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Zweites Blatt
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'Nachdruck verboten.).
Mitglied der revolutionären und sozialistischen Partei sei. Der K.pf des Großfürsten ist vollständig zerschmettert, nur Teilchen des Gehirns waren auf dem Pflaster zu finden; sie wurden von einer Frau gesammelt und einem Polizeikommissar übergeben. Ein Polizeibeamter hob die Brieftasche des Großfürsten auf, in der sich Geld und mehrere Briefe befanden. In dem Besitze des Mörders wurde ein Portemonnaie mit ungefähr 10 Rubel Geld gefunden. Um 4 Uhr nachmittags wurde in Gegenwart der Großfürstin Sergius und aller Militär- und Zivilbehörden der erste Trauergottesdienst abgehalten, dem um 8 Uhr abends ein zweiter folgte. Durch die Erplosion wurden 64 Fenster des Justizpalastes zertrümmert. Die Tat machte ttt Moskau einen niederschmetternden I Eindruck.
Petersburg, 17. Februar. (W. B.) Die kaiserlichen Theater sind geschlossen; in Privat- I theatern wird gespielt. I
Der ermordete Großfürst Seraei Alexandra- I witsch stand ii.i 48. Lebens fahre. Er war ein I Bruder Alexanders III., also Oheim des jetzigen I Zaren. Er war Generalleutnant und General- I adjutant. Den Posten eines Generalgouverneurs I von Moskau bekleidete er seit 1891. Er war I vermählt mit Jelissaweta Feodorowna, geborener I Prinzessin von Hessen und bei Rhein, einer I Schwester der Zarin. I
Die Ausstandsbewegung I
in den westlichen Provinzstädten dauert fort. I Verschiedentlich ist es wieder zu Zusammenstößen I mit dem Militär gekommen. Wie aus Lodz ge- I meldet wird, sind während der drei Wochen, die I der Ausstand dauert, bei den Zusammenstößen I mit den Truppen getötet worden bezw. an ihren I Wunden gestorben 5 Personen, verwundet 8 Per- I sonen. Die Zahl der in den Nachbarorten Ge- I töteten beträgt 10, die der Verwundeten 33. |
Aus Tomsk meldet man der „Kattowitzer I Zeitung", daß am Bahnhof bei einem Zusammen- I stoß zwischen Streikenden und Militär 20 Per- I sonen getötet und 40 verwundet worden seien I Petersburg, 17. Februar. lW. B.) Die I Frauen Moskaus richteten an die Kaiserin eine I Adresse mit vielen Unterschriften, in der die Kai- I fcrtn gebeten wird, dem Kaiser die Notwendigkeit I vorzustellen, Rußland aus dem Unglück zu retten. I
Warschau, 17. Februar. (W. B.) Der | Kurator des öffentlichen Unterrichts ordnete an, I daß der Unterricht am Montag in allen Schulen I wieder ausgenommen wird. Schüler, welche sich I an den Unruhen beteiligten, werden von den I Schulen ausgeschlossen und dürfen in keine andere I Schule eintreten. I
Petersburg, 17. Februar. 28 000 Ar- | beiter, acht großen Fabriken angehörig, sind heute I in den Ausstand getreten. I
voll hat er den Arm um ihre Schultern gcschlun- gen, sie lehnt das blonde Köpfchen an seine Brust, und leuchtenden Augas schauten beide hinaus! in die blühende Landschaft, auf die grüßen Wälder und die goldigen Felder, die jetzt wieder zu Schloß Finstingen gehören, wie zu alter Zeit, als die Herren von Finstingen noch unumschränkt herrschten in den Tälern der Vogesen. Drüben auf dem Abhange erbebt sich noch immer die stattliche Villa des Fabrikanten, und aus der Schlucht nebenan ragen die dunklen Schlote der Fabrik hervor. Was die wilde Abenteuerlust der alten Herren von Finstingen verloren, das haben deut- I scher Fleiß und deutsöbe Arbeit dem letzten Sproß I des alten reichsländstchen Geschlechtes zugebracht. I Friede und Versöhnung sind eingekehrt 'n das I Tal von Finstingen und das alte Schloß Fene- I tranqe. I
Das junge Paar steigt herab vom Tuem und I geht Arm in Arm langsam dem neuat Schloß I su. Auf einem von schattigem Gebüsch umsäum- I fett Rasenplatz sitzt ein kleines Bübchen und streckt den Eltern die runden Aermchen entgegen. Eine I Wärterin in der anmutigen Tracht der elsässi- 1 scheu Landmädchen hebt den Knaabeu auf unb I reicht ihn der jungen Mutter. Jauchzend faßt 1 der Knabe nach der aoldenen Uhrkette des Vat»rs. I
"Mb mir ihn, Gisela." svricht lächelnd Henri I ZU seiner Gattin und schwingt den vor Freude I aufjauchzenden Knaben in die Luft. I
-Er gedeiht prächtig," meinte die Elsässerin. I "Fa, er gedeiht, der erste Herr von Finstin- I P«t» wieder seit Hunderten von Jahren." I
Ueberrolcht schaute Gisela zu ihrem Gatten I empor. Henri lächelt, dann fährt er fort; »Ich |
„Zigeunerliebe".
