußen wieder mit Erfolg in die Bah- I bisher Dagewesene hinter sich lastende nachträg- I der Fabrikverwaltung die Forderungen der

nen der Bismarckschen Politik zurückgelenkt und I licke Kundgebung. Erinnern wir unS im be- I Arbeiter mitteilen. Bisher ist die Ruhe nicht

haben allen Grund, uns wohl dafür zu fühlen. I sonderen, daß daS englische Hofjournal wieder» I lststört worden, doch befürchtet man ernstliche Wer sich die Mühe gibt, ausländische Blätter zu holt für wölfische Rechte eingetreten ist, so haben Verwicklungen, da noch 300 Arbeiter anderer lesen, weiß, wie man draußen in der Welt über I wir den Eindruck, daß in der AuSnützung ver- I Fabriken und 500 Ladenverkäufer in den Aus» Un etOT und?hre äußere wie in- I wandtschaftlicher Beziehungen zu dekorativer I stand zu treten beabsichtigen,

nere Politik denkt und tote der schadenfrohe Bei- Verstellung nprnhpnt shrtpm V 1 0 w B

fall, mit dem unsere Rivalen unb Gegner in den ^rnn ^all ind» Ln ßS28LÄ

Tagen Caprivis so freigebig waren, längst ver- "ln. * Landen Vorschub ge­stammt ist. Nur wir selbst sind nicht zufrieden, ,fer°en batf-

wollen nicht zufrieden fein. Warum nicht? Uns I , Diese Kritik ist vollständig berechtigt und fehlt das alte unbedingte Vertrauen in diese Po- I die beanstandeten Tatsachen beweisen auf? neue lttik. Wir sind unsicher und nervös geworden, I die Notwendigkeit reichsgesetzlicher Bestimmungen sehen überall Gespenster und vergällen uns in über Thronfolge usw., kurz die Schaffung eines unserem umeligM Pessimismus, die Freude an deutschen Fürstenrechts, das unsere Dynastien ba§ von fremdem Recht und ausländischen Einflüsten Bleigewicht eines unbesieglichen Mißtrauens :n unabbänaia mmtt einem fort mit uns herum und läbmen damit un- > "naorangig macht.

fere nationale Spannkraft. Erst die jüngsten Wochen haben einen neuen Bel-m der politischen Gespensterfurcht geliefert, die bei uns jetzt im Schwange ist und gerade auch die nationale Ju­gend ergriffen hat. Die akademische Freiheit sei in Preußen in Gefahr, so erscholl es plötzlich aus dem Munde unserer jungen Kommilitonen, so tönte es in der, Presse .-ach und flugs durchdrang sich die öffentliche Meinung mit dem Bewußtsein dieser Gefahr. Die Verhandlung im preußischen Landtag hat die vollkommene Grundlosigkeit