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übermitteln. Kaiser Menelik lud " darauf alle Mitglieder der Mission, die Garde-du-Korps- Eskorte und die hier lebenden Deutschen zu einem Prunkmahle ein, an dem etwa 5000 Personen teilnahmen. Alle Großen deS Reichs waren zugegen. Der NeguS erwies den Gästen große Freundlichkeit. Wiederholt äußerte er seine Bewunderung für die deutschen Soldaten.
Studenten Berufung an die Zentralinstanz freisteht, kann ich darauf nicht weiter eingehen. Den Bestrebungen auf ein Verbot der konfessionellen Verbindungen habe ich entschiedenen Widerstand geleistet. (Beifall im Zentr.) An stch bleiben diese konfessionellen Verbindungen an den Hochschulen ja eine unerfreuliche Er- scheinung. (Widerspr. i. Zentr. u. Zustimmung IinF?.) Es fehlen aber alle rechtlichen Voraussetzungen zu ihrer Beseitigung. Meine Maß. nahmen gegenüber studentischen Kundgebungen habe ich mit weitgehendster Nachsicht und fern von jedem engherzigen BureaukratismuS ge- troffen, weil ich mir sagte, daß es sich um jugendlichen Uebereifer handele, der milde zu beurteilen ist. Ich glaube, damit der Sache des Friedens und der akademischen Freiheit einen Dienst erwiesen zu haben.
Abg. Dr. Friedberg (nl.) beschwert sich über vte ihm bom Ministerialdirektor Althoff erteilte erregte Auskunft. Ich kann mir diese Erregung nur so erklären, daß er aus meinen Bemerkungen einen Dorwurf her-msgehört hat, den ich nicht gemacht habe. Wie konnte er aber sagen, er lasse sich in der Begeisterung für die akademische Freiheit „am allerwenigsten Nom Abg. Friedberg" übertreffen? Das war ein Ausdruck außerordentlicher Geringschätzung. (Sehr richtig! links.) Damit überschritt er die Grenzen, die einem Regierungskommissar in diesem Hause gezogen sind. (Sehr richtig! links). Und der Minister scheint diese Aeußerung zu billigen. Ich werde daraus meine Konsequenzen ziehen und mein Verhältnis zum Kultusministerium anders regeln müssen. (Lachen rechts.) Das Verlangen auf Aufhebung der katholischen Vereine halte auch ich für ungerechtfertigt. Das ganze liebel scheint erwachsen zu sein durch die Vielregiererei und Vielgeschäftigkeit der Zentralstelle. Die Verfügungen des Ministers sind kaum ein Attentat auf die akademische Freiheit. Nimmt man diese Verfügungen aber zurück, dann wird auch der Friede wiederhergestellt sein. (Beifall links.)
Minister Stndt: Ich übernehme die volle Persönliche Verantwortung für die Aeußerungen meiner Komissare. Leider hat Abg. Friedberg die Angelegenheit aufs persönliche Gebiet gezogen. Die Erregung meines Herrn Kommissars erklärt sich daraus, daß er aus den Worten des Vorredners den Vorwurf herausbörte. er habe in der Kommission unrichtige Angaben über den Stand der Angelegenheit "gemacht. Die Wen- ung „am allerwenigsten" hat mein Kommissar nur in dem Sinne „auch nicht" gebraucht. Im iibrigen sehe ich die Angelegenheit für erledigt an.
Abg. Dr. Jrmer (kons.): Der Streit Fried- berg-Althoff-Studt ist für uns erledigt. £b auch für Dr. Friedberg, hängt von seiner subjektiven Aufassung ab. .Die spielt freilich bei ihm eine große Rolle. (Heiterkeit.) Wir glauben, die Zentralstelle sollte die Erledigung solcher Fälle den akademischen Behörden überlassen. Man braucht nicht gleich das Knie schlottern zu lassen, wenn Studenten mit einer dem Auslände unangeneh-
23. Febr. Der feierliche Empfang der deutschen Gesandtschaft durch Kaiser Menelik fand am 17. Februar statt. Der NeguS sowie die Kaiserin Taitu bezeugten ihre Freude über die von dem Führer der Mission im Namen und mit den Grüßen des deutschen Kaisers überreichten Geschenke und baten, ihren Dank und ihre Eegengrüße zu
Vierteljährlicher Bezugspreis, bei der Expedition 2 Mk, 6« allen Postämtern 2,25 Mk. (,e$cL Bestellgeld).