Bon O. Ölst er.
(Schluß.)
Einige Tage darauf wurde Bourgeois, dec Wirt zum „Goldenen Löwen", zur letzten Ruhe bestattet, die Gefangenen, der alte Zigeuner-Jo- sef am) Jockel Schmidt waren in das t efängniS nach Straßburg übergeführt worden; von Marianne hatte man keine Spur entdeckt, sie mußte - der Zigeunergesellschaft, welche jenseits der • ' ^3- lagerte, davongegangen sein.
<sit Finstingen trat allgemach die frühere Ruhe und Ordnung wieder ein, wenn auch die Ereignisse der letzten Zeit noch immer eifrig besprochen wurden.
Zwei Jahre sind verflossen. Im Tal von Finstingen haben sich große Veränderungen vollzogen. Das alte, halbzerfallene Schloß Fene- ttange, zetzt Finstingen genannt, ist zu neuem Glanz erstanden. Die hellen, luftigen Fenster vlmen hinaus in den wohlgepflsgten Wrk, an dessen Ende sich ,n reizvoller, romantischer Umgebung der alteersgraue Donon erhebt. Eine zierliche eiserne Galerie läuft um die Zinne des Turmes, auf der eine Fahne lustig , im Winde flattert. Im Innern des Turmes führt ;..te «Jerne Treppe auf die Plattform him.uf, tväh. rend drunten die dunklen, unheimlichen Geioölbe in romantische Grotten und Höhlen umgewandett iml. {
Auf der Plattform des Turmes steht Henri Knerrange mit seiner jungen Gattin. Liebe- I
patkin dem Kaiser: In der Nacht des 15. Februar griffen auf dem linken Flügel unsere Freiwillige« die Dörfer Bathisan und Tatzipan an und war» fen den Feind zurück. Die Dörfer wurden vev« brannt. Gleichzeitig vertrieben unsere Frei« willigen die Japaner aus einem Gehölz in der Nähe des Dorfes Liaona.
T o k i o, 17. Februar. (Reuter.) Eine amtliche Depesche des Marschall Oyama meldet, daß die Russen gestern die japanischen Stellungen M Shaiespao, Hanchenpao, Mentapao und Umgebung bombardierten. Heute früh 5 Uhr stieße« japanische Streifwachen in der Nähe von Penimi- lupao auf 100 Mann feindliche Infanterie und schlugen sie zurück. Der Feind, der seit Mittwoch südwärts vorrückte, zog sich nordwärts nach Sin« kanfang, zehn Meilen nordwestlich von Chitaitzu, zurück.
Anklagen gegen die Kriegführung KuropatkinS hat der aus der Mandschurei zurückgekehrt« Führer der zweiten russischen Armee dort, General Gripenberg erhoben, der jetzt in Petersburg weilt. Schon während seines kurzen Aufenthalt» in Moskau hat er sich über die Ursachen feinet Mißerfolges am Hunho in den letzten Januartagen ausführlich geäußert und dabei schwere Anklagen gegen Kuropatkin erhoben. Der General bestätigt, was verschiedene russische Meldungen besagten, daß der Oberbefehlshaber in unbegründeter Sorge um die Sicherheit seiner eigenen Armee dem angreifenden rechten Flügel jede Unterstützung versagt und ihn so um die Früchte seines anfänglich gelungenen Vorgehens gebracht habe. Freilich scheint auch Gripenberg selbst nach seinen Mitteilungen zu 'Meßen, durch Mangel an selbständiger Entschlußkraft manche» verschuldet, auch seine eigenen Truppen nicht vollzählig an den Feind gebracht zu haben. General Gripenberg wurde gestern vom Zaren empfangen, dem er ausführlichen Bericht abgestattel hat. Welche Entschließung der Kaiser hinsichtlich Kuropatkins treffen wird, werden die nächste« Tage wohl offenbaren.
