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Jts. 30

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Herr Markwardt war lehr böse und arger- lich auf seine Tockter.Das hat man davon", brummte er, als er am r.bern Vormittag das Zimmer des Untersuchungsrichters verließ, d« ihn um eine Unterredung hatte bitten lassen, das bot man davon, wenn man den Kindern zu viel freien Willen läßt. Es ist nur gut, daß der Richter mich benachrichtigte, so kann ich doch wenigstens verbäten, daß die Geschichte offen­kundig wird. Aber ein Ende muß gemacht wer­den! So geht es nicht weiter!"

Er eilte nach Hause und ließ sofort fein* Tochter , zu sich bitten.Ich muß ein ernstes Wort mit Dir reden, Gisela", begann er, indem er ärgerlich und erregt im Zimmer auf- und ab» ging.Ich hätte von Dir nicht erwartet, daß Du so leichtfertig mit Deinem guten Ruf u» gehen würdest." (Fortsetzung folgt.)

Die Unruhe« in Rußland.

Von gut unterrichteter Seite wird der ,D Warte" über die Auffassung der deutschen Regie- cungskreise über die geaenwärtige

Lage in Russisch-Pole« mitgeteilt, daß, trotzdem die Unruhen sich nach den letzten Nachrichten in den Industriezentren ausbreiten und vielfach der Belagerungszustand m den Städten erklärt worden ist, ein weiteres bedeutendes Umsichgreifen der ganzen Bewegung nicht erwartet wird. Man hält die der russischen Regierung zur Verfügung stehenden Machtmittel rur völlig ausreichend, um Ausschreitungen im größeren Maßstäbe vorzubeugen. Diese sind, wie in den meisten russischen Städten, zumeist durch den Ausstand der 91: eitermassen entstan­den, und omit in erster Linie auf die wirt­schaftliche Lage in Polen zurückzuführen. Außer­dem haben die Aushebtingen für den ostasiatischen Krieg zu Unruhen geführt, und natürlich haben auch die Ereignisse in St. Petersburg ihr gut Teil zu dem Verhalten der ärmerenBev"Tenrngs- klassen beigetragen. Von wesentlicher Bedeutung für die Beurteilung der Gesamtlage und Deutsch­land ist die Tatsache, daß man in Polen nicht von einer politischen Bewegung, die das Polentum

Umschau.

Zum Bergarbeiterausstand

Die Ausstandsbewegung hat itunmehr auch

in Schlesien

größere Fortschritte gemacht, sowohl in Ober- wie in Niederschlesien. Wie aus Waldenburg gemeldet wird, sind die in der letzten Vertrauens­männerversammlung der Bergarbeiter des hiesi­gen Kohlenreviers aufgestellten Forderungen, betreffend Lohnerhöhung, Verkürzung der Ar­beitszeit und Anstellung vonGrubenkontrolleuren, sowohl an das Oberbergamt in Breslau, wie an den Verein für die bergbaulichen Interessen in Niederschlesien gesandt worden. Von letzterem ist bis spätestens zum 5. Februar Antwort er­beten worden. Sollte die Antwort der Grube nicht günstig ausfallen, so werden die Arbeiter in den Ausstand treten.

Folgende Forderungen haben die Ar- beiter der fiskalischen Gruben durch den Beu­thiner christlichen Arbeiterverein an den Handels- Minister^ und die Grubenverwaltung gestellt: 1. achtstündige Arbeitszeit einschließlich der Ein­fahrt und Ausfahrt: 2. der geringste Arbeitslohn soll betragen: für Häuer 5.50 Mk., für Wagen- stößer und Zimmerhäuer 4 Mk., nach zehnjäh­riger Arbeitszeit 4.50 Mk.; für die Arbeiter über Tage 3.50 M., für Schlepper nach fünfiäbriger Arbeitszeit am Pfeiler 4.50 Mk. auf der Strecke 3.50 Mk., auf der herrschastlichen Schicht 3 Mk., nach fünf Jahren verlangen die Zimmerhäuer 30 v. H. Erhöhung des Arbeitslohnes: 3. an Freikohle sollen erhalten die Häuer 160 Zentner, der Wagenstößer, Schlepper und Zimmerer 120 Zentner: 4. Kontrolleure zum Revid'.-ren der Gruben und Zählung der geförderten Wagen. Die Bewegung geht in erster Linie von den Füllern oder Schleppern und den Waaesiößern, den junaen Leuten aus. Da der eigentliche Berg- mann ohne diese Hilfskräfte nichts ausrichten , so haben sie es in der Hand, den Betrieb lahm zu legen und die arbeitswilligen älteren Elemente zum Streik zu zwingen. Das ist auch hier ge­schehen: denn der Betrieb auf der Königin-Luisen- Grube ist so gut wie eingestellt.