Znscrtionsgebiihr: die gespaltene Zeile oder seren Raum IS Pfg. _______________ Necla men: die Zeile 25 Pfg.
Marburg
Sonnabend, 25. Februar 1905
Das Abgeordnetenhaus über die „akademische Freiheit".
Gestern war ein „großer Tag" im preußischen Abaeordnetenhause, der auf die Mitglieder des Hauses und mehr noch auf das Publikum große Anziehungskraft auSübte. Die Zuhörer- Tribünen waren stark überfüllt, Kopf an Kopf standen alle, die keinen Platz mehr gefunden hatten. War doch die angekündigte Debatte über dieVorgänge an verschiedenen preußischen Hochschulen zu erwarten, weshalb besonders das akademische Element zahlreich vertreten war. Im allgemeinen dürfte das Abgeordnetenhaus zur Zufriedenheit aller Akademiker die Angelegenheit behandelt haben, lieber den Gang der Debatte wird wie folgt berichtet:
Kultusminister Dr. Studt: Ehe das HauS in diese Debatte eintritt, will ich den willkommenen Anlaß benutzen, meinen Standpunkt hinsichtlich der Maßnahmen, die meinerseits ergriffen worden sind, Ihnen darzulegen. Ich stehe seit 16 Jahren in einheitlichen Beziehungen zu akademischen Bürgern und zur akademischen Jugend. Ich habe nie mein Bestreben darauf gerichtet, die akademische Freiheit zu beschränken. Ich habe es.stets als einen besonderen Vorzug empfunden, in harmonischem Einvernehmen mit Prostfforea und Studierenden tätig sein zu dürfen. Es wird mir aus meiner amtlichen Wirksamkeit keine Handlung oder Aeußerung nachaewiesen werden können, aus welcher die Absicht hervorginge, das Palladium der akademischen Freiheit zu beeinträchtigen. Die in der letzten Zeit von gewisser Seite tendenziös hervorgerufene Protestbewegung der Studierenden an llinbeifitaten und technischen Hochschulen kann meines Erachtens für erledigt angesehen werden, namentlich für die beteiligten Universi- täten. In Marburg ist im Wege der Ver« ständrgung die Sache bei gelegt, ebenso in Münster durch befriedigende Erklärungen. Den in ^Üttingen und Bonn gefaßten Resolutionen näher zu treten, lag kein Anlaß vor. Von den technischen Hochschulen kommen Hannover und Eharlottenburg in Betracht. In Charlotten- bucg ist eine Verständigung angebahnt, in Hannover ist durch die Relegation eines Stu- denten reue Unruhe entstanden. Da aber dem
Vater zuerst gerettet sehen, sie schob denselben durch das enge Fenster und sah zu, wie er stöh- rtenö vor Schmerz und Qual, mühsam hinab- k,eiterte. Es ging nur sehr langsam vorwärts^
„Ob es gelingen wird?" fragte das Mädchen sich angstvoll.
Endlich )Dcr er unten auf dem Dache angekommen, sein Retter umschlang ihn mit beiden Armen, und nun schwang auch Violeta sich kühn und behende über das schmale Brett und kletterte hinab. Ihr machte das keine großen Schwierigkeiten, sie war ja dergleichen turnerische Hebungen gewöhnt.
Als sie ungefähr die Hälfte des gefahrvollen Weges zurückgelegt hatte, hielt sie plötzlich inne; denn es fiel ihr ein, daß sie in all der Angst und Aufregung, welche sie in den letzten Minuten durchlebte, nicht daran gedacht, irgend etwas von ihren Habseligkeiten gu retten. Ihr: Garderobe zwar befand sich zum größten Teile im Zirkus» aber ihre ganze Barschaft lag oben in dem kleinen Eckschränkchen. Sie waren ja völlig mittellos, wenn das Geld dort liegen blieb. Eine Sekunde lang zögerte sie, doch dann kehrte sie mutig noch einmal zurück in die raucherfüllte Stube.