Von der Flotte.
Die Wiederübernahme des Kommandos über die japanische Flotte durch Admiral Togo machte wie der „Köln. Ztg." aus London berichtet wird, dort in militärischen und Flottenkrcisen um s« mehr von sich reden, als sonst über den Verbleib' und die Bewegungen der japanischen Flotte hier tiefes Schweigen herrscht, der Vermutung daher Tür und Tor geöffnet wird. Erwähnenswert dazu ist aus den in der „Morning Post" regelmäßig erscheinenden Tagesnottzeu über den Krieg aus japanischer Quelle die Bemerkung, daß, falls es im Indischen Ozean westlich von Singapore zum Zusammenstoß mit der Baltischen Flotte käme, letztere ohne geeignete Basis ‘ Sre, wogegen die japanische Flotte in dieser Hinsicht bereit fei
Erscheint wöchentlich sieben maL
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Marburg, Markt 2L — Telephon 65. ö*
Hand und wandte sich ab, dem Walde zueilenii. Ein leises Beben ging durch den Körper bei jungen Försters und liebevoll, fast ängstlich/ schloß er seine Kinder in die Arme, als wolle e^ sie vor den düsteren Augen der Zigeuner», schützen. Er hatte diese wilden, leidenschaftliches
Umschau.
. I Die Unruhe« in Rußland.
| Die Ermordung des Großfürste» Sergius
Heber den Niedergang der I in Moskau (die wir bereits gestern Nachmittag TOnrTrttttdttto I d"röh Extrablatt bekannt gaben) erfolgte um
-Puliumtrlue I 3 Uhr nachmittags, lieber das beklagenswerte
hitÜ kürzlich in Leipzig im kaufmännischku Der» I Ereignis liegt jetzt folgende ausführlichere Mel- ehi Dr. Kekule von Stradonih einen Vortrag. I tung bon Sestern Abend vor:
Wen» man die Geschichte der Parlamente, so I . Nachmittags 3 Uhr Passierte Großfürst S;r- führte der Redner au8, seit der Frankfurter I in Moskau zu Wagen, vom Nikolauspalaste großen Versammlung betrachte, so müsse man I kommend, den Senatsplatz. Hinter der Equipage zu dem Urteile kommen, daß ein quält» I Droschken. Als die Kutsche sich dem
lativer Niederaana her snarlnmetit» «..* I Justizpalast näherte, kam ihr ein Schütten mit «nbere^ ^ei Männern in Zivilkleidung entgegen; der
inst Maaten, ein getreten sei, und I eine trug einen Arbeiteranzug. Am Justizpalast
2t erJu Ä h l^ß der Schlitten die Equipage vorbeifahren. In
richt erfüllt haben, die das deutsche Volk an diesem Augenblick wurde eine Bombe unter die ,hre Einführung geknüpft habe. Der Redner I Kutsche gschleudert. Die Explosion war so "sierte hierauf die einzelnen Niedergangs- I heftig, daß alle Fenster im Justizpalast zersplitter- einungen und bezeichnete insbesondere die I ten; der Wagen wurde völlig zertrümmert; die - celrednerei, „das unendliche Redege- I Pserde liefen davon. Die Volksmenge auf dem plätscher", die „uferlose Geschwätzigkeit" als I sammelte die Holztrümmerstücke und Stoff- riues der größten Nebel der modernen Paria- f6'1.6 auf. Der Großfürst war sofort mente. Wehmut beschleiche den Betrachter deS : «nd die Beins waren
sehr mäßig starken Bandes, in dem die Der- kiffen ©LmL *zr*
