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Marburg
Sonntag, 22. Januar 1905.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag« Ioh. Tug. Koch, UiuverMts-Biichbruckerei 40.
Marburg, Markt 21. — Telephon 55. °
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T- mit dem Kreisblati für dre Kreise Marburg und Kirchhain.
Aonntaas-eilager ZlluMWB .
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Erstes Blatt
Zur Handwerkerftage
Las „Berliner Tageblatt" hatte jüngst einen M-eölichen Ausspruch des konservativen Abgeord- N^tee Jacobskoetter zitiert, um dadurch die fon- «rvative Mittelstandspolitik zu diskreditieren, jviejes Zitat wird nun in verschiedenen man« chesterlichen und sozialdemokratischen Blättern »«Sgebeutet; darum ist eine Richtigstellung not- *t*big. Herr Jacobskoetter referierte in der letzten Generalversammlung der Steuer- und Wirtschaftsreformer über das Thema: „Die Entwicklung des Handwerks in Deutschland: was vermag die Gesetzgebung zu dessen Förderung und Schuh?" Aus diesem Referat vom 16. Februar Ä. K. zitieren die erwähnten Blätter folgende Stelle mit Anführung-wichen:
„Die großen Magazine sind eine Notwendigkeit unserer Zeit, und ich bedauere nur daß die Handwerker nicht selbst die Warenhaus- ftttfle mehr in die Hand nehmen. Es gibt «ine Reihe von Dingen, die man unbedingt gesehen haben muß, ehe man sie kaust, windet Wan sie nicht beim Handwerker, so geht man iw die großen Magazine. Auch der Wunsch der Handwerker nach Einführung des Befähig- rmgsnachweises wird nicht zu dem Ziele stihren, die Konkurrenz einzuschränken."
Es ist jedenfalls kein Zufall, daß die gegen j^dcn Schuh des Handwerks eifernden Blätter erst setzt nach, beinahe Jahresfrist Herrn Jacobskoetter als Eideshoster heranziehen. Sie sind vermutlich der Meinung, daß jetzt eine Kontrolle über die Richtigkeit des Zitats nicht mehr möglich fei. Sie irren sich. Es liegt ein sehr ausführ- <ÄH«r offizieller Bericht über die Verhandlungen der erwähnten Generalversamlung vor, und dieser Bericht ist jedem, der sich dafür interessiert, für den Preis von 2 Mark zugänglich. Darin «der lauten die angezogenen Worte Jacobs- koetters ganz anders, nämlich folgendermaßen:
„Einer ganzen Anzahl von Handwerkern geht es wiriflich schlecht, besonders in den klei- een Städten und auf dem Lande, und die Kon- kurrenz der Warrenbäuser, Magazine und Namschbazare sei unerträglich, dagegen müßte Abhilfe geschaffen werden. Ja, wenn mir nur gemand sagen wollte, wie? Ich bin ein Gegner der großen Warenhättser, aber ein wirksames Mittel ihrer Bekämpfung ist mir noch nicht bekannt geworden, und die Besteuerung bat Bisher auch nicht viel geholfen. Die Magazine Ind eine Notwedigkeit, und mau kann im Interesse des Handwerks nur beklagen, daß die Handwerker nicht selbst Magazine errichten, sondern sich dieselben haben-von den Kaufleuten »or der Nase wegschnavpen lassen. (Sehr richtig!)
Es gibt eine Anzahl Dinge, die man fertig sehen und kaufen will, und findet man sie nicht beim Handwerker, muß man zum Kaufmann gehen, und wenn es sogar ein unsympathischer Kremder ist."
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< Nachdruck verboten.)
C. i.
Eine Studententragödie von Jost» BAchborw (ktuttaarti.
Er keuchte schwer, als er die ausgetretenen- Stufen der winklig.dunklen Holztrevpe empor- kketterte. Fast bei jedem Absatz mußte er Atem schöpfen und sich an den Pfosten festhalten, um Nicht in die Knie zu sinken, und feucht waren Stirn und Haar —
Nur nicht denken! Nur nicht denken!!
Er stieß die morsche Tür, die zu seiner Bude führte, weit auf.
An der oberen Füllung sah er seine Visiten- karte, die er dort mit ein Paar Reißnägeln be- fesfigt hatte, auf daß ein jeder wisse, wo der cand. sned. Max Werner, Teutonias, wohne.