Man schrie.ihr von unten aus zu, dies gefährliche Wagnis zu unterlassen, es könne ihr beit Tod bringen, denn das hohe, spitze Giebeldach' konnte jede Minute einstürzen, es wankte und krachte sehr bedenklich, — allein sie hörte nicht darauf. ' - . / :
Als Violetta uuf die Dielen sprang. Bereute sie ihr Tun, denn der Rauch und. Qualm benahu^ ihr jetzt wirklich den Atem. Doch ohne Besinnung eilte sie vorwärts und stand mit. ein paar Schritt teri vor dem alten, unscheinbaren Möbel, das ihre ganze Baarsckiaft enthielt, riß heftig die Türe aufs und wühlte mit zitternden Fingern in den verschiedenen Fächern. Glücklicherweise fand sie da? Gesuchte rasch. /
(Fortsetzung folgt).
»Die kostbaren Minuten verrinnen, mein Kind, — lauf, — und rette Dich!" schrie der Vater.
Violetta achtele nicht daraus. Sie bog sich lveit hinaus aus dem kleinen Fenster, und rief gellend um Hilfe, — umsonst. Bebend und Zit- ternd lief sie dann wieder in dem Stübchen umher, in namenloser Angst die Hände vor das Gesicht schlagend, weinend und betend: „Gott, — o Gott, hilf uns!"
„Eine Rettung wäre schon möglich über das unter uns liegende Dach des Nachbarhauses," überlegte sie dann wieder, „wenn mich mir jemand hören könnte."
. .Todesbange Mmtten vergingen.
Violetta lauschte auf das Krachen, auf; die Signale der Feuerwehr, die verworren herauf- drangen, und niemand kam, um die beiden Unglücklichen da oben unter dem Dache $. retten. ’ Ihr Zimmerchen lag eben ganz hinten und io versteckt, daß es nicht auffallen konnte. Mitten in der Stube kniete Violetta .-'jeder - und flehte mit erhobenen Händen: „Hilf uns, lieber Vater int Himmel, rette uns aus dieser Not, laß uns nicht elend zu Grunde gehen!"
Dem Alten liefen die Tränen über die Wangen, er hatte sich stöhnend und ächzend bis zum Fenster geschleppt.
„Ehe wir da oben elendiglich verbrennen, stürzen wir uns lieber hinab," sagte er, „so verkürzen wir wenigstens die Qual."
Seine Stimme klang so trostlos, daß die Tochter den Arm nm. die Schulter des Vaters schlang und schluchzend den Kopf an seine Brust legte. Schaudernd blickte sie hinallß in. die gähnende Tiefe., Sie sah sich unten zerschmettert, blutüberströmt neben dem Vater liegen, und die Knie zitterten ihr.so, daß sie kaum im Stande war sich aufrecht zu halten. Der Mond hatte sich wieder Hutter einer dichten Wolke versteckt. DaS k.eine Viereck da unten lag finster da, aber den-
' Vordruck verboten.!
Ungleiche Brüder.
Neueste Telegramme.
Vkrlln, 23. Febr. Nach einer Meldung des G e nerals von Trotha von gestern wurde Anfang Februar, wahrscheinlich am 5., em Ersatztrankport unter Leutnant Reith halb- Wegs zwischen Owikokorero und Epukiro von etwa 20 Traugottleuten angegriffen. Der Gegner wurde zurückaeschlagen und verlor sechs Tote.
24. Febr. Arn schwarzen Brett der Technischen Hochschule ist ein Anschlag erschienen, nach dem von den Behörden sämt- ltche an die Studentenschaft gerichteten Verbote aufgehoben werden. Die Behörde spricht dabei die Erwartung aus, daß dte Studentenschaft künftig an Fragen, wie die Agitation gegen die katholischen Verbindungen, in richtiger Weise herantreten werde.
Kiel, 24. Febr. Die Kaiserjacht „Hohen- zollern hat die Mittelmeerreise durch den Nordostfeekanal angetreten. Das Schnell- bot „Sleipner" folgte im Kielwaffer. Die Schiffe trafen gestern in Brunsbüttel ein.
Hof, 23. Febr. Bei der Reichs tags- Ersatzwahl im hiesigen Wahlkreise siegte in der Stichwahl Dr. Goller, der Kandidat der vereinigten Liberalen mit 3500 Stimmen Mehrheit über Geißler (Soz.)
