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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Sonntaas-eilager Wuk

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Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck mtb Verlag' Joh. Aug. Koch, UmversttStS-Buchdruckerei 40.

Marburg, Markt 21. Telephon 56. 8

Marburg

Mittwoch, 8. Februar 1905.

Vierteljährlicher Bezugspreis, btt oer Expedition 2 ML, *>«> bet allen Postämtern 2,25 ML ,erci. Bestellgeld).

OO Jnserttonsgcbnhr: die gespaltene Zeile oder oeren Raum 10 Pfg.

Reclamen: die Zeile 25 Pfg.

Heute war die erste Anzahlung des Kaufgeldes erfolgt, die Restsumme sollte an den Strassbur­ger Geschäftsfreund bezahlt werden. Der Käufer sollte in einigen Tagen nach Finftingen kommen, imGoldenen Löwen" Mahnung nehmen und dann den Gasthof übernehmen, wahrend Bour­geois noch an demselben Tage fortreisen wollte.

Mit fieberhafter Ungeduld ersehnte Bour­geois den Tag. an dem der Käufer eintreffen würde. Jbm brannte der Boden unter den Fü­ßen. Er vermochte niemanden mehr offen ins Auge zu sehen, und wennder graubärtige Gen­darm Fuchs die Gaststube betrat, dann zitterte Bourgeois wie Espenlaub.

Ta trat ein Ereignis ein, das den Gastwirt zu schleunioor Abreff?. die einer Flucht glich, ver­anlaßte. Es war abend; die Gaststube war leer. Bourgeois saß in seinem Lehnsessel neben dem Kamin und starrte in finsterem Brüten in die verglimmende Glut des Feuers. Was half ihm nun all der Reichtum, den er im Lause der langen Jahre aufgehäuft hatte, teils durch flottgehende Wirtschaft, zum größten Teil aber durch den Schmuggelhandel und sein verbrecherrs-'es Tret- ben, deutschen Deserteurs über die französische Grenze zu helfen; er war doch ein unglücklicher Mann. Um die Flüche und Tränen, die ihm die betrogenen jungen Leute, die er nach Algier oder den holländis<^n Kolonien verhandelt hatte, nachsendeten, hat er sich wenig bekümmert; sie hatten sich ihr Schicksal selbst gewählt. Aber die eine grausig« Tat lastete schwer auf seiner Seele, und er verwünWe den Augenblick, da er sich durch seinen Zorn hatte hinreißen lassen, die Hand gegen das Zigeunermädchen aufzuheben. Tag und Nacht gellte ihm der entsetzliche Schr.i ta den Ohren, ben Marianne beim Sturz ie die

wenn auch losen wirtschaftlichen Abhängigkeit von dem Gutsbetriebe hält. Professor Sehring übersah aber in seinem Vortrage, daß die An­siedelung kleinerer Besitze solange ohne praktische Bedeutung bleiben wird, als nicht die üblen Folgen und Auswüchse der Freizüchgkeit be­seitigt werden. Dies wurde seitens des .i- herrn von Wangenheim näher betont, ist aber von der, wie in den meisten Fällen, fo aum dies- mal stmnpfsinniaen Berichterstattung in einer sehr entstellten Weise in den Zeitungen wieder- gegeben. So kann man denn selbst in Zeitungen die sich mit in die Molke , erhobenem Haupte als die eigentlich» Verkörperung nationaler Ge­sinnung zu füblen belieben, wieder einmal lesen, daß Herr von Mangenheim erklärt Hobe, die Bes- seitigung der Freizügigkeit sei des Pudels Kern. Davon ist natürlich gar keine Rede, im Gegen­teil muß die Freizügigkeit konseauent ausgestaltet werden. Wir haben jetzt den Zustand, daß der abwandernde Arbeiter alle Pflichten gegen seine Heimat abstößt, alle Rechte aber behält. Denn darauf läuft der zweijährige UnterstützungSwohn- sitz hinaus.

Es muß deshalb gefordert werden, daß der Unterstützungswohnsitz verkürzt wird, und zwar nist Rücksicht aus die dem weiblichen Geschlechte drohenden Gefahren, auf mindestens sechs Mo­nate. Alle diese Fragen sind ja wirklich unter den Soziologen so durcharbeitet, daß ma- nach­gerade doch selbst von dem verbummelsten Ber° ftnet Journalisten, der in seiner Katerstimmung Berichte oder Leitartikel schreibt, sollt fordern dürfen, daß er fie mit dem entsprechenden Ernste behandelt. Leider ist dies aber ganz und gar nicht geschehen.