Ausdruck brachte, tvas bereits auf dem Wege Ivar, Tatsache zu werden. Das bisherige lieber- gewicht Ungarns über Oesterreich aber gründete sich nicht in letzter Linie auf sein starkes Parla­ment mit seiner zuverlässigen dauernden Majori­tät. Mit Recht wies dieser Tage dieNeue Freie Presse" darauf hin, daß dies Parlament für die ungarischen Regierungen die eigentliche Quelle der Kraft gewesen sei. Dieses' Parla­ment existiert jetzt nicht inehr, es ist zersplittert in Parteien, von denen keine über die Mehrheit verfügt und unter denen die klerikale Volks- Partei das Zünglein der Wage bildet. Ungarn, das hat der 26. Januar besiegelt, geht einer Pe­riode erbitterter innerer Kämpfe entgegen. Es kann sehr leicht sein, daß dan'iber seine kaum errungene Hegemonie im Rahmen der baosbur- gischen Monarchie wieder in die Brücke geht. Das wäre denn allerdings ein Ergebnis, das der inneren Ironie nicht entbehrte. K.

verboten.)

Amen rerliebe".

Marburg

Sonnabend. 4. Februar 1905

Der Führer des christlichen Gewerkvereins und Mitglied der Siebenerkommission, Effert, sprach sich über

Lage im Ruhrgebiet folgender maßen aus:

9faf allen Forderungen könne nicht bestanden werden. Der Gesetzentwurf verdiene Anerkennung bs^. vuf Punkt 1 betreffend Schichtdauer. Minister Moller habe hierüber keine genaue Besttmmung gegeben, und nach den Aeußerungen seines Ver­treters, Oberberghauptmanns v. Velsen, sei zu befürchten, daß eher eine Verschlechterung ein­treten würde. Sache der Regierung sei, sofort bindend zu erklären, wie die Schichtdauer geregelt werden sollte. Fiele diese Erklärung zur Zn- fnedenheit der Siebenerkommission aus, so sei die Beendigung des Ausstandes sicher. Selbst auf die Minimallohnforderung würde im Augenblick dann verzichtet werden. Allerdings sei selbst­verständlich, daß Massenmaßregelungen nicht er­folgen dürften: gegen die Entlassung einzelner rabiater Elemente könnte man schließlich nichts einwenden, aber Effert befürchtet, daß etwa 20 000 Bergleute nach Beendigung d.s Ausstan­des entlassen würden, zumal Arbeiter genug vor­handen wären. Auf die Frage, wie Effert sich zu dem Vordräugen der Sozialdemokratie stelle, antwortete er: Sobald das feststeht, ist es mit der Einigkeit aus; dann tut der Gewerkverein nicht mit. Unsere Mitglieder folgen der Parole ihrer Führer, das hat der Beginn des Ausstan­des gezeigt, wo am 16. Januar noch keine 3000 von uns ausstanden, aber am folgender. Tage die ganze Organisation. Effert glau'f an eine baldige Beendigung des Aus- standes, wenn die Regierung die gewünschte Erklärung über Schickt- d a ner gibt.

Berlin, 2. Febr. DerReichsanzeiger" meldet die Abreise des Ministers des Innern v. Ham- msrstein nach Düsseldorf.

heimnis Ihres Herzens zu verraten. Aber ich baffe, daß jetzt die Unschuld des Herrn de Kene- jranae klar zu Tage treten wird, und dann darf ick ihm vielleicht sagen, was Sie für ihn getan haben."

O mein Herr*

Es wird noch alles gut werdens Vertrauen Sie der Zukunft, nw'n liebes Fräulein. Nur noch eine Frage ge^tatt-m Sie mir. Wer ist der andere, den Herr de Fenetrange für den glück­lichen Nebenbuhler hält?"

Leutnant von Usedom", entgegnete Gisela leise.

Ah! Die Angelegenheit bellt sich mit einem- male mehr und mehr auf. Seien Sie aetrost, mein Fräulein, es wird noch alles gut werden."

Mit döln Bewußtsein eine gute Tat vollbracht und ihre Pflicht erstillt zu haben, verließ Gisela Markwardt den Beamten.

Sie wissen den Grund der plötzlichen Ab­reise des Herrn?"

Ja, hier lesen Sie diesen Brief, den mir Herr de Fenetrange an dem für seine Abreise be­stimmten Tage schrieb:

Mit diesen Worten reichte Gisela dem Richter den Brief Henris. Der Beamte las mit wack- sendem Erstaunen folgende Morte:

Mademostelle!

Verzeihen Sie. daß ick, es wage, nock ein- wal das Wort an Sie zu richten, obgleich ein anderer Mann wahrscheinlich jetzt bereits .in Recht auf Ihre Hand gewonnen hat. Ich reife ob von hier, weil ich es nicht ertragen kann. Sie, die ich innig liebe und verehre, an der Seite eines anderen Mannes zu sehen. Als letztes Andenken an mich, ter jetzt alles, Vater­land, Heimat und Liebe verloren hat, sende ich Ihnen den Ring Ihres gefallenen Bruders zurück. Wenn mein Auge den Ring traf, ge- ötufite ich des Gestorbenen: wenn Sie den Ring betrachten, gedenken Sie meiner auch als eines längst Verstorbenen, den einst Ihre Nähe beglückt hat.

Leben Sie wohl und werden Sie glücklich!

. Henri de Fenetrange."

Der Richter blickte auf und sah in die tränen­feuchten Augen Giselas. Tiefbewegt reichte er tbr die Hand.Wissen Sie, mein Fräulein, daß Sie durch diesen Brief wahrscheinlich die Ver- urteüung des Herrn de Fenetrange unmöglich gemocht haben?"

Der Gedanke würde mich glücklich macken." Darf ich den Brief den Akten elnverleiben?" Wenn Sie es für nötig halten." 83er- legen blickte Gisela z« Boden.

Ich verstehe Sie, mein Fräulein. Fürchte« Sie nicht, daß ich so indiskret sein werde, das Ge» 1

Fräulein, solche Liebe trübt den freien Blick des prüfenden Auges bekanntlich ist die Liebe blind*

Ich gestehe Ihnen offen, daß es mich tief schmerzen würde, wenn ich mich in Herrn de Fenetrange getäuscht fäbe

Auch auf mich hat der Baron einen guten Eindruck gemacht, aber ein Umstand macht mich außerordentlich bedenklich. Weshalb gibt Herr de Fenetrange nicht offen den Grund seiner schnellen Abreise an, die genau mit dem Fart- ziehen der Zigeunergesellschaft zusammenfällt? Diese schleunige, fast überstürzte Abreise, die sich durch nichts erklären läßt, ist einer der Hauvt- verdachtsmomente."

Herr b? Fenetrange hat keinen Grund für feine geplante Abreise angegeben?"

Nein, nachdem ich ihn so in die Enge ge­trieben, daß er keinen triftigen Grund, wie Ge­schäfte oder dergleichen mehr angeben konnte, verweigerte er jede Auskunft, ebenso wie sein Vater."

Daran erkenne ich gerade die edle Gefion- ungsweise der Herren! Sie sagten vorhin, Herr Richter, daß Sie nicht gern meine Person in die Verhandlung verwickeln möchten jetzt bestehe ich darauf, vernommen zu werden"

Wie? Höre ich recht? ..." ries erstaunt der Richter.

Ja. ich bestehe daraus", erwiderte Gisela; denn ich weiß, weshalb Herr de Fenetrange ab­reifen wollte . . er verschwieg den Grund aus Zartgefühl gegen mich, aus demselben Zartge­fühl, Herr Richter, das Sie bislang abhielt, mich zu vernehmen, damit mein Name nicht öffentlich genannt werden sollte, aber jetzt liegt die Sache anderst , I

Ungarn.

Große Ereignisse kommen über Nacht. Wer ijßtte gedacht, daß Graf Tisza fein ritterlich ge- geteieS , und gehaltenes Versprechenreine ^Wen zu machen so schwer büßen würde?

i Opposition am wenigsten, die sich

unö Süfeen gegen die Neuwahlen geftraubt hatte. Sie bat jetzt Grund zu trium- ^tion hat sich unzweideuttg gegen bcn der ihr Retter fern wollte, erklärt. Die Po- L^^nHanb» ist abgetan. Einer der

- Eatkrafttgsten und befähigtstenStaats- Ungarn verfügte, wird vom Und mehr als das. Mt dem Manne fallt seine Partei, fällt die Partei in der sich die öffentliche Meinung Ungarns seit S3t@S6rCn verkörpert hatte, fällt ein System, murf Ausgleichs von 1867. Das

lleht in Trümmer und drohend er- hebt^stch der Geist Kostuchs.

an dem? Nüchterne politische Betrachtung wird gut tun, die unmittelbare rn^tv^te dcs Geschehenen doch nicht zu über- Mtzen. Freilich an der Tendenz, die in dm ^??te» vom 26 Januar zum Ausdruck kommt S.r s'ch mcht deuteln. Man sagt wohl, die Siuanrh??ften ftd| nuf «egen die Aenderung der Sm h S ?cgen denVerfaistmgsbruch" ge-

§ Züe,m eiFe öffentliche Meinung sich nirS m ^rogm der parlamentarischen Tech- Ä h n sTrU"b "UZ aufregen ließe. Wogegen sie öch SuffiSk Geschäftsordnung

rn lEuktwu brechen sollte, tn der sich der alte kvssu.hiiche Geist der unversöhnlichen Feindschaft Oesterreich verkörperte. Sieger in diesem sollte nickst bestritten werden mrrHL* lw^r)anflt3ffttäneh,lnfe' bas Streben nach wirtschaftlicher und politischer Trennung von ~dietreich gewesen. Und auch das kann nicht geleugnet werden daß dieser Gedanke im Siege ff unberechenbar an Werbekraft gewonnen

» Sen'."* X*to<6 M1

w.?r6er , ebenso falsch wäre es nun von dem Januar unmittelbare J'J®" «'dieser Richtung zu erwarten. Die Verluste der liberalen Partei find groß, sie hat -t6re§ ®fta: des ein gebüßt, aber sie '"TV" Machtfaktor in Ungarn.

£3.JVpt, das ist das Entscheidende, im neuen wne Kartei die unbedingt die Majo-

<~r°6 '^es Wahlsiegs find Kos- suth und die Seinen nicht imstande die Regie- rung zu übernehmen. Eine Regierung ohne und g.gen die liberale Partei wird es auch im fünf- ^ckstag nicht geben. Alle die vielen die

^lb und außerhalb Oesterreichs auf den I balbigen Zerfall der habsburgischen Monarchie I lbefit(terem müssen sich noch weiter gedulden. Es I r&Qf! bald an das Ziel I Wrei 98unf<be gelangen. Wohl aber wird sich SS-'«""?"?'1''5 ergeben, unmittelbar I Ad tief einschneidend in das staatliche Leben Ungarns und der Gesamtmonarchie. Tisza I fbrodb kürzlich von der Verlegung des Schwer- I önf.f,Cx' der Monarchie nach Ungarn und erregte rwllt ^uten Widerspruch der Deutschen I Oesterreichs obwohl er im wesentlichen nur zum I

angezettelt hat, sprechen kann. Die russischen Polen haben sich in letzter Zeit loyal und ruhig verhalten, und haben dadurch mehr erreicht als eurch eifrige Opposition gegen die russische Re­gierung. Vermutlich werden sie diese Politik sortsetzen, was für unsere Grenzbezirke von Be- beutung ist, denn eine Erhebung der Polen in Rußland könnte auch leicht über die deutsche Grenze hinübergreifen. So lange eine solche Aussicht nicht besteht, braucht nicht befürchtet zn werden, daß unser Land durch die russisch-peck- nischen Verhältnisse in Mitleidenschaft gezogen wird. Sollte es irgendwie geschehen, so sind bei uns für die Absperrung der Grenzen und für die Grenzprovinzen genügend starke Truppen- aufgebote vorhanden, die erforderlichenfalls schnell genug in Tätigkeit treten können.

Wie berechtigt die Beunruhigung war, daß es im Grenzgebiet zu größeren Ruhestörungen kommen könnte, geht aus der soeben aus Katto» witz eingetroffenen Nachricht hervor:

Gestern sind im Preußisch-russischen Grenzbezirk Dombrowa Unruhen ausgebrochen und habe« sich nach Sosnowice fortgepflanzt. Früh wurde in den Fabriken in Sosnowice noch gearbeitet, bann wurde in einzelnen Fabriken das Zeichen zur Einstellung der Arbeit gegeben. Die Leute logen in großen Trupps durch sämtliche Fabriken und erzwangen die Einstellung der Arbeit. Wo man nickt gleich ihrer Aufforderung Folge lei­stete, stellten sie sämtliche Maschinen ab. Beim Durchziehen der Straßen faßten sie den Polizei- wacktmeister ab und dieser mußte mit ihnen marschieren. Im Laufe des Tages kam ei« Kosaken-Regiment in Sosnowice an. Die russi- ichen Gendarmerie-Kapitäne ließen die preußi- scken Grenzbehör'm wissen, daß drüben das Publikum befürchte, es könne Preußisches Mlitär einrücken, drüben sei infolgedessen bei den Leuten der Gedanke. entstanden, die Dreur che Eisen­bahnbrücke, die lick kurz vor Sosnowice befindet, zu zerstören, damit dic Preußen nicht herein könnten. Vom Kattowitzer Landratsamt wurde sofort die Sperrung de: Brücke anaeordret und Abteilungen Gendarmerievosten dahin verlegt. Heute morgen reifte der Regierunaspräsident und der Kattowitzer Landrat in den Grenzbezirk.

Die Stadt Petersburg bietet wieder, wie von dort gemeldet wird, den gewöhnlichen Anblick. Die Stadt st' ruhig, das Militär von den Straßen entfernt. Die Zeitungen besprechen sen Empfang der Arbeiterdeviitation durck den Kai- fer und knüpfen daran Hoffnungen auf baldige Besserung der Lage.

Die von vornhereken sehr unalaubwürdig klingende Meldung des LondonerDaily Tele­graph", daß der Kaiser einen Ukas untc-zeicknet habe, durch den u. a. der Ministerpräsident er­mächtigt wirb, eine Versastunasurkunde auszu­arbeiten, wirb offiziell als falsch erklärt und ist wahrscheinlich durch folaende Umstände hervor­gerufen: Der Mnisterrat batte, wie schon ge­meldet, einen Antrag Wittes, sich über die Vor­gänge am 22. Januar zu äußern und Maßnah­men geaen die Miederbolung solcher Vorgänge aiiszuarbeiten, abgelebnt, weil dies seine Koin- vetenzen überschreite. Witte, der seine besondere Meinung zu Protokoll gab, überreichte hierauf dem Kaiser ein Promeomria, welches Billi-

Von O Olster.

Ich bin der festen Ueberzeugung, baß Herr be Fenetrange unschulbig ist", sagte Gisela er- regr.

_ Der Richter lächelte. Er sah m das glühende Antlitz Giselas und erriet die Wahrheit, daß Gi- icla den interessanten Franzosen liebte

Vorauf gründet sich diese Ueberzeugung, mein Fraulein?"

"Herr be Fenetrange hat sich stets als Ehren­mann erwiesen, seinem ebrltebenben, ja, fast (Übertrieben feinfühlenden Charakter ist eine solche Tot nicht zuzutrauen."

h"'k Maske, mein Fräulein, Maske!" 9?em $err JRtdbter! Ich habe einen tiefen ^ttf in das edle Herz Henri de Fenetranges Netan. Horen Sie nur die Episode aus dem «eben jenes Herrn."

L Und nun erzählte Gisela die Geschichte von Bruders, der in den Armen ebenfalls schwerverwundeten Henri gestorben

^ .«»."^br hübsch, sehr brav!" meinte der Richter.

>Aber was beweist das für unseren Fall?" to Cm edler Mensch nicht fähig ist, ein 'Verbrechen zu begehen!" M

j »Verzeihen Sie, mein Fräulein, wenn ich 9m offen zu Ihnen spreche. Aus Ihren Worten Lehr eine innige Anteilnahme für Herrn be fenetrange hervor, ja, ich glaube in der An-

nicht fehl zu gehen, daß Sie Herrn be ©enetrange lieben, Ihr Erröten sagt mir, fi?» M nchtig geraten habe. Aber, nein

Erscheint wöchentlich sieben maL

Druck und Verlag- Joh. Aug. Koch, UinverMtS-Vuchdrnckerei 40.

Marburg, Markt 2L Telephon 55.

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mit dem Kreisblatt für dre Kreise Marburg und Kirchhain.

Sonntaasbeilager IAustrirte- SamttütMM