München, 24. Febr. Eine gestern abend abgehaltene Versammlung derStudenten der drei hiesigen Hochschulen, von der sich die Angehörigen des.8. C. und der katholischen Verbindungen sernhielten, nahm eine Resolution an, in der den Studenten der Hochschulen Hannover, Eharlottenburg, Braunschweig und Marburg wärmste Sympathie ausgesprochen und Energisch das Recht für die Hochschulen in Anspruch genommen wird, sich in ihren Angelegenheiten gegenseitig zu besprechen.
Vak», 23. Febr. (W. B.) Die Stadt ist ruhia. Doch ist die durch die letzten Ereignisse hervorgerufene Erregung groß. Viele Einwohner verlassen die Stadt. Fast alle arme- v'.schen Lüden sind geschloffen. Die Banken haben heute unter dem Schutze der Regierung die Geschäfte wieder aufgenommen. Die Geistlichkeit suchte das Volk zu beruhigen. Hier und in den nahe gelegenen Orten wurden zahlreiche Personen getötet oder verwundet- Mehrfach wurden ganze Familien ermordet.
I Original-Noman von Irene von Hellmuth, si.mncrung f
»So geh doch wenigstens Du und rette Dein stniges Leben, mein Kind!" rief er hastig. „Du hast flinke, gesunde Seine und Du sollst nicht auch verloren sein. Ich werde mir schon selbst zu besten juchen, und was ist denn schließlich an mir gelegen! Ich tauge doch nicht mehr viel!"
Laut aufschluchzen d stürzte Violetta vor den Vater nieder und umklammerte verzwciflnngsvoll leine Knie.
.. . Ich gehe mich! von'Dir, ich kann es lucht! Keine Stunde mehr würde ich meines Lebens froh iverden mit dem Bewußtsein, meinen armen Vater hilflos zurückgelassen zu haben! Vielleicht gelingt es und gemeinsam, der drohenden Gefabr zu entrinnen!" , .. ... • ...... ' .
Sie sprach da etwas aus, woran sie selbst nicht glaubte, denn immer dichter drang der Rauch uf die Stube.
„Rette Dich. Violetta," flehte der Vater. „Versuche es nur, die Treppe zu erreichen. Du bist ja flink wie ein Reh. Wenn es Dir aelingt, aus teilt Hause zu kommen, so kannst Du mir am ehesten Hilfe senden. Bleibst Du aber hier, fo sind wir ja beide verloren!"
: „Ich gehe nicht allein," beharrte das Mädchen -„bis ich hmab komme, kann es zu spät sein Versuche doch wenigstens, ob Du nicht, auf mich ge- stützt, Dich fortbewegen kannst."
Gehorsam erhob sich der Alte, sank aber nach raum zwei Schritten auf die Dielen, nieder, laut stöhnend vor Schmerz.
; cs ja, es geht nicht!" jammerte er.
Dw Tochter versuchte, ihn mit den Armen zu tim nfim, neu aber sofort 'wieder los. - Die Lchl war zu schwer für ihre schwachen Kräfte.
men Kundgebung kommen. Die Sache liegt «bei auch nicht so, daß die Unterrichtsverwaltung mit - rauher Hand einbegriffen hätte. Unverständlich stt uns, daß der Kampf wider die konfessionellen Verbindungen mit dem Schlagwort akademische Freiheit geführt wurde. (Lebhafte Zustimmung). Entweder die katholischen Verbindungen neben den evangelischen und jüdischen gestatten, oder sie alle verbieten! . (Sehr wahr!) Eigenartig be- rührt auch, daß diese Agitation gegen die katho- lvch.cn Studentenvereine von denjenigen Kreisen gefördert wird, die zur Bildung der akademischen Gruppen des evangelischen Bundes am meisten beigetragen haben. (Lebh. Zustimmung.) Di« akademische Jugend hat neben Rechten auck Pflichten. . Sie liefert die Männer, die dereinst berufen sein sollen, im Staate führende Rollen einzunehmen. Wer ein solches Amt gut verwal. ten will, muß sich zur Aufgabe machen, dir Achtung vor der verordneten Obrigkeit zu för- dern, und unsere akademische Jugend sollte schon in ihrer Studienzeit das ihre tun, um dies« Achtung zu fördern. (Leb. Beifall rechts).