'n.^hrvrf verboten.)

Ugellnerliebe".

Don O. Olfter.

'Forrletzung.)

Kommen Sie heute Abend nach dem Forst­hause?" u '

LNein, ich möchte heute für mich fein."

Nun dann auf Wiedersehen!"

Auf Wiedersehen!"

In dem kleinen Hinterstübchen desGolde­nen Löwen" saß am Abend desselben Tages Bourgeois vor seinem Schreibtisch, in fieberhaf- ler Hast Briefe und Papiere ordnend, zerreißend oder in kleinen Päckchen ht eine Tasche steckend, welche er unter seinem langen, dunklen Rock trug. Mehrere Geldrollen waren auf dem Tisch auf­gestapelt. An dem Sestenhaken der Tür hing der große Schlapphut und der Mantel des Gast- wirts.^ Alle diese Vorbereitungen deuteten darauf hin, daß Monsieur Bourgeois eine Reise anzutreten beabsichtigte. Und so war es tn der Tat. Die Ereignisse des heutigen Tages und vielmehr des heutigen Abends hatten kn rwm Besitzer des Goldenen Löwen den Ent­schluß reifen lassen, so rasch wie möglich Finstin» gen und Elsaß-Lothringen zu verlassen.

In aller Stille hatte Bourgeois den Verkauf oes Wirtshauses betrieben. Ein vertrauter 3e- Miftsfreund ht Straßburg, der auch an dem Schmuggelhandel beteiligt gewesen war, hatte Den Verkauf besorgt, das Gasthaus war dabei umer cm Preise fortgegeben worden, nur hatte fich der Käufer verpflichten müssen, Stillschweigen «der den Kauf gu bewahren und erst nach der Uoreise Bourgeois das Anwesen zu übernehmen.

OÄwSri*« I Asseln. In alle dem wird man freudig Herrn

rranoncye Arvenersragen. Sehring bestimmen. Dagegen dürfte man UN- D°8 Landesökonomie-Kollegium erörterte am S bezweifeln, ob er Recht hatte, als 5k Februar die ländliche Arbeiterfrage. Bericht» I er anl ^?r Ausführungen betonte, daß feriÄer war Professor Sebrina dem man ein 3UC 8^eIun« des Arbeiters an die Hermat t^m^ßig großes Verständnis" Mr die pAtffcke Hauptsache die wirtschaftliche Selbständigkeit fei. 'ffSSTb&iet wicktiaen T^ae Zs wäre ja von.. Herzen zu wünschen, daß . Herr

tvomger nachrühmen darf als einem wohlgemem- ch^Mb/nebmen"will ^nack Masuts

ÄfeiBen fc ÄtaÄÄ bie e=IMtän»i«tot d-z Rtoerg.

ten an den vraktisch-n Rotwondiak-^ I bauern für diesen keineswegs immer ein Ansporn