, Teutonias —!? Er lachte schrill heraus, und »it einer jähen Wut riß er das unschuldige weiße Papier herunter, warf es auf den Boden und stampfte mit den Füßen darauf herum. Als ob er sinnlos geworden wäre —
War ihm seltsam beklommen zu Mute» Er hatte weinen und schluchzen mögen, und er war gleichzeitig in der Stimmung, irgend eine Gewalttat, irgend eine Roheit, irgend eine Gran- »amkett zu begehen. Er fühlte sich innc.fich zer- riffen; er war nicht mehr er; er hatte sich selber Verloren —
Das letzte Gold der Abendsonne fiel in drei-
Purpurstreifen in die kleine Stube, die mit Mutzen und Bändern, Bildern und Waffen ge- sthmackvoll dekoriert war. Auf einem Wand- prettchen standen Gläser mit Wappen uird
Es ist hiernach dem Redner nicht eingefallen, auf die Warenhäuser Loblieder zu singen. Er hat nur konstatiert, was jedermann weiß und was uns sehr bedauerlich ist, daß die jetzige Form und Höhe der Warenhaussteuer nicht viel geholfen hat. Bekanntlich steht im Abgeordnetenhauje die Beratung eines in der Kommission formulierten Gesetzentwurfes über Erhöhung der Warenhaus- steuer bevor; man kann nur wünschen daß die Staatsregierung sich zu ihm bekennen möchte. Ihrem Widerstande war es ja nur zu verdanken, daß die heutige Warenhaussteuer, über die so viel geschrieen und die als Erdrosselungssteuer hingestellt wurde, so niedrig und darum so unwirksam ausgefallen ist.
Wenn Herr Jacöbscoetter bemerkte, die Maga- zine seien eine Notwendigkeit, so hat er damit auch nichts neues gesagt; denn er hat als Gegner der großen Warenhäuser nicht diese, sondern die „Magazine" überhaupt, also die Berkaufsläden gemeint, an deren Errichtung allerdings die Handwerker viel zu spät und in viel zu geringem Maße herangetreten sind. „Auf Vorrat" zu arbeiten, haben sich viele Handwerker in der Tat nur schwer entschließen können und haben nun das Nachsehen, da ihnen der Kaufmann Viesen Verdienst „weggeschnappt" hat.
In , bezug auf den allgemeinen Befähigungsnachweis nimmt Herr Jacobskoetter allerdings einen Stndpunkt ein, der von manchen seiner Berufsgenossen nicht geteilt wird. Aber es ist un- richtig, daß der konservative Abgeordnete sich in jeder Hinsicht über den Befähigungsnachweis absprechend geäußert habe. Er hat vielemebr sich konsequent zugunsten eines solchen Nachweises für das Baugewerbe und namentlich für Verleihung des Rechts an geprüfte Meister, allein Lehrlings halten zu dürfen, ausgesprochen. Auch in seinem erwähnten Referat bat er dies getan. Seine Ausfi'ibrungen über diesen Gegenstand lauteten nämlich:
„Ich habe mich um der Wahrheit und des Gewissens willen verpflichtet gefühlt, den Handwerkern zu sagen, daß ihr Wunsch nach Einführung des Befähigungsnachweises, um damit indirekt die Konkurrenz einzefchränken, nicht zum Ziele führt. Der Befähigungsnach- weis ist gut und kann erzieherisch wirken auf den Lehrling und den Gesellen, und das Re ht der Lehrlingshaltung dem Meifler verlieben wird, so haben wir den Befähigungsnachweis, wie wir ihn im Interesse unserer Standesebre, der Erhaltung und Föderung unseres gewerblichen Nachwuchses t rauchen." Man sieht also, daß mich diese Stelle der Jacobskoetterschen Rede von den freihändlerischen Blättern entstellt wiedergegeben wird. Der Zweck dieser Entstellung ist, den Handwerkern vorzureden, daß die Mittelstands Politik der Konservativen „Humbug" sei und daß dce Hcndwerker nichts besseres tun könnten, als sich, dem Liberalismus in die Arme zu werfen. In Handwerkerkreisen ober kennt man die „mittelstanb'frennd- Heben" Wege des Liberalismus setzt zu genau, als daß derartige Manöver Erfolg haben könnten. Man weiß aber in Handwerkerkreisen auch, daß die Konservativen ihr bewährtes Programm zu- gunsten der Handwerker nach tote vor aufrecht erhalten.