LätfÄe« 9?,nh»a ontf. ^blchstages des nord» haus, auf dem Platze liegen die Räder dec Eqni- ^ut'ch-nBundes, enthalten find wenn er an page. Die Explosion wurde weithin vernommen, vre sündhafte Vergeudung von Kraft und Zeit I Die Mörder sind verhaftet. Der eine senke, wie sie jetzt im Reichstage üblich sei. I sagte: ich mache mir nichts daraus, meine Arbeit Die Ursachen deS Parlamentarischen Nieder- I ist getan. Der Name des Möders ist unbekannt. gangeS findet der Redner in Erscheinungen, die I Nach einigen Augenblicken begann die Menge sich zum Teil vorläufig als unabänderlich zu be- I dem Tatorte anzusammeln. Das Tor des trachten find. Man könne, so meinte er über I ®rcmrr wurde geschlossen. Auf dem Roten Platze daS Epigonenzeitalter klagen, aber ändern könne ^.ranstaltete die Mengs eine, Kundgebung gegen man eS nicht und ähnlich verbalte e8 fiA mit I "re Smdenten, welche geprügelt wurden, und ^Klaaen über do« N^l-2 her Zwar in solcher Weise, daß ein beim Palais oe
ä w Ä baEr t o Tanatiew angestellter Beamter sich dazwischen iZn Ja? e et rrfl“9 bef ?"t, I warf, und veranlaßte, daß mehrere Personen allen Fragen, nicht nur politischen, sondern I verhaftet wurde. Es wurden dann Proklama- z. -o. auch künstlerrschen, bis an bte extremste I tionen unter die Menge geworfen. Als die Grenze nachzugehen, Wa8 die bedauerliche und I Großfürstin Sergius die Nachricht von dem Er- I» schädliche Erscheinung deS UeberwicgenS der I nisse erfuhr, begab sie sich sofort an den Tatort, extremen Parteien im politischen Leben zur I Die Ueberrefte des Großfürsten Sergius wurden Folge habe. Der Redner warnte vor den Trei- I aufgehoben und nach dem Nikolauspalais ge- j beteten gegen das allgemeine Wahlrecht. Die I ,/t1n mv
Wegnahme dieses Rechtes würde eine so unge- I m V1: ?et6rusar:., M. B) , Die
-euere Erbitterung in allen davon betroffenen befand sich tn dem Augen-
BokkSscknckten utr ctnl»» hrtho« s-t. I* I bück, als der Anschlag auf thren Gemahl ausge- billiaerweise aat nicht aeivrach-n" m-rh-» ” I ubt tourbe' in i[’rem Arbeitszimmer im Kreml Die Sü.fgbr?.na hm! sollte. und war mit der Herstellung von Liebesgaben
S h«. tot9 bon Diäten in Verbindung für die Opfer des Krieges beschäfttgt. Die Equi- wtt der Einführung der öffentlichen Wahl und I Page war bereits vorgefahren, weil die Groß- rineS vernünftigen PluralshstemS würden viel- I fürstin nach dem Hause des Generalgouverneurs »eicht manches in unseren parlamentarischen I fahren wollte, um mit ihrem Gemahl, der sich Dertretungen bessern: Die Hauptsache aber sei I ebenfalls dorthin hatte begeben wollen, zusam- I die Hebung der politischen unb allgemeinen | menzutreffen. Gleich nach der Explosion be- Bildung der Wählerschaft durch Ausgestaltung I *Perft.5r ®'n Polizeibeamter einen Menschen, wel- der Volksschule unb deS Fortbilbungsschulwesens I d)?,t gelang, den Menschen, obgleich er Dem fetzigen Zustande, baß unsere junge Mann- T berhaftm.
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öfehung schutzlos preisgegeben fei, müsse burch I schießen, der ihm in den Weg treten würde Er I
zweckentsprechende Schulreform abgeholfen I drückte seine Befriedigung darüber aus, daß die I
Werden. I Großfürstin nicht mit ihrem Gemahl zusammen I
—— 1 - I gewesen sei, und weigerte sich, Namen und Stand I
s I anzugeben. Er erklärte toeiter, daß er ein I
Vierteljährlicher Bezugspreis: btt der Expkdition 2 Mk, aix
b« allen Postämtern 2,25 Mk. <e$cL Bestellgeld).
Jnsertionsgebührr die gespaltene Zeile oder verm Raum 10 Pfg. ~ , 4fx
_____________Reelamen: die Zelle 25 Pfg. ™ SvNNtag, 19. FehNM 1905
Ä , I und bequeme Vorbereitungen geschaffen habe.