Unzufriedenheit. In steigendem Maße wird daher I iachung zu dem Schlüsse gekommen, daß die An- die Grundlage des landwirtschaftlichen Betriebes I üedelung handlicher Arbeiter zunächst m einer auf die Zuwanderung fremder Arbeiter gestellt. ' ^Dtm ^^^en muffe, bte fte tn einer gewissen. Die Leuten»! auf dem Lande ist fo groß, daß in Zahlen ausgedrückt, ganze zwei Provinzen jeglicher Landarbeiter entbehren. Dieser ernste Zustand birgt schwere nationale Gefahren. Sind wir doch damit bezüglich unserer Ernte über große vaterländische Gebiete direkt unseren Nach­barn ausgeliefert. Das zeigt sich jetzt gelegent­lich des russisch-japanischen Krieges, der sehr ver­schärfte Paßvorschristen brachte. Auch die Zu­wanderung aus Galizien ist erschwert. Schon heute deckt der fremdländische Zuzug den Be- darf nicht mehr. Ueberall zeigt sich bei uns die Hypertrophie der Industrie und die Anämie der Landwirtschaft. Was giebt nun der Industrie dieses Uebergewicht, fo daß in einigen Gegenden völlige Landflucht herrscht? Die eigentliche- jung ist nur unter Betrachtung der Gesamtheit der Arbeits- und Lebensbedingungen zu finden. Die Industrie ist bevorzugt, weil sie die inten- sive Ausnutzung der Arbeitskraft gestattet, und damit auch ohne weiteres eine höhere Lohnzab- kung. Deshalb gewinnen die Geschulten immer vcssere Aussichten und es wird schwer halten, sie auf dem Lande zu fesseln. Gesetzgeber und Ar- bestgeber haben zusammengewirkt, um vieles an ben alten Verhältnissen auf dem Lande in den letzten Jahrzehnten zu zertrümmern. Der saisonmäßige. Charakter des Getreidebaues begünstigte die Ausbildung eines durchaus ka­pitalistischen. und geschäf^smä'ügen Verhältnisses. Die Landwirte haben eigentlich kein Recht, sich fcu wundern, wenn die Leute dahin ziehen, wo sie bessere Verhältnisse und ein besieres Wahl- pecht finden. Dem strebsamen Arbeiter auf dem Lande ist dort heute jede Möglichkeit entzogen, in seinen Verhältnissen emporzuwachsen. Also hier müssen wir einsetzen. Zunächst sind die Wand°r- (Saison-lArbest-w zu beseitigen. Diese I Einrichtung hat sich freute wirtschaftlich überlebt. I UTinmmi.

i3 widersinnig ist die Heranziehung gar aus I Zum Bergarbeiterausstand. Cem Auslande. Das Ziel muß sein, so titele I <m;e wk.

Menschen auf einem Gute oder Dorfe anzus edeln I,e a,i8 v®??. gemeldet wird, teilte tn als zur Verrichtung aller dort nötigen Arbeiten etT am, 5' abaebaltenen großen Bergarbeiter- erforderlich sind. Das ist nur möglich, wenn in verfammluna, bte vom christlichen ffietoetftieretn jahrzehntelanger konsegnenter systematischer Ar- I einberufen war, der von Dover zurückaekebrte beit aus den inländischen Arbeitern das erforder- I Teleoierte Schröder mit, bte enslischen Verg­liche Material zur Ansiedelung gewonnen wird. I arbeitet hätten beschlossen, von freute ab nur Geschehen kann das allein unter Bedingungen I noch fünf Tage zu arbeiten, um eine lieber» welche die Arbeiter innerlich an die Heimat I vrobnstion an Kohlen *u tierbinbetn. silalls

über Frankreich englische Kohlen eingeschmuggelt werden sollten, sei für die englischen Bergleute auch der allgemeine Ausstand beabsichtigt. In Amerika seien bereits größere Geldsammlungen für die Ausständigen eingeleitet.

Die Siebener-Kommission der streikenden Bergleute im Rubrrevier hat, wie auS Esten telegraphiert wird, folgendes Telegramm an ben Reichskanzler gesandt:

Die von den streikenden Bergleuten des RuhrrevierS gewählte Siebener-Kommission wird sich erlauben, Ew. Exzellenz umgehend eine Eingabe einzureichen bezüglich der Stel­lung der Bergleute zu der im preußischen Landtag anqefünbigten Novelle, betreffend daS preußische Berggesetz und den im Reichs­tage angekündigten Gesetzentwurf, betreffend Rechtsfähigkeit der Arbeiterberuftzvereine. Ew. Exzellenz teilen wir dann ergebenst mit, daß die gesamte Siebener-Kommission bei dem Verein für die bergbaulichen Jntereffen tele­graphisch um eine U nterredung nachgesuc^t hat, zur Besprechung folgender ermäßigte» Forderungen:

1. eine Ibprozentige Lohnerhöhung (anstelle detz zuerst geforderten Minimallohns); 2. kommt ein Gedinge nicht zustande, so soll der Durch­schnittslohn gleichartiger Arbeiter gezahlt werden und, nicht wie bisher, der ortsübliche Tagelohn; 3. nach Aufnahme der Arbeit soll keine Maß­regelung der Streikenden vor genommen werden; 4. gute Deputatkvhlen auch für bedürftige In­validen und Bergmannswitwen; 5. humane Behandlung. Aufgrund der beabsichtigten Ver­handlungen soll die Arbeit eventuell sofort wieder aufgei ommen werden. Die Siebener- Kommission. Johann Efferz, Altenesten, Karl- straße."