Abg. Dr. Porsch (Zentr.): Die bedauerlichen Vorgänge sind durch die Maulwurfsarbeit derer geschürt worden, deren Mund von Toleranz über- stießt. (Lärm links). In der Beurteilung der konfessionellen Studentenvereine schließe ich mich Dr. Jrmer an. Solange die Studeittenverein« nichts Unrechtes tun, laste man sie ungestört, mag die Farbe des Haares oder sonst etwas das Einende fein. (Heiterkeit). Die akademische Frei, heit muß aufrecht erhalten iverden, aber das Kor- relat dieser Freiheit ist besonnene Zurückhaltung.
Abg. Frhr. v. Zedlitz (kons.) hält den von der Unterrichtsverwaltung eingeschlagenen Weg zur Beschwichtigung der Gemüter für verfehlt. Es hätte der gütlichen Einwirkung, aber 'cht des Polizeiknüttels bedurft.
Abg. Zwick (fr. Vp.) erklärt sich bereit, die akademische Freiheit bei jeder Gelegenheit zu beschützen.
Abg. Graf Limburg-Stirum (ko'.): Es steht nicht, genau fest, was akademische Freiheit etgent- lich ist, die einen meinen, die Lernfreiheit und Lehrfreiheit, die andere das Recht, Ausschreitungen zu verüben. Andere wieder das lecht, über alle Dinge zu sprechen, das Recht, katholische Vereine zu verbieten, staatliche Organe des Nachts zu ärgern. (Heiterkeit). Ich bin der Ansicht, daß wir die akademische Freiheit so wett ausdehnen müssen, als es irgend möglich ist. Aber die Studenten stehen unter der Universitätsdisziplin und hängen ab vom Wohlwollen der Behörden und von der öffentlichen Meinung. Die Studenten müssen sich durch ihr ganzes Verhalten .As wohl- erzogene und gebildete Leute zeigen. In ihren gelegentlichen Ausschweifungen darf nicht Bos- heit, sondern muß ein gewisser Humor liegen. Ferner müssen sie politische Einsicht haben, damit sie dem Reiche nicht unnötige Unbequemlichkeiten machen. Die akademische Freiheit muß nicht ,.ur von oben, sie muß zugleich von unten durch die Studenten .gepflegt werden. Je mäßiger die Studenten ihre Rechte benutzen, um so größer iverden die Rechte fein. (Lebh. Beif \
noch bemerkte Violettas von der Angst der Verzweiflung geschärftes Singe, daß sich dort etwas bewegte.
„Hilfe — Hilfe!"
Das junge Mädchen schrie mit dem Aufgebot aller Kräfte und beugte sich weit hinaus.
„Halloh, ist da oben noch jemand?" tönte c-5 deutlich heraus.
- Hilfe — Hilfe!" gellte der Ruf noch einmal durch die Nacht. „Erbarmt Euch unser, verlaßt ans nicht!"
Nun schienen sich unten mehrere Menschen ZU versammeln, denn Violetta unterschied jetzt viele Stimmen, man lief hin und her, und endlich rief jemand: .„Geduld, wir werden versuchen, hinauf zu kommen!"
Die beiden Unglücklichen hielten sich eng umschlungen, ihre Tränen flössen ineinander.
„Hast Du es gehört, Vater? — sie kommen, uns zu retten!"
Nene Hoffnung belebte das Mädchen.
„Wie werden sie es nur anstellen, uns Hilfe •gu bringen?" flüsterten die bleichen Lippen. Die Minuten schienen sich zu einer Ewigkeit zu dehnen. , Angestrengt, fast atemlos lauschten die zwei Menschen in die Nacht hinaus, nur mühsam atmend, denn die kleine Stube war jetzt völlig von Ranch gefüllt.
Endlich erschien unten auf dem Dache ein Feuerwehrmann mit Stricken und Leitern, — nun noch einer, und sie riefen den fast Verzweifelnden zu: „Haltet Euch fest, — nur Mut, — es wird schon gelingen!" ■ Die Leiter wurde angebunden.
- „Aber mein Vater kann ja nicht gehen!" rief Violetta.
m Es. schien ' nun allerdings ein gefährliches Wagnis, den unbeholfenen, kranken Mann über bie Leiter auf das Dach zu bringen. Der kühne Retter erschien an der Fensterbrüstung'sind redete Violetta zu, hinabzusteigen. Doch sie wollte den
Erscheint wöchentlich sieben mal.
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