Htttfl. I Der japanische Admiral werde schon verhindern
itpfip,. y.„ qnnD I müssen, daß man russischerseifs von den begleiten-
in der % 9 f b Kriegsschauplätze den Kohlenschiffen Gebrauch mache. Die von bett I Japanern gewählte Basis für den Fall, daß e* T. , „ _ I zu entscheidenden Operationen gegen die Baltische
Edete General Kuropatkin dem Kaiser vom Flotte käme, werde voraussichtlich eine Insel in
15. Februar: Unsere Kavallerie warf am 14. I der Peseadores-Gruppe sein. Sie beherrsche die Februar auf dein rechten Flügel die Avantgarde Straße von Formosa, sei gar nicht so sehr weit
der feindlichen Kavallerie zurück In einem Vor- von Singapore unb von der Straße von Malakka,
Postengefecht wurde Oberst Udenifch leicht per- so daß auch die Erhaltung der ständigen Serbin»
tounbet, — Unter-dem 16. Februar meldet Kurs- dnngslinie vergleichsweise leicht werde.
la§ den Wunsch in Deinem Herzen, Gisela, daß I der Haustür unb sah seinen blondlockigen Kin- Dein Sohn etnen deutschen Namen führen möchte I dem zu, die am Gartenzaun unter fröhliche« und ich habe Dir diesen Wunsch erfüllt. Ich Lachen Blumen pflückten. Nachdenklich blickte selbst kann den alten Namen meines Geschlechts I Fritz auf die Kleinen. Am Nachmittag haft- et) nicht wieder annehmen, es würde pietätlos gegen I im Walde eine wandernde Zigeunerqesellschaft meine Ahnen und mein früheres Vaterland fein, getroffen, und die wilden Gestalten der gelben aber mein Sohn, auf deutschem Boden geboren, I Männer und Weiber hatten in ihm die Erinns- er soll wieder ein Deutscher werden, wie seine I rung an Marianne wachgerufen. Wo mochte sie Ahnen waren, ehe die List französischer Könige I jetzt weilen? In ihrer Heimat, in den Vogesen uns zu Franzosen machte. Mein und Dein Sohn hatte sie sich nicht wieder blicken lassen. StuheloS soll wieder den alten deutschen Namen der Her- zog sie wahrscheinlich in der Welt umher — ren von Finstingen zu Ehren brtngegn." ruhelos, friedlos, heimatlos, wie ihr ganze»
; „O, ich danke Dir, Henri!" Volk. .
Gerührt küßte Gisela ihren Gatten, der ihren I Plötzlich schrieen die Kinder am Zaun auf
geheimen Herzenswunsch erfüllt, ehe sie ihn aus- I und mit zornigem Gebell erhob sich der Hund,
gesprochen batte. I der zu Füßen des Försters gelegen hatte. A«
Unb die übrigen Mitwirkenden in dem I Zaun stand ein Zigeunerweib und starrte mit Drama, welches sich in dem Tal von Finstinge.i I düsteren Augen auf die blonden Kinder. Frist
abgespielt bat? I sprang empor. Da winkte das Weib mit bet
Zerstreut sind sie in alle Welt. Leutnant von Usedom ist in eine ferne Garnison versetzt worden. Unteroffizier Berger ist in feine Heimat zurückgekehrt, und Karl Schröder dient noch als Sergeant bei dem Zaberner Jägerbataillon unb besucht noch öfters das stille Tal. Jockel Schmidt „,v|v __
verbüßt eine langjährige Gefängnisstrafe. Der !«Augen,'die ihm einst in zärtlichem Glanze ge» alte Zigeuner-Josef ist noch während der Unter* lächelt hatten, wieder erkannt. Das haaere Zö..
suchnngshaft gestorben, fein letzter Seufzer galt I gennertoeib, es war Marianne, die Enkeli.i deE
seiner Enkelin, welche verschwimden war, nie- alten Josef. '
mand wußte wohin. ' I Am folgenden Tage war die Zigeuiergesell-i
Noch einmal tauchte sie wieder auf. I schäft im Walde verschwunden: sie war weitept
Fritz Berger hatte sich daheim im Harz mit I gezogen während der Nacht, niemand wutzpff
ver blonden Lisbeth verheiratet und die Förster- I wohin. 1 1
stelle seines Vaters erhalten. An einem Herr- ! Fritz Berger senkte daS Haupt und muyneW kichen jkommerabend sgß er auf der Bank vor I kesse: «Friede fei mit ihr!"