Reichskanzler Graf Bülow hat Herrn Effertz darauf gestern morgen telegraphisch geantwortet: Ihr Telegramm habe ich erhalten und danke Ihnen für Ihre Mitteilung. Im all­gemeinen Interesse halte ich es für dringend geboten, daß die Arbeit jetzt, wie Sie am Schluß in Aussicht stellen, sogleich wieder ausgenommen wird. Für diesen Fall bin ich auch gern bereit, Vertreter der Arbeiter und der Unternehmer zur weiteren Verhandlung zu empfange». Reichskanzler Graf Bülow."

Die Rovelle zu« Berggesetz,

die dem preußischen Landtage so bald tote irgend möglich zugehen soll, um den wesentlichsten Be­schwerden bet Bergarbeiter abzuhelfen, soll, wie auS parlamentarischen Kreisen behauptet wird, als Grundlage in Aussicht nehmen, daß

1. die Arbeitszeit in Gruben von etwa 22 bis 23 Grad Celsius Wärme zunächst auf neun Stunden einschließlich ©eilfafrrt festgesetzt wird. Die sechsstündige Arbeftszeit bei Gruden mit 29 Grad Mindesttemperatur bleibt bestehen. In zwei bis drei Jahren solle die neunstündige auf eine 81/? stündige herabgemindert werben. 9v v. H. bet Bergleute würden wohl von diesen Bestimmungen betroffen. Eine Verschlechterung

Tiefe ausgestoßen hatte. Tag und Nacht sich et die todestraurigen Augen der Unglücklichen vor sich. Auch jetzt stieg der bleiche Schatten der Ge- mordeten wieder vor ihm auf und stöhnend ver­barg er fein Gesicht wieder in die Hande.

Plötzlich ward die Türe leise geöffnet. Der Wirt schrack empor. Ein schmächtiges Bürschlein, in Lumpen gehüllt, drängte sich durch die halb­geöffnete Tür; toilb hing ihm das struppige Haar über das gelbe Antlitz, aus dem zwei dunkle Augen dem Gastwirt verschmitzt entgegenblitzten. Es war ein Zigeunerknabe von kaum zwölf Jahren.

Was willst Du?" fuhr Bourgeois den Jun­gen an.Mach, daß Du fortkommst, Bettlern gebe ich nichts."

Ich will nit betteln, Monsieur," erwiderte keck der Junge.Ich soll eine Bestellung aus­richten."

Eine Bestellung, von wem?"

Vom alten Josef."

Vom alten Zigeuner-Josef? Wie kommt er nach Finsttngen? Ich chte, er wäre in Spa­nien?" stammelte erschreckt der Gastwirt.

Der alte Josef ist in Wälschland gewesen," erwiderte der Junge,aber freut nacht ist er frehrt- kumme. Und der alte Josef möchte gern den Monfieuer sprechen, soll ich bestellen."

Wo ist er?"

Er ist im Garten und wartet auf Monsieur."

Lauf und sag ihm, daß ich sofort käme. 6r soll aber nit hieherkommen in die Gasfftube!"

Wird sich hüten; hier können ja die Gendcw- »en einikomme."

Mit diesen Worten verschwand der Junge lautlos aui dem Zimmer,

gegenüber ben bestehenden Zuständen solle der» hindert werden;

2. da« Wagennullen werde beseitigt; bie Strafen sollen im Monat 4 bis 6 Mk. nicht übersteigen;

3. auch für bie Uebetschichteneinlegung soll ein Höchstmaß festgesetzt werden;

4. die ArbeiterauSschüffe sollen eine obli­gatorische Einrichtung werden.

Bochum, 6. Febt. (W. B.) Die Siebener» kommission hielt freute Abend nach Einlauf bei Telegramms des Reichskanzlers eine Sitzung ab Nach eingehender Besprechung der Lage bei Streiks wurde befchloffen, den Bet leuten di, Aufnahme der Arbeit nicht zu emp­fehlen. Eine definitive Stellungnahme z« dem Telegramm wurde der auf DonnerStaß Vormittag in Effen anberaumten Revierkon­ferenz bet Delegierten aller Bergarbeiterver­bände flberlaffen.

Z» Oderfchlrfirn

liegen noch keine Anzeichen für boS Eintretet einer Besserung der Lage vor.