Der Student hat sich vor dem niedrig- gemütlichen Schreibtisch auf einen Stuhl fallen lassen und den Kops fest auf das harte Holz gepreßt.
Nur nicht denken! Nur nicht denken! Nicht, was war und nicht, was werden würde! Nur nicht denken!
In den Linden, die vor seinem Fenster dufteten, schaukelten sich ein Paar Lenzessäuger, und ihr feines Türiilütt-lütt-liitt, Türültt-lütt-lütt jauchzte in das lichtdurchflutete Zimmerchen daseinfreudige Tonreihen.
„Leben," stöhnte er auf. „Leben, Leben!"
. Und wie er an das Fenster trat und feine brennenden Augen in das abendliche Weben und Regen tauchte, da krampfte ihm ein unsagbar fieses Weh das Herz zusammen, daß er die Linke unwillkürlich an die Brust drückte —
Buben und Mädchen zogen mit grünen Kränzen, geschmückt über den Dammweg und sangen einen alten Kinderreigen; ein paar Nachbarsfrauen plauschten über die schmale Straße herüber.
„Mein Aeltester ist gestern Gefreiter geworden," konstatierte hohen Stolzes voll die eine, und die an--re gratulierte: „Das laß ich mir gefallen! So was hört man lieber, als wenn es heißt, dem Bremer feiner ist in die zwette Klaffe des Soldatenstandes versetzt worden ..."
Die beiden in den Kattun jacken fuhren erstaunt auf, als über ihnen mit jäher Vef-emenz ein Fenster zugeschlagen wurde, und dis erste meinte nach einer Weile, da sie wieder zu sich gekommen waren: „Vergiß nicht die Scheiben im dritte Stockwerk nachzusehen — wenn die heil geblieben, will ich's loben l Dein Student I scheint schlecht gelaunt zu fein —* |
Umschau.
Polentum itn Westen.
Die national-polnische Bewegung im rheinischwestfälischen Industriegebiet hat ihren bedrohlichen Charakter auch im verflossenen Jahre nicht eingebüßt. Wie wir den „Wests. Pol. Nachr." entnehmen, ist die Zahl der Sokolvereine auf 40 angewachsen. Daneben sind im letzten Jahre flicht weniger als 25 andere Polenvereine gegründet worden: sie alle haben sich zu einem „Verbände der Polenvereine in Rheinland-Westfalen" zusammengeschlossen. Der polnische Wahl- vcrein für Rheinland-Westfalen untersteht natürlich dem polnischen Hauptwahlkomitee, dem er reiche Geldmittel zuführt. Ter „Polenbund" veranstaltet weiter polnische Volksversammlungen auch für Frauen, die er zur Kindererziehung im national-polnischen Geiste mahnt. Der „polnische Gewerkverein" endlich ist auf 10 000 Mitglieder angewachsen. In Dortmund ist im letzten Jahre eine polnische Tageszeitung gegründet, der „Dziennik Polski", und seit dem 1. Januar d. I. gibt der sozialdemokratische Bergarbeiterverband für seine polnischen Mitglieder eine eigene polnische Zeitung heraus, sodaß nunmehr je 3 politische und gewerkschaftliche Polenblätter für die nationale Propaganda im Westen sorgen. Schon haben auch die Polen bei einigen Gemeindewahlen eigene Kandidaten ausgestellt, bei den Knappschafts-Aeltesten-Wah- len sogar mitunter gesiegt, nur für die Landlagswahl wurde noch Sfimmenenthaltung beschlossen. Vor allem aber haben ste das von der Ostmark her bewährte Mittel der wirtschaftlichen Agitation auch im Westen mit dem glücklichsten Erfolge angewendet: die deutschen Geschäfte sind erst am jüngsten Weibnachtsfeste wieder von den Polen boykottiert worden; ja es hat sich bereits ein Verein Polnischer Kausteute und Gewerbe- treibender „Samaganoc" (Selbsthilfe) gebildet, auch will man Einkaufsgenossenschaften der einzelnen Handwerke. Polnischs Warenhäuser und eine Polnische Volksbank in Dortmund ins Leben rufen. Mansieht, das Polentum ist hier im Westen im l-ästigsten Vordringen. Akm^hr tut dringend not.
Soziales aus den Kriegervereine«.
In wie hohem Grade 'ne soziale Lie'Stätigkeit bei den Krieaervereinen ausgebildet ist, da- bin legen Mitteilungen des Banrischen 'Veteranen-, Krieger- und Kampfgenoflenvundes, die die „Banrische Krieaerzsitting" veröffentlicht, ein schönes Zeugnis ob. Im Fabre 1904 wurden für Unterstützungen 41 870 60 Mark ausgegeben. Genehmigt wurden aus der Prinz-Regent Luitpold-Stiftung: auf 65 Gesuche von bundes- angebörigen Kriegsveteranen 1300 Mark, auf 80 Gesuche von nichtbundesanaebörigen .Kriegsveteranen, deren Witwen und Waffen 400 Mark; aus der Matthias Pschorr'schen Stiftung „Hacker- brän": auf 65 Gauche van KrieaSvoteranen 1300 Mark: aus der Bundeskalle: auf 13^4 Gesuche von Bundes-,meraden. die Feftzrüae mitgemacht haben. 17 <morf. auf 11n6 G<-si,ch<. van Bundeskameraden die ferne Feldzüge n' - gemacht haben. 12167 Mark, auf 890 Gesuche
[ Schlett aelonnt —?! Wenn es nur d a s gs- wesen wäre!! Die Welle aina mit her die sie herangetragen ^->*1 aelaun —?
i’ns mH e;-nni Z-äwei. der ans d-m G-nntz-- seines Herzens herm,sproch. sank er an d—a Sofa nieder. Er barg fern,- nassen Augen fest in dem bleichen Plüsch, und fein K "'"-ar h"Me und zitterte bei dem A'wbru-H. der ibn mit einer Föhns Gewalten zu Baden aermni-a-n batte __
"cht gelaunt? — Krundaütiger Fimmel, Ivos bedeuteten solche Kindersfimmungen dem grausamen Gefühle aeaenüber: ausgsstoßsn zu fein, verachtet zu werden —! Was — Ausge- stoßen! Das riß ihn mit jäber Heftigkeit wieder in, die, Höhe, und feine düsteren, verzweifelten Blicke irrten durch die enge Stube. .
Ausgestoßen —
Da hing fein Fuchfsnkonlsur und da seine erste Burschentype. Dort das Bild vom letzten Stiftungsfeste und in dem Rabmen stand er mit I ihr im schimmernden Gla"ze weiß bettivfter Blütenäste — sie beide in den bunten Farben, weltentrückt und «.luckberauscht: „Noch ist die blühende goldene Zeit —*
Ihm war, als läuteten ihm beute noch die festlichen Klänge nach, die vielstimmige Eböre in des Früblinas Werden hinausgeschmettert batten! Und da hing er mit fernem Leihen «-schon. I und dort grüßte ibn sein Leihsuchs. lind die Mensurtype auf dem Schreibtische, der in dicke I Bandagen eingewickelte Schädel, auf dem sein I Gegner eine neue Notenschrift probiert hatte — I das alles waren Merkmale in seinem jungen I Dasein; das waren Aussichtspunkte auf die I güldenen Weiten feiner Studien Herrlichkeit. Jede I Type bedeutete ihm eine alücklic-^zufriedeite! Stunde, einen lichten, duftüberschwelten Tag — |
von Witwen und Waisen 7500 Mark, für di« Kriegervsreins-Kameraden in Deutsch-Südwest- af rika 300 Mark. — Seit dem Bester en bei Bayrischen Bundes (feit dem 11. Mai 1874) wurden an Unterstützungen ausgezahlt aus der Bundeskasse: auf 41 523 Gesuche von Bundes- kameraden 554 234 Mark, auf 10 521 Gesucht von Witwen und Waisen 96 579 Mark, aus der Prinz-Regent Luitpold-Stiftung: auf 457 Gesuche von bundesangehörigen Kriegsvsteranen 9300 Mark, auf 573 Gesuche von nichfbundes- angehörigen Kriegsveteranen, deren Witwen uni Waisen 3700 Mark; aus der Matthias Pschorr- schen Stiftung „Hackerbräu": auf 255 Gesuche von Kriegsveteranen 5100 Mark. Das sind zusammen nicht weniger als 668 913 Mark!
Die Refermbedürstigkeit der Untersuchungshaft
wird durch folgenden, auS Hannover mitgeteilten Fall wieder einmal recht kraß beleuchtet: Eine Dienstmagd wurde im Jahre 1901 lange Zeit aufs Krankenlager geworfen. Als sie ihre Gesundheit wieder erlangt hatte, besaß sie nicht die geringsten Mittel; auch Kleidung mangelte ihr. Da wurde dcem Mädchen von einer in Hannover weilenden amerikanischen Herrschaft eine Stellung angeboten, aber um diese anzutreten, fehlte es der Armen am Notwendigsten. In ihrer Verzweiflung entwendete sie einer Freundin ein Jacket, ein Semd und ein Beinkleid, worauf sie mit Amerika ging. Dort ist ste bei ihrer Herrschaft geblieben und hat sich vor- trfflich gefiihrt. Allein die Reue über den Diebstahl ließ dem Mädchen keine Ruhe. Sie nahnß sich Urlaub und reiste von Amerika nach Deutschland. Vorher aber schrieb sie dem Staatsanwalt in Hannover, daß sie ihr Unrecht gut machen) wolle. Sofort nach ihrer Ankunft am 17. November v. I. stellte sie sich auch der Behörde, worauf sie in Untersuchungshaft genommen wurde. Am 29. Dezember v. I. wurde das Mädchen endlich abgeurteilt. Staatsanwalt und Gerichtshof waren der gleichen Meinung, daß die Angeklagte des tiefsten Mitgefühls würdig sei. Sie tourbfl M drei Tagen Gefängnis bentrteitf, die als verbüßt erachtet wurden. Also: ein sonnenklare» Tatbestand, unter ,.tiefstem Mitgefühl" btei Taae Gefängnis und — sechs Wochen Unter« fr oft!
Ei« Automobil-Gesetz.
Im Reichstage machte der Staatssekretär bei Reichssuftizamts, Dr. Nieberdmg, die willkommene Mitteilung, daß sich ein Gesetzentwurf, betreffend die Haftvflicht der Automobilbesttzer in Vorbereitung befinde. Ein solches Vor-ehen auf dem Wege der Reichsgesetzaebung hat sich' als dringend erforderlich erwiesen und bedarf möglichster Befchleuniguna. Gegenwärtig fm# die vielen durch leichtfertige Automobilisten Geschädigten so gut wie rechtlos. Sie können sich mit ibren Ansprüchen auf Schadenersatz eigentlich nur an die Wagenführer hasten, und diele besitzen« in der Regel nichts. Die Eigentümer der Automobile geben frei aus, sobald sie nachweisen können. daß sie bei der Anstellung ihrer ..Chauffeurs'* vorsichtig verfahren sind, und dieser Nachweiß
- ii
O Gott! Und das sollte er von heute 08 alles missen? Das sollte von den Ta'kn, die seines Dateins Erinnerungen verzeichneten, au?« sielöscht fein —? Ausgelöicht. als hätte niemals in Goldlettern auf ihnen das Kapital gestanden: Studentenglück und Studentenseliakeit?! AlS Als hätte nie —? O — o!! Das war grausam, das war unmenschlich! Das konnte. mS durfte nicht fein! Man unterband ihm ja die Ströme, die ihn in fein-»? Lebens Früchteaue« tragen würden int9 auf ödigem sandigem Kies- boden faß der Kahn fest, der ihn bislang durch lustiges Wellengeplätscher geschaukelt hatte!
Und warum? Ja, ja! Er hatte gefehlt, et batte sich vergessen! Aber nicht allein das Faktum« daß er unrecht gehandelt hatte, hätte sie bei ihrem Entschlüsse bestimmen sollen, der ihn so elend machte, daß er der Sonne und dem Lichte gram war, weil sie so hell und fo luftig auf die Welt herniederleuchteten — auch das wie — Das« wie er dazu gekommen war —
Er stöhnte auf —
Ter reine Zufall. — Daß er auch fust ztr einer Zeit die Ratsstube betreten batte, als die paar Vandalen bei den Korten faßen und 2-et- blatt spielten! Er hatte sich feit Jabr und Davon dieser Leidenschaft befreit gewähnt und — da mußten die ibn mit liebenswürdige- Freund- lichkeit on den Tisch heran n'ffaen, fadaß er kaum ausweichen konnte. Anfang? sträubte et sich — „Aber bitte, bitte — wir fetzen nicht hoch —■ und bann: Wir sehen uns fo selten — r n, nein!" „Na, na," kam es von einer andere« Seite, „auf die Paar Kröten, die Sie eventuell verlieren könnten, wird's Ihnen doch wahr« hastig nicht ankommen." „Dos gewiß nicht —• und so nahm ft Platz und griff nach den juntat Dmgern, die allein bei jhm eine unreine Leide»