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mit -em Kreisblatt für w Kreise Marburg und Kirchhain,

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tkr die Monate Februar und März auf die

^berhessische Zett«»," nebst ihren Beilagen werden von unserer Expedition (Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch­hain, Reustadt und Wetter, sowie von allen Postanstalten und Landbriefträgern entgegen genommen.

Vom neuen Mittelstand.

kn Es kann keinerlei Zweifel unterliegen, d«S der alte und der neue Mittelstand die gleiche Politik verfolgen müssen und alles zu vermeiden haben, was ihr brüderliches Zusammenleben stö­ren könnte. Durch viele Tausend wnäle mit einander verbunden und unter denselben Lebens- ansckailiingen und, Ansprüchen aufgewachsen, würden sie durch eine gegenseitige Bekämpfung oder Anfeindung die beiderseitigen Interessen auf das nachteiligste beeinflussen. Und doch muß man es wiederholt erleben, daß sich dem neuen Mittelstände falsche Propheten nahen, die ihn gegen den selbständigen Mittelstand ver­hetzen möchten, auf daß er sich willig vor den freisinnigen Parteiwagen spannen lasse. Erst fkngst brachte die Privatbeamten-Zeitung einen Artikel einesVolkwirtes", der sich darüber ent­rüstete, daß trotz aller Erziehung Handwerker und Kleingewerbetreibende den modernen Ent- lvickelungsgesetzen völlig verständnislos gegen- Äerstehen. Man schreie nach Staatshilse, be­geistere sich für den Befähigungsnachweis und verlange Maßregelung der Konsumvereine und Warenhäuser. Schließlich meint besagterVolks­wirt" :

, Seit Jahrzehnten haben wir darauf hinge- wiesen, daß der quantitativ und qualitativ he- dcrrtsamste Teil des neu sich bildenden Mittel- ftandes durch den Privatbeamtenstand aebildet wird, und daß eine gesunde Mittelstandspolitik auch den sozialen und wirtschaftlichen Verhält­nissen und Bedürfnissen dieses Standes Beach- kung schenken muß. An der jetzt inaugurierten Handwerker-Mittelstandspolitik hat der Stand der Vrivatbeamten kein Interesse."

Wenn diese Anschauungen desVolkswirts" der Privatbeamten-Zeitung von weiteren .Krei­sen der Privatbeamten geteilt würdet:, könnte :nan sich kaum eine schlimmere Verkennung der eigenen Interessen vorstellen als sie in den Aus­führungen des Herrn Volkswirts zum Ausdrucke kommt. An Kurzsichtigkeit können ja leine Be­merkungen kaum noch übertroffen tverden. Offen fei ausgesprochen, daß der Privatbeamte, der in die Warenhäuser und Konsumvereine läuft und dem Handwerker die von diesem als notwendig erkannten Mittel zur Hebung und Wicderbele- bung seines Standes nicht gönnt, die eigenen Jntereffen in demselben Grade schädigt wie die des selbständigen Mittelstandes. Jüngst kam aus München die Bände sprechende Nachricht, daß über 100 Geschäftsleute infolge der bevorstehen-

45 ''TM-rbrn't verboten.)

^meunerllebe".

"on O. Olfter.

rEs ist nicht möglich, Papa, ivas Du mir da erzählst!"

Und doch ist es so, mein Kind. Leutnant von Usedom hat gestern abend in dem alten Turme von Fenetrange nicht nur den auf den Tod verwundeten Fritz Berger, sondern auch eine Menge Schmugglerwaren und sehr kompro- - Mittierende Schriftstücke gefunden, infolgedessen er die beiden Herren de Fenetrange, die eben im Begriff standen, abzureilen, verhaftete. Das Schloß selbst ist durch einen Wacktvosten besetzt -worden, so daß niemand ohne Legitimation von Leutnant von Usedom das Schloß betreten oder verlassen kann."

^Das ist ja entsetzlich!"

Ja, die Herren scheinen es etwas schlimtn -tzetrieben zu haben. Sie sollen mlt den Zigeu- fnern in Verbindung gestanden haben, t.; die Waren über die Grenze schmuggelten und die Deserteure nach Nancy brachten."

Aber Vater!"

^*TT Markwardt bemerkte wohl das Er- bletchen seiner Tochter und ihre tiefe Erregung, ober er ließ sich in seiner Erzählung nicht stören; denn er batte sich vorgenommen, die Zuneigung, -welche Gisela für den jungen Herrn de Fene- krange gefaßt hatte, mit Stumps und Stiel aus- zuratten. Diese Schmugglergeschichte Wen ihm ferne Passende Gelegenheit.

L .Freilich hat sich die schlaue Ztgeunergesell-

noch bei Zeiten aus dem Staube gemacht," stchr er mit scheinbarer Gleichgültigkeit fort.

den Neueröffnung von Warenhäusern ihre La­den gekündigt haben. Was bleibt den Bedauerns­werten, die Dank der übermächtigen Konkurrenz die liebgewonnene Selbständigkeit aufgeben müs­sen, weiter übrig, als sich nach der Stelle eines Buchhalters oder dergleichen umzusehen? Und die Folge? Die Zahl der Glieder des nichtselbst­ständigen Mittelstandes wächst dermaßen, daß be jeder Vakanz eine immer wachsende Zahl von Angeboten einläuft, die nattrrgemäß ein Sinken der Gehälter mit sich bringt. Wo . leiben denn diejenigen, deren Existenz durch die Warenhäuser vernichtet worden ist? Werden sie Angestellte der Warenhäuser? Doch nur zum illerfteinsten Teile. Die Warenhäuser brauchen zwar vie- Angestellte, aber sie schwärmen nicht für hohe Gehälter und stellen deswegen vorwiegend die billig arbeitenden Damen ein. Und da will ims der braveVolkswirt" der Privatbeamten-Zei- tung einreden, der neue Mittelstand stehe der Entwickelung der Warenhäuser und Konsumver­eine unbeteiligt gegenüber. Auch im Interesse des neuen Mittelstandes wäre es tief bedauerlich, wenn man in dem Kreis der Privatbeamten je­nen falschen Propheten Gehör schenken wollte. Der alte und der neue Mittelstand kämpfen für dieselben Ideale und gegen dieselben Feinde. Tie berechtigten Forderungen des einen hat der an- dere zu unterschreiben und mit zu verfechten, denn bei jeder dieser Forderungen muß er sprechen: tua res apritnr, zu gut deutsch: es geht um deinen eigenen Kragen!

Umschau.

8«w Beryarb eiterauSstand iw Ruhrgebiet.

DieRuhrorter Zeitung" erfährt von unter- richtetet: Seite, daß mit der Möglichkeit des in wenigen Tagen eintretenden Endes des Kohlen- stteikes gerechnet wird. Obgleich die Stimmung in beiden Lagern nicht wesentlich verändert, so sei doch der Streik selbst in jenes Entwickelungs­stadium getreten, wo seine unmittelbaren und unheilvollen Einwirkungen fühlbar werden. An­dererseits wurde in der gestrigen, in Esten statt­gehabten Versammlung von einem Redner des christlichen Gewerkvereins die Aufsehen erregende Mitteilung gemacht, daß für morgen Heber- raschungen bevorstehen, da bereits einige Zechen- besitzer nachgegeben hätten. Das Blatt bringt jene Meldung unter Vorbehalt und meint, das End» des Streiks könne nur dadurch kommen, daß die Regierungsvertreter mit Vorschlägen kommen, die auf beiden Seiten akzeptabel seien. Mit dem Eindruck des angekündigten Notberg­gesetzes hat diese Auslassung offenbar noch nicht gerechnet.

Ausblicke auf die Weltwirtschaft.

Wie jedes Land seine eigentliche volkswirt- schaftliche Entwicklung und seine eigenen Sorgen bezüglich der weiteren Gestaltung von Handel und Industrie hat, so gibt es auch Fragen der VolkSwirtschatt die alle Kulturvölker angeben und die in allen Ländern aufmerksam verfolgt werden. Zu diesen Fragen gehört in erster Linie der russisch-japanische Krieg. Abgesehen

aber die Marianne, die Enkelin des alten Josef des Führers der Bande, treibt sich noch hier um- her. Es scheint, daß sie die Haupt-Helfers­helferin des jungen Baron gewesen ist."

Vater, das ist nicht wahr!" rief, sich er­hebend, Gisela mit flammenden Augen aus.Ich kann jetzt noch nicht entscheiden, was wahres und unwahres an den Gerüchten ist, aber da: sagt mir eine innere Stimme, daß manches von dem, was Du da erzählst, übertrieben, anderes voll­ständig unwahr und erfunden ist. So ist es gänzlich ausgeschlossen, daß die Zigeunerin und der Baron in Beziehungen zu einander standen."

Aber man bat ihn öfter mit ihr zusammen gesehen."

Das mag der Zufall fo, mit sich gebracht haben. Sieh her, diesen Bries habe ich heute morgen erhalten. Er ist von Henri de Fene- trange. Er schictt mir den Ring meines Bruders zurück und schreibt mir einige Worte des Ab­schieds."

Um Gotteswillen, Gisela." unterbrach sie ihr Vater,sprich mit niemanden aber diesen Brief! Es kann doch für Dich sicherlich nicht angenehm fein, wenn Du in diesem Schmuggler- Prozeß genannt wirst, oder wenn Du gar mit Zigeunern, Soldaten und Dirnen zusammen auf der Zeugenbank Platz nehmen mußt."

Wie sollte ich in diese Lage gerate»? Was habe ich mit den Schmugglern und Verbrechern zu tun?"

Nichts, sicherlich nichts! Aber der Unter­suchungsrichter ist verpflichtet, jeden zu verneh­men, der in irgend welcher Beziehung zu Henri de Fenetrange gestanden hat, um Aufklärung über feine Person und feinen Charakter zu er­hallen." ' -*

bon den indirekten volkswirtschaftlichen und politischen Folgen, die mit dem Ausgang des Krieges Zusammenhängen, wird dieser Kampf auch unmittelbar tief eingreifende Wirkungen auf das volkswirtschaftliche Leben ausüben. Selbst einmal vorausgesetzt, der Friede stünde unmittel­bar bevor, so sind bereits jetzt von beiden kriegführenden Staaten Neuanschaffungen von ungeheurem Umfange zu machen. Die gesamte in Oslasien stationiert gewesene Flotte ist ver- nichtet, Geschütze, Gewehre,- Ausrüstungsgegen- stände der verschiedensten Art, Eisenbahnmateria­lien sind unbrauchbar geworden. Für alles das muß Ersatz geschaffen werden, und ivahrscheinlich wird man sogar auf beiden Seiten bestrebt fein, die vor dem Kriege bestehende Rüstung zu ver­stärken. Dies eröffnet den Eisenhütten, Gewehr- und Geschiitzfabriken. den Schiffswerften, Schiffs- transportgesellschaften und Eisenbahnmaterial- fabriken die Aussicht auf einen hervorragend günstigen Geschäftsgang. Je länger sich der Krieg hinauszieht, desto später ist auch diese günstige Periode zu erwarten, aber eine um so tiefergehende Wirkung wird sie auch verursachen. Aber um alle diese Neuanschaffungen bewirken zu können, und um die Entwickelung im Inneren wieder zu fördern, werden beide Staaten nadj dem Kriege große Anleihen aufnehmen. Schon jetzt haben sowohl Japan als auch Rußland bei ihren während des Krieges aufgenommenen An­leihen ziemlich ungünstige Bedingungen an­nehmen müssen. Die hohe Verzinsung, die beide Staate» gewähren müssen, dürfte aber auch auf de» Zinsfuß anderer Länder einwirken, wenn plötzlich kurz hintereinander einige Anleihen von großem Umfange aufgenommen werden. Eine andere Frage von großer Wichtigkeit be­trifft die Gestaltung der Verhältnisse in der Goldminenindustrie Südafrikas. Seit vor sechs Monaten das Gesetz die Verwendung der Chi­nesen zugelassen hat, sind bereits mehr als 25 000 Chinesen eingewandert. Nach zuver­lässigen Schätzungen ist im Jahre 1904 die Höchstziffer der Goldproduktion vor dem süd­afrikanischen Kriege schon wesentlich überschritten, und mit dem weiteren Zuwandern von chinesisch.» Arbeitskräften wird die Goldausbeute im Jahre 1905 noch weiter in die Höbe gehen. Daß bei dem regen Interesse, dem die Goldminenindustrie überall Begegnet, auch viele schwindelhafte Unter­nehmungen entstehen, an denen unvorsichtige Leute ihr Geld verlieren, ist die Kehrseite des Aufschwunges. Im volkswirtschaftlichen Leben Nordamerikas ist für den Ausländer die Ent­wickelung des Trusts und die Frage der Revision der jetzigen Hochschnhzollaesetzoehuna von höchstem Interesse, in England sind es alle die Fragen, die man unter dem NamenChamberlowismiis" zusammenfaßt. Auch die Handelsverträge und das Zusammengehen der Schiffahrtsgesellschaften sind Fragen, die allgemeine Aufmerksamkeit fin­den und auf Handel unt Industrie tiefe Wir­kungen ausüben.

Die Unruhen in Rußland.

Die Laer in Petersburg

Zeigt eine Wendung zum Bestem. DaS Militär wurde aus den Strafen zvriickaezooen, die Auf-

Wenn Herr de Fenetrange mein Zeugnis nötig hat, werde ich es ihm nicht verweigern," sagte stolz die Tochter des Fabrikherrn.

Ich werde es Dir nicht verwehren." entgeg­nete dieser.Aber was kann die Kenntnis dieses Abschiedsbriefs dem Untersuchungsrichter nützen? Nichts, und deshalb ist es besser. Du erwähnst den Brief gegen niemanden."

Wie sollte ich dazu kommen?"

Das ist auch meine Meinung! Und nun, mein Kind, laß Dir die Geschichte nicht allzu sehr zu Herzen gehen, ein jeder irrt sich einmal in einem Menschen, welcher uns im Stnfange durch sein liebenswürdiges Wesen zu täuschen wußte."

Ich habe mich in Henri de Fenetrange nicht geirrt," entgegnete Gisela.Ich weiß, was ich von ihm ,3», denken habe: es wäre feige von mir, wollte ich ihm jetzt mein Vertrauen entziehen, wo der unglückliche Zufall einen Schein les Un­rechts auf ihn geworfen bat. Ich werde warten, Ks die Beweise seiner Schuld vorliegen."

Sie werden nicht lange auf sich warten lassen..,

Dann wird es noch Zeit sein, seinen Namen zu vergesten."

Herr Markwardt wußte nichts zu erwidern. Er warf einen zweifelnden Blick auf feine Toch­ter, räusperte sich, als könne er den Anfang einer Antwort nicht finden, zuckte mit den Schultern und entfernt sich. Draußen zündete er sich eine Zigarre an, nahm Hut und Paletot und begab sich ins Dorf hinunter, um neue Gerüchte zu sammeln, welche das Vertrauen Giselas in Henri de Fenetrange erschüttern rmd ihre Neigung zu ihm vernichten sollten. Im Dorfe war indessen wenig zu erfahren. Die toitnberbarften Gerüchte durchschwirrten die Lieft. Schloß Fenetrange

regung der Bevölkerung beginnt sich zu legen Die Stimmung ist ruhiger geworden. Die Arbeit wurde, wenn auch nicht überall, so doch vielfach wieder ausgenommen. Die Magazine öffnen wieder, nur die Großbetriebe ruhen noch. Gestern erschien auch wieder die ,St. Peters­burger Zeitung".

Der neue Petersburger Generalgouverneur Trepow teilt dem Berichterstatter des .Standard" in einer Unterredung mit:Der Finanzminister verständigt mich, daß daß ArbeiterversicherungS- gesetz sich der Vollendung nähere; wahrscheinlich werde in wenigen Wochen der endgültige Ent­wurf vorliegen. In Bezug auf die allgemein« politische Lage des Landes kann ich versichern, daß die Ordnung nicht nur wiederhergestellt, sondern auch aufrechterhalten werden wird. Unbedeutende Ruhestörungen find hier und da noch zu erwarten, aber fie werden ficherlich unterdrückt werden und keine ernstlichen Folge« haben. Die Regierung beherrscht die Lage uni wird fortlahren fie zu beherrschen. Ich be­fürchte nichts, was einer Bombenära gleichkäme."

Die, vor kurzem eingereichte Demission deS Ministers deS Innern Fürsten Swiatopolk- Mirsky ist jetzt auf speziellen Wunsch des Zaren rückgängig gemacht; der Minister verbleibt definitiv auf seinem Posten. Der Priester Gapon, der flüchtig geworden ist, hat 35 000 Rubel aus der Arbeiterkaffe mitgenommen, ver­mutlich um das Veld vor der Konfiskation zu retten. Viele kleine Fabriken haben die Arbeit ausgenommen, in den großen soll damit am Montag begonnen werden.

Aus der Previn;

lauten die Nachrichten weniger beruhigend.

Moskau, 27. Jan. Die Lage ist noch nicht geklärt. In einigen Fabriken, in denen gestern die Arbeit ausgenommen worden war, ist sie heute wieder eingestellt worden. . Alle Druckereien haben die Arbeit wieder aufge­nommen. Die Zeitungen werden morgen er­scheinen. . Alle Forderungen der Arbeiter in den Druckereien find erfüllt worden.

Warschau, 27. Jan. Die Zeitungen er­scheinen nicht. Die Läden sind geschloffen. Der Ausstand gewinnt an Ausbreitung. Der Tele­phon betrieb ist gestört.

Riga, 27. Jan. Maxim Gorki wurde als Gefangener von hier nach Petersburg geschickt. Die Studenten fraternisieren mit den hiesigen 60000 ausständigen Arbeitern. Bei den gestrigen Straßenkämpfen wurden 42 Personen getötet, 50 liegen schwerverwundet in den Lazaretten, eine unkontrollierbare Anzahl ist unter dem Dünaeis ertrunken. Unter den Toten und Verwundeten befinden fich viele Studenten. Heute sind Kosaken hier eingetroffen. Neue Zusammenstöße werden befürchtet. Die Theater sind geschloffen, die Zeitungen erscheinen nicht.

Moskau, 27. Jan. Gestern sind noch die Arbeiter von 19 Fabriken, darunter sehr be­deutenden, in den Ausstand getreten. Die An-

und der alte Turm wurden in den Erzählungen der Leute, die sich trotz des schlechten Wetters zahlreich imGoldenen Löwen" versammelt hatten, zu wirklichen Räuberhöhlen.

Um sicheres zu erfahren, ließ sich Herr Mark­wardt bei Leutnant von Usedom melden. Deo Offizier saß an seinem Schreibtisch, um einen umfangreichen Bericht an seinen Kommandeur abzufassen, der dann die weitere Untersuchung der Angelegenheit veranlassen mußte. Höflich bot Kurt dem Fabrikherm einen Stuhl an.

Ich kann mir denken," sagte er,was Sie zu mir führt. Das Geschick des Herrn de Fene­trange ist es, nicht wahr?"

In der Tat, Herr Leutnant. Sie werden begreifen, daß uns diese Geschichte sebr peinlich sein muß, da der Herr in unserem Hause bet* kehrt hat."

Beruhigen Sie fich, Herr Markwardt. Ihr Name wird in der Untersuchung wohl gar nicht erwähnt werden. Und was Ihr Fräulein Toch­ter anbetrifft" _ hier flog ein trüber Schatten über das Antlitz des Offiziersso hoffe idfe ihr einen Dienst zu leisten, wenn ich den Be­trüger entlarve." i

Also ist der Kapitän wirklich schuldig?" '!

Es läßt sich in diesem Augenblick noch nicht Bestimmtes sagen. Der Unteroffizier, auf dessen Aussagen alles ankommt, liegt in schwerem Fieber und ist noch nicht vernehmungsfähig. Die Bücher. und Schriften, Briefe und Rechnungen,: welche ich im Turme beschlagnahmte, sind teils m einer schwer zu entziffernden Geheimschrift ab- gefaßt, teils tragen sie nur die Unterschrift:Der Herr" oderDer Herr des Turmes".

»Tas ist seltsam."*

(Fortsetzung folgt).