B r e S l a n, 6. Febr. ®ieBreslauer Ztg." meldet: Die vereinigten Grubenverwaltungen be« Waldenburger BergrevierS haben in ihrer gestrigen Sitzung bie Forderungen der Arbeiter­schaft abgelehnt. In einer in Gottesberg gestern abgehaltenen Bergmannsversammlung beschloß man auf Anraten bet Vertrauensmänner mit knapper Mehrheit, noch nicht in ben Streik ein­zutreten, sondern nochmals mit ben Direktionen zu verhandeln. Trotzdem brach heute auf sämt­lichen Gruben derSchlesischen Kohlen- und Kokswerke, Aktiengesellschaft" der Streik auS.

Kochlowitz (Oberschlefim), 6. Febr. Seit freute früh streiken die Bergarbeiter aus dem Aschenbornschacht.

Die Unruhen in Rußland.

Saturn, 6. Februar. Der Ausstand breitet sich mit neuer Kraft aus. Die Fabriken feiern mit Ausnahme einer ernzigen. Diele Maga­zine und Läden sind geschloffen. Die Versiffte sind groß. Die Lebensmittelpreise 'in gesffegen. Infolge der Beschädigung der Eisendahn aus einer Strecke von mehreren Kilometern durch Uebelgesinnte wurden Patrouillen ausgeschickt. Auf der Station Samttedi wurde der Possagier- und Frachwerkefrr eingestellt.

Kalifch, 6. Februar. Die hiesigen Arbeiter nahmen die Arbeit wieder auf.

Lodz, 6. Februar. Eine Anzahl Arbeiter der Fabrik Seiner nahm die Arbeit auf, ohne daß die Ausständigen ihnen Widerstand ..eiteten. Bei einem Zusammenstoß zwischen Kosaken und Arbeitern wurde ein Kosak und ein Arbeiter ge­tötet. 15 Arbeiter wurden verletzt.

JekaterinoSlaw, 6. Februar. Die Arbeiter der Druckereien und der Apotfreken. sowie die Sira- ßenbahnangestellten nahmen die Arbeit w'?det auf. Morgen werden die hiesigen Zeitungen wie- der erscheinen.

Moskau, 6. Februar. Der Ausstand oer Ka­nalarbeiter ist beendet. Ter Magistrat bewilligte sämtliche Forderungen der Arbeiter.

Bourgeois atmete tief auf. Scheu sah er sich im Zimmer um, als wollte er sich nochmals ver­sichern, daß niemand sein Gespräch mit dem Zi­geunerbuben belauscht haben konnte. °¥m näch­sten Augenblick hatte der Gastwirt die Stube oer- taffen. Unhöflich schlich er zur Hintertüre hin- aus in den Gatten. Ein dichtes Boskett in der einen Ecke desselben hatte früher schon öfters zum Veflteck des alten Zigeuners gedient, wenn dieser auf ihn gewartet; dorthin lenkte Bourgeork seine Schritte. Als er nur noch drei Schritte von dem Gebüsch entfernt war, traten ihm zwei dunkle Gestalten entgegen.

Josef, seid Ihrs?"

Ja, Monsieur Bourgeois, ich bins. Wieder heimgekehrt. Wie ists halt so lange gegangen?"

Wen habt Ihr bei Euch?"

z^?ennt mich der Herr Wirt nit mehr?"

Ach, Ihr, Jockel Schmidt? Aber Ihr Un- gliicksmenschen, wißt Ihr nicht, daß Euch die Gen­darmen auf de.. Fersen sitzen? Was wollt Ihr frier? Sfrr seid verloren, wenn Ihr entdeckt werdet"

Laßt uns eintreten, Bourgeois. Dann er­zähle ich Euch, weshalb wft gekommen sind."

So kommt in das Hinterstübchen, aber vor­sichtig. Meine Haushälterin braucht nicht zn wisien, daß Ihr wieder da seid."

In dem vrdeckt liegenden Zim ner ange­kommen, zündete der Gastwirt eine kleine Lampe an. Er erschrack aufs neue, als er jetzt seine bei­den Freunde betrachten konnte. Jockel Schmidt zeigte in seiner Kleidung, seinem roten, gedun­senen Gesichte und den verschwommenen Augen das Bild eines rohen, im Trunk verkommenen Burschen, während die gramdurchfurchteten Züge des alten Zigeuners sdie feste und finstere